Lola

    da werden wir eh nie "eines sinnes" sein, weil ich zwar auch umhimmelswillen nicht betrogen werden will, aber wissen will ich es nur unter bestimmten umständen - und da sind mein mann und ich uns einig.

    verwirrter

    ach du... hab geduld mit dir... das ist doch alles noch so frisch :°_

    Am meisten würde mich an der Geschichte das Möbelschleppen ärgern.. das ist schon demütigend und ziemlich kaltschnäuzig, da kann man sich schlecht auf die Gefühle des Augenblicks berufen, wie bei dem Fremdgehen selber. Ganz ehrlich, DAS würde mich sehr wurmen auch im nachhinein.


    Was ich allerdings gar nicht nachvollziehen kann ist die Wiedergutmachungsgeschichte.


    Darauf würde ich im Leben nicht kommen, weder würde ich das für mich wollen, noch mich auf sowas einlassen. Auch bereuen ist nicht meins, was ich tue, habe ich getan und es erschien mir in dem Moment richtig, sonst hätte ich es nicht getan. Ich kenn das Gefühl von Bedauern, aber Reue nicht. Ich würde es auch nicht von meinem Partner wollen, er soll zu seinen Taten stehen können und nicht hinterher jammern und klagen. Auf dieser Basis kann ich mit jemandem leben und auch die Ehe neu gestalten.

    Zitat

    Auch bereuen ist nicht meins, was ich tue, habe ich getan und es erschien mir in dem Moment richtig, sonst hätte ich es nicht getan. Ich kenn das Gefühl von Bedauern, aber Reue nicht. Ich würde es auch nicht von meinem Partner wollen, er soll zu seinen Taten stehen können und nicht hinterher jammern und klagen.

    Ja, so sehe ich das an sich auch. Aber zu ihren Taten stehen, hätte eben bedeutet, dass sie damals gleich die Wahrheit sagt.


    Das hat sie aber nicht gemacht. Und wenn sie JETZT mit dieser Haltung auftreten würde a la "Ich stehe zu meiner Lügerei finde sie gut, legitim und richtig" dann glaube ich kaum, dass es eine Chance auf eine gemeinsame Zukunft gäbe. Soviel Selbstgerechtigkeit nach einem 15 Jahre lang verschwiegenen Betrug, würde beim TE zurecht auf wenig Verständnis stoßen.




    Nicht nur an Monika, sondern an alle, die meinen er soll sich quasi nicht so anstellen und sein Wunsch nach Wiedergutmachung sei vermessen:


    Findet ihr es wirklich so ungewöhnlich, dass man nach einem massiven Vertrauensbruch bzw. Vertrauensmissbrauch, etwas wiedergut zu machen hat?! :-o ":/

    LolaX5

    Zitat

    Findet ihr es wirklich so ungewöhnlich, dass man nach einem massiven Vertrauensbruch bzw. Vertrauensmissbrauch, etwas wiedergut zu machen hat?! :-o ":/

    Ich kann mit "Wiedergutmachung" in diesem Kontext nichts anfangen. Entweder nehme ich jemanden an oder nicht und wenn ich entscheide, dass ich mit jemandem weiterhin leben will, dann muss diese Sache so schnell wie möglich hinter uns sein und das betrifft nicht nur diese Person, sondern auch mich. Es gehören zwei dazu, dass es zum Betrug kommt. Insofern hieße es für mich, sich zusammensetzen, besprechen, was wer ändert und dann auf dieser Basis weitermachen.


    Umgekehrt, würde ich etwas tun (ganz sicher nicht Fremdgehen), was ein no_go war und mein Partner würde trotzdem mit mir zusammenbleiben. Einmal der Satz: Du hast aber... und ich wäre weg. Ich wüsste nicht wie etwas aus der Vergangenheit wieder gut zu machen wäre. Es gäbe allerdings etwas, was wir beide jetzt gut machen müssten, nämlich, wie wir ab jetzt unsere Beziehung leben.


    Und was sollte ich nun zur Wiedergutmachung tun? Was sollte demjenigen Beweis genug sein, dass ich das nicht wieder tue. Vertrauensaufbau läge also nicht nur bei mir. Aber ja, das ist nur reinste Theorie. Ich hätte ja schon diese Eifersuchtsszenen nicht öfter ertragen. Für mich persönlich habe ich sowieso dieselbe Ansicht wie Du und no_gos sind no_gos, ganz egal, wann sie herauskommen. Ich revidiere meine Meinung nicht, nur weil etwas in der Vergangenheit passiert ist. Meine Weltanschauung hat sich in grundlegenden Dingen nie geändert.

    Zitat

    Findet ihr es wirklich so ungewöhnlich, dass man nach einem massiven Vertrauensbruch bzw. Vertrauensmissbrauch, etwas wiedergut zu machen hat?! :-o ":/

    Grundsätzlich nicht.


    Aber in diesem Fall fand der Vertrauensbruch vor 15 Jahren statt (auch wenn der TE erst vor ein paar Tagen davon erfahren hat). Ich würde also die 15 nachfolgenden Jahre als "Wiedergutmachung" betrachten.

    Ich finde, man muss sich auch klarmachen, dass Menschen nunmal Fehler machen. Wer komplett einwandfreies Verhalten zur Grundbedingung einer Beziehung erklärt, wird auf Dauer einsam bleiben. Ich glaube, wer sehr freimütig verzeihen kann, lebt glücklicher. Und wenn man so einen Fehltritt nicht verzeihen kann, kann man sich fragen "warum nicht". Ist es nicht oft einfach das eigene kleine, gekränkte Ego, was einem im Weg ist? Und ist es wirklich ratsam, diesem dann zu folgen?

    Stuhlbein

    Zitat

    Aber in diesem Fall fand der Vertrauensbruch vor 15 Jahren statt (auch wenn der TE erst vor ein paar Tagen davon erfahren hat). Ich würde also die 15 nachfolgenden Jahre als "Wiedergutmachung" betrachten.

    Sehe ich hier leider auch nicht. Am wahrscheinlichsten scheint mir, dass sie ihr eigener Betrug sie so belastet hat, dass sie ihrem Mann immer wieder unterstellt hat, dass er sie betrogen hat. Insofern hat sie nicht nur sich gequält, sondern auch ihn. Also Wiedergutmachung wäre aus meiner Sicht ein anderes Verhalten gewesen.


    Klar, dass sie sich durch diese Lüge ihre eigene Hölle geschaffen hat, das ist schon klar, aber wiedergutmachend wäre gewesen, ihrem Mann keine Hölle zu schaffen und zumindest ich finde derartige Szenen, wie der TE sie beschrieben hat


    Da meine Frau sehr eifersüchtig ist, unterstellt sie mir schon von Anbeginn unserer Beziehung andeauern, dass ich was mit anderen Frauen hätte, was aber nicht stimmte und bis heute nicht stimmt. So hat sie mir gestern wieder unterstellt, ich hätte was mit einer Frau, nennen wir sie "Y" gehabt


    kein Zeichen von wiedergutmachender Absicht. {:(

    LaRucola

    Zitat

    Ich finde, man muss sich auch klarmachen, dass Menschen nunmal Fehler machen. Wer komplett einwandfreies Verhalten zur Grundbedingung einer Beziehung erklärt, wird auf Dauer einsam bleiben. Ich glaube, wer sehr freimütig verzeihen kann, lebt glücklicher. Und wenn man so einen Fehltritt nicht verzeihen kann, kann man sich fragen "warum nicht".

    Aus meiner Sicht habe ich nichts zu "verzeihen". Jeder ist okay, wie er ist. Wenn mich mein Partner betrügt und die Beziehung dadurch beendet, werde ich nicht unglücklicher sein. Ich behalte mir trotzdem das Recht selbst zu entscheiden, mit wem ich eine Beziehung führe. Allerdings sehe ich auch hier nicht nur die Verantwortung des belügenden bzw. betrügenden Teils, sondern auch meine. Es gehören auch hier zwei dazu - einen, der betrügt und eine, die sich betrügen lässt. Ich lasse mich schwer belügen und betrügen.

    Zitat

    Ist es nicht oft einfach das eigene kleine, gekränkte Ego, was einem im Weg ist? Und ist es wirklich ratsam, diesem dann zu folgen?

    Warum soll mein Ego gekränkt sein, wenn ein anderer lügt. Das hat doch nichts mit mir zu tun? Für mich ist das ratsam zu tun, womit es mir gut geht. Ich möchte nicht mit jemandem zusammen sein, der sich zu einer Beziehungsform zwingt, die gar nicht seine ist. Er soll doch so eine Beziehung führen, in der er authentisch sein kann und in der mich nicht anlügen muss.

    Zitat

    und zumindest ich finde derartige Szenen, wie der TE sie beschrieben hat


    Da meine Frau sehr eifersüchtig ist, unterstellt sie mir schon von Anbeginn unserer Beziehung andeauern, dass ich was mit anderen Frauen hätte, was aber nicht stimmte und bis heute nicht stimmt. So hat sie mir gestern wieder unterstellt, ich hätte was mit einer Frau, nennen wir sie "Y" gehabt


    kein Zeichen von wiedergutmachender Absicht.

    Seine Gesamtbilanz besteht ja nicht nur aus den Eifersuchtsszenen, sondern ist deutlich positiver. ;-)

    Stuhlbein

    Zitat

    Seine Gesamtbilanz besteht ja nicht nur aus den Eifersuchtsszenen, sondern ist deutlich positiver. ;-)

    Ja, auf jeden Fall und ich kann ja auch nachvollziehen, dass er sagt, dass ihm das Grund genug ist, die Ehe weiterzuführen. Der Prozess wieder zu einem unvoreingenommenen Alltag zu gelangen liegt aber auch meiner Ansicht nach an beiden und nicht nur an ihr. Es ist ja nicht einmal gesagt, dass er ihr verzeihen kann. Im Moment sagt er sich, dass er das vor hat. So einen Faden hat es mal gegeben, als eine betrogene Ehefrau verzeihen wollte und sie es nicht geschafft hat. Diesen Prozess mit fachlicher Begleitung durchzuführen, wäre auch nicht verkehrt, für den Fall, dass es nicht ein Spießrutenlauf für beide wird. Genauso aber kann es funktionieren, wenn es beide wollen und sich darauf einigen, in welcher Form das abläuft. An seiner Stelle würde ich mich an Oldie49 halten.

    Zitat

    Umgekehrt, würde ich etwas tun (ganz sicher nicht Fremdgehen), was ein no_go war und mein Partner würde trotzdem mit mir zusammenbleiben. Einmal der Satz: Du hast aber... und ich wäre weg.

    Ich bin ja an sich sehr für Prinzipien und klare Kante aber das wäre mir zu extrem. ":/ Und vorallem kann ich es emotional nicht nachvollziehen. Wenn ich etwas getan habe/hätte, das ich selbst als subotimal bis unschön finde (und wenn es den Partner verletzt hat, dann erfüllt das ja idR diese Begingung), dann kann und darf man mir das selbstverständlich auch in Zukunft vorhalten. Nicht in einer Endlosschleife, aber wenn man etwas falsch gemacht oder so gemacht hat, dass jemand anderes darunter leidet, dann ist kann man mir das natürlich (auch mehrfach) vorwerfen. Man muss doch mit dem umgehen können und wollen, was man durch sein eigenes Verhalten ausgelöst hat. ":/ Diesbezüglich jegliche Auseinandersetzung zu verweigern nach dem Motto "Friss oder stirb" käme mir völlig falsch vor. Das keine Haltung, die ich als beziehungsgeeignet empfinden würde. :|N

    Zitat

    Ich bin ja an sich sehr für Prinzipien und klare Kante aber das wäre mir zu extrem. ":/ Und vorallem kann ich es emotional nicht nachvollziehen. Wenn ich etwas getan habe/hätte, das ich selbst als subotimal bis unschön finde (und wenn es den Partner verletzt hat, dann erfüllt das ja idR diese Begingung), dann kann und darf man mir das selbstverständlich auch in Zukunft vorhalten.

    Mir nicht. Ja sicher, das wird durchgesprochen, aufgearbeitet, erklärt, wer sich wie gefühlt hat, wie gedacht, interpretiert, etc. eine Lösung gefunden und gut ist. Dann wird die Lösung umgesetzt.

    Zitat

    Nicht in einer Endlosschleife, aber wenn man etwas falsch gemacht oder so gemacht hat, dass jemand anderes darunter leidet, dann ist kann man mir das natürlich (auch mehrfach) vorwerfen. Man muss doch mit dem umgehen können und wollen, was man durch sein eigenes Verhalten ausgelöst hat. ":/

    Ich habe nichts durch mein Verhalten ausgelöst. Ich bin für mein Verhalten verantwortlich, aber nicht für das Verhalten anderer. Ich löse gar nichts aus. Der Vorwurf ist also auch schlichtweg an der falschen Stelle bei mir, wenn jemand mit etwas nicht umgehen kann.

    Zitat

    Diesbezüglich jegliche Auseinandersetzung zu verweigern nach dem Motto "Friss oder stirb" käme mir völlig falsch vor. Das keine Haltung, die ich als beziehungsgeeignet empfinden würde. :|N

    Auseinandersetzung beinhaltet für mich keinen Vorwurf, im Gegenteil. Es ist die Akzeptanz einer Situation und die Erkenntnis, dass ich das so nicht mehr wiederholen will, weil das Ergebnis in der Beziehung zu dieser Person suboptimal war. Da ist kein Selbstvorwurf, warum also sollte mir jemand anders Vorwürfe machen dürfen. Das entspricht keinem respektvollen Miteinander.

    Zitat

    Ich habe nichts durch mein Verhalten ausgelöst. Ich bin für mein Verhalten verantwortlich, aber nicht für das Verhalten anderer. Ich löse gar nichts aus.

    Sehe ich völlig anders. Natürlich löse ich mit meinem Verhalten etwas aus und beeinflusse das Verhalten anderer Menschen. Deine Aussage stimmt m.E. nur wenn du als einsamer Eremit irgendwo leben würdest. Sobald man Kontakt mit anderen Menschen gibt, gibt es auch Einflüsse...

    Zitat

    Das entspricht keinem respektvollen Miteinander.

    Doch ich finde schon, dass sich Respekt und (berechtigte) Vorwürfe nicht ausschließen.


    Es gibt ja nicht bei allem eine Lösung. Und das (durchaus auch wiederholte) Eingeständnis etwas schlecht gemacht zu haben, ist für den anderen ja vielleicht gut, hilfreich und wichtig.

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    Und wenn sie JETZT mit dieser Haltung auftreten würde a la "Ich stehe zu meiner Lügerei finde sie gut, legitim und richtig" dann glaube ich kaum, dass es eine Chance auf eine gemeinsame Zukunft gäbe.

    Das kann es bedeuten, aber nicht grundsätzlich. Er hat ja selber zugegeben, dass es zum damaligen Zeitpunkt eine schelchte Idee gewesen wäre. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass es ihm ums Verschweigen geht, dass er damit Probleme hat, sondern mit der Tat an sich und der Tatsache, dass der Wasauchimmer auf zwei Beinen bei der Hochzeit mitgefeiert hat. Wie gesagt, das verstehe ich noch am allermeisten, weil das eine hinterhältige Aktion von beiden war, das hätte einfach nicht sein müssen und hat nichts mit der Laune des Augenblicks zu tun. Ganz übel in meinen Augen.


    Ständige Eifersucht muss übrigens nicht auf einem schlechten Gewissen beruhen, den Zusammenhang sehe ich gar nicht. Wenn sie es tatsächlich geschafft haben sollte, eine 15jährige Ehe mit schlechtem Gewissen zu führen, wäre das für mich eher ein Trennungsgrund als die Tat selbst, weil es nach meiner Meinung eine ganz schwache Veranstaltung ist. Aber auch daran, so mein Eindruck, scheint er sich nicht zu stoßen, im Gegenteil, das macht es in seinen Augen anscheinend eher besser. Weit verbreitet, aber für mich nicht wirklich verständlich.

    Zitat

    Wenn ich etwas getan habe/hätte, das ich selbst als subotimal bis unschön finde (und wenn es den Partner verletzt hat, dann erfüllt das ja idR diese Begingung), dann kann und darf man mir das selbstverständlich auch in Zukunft vorhalten.

    Ich kann auch nachtragend sein, aber nicht bei meinem Partner. Wir halten einander nichts vor, obwohl es Vorfälle gab. Aber genau das ist das, was für mich so entscheidend ist. Ich kenne es auch anders, wenn irgendwelche Dinge aus der Vergangenheit aus einer Mottenkiste gekramt werden.

    @ Monika65

    Zitat

    wenn irgendwelche Dinge aus der Vergangenheit aus einer Mottenkiste gekramt werden.

    :)^


    absolut tödlich ! Wenn dann auch noch haltlose Unterstellungen, grundlose Eifersucht und Vorhaltungen dazukommen sind das mehr als nur 1 Sargnagel für jede Beziehung. Irgendwann, bei manchen früher, bei andern später ist das Fass dann voll und das war's dann...


    solche Folgen sollten gut überlegt sein und ob man dann nicht lieber diesen Quatsch dann sein lässt und es sich verkneift, weil gesagt ist gesagt.