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    Die anderen kommen ja miteinander klar, nur ich mit den anderen nicht.

    Eine Familie ist manchmal oder immer(?) wie ein Uhrwerk. Wenn man ein Rädchen wegnimmt funktioniert sie manchmal nicht mehr.


    Eine Freundin von mir hat das erlebt beim Kontaktabruch. Da wurde deutlich wie ich fand und sie dann auch einsam, welchen Zweck ihre wie ich nannte Sündenbockrolle hatte. Nämlich die im Kern rettende Familie zusammen zu halten.


    Das ging nur solange die negative Energie an einer Person abgelassen würde stellvertretend.


    Als sie dann aber den Kontakt abbrach ist ihre Familie auf einmal auseinander gefallen. Die anderen konnten auf einmal nicht mehr mit einander.


    Das Problem war oder ist, wenn einer geht, dass die ganze Dynamik sich in der übriggebliebenen Familie ändert.


    Rollen müssen unterteilt werden.


    Und dabei muss auch einer die unterste Position in der Hierarchie einnehmen.


    Die will aber keiner und so bricht Chaos und Krieg manchmal aus und sprengt alles.


    Es geht aber vielleicht auch anders. Wenn die Familie nicht einmal wirklich die Anwesenheit des Sündenbocks braucht, sondern sein Sich-entziehen als gefundenes Fressen sieht und benutzt noch mehr über ihn her zu ziehen und zu wettern und ihm im Geiste nicht gehen lassen und sich daran laben. Fragt sich nur wie lange ihnen das ausreicht.


    Das Gefüge ist so oder so schwer aus dem Gleichgewicht und droht zu kippen. Anders ist es in Grossfamilien. Die sind stabiler und flexibler generell. Aber unsere heutigen Kleinfamilien nicht.


    Jedenfalls es ist nicht unbedingt ein Zeichen, dass du schlecht bist, weil die anderen sich untereinander verstehen.


    Du bist wahrscheinlich und vielleicht auch aufgrund deiner dir wahrscheinlich schon bei deiner Geburt erteilten Rolle, anders entwickelt.


    Als Aussenseiterin in einer erkrankten Familie hattest du den Vorteil, dass du andere Wege einschlagen musstest und durftest.

    Dein Dilemma ist, dass du ein schlechtes Gewissen hast deiner Mutter gegenüber. Ich schätze, dass du bereits als Kind von deiner Mutter manipuliert und seelisch missbraucht wurdest. Spurtest du nicht, wurdest du mit Liebesentzug bestraft. Du wurdest verantwortlich gemacht, wenn es deiner Mutter schlecht ging, warst somit in der Verantwortung für ihr Seelenheil. Dir wurde eingetrichtert, dass mit dir etwas nicht stimmt, du das Problem bist.


    Dieses Muster ist bis heute existent und daher geht es dir schlecht bei dem Gedanken, dieser Frau den Rücken zu kehren.


    Glaub mir, ich weiß wovon ich rede. Ich habe das Ganze selbst durchgemacht und hätte ich nicht alle Brücken abgebrochen, wäre ich daran kaputt gegangen.

    Hallo! Ich verstehe Dich, würde aber trotzdem den Kontakt nicht ganz abbrechen, nur reduzieren, z.B. aufs Telefon.


    Ich verstehe Euch nicht ganz, wenn Ihr eher und viel länger zu Eurem Freund /-in haltet und dort verbleibt obwohl die Zeit des Kennens eher kurz ist, als zu Euren Eltern, die Ihr seit Eurer Geburt kennt und ein Leben lang "kennen" werdet.


    Meine Tochter jedenfalls stand nach 9 Jahren(!) mit gepacktem Koffer heulend wieder vor unserer Tür.


    Bitte verzeiht mir und gestattet mir, wenn ich da konservativer denke und Euch einen besinnlichen Sonntag!

    Zitat

    Ich verstehe Euch nicht ganz, wenn Ihr eher und viel länger zu Eurem Freund /-in haltet und dort verbleibt obwohl die Zeit des Kennens eher kurz ist, als zu Euren Eltern, die Ihr seit Eurer Geburt kennt und ein Leben lang "kennen" werdet.

    Ich sage immer: " Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht". Es gibt meiner Meinung nach kein Blutsband.


    Ein Kind ist dem Wohlwollen der Eltern über viele Jahre schutzlos ausgeliefert und Voraussetzung für die Entstehung einer gesunden Bindung und kindlichen Entwicklung ist nun mal die geistige Gesundheit der Eltern.


    Was, wenn die Eltern psychisch angeschlagen sind oder sogar an Persönlichkeitsstörungen leiden?


    Was, wenn man aufgrund dessen, über Jahre Manipulationen, seelischer Erpressung und Missbrauch ausgesetzt ist?

    Zitat

    Meine Tochter jedenfalls stand nach 9 Jahren(!) mit gepacktem Koffer heulend wieder vor unserer Tür.

    Wenn man für immer oder über viele Jahre mit den Eltern bricht, sind auf zumindest einer (!) Seite gravierende Dinge vorgefallen. Aus Jux und Dollerei macht das niemand, da es in der überwiegenden Zahl der Fälle mit immensem Leidendruck verbunden ist, mit den Eltern zu brechen und oft den einzigen Ausweg darstellt, sich selbst vor deren zerstörerischem Verhalten zu schützen.


    Ich möchte allerdings auch nicht abstreiten, dass es auf Seiten der "Kinder" mit Sicherheit auch schwierige Persönlichkeitstypen gibt und vorübergehende Kontaktabbrüche gerade bei sehr jungen Menschen aus Rebellion, Überforderung und Affekt geschehen können.


    Natürlich gibt es auch Menschen, die aufgrund ihrer inneren Struktur und Veranlagung einfach von Grund auf schon labiler, berechnender oder restistenter sind ohne dass dies auf ein gravierendes Fehlverhalten seitens der Eltern in der Kindheit zurückzuführen ist aber in dem Moment, in dem man unter den eigenen Eltern leidet und eine Änderung weder durch Gespräche noch gemeinsame Therapie erzielt werden kann,ist es nur richtig und wichtig den Kontakt aus Selbstschutz zu beenden.

    @ onodisep

    Zitat

    Ich verstehe Euch nicht ganz, wenn Ihr eher und viel länger zu Eurem Freund /-in haltet und dort verbleibt obwohl die Zeit des Kennens eher kurz ist, als zu Euren Eltern, die Ihr seit Eurer Geburt kennt und ein Leben lang "kennen" werdet.

    Hmmm... Seltsamer Beitrag, der mich zum Denken bringt, was dahinter steckt :-)


    Eltern sind eben nur Menschen und keine Heiligen. Aber genau unter diesem Deckmantel agieren viele.


    Nur weil jemand verwandt ist oder ein Elternteil, heißt es nicht dass er dem Kind keinen Schaden zufügen kann.


    Würdest du das auch zu einem Kind sagen, dass von seinen Eltern missbraucht oder misshandelt wurde?


    Es gibt auch psychischen Missbrauch und der ist genauso schlimm.


    Genau dieses Denken, dieses konservative, nicht hinterfragen sondern nur nach Normen handeln, ist das was viele Generationen krank gemacht hat.


    Sich den Eltern fügen und aussetzen. Egal wer und wie sie sind. Hörigkeit. Wie ein Hund. Gehorchen, Selbst wenn dein Herr ein Schlechter und dein Peiniger ist.


    Sicher. Nicht immer ist der Kontaktabbruch gut. Manchmal aber eben schon.


    Das Leben ist eben nicht entweder ja oder Nein.


    Nur weil deine Tochter heulend wie du so schön abwertend beschrieben hast, zurück gekommen ist, heisst es nicht, dass ihr Rückzug falsch war und auch nicht der von irgendjemanden.


    Vielleicht war sie einfach nicht stark genug. Manchmal gehen Opfer zu ihren Peinigern zurück. Und das ist genau das, was du gerade Menschen empfehlen zu versuchst, nur aufgrund deiner Geschichte.


    Die Leute sagen, Sie leiden und du stellst sie als unmündig hin, darüber zu entscheiden, dass sie Grenzen setzten die auch ihre Eltern nicht überschreiten dürfen.


    Vielleicht hat eure Tochter euch doch aber auch Unrecht getan in deinem Fall. Das heißt aber nicht, dass alle Kontaktabbrecher das auch tun.


    Die Art wie du ihre Rückkehr beschreibst, zeigt, dass du dich als totales Opfer siehst und eine Art Genugtuung darin empfindest, dass sie zurück gekommen ist.


    Kaum einer bricht den Kontakt zu den Eltern aus Spass ab.


    Aber das macht dir ja sicher Angst. Du willst nicht damit konfrontiert werden, dass du als Vater was falsch gemacht hast. Das Vatersein ist vielleicht für dich ein Territorium wo du dich endlich als Übermensch sehen zu können. Das Leben ist schwer und man zweifelt an sich.


    Als Eltern kriegt man bei Konservativen von vornherein den Stempel als unfehlbares Gotteswesen aufgedrückt. Toll als Ausgleich zum Leben, wo man ständig mit eigenen Fehlern konfrontiert ist.


    Gibt man sicher nicht gerne auf so eine Auszeichnung und Insel der Macht, also muss man alle dazu bringen, das Spiel doch bitte weiter mit zu spielen.


    Die besten Eltern sind die, die sich hinterfragen und entschuldigen. Es geht nicht ums perfektsein. Aber um das berücksichtigen undrespektieren der Gefühle und Bedürfnisse anderer Menschen des Kindes.


    Das können manche Menschen generell nicht und können das dann eben auch nicht Uhren Kindern gegenüber.


    Im Grunde auch das was du in deinem Beitrag gemacht hast mit deiner Bitte.


    Damit dein Weltbild heile bleibt, sollen die anderen doch bitte nicht den Kontakt abbrechen. So liest es sich für mich.


    Aber es gibt auch bösartige und undankbare Kinder und Kinder wollen oft auch Sachen, die ihnen schaden und sind dann auf Kriegsfuß mit ihren Eltern.


    Es kommt immer auf die Situation an und man kann nichts pauschalisieren :-)

    Zitat

    Nur zu meinem Vater hatte ich bis zu seinem Tod ein gutes Verhältnis.


    Zu seiner Beerdigung ist außer mir, seinem Bruder & Frau, und meinen Freundinnen keiner gekommen.

    ich denke, das lag aber nicht an Deinem Dad, sondern an Dir.


    Ich gehe auch nicht zu Beerdigungen, wo ich Leute treffe, die mir nicht guttun,


    ich gehe dann hinterher in aller Stille hin oder, wenn Familie, machen wir zwei Trauerfeiern (z.B. bei meinem Opa, weil wir keinen Kontakt zu meiner Tante etc.. haben)


    / bzw. getrennt (wie bei meinem Schwieva)


    Mein Mann hat zu seinem einen Sohn auch keinen Kontakt mehr, zu dessen Frau + Enkel auch nicht. Wenn mein Mann stirbt, wird das ein großer Bahnhof (viele Freunde, beruflich sehr erfolgreich), viele Leute und trotzdem will ich nicht, dass diese Leute, also sein Sohn + Familie, die uns /ihn 30 Jahre ignoriert haben (ich bin die zweite Frau), zur Beerdigung kommen.


    Falls sie es vorhaben, können sie gerne hinterher eine kleine Feier machen.

    Zitat

    Ich verstehe Euch nicht ganz, wenn Ihr eher und viel länger zu Eurem Freund /-in haltet und dort verbleibt obwohl die Zeit des Kennens eher kurz ist, als zu Euren Eltern, die Ihr seit Eurer Geburt kennt und ein Leben lang "kennen" werdet.

    Das setzt voraus, dass man nach all den Demütigungen und den daraus erwachsenden Selbstzweifeln überhaupt bindungsfähig noch ist und stark genug ist, die Konflikte, die das Leben immer mit sich bringt, auszutragen. Ich kann und möchte hier nicht meine Lebensgeschichte niederschreiben, nur so viel:

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    Ich schätze, dass du bereits als Kind von deiner Mutter manipuliert und seelisch missbraucht wurdest. Spurtest du nicht, wurdest du mit Liebesentzug bestraft. Du wurdest verantwortlich gemacht, wenn es deiner Mutter schlecht ging, warst somit in der Verantwortung für ihr Seelenheil. Dir wurde eingetrichtert, dass mit dir etwas nicht stimmt, du das Problem bist.


    Dieses Muster ist bis heute existent und daher geht es dir schlecht bei dem Gedanken, dieser Frau den Rücken zu kehren.

    Diese Einschätzung trifft es genau :°( Und so hab ich mich auch jetzt wieder verhalten. Ich wollte den Kontakt abbrechen, aber was ist geschehen? Meine Mutter hat sich seit dem Vorfall (25.4.) komplett in Schweigen gehüllt, um mir zu signalisieren, wie unmöglich ich mich verhalten und wohin ich sie getrieben habe. Ich hatte so ein schlechtes Gewissen, heute hab ich ihr eine (recht neutrale, aber freundliche) Muttertags-WhatsApp geschickt, nur damit ................ ich weiß es eigentlich nicht, warum :°( Insgeheim hoffe ich, dass sie nicht reagiert, damit ich dann für mich sagen kann, dass sie es so gewollt hat. Dann kann ich mich auf "gute Weise" schlecht fühlen.


    Das ist ganz schön krank, ich weiß. Deshalb will ich es auch beenden :°(

    @ Dante

    vermutlich hast du Recht. Ich werde wohl nicht drum herumkommen, um so eine Psychotherapie. Ich hab nur immer Angst, dass alles ausgekramt wird, all die Dinge, die ich so sorgfältig irgendwo verstaut habe.....


    Aber es muss jetzt Schluss sein. Ich kann mich nicht allabendlich in den Schlaf heulen oder saufen.


    :°( *:)

    Meinen Vater kenne ich nicht. Mein Stiefvater hat mich übel gemobbt.


    Meine Tochter hab ich mit 17 bekommen, als ich Abi machte. Meine Mutter hat sich auf sie gestürzt und sie vereinnahmt. Ich hab es zugelassen. Ich habe nur studieren können, weil meine Mutter ganz oft meine Tochter genommen hat. Das war ein Fehler von mir. Ich habe das erst viel zu spät realisiert. Und auch als ich es realisiert hatte, war mir der Uniabschluss wichtiger. Ich dachte, dass sich dann alles ergibt. Aber wir waren schon entfremdet :°(


    Ich bin nicht unschuldig an der Situation.


    Mein großer Bruder ist ganz weit weggezogen (Ausland).


    Mein jüngerer Bruder ist Mamas Liebling und hat die perfekte Familie.


    Ach, was soll's........