Zitat

    Ich weiß nicht ob du es auch so gefühlt hast/oder fühlst und ich weiß nicht ob es an unseren ( von meinem Ex) speziellen Trennungsgrund lag , aber hast du auch das Gefühl die Person ist "gestorben" auf einer metaphorischen Art und Weise ( wenn man so einen Vergleich ziehen kann und ich dieses stilistische Mittel richtig getroffen habe XD) ? Ich habe wirklich das Gefühl mein ExMann ist tot. Und ich muss ihn beerdigen. Und ich sehe/fühle ihn nie nie nie wieder. Und er wird nicht wie geplant, erhofft, gewünscht der Vater meiner Kinder. Und ich werde nie mehr lachen mit ihm, nie mehr frühstücken, nie mehr werde ich ihn körperlich fühlen.


    Total schmerzhaft.

    Ja, ich hatte (habe teilweise immer noch) das gleiche Gefühl. Jetzt ist er weg. Jetzt ist es, als wäre er tot. Ich werde ihn nie wieder küssen, nie wieder mit ihm lachen, Quatsch machen, über Gott und die Welt philosophieren usw. Das Gefühl war für mich unerträglich. Ich konnte mir Anfangs überhaupt nicht vorstellen, wie ich jetzt weiter machen soll. Ohne ihn. Ich habe auch echt getrauert und ich glaube, das ist es auch was man nach einer Trennung durchmacht. Man trauert um einen Menschen, den man sehr geliebt hat und der dann plötzlich nicht mehr da ist. Er lebt natürlich noch, aber trotzdem ist er für einen selbst nicht mehr da, nicht mehr greifbar. Aber irgendwie gehts einfach immer weiter. Tag für Tag und irgendwann wird es leichter. Die Gedanken kreisen nicht mehr nur um ihn. Man lässt andere Gedanken zu.

    @ MorgenLefay

    "Total schmerzhaft. Wenn eine Trennung so schmerzhaft ist, wie erträgt man den wirklichen Verlust eines geliebten Menschen?"


    Der objektive Unterschied:


    Eine Trennung kommt von Innen, beim Tod wird von Außen entschieden.


    Man kann das aber auch nicht wirklich vergleichen.


    Eine schmerzhafte Trauer besteht in beiden Fällen, wie stark sie ist, wie lange sie dauert, wie man sie überwindet mit ihr umgeht - das ist sehr individuell. Es liegt viel an dem hinterbliebenen Menschen selbst.


    Mein Leben hat zum Beispiel unter der Trennung von meinem ersten Mann für ein Jahr lang weit schlimmer gelitten (ähnlich wie Du) als unter dem Tod meines Vaters, auch wenn mir mein Vater weit mehr bedeutet hat. Ich ihn noch heute weit mehr vermisse als meinen Exmann, der war mir schon nach diesem einen Jahr völlig egal (die Trennung hatte ja auch Gründe ;-)).


    Aber diese Person hat mit mir lange den Alltag geteilt, während ich von meinem Vater schon Jahrzehnte abgenabelt war, ihn eben nur besucht habe ab und zu.


    Das heißt nicht, dass man die eine Person mehr oder weniger liebt. Sicher hat es damit auch zu tun, doch es geht letztendlich darum inwieweit sie das Leben mitbestimmt hat, wie präsent sie darin war.


    Was ich damals bei meinem Exmann gemacht habe war, mir die Gründe der Trennung immer wieder vor Augen zu halten. Die positiven Dinge dieser Trennung vor Augen zu halten. Es holen Einen vor allem Anfangs immer die schönen Sachen ein, diese Nähe. Dem kann man entgegensteuern :)*