Zum einen:


    Testosteron ist ein Arschloch, und das können Menschen die es nicht kennen kaum nachvollziehen. Frauen wird es eher zugestanden während PMS oder der Schwangerschaft hormonbedingt nicht alle Latten am Zaun zu haben, aber Männer haben sich doch bitte zu beherrschen. Natürlich sind die Grade unterschiedlich, manche Frau kennt kein PMS, und mancher Mann hat mit 20 schon keine auffällige Libido mehr - aber wenn das nicht zutrifft, hat man es wirklich nicht allzu leicht.


    Ich habe mich erst mit Anfang-Mitte 30 "beherrschen" können - und das war keine Gedankenleistung, ich bin auch nicht reifer oder kontrollierter geworden, mein Körper hörte einfach langsam auf mich mit Stoffen vollzupumpen, die mich - einen eher rationalen, sehr auf Kontrolle bedachten Typen - in einen fremdgesteuerten sabbernden Idioten verwandelt haben, sobald ich ein hübsches Paar Titten gesehen habe. Und mich in der Zwischenzeit über solche haben fantasieren lassen. Quasi permanent geil, nur zum Teil personenbezogen, und mit einer Intensität, die jemand empfindet der drei Tage nichts gegessen hat und dem man einen Teller mit einem saftigen Braten vor die Nase hält.


    Ich habe wahrscheinlich 1000 dumme und teils folgenschwere Entscheidungen in meinem Leben nur deswegen getroffen. Und ich finde es unglaublich befreiend, jetzt einfach nur Lust haben zu können, wenn eine bestimmte Frau es darauf anlegt, und ansonsten nur an Sex zu denken, wenn ich das gerade halt mal will. Das ist echt toll, der Hammer.


    Also kurzum: Ich kann halbwegs verstehen, warum er sich völlig bescheuert verhält ;-D


    Und zum anderen:


    Man kann nicht alles mit Trieben entschuldigen, Eingriffsmöglichkeiten gibt es immer. Du hast da leider den "Fehler" gemacht (eigentlich nicht, war ja Unwissenheit), ihm nicht von Anfang an auf deutliche Weise klarzumachen dass dich das stört, und was dich genau stört. Ich meine wirklich deutlich, etwas, das er nicht weglächeln kann.


    Wie auch immer, dann eben jetzt, dann ist er jetzt eben pampig und verunsichert und aus allen Wolken gefallen, er wird darüber hinwegkommen. Aber er muss lernen, wenn er schon seine Gedanken und seinen Körper nicht immer im Griff haben kann, dann wenigstens sein Mundwerk. Das geht, das ist machbar, das ist jetzt sein Job, und das muss er einsehen.


    Ich wünsch dir produktive Gespräche mit ihm.

    Zitat

    Na, wenn für dich Mann-Sein bedeutet, in einer Frau nur eines zu sehen und zwar einen guten F..., ist jede weitere Diskussion eh sinnlos.

    Wo steht das denn? Das steht nirgendwo im gesamten Faden. Hier geht es um die Gefühle der TE und deren Thema und sonst nix.


    Persönliche Animositäten und Titanenkämpfe helfen hier nicht weiter. Also beruhig dich wieder.


    Ich kann der TE nur raten, mal selbst in sich zu gehen und die Beziehung ihrer selbst Willen zu überprüfen.

    Kommt darauf an, woraus der Freund seine Gefühle bezieht. Sex und Dopamin sind ein Paar. Wenn man durchs Leben geht und man es kennen lernt, dann wird man an verschiedenen Dingen Interesse haben oder an wenigen. Und wenn es wenige, bisher bekannte Sachen im Leben gibt, die das nötige Dopamin liefern, dann ist man darauf fixiert. Der Mensch lebt nach dem Belohnungssystem. Das unterscheidet ihn nicht von einer Fruchtfliege, auch nicht in Sachen Sex, wenn man im Leben nicht noch andere Interessen entwickelt. Das ist dann ein sehr eingeschränkter Rahmen, das ist verständlich. Aber genauso wie Hungern zu einem Dopamin-Ausstoss und einer Macht über den Körper führen kann, so das man überall Kalorien, Essen ect. sieht, so kann man beim Sex überall nur unter der Gürtellinie denken. Das gewöhnt man sich selbst so an und die Hormone tun dann entsprechend den Rest dazu. Man kann Hormonen nicht unbedingt die Schuld geben, denn es gehört auch Vererbung dazu, was wiederum eine Konditionierung sein kann, als auch das eigene Denken. Testosteron ist ein Antriebmittel, ein Triebmittel, dass man aber in allen Lebensbereichen braucht, nicht nur für die Libido. Zum Muskelaufbau, für Sport und andere kreative Prozesse braucht man es.


    Früher ist man auch der Meinung gewesen, dass Männer und Frauen die Gehirnhälften unterschiedlich benutzen. Das ist inzwischen wiederlegt worden. Es sind schlichtweg gesellschaftliche Angewohnheiten, die einen in etwas hineinpressen, die sich dann so äußern. Es gibt auch Männer, und ich habe einige kennengelernt, bevor das mit den Hirnhälften noch so unterschiedlich gesehen worden ist, die ähnlich wie eine Frau denken. Auch Männer sind keine Opfer, auch nicht in der Sexualität. Natürlich sind die Gefühle beim Sex schön und natürlich kann man mit entsprechend mit allem stimmulieren, weil einem dies wichtig ist. Wenn man im Leben sonst nichts Besseres bisher gefunden hat, ist das eine Möglichkeit, die so manch einer benutzt. Bewusst ist man sich dessen meist nicht. Gefühle absprechen kann man demjenigen auch nicht, denn seine Gefühle spiegeln sein Leben wieder und der Verstand gibt wieder, was darinnen so liegt. Sex ist für deinen Freund, eines der wichtigsten Dinge im Leben und er verbindet diesen mit dir. Das er immer wieder auf dieses Thema kommt, ist nur normal und naja, man kann sich fragen, wo denn das andere Schöne liegen soll für ihn. Selbst Musik machen, wäre etwas, selbst etwas anderes Kreatives machen ect. Kreativität fördert Dopamin. Man kann auch kreativ sein, indem man andere Facetten im Menschen kennenlernen will und dann ändert sich auch der eigene Blickwinkel.


    Damit dein Freund anders fühlen und denken kann, dafür müssten ihm andere Sachen im Leben aber wichtig sein oder er müsste die Erfahrung machen, dass man mit Sex nicht alles abgleichen kann. Ob das irgendwann eintritt, das ist die andere Frage. Wenn man darauf wartet, kann es lange dauern. Ändert man etwas bewusst, dann ändert sich auch die eigene Wahrnehmung. Dann ist Sex ein Teil von mehreren Seiten.


    Es gibt aber Menschen, die denken tatsächlich nur sexuell: Mund - Oralsex, Brüste - Sex, Hintern - Sex, Kleidung - Sex, Leben - Sex. Kann man machen. Aber da Sex auch eine nehmende Komponente hat, fühlen sich andere, wenn sie darauf reduziert werden, einfach nur billig und als Sachgegenstand. Und oftmals wird Sex auch so gehandhabt. Alles andere, was man als Erklärung heranziehen könnte, würde spirituell werden und da ist auch noch vieles im Argen und Sex ist da eher ein Stiefkind, ohne gescheite Erklärung, bis auf seltene Ausnahmen/Erfahrungsberichte.

    Caramala 3

    Zitat

    Früher ist man auch der Meinung gewesen, dass Männer und Frauen die Gehirnhälften unterschiedlich benutzen. Das ist inzwischen wiederlegt worden. Es sind schlichtweg gesellschaftliche Angewohnheiten, die einen in etwas hineinpressen, die sich dann so äußern.

    Hat zwar nichts Gehirnhälften zu tun, aber weil ich es gerade gelesen habe:


    https://www.sciencedaily.com/releases/2017/08/170807120521.htm


    Persönlich glaube ich, die Biologisten und Genderisten sollten sich mal in der Mitte treffen. Wir sind Summe unserer Gene und unserer Sozialisierung, und wenn ich raten müsste, dann etwa 50/50.

    Danke für die Info that's the way ist ist. Werde ich lesen.


    Ich habe das aus dieser Studie:


    https://www.swr.de/swr2/wissen/maenner-gehirn-frauen-gehirn-ein-mythos-wird-widerlegt/-/id=661224/did=16582802/nid=661224/639yc7/index.html


    Ich denke auch 50/50 und vielleicht noch eine unbekannte Konstante, die noch nicht bekannt ist.

    Was hab ich denn da geschrieben. Soll natürlich heißen: Ich denke auch 50/50 und vielleicht noch eine unbekannte Konstante.


    Ich bin auf dem Sprung für weg. Dann soll man es einfach lassen. ;-D

    Zitat

    und trotzdem kann ich mir nicht helfen, dass es mich irgendwo verletzt und ich mich sexualisiert fühle, sogar schon fast genervt.

    Ich: "Du, ich sehe dich immer wieder als Sexobjekt" ... Antwort meiner Frau: "Oh schön".

    Zitat

    Welche Frau wünscht sich denn, das Gefühl zu haben, sie sei nur für Sex gut? (In einer Beziehung...)

    Oft hat das viel weniger mit dem Partner als vielmehr mit der Frau zu tun, die überwiegend nur die sexuelle Seite wahrnimmt und diese auch noch als unangenehm empfindet, weil es häufiger Erwähnung beim Partner findet.


    Ich halte es für ziemlich unwahrscheinlich, dass ein Mann mit einer Frau längere Zeit zusammen ist, die ausschließlich für den Sex gut ist.

    Zitat

    Damit dein Freund anders fühlen und denken kann, dafür müssten ihm andere Sachen im Leben aber wichtig sein oder er müsste die Erfahrung machen, dass man mit Sex nicht alles abgleichen kann.

    Aber: Andere Interessen müssen noch längst nicht das Interesse am Sex reduzieren.

    Zitat

    Aber da Sex auch eine nehmende Komponente hat, fühlen sich andere, wenn sie darauf reduziert werden, einfach nur billig und als Sachgegenstand.

    Ob Frau wirklich auf das Sexuelle "reduziert" wird (oder das nur so sieht), liegt meines Erachtens stark im Blickwinkel der Frau und nicht unbedingt am Mann.

    Zitat

    Ob Frau wirklich auf das Sexuelle "reduziert" wird (oder das nur so sieht), liegt meines Erachtens stark im Blickwinkel der Frau und nicht unbedingt am Mann.

    Das liegt am Sender und am Empfänger. Manchen Männern liegt es halt, das so rüberzubringen, dass es bei der (konkreten) Frau positiv ankommt, anderen liegt das überhaupt nicht.


    Das finde ich einen super Beitrag zu diesem Thema:

    Bin ich froh ein MGTOW zu sein. Dieser Beitrag zeigt mal wieder, dass Männer und Frauen absolut nicht zusammen passen.


    Ein kleiner Hinweis: bei Männer herrscht nicht "andauernd Druck" auch wenn das in deinem Frauenratgeber so steht.


    Der einzige "Fehler" deines Freundes ist der, dass er monogam ist. Wäre er polygam, würdest du dich jedesmal einen Ast abfreuen wenn er dir so etwas sexuelles schreibt aber so hast du natürlich das Gefühl, dass du ihn bereits im Sack hast. Und Frauen die glauben Männer an der Leine zu haben verlieren in den allermeisten Fälle das Interesse an Sex (jedenfalls mit dem aktuellen Partner).


    Also mein Tipp für dich: Öffne die Beziehung und lass ihn auch ein paar andere Frauen beglücken.

    Zitat

    Manchen Männern liegt es halt, das so rüberzubringen, dass es bei der (konkreten) Frau positiv ankommt, anderen liegt das überhaupt nicht.

    Manche Männer kennen ihre Frau und wissen, wie sie "empfängt", und achten beim Senden darauf. Da besteht die Gefahr, dass Mann die Frau auch manipulieren kann- er stellt sich u.U. anders dar als er denkt.


    Manche Männer kennen ihre Frau nicht richtig und wissen nicht, wie das Gesagte bei der Frau ankommt. Da kann Frau was dafür tun, damit er sie besser kennenlernt- vermutlich fehlen da ein paar offene und ehrliche Worte von der geheimnisvollen Frau.


    Manche Männer kennen ihre Frau und wissen, wie sie empfängt, achten aber beim Senden nicht darauf- das kann Frau nun als spröde oder als offen und ehrlich betrachten.

    Zitat

    Manche Männer kennen ihre Frau und wissen, wie sie empfängt, achten aber beim Senden nicht darauf- das kann Frau nun als spröde oder als offen und ehrlich betrachten.

    Oder auch als Arschig. Wenn mein Partner weiß das mich bestimmte Äußerungen verletzen und das einfach mal ignoriert, dann ist er nicht spröde oder offen und ehrlich, sondern in den allermeisten Fällen rücksichtslos und egoistisch.