Ich liebe meinen Mann nicht mehr

    Hallo, liebe med1 Community!


    Ich habe länger überlegt, ob ich das Thema unter einem Alias schreiben soll, oder nicht. Auch, ob ich es überhaupt hier schreiben soll. Warum? Weil ich mich schäme, wundere, fassungslos bin?

    Aber vor allem bin ich traurig und ratlos.

    Ich weiß einfach nicht, wie ich entscheiden soll...überhaupt was tun soll?

    Noch nie war ich in der Situation oder in einer mit der man dies hier vergleichen könnte. Die Verantwortung bald irgendwas zu sagen wiegt schwer. Außerdem weiß ich, dass ich tief verletzen würde. :°(


    Was mein Problem ist, steht ja nun deutlich im Titel und genauso deutlich spüre ich es leider auch....%:|

    Es ist mir seit etwa einem halben Jahr bewusst, dass da was nicht stimmt und nun bin ich mir ganz sicher. Trage es also schon eine Weile mit mir herum und langsam macht es mich immer trauriger, und bringt mich auch in ungute Situationen, in denen ich dann Lüge oder anders handle als ich es eigentlich will.

    Keine Sorge, dass sind keine schlimmen Situationen...ich meine sowas wie das „ich Dich auch!“ oder liebe SMS.

    Langsam macht mich der Zustand so immer trauriger und bedrückt mich. Und bevor es jemand fragt, es gibt keinen anderen Mann.

    Was will ich eigentlich mit dem Faden hier...vermutlich einfach offen reden können und eine Begleitung bei diesem Schlamassel...

  • 134 Antworten

    Erstmal - lass dich drücken:°_ Sich einzugestehen, dass die Gefühle nicht mehr da sind, ist ein schreckliches Gefühl.


    Aber um ein wenig besser die Hintergründe zu verstehen: Wie lange seid ihr zusammen? Wie lange wohnt/lebt ihr zusammen? Habt ihr gemeinsame Kinder? Gab es Vertrauensbrüche deiner- oder seinerseits?

    Es spricht nichts besonderes gegen eine Trennung, wenn Du so willst. Trotzdem war ich noch nie in so einer Situation und stehe da wie der Ochs vorm Berg. :-|Er weiß nichts und ahnt nichts. Es geht mir ja hier auch nicht dreckig oder so. Kann mir einfach gar nicht vorstellen ihm zu sagen: „ich liebe dich nicht mehr“. {:(Hast Du das schon mal nach Jahren der Ehe, gemeinsamen Haus und Kindern gemacht?

    Frage in die Runde: Hat dad jemand von euch schon mal erlebt und gemacht?

    Alias 938116 schrieb:

    Danke fürs drücken! :°_:)_

    Wir sind seit bald acht Jahren zusammen und haben auch gemeinsamen Nachwuchs.

    Wir leben seit etwa sieben Jahren zusammen. Nein, Betrug gab es auf beiden Seiten nicht.

    Hast du mit deinem Mann mal darüber gesprochen? Gab es ein anderes "Schlüsselerlebnis" oder gab es keinerlei Streitereien in den letzten Jahren? Hast du dich die letzten Jahre sonst noch zu deinem Mann hinzugezogen gefühlt?


    Einer Freundin von mir ist nach 9 Jahren Beziehung etwas Ähnliches passiert, die beiden waren dann im Urlaub und sie meinte, das war die Rettung - das hat sie wieder näher gebracht. Ist sicher nicht die Lösung per se, aber die Frage ist, ob du grds. mit etwas in der Beziehung unzufrieden bist ABER dir dein Mann noch gefällt und du dich hingezogen fühlst oder ob du einfach nicht mehr willst?

    Das ist schwierig, im Laufe der Zeit lebt man sich auseinander. Der Nachwuchs fordert auch sein Tribut. Ich denke ihr lebt nebeneinander her und jeder macht sein Ding. Abends wird Fernsehen geschaut. Das kenne ich gut, ich habe mir auch hin und wieder genau diese Frage gestellt.

    Ich glaube auch, dass Gefühle verschüttet werden können, gerade in einem stressigen Alltag mit Haushalt, Kindern, Arbeit, usw.

    Liebe ist meiner Meinung nach auch nicht einfach "da" oder "nicht da", außer vielleicht in den ersten Monaten/Jahren einer Beziehung wo die Hormone einem einen dauerhaften Seelenverwandten vorspielt.

    Ich bin seit 10 Jahren mit meinem Mann zusammen und auch da gab es Phasen, in denen ich die Liebe zu ihm nicht mehr so gespürt habe wie am Anfang. Auch monatelange Durststrecken. Aber dann gibt es wieder Momente, wo er etwas tut oder sagt, wo ich ihn vor Liebe auffressen könnte.


    Meiner Erfahrung nach ist es in langen Beziehungen oft so, dass einer sich nach einer Weile "zu sicher" fühlt und weniger in die Beziehung investiert. Gerade wenn ein Partner sich dann "ziehen lässt", also die gesamte Freizeitgestaltung, Urlaubsplanung, Haushalt, usw. dem anderen überlässt, schwindet die Liebe oft dahin. Und ja, oft sind es die Männer, die nach anfänglicher Euphorie in der Beziehung ganz in ihrer Arbeit und den Hobbies aufgehen und wenig aktive Beziehungsarbeit leisten.

    Hast du das Gefühl, dein Mann engagiert sich genug in eurer Familie? Interessiert er sich für deine Gefühle, Ziele, Ideen, Phantasien? Oder macht er sein Ding und du machst deines?

    Vielleicht kann eine Paartherapie euch helfen, wieder näher zusammen zu finden.


    Ich würde nicht so einfach aufgeben, an deiner Stelle, gerade wenn eine Ehe, Haus, Kinder daran hängen. Nicht immer ist das, was danach kommt, besser, als das, was man hat. @:)

    Das ist mit Sicherheit eine schwierige Situation. Es ist in meinen Augen sehr mutig sich so etwas einzugestehen.


    Ich habe nach 8 Jahren auch eine schlimme Trennung erleben müssen. Wir haben auch gemeinsamen Nachwuchs. Jetzt sind schon 3 Jahre vergangen und ich kann nun mit Abstand und recht emotionsfrei zurückblicken. Wir haben uns leider auseinandergelebt. Gefühle waren da auch keine mehr. Es war eher so was wie "naja es läuft ja ganz gut im Alltag".

    Bis sich mein damaliger in seine Arbeitskollegin verguckt hat. Da war es aus.

    Da ich zu dem Zeitpunkt eigentlich keine Gefühle mehr für ihn hatte war mir die Trennung fast schon gleichgültig ...aber was so dran hing hat mich kaputt gemacht.

    Und ich kann sagen das ich heute 3 Jahre später eine gebrochene Frau bin die nichts mehr von Leichtigkeit und Lockerheit oder Jugendlichkeit hat, so wie damals.

    Ich kann dir nur sagen das eine Trennung auch nicht immer das Allheilmittel ist und ich würde auch keinem dazu raten wenn nicht etwas gravierendes vorgefallen ist.


    Ich kann dir nur raten mit deinem Partner darüber zu sprechen und eure Beziehung nicht leichtfertig aufzugeben vor allem wenn eine Ehe, ein Haus oder sogar ein Kind dranhängt.


    Gefühle können sich auch wieder entwickeln. Aber ihr müsst darüber sprechen.


    Findest du denn deinen Partner zumindest optisch noch anziehend?

    Vielleicht gibt es positive Eigenschaften die du an ihm schätzt und die du dir mehr vor Augen führen solltest?

    Nein, ich habe da bis jetzt nicht mit ihm darüber gesprochen. Ein Schlüsselerlebnis in dem Sinne fällt mir auch keines ein. Streit gab es immer auch mal, weil wir beide recht unterschiedlich sind. Aber in letzter Zeit eigentlich nicht mehr. Wirklich hingezogen habe ich mich eigentliche nur am Anfang zu ihm gefühlt. 🙈

    Ich liebe ihn einfach nicht mehr...

    Vor einiger Zeit war er beruflich eine Woche weg. Seine täglichen Anrufe und sms haben mich eher genervt als gefreut. Das klingt schlimm und herzlos, ist aber leider Gottes die Wahrheit. Das habe ich mir natürlich nicht anmerken lassen. Gemeinsamer Urlaub steht an im Sommer...mir graut aber eher vor soviel gemeinsamer Zeit. Ich merke das ja jeden Augenblick daß ich keine Liebe mehr empfinde.

    Absolute Zustimmung!:)^

    Zitat

    Aber dann gibt es wieder Momente, wo er etwas tut oder sagt, wo ich ihn vor Liebe auffressen könnte.

    Das gibt es bei mir leider schon lange nicht mehr. Wenn er was besonders liebevolles tut, fühle ich mich eher mies. Wie so ein Verräter.

    Zitat

    Das ist schwierig, im Laufe der Zeit lebt man sich auseinander. Der Nachwuchs fordert auch sein Tribut. Ich denke ihr lebt nebeneinander her und jeder macht sein Ding. Abends wird Fernsehen geschaut. Das kenne ich gut, ich habe mir auch hin und wieder genau diese Frage gestellt.

    Wir schauen auch nicht mehr gemeinsam fern. Meist lese ich in der Küche oder bin im Büro.


    Zitat

    Hast du das Gefühl, dein Mann engagiert sich genug in eurer Familie?

    Er engagiert sich sehr. Sowohl für die Kinder als auch den Haushalt und Garten.

    An Gesprächen hatte er allerdings noch nie viel Interesse. Das hat mir d hin immer gefehlt, lies sich aber nicht ändern.

    Zitat

    Ich würde nicht so einfach aufgeben, an deiner Stelle, gerade wenn eine Ehe, Haus, Kinder daran hängen. Nicht immer ist das, was danach kommt, besser, als das, was man hat. @:)

    So denke ich ja auch die meiste Zeit.

    Aber ich bin auch unglücklich so...und es ist ihm gegenüber auch nicht fair, oder? Ich liebe ihn ja definitiv nicht mehr, und wünsche mir ehrlich gesagt ein Leben ihn ihn. Da kann ich doch nicht einfach bleiben?

    Alias 938116 schrieb:

    Nein, ich habe da bis jetzt nicht mit ihm darüber gesprochen. Ein Schlüsselerlebnis in dem Sinne fällt mir auch keines ein. Streit gab es immer auch mal, weil wir beide recht unterschiedlich sind. Aber in letzter Zeit eigentlich nicht mehr. Wirklich hingezogen habe ich mich eigentliche nur am Anfang zu ihm gefühlt. 🙈

    Ich liebe ihn einfach nicht mehr...

    Vor einiger Zeit war er beruflich eine Woche weg. Seine täglichen Anrufe und sms haben mich eher genervt als gefreut. Das klingt schlimm und herzlos, ist aber leider Gottes die Wahrheit. Das habe ich mir natürlich nicht anmerken lassen. Gemeinsamer Urlaub steht an im Sommer...mir graut aber eher vor soviel gemeinsamer Zeit. Ich merke das ja jeden Augenblick daß ich keine Liebe mehr empfinde.

    Nein, das ist nicht schlimm und herzlos - das ist ehrlich! Und der erste Schritt, meiner Meinung nach. Natürlich kann es auch sein, dass die Ehe vielleicht nicht mehr zu retten ist - aber wenn du deine Gefühle verleugnest, gib es nicht mal mehr eine Chance auf eine Rettung!


    Könntest du dir vorstellen, ihn offen und ehrlich darauf anzusprechen und ggf. eine Eheberatung zu machen?


    Was sunni11984 sagt, dass man eine Ehe mit Kindern nicht leichtfertig aufgeben sollte, unterstütze ich grds. Vor allem wenn Kinder mit im Spiel sind, würde ich immer so lange kämpfen wie es nur geht!


    Was mich ein wenig stutzig macht, ist dass du dich nur am Anfang zu ihm hingezogen gefühlt hast - was heißt "am Anfang"? Das erste Jahr z.B.?

    Zitat

    Er engagiert sich sehr. Sowohl für die Kinder als auch den Haushalt und Garten.

    An Gesprächen hatte er allerdings noch nie viel Interesse. Das hat mir d hin immer gefehlt, lies sich aber nicht ändern.

    Dann fehlt dir vielleicht der gedankliche Austausch im Alltag. Was würde z.B. passieren, wenn du zu ihm sagen würdest: Ich fühle mich irgendwie einsam in unserer Ehe, geht es dir auch so?


    Man sagt, Männer reden in den ersten 6 Monaten einer Beziehung so viel wie danach nie wieder. Ich kann das bestätigen. Diese langen Gespräche über Gott und die Welt, die man oft anfangs in einer Beziehung führt, dieses "Seelen aneinander reiben", dass können sich nur die wenigsten Paare erhalten. Viele Männer mögen es einfach nicht, ständig über Dinge, Ansichten, Gedanken zu reden. Natürlich gibt es auch eine Reihe sehr nachdenklicher, reflektierter Männer die gerne philosophieren aber die sind doch die Ausnahme.

    Viele Frauen outsourcen ihren Bedarf an gedanklichem Austausch und Kommunikation dann an Freundinnen, Kolleginnen, Familie, weil sie ansonsten nicht auf ihr gewünschtes Pensum an Gedankenhaustausch kommen.

    Zitat

    So denke ich ja auch die meiste Zeit.

    Aber ich bin auch unglücklich so...und es ist ihm gegenüber auch nicht fair, oder? Ich liebe ihn ja definitiv nicht mehr, und wünsche mir ehrlich gesagt ein Leben ihn ihn. Da kann ich doch nicht einfach bleiben?

    Bist du denn sicher das er der Grund für dein Unglücklichsein ist? Ich kann aus eigener Erfahrung berichten dass in den Phasen, in denen ich mit mir selbst und meinem Leben unzufrieden war, ich die Liebe zu meinem Mann auch weniger gespürt habe.

    Dann wieder gab es Phasen in denen ich aus irgendwelchen Gründen richtig zufrieden mit meinem Leben war, da konnte mein Mann dann fast nichts falsch machen. Der Partner ist ja nicht dazu da, einen permanent glücklich zu machen. Im besten Fall hat jeder selbst ein erfülltes Leben, hat eine Arbeit, die wenigstens Ab und zu Freude bereitet, hat Freunde, Hobbies, usw. Und eine erfüllende Partnerschaft ist dann ein nettes I-Tüpfelchen.

    Ich kenne dich nicht und ich weiß auch zu wenig von dir, um dir vorzuwerfen, du würdest von deinem Mann erwarten, dass er dich glücklich macht, daher nur so als Gedankenanstoß: Was müsste passieren in deinem Leben, damit du glücklich(er) sein kannst? Was brauchst du?