Ich wäre so gerne monogam

    Gibt es hier "LeidensgenossInnen", die gerne monogam ticken würden, aber Schwierigkeiten damit haben monogam zu leben? Ich versuche es seit mehr als 15 Jahren, meiner Partnerin zuliebe, aber wenn ich ehrlich zu mir (und ihr) bin, dann bin ich einfach nicht monogam gestrickt. Ich bin fähig mehrere Menschen gleichzeitig romantisch zu lieben und sexuell zu begehren, ohne dass es meinen Gefühlen für sie einen Abbruch täte und am liebsten würde ich das auch (aus)leben. Ich will aber niemanden verletzen, also verzichte ich.

    In meinen Gedanken bin ich jedoch immer öfter "untreu" und male mir aus, wie es mit anderen sein könnte. Ich fände es unglaublich bereichernd, wenn wir beide mehrere PartnerInnen hätten. Für sie ist das jedoch unvorstellbar, ich bin ihr ein und alles. Ich liebe sie auch und will mein Leben weiter mit ihr verbringen, also versuche ich mir alle(s) andere(n) aus dem Kopf zu schlagen.

    100% glücklich bin ich damit jedoch nicht und grüble immer öfter...

  • 80 Antworten
    Komorebi schrieb:

    Ich will aber niemanden verletzen, also verzichte ich.

    Dann lebst du doch monogam.

    Komorebi schrieb:

    Ich bin fähig mehrere Menschen gleichzeitig romantisch zu lieben und sexuell zu begehren, ohne dass es meinen Gefühlen für sie einen Abbruch täte

    Dann willst du auch nicht monogam sein.


    Ich lebe aktuell auch monogam. Ist halt so.

    Verhueter schrieb:

    Dann lebst du doch monogam.

    Ja, ich lebe monogam, obwohl ich nicht monogam bin.



    Verhueter schrieb:

    Ich lebe aktuell auch monogam. Ist halt so.

    Ist halt so, weil...? Bist du denn monogam? Oder lebst du nur so, dem/der PartnerIn zuliebe?

    Wenn zwei Menschen mit unterschiedlichen Vorstellungen und Bedürfnissen in einer Beziehung sind, dann wird es für einen auf Dauer sehr ungemütlich. Im Bereich der Sexualität fällt das halt extrem auf. Du wirst sie nicht ändern können, wenn das nicht ihren Vorstellungen entspricht. Also entweder lebst Du mit unerfüllten Begehren, trennst Dich ober betrügst sie. Alles nicht ideal. Ich bin auch kein Fan der gesellschaftlich auferlegten und von den meisten Menschen als einzig richtig anerkannten Monogamie. Gehe aber Partnerschaften von vornherein mit offenen Worten an und schaue bei potentiellen Partnern genau darauf, wie sie zum Thema Sexualität stehen. Alles andere macht halt keinen Sinn. Irgendwann wird es mir mit immer der gleichen Person sexuell zu langweilig. Hilft Dir jetzt alles nicht, aber man kann da auch nichts raten. So wie Du sie beschreibst, scheint es da auch nicht in Richtung Swingerpartys etc gehen zu können.

    Komorebi schrieb:

    Bist du denn monogam?

    Kann man das wirklich einfach so merken? Bin ich mir nicht sicher.

    Komorebi schrieb:

    Oder lebst du nur so, dem/der PartnerIn zuliebe?

    Anteilig sicher.

    Komorebi schrieb:

    Bist du denn monogam? Oder lebst du nur so, dem/der PartnerIn zuliebe?

    Was heißt denn "nur"? Wie definiert sich denn monogam "sein"? Niemals, in keiner Sekunde, Bock auf jemand anderen als den Partner zu haben? Vergiss es, dann gibt es keine Monogamie.

    Und: wenn jemand von Beruf Lehrer ist, aber eigentlich lieber Lokfüherer wäre, "ist" er dann Lehrer oder "ist" er Lokführer, der als Lehrer lebt? Oder arbeitet er gar nur als Lehrer und "ist" weder das eine noch das andere?

    Muss man das denn als Teil der Persönlichkeit definieren (durch das "ist", "bin" oder "sein")? Wieso reicht es nicht, zu sagen "ich lebe zurzeit monogam, würde es auch gern so beibehalten, aber es fällt manchmal schwer"? Und wenn es irgendwann zu schwer fällt (was passieren kann, aber nicht muss), muss man halt eine Entscheidung treffen, wie man damit umzugehen gedenkt. Diese Entscheidubg kann man für sich alleine oder gemeinsam mit dem Partner treffen. Das ist doch kein Hexenwerk, wo man irgendwas "sein" muss oder nicht "sein" darf oder "sein" sollte oder aber lieber doch nicht. Sondern lediglich - wie im Grunde alles im Leben - eine Frage der Prioritäten.

    Sapient schrieb:

    So wie Du sie beschreibst, scheint es da auch nicht in Richtung Swingerpartys etc gehen zu können.

    Richtig, das ist absolut ausgeschlossen für sie.



    Verhueter schrieb:

    Kann man das wirklich einfach so merken? Bin ich mir nicht sicher.

    Gute Frage. Ich merke halt sehr deutlich, dass ich eigentlich nicht monogam veranlagt bin. Während meine Partnerin sehr überzeugend schildert, dass sie rein monogam tickt, d.h. selbst mit "Freifahrtsschein" würde sie nie und nimmer mit anderen intim werden. Sie kann sich nicht vorstellen, mehrere Personen zur gleichen Zeit partnerschaftlich zu lieben und hat keinerlei Bedürfnis nach Intimität mit anderen.



    Dorfnixe schrieb:

    Was heißt denn "nur"? Wie definiert sich denn monogam "sein"? Niemals, in keiner Sekunde, Bock auf jemand anderen als den Partner zu haben? Vergiss es, dann gibt es keine Monogamie.

    Laut meiner Partnerin ist das so. Sie hatte in den vergangenen 15 Jahren nie Lust auf andere, ist dafür völlig "blind" sagt sie. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie das nicht mir zuliebe sagt, denn ich wäre ja froh, wenn es bei ihr anders wäre.


    Mir haben das auch schon mehrere im Umfeld glaubhaft geschildert, also v.a. Frauen, dass sie tatsächlich nur Gefühle für einen Menschen haben können und dann automatisch null Interesse an anderen haben. Freilich gibt es da Abstufungen, ich kenne auch solche, die sagen, sie wollen keine offene Beziehung, aber blind sind sie natürlich nicht und manchmal gibt es schon ein bisschen Kopfkino. Mehr aber halt nicht.


    Wohingegen ich halt sehr deutlich merke, dass ich "nur" monogam lebe, meiner Partnerin zuliebe, aber keineswegs monogam "gestrickt" bin.

    Komorebi schrieb:

    Wohingegen ich halt sehr deutlich merke, dass ich "nur" monogam lebe, meiner Partnerin zuliebe, aber keineswegs monogam "gestrickt" bin.

    Wenn das schon 15 Jahre so läuft, solltest du dir überlegen, ob du das für die nächsten 15 Jahre so beibehalten willst und/oder kannst.

    Der Leidensdruck wird von selbst nicht wieder verschwinden, eher im Gegenteil.

    Wie alt seid ihr beide denn?

    Mich überrascht ein wenig, dass du sexuell und auch gefühlsmäßig an mehrere verschiedene PartnerInnen denkst. Frauen machen da ja durchaus noch mal Unterschiede insofern, dass der emontionale Betrug für viele sehr viel schwerer wiegt. Sex mit einem/einer anderen können einige noch in irgend einer Form verkraften.

    Apropos verkraften, es gibt Menschen wie dich und es gibt Menschen wie deine Partnerin. Für die meisten davon gibt es kein mal so, mal so, das hat viel mit psychischen Grundstrukturen zu tun, an denen man nicht einfach mal zum Ausprobieren so drehen kann.

    Zum Thema gibt es eine Menge Literatur, da könntest du dich mal reinlesen um dieses Dingens mit der Monogamie besser einordnen zu können.

    Im Optimalfall kennt man sich und seine Bedürfnisse so gut, dass man den passenden Partner dafür sucht und findet. Alles andere sind eben Kompromisse, mit denen man mehr oder weniger zufrieden bzw. glücklich lebt.

    Ich glaube kein Mensch ist wirklich "monogam". Auch wenn man in einer Beziehung ist findet man andere Personen attraktiv und anziehend - jeder der etwas anderes sagt, lügt. Allerdings ist es auch natürlich dass man nicht "eine/r von vielen" sein möchte und nicht das Gefühl vermittelt bekommen möchte, einfach austauschbar zu sein. Wenn man eine Beziehung eingeht, dann entscheidet man sich für einen Menschen - man zeigt so, dass man den Menschen ganz besonders schätzt, liebt und nicht missen möchte. Der Mensch nimmt also eine besondere und wichtige Rolle in einem Leben ein und m. E. kann man diesen "Posten" auch nicht mehrmals gleichzeitig vergeben, denn dafür zählt auch Vertrauen und es würde ja auch nichts besonderes mehr sein, sondern eine 0815-Rolle.


    Die Frage ist hier: was ist dir wichtiger? Deine Partnerin oder Sex mit mehreren Frauen? Beides geht offensichtlich nicht.

    Bist du denn momentan in jemand anderes verliebt?

    Oder fehlt dir einfach nur das prickelnde Gefühl der Verliebtheit?

    Mehrere Partnerinnen gleichzeitig zu haben, das kann ja vielleicht spannend sein, aber sorgt m.E. doch auch für jede Menge Streß und Streit.

    Und zwar auch dann, wenn beide Partner/innen sich auf eine Art offene Beziehung einigen...

    Ich habe jedenfalls den Eindruck, daß du dir das alles ganz toll romantisch und rosarot ausmalst, aber realistisch klingt das nicht.

    Hattest du denn überhaupt schonmal so eine feste Beziehung, wo ihr beide auch andere Partner hattet?

    Ich hätte jedenfalls keine Lust auf eine Beziehung, wo der Partner nicht „nur“ ab und zu mal mit einer anderen schläft, sondern auch noch richtig verliebt in andere ist, mit der anderen schöne romantische Liebeswochenenden verbringt, usw...

    Hast du vielleicht Angst, dich so richtig auf einen Menschen einzulassen?

    Denn wenn man mehrere gleichzeitig hat, dann können diese Beziehungen ja nicht so intensiv sein. Das geht ja schon alleine zeitlich nicht...

    In solchen polygamen Beziehungen bleiben nach meiner Ansicht die Gefühle doch eher oberflächlich, und es ist einfacher, sich zu trennen, als in einer monogamen Beziehung.


    Hast du überhaupt mal mit deiner Freundin über dieses Thema gesprochen, oder vermeidest du das aus Angst, sie zu verletzen oder zu verlieren?

    das hat nichts mit Veranlagung zu tun sondern mit dem Verständnis von Beziehung, Intimität (welche nicht nur Sex mit einschließt) und der gewollten Lebensgestaltung


    es gab mal einen Beitrag über ein sehr betagtes Paar dass seit der Jugend eine Beziehung und später Ehe führt, und die haben gemeint dass es immer eine Frage des Willens ist, und Paare sollten vor dem Ehebündnis gefragt werden ob sie sich im Alter die Windeln wechseln würden - man entscheidet sich sozusagen für eine innige Bindung die auch belasten kann, und auch immer Verzicht bedeutet um auf anderer Seite einen Zugewinn zu haben


    polyamore Beziehungen wie du sie dir wünschst können diese Tiefe an Vertrauen und Hingabe gar nicht erreichen, weil es zeitlich gar nicht machbar ist bzw. anderweitig Kapazitäten sprengt die mehrere gleichwertige Beziehungen fordern, es bleibt eher oberflächlich oder von kürzerer Dauer, was für einige die solche Beziehungsmodelle leben auch gewünscht ist oder zumindest kein Problem darstellt


    du solltest dir überlegen wie dein Leben die nächsten Jahre und Jahrzehnte aussehen soll, und welche Form der Beziehung du wirklich möchtest, und auch wie wichtig dir deine Partnerin und die Beziehung zu ihr ist


    und dann solltest du dich entscheiden anstatt weitere Jahre zu grübeln und einem anderen Leben nachzutrauern

    Habt ihr das Thema denn anfangs in der Beziehung besprochen?


    Oder dachtest du dir das wird schon irgendwie gehen?

    15 Jahre sind ja schon ne verdammt lange Zeit.

    Wann hast du dich ihr mit dem Wunsch geöffnet?


    Ich weiß nicht wie alt ihr seid, aber wenns ein Alter ist in dem es noch um KInde ja/nein geht, dann machts das noch schwieriger.

    Caro2225 schrieb:

    Ich glaube kein Mensch ist wirklich "monogam".

    Sehe ich anders.


    Zitat

    Auch wenn man in einer Beziehung ist findet man andere Personen attraktiv und anziehend - jeder der etwas anderes sagt, lügt.

    Allerdings würde ich das nicht als monogamieverletztend ansehen. "Monogamie [...] bezeichnet bei Tieren eine lebenslange exklusive Fortpflanzungsgemeinschaft zwischen zwei Individuen einer Art." (Wikipedia)


    Der Zustand, dass man zwar Kopfkino hat, aber sexuell ausschließlich einen festen Partner möchte ist möglich und ich denke sogar recht häufig.


    Weiterhin sind auch einseitige monogamien denkbar, solange alle damit einverstanden sind. Also einer darf mehrere Partner haben der andere will das aber nicht.


    Zitat

    Ich bin auch kein Fan der gesellschaftlich auferlegten und von den meisten Menschen als einzig richtig anerkannten Monogamie.

    Mag sein, dass die Gesellschaft, historisch bedingt, monogamie als "Normalität" ansieht. Aber wir leben in einer Zeit in der praktisch alles erlaubt ist solange man niemandem schadet. Monogamie ist nicht festgeschrieben und jeder kann soviele Partner haben wie er möchte. Wenn jemand monogam Leben möchte, ist das erstmal seine eigene Entscheidung, die ist nicht richtiger oder weniger richtig wie die nach mehreren Partnern.


    Kann sein, dass sich manche Menschen von der Gesellschaft stark beeinflussen lassen, das würde ich aber der Frau des TE nicht einfach so unterstellen. Erstmal würde ich davon ausgehen, dass sie diese Entscheidung aus eigener Überzeugung getroffen hat. Über Gespräche kann man herausfinden, ob da vielleicht doch ein Gesellschaftsdruck mitschwingt.


    Zitat

    Also entweder lebst Du mit unerfüllten Begehren, trennst Dich ober betrügst sie.

    1. ist davon abhängig wie hoch der Leidensdruck ist.

    2. ist immer möglich (auch hier wird vermutlich abgewogen wie hoch der Leidensdruck wäre, wenn die Trennung vollzogen würde)

    3. geht mMn gar nicht: Man kann den Partner fragen ob er mit einer offenen Beziehung einverstanden ist. Ist er es nicht, gibt es die beiden anderen Optionen. Aber diese Option ist Respektlos, wenn man die Einstellung des anderen nicht akzeptiert obwohl er klar sagt, dass er unter diesen Umständen keine Beziehung will. Man erhebt dann die eigene Meinung über die des anderen.

    Evoluzzer schrieb:

    Wie alt seid ihr beide denn?

    40+


    Caro2225 schrieb:

    Ich glaube kein Mensch ist wirklich "monogam". Auch wenn man in einer Beziehung ist findet man andere Personen attraktiv und anziehend - jeder der etwas anderes sagt, lügt.

    Also ich glaube meiner Partnerin, dass sie sich nicht zu anderen hingezogen fühlt. Sie hat sicherlich Augen im Kopf und sieht, ob jemand hübsch ist oder auch "sexy", aber sie hat eben null das Bedürfnis, diesen Menschen deshalb näher kennen zu lernen oder gar mit ihm ins Bett zu gehen.


    Caro2225 schrieb:

    Allerdings ist es auch natürlich dass man nicht "eine/r von vielen" sein möchte und nicht das Gefühl vermittelt bekommen möchte, einfach austauschbar zu sein.

    Das kann ich nachvollziehen und sie wäre in meinen Augen auch nie austauschbar. Es könnte PartnerInnen neben ihr geben, aber keine/r davon wäre ja wie sie. Unsere Verbindung wäre immer einmalig. Andere Menschen, andere Gefühle und andere Verbindung. Für mich können mehrere Beziehungen nebeneinander existieren, so wie andere ja auch mehrere Freunde haben, die sie alle schätzen oder mehrere Kinder, die sie alle auf ihre Art lieben.


    Aedgiva schrieb:

    Bist du denn momentan in jemand anderes verliebt?

    Sagen wir so: Es gibt Menschen um mich herum, die ich gerne näher kennenlernen würde. Die ich anziehend finde und bei denen ich mir vorstellen könnte, dass sich mehr daraus entwickelt. Verliebt würde ich es noch nicht nennen, weil ich mich bewusst zurück halte und diese Gefühle nicht fördere, aber ich war in der Vergangenheit schon in andere verliebt und habe da eben gemerkt, dass es meinen Gefühlen für sie keinen Abbruch tut.


    Aedgiva schrieb:

    Mehrere Partnerinnen gleichzeitig zu haben, das kann ja vielleicht spannend sein, aber sorgt m.E. doch auch für jede Menge Streß und Streit.

    Das hängt von den Beteiligten ab. Es gibt auch Konstellationen, die gut funktionieren.


    Aedgiva schrieb:

    Hattest du denn überhaupt schonmal so eine feste Beziehung, wo ihr beide auch andere Partner hattet?

    Ja, vor dieser Partnerschaft mit meiner Jugendliebe. Mit ihr kam ich sehr jung zusammen und sie hat irgendwann den Wunsch entwickelt, sexuell noch weitere Erfahrungen zu sammeln. Da habe ich mich dann zum ersten Mal mit der Thematik auseinandergesetzt und wir hatten dann beide weitere "FreundInnen" neben unserer Beziehung. Das hat sehr gut funktioniert, weil wir wohl beide polyamor veranlagt waren und unsere Liebe zueinander nie in Frage stellten, auch wenn wir andere parallel dazu ebenfalls lieb hatten oder gar liebten. Das hat 7 Jahre funktioniert und dann trennten sich unsere Wege eigentlich nur, weil sie ins Ausland ging und ich familiär hier gebunden war. Wir sind heute aber noch gute Freunde und sie lebt weiterhin polyamor.


    Aedgiva schrieb:

    Hast du vielleicht Angst, dich so richtig auf einen Menschen einzulassen?

    Nein, überhaupt nicht. Ich bin ein sehr verbindlicher Mensch und für mein Empfinden habe ich mich in den letzten 15 Jahren voll und ganz auf meine Partnerin eingelassen. Ich bin nicht auf dem Sprung, sondern will mein Leben ja mit ihr verbringen. Sie bedeutet mir sehr viel und ich stelle unsere Beziehung nicht grundsätzlich in Frage.

    Ich hätte halt nur Lust, mich auf mehrere Menschen einzulassen. Nach meinem Verständnis/Empfinden geht das.


    Aedgiva schrieb:

    Hast du überhaupt mal mit deiner Freundin über dieses Thema gesprochen, oder vermeidest du das aus Angst, sie zu verletzen oder zu verlieren?

    Wir haben zu Beginn unserer Beziehung bedingt durch meine vorherige Erfahrung darüber gesprochen und sie hat gleich klar gestellt, dass sie sich "sowas" nicht vorstellen kann. Da es mir auch nicht grundsätzlich einfach nur um Sex mit anderen geht, war das Thema auch für mich dann erstmal vom Tisch, denn es gab niemanden neben ihr, der mich interessiert hat. Das Thema wurde dann erst vor ein paar Jahren wieder "akut", weil ich beruflich eine tolle Frau kennengelernt habe, mit der ich mir mehr hätte vorstellen können. Das habe ich meiner Partnerin auch so offen gesagt und sie war deshalb kurz davor sich zu trennen. Ich habe ihr mit dieser Offenheit sehr weh getan und da sie mir viel bedeutet, habe ich den Kontakt zur Kollegin eingestellt und mich wieder auf unsere Partnerschaft "konzentriert". Passiert war bis dahin übrigens noch gar nichts, also ich hatte keine Affäre oder so und ich nehme an, die Kollegin hat noch nicht mal mitgekriegt, dass ich sie interessant finde. Ich war halt nur gleich so offen und ehrlich und habe meiner Partnerin gesagt "Du, da gibt es jemanden, den finde ich interessant..."


    Aus Liebe zu ihr habe ich dann aber wie gesagt verzichtet und für meine Partnerin war das dann auch ok. Sie sieht es als Liebesbeweis, dass ich verzichte, auch wenn ich eigentlich anders "gepolt" bin und so könnten wir gemeinsam alt werden.


    Madame Charenton schrieb:

    polyamore Beziehungen wie du sie dir wünschst können diese Tiefe an Vertrauen und Hingabe gar nicht erreichen, weil es zeitlich gar nicht machbar ist bzw. anderweitig Kapazitäten sprengt die mehrere gleichwertige Beziehungen fordern, es bleibt eher oberflächlich oder von kürzerer Dauer, was für einige die solche Beziehungsmodelle leben auch gewünscht ist oder zumindest kein Problem darstellt

    Das erlebe ich bei meiner Ex anders.


    Zeit ist natürlich ein Faktor, da man sich nicht zerteilen kann, d.h. man kann sicher nicht mit 10 Menschen gleichzeitig Lebenspartnerschaften führen, in denen man alles teilt. Aber mit 1-3 Leuten m.E. schon, es hängt halt von den Beteiligten ab, ob sie z.B. auch Interesse daran hätten, gemeinsam zu leben oder eben ein paar Tage in der Woche mit einem anderen Partner. Es kann schon funktionieren, wenn sich da Gleichgesinnte zusammentun.

    Da wirst du irgendwann an den Punkt kommen wo du entscheiden musst was wichtiger ist für dich, die bestehende Beziehung oder das Lebensmodell auf das du bisher verzichtet hast. Mit deiner jetzigen Partnerin wird es wohl keinen Kompromiss geben.


    Vielleicht reicht es dir ja auch mit dem Gedanken hin und wieder zu spielen und so ungelegte kleine Eier ins Rollen zu bringen wie im Falle der Kollegin. Vielleicht musst du aber auch irgendwann raus dem monogamem Käfig. Da du schon 15 Jahre so lebst habe ich ehrlich gesagt den Verdacht, dass es nicht ganz so dringend ist mit dem polyamorösen Leben.

    Es war doch deine Entscheidung dich auf Monogamie einzulassen, es hat dich keiner gezwungen.


    Könnte da nicht auch ein bisschen Nachtrauern des aufregenden Jugendlebens im Spiel sein? Das kennt doch jeder irgendwie der viel Spass hatte in der Jugend. Trotzdem kann und will man im fortgeschrittenen Alter doch nicht mehr wirklich so leben, schon der Kondition wegen X-\