Danke für eure vielen Antworten!


    Ja ich bin mir unsicher, ob es vielleicht doch nur an mir liegt.


    Ich hatte eine bescheidene Kindheit aufgrund der Trennung meiner Eltern. Habe von 10-15 nur gesoffen, Drogen ausprobiert, geritzt, mich in Affären gestürzt etc.


    Bis ich schwanger wurde (mit 15), von meinem damaligen Freund. Obwohl wir uns trennten, ging es von da an bergauf, hab aufgehört mich selbst kaputt zu machen, ich sah Sinn in meinem Leben. Dann lernte ich meinen Mann kennen, wir wollten noch ein gemeinsames Kind, das ich bekam, wir heirateten, bauten uns ein gemeinsames Leben auf. Traumhaft, sollte man meinen.


    Dann hatte ich mir noch ein weiteres Kind mit ihm gewünscht, er wollte aber nicht mehr. Das hat mich wohl verletzt, zumal auch seine Mutter wollte, dass er sich sterilisieren lässt. Mittlerweile ist mir das total egal, denn eigentlich hatten sie ja alle recht: 2 Kinder reichen vollkommen und ich möchte mich auch liebend gern beruflich weiterentwickeln, was sich leider etwas schwieriger gestaltet. Aber das löse ich schon irgendwie. Bis jetzt habe ich alles allein hinbekommen (meine Eltern haben mir zwar keine Liebe, dafür aber finanzielle Sicherheit hinterlassen).


    Jetzt stürzt irgendwie alles ein. Ich bin so traurig, so leer.


    Wenn früher irgendwas nicht gepasst hat, hat man sich halt getrennt, etwas neues gesucht - ich hab nie gelernt an einer Beziehung zu arbeiten. Ich bin so verbissen in der Vorstellung, jemanden neues kennenzulernen - ja auch vielleicht um die Vorzüge meines Mannes wieder vor Augen geführt zu bekommen. Es muss ja keine Affäre sein.


    Und ja, ich müsste eine Therapie machen, aber ich krieg das nicht gebacken.


    Kann man seine Kinder eigentlich bei einer stationären Therapie mitnehmen? Oder wie funktioniert das mit Mutter-Kind-Kuren? An welche Stellen muss man sich wenden?

    Zwischen Therapie und Mutter Kind Kuren gibt es grosse Unterschiede.


    Im Internet gibt es viele Adressen und Antworten fuer deine Fragen ,wenn du googelst.


    Und wenn bei med1 jemand schreibt ...ich habe eine feste Beziehung und suche eine Affaire wird derjenige erfahrungsgemaess von einigen Leuten hier zerrissen,von daher lieber.... :-X

    Das hört sich aber wirklich nicht gut an, da solltest du dir wirklich erstmal Hilfe holen. Mach doch mal einen Termin bei einem Psychiater aus und der kann dir sicher dann auch sagen, an welche Stellen du dich da wenden musst, um zu fragen, wie das dann mit Kinderbetreuung ist, falls du eine Kur oder Therapie machst.

    @ blackswan

    Hallo Black Swan,


    ist "87" dein Geburtsjahr, bist du also erst 23 Jahre alt? Dann hast du vermutlich nie längere Zeit "mit dir alleine gelebt", oder? Du hast Angst vor dir und deiner Labilität? Angst vor den Depressionen und Angst davor, selber damit fertig werden zu müssen? Angst vor den großen Unbekannten in dir?


    Das würde erklären, warum du dich nach einer neuen Liebe sehnst. Denn eine neue Liebe mit der wunderbaren Verliebtheitsphase zu Beginn lässt einen all diese Sorgen vergessen. Man muss sich nicht mehr selber spüren. Man bekommt gesagt, wie wunderbar man ist, man bekommt all das, was man selber nicht hat, gratis von außen. Aber eben nur eine ziemlich kurze Zeit. Dann will alles wieder ins Bewusstsein, was man verdrängt hat.


    Man kann sich dann auch noch weiterhin betäuben: mit einer Verlobungsfeier, mit einer Hochzeit, mit Schwangerschaft und Geburt und dann schließlich mit dem Bau oder Kauf eines Hauses. Das alles sind Klassiker, millionenfach bewährt. Wenn man aber sich selber mit all seinen Schwächen nicht wirklich mag, hilft das nur extrem kurz, wie alle anderen Betäubungsmittel auch. Und nach dem haus kommt dann eigentlich nichts mehr. Darum trennen sich so unglaublich viele in den dicksten Schulden. Sie hatten sich betäubt und nun bleibt nur noch der schlimme Kater.


    Partner, die an der Seite solcher armen Menschen leben, sind selber auch arme Menschen. Denn sie können die Defizite nicht füllen, sie wissen nicht, WAS der Partnerin, dem Partner denn nun wirklich fehlt. Und diese wissen es ja meist selber nicht. Und zwei arme machen sich nicht reich, eine solche Armut multipliziert sich sogar.


    So also könnte es bei dir aussehen. Das ist ziemlich schnell spekuliert von mir, und solche Spekulationen sind wegen der Möglichkeit der Suggestion auch nicht ungefährlich. Aber es spricht sehr vieles dafür. Vor allem spricht all das zusammen dafür, dass es sich für dich sehr lohnen könnte, dich mal mit dir selber und deinen verdrängten Gefühlen und Defiziten zu beschäftigen. Das wird nämlich keineswegs besser, wenn du jetzt noch einen riesigen Trümmerhaufenzusätzlich hinter dir zurücklässt. Der ist unvermeidlich, wenn du dich jetzt wirklich trennen willst.


    Dabei geht es nicht darum, dass du dich nicht trennen könntest. Natürlich kannst du das, es steht jedem frei. Und gedanklich sich damit zu beschäftigen, schadet zunächst einmal nicht, es erweitert nur die Entscheidungsmöglichkeiten und es kann eben dazu führen, dass du dich jetzt erst einmal wirklich für deine Ehe wieder entscheiden könntest. Denn die Alternativen sind mit Sicherheit schlechter. All das, was du erträumst, ist nur Traum. Was du von einer neuen Liebe erwartest, ist nur kurzer Rausch. Das Problem liegt tatsächlich, wie du es schon vermutest, mit großer Wahrscheinlichkeit in dir SELBER. Und das ist gut so. Denn andere könntest du nicht ändern, dich selber aber sehr wohl.


    Wenn du den Schritt, dich einer guten Therapie zu unterziehen, nicht aus eigener Kraft schaffst, ist die Idee mit der Paartherapie gar nicht schlecht. Dort müsstest du allerdings völlig offen sein und deine eigenen Mängel mal endlich anschauen und anschauen lassen. Die sind übrigens vielleicht gar nicht so schlimm, sie werden nur schlimmer, weil du sie nicht sehen willst. Dann kannst du von dort aus vielleicht den Schritt zur persönlichen Therapie leichter schaffen und dein Mann weiß dann auch, dass es nicht an seinem Fehlverhalten liegt. Das könnte ihn beruhigen.


    Die Meinung, dass eine Paartherapie überflüssig ist, wenn man sich sowieso trennen will, teile ich nicht. Die meisten Paartherapien helfen bei einer guten Trennung, auch wenn ein Neuanfang geplant war. Und eine gute Trennung ist – wenn schon getrennt werden muss – allemal besser als eine im Rosenkrieg.


    Lieben Gruß von mir.


    Und trau dich mal an dich selber heran. Es lohnt. Dein Leben liegt vor dir und wartet darauf gelebt zu werden. Und deine Gefühle warten darauf gefühlt zu werden.

    Ich hab es schon bei einer Frau erlebt, daß Depressionen bei ihr dazu geführt haben, daß sie keine körperlichen Bedürfnisse zum eigenen Mann mehr verspürte, aber plötzlich für neue Beziehungen offen wurde. Ich würde also erst mal das Thema Depression klären und evtl. therapieren. Kann sein, daß danach einiges anders aussieht.

    oldie


    Ein absolut treffender, schön geschriebener Beitrag.


    Dem ist höchstens noch hinzuzufügen, dass solche Menschen bei anderen nicht nur Trümmerhaufen hinterlassen sondern eher eine Schneise der Verwüstung hinter sich herziehen.


    Insofern sollte die TE wirklich anfangen, die eigenen Leichen aus dem Keller zu holen, als bei anderen für Nachschub an Kellerleichen zu sorgen...

    Ich habe ein gewisses Verständnis für Deine Situation.


    Du hast mit Deinen 23 Jahren schon vieles hinter Dir, was andere noch lange nicht vor sich haben. In einem Alter, in welchem Deine Altersgenossen noch Party feiern und an ihren Lebensentwürfen rumfeilen, bist Du schon längst in verpflichtenden Positionen fixiert. 3- und 7-jährige Kinder, Ehemann, Haus und Garten erwartet man eher bei einer 35-Jährigen, nicht aber bei einer so jungen Frau.


    Insofern verwundert es mich nicht, dass Du eine latente Unzufriedenheit und Fluchtgedanken verspürst. Du schreibst auch, dass Du Dich gerne beruflich entwickeln würdest. Als so frühe Mutter hattest Du wahrscheinlich bisher keine Gelegenheit, dich beruflich zu etablieren.


    Du schreibst, dass Du Deinen Mann nicht mehr liebst, aber als Freund noch gerne hast. Das passiert relativ oft. Nach ein paar Jahren ist die Luft und das Feuer aus, man hat sich noch gern, will dass es dem anderen gut geht, ist ein eingespieltes Team usw. usf. Aber irgendwo im Hinterkopf lauert dieses fiese Bedürfnis nach rauschhafter Leidenschaft. Man hat das Gefühl, irgendwo da draussen ist dieser Mensch, mit dem man frei aller Fesseln unglaubliche Tiefen und Höhen erleben könnte. Der komplette Gegensatz zu dem berechen- und voraussagbaren Leben, das man in der Realität führt... diese Sehnsucht kann rasch zu einer fixen Idee werden. Sie ist eine "Alltags-Flucht" - man möchte ausbrechen, ersetzen, nicht reparieren...


    Diese Stelle in Deinem Text ist mir noch speziell aufgefallen:

    Zitat

    Dann hatte ich mir noch ein weiteres Kind mit ihm gewünscht, er wollte aber nicht mehr. Das hat mich wohl verletzt, zumal auch seine Mutter wollte, dass er sich sterilisieren lässt. Mittlerweile ist mir das total egal, denn eigentlich hatten sie ja alle recht: 2 Kinder reichen vollkommen

    Das ist, wenn man etwas drüber nachdenkt, starker Tobak. Du wolltest noch ein Kind, er nicht mehr. Er und seine Mutter (?!) haben beschlossen, dass er sich sterilisieren lässt. Sie haben über Dich hinweg entschieden und es hat Dich zu Recht verletzt. Du schreibst, dass es Dir mittlererweile "total egal" ist... stimmt das, ist da nicht eine gewisse Enttäuschung und Groll zurückgeblieben? Du schreibst auch "eigentlich hatten sie ja alle recht"... hmm, hast Du nicht eher resigniert und innerlich Deinem Mann und seiner Familie gekündigt?


    Ich denke, bei Euch hat es einige unerledigte Baustellen. Ob Du nun für Dich alleine eine Therapie machst oder zusammen mit Deinem Mann eine Paartherapie oder mal alleine mit einem Paartherapeuten reden willst (das geht auch) - es würde sich auf jeden Fall für Dich lohnen.


    Dass Du Dich um der Kinder willen nicht von Deinem Mann trennen willst, kann ich verstehen. Es ist durchaus möglich, Kompromisslösungen zu finden, das verlangt aber, dass die Eltern einander gegenüber ehrlich sind. Dass Dein Mann von sich aus eine Paartherapie vorschlägt, ist ihm hoch anzurechnen und zeigt, dass ihm der Zusammenhalt der Familie auch sehr wichtig ist und dass er bereit ist, an der Beziehung zu arbeiten (wobei seine Motivation vielleicht eine andere als Deine wäre).

    Zitat

    Wenn früher irgendwas nicht gepasst hat, hat man sich halt getrennt, etwas neues gesucht - ich hab nie gelernt an einer Beziehung zu arbeiten.

    *lach* Wenn mein Mann und ich keine Kinder hätten, hätten wir uns schon x-mal getrennt. Kinder zwingen einem relativ oft, die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen und vernünftige Entscheidungen zu treffen. Aber Kinder werden auch grösser und eines Tages ist man als Eltern wieder frei - und steht dann wirklich vor der Entscheidung, ob man den Rest seines Lebens gemeinsam verbringen oder nochmals durchstarten will.

    Ich würde auch erst mal abklären, ob es sich um Depressionen handelt und diese ggfs. behandeln. Alle anderen Schritte (Paartherapie, Trennung, Affäre) würden bei Depressionen einfach am Problem vorbeigehen anstatt es zu lösen.

    Zitat

    Aber irgendwo im Hinterkopf lauert dieses fiese Bedürfnis nach rauschhafter Leidenschaft. Man hat das Gefühl, irgendwo da draussen ist dieser Mensch, mit dem man frei aller Fesseln unglaubliche Tiefen und Höhen erleben könnte. Der komplette Gegensatz zu dem berechen- und voraussagbaren Leben, das man in der Realität führt... diese Sehnsucht kann rasch zu einer fixen Idee werden. Sie ist eine "Alltags-Flucht" - man möchte ausbrechen, ersetzen, nicht reparieren...

    Ja, absolut nachvollziehbar, so erging es mir bisher in fast allen längeren Beziehungen.

    Wahnsinn, ich bin wirklich überwältigt, weil das, was ihr schreibt, absolut zutrifft!


    Oldie49, du hast es treffend beschrieben. Ich betäube mich, ich will mich nicht spüren, warum auch immer. Es muss mit meiner Kindheit zu tun haben. Manchmal habe ich auch das Gefühl, ich versuche für meine Kinder genau das alles zu erschaffen, was ich als Kind auch gerne hatte bzw. gerne gehabt hätte.


    Ich lebe in einem Traum und muss erst aufwachen, mich selbst entdecken. Dafür wird eine Therapie notwendig sein.


    Mayflower, ja die Sache mit dem weiteren Kind hat mich arg verletzt, überhaupt hat mich die Schwiegermutter ziemlich fertig gemacht und das hat einen großen Keil zwischen meinen Mann und mich getrieben, weil er nicht zu mir gehalten hat. Ich bin sauer, aber wie immer versuche ich alle Gefühle konstruktiv umzusetzen/umzuwandeln. Okay, es bleibt bei 2 Kindern, reicht ja auch, es war bestimmt nur wieder ein weiterer Versuch mich zu betäuben. So verbindet uns dann auch nicht noch mehr als eh schon und ich kann beruflich starten- es ist besser so.


    Heute geht es mir schon etwas besser. Ich hab mich krankschreiben lassen, denn diese Ausbildung ist nicht mein Ding, diese Art von "Unterricht" macht mich krank und ich werde aufhören. Doch wie immer hab ich was neues parat: Es war schon länger so ein heimlicher Wunsch und ich denke, nun wird er Wirklichkeit: Ich werd ab September mein Abi nachholen! Ich werd 2 Jahre lang wieder zur Schule gehen. Mit den Kindern dürfte alles klappen. Ich freu mich sehr!


    Aber ich hoffe, es ist nicht wieder eine neue Aktion, mich zu betäuben? Wie merke ich das?


    In erster Linie will ich mein Abi nachholen, weil ich im Grunde sehr wissbegierig bin und seit über einem Jahr in dieser Ausbildung total trockenen Schwachsinn und dank unausgebildeter Dozenten das ganze total unprofessionell vermittelt bekomme. Ich möchte mit einem guten Abi entweder studieren (etwas im sozialen Bereich) oder eine bessere Chancen auf eine Ausbildungsstelle haben. Es wird sicher lustig unter den ganzen "Jugendlichen" und mit den Lehrern, deren Kinder mit meinen in den Kindergarten gingen/gehen.


    Das lenkt mich ein wenig ab von den Problemen, die ich mit meinem Mann habe. Am 28. haben wir unsere erste Paartherapiesitzung. Ich habe Angst. Was soll ich da sagen?


    Gestern habe ich mit ihm ein wenig über meine Gefühle gesprochen, eher hypothetisch, also ich denke, er hat nicht verstanden, dass ich tatsächlich so denke. Über offene Beziehung, über fehlende Leidenschaft, wie man damit umgehen kann. Er vertritt die Meinung, wenn man jemanden liebt, dann reicht derjenige einem und man kann dann auch die Entbehrung ertragen. Er kann ohne Sex leben, denn er könnte sich nicht vorstellen, etwas mit einer anderen anzufangen.


    Dazu muss man sagen, dass er trotz seiner 27 Jahre und einem sehr guten Aussehen erst 3 feste Freundinnen/Sexpartnerinnen hatte. Er ging nie auf Mädels zu, auch ich habe lange an ihn "hinbaggern" müssen. Er vertritt die Meinung, wenn jemand es ernst mit ihm meint, wird derjenige schon kommen und bleibt derjenige bei einem, dann ist es für immer.


    Das ist so passiv und selbstgefällig, aber er versteht das nicht.


    Am Wochenende hab ich uns einen Babysitter besorgt. Ich hab gesagt, ich möchte, dass wir mit mehreren Leuten weggehen, damit wir nicht nur wieder zu Zweit irgendwo gelangweilt rumhocken, um Gesprächthemen ringen, damit wir ja nicht denken, wir hätten uns nichts mehr zu sagen. Das ist so anstrengend! Ich bin es leid ihn immer trösten zu müssen und ihm versichern zu müssen, dass das schon wieder wird! Ich will Spaß mit ihm haben, aber er versteht das als Beleidigung, wenn ich sage, ich will mehrere Leute dabeihaben und meckert dauernd rum wenn ich auf das Thema zu sprechen komme.

    Zitat

    Am 28. haben wir unsere erste Paartherapiesitzung. Ich habe Angst. Was soll ich da sagen?

    Die Wahrheit. Das ist der ganze Sinn einer Paartherapie. Dass man in einem moderierten Gespräch die Dinge so benennt, wie man sie erlebt. Der Therapeut hat eine vermittelnde Position. Er sorgt auch dafür, dass jeder seine Sicht der Dinge äussern kann. In den heimischen Streitgesprächen ist das oft nicht möglich, weil man sich gegenseitig abklemmt oder mit "Du-Botschaften" das Problem dem Gegenüber in die Schuhe schiebt oder sich nur noch in einer Verteidigungshaltung befindet.


    In einem Paarkonflikt ist nie nur einer "Schuld". In irgendeiner Form sind immer beide beteiligt. Oft bedingt man sich sogar gegenseitig. Oft kann der Partner gar nicht mehr anders reagieren, weil man ihm gar keine andere Rolle mehr zubilligt. Bewusst ist einem das oft nicht. Der Therapeut wird auf solche Interaktionen hinweisen und manchmal können da wirklich Ueberraschungen auftreten.


    Der erste Teil der Therapie dient der Analyse, was eigentlich in der Beziehung abläuft. Wer hat welche Rolle inne? Wer ist dominanter? Wie und wieso ist er das? Was für Abhängigkeiten bestehen? Werden diese Abhängigkeiten künstlich am Leben erhalten, wenn ja wieso und von wem? Was gibt es für Leidensdrücke? Was für belastende Erlebnisse gab es in der Vergangenheit? Was für Aengst? Was für Hoffnungen? usw. usf.


    In einem zweiten Teil wird man herausfinden wollen, was man nun mit den neu dazugewonnen Erkenntnissen anfängt. Gibt es neue Impulse, um an der Beziehung zu arbeiten? Wäre es für alle Beteiligten besser, sich zu trennen? Wenn ja, wie macht man das einvernehmlich? Gibt es Probleme in der Beziehung, die der Betroffene selbst angehen muss (z.B. Krankheiten, Sucht, etc.)?


    Eine Therapie führt nicht immer dazu, dass die Beziehung erhalten bleibt. Wenn es zu einer Trennung kommt, kann man mit therapeutischer Begleitung eine saubere und etwas schmerzärmere Trennung anstreben.