Ich möchte ein kurzes Update dalassen.


    Einige Tage war mein Mann gereizt, sauer und traurig, verzweifelt abwechselnd. Wir haben viel hin und herüberlegt, sind aber auf keinen gemeinsamen Nenner gekommen.


    Nun seit Freitag ist er ganz anders. Sehr ruhig, "vernünftig" und freundlich. Ich war 2 Stunden mit einer Arbeitskollegin was trinken, sogar hingefahren und abgeholt hat er mich. Hat danach gesagt, er wär zwar sehr froh wenn ich mir nicht gleich einen Neuen suchen würde, aber dass er mir im Grunde nichts mehr vorzuschreiben hat (ein "oder?" hat er noch dazugefügt, hab gesagt doch, das wär unangemessen von mir und dass ich sowas nicht im Sinn habe).


    Der Plan ist jetzt, (auch nach einem Gespräch mit meinem Vater) dass wir unser Haus verkaufen, Hälfte/Hälfte machen und mein Vater bürgt für mich bei der Bank bzw. gibt mir den Rest leihweise (Mietkauf), sodass ich alleine bauen und mit den Kindern wohnen kann. Einliegerwohnung möchte mein Mann nicht, selbst wenn ich da reingegangen wäre und er mit den Kindern im Haus gewesen wäre.


    Die Ruhe ist unwirklich. Ich traue dem Frieden noch nicht, aber ich hoffe das beste und dass alles so hinhaut wie gedacht.


    Einen Neuen möchte ich wirklich noch ganz lange nicht. Ich möchte mich zuerst besser kennenlernen.


    Ich glaube, ich stecke tatsächlich noch in irgendwelchen Mustern fest.


    Bin im Geiste alle Beziehungen durchgegangen (und habe mich gefragt, woher die seit 4 Jahren andauernde Sehnsucht zu diesem Kumpel herrührt) und hab festgestellt, immer dann, wenn ich besonders viel für denjenigen empfunden habe, musste ich um denjenigen auf irgendeine Art und Weise "kämpfen".


    Auch um meinen Mann musste ich das anfangs. Ich erklärte ihm damals auch, er sei die "perfekte Mischung". Irgendwann war er das wohl nicht mehr.


    Ich werde ihm diese Erkenntnis auch noch sagen. Daraus resultiert nämlich auch für mich die Hoffnung, dass die Gefühle wiederkehren, wenn er nicht mehr "selbstverständlich" ist.


    Wenn das nicht so ist, weiß ich auch nicht mehr weiter. Und wenn dem so ist, stellt sich die Frage: wie durchbricht man das Muster oder wie erhält man(n) das aufrecht, ohne eine ungesunde Beziehung einzugehen?

    Zitat

    Ich werde ihm diese Erkenntnis auch noch sagen. Daraus resultiert nämlich auch für mich die Hoffnung, dass die Gefühle wiederkehren, wenn er nicht mehr "selbstverständlich" ist.

    Ich glaube dafür muss da be ihm noch mehr kommen, denn um ihn kämpfen hättest du ja immernoch gekonnt, gegen seine Mutter.

    Zitat

    Wenn das nicht so ist, weiß ich auch nicht mehr weiter. Und wenn dem so ist, stellt sich die Frage: wie durchbricht man das Muster oder wie erhält man(n) das aufrecht, ohne eine ungesunde Beziehung einzugehen?

    Aufrecht halten ohne wieder im selben Ausgang zu landen geht nicht. Manchmal verliebt man sich aber durch eigene Veränderungen so sehr das man sich von alleine in andere Typen verliebt. Das ist natürlich alles nicht ganz einfach weil man beziehung ganz neu lernen muss wenn man so ein defizitäres Vorbild hat wie du, aber das ist auch total spannend.

    Der "Kampf" gegen seine Mutter bzw. generell gegen seine Eltern war eigentlich auch nur ein Verhaltensmuster.


    Ja sie haben sich in vieles zu sehr eingemischt (Familienplanung), aber größtenteils waren/sind sie einfach auch sehr fürsorglich und wahnsinnig hilfsbereit - mittlerweile sind sie sowas wie Ersatzeltern für mich und sie sind immer zur Stelle, wenn ich sie brauche.


    Ich habe mir das so erklärt, dass ich von meiner Familie, vor allem von meiner Mutter nur gewohnt war, im Stich gelassen und verletzt zu werden. Plötzlich solche (Schwieger-)Eltern zu haben, hat mich verwirrt, ich traute ihnen nicht und hab regelrecht nach Verrat und Falschheit in ihrem Verhalten gesucht und sie abblitzen lassen.


    Jetzt hingegen kann ich Hilfe annehmen und genieße das. Auch in der Partnerschaft habe ich dann zulassen können, dass er mir Gutes tut, ohne Angst zu haben, dass gleich die Retourkutsche kommt oder dass Gegenleistung erwartet wird - auch wenn ich versucht habe, zurückzugeben, was mich aber immer mehr Überwindung gekostet hat und mir immer weniger gelungen ist (egal was ich tat, er zweifelte an meiner Liebe und wollte mehr, war auch lange das größte Diskussionsthema zwischen uns; hab mir z.B. seinen Namen tattoowieren lassen, den ich mir mittlerweile teuer und schmerzhaft wieder weglasern lasse).


    Ja ich hab mich stark verändert. Vielleicht passen wir einfach nicht mehr zusammen...


    "Beziehung neu lernen".


    Ich hatte bisher nur zwei richtige Beziehungen. Mit 14-17 Jahren mit dem Vater meines 1. Kindes und ca. seit ich 19 bin mit meinem Mann.


    Da wartet noch was auf mich, aber ich werde mir Zeit lassen.


    Jetzt bin erstmal ich dran.


    Ich freue mich schon auf ein altrosa gestrichenes, kitschiges Schlafzimmer mit Fernseher (wollte mein Mann nicht) und einen groooßen Kleiderschrank für mich allein.


    Und vielleicht mal einen Videoabend mit paar Freunden.


    Mehr will ich momentan gar nicht.

    Ich schäme mich, aber nun ist schon wieder fast ein Jahr vergangen und es ist fast nichts passiert. :°(


    Es ist auch meinem Vater geschuldet, dass mit dem Bauen nichts voran ging. Er hat es vorgezogen, das Grundstück in der Nähe an Fremde teuer zu verkaufen... So blieb nur noch die andere Möglichkeit, der komplette Neuanfang für uns alle (60 km entfernt).


    ??Vielleicht hat er es auch extra so gemacht, weil er möchte, dass wir neben ihm wohnen. Ich finde es eh nicht schlimm, da es meine 1. Wahl war.??


    Damit unsre Jüngste die Grundschule hier noch fertig machen kann und da der Umbau eh nicht eher fertig wird, ziehen wir im Sommer 2017 um und bieten demnächst nun endlich unser Haus zum Verkauf an, nachdem wir die gröbsten Renovierungsarbeiten endlich mal zu Ende gebracht haben.


    Mein Mann und ich hatten vor einem dreiviertel Jahr das letzte Mal Sex und seit 2 Monaten schlafen wir entgültig nicht mehr im selben Bett/Raum. Küsse gibt es auch nicht mehr. Wenn wir uns umarmen, will ich ganz schnell fliehen. Streiten tun wir uns noch immer nicht, die Stimmung ist freundschaftlich, wenn auch angespannt.


    Ich sage ihm offen und ehrlich, dass ich keine Chance auf Partnerschaft sehe, dass keine Gefühle da sind, die für eine Partnerschaft reichen.


    Der Umbau sieht sogar vor, dass man das Haus notfalls in zwei Wohnungen teilen könnte. Jedesmal wenn es um solche Details geht reagiert mein Mann wie ein bockiges Kind. Er will das nicht, er erträgt das nicht und er würde dann ganz woanders hinziehen, wenn ich mich entgültig trenne.


    Jetzt bin ich wieder gewaltig in der Zwickmühle.


    Ich möchte ihn weiterhin in unserem Leben haben.


    Ich möchte den Kindern den Vater nicht nehmen und umgekehrt. Grad jetzt, wo sie dann eh komplett aus ihrer gewohnten Umgebung rausgerissen werden.


    Und so egoistisch es sein mag - auch ich hab ihn gerne und am liebsten wärs mir, er zieht gleich mit neuer Freundin ein, aber darauf kann ich lange warten.


    Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll...


    Solange ich quasi "treu" bin, ein Leben wie eine Nonne führe, sind anscheinend alle glücklich. Außer ich halt.


    Ich hab nicht vor, mir eine neue Beziehung oder ne Bettgeschichte zu suchen, aber ganz ehrlich: ich schäme mich für meine Art, eine Ehe zu führen, ich stehe nicht mehr dahinter, ich fühle mich wie ein Single und fände es ehrlicher und aufrichtiger, künftigen Freunden mit diesem Status zu begegnen.


    ??Ja und ganz ehrlich, mal flirten und Marktwert testen täte dem Selbstbewusstsein sicher auch nicht schlecht...??


    Ich möchte mir ja, wenn wir umgezogen sind, einen Freundeskreis aufbauen und bei dem Gedanken, meinen Mann, als meinen Mann vorzustellen, da graust es mir, so leid mir das tut!


    Er ist mein bester Freund und Vater meiner Kinder, aber mein Mann ist er halt nur noch auf dem Papier...ist das verständlich?


    Und warum steckt er einfach den Kopf in den Sand und tut gar nichts?


    Und wie krieg ich ihn dazu, dass er mich nicht mehr liebt?

    bau doch bitte nicht mit ihm zusammen was neues! trenn dich doch endlich! die kinder werden es verkraften, auch wenn du mit ihnen woanders hinziehst. solange sie ihren vater regelmäßig sehen können. das erleben viele kinder und die meisten kommen damit klar. wozu willst du dein eigenes leben an dir vorbeiziehen lassen und vergeuden? es ist doch nur noch eine quälerei für dich. das kann für die kinder auch nicht gut sein.

    Zitat

    Mein Mann und ich hatten vor einem dreiviertel Jahr das letzte Mal Sex und seit 2 Monaten schlafen wir entgültig nicht mehr im selben Bett/Raum. Küsse gibt es auch nicht mehr. Wenn wir uns umarmen, will ich ganz schnell fliehen. Streiten tun wir uns noch immer nicht, die Stimmung ist freundschaftlich, wenn auch angespannt.

    Hier bahnt sich eine weiter unglückliche Langzeit WG an. Dieses "freundschafliche Zusammenleben" ist in Wahrheit ein "resignieren" - eine Aufgeben - ein "Schein des Glücks wahren", damit andere nicht kritisieren oder man selbst Konsequenzen tragen muss.


    Ich kenne dass ähnlich. Ich weiß deshalb, dass, solange du nichts änderst, die Situation so bleiben wird. Nein, es wird sogar schlimmer. Ihr werdet euch noch mehr entfremden. Bis du dann anfängst nur noch Ekel und Abneigung zu spüren.

    enrietta, mein Vater weiß ein wenig Bescheid und das bestehende Gebäude neben ihm, das momentan für uns um- bzw. ausgebaut wird, wird nur auf mich laufen.


    Wir können unser Haus hoffentlich so gut verkaufen, dass selbst wenn wir 50/50 machen ich mir das neue Haus ganz alleine leisten kann.


    Es ist also nichts gemeinsames mehr, genau genommen ist es sogar eine trennungsvorbereitende Maßnahme.


    Bis das alles über die Bühne ist, muss ich einfach den

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    Schein des Glücks wahren

    und die Füße still halten.


    Ich wünschte nur, es gäbe einen Weg, ihm/uns das ganze leichter zu machen...


    Er überlässt ja auch wie immer alle Entscheidungen mir. An mir ganz allein hängt alles.


    Ich liebe ihn nicht mehr, also mache ich ihn unglücklich und er wird immer depressiver. Folglich ist wegen mir das Familienleben immer unharmonischer.


    Trenne ich mich, wird er nicht in unserer Nähe wohnen wollen und die Kinder sehen ihn seltener. Wegen mir.


    Ich mache alle unglücklich.


    Ich weiß, dass das Manipulation ist.


    Der Vorschlag, zu einer Paartherapie zu gehen, wurde übrigens seinerseits abgelehnt.

    Zitat

    Folglich ist wegen mir das Familienleben immer unharmonischer.

    Das stimmt so nicht. Laß dir das von niemanden einreden. Auch nicht von dir selbst.


    Wenn eine Beziehung so ist, dann haben Beide Seiten einen gewissen Anteil (bewusst oder unbewusst). Aber einer alleine hat nicht "Schuld" (komisches Wort für so was)

    Clondyke, auch wenn das natürlich eine traurige Tatsache ist, aber mich beruhigt das ein bisschen...nicht allein damit zu sein.


    Es geht nun schon so lange und manchmal frage ich mich, ob ich meine/unsere "Jugend" damit verschwendet habe, ob ich wertvolle Lebenszeit vergeudet habe und jeden weiteren Tag vergeude.


    Dann muss ich ehrlich sagen, nein. Ich habe kein Arschloch geheiratet, keinen Schläger oder Betrüger, dann wärs was anderes. Wir haben uns ganz schön was aufgebaut zusammen und auch psychisch wär ich nicht da, wo ich jetzt bin. Ich hab gelernt, alleun klarzukommen. Trotzdem ist er mein bester Freund und ich wünschte, ich könnte ihn als Partner lieben und ihm körperlich nah sein, aber es geht leider nicht; die Gefühle kann ich mir auch nicht hertherapieren.


    Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht mehr, ralflinden. Naja ich versuchs zumindest. Ich hab an mir gearbeitet und ich hätte mir gewünscht und habe lange genug darauf gewartet (und auch kommuniziert), dass er an unserer Beziehung und an sich arbeitet. Es kommt einfach gar nichts. Vor einem Jahr waren wir anlässlich unseres Jubiläums essen und da hat er mir einen Brief geschrieben, dass er mich immer lieben wird. Ist süß, aber das wars dann auch schon.

    Ich stand so ziemlich vor dem selben Problem. Ich hatte ein Burnout, die Symptome von einem Burnout und einer Depression sind zum verwechseln ähnlich, nur das bei einem Burnout zu dem noch die "Lust" schwindet. Vielleicht solltest du das mal mit deinem Hausarzt/ Therapeuten klären. Mir hat es geholfen.

    Danke für den Input isabeau, aber das Problem mit der Depression/Burnout/wie auch immer man es nennen mag, besteht nicht mehr.


    Ich habe diesen Faden 2010 eröffnet und in der Zwischenzeit eine bzw. zwei Therapien gemacht.


    Ich habe Lust, nur leider nicht auf meinen Mann...

    Zitat

    da hat er mir einen Brief geschrieben, dass er mich immer lieben wird. Ist süß, aber das wars dann auch schon.

    OK - das ist hart :-( Wenn auf so was, was deinem Mann bestimmt viel "Überwindung" gekostet hat nur ein "ist ja süß" abringt. Das finde ich dann auch sehr bedenklich.