Ich fühle mich von meinem Partner sexualisiert

    Hallo zusammen,


    mich würde mal interessieren ob es anderen Frauen in Beziehungen zu Männern ähnlich wie mir geht.


    Grundlegend weiß ich nach 3 Jahren Beziehung dass mein Partner nicht nur sexuell an mir interessiert ist, auch wenn das sicherlich ein ganz großer Aspekt ist. Ich habe mich die letzten Jahre auch viel durch Lektüre über Männer und deren Sexualität gelesen und kann vielleicht nicht komplett verstehen, aber nachvollziehen dass da ein permanenter "Druck" herrscht und eben allgemein viel an Sex gedacht wird, dieser auch oft eher impulsiv ist und nicht so "romantisiert" wird wie von vielen Frauen, sondern oft sogar vielmehr einem rohen Bedürfnis gleicht... und trotzdem kann ich mir nicht helfen, dass es mich irgendwo verletzt und ich mich sexualisiert fühle, sogar schon fast genervt... wenn ich meinem Freund nicht einmal ein ganz normales Foto von mir schicken kann, ohne dass er mich wissen lässt dass sich da gerade etwas zwischen seinen Beinen regt... erzähle ich ihm davon, dass ich mit dem Hula Hoopen oder sonst einer Sportart angefangen habe, denkt er sofort daran welche Vorteile das im Bett haben könnte, wenn ich mir neue Kleidung kaufe, denkt er gleich daran wie er sie mir wieder ausziehen könnte.... wenn er vor dem Treffen mit Kollegen unbedingt noch mit mir ein wenig "reden" möchte, weiss ich mittlerweile schon worauf das hinausläuft, und langsam frage ich mich, wie man(n) es schafft fast jede alltägliche Situation in etwas Sexuelles zu lenken...


    Heute abend habe ich das bei Gelegenheit mal angesprochen dass mich das irgendwo verletzt, auch wenn er es sicherlich nicht so meint... und das Gespräch ist letzendlich total in die Hose gegangen... er war total defensiv und meinte er könne wohl gar nix mehr sagen, ich würde ihm seine Gefühle verbieten wollen... und suche doch nur irgendeinen Grund meinen Stress an ihm auszulassen, würde das alles nur erfinden... was mich daran verletzte war, dass er mir nicht einmal glauben will, dass ich ein Problem damit habe, stattdessen meint er dass ich mir das alles nur aus irgendeinem Frust heraus ausdenke.... dabei begleitet mich dieses Gefühl schon lange und auch nicht erst seit dieser Beziehung... es scheint ein Phänomen in Bezieungen mit Männern zu sein... und ja, vielleicht sollte ich mich daran nicht stören und es vielmehr als ein Kompliment auffassen, dass ich etwas in der Hose meines Partners anrege... selbst in Situationen in denen ich es überhaupt nicht darauf anlege...


    Aber irgendwie verletzt es mich und es nervt mich... und am Schlimmsten ist, dass ich beobachte, dass ich manchmal beginne in meinem Partner vielmehr einen sexgeilen Teenager zu sehen, jemanden der von seinem Trieb beherrscht wird und nicht anders herum... und er daraufhin für mich leider an Attraktivität und Respekt verliert... :-( mittlerweile würde mich etwas "Beherrschung" vielmehr beeindrucken als dieses ständige "Versuchen" und "Ablenken" ins Sexuelle, oder als Antwort auf ein normales Foto gesagt zu bekommen, dass die Hose eng wird... das ist natürlich nicht ständig der Fall, aber in 80-90% der Fälle... warum reicht es denn nicht einfach mal aus zu sagen, dass ihm das Lächeln auf dem Bild gefällt, die Augen, einfach nur sagen dass er mich liebt, ohne seine pralle Hose zu erwähnen, oder sonst irgendetwas? Es ist nun auch nicht so, dass er andere Eigenschaften an mir überhaupt nicht bemerkt oder erwähnt... in der Tat hatte ich noch nie einen Partner, der so liebe Briefe schreiben kann wie er, in denen er mir ein Dutzend Gründe nennt warum er mich liebt, was mir wiederum zeigt, dass er wirklich abseits vom Sex viele Dinge an mir schätzt und wertschätzt was uns ausserhalb des Bettes verbindet... leider lässt er mich das aber fast ausschließlich schriftlich wissen, im Alltag fühle ich mich stattdessen regelmäßig überrumpelt von seinem Trieb und sexuellen Anspielungen...


    ich meinte, dass diese Art mich manchmal unwohl und sexualisiert fühlen lässt, auch wenn er es wohl nicht beachsichtigt und vielleicht denkt ich sollte mich davon geschmeichelt fühlen.


    Daraufhin meinte er, er versuche gar nicht mir zu schmeicheln. Er wäre nur ehrlich. Aber werde das nun in Zukunft nicht mehr sein. Und zu guter Letzt meinte er noch erwähnen zu müssen, dass ich eine Tiara bräuchte... %:|


    Und damit war das Gespräch dann beendet...


    Also Unverständnis auf ganzer Linie.... und nun fühle ich mich schuldig, denke ich hätte besser nichts gesagt und sollte mich nicht so anstellen... aber ich kann leider auch nicht abstellen, wie es sich in mir anfühlt... und habe es schon so lange für mich behalten, also definitiv war es keine Ausgeburt meiner Phantasie oder beeinflusst durch aktuellen Stress, dass ich mich so fühle...langsam zweifle ich sogar schon fast daran, ob ich überhaupt langfristig damit umgehen kann und habe manchmal sogar Angst ich könnte Sex und Männer irgendwann anfangen zu hassen :-(


    Meine Frage ist nun, ob sich hier jemand manchmal ähnlich fühlt wie ich und wie ihr damit umgeht in eurer Beziehung?

  • 51 Antworten

    Dein Freund ist ein ungehobelter, notgeiler Klotz.


    Nein, jenseits der 17 Jahre Lebensalter ist das nicht normal und ich würde mir das (seit 5 Jahren in einer Beziehung befindlich, die über Sex und SM begann und bei der diese Komponente sehr wichtig war und ist) verbitten bzw. mich anderweitig orientieren. Ich hätte da wie Du keinerlei Respekt übrig.


    Furchtbare Vorstellung... %:|

    Guten Morgen,


    ich kann mich épine nur anschließen.. das geht nicht , er kann nicht dauernd von Sex reden.


    Aber ich frage mich auch ob deine ex Freunde genauso waren? Weil du meintest du kennst das aus vorherigen Beziehungen?


    Also ich muss sagen das das bei mir noch nie so extrem war. Da bin ich auch wirklich froh drüber. Selbst bei einer rein sexuellen Beziehung hat der Mann nicht so viel darüber geredet...


    Komplimente, Gespräche etc konnten tzd ohne sexualisierung stattfinden.


    Also ich finde du musst dich nicht schuldig fühlen. Dein Freund sollte sich so fühlen, denn sobald man erwachsen ist sollte man seine Hormone etwas besser unter Kontrolle haben...


    Ich würde noch Mal versuchen mit ihm zu reden und klare Grenzen setzen was seine sexualisierung angeht... Er ist doch keine 16mehr oder?


    Alles Gute @:)

    @ épine

    @ Studentin96

    Maedels, macht mal halblang. Wir lesen hier nur ihre Wahrnehmung, die sie ja auch kritisch reflektiert. Es kann natuerlich sein, dass sie nur mit "notgeilen Kloetzen" zusammen wahr, aber wenn sie das gleiche Gefuehl in allen Beziehungen hatte, deutet das doch mehr darauf hin, dass sie ein bisschen empfindlich ist.

    @ MilaKao

    Ich kenne das Verhalten, was Du beschreibst, von der anderen Seite her. Ich reagiere aehnlich wie Dein Freund, aber zum Glueck kann meine Frau damit umgehen. Bei mir liegt es einfach daran, dass ich so in sie verliebt bin und sie so anziehend finde. Ich hatte das z.B. nicht in frueheren Beziehung. Und Teenager bin ich lange schon nicht mehr.


    Denk daran, dass Du ihn nicht aendern koennen wirst. Entweder Du lernst damit zu leben, dass er seine Liebe zu Dir so ausdrueckt, oder ihr passt weniger gut zusammen, als es sonst den Anschein hat.


    Eine @:) fuer dich und viel :)*

    Zitat

    und habe es schon so lange für mich behalten

    Das könnte ein wichtiger Punkt sein... Du hast es schon Ewigkeiten gewälzt und er hörte davon zum ersten Mal.


    Es ist so wichtig, Dinge, die einen stören, direkt und ohne Verschonung anzusprechen.


    Seine Reaktion darauf ist trotzdem total scheiße. Wenn das so bleiben sollte und er sich nicht auf weitere Gespräche einlässt (am Besten von sich aus, mit einer Entschuldigung für die vergangene Reaktion) würde ich die Beziehung überdenken. %-|

    Hallo MilaKao ..


    Ich möchte hierzu nur kurz einen Gedankengang anregen...Vielleicht nur eine mögliche andere Sichtweise..?


    Dein Freund ist meines Erachtens mit Sicherheit...in seinen Aus und Ansagen etwas unglücklich und sicher auch nervig und verletzend.


    Allerdings ich kenne auch die andere Seite..


    Und diese ist noch viel schlimmer..


    Mein Exmann war überhaupt nicht an mir als sexuelles Wesen interessiert, eigentlich war ich als dieses gar nicht existent.


    Ich war die Freundin, der Kumperl, die Hausfrau die Mutter, die Gärtnerin...die Putzfrau, die Pflegerin..


    Ich war in keinster Weise seine Geliebte...(auch keine andere..er hatte einfach kein ! Interesse..)


    Ich habe getobt, ich habe disskutiert, ich habe geweint, ich habe gefleht....und vor allem habe ich gelitten...


    Manchmal war ich mir selbst nicht sicher noch "Frau" zu sein...


    LG Incident

    Darf ich auch als Mann etwas dazu schreiben? @:)


    Mich würde zuerst interessieren, wie alt ihr beide seid.


    Dann zum eigentlichen Problem: ich gebe JuliaT Recht, denn während er sich in seinem Verhalten bisher gut fühlte, hast du innerlich eine Abneigung aufgestaut, die jetzt zu Tage kommt. Das muss er jetzt erst mal genauso verarbeiten wie du es für dich verarbeitet hast.


    In der ständigen "Sexualisierung" (ein negativer Begriff) sehe ich kein ursächliches Problem. Rein objektiv ist nichts dagegen einzuwenden, dass er nach 3 Jahren viel Lust auf dich hat und du ihm erregende Gedanken verschaffst. Das Problem ist eher in der Kommunikation. Würde er es nicht so ständig betonen, könnte er doch immer noch die Gedanken haben und dich würde es nicht die Bohne stören. Ich glaube sogar, dass dich es nicht einmal stören würde, wenn er regelmäßig fallen lassen würde, was du für eine erregende Wirkung in ihm auslöst - dich stört, dass es in der täglichen Kommunikation ausschließlich um diese Form der Zuneigung geht. Wäre da eine Balance, dass er ebenso intensiv andere Eigenschaften an dir loben würde, wäre es für dich sicher in Ordnung.


    Männer sind nicht gerade die geborenen Kommunikationsstrategen, das weiß ich aus leidvoller eigener Erfahrung. Das müssen beide lernen, damit umzugehen - daher fragte ich auch nach eurem Alter. Dieses klassische Kommunikationsproblem zwischen Männern und Frauen ist nicht einfach ein Klischee, es existiert sehr oft. Ich musste da auch lang mit meiner Frau Gedanken tauschen, bis wir zwischen gesagten Worten und der Absicht dahinter differenzieren konnten bzw. unsere Kommunikation so auslegen konnten, dass wir uns "blind" verstehen (OK, nach 30 Jahren kann man das besser als nach 3 Jahren). Es gibt heute noch Dinge, die ich schriftlich viel besser formulieren kann als mündlich. Ich schreibe auf Med1 ja auch lange Texte, bin im wahren Leben aber nicht der eloquente Dialogpartner in allen Lebenslagen. Das scheint bei deinem Freund auch der Fall zu sein.


    Überwindet eure Unsicherheit und vermittel ihm, was er besser machen kann/soll/muss, aber nicht in der Form, dass du verlangst und er liefern muss. Verweise auch auf die positiven Dinge, z.B. seine tollen Briefe, und erkläre ihm, dass dir das im Alltag fehlt. Damit wird er sich viel schwerer tun und er wird das nicht von heute auf Morgen können. Aber vor allem vermittel ihm nicht das Gefühl, dass du keine Assoziationen zur Sexualität mehr wünschst. Das könnte ihn dermaßen unsicher im Umgang mit dir machen, dass eure Sexualität darunter leiden wird. Versuche ihn lieber, zu einer Balance zu bewegen. Und ... naja ... die sexuellen Themen wenigstens etwas niveauvoller auszuschmücken als immer nur von einer engen Hose zu sprechen. ;-)

    Zitat

    es scheint ein Phänomen in Bezieungen mit Männern zu sein...

    Sehr interessante Info, denn mein erster Gedanke beim Lesen deines Textes war, dass dein Freund eine sexfixierte Nervensäge ist. Wenn sein Verhalten tatsächlich deiner Beschreibung entspricht, sehe ich das noch immer so und, nein, das ist kein "Männer-Ding". Ich behaupte mal frech, dass die Mehrheit der Männer nicht 24/7 ausschließlich an Sex denken und über Sex reden wollen, sondern auch ganz gerne andere Aspekte und Themen zulassen.


    Dass du das aber bereits in mehreren Beziehungen so erlebt hast, wundert mich sehr. Ich könnte mir also vorstellen, dass auf die Fixierung des Freundes wirklich eine erhöhte Sensibilität und Empfindlichkeit deinerseits trifft.


    Da frage ich mich im Sinne von Henne und Ei, woher die kommt? Hat sich das im Laufe der Zeit und durch deine von dir übergriffig empfundenen Beziehungen so entwickelt, dass dich alles Sexuelle (auch verbale Anspielungen usw) nur noch nervt oder sogar anwidert? Oder war das immer etwas, womit du nicht gut umgehen konntest und dir nicht gefallen hat?


    Grundsätzlich verstehe ich total, dass es dir zu viel ist und du dich auf die sexuelle Ebene reduziert fühlst. Anderseits wundere ich mich, dass es in einer dreijährigen Beziehung wirklich so kommen kann ohne es zu thematisieren und zu bearbeiten und damit meine ich beide Seiten.


    Du schreibst hier von deinem Freund fast wie von einem Tier:

    Zitat

    ein permanenter "Druck" herrscht

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    vielmehr einem rohen Bedürfnis gleicht

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    einen sexgeilen Teenager zu sehen, jemanden der von seinem Trieb beherrscht wird

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    überrumpelt von seinem Trieb

    Wieso hast du nicht schon viel früher in der Situation reagiert? So in Richtung: "Schatz, muss es immer nur um Sex gehen? Sogar wenn ich dir ein stinknormales, nettes Foto schicke? Es nervt." oder "Kann ich mit dir gar nicht mehr reden, ohne sexuelle Kommentare?".


    Und wie kann dein Freund nicht merken, dass du dich so unwohl damit fühlst und dir das alles schon lange zu viel ist (und schon in anderen Beziehungen zu viel war)?

    Also als Mann kann ich Dir sagen, soweit, joa das stimmt schon, ein Mann empfindet es als regelrechtes Bedürfnis, Sex zu haben, er will was los werden und das kitzelt süß, wenn deer Hafer pikst. ABER (!) ein Mann kann sich auch benehmen und das nicht raushängen lassen. Er ist in gewisser Weise unanständig, Bedürfnis hin oder her, das gehört sich einfach nicht, das ist "proll" und das solltest Du Dir auch nicht bieten lassen! Das hat nichts mit Gefühle verbieten wollen zu tun, es ist eine Frage des Respekts! Er will nun mit dem Kopp durch die Wand, iss nich! Wenn er Dich wirklich lieb hat, wird er auf Dich eingehen, wenn nicht ... ich würd son Typen vor die Tür setzen.


    Vom Trieb beherrscht werden, es ist durchaus so, so "funktionieren" Männer aber "wir" sind ja nu nich rülpsend und furzend bei de Tiere im Wald! Man(n) kann sich benehmen und mit Messer und Gabel essen! Die pralle Hose hat nix im geringsten mit Liebe zu tun!! Das will er Dir gerne glauben machen, er braucht seine "Matratze" , bei Schwulen ist das ja noch ok bzw. gerade zu erwünscht, bei einer Frau aber ... die "tickt" anders. Da kann er so was nich ernsthaft bringen!

    MilaKao, ich würde das nicht werten. Er ist eben anders als du. Ich mache meiner Frau auch Komplimente, dass sie für mich begehrenswert ist, ich sie sexy finde. Ich mag mit niemanden anders über Sex reden.


    Vllt liegt es daran, dass euch sonst nicht so viel verbindet. Du musst entscheiden, ob du mit ihm zusammenbleiben willst.

    Männer. Wenn der Mann in dieser Richtung, also hin zum Sex und Begehren, nix mehr sagen würde, oder lediglich nur noch eher selten, dann wäre das Geplärr sicherlich wieder groß. 'Der ungehobelte Klotz übersieht mich!'.


    Sicherlich ist ein überzogenes sexuelles Bild gegenüber dem Partner nervig. Aber so etwas kann Frau doch aus der Welt schaffen. Es gibt auch die Möglichkeit, sich von solchen Sex-Klötzen zu trennen. Das wäre eventuell für beide Seiten ein Gewinn.