Ja ich sollte mir neue Hobbies suchen. Ich kann mir nur nicht vorstellen, was mir Spaß machen könnte... Ich melde mich für ab Oktober mit meiner Cousine zum Zumba an, aber irgendwie hatte ich noch nie so Spaß an normalen Hobbies, also nie so, dass ich es für längere Zeit durchgezogen habe... aber ich hatte ja die letzten 18 Jahre auch das Reiten...

    Zitat

    Ich geniese Diskussionen, aber dabei will ich meinen Gegenüber nicht verdrehen und ich lasse auch mich nicht verdrehen.

    Es geht nicht um das Verdrehen, sondern um Wahrheitsfindung. Ich Unterscheide zwischen Geschmack und Aussage. Geschmack ist etwas freies Subjektives- da kann man meines Erachtens kaum Streiten- man kann einen anderen Geschmack haben oder nicht- das kann gefallen oder nicht- aber es ist nichts, worüber man sinnvoll streiten kann. Aussagen hingegen (die mitunter als Meinung tituliert werden) lassen sich argumentativ (an Hand der Widerspiegelung der Realität) belegen oder widerlegen- ich sehe keinen Grund, warum man eine unwahre Aussage tolerieren sollte. Da kann und sollte man schon argumentativ begründen und widersprechen- das hilft ja allen an der Diskussion (dem Streitgespräch) beteiligten- ich nenne das einfach elementaren Bestandteil von Bildung und Wissenschaft.

    eben feststellbare Wahrheiten kann man beweisen. Das lässt sich ganz easy klären, ganz ohne Streit. Nicht feststellbare Wahrheiten sind halt geschmackssache. Religion zum Beispiel, das ist Glaube und gleichzeitig Geschmackssache. Ethik und Politik ist dasselbe, politisch waren mein Ex und ich nicht auf einer Wellenlinie, wobei ich behaupten will über die Jahre hinweg ist er mir immer näher gekommen, weil ich mir einfach mehr Gedanken dazu gemacht hab und bessere Argumente gebracht hab und ihn so peu a peu überzeugt hab dass das so schon nicht falsch ist wie ich das sag ]:D


    Aber seine Meinung konnte ich durchaus stehen lassen. Ist ja ok, wenn er es anders sieht, umso mehr freut es mich, wenn er meine Ansicht irgendwann einmal versteht.

    Zitat

    eben feststellbare Wahrheiten kann man beweisen. Das lässt sich ganz easy klären, ganz ohne Streit.

    Das trifft nur auf Aussagen zu, deren Wahrheitsgehalt trivial nachweisbar ist. Bei vielen Aussagen müssen die beteiligten Personen mitdenken, da gibt es Rede und Gegenrede, begründete Widersprüche oder Widersprüche, deren Aussage wiederum unzureichend geklärt ist- da hängen eine Menge von Kausalitäten dran- die Aussagen sind an (vernetzte) Voraussetzungen geknüpft- da wäre z.B. zu klären, ob die verwendete Voraussetzung zutreffend ist oder nicht. Besonders schwer wird es, wenn statistische Aussagen mit ausgeprägterer Streuung ins Spiel kommen. Ich finde, dass es das ist, was eine interessante Diskussion ausmacht.


    So ein Streit ist dann keineswegs in Kürze beendet.


    Und bei Streits über Prognosen wird es ganz schwierig.


    Mal ein Link z.B. bezüglich politischer Debatte

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    Ist ja ok, wenn er es anders sieht

    Es können nicht zwei unterschiedliche, sich widersprechende Aussagen wahr sein. Einer muss sich irren. Um das herauszufinden, ist ein Streit erforderlich. Und gerade in der Politik gibt es viele Debattierstoff. OK. die Ziele können Geschmackssache sein (sofern nicht einfach Nebenwirkungen vernachlässigt werden)- aber die Wege zum Ziel können durchaus sehr strittig sein.


    Beispiel: in der Politik wollen alle politischen Parteien auf Umweltschutz setzen, weil es eine Notwendigkeit für die Menschen für eine entsprechende Lebensqualität bedeutet. Die Wege, Möglichkeiten und Teilziele können aber schon sehr unterschiedlich sein. Viele der Wege führen jedoch offenbar nicht zum Ziel, manche Wege führen durchaus zum Ziel oder zu Teilzielen- darum die Debatte. Leider wird der Nachweis oft erst hinterher erbracht (nach vielen Jahren).

    Zitat

    Aber das ist eine Diskussion, kein Streit. Für mich ist das ein Unterschied...

    Eine Diskussion ist Bestandteil eines Streites- mindestens ein sinnverwandtes Wort zum Streit- mein Link führt ja nicht umsonst auf Streitkultur e.V.

    Nehmen wir ein ganz einfaches Beispiel: Atomkraft


    A) findet es gut, weil damit günstig viel Energie produziert werden kann und solange kein Unglück geschieht ist die Energie sauber. er findet man soll in die Forschung investieren, damit ein Unfall noch viel unwahrscheinlicher wird und eine Möglichkeit der verwertung der Abfallprodukte erforscht wird


    B) findet das Risiko bei der Atomkraft zu hoch, obwohl es sehr unwahrscheinlich ist, dass etwas passiert meint B, dass wenn das passiert, die Wirkung einfach viel zu verheerend ist. Deswegen lehnt B Atomkraft komplett ab


    <-- BEIDE Aussagen haben ihre Richtigkeit. Für was man sich entscheidet ist Geschmackssache.


    Thema Terror:


    A) sagt man müsse mehr Sicherheit herstellen, damit sich die Leute sicherer fühlen


    B) sagt man müsse Privatsphäre schützen, weil durch ein Attentat zu sterben unglaublich unwahscheinlich ist


    <-- BEIDE Aussagen haben ihre Richtigkeit


    Ich könnte da ewig weitermachen. So ist es auch bei Finanzpolitik, bei Flüchtlingspolitik, etc. Ich kann damit leben dass mein Partner da anders denkt als ich. Solange er kein Vollidiot ist.

    Zitat

    <-- BEIDE Aussagen haben ihre Richtigkeit. Für was man sich entscheidet ist Geschmackssache.

    Genaugenommen nicht, weil es zuviele unbewiesene Annahmen gibt.


    Die Geschmackssache endet bei der Risikobereitschaft.

    Zitat

    A) sagt man müsse mehr Sicherheit herstellen, damit sich die Leute sicherer fühlen


    B) sagt man müsse Privatsphäre schützen, weil durch ein Attentat zu sterben unglaublich unwahscheinlich ist

    Ich sehe hier keine zwangsläufig widersprüchlichen Aussagen (da lässt sich schlecht streiten). Dennoch: Die Aussagen müssten viel stärker durchleuchtet werden, um mehr dazu sagen zu können. So einfach ist es eben nicht. Was ist mit Sicherheit gemeint, was ist mit Privatsphäre gemeint, wie ist Sicherheit erzielbar, wie lassen sich auf anderen Wegen Attentate verhindern, ...?

    @ sugarlove

    …manchmal hat das schon alles so seinen Sinn und Grund…


    Klar geht’s dir erstmal scheisse und das ist auch verständlich, aber glaube mir, das geht vorbei.


    (ich weiß, klingt wie oberflächliches Blabla dass man in solchen Situationen 100-fach hört)


    Ich kann dir nur von mir erzählen:


    Ich habe 5 Jahre lang in einer Beziehung mit einem Mann gelebt von dem ich dachte er wäre der Mann meines Lebens. In dieser Zeit dachte ich wir hätten eine gute Beziehung. Wir haben zwar gestritten, aber naja, uns eben auch wieder vertragen.


    Nach 5 Jahren hat er mit mir Schluss gemacht, weil ich zweimal definitiv verwerfliche Nachtrichten auf seinem Handy gelesen hatte. Das erste Mal war wirklich zufällig, ich hatte das Handy in der Hand als ich ihn betrunken nach Hause geschafft habe und es kam eine "Schweinkram-SMS" reingeflattert kam bei der schon die ersten angezeigten Wörter eindeutig waren und beim zweiten Mal war ich nach dem ersten mal natürlich misstrauisch, habe nachgeguggt und auch noch was gefunden. Bei beiden Malen konnte ich nachvollziehen dass er auch aktiv mitgemacht hat. Nachdem ich ihn zur Rede gestellt habe hat er mir dann vorgeworfen dass ich in sein Handy schaue und letztendlich deshalb auch Schluss gemacht (im nachhinein – was für ein Irrsinn, aber naja, die rosa rote Brille eben).


    Worauf ich aber eigentlich hinaus will:


    In der Anfangszeit ging es mir auch sehr schlecht. Ich habe 2 Wochen bei einer Freundin gewohnt und gelitten. Schlimmer wurde es nochmal als mir mein Bruder, der im selben Haus wie mein Ex wohnte erzählt hat, dass die Tussi von den Nachrichten schon einen Tag danach bei ihm übernachtet hat. Ich habe zwischenzeitlich in meiner Verzweiflung, nachdem er sich entschuldigt hat auch ernsthaft darüber nachgedacht ihm noch eine Chance zu geben als er doch nochmal ankam.


    Nach drei Wochen auf dem Sofa einer Freundin habe ich mir eine eigene Wohnung gesucht. Das hat mich auch von allem Abgelenkt, man hat ja doch einiges zu tun dann mit Möbel kaufen, streichen etc. und ich habe mir Stück für Stück mein eigenes Leben aufgebaut und mit jedem Stückchen das ich mir für mich aufgebaut habe wurde der Schmerz besser erträglich, irgendwann weniger und meine Sicht auf die Vergangenheit und darauf was für ein Idiot er eigentlich die ganze Zeit gewesen ist immer klarer, bis irgendwann kein dauerhafter Schmerz mehr da war. Nach dem Schmerz kommt übrigens die Wut und nach der Wut die Gleichgültigkeit.


    Natürlich passiert das alles nicht von jetzt auf nachher, aber sei dir sicher, der Schmerz geht und es wird auch wieder besser. Es kann wirklich schön sein ein neues Kapitel anzufangen, auch wenn‘s grade nicht danach aussieht. All das kostet Kraft und Tränen und in gewisser Weise auch jede Menge Mut, aber (Achtung doofe Floskel *g*) auf Regen folgt auch wieder Sonnenschein uuuund mein Lebensmotto seitdem "Nihil fit sine causa" -> nichts geschieht ohne Grund.


    Mir hat‘s damals sehr geholfen mich daran fest zu halten.


    Uuuuund tada, der Grund kam 1 ½ Jahre später und ich habe ihn nach nur einem Jahr Beziehung geheiratet. Er zeigt mir jetzt seit 4 Jahre wie schön es tatsächlich sein kann. Eine Garantie gibt es sich nie, aber hätte ich damals nicht die schwere Zeit durchgestanden hätte ich nie meinen jetzigen Mann kennen gelernt und hätte nie gesehen wie schön alles sein kann.


    Ich hoff ich habe jetzt nicht zu viel drum rum geschrieben, aber ich wollte dir zeigen dass ich dich verstehen kann :-)


    Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Kraf! Tschagga! Das wird ;-)


    Achja, noch ein kleiner Tip: Bei allem was noch zu klären ist wie bzgl. gemeinsamer Anschaffungen, Kündigung der gemeinsamen Wohnung etc...versuch da die Gefühle so gut es geht raus zu lassen bzw. sachlich zu bleiben und dadurch nicht in emotionsgeladene Streits zu verfallen. Da wird irgendwann immer einer trotzig und das erschwert die Sache doch sehr und quält einen dann auch nochmal.

    Es gibt nichts zu klären. Möbel gehören ihm, die Wohnung auch... Nur die Katzen gehören mir, die müssen aber bei ihm bleiben bis ich etwas eigenes gefunde hab :°(


    Am Wochenende seh ich mir noch ne Wohnung an :) Hoffe die is besser :)

    Wenn in den SMS aber so sachen stehen wie "ich hab mal wieder Lust auf deinen geilen***. Wann hast du Zeit?" und "Hey, hab morge Abend sturmfrei, willst du vorbei kommen und dir mit mir den Abend vertreiben?" und darauf ein "Klar" geantwortet wird oder sich gegenseitig Nacktbilder hin und her geschickt werden is mir das ne Nummer zu krass.


    Wobei man ja auch beachten muss, dass er mit mir Schluss gemacht hat, was ich mittlerweile total bescheuert finde....


    Nach ner Weile gabs auch immer mehr Puzzlestücke die bestätigen dass er mich auch beschissen hat...offiziell gehört von ihm habe ich das aber nie.


    Egal...die Sache die ich dir ja eigenlich damit sagen wollte is ja auch ne andere ;-P Meine Erlebnisse dienten ja nur als Beispiel.

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    da gabs auch irgend nen ganz bekannten Spruch zu, aber den hab ich vergessen

    Don't f... in the company ;-) oder Tauche Deinen Füller niemals in Firmentinte ;-D


    Im Ernst, wenn es passt, warum nicht. Man sollte es halt wirklich nicht unbedingt zumindest nicht am Anfang den Kolleginnen und Kollegen offenbaren.