ich möchte meine Jugendliebe wieder finden, wem geht es ähnlich?

    Hallo zusammen,


    ich würde gerne mal Eure Meinung dazu hören.


    Ich habe meine Jugendliebe (meine einzige große Liebe im Leben) nun schon 23 Jahre nicht mehr gesehen, ausser 2 Telefonaten (die erstaunlich nett und innig waren) hatten wir auch sonst keinen Kontakt. Sie hat irgendwann mit mitte 20 geheiratet und ich bin in ein anderes Bundesland nach dem Studium gezogen. Irgendwie hatte ich es nach dem Ende unserer Beziehung für eine gute Idee gehalten, alle 5 Jahre mal anzurufen und sie zu fragen wie es ihr so geht und was sie so macht. Aber als sie mir dann erzählte, dass sie bald ihren Chef heiraten und mit diesem dann in die Eigentumswohnung der Eltern ziehen werde, habe ich das Thema für mich abgehakt. Ich sollte dazu erwähnen, dass ich die Beziehung beendet hatte aus Liebe zu ihr, das klingt zwar bescheuert, war aber tatsächlich so.


    Ist jetzt etwas kompliziert und lang zu erklären deshalb mache ich es kurz, als ich sie kennen gelernt habe, war sie ein hübsches junges Mädchen von 22 Jahren, mitten im Studium (Design-irgendwas), mit großem Freundeskreis, trainierte 2 x pro Woche Judo (brauner Gürtel immerhin...) und 4x pro Woche Tanzen, da sie nebenbei als Tanzlehrerin in einer Tanzschule arbeitete. Ich war damals 17 Jahre mitten im Abistress (12. Klasse) und hatte ausser meinem Leistungssport und Lernen für die Schule keine anderen Prioritäten (bis ich sie dann traf...).


    Nach ca 3 Monaten unserer Beziehung, reduzierte sie erst die Tanzstunden die sie noch gab und ließ es dann ganz bleiben mit dem Tanzen (nach mehr als 10 jahren), genauso erging es dem Judo, erst ließ sie nur ein paar mal das Training ausfallen, dann hörte sie ganz mit Judo auf, keine Lust mehr sagte sie auf meine Nachfrage. Auch Ihren Freundeskreis hatte sie bis auf eine Freundin reduziert. Das war mir schon ziemlich unheimlich, aber als sie dann auch noch ihr Studium hingeschmissen hat mit den Worten, das ist mir nicht mehr wichtig, ich will nur noch bei dir sein, da wusste ich das was passieren musste. Sie hatte alles von sich aus aufgegeben und ihr gesamtes Leben auf mich konzentriert, vor allem um mich besser kontrollieren zu können, denn sie war krankhaft eifersüchtig. Wir haben abwechselnd bei Ihren Eltern oder bei mir gewohnt, wie wir gerade Lust hatten, sie hat mich morgens zur Schule gefahren (hat mich in der 10+12 Uhr Pause auf dem Schulhof besucht, täglich) wieder abgeholt zum Training und danach nach Hause gefahren. An den Wochenenden hatte ich meisten Turniere oder Auftritte, entweder irgendwo in Deutschland oder irgendwo in Europa, auch da hat sie darauf bestanden mich hin zu fahren. Ihre Eifersuchtsszenen wurden immer unsinniger und gewalttätiger. Als sie dann zum zweiten mal versucht hatte uns beide mit dem Auto umzubringen, habe ich beschlossen dass wir eine Beziehungspause brauchten. Ich war zwar erst 17 aber ich hatte begriffen dass da etwas ganz und gar nicht in Ordnung war.


    Ich habe sie wirklich mehr geliebt als alles andere auf dieser Welt, mehr noch als mich selbst und deshalb habe ich Schluss gemacht. Ich konnte einfach nicht mit ansehen wie die Liebe meines Lebens, ihres eigenes Leben total aufgibt und nur noch mich zu Inhalt hat.


    Heute weiss ich dass es so etwas wie dependente Persönlichkeiten einfach gibt und heute könnte ich vielleicht auch mit diesen "Macken" umgehen, aber damals konnte ich dass nicht. Ich wollte nicht schuld daran sein da der Mensch den ich so sehr geliebt habe für das was sie war, sich so weit aufopfert.


    Mein Plan war, die Beziehung für ein halbes Jahr zu pausieren, damit sie mal wieder zur Ruhe kommt und sich hoffentlich wieder fängt vielleicht auch mit professioneller Hilfe...? Um dann, wenn sie wieder die alte ist, die Beziehung fort zu setzen, eigentlich sogar für den Rest unseres Lebens, denn wir passten perfekt zusammen, die psychischen Probleme die sie hatte sah ich da noch nicht als Hinderungsgrund an. Dazu kam es leider nicht, nachdem ich Schluss gemacht habe hatte sie mich und meine Mutter tagelang mit wütenden Anrufen und Besuchen bombardiert, hat mich beobachtet in der Schule, beim Training usw. Das ging fast 6 Monate so, dann sind wir erneut umgezogen und ich hatte den Verein gewechselt, so konnte sie mich ausserhalb der Schule nicht mehr finden. Aber sie war dennoch die Liebe meines Lebens und ursprünglich war für mich klar, dass wir unser Leben zusammen verbringen werden. Deshalb beschloss ich, regelmäßig (ok, es war nur 2 mal, aber das hat auch seinen Grund) den Kontakt zu Ihr zu suchen um zu fragen wie es ihr geht und was sie so macht. Bei beiden Anrufen, machte sie mir ziemlich deutlich wie sehr sie mich hasst, obwohl die Beziehung schon viele Jahre her war. Tja sie hat dann geheiratet und ich habe nie wieder angerufen... so weit, so traurig...


    Vor kurzem habe ich mit einem alten Vereinskollegen telefoniert und der erzählte mir, dass sie nun geschieden sei (nach 12 Jahren Ehe hat sich der erfolgsverwöhnte BWL´er dann eine 15 Jahre jüngere genommen und sie sitzen lassen ). Seit dem geht sie mir nicht mehr aus dem Kopf, was sie wohl macht, ist sie solo oder neu vergeben? Ich wollte sie also anrufen (23 Jahre nach unserer Beziehung und circa 13 Jahre nach unserem letzen Telefonat). Komischerweise steht sie nicht mehr im Telefonbuch und ich wohne einige Hundert Kilometer entfernt und kann auch nicht mal kurz vorbeischauen. Ich habe Stunden im Internet damit verbracht wenigstens eine Emailadresse zu finden, nichts...


    Ich mache mir ehrlich gesagt Gedanken, sie hatte unsere Trennung schon schwer (und ungesund) überwunden und wir waren nicht 12 Jahre verheiratet und ich habe sie auch nicht wegen einer anderen abserviert. Ich weiss leider gar nicht wie es ihr geht, ich würde sie so gerne wieder sehen, aber im Moment weiss ich nicht einmal ob sie noch in ihrer Wohnung wohnt.


    Ich denke mal wenn ein Mensch, in der heutigen Zeit, keine Spuren im Internet hinterlässt (Emailadresse, SocialNetworks, Nutzerprofile usw.), keine Telefonnummer bekannt ist dann will dieser Mensch auch nicht gefunden werden. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie einsam und alleine in Ihrer Wohung sitzt und langsam vor sich hin verbittert. Sie müsste jetzt so um die 42 Jahre alt sein, das ist doch viel zu früh um das Thema Liebe ganz abzuschreiben. Allerdings weiss ich auch nicht wie lange sie schon geschieden ist, ob sie drüber weg ist, einen neuen Partner hat.


    Ich will eigentlich nur wissen ob es ihr gut geht, es ist zwar unlogisch aber, ich habe seit dem ich unsere Beziehung beendet habe ein sehr schlechtes Gewissen, denn ich habe den Menschen verletzt der mir am meisten bedeutet und das obwohl ich es eigentlich nur gut gemeint hatte.


    Viel Text ich weiss, würde mich trotzdem über ein paar Meinungen und Gedankenanstösse freuen. @:)

  • 69 Antworten

    Nur ein Detail. Das hier:

    Zitat

    2 Telefonaten (die erstaunlich nett und innig waren)

    und das hier:

    Zitat

    Bei beiden Anrufen, machte sie mir ziemlich deutlich wie sehr sie mich hasst, obwohl die Beziehung schon viele Jahre her war.

    scheint mir nicht so ganz zusammen zu passen.


    ...


    Darüber hinaus: Ich finde es – aus meiner eigenen bescheidenen Erfahrung heraus erstaunlich, dass du in dem Alter die Kraft und Möglichkeit hattest, diese Entscheidung, die du beschreibst zu treffen. (Gleichzeitig finde ich seltsam, dass du das Gefühl hast, sie nur ihr zuliebe verlassen zu haben, wo sie dich doch offensichtlich sehr stark kontrolliert hat, du mithin auch deine eigenen Grenzen geschützt hast. Aber auch das nur ein Detail.)


    ...


    Auch das hier finde ich zumindest bemerkenswert:

    Zitat

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie einsam und alleine in Ihrer Wohung sitzt und langsam vor sich hin verbittert. Sie müsste jetzt so um die 42 Jahre alt sein, das ist doch viel zu früh um das Thema Liebe ganz abzuschreiben. Allerdings weiss ich auch nicht wie lange sie schon geschieden ist, ob sie drüber weg ist, einen neuen Partner hat.


    Ich will eigentlich nur wissen ob es ihr gut geht, es ist zwar unlogisch aber, ich habe seit dem ich unsere Beziehung beendet habe ein sehr schlechtes Gewissen, denn ich habe den Menschen verletzt der mir am meisten bedeutet und das obwohl ich es eigentlich nur gut gemeint hatte.

    Ich meine, du weißt nichts über sie ... wenig bix nix darüber, was für eine sie geworden ist, und malst dir ausgerechnet dieses Bild aus. Und, was vielleicht bezeichnender (?) ist: Du hast aufgrund eines solchen Bildes (in dem sie so klar ein "Opfer" ist) das Bedürfnis, sie zu kontaktieren. Vielleicht eine Möglichkeit, darüber nachzudenken: Welche Rolle Abhängigkeiten, Opferrollen etc. für dich in dieser Konstellation spielen; auch, was mit deinem Bedürfnis ist, für sie Verantwortung zu übernehmen (so wie du die Entscheidung damals darstellst, so wie du über dein Bedürfnis heute sprichst, geht es doch jeweils genau darum: Dass du eine Entscheidung triffst/treffen möchtest, von der man auch sagen könnte: Eigentlich ist das ihre Entscheidung: Ob sie alles aus ihrem Leben streichen möchte, für dich. Ob sie jetzt wieder Kontakt aufnimmt [wenn deine Intention ist, dich bei ihr zu melden, weil es ihr vermeintlich nicht gut geht; nicht, weil du das Bedürfnis hast, sie wieder in deinem Leben zu haben.])


    ...


    Soweit nur ein paar Dinge, die mir aufgefallen sind. Ich habe aus deinem Beitrag nich das Gefühl, da eine irgendwie runde "Antwort" geben zu können. Mir ist auch nicht klar, was genau deine Frage ist.



    Zitat

    ich möchte meine Jugendliebe wieder finden, wem geht es ähnlich?

    Ich habe den Kontakt zu meiner "Jugendliebe", mit der es übrigens aus irgendwie ähnlichen Gründen auseinander ging (ich denke nicht, dass da irgendjemand irgendwie entschieden hat, weil es für die andere Person besser wäre; das Phänomen, dass eine Person ihr bisheriges Leben vernachlässigte und sich zunehmend abhängig machte, hatten wir aber auch und war letztlich der Grund für die Trennung), nie verloren. Über das Damals reden wir manchmal, es ist vor allem interessant, wenn eine_r von uns Verhaltensweisen aus unserer damaligen Zeit heute in anderen Beziehungen wiederholt. (Das, der Vollständigkeit halber.)




    Bist du denn heute noch romantisch an ihr interessiert? Am Anfang klang das so. Am Schluss nicht mehr so.

    wow, da hätte ich nicht mit gerechnet um diese Uhrzeit auf jemanden zu treffen der (oder die?) bei soviel Text auch noch zwischen den Zeilen lesen kann. Also hast mir schon paar interessante Anstösse gegeben, Danke :-)


    Ja, du hast recht das passt auch nicht zusammen, in diesen Gesprächen hat irritierenderweise alles drei zusammen mitgeschwungen, einerseits waren wir sehr vertraut und schnell wieder sehr "nahe" beinander im gespräch, haben dass als angenehm empfunden und waren nett zueinander... bis zu dem Punkt wo eine verletzende Bemerkung die auf mich zielte kam oder eine die sie selbst herabwürdigt und damit mich verletzt, ich weiss klingt bescheuert ist aber so...


    Den Punkt mit den eigenen Grenzen, ja sicherlich, das hat auch eine Rolle gespielt, aber rein objektiv betrachtet, ich war ja der "Nutznießer" ihrer Abhängigkeit, ob ich wollte oder nicht, und das daraus resultierende schlechte Gewissen war eigentlich der Hauptmotivationspunkt, gleich danach kam reiner Überlebenstrieb. Sie hat mehrmals versucht mich, uns beide zusammen und schließlich nur noch sich umzubringen, das war mir echt zu heikel geworden, sie saß ja jeden morgen am Steuer auf dem Weg zu Schule...


    Wie gesagt, als ich sie kennenlernte war sie eine normales, sehr intelligentes und sehr hübsches Mädchen und nach 6 Monaten Beziehung mit mir ist sie eine psychisch instabile Person mit den symptomen einer dependenten Persönlichkeit geworden. Jung und naiv wie ich war habe ich natürlich auch gedacht, dass ich durch die Beziehung mitschuld an ihrer seelischen Verfassung war, deshalb auch die Anrufe meinerseits, selbst Jahre danach noch. Das schlechte Gewissen habe ich sogar heute noch.


    Das Opfer-Motiv ist mir noch garnicht aufgefallen, aber stimmt, kann gut sein, dass ich mich auch gerne in der Rolle des heldenhaften Retters bei ihr sehen würde, dem gegenüber steht aber mein purer Eigennutz wieder eine Beziehung mit meiner Traumfrau und Seelenverwandten haben zu können, diese Motivation hat nie nachgelassen und hat sogar andere Beziehungen verhindert.


    Was auch die letzte Frage beantwortet, wenn ihre psychische "Macke" nicht unerträglich groß geworden ist (und sie nicht 30 Kilo zugenommen hat...) würde ich es ernsthaft noch einmal probieren wollen. Ich weiss, heute würde ich ganz anders mit solchen Problemen umgehen.


    Aber warum das, ihre Entscheidung sein soll verstehe ich nicht. Selbst wenn sie nach ihrer Scheidung mal über mich nachgedacht hat, ist sie sicherlich zu dem Schluss gekommen dass ich auch schon verheiratet bin und sie keine Chance hätte. Ausserdem ist es unwahrscheinlich das sie nach diesem krassen Scheidungsgrund, den Mut findet ausgerechnet eine Jugendliebe zu kontaktieren der schonmal die Beziehung beendet hat...? Oder habe ich dich da jetzt falsch verstanden?


    Ob ich heute noch an ihr interessiert wäre? Ich würde sie gerne einmal treffen und herausfinden ob die Menschen die wir in der Zwischenzeit geworden sind, heute noch zu einander passen oder ob mir da meine romantische Phantasie ein bösen Streich spielt... kniffelig.

    Zitat

    Ich würde sie gerne einmal treffen und herausfinden ob die Menschen die wir in der Zwischenzeit geworden sind, heute noch zu einander passen

    Habt ihr denn wirklich jemals zusammen gepasst? Immerhin schien diese Beziehung ja viele destruktive Züge mit sich gebracht zu haben. ???


    offtopic: Wie fügt man so einen horizontalen Strich ein?


    *:)

    Zitat

    Als sie dann zum zweiten mal versucht hatte uns beide mit dem Auto umzubringen

    Also mal ganz abgesehen davon, dass sie ihr komplettes leben hingeworfen hat nach wenigen MOnaten beziehung nur für dich und dann noch sowas... WARUM willst du zu so ner Person noch kontakt?? Die klingt absolut geistig krank und gefährlich die Frau. Da wär ich froh wenn ich mehrere Bundesländer dazwischen hätte und wär dankbar dass ich überhaupt noch am Leben bin :-o

    Zitat

    Die klingt absolut geistig krank und gefährlich die Frau. Da wär ich froh wenn ich mehrere Bundesländer dazwischen hätte und wär dankbar dass ich überhaupt noch am Leben bin

    Du bist aber empfindlich ;-)


    Ich komme aus Italien, da ist das der ganz normal Wahnsinn der zu jeder Beziehung mit dazu gehört, da fliegen nicht nur Teller und Tassen... Gut der zeitliche Verlauf ist eher ungewöhnlich, gebe ich zu.


    Und sie war ja nicht von Anfang an so komisch, im Gegenteil, bis zu diesen " Total Ausrastern" haben wir uns immer super verstanden, da war immer eine gemeinsame Wellenlänge in unserer Kommunikation, sie hatte dort Stärken wo ich Schwächen hatte und ich dort Stärken wo sie Schwächen hatte, wir haben uns sehr gut ergänzt, ähnlichen Humor hatten wir auch. Wir waren im Freundes- und Bekanntenkreis das neue "Traumpaar" von dem keiner Gedacht hätte dass sie jemals zusammen kommen würden und sich dann auch noch so gut verstehen, das war ja das verrückte. Bevor sie mit mir zusammen gekommen ist, war sie 2 Jahre mit einem anderen zusammen, da war auch noch alles noch ganz normal.

    schwalbenfreund

    Zitat

    Aber als sie mir dann erzählte, dass sie bald ihren Chef heiraten und mit diesem dann in die Eigentumswohnung der Eltern ziehen werde, habe ich das Thema für mich abgehakt. Ich sollte dazu erwähnen, dass ich die Beziehung beendet hatte aus Liebe zu ihr, das klingt zwar bescheuert, war aber tatsächlich so.

    Ich kann Deine Handlung und Haltung gut nachvollziehen. Was mir fehlt ist Deine Einstellungsänderung, nachdem sie Dich tyrannisiert und fast umgebracht hat. So sehr Du sie auch geliebt haben magst, so wäre aus meiner Sicht eine Entscheidung Deinerseits, mit dieser Frau einfach keine Beziehung führen zu können, da sie nicht beziehungsfähig war fällig gewesen oder zumindest in den letzten 20 Jahren. Somit magst Du zwar gewollt haben, aus Liebe loszulassen, aber ich habe nicht den Eindruck, dass Du sie jemals losgelassen hast. Ich habe nicht den Eindruck, Du es so gemacht hast: "Ich liebe sie und lasse sie los und lebe mein Leben glücklich, bin glücklich, dass sie die Chance hat glücklich zu werden und ich auch." Täusche ich mich?


    Wie hat es in deinem Leben seitdem ausgeschaut – privat und beruflich? Zufrieden?

    Zitat

    Ich denke mal wenn ein Mensch, in der heutigen Zeit, keine Spuren im Internet hinterlässt (Emailadresse, SocialNetworks, Nutzerprofile usw.), keine Telefonnummer bekannt ist dann will dieser Mensch auch nicht gefunden werden. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie einsam und alleine in Ihrer Wohung sitzt und langsam vor sich hin verbittert. Sie müsste jetzt so um die 42 Jahre alt sein, das ist doch viel zu früh um das Thema Liebe ganz abzuschreiben. Allerdings weiss ich auch nicht wie lange sie schon geschieden ist, ob sie drüber weg ist, einen neuen Partner hat.

    Ich frage mich, ob Du hier sie oder Dich selbst beschreibst?

    Zitat

    Das Opfer-Motiv ist mir noch garnicht aufgefallen, aber stimmt, kann gut sein, dass ich mich auch gerne in der Rolle des heldenhaften Retters bei ihr sehen würde, dem gegenüber steht aber mein purer Eigennutz wieder eine Beziehung mit meiner Traumfrau und Seelenverwandten haben zu können, diese Motivation hat nie nachgelassen und hat sogar andere Beziehungen verhindert.

    Habt Ihr diese Seelenverwandschaft jemals gelebt? Doch nicht in 6 Monaten. Ich habe den Eindruck, dass dies Deine Illusion ist. Das, wie es hätte sein können, wenn sie nicht solche psychopatischen Züge an den Tag gelegt hätte. Ich verwende hier bewusst diesen überspitzen Ausdruck, weil ich an ihrem Verhalten so gar nichts liebenswertes erkennen kann. Nur aus Deiner Betrachtung heraus. Deswegen meine Idee, dass Du hier eine Illusion geliebt hast und ich jetzt nachhängst. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du einer kontrollsüchtigen, suizidgefährdeten und vor allem auch gewalttätigen Partnerin nachhängst? Dabei war sie das doch genau.

    Zitat

    Was auch die letzte Frage beantwortet, wenn ihre psychische "Macke" nicht unerträglich groß geworden ist (und sie nicht 30 Kilo zugenommen hat...) würde ich es ernsthaft noch einmal probieren wollen. Ich weiss, heute würde ich ganz anders mit solchen Problemen umgehen.

    Aha. Du willst keine gleichwertige Beziehung, sondern eine andere Art der Abhängigkeitsbeziehung, die Ihr schon hattet? Wieso willst Du Therapeut und nicht Partner sein?

    Zitat

    Ich komme aus Italien, da ist das der ganz normal Wahnsinn der zu jeder Beziehung mit dazu gehört, da fliegen nicht nur Teller und Tassen... Gut der zeitliche Verlauf ist eher ungewöhnlich, gebe ich zu.

    Sogar wenn dem so sein sollte, dass in Italien das der normale Wahnsinn sein sollte, macht es das für mich nicht erstrebenswerter.

    Zunächst mal, ich finde es nachvollziehbar, dass eine derart krasse, wenn auch kurze Beziehung, die man in so jungen Jahren hat, Spuren hinterlässt, und dass man da später immer noch einen ominösen Klärungsbedarf mit sich herumschleppt. Die Entscheidung, die du mit 17 getroffen hast, finde ich absolut richtig, und es ist schon erstaunlich für einen 17Jährigen mit wenig Lebenserfahrung, sowas dann so durchzuziehen.

    Zitat

    Ich weiss, heute würde ich ganz anders mit solchen Problemen umgehen.

    Die anderen haben ja schon viel Interessantes geschrieben. Das hier würde mich mal interessieren (ich nehme an, du bist gerade nicht in einer Partnerschaft): Wie würdest du denn heute mit einer Partnerin umgehen, die so krankhaft kontroll- und eifersüchtig ist, dass sie dich beinahe getötet hätte?


    Was ist dir dein eigenes Leben heute wert? Bist du mit dem zufrieden, was du erreicht hast, was du lebst?

    Zitat

    Du bist aber empfindlich ;-)


    Ich komme aus Italien, da ist das der ganz normal Wahnsinn der zu jeder Beziehung mit dazu gehört, da fliegen nicht nur Teller und Tassen...

    War vielleicht auch ein bisschen humorvoll von dir gemeint, aber ich finde es nicht empfindlich, wenn man sich nicht aus einem nichtigen Grund umbringen lassen will :-/

    Hallo Kleio,

    Zitat

    Ich kann Deine Handlung und Haltung gut nachvollziehen. Was mir fehlt ist Deine Einstellungsänderung, nachdem sie Dich tyrannisiert und fast umgebracht hat. So sehr Du sie auch geliebt haben magst, so wäre aus meiner Sicht eine Entscheidung Deinerseits, mit dieser Frau einfach keine Beziehung führen zu können, da sie nicht beziehungsfähig war fällig gewesen oder zumindest in den letzten 20 Jahren. Somit magst Du zwar gewollt haben, aus Liebe loszulassen, aber ich habe nicht den Eindruck, dass Du sie jemals losgelassen hast. Ich habe nicht den Eindruck, Du es so gemacht hast: "Ich liebe sie und lasse sie los und lebe mein Leben glücklich, bin glücklich, dass sie die Chance hat glücklich zu werden und ich auch." Täusche ich mich?


    Wie hat es in deinem Leben seitdem ausgeschaut – privat und beruflich? Zufrieden?

    Naja, die Beziehung bestand nicht nur aus Tyrannei und Mordversuchen... und "Schluss gemacht" habe ich ja weil sie eben nicht mehr beziehungsfähig geworden ist, ich aber trotzdem die feste Hoffnung hatte, dass dies nur ein temporärer Zustand ist der sich wieder ändern kann. Allerdings hat mich ihr Verhalten nach der Trennung davon überzeugt dass diese Beziehung wohl länger als nur 6 Monate pausiert werden muss. Es stand trotzdem für mich fest dass das da meine Frau wird und ich ihr Mann, auch wenn sie nun noch ein paar Jahre braucht um reifer zu werden und lernt mit ihren Gefühlen fertig zu werden. Dann kam für mich irgendwie das Leben dazwischen, eine neue Beziehung, Abitur, Freiheit und dann die Bundeswehr, Studium usw...


    Du hast Recht, ich habe sie die ganzen Jahre über nicht losgelassen und das will ich auch immernoch nicht, logisch ist das nicht, das weiss ich auch. In dem Satz "Ich liebe sie und lasse sie los und lebe mein Leben glücklich, bin glücklich, dass sie die Chance hat glücklich zu werden und ich auch." steckt die Überzeugung mit der ich den Verlustschmerz bekämpft habe, gewonnen hat diese Überzeugung nicht, funktioniert auch nicht. Die Beziehung nach ihr, war ein emotionaler Kindergarten den ich schnell verlassen habe. Ich habe die ganzen Jahre über die "Position" Lebenspartnerin in meinem Kopf irgendwie als "bereits besetzt" deklariert. Ich habe dann auch nicht mehr aktiv nach einer neuen Beziehung gesucht, die wenigen die ich hatte sind eher zufällig entstanden. Ich habe eigentlich alle anderen Lebensbereiche (Job, Peers usw.) "normal" entwickelt, das Thema Beziehung ist für mich eigentlich erledigt gewesen, wenn mir nicht vor ein paar Tagen ein alter Freund die Sache mit ihrer Scheidung erzählt hätte. Seit dem beschäftigt mich dieses Thema wieder, obwohl ich schon seit 15 Jahren nicht mehr in meiner Heimatstadt war und mein Lebensmittelpunkt nun in einem anderen Bundesland habe. Wobei ich ernsthaft nicht ausschliessen möchte, das es mich nach 15 Jahren Abwesenheit vielleicht doch wieder in die alte Heimat zieht. Denn meinen Beruf kann ich überall mit hin nehmen, eine Beziehung die ich aufgeben müsste gibts nicht und mein jetziger Freundeskreis setzt sich ohnehin aus Leuten zusammen die alle recht mobil sein müssen.

    Zitat

    Habt Ihr diese Seelenverwandschaft jemals gelebt? Doch nicht in 6 Monaten.

    Suggestivfrage, unzulässig ;-)

    Zitat

    Ich habe den Eindruck, dass dies Deine Illusion ist. Das, wie es hätte sein können, wenn sie nicht solche psychopatischen Züge an den Tag gelegt hätte. Ich verwende hier bewusst diesen überspitzen Ausdruck, weil ich an ihrem Verhalten so gar nichts liebenswertes erkennen kann. Nur aus Deiner Betrachtung heraus. Deswegen meine Idee, dass Du hier eine Illusion geliebt hast und ich jetzt nachhängst. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du einer kontrollsüchtigen, suizidgefährdeten und vor allem auch gewalttätigen Partnerin nachhängst? Dabei war sie das doch genau.

    Naja, das war sie ja eben nicht, wenn sie derartig psychisch gestört gewesen wäre, denke ich nicht dass der Ex Mann dass 12 Jahre in einer Ehe mitgemacht hätte, oder sie überhaupt geheiratet hätte. Sie hatte damals wahrscheinlich eine psychische Störung die durch irgendwas ausgelöst wurde, das heisst aber nicht dass sie deshalb für den Rest ihres Lebens psychisch krank wird und bleibt. Das wusste ich damals und hatte fest damit gerechnet sie dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu treffen. Das ich dann wegen des Studiums wegziehe und danach berufsbedingt viel unterwegs bin wusste ich damals ja noch nicht. Deshalb denke ich das Thema verdient Aufmerksamkeit und einen Abschluss.

    Zitat

    Aha. Du willst keine gleichwertige Beziehung, sondern eine andere Art der Abhängigkeitsbeziehung, die Ihr schon hattet? Wieso willst Du Therapeut und nicht Partner sein?

    Wieder Suggestivfrage! Nein, die Beziehung die ich damals beendet habe will ich nicht zurück. Partnerschaften gehen immer mit Abhängigkeiten und deren Kompromissen einher, auch ein Machtgefälle ist ganz natürlich in gewissen Grenzen. Eine gleichwertige (oder meintest du gleichberechtigte?) Beziehung gibt es nicht und ist nur eine Illusion. Egal welche Rollen man wie verteilt innerhalb einer Partnerschaft, es ist schon aus praktischen Gründen notwendig, Alltagsaufgaben zuverlässig zu erledigen. In einer wirklich gleichberechtigten Beziehung würde jedes mal erneut diskutiert werden wer dieses mal drann ist mit Alltagsaufgabe XY, ich habe 6 Jahre in einer gemischten WG gelebt und weiss wovon ich spreche...

    Zitat

    Sogar wenn dem so sein sollte, dass in Italien das der normale Wahnsinn sein sollte, macht es das für mich nicht erstrebenswerter.

    Ich finde, physische Gewalt hat grundsätzlich nichts in einer Liebesbeziehung zu suchen. Aber gestritten und diskutiert werden muss auf jeden Fall, sonst funktioniert die Beziehung irgendwann nicht mehr.


    Du hast mich auf 2 sehr wichtige Punkte aufmerksam gemacht, erstens ich habe sie tatsächlich nicht losgelassen bis heute. Zweitens der Wunsch nach so vielen Jahren wieder Kontakt zu suchen um ihr beizustehen und falls es passt wieder anzubandeln, spiegelt wahrscheinlich eine unbewußte Einsamkeit wider. Ich habe tatsächlich bewußt auf weitere Liebesbeziehungen verzichtet, vielleicht rächt sich dieses Defezit gerade. Mal schauen, im Moment kann ich sie gar nicht kontaktieren weil sie nicht mehr im Telefonbuch steht und ich nicht weiss ob sie ihre Wohnung verkauft hat und auch weg gezogen ist oder noch dort lebt (die Eltern hatten ihr die Wohnung zur Hochszeit geschenkt und sind selbst aufs Land gezogen, kann ja sein dass die Wohnung nach der Scheidung verkauft wurde).

    Zitat

    wenn sie derartig psychisch gestört gewesen wäre, denke ich nicht dass der Ex Mann dass 12 Jahre in einer Ehe mitgemacht hätte, oder sie überhaupt geheiratet hätte.

    Hast du eine Ahnung, wie viele Menschen Jahrzehnte in einer Beziehung/ Ehe mit einem psychisch gestörten Partner verbringen können?!


    Ähem, und dich hat ihr Verhalten in eurer kurzen Beziehung ja auch nicht von dem Wahn befreit, mit dem du dir dein ganzes späteres potenzielles Beziehungsleben versaut hast.

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    Sie hatte damals wahrscheinlich eine psychische Störung die durch irgendwas ausgelöst wurde, das heisst aber nicht dass sie deshalb für den Rest ihres Lebens psychisch krank wird und bleibt.

    Das ist natürlich richtig.

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    Aber gestritten und diskutiert werden muss auf jeden Fall, sonst funktioniert die Beziehung irgendwann nicht mehr.

    Für mich funktioniert eine Beziehung nur, wenn ich nicht streite.

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    Deshalb denke ich das Thema verdient Aufmerksamkeit und einen Abschluss.

    Das glaube ich auch. Zumindest solltest du dir die Chance auf einen Abschluss geben.

    Zitat

    Partnerschaften gehen immer mit Abhängigkeiten und deren Kompromissen einher, auch ein Machtgefälle ist ganz natürlich in gewissen Grenzen. Eine gleichwertige (oder meintest du gleichberechtigte?) Beziehung gibt es nicht und ist nur eine Illusion. Egal welche Rollen man wie verteilt innerhalb einer Partnerschaft, es ist schon aus praktischen Gründen notwendig, Alltagsaufgaben zuverlässig zu erledigen. In einer wirklich gleichberechtigten Beziehung würde jedes mal erneut diskutiert werden wer dieses mal drann ist mit Alltagsaufgabe XY, ich habe 6 Jahre in einer gemischten WG gelebt und weiss wovon ich spreche...

    Ich kenne eine Menge Partnerschaften, in denen "Gleichberechtigung" nicht ständig von neuem diskutiert wird – wieso auch? Was allerdings sicher eine "Illusion" ist, ist eine "perfekte" Beziehung, der "Traumpartner", häufig auch der "Seelenverwandte".

    Zitat

    und ich nicht weiss ob sie ihre Wohnung verkauft hat und auch weg gezogen ist oder noch dort lebt

    Früher konnte man sowas ganz einfach durch Anschreiben von Meldeämtern rauskriegen. Einfach das Meldeamt der letzten dir bekannten Adresse anschreiben und um Auskunft bitten ob sie noch dort lebt. Hab ich wegen einer Schulfreundin mal gemacht. Ich hab dann (gegen Gebühr natürlich) jeweils die neuere Adresse bekommen, bis sich allerdings die Spur verloren hat (wohl Richtung Ausland).

    Zitat

    Die anderen haben ja schon viel Interessantes geschrieben. Das hier würde mich mal interessieren (ich nehme an, du bist gerade nicht in einer Partnerschaft): Wie würdest du denn heute mit einer Partnerin umgehen, die so krankhaft kontroll- und eifersüchtig ist, dass sie dich beinahe getötet hätte?

    Garnicht, ich würde die Beziehung deutlich früher beenden als damals. Aber heute bin ich Berufs- und Lebenserfahren genug um solche "Episoden" zu erkennen und eine adäquate Intervention einzuleiten. Nicht dass hier der Eindruck entsteht ich hätte mich in eine total psychisch kranke Frau verliebt und das auch noch gut gefunden. Sie ist erst verhaltensauffällig geworden als wir schon zusammen waren, ob sie es geblieben ist weiss ich nicht, gehe aber nicht davon aus.

    Zitat

    Was ist dir dein eigenes Leben heute wert? Bist du mit dem zufrieden, was du erreicht hast, was du lebst?

    Ja, soweit bin ich zufrieden. Vielleicht ergibt sich für mich auch ein ganz anderes Bild wenn ich sie mal wieder getroffen habe, Menschen verändern sich mit der Zeit und ich bin einfältiger und sturer geworden und würde nicht mehr so kompromissbereit sein.


    Es steht für mich auch nicht im Vordergrund nun wieder eine Beziehung zu ihr aufzubauen, ich fühle mich nach wie vor schuldig und ein Stück weit verantwortlich ihr gegenüber, das treibt mich dazu aus der Ferne zu überprüfen ob es ihr gut geht oder ob sie vielleicht Hilfe braucht.

    Zitat

    Ähem, und dich hat ihr Verhalten in eurer kurzen Beziehung ja auch nicht von dem Wahn befreit, mit dem du dir dein ganzes späteres potenzielles Beziehungsleben versaut hast.

    Nee, also das würde ich nicht so eindeutig ihr zuordnen. Ich hatte danach einige Beziehungen mit anderen Frauen, ob die nun psychisch gesund oder krank waren weil sie nicht so Verhaltensauffällig waren, weiss ich nicht...


    Jedenfalls hat mich meine Erste Beziehung nicht daran gehindert weitere einzugehen, dass die dann nicht lebenslang gehalten haben, hatte eher andere Gründe als meine erste Freundin.