Ich will nichts mehr klären - Mitbewohner

    Guten morgen,


    ich hab seit März einen Mitbewohner. Er suchte dringend eine Bleibe, was wegen Corona nicht so leicht war. Ich suchte einen Mitbewohner.

    Die ersten Monate liefen super. Wir hatten viel Spaß und haben uns gut verstanden.


    Dann stieg mein Stresspegel im Job und ich wurde dünnhäutiger und empfindlich und zunehmend genervt.

    Er ist sehr lieb und sehr fürsorglich aber auch sehr chaotisch und emotional.


    Mir war das zunehmend zu viel. Wir haben drüber gesprochen. Er sagte ich soll deutliche klare Grenzen setzen. Wenn ich das tat, dann war er geknickt.

    Ich bin oft etwas schroff und patzig. Gab mir alle Mühe so freundlich zu sein wie möglich. Trotzdem war er fast täglich gekränkt.


    Wir haben drüber geredet. Versucht mehr Grenzen und Freiräume fest zu legen. Er hat alles versucht diese einzuhalten hat es aber gleichzeitig mit anderen Aktionen geschafft mich aufzuregen. Es ging immer wieder darum, dass ich das Gefühl hab er kommt mir zu nah. Vereinnahmt meine Freunde. Lässt mir zu wenig Freiraum. Ich wohne schon lange alleine und mir ist mein Freiraum sehr wichtig.


    Zb saß ich zuhause auf dem Sofa und las ein Buch, er kommt rein, schmeißt sich neben mich und erzählt mir wie aufregend sein Tag war.


    Lange Rede kurzer Sinn, wir haben nach etlichen Gesprächen es nicht geschafft ein Klima zu schaffen in dem wir uns gut fühlen. Ich war ständig gestresst davon, dass jemand etwas von mir will und er war ständig gekränkt durch meine Abweisung.


    Ich habe ihn gebeten auszuziehen. Es folgte ein langes Gespräch ohne großes Ergebnis. Er findet er macht alles was ich will, ist super vorsichtig. Behandelt mich wie ein rohes Ei. Geht auf mich zu. Versucht sich auf mich einzustellen etc.pp. Ich wäre kalt und abweisend.


    Es ist nicht so, dass er Unrecht hat. Er macht und tut. gibt sich Mühe, will Harmonie, geht auf mich zu. Aber mir ist das zu viel. Ich will nicht ständig abends tiergehende Gespräche darüber führen wie wir besser miteinander umgehen können. Ich mag ihn aber das zusammen wohnen ist mir zu eng.


    Seither ist die Situation angespannt. Er findet auch wegen Corona gerade nicht so schnell eine neue Wohnung.


    Er hat sich dann zurück gezogen und war tagelang bei Freunden. Das war für mich sehr schön, ich wusste aber nicht ob und wann er wieder kommt.

    Er kam dann gestern Nacht nachhause und hat ziemlich Krach gemacht. Ich hatte schon geschlafen und habe mich mega erschrocken. Ich bin aus Tiefschlaf hochgeschreckt, nicht erwartend dass jemand ins Haus kommt und hab aus Schreck irgendwas gesagt... "Spinnst du" oder so glaube ich.


    Auf jeden Fall ist es eskaliert. Er hat das Gefühl, dass er nichts richtig machen kann weil selbst wenn er nur zum schlafen da ist, sei mir das zu viel. Er hat mich als egoistisch und unsympathisch bezeichnet und mich angeschrien. Ich würde keine Kritik vertragen und mich nur um meine Bedürfnisse kümmern. Ich bin in mein Zimmer gegangen. Er hinterher.


    Ich wollte das er aufhört. Es ging ewig. Ich bin dann irgendwann aus dem Haus und weggefahren.


    Heute morgen wollte er mit mir reden. Aber ich will nicht. Wir haben so oft geredet. Es ist alles gesagt. Er meint das ginge nicht. Er würde ständig auf mich zu gehen und versuchen ein Gespräch zu führen und ich würde alles abblocken. Er meinte ich sei beziehungsunfähig unsozial und egoistisch. Ich habe gesagt, dass ich nicht reden möchte. Dass ich nicht möchte, dass er auf mich zugeht. Dass ich alles gesagt habe und alles gehört habe und nicht wüsste was das noch bringen soll.


    Er hat dann noch eine halbe Stunde auf mich eingeredet und mir gesagt ich sei völlig abweisend, so löse man keine Probleme. Er würde versuchen mich zu verstehen und ich würde mich nur rausziehen.


    Es ist so - ich will nicht mehr. Ja, wir waren gut befreundet und er ist ein lieber toller Typ. Aber wir drehen uns nur im Kreis. Er hat mich mit seinen Worten verletzt und ich bin nicht bereit das als ungeschehen anzusehen.

    Ja, er geht auf mich zu aber ich will das nicht. Er geht ständig und immer auf mich zu. Ich fühle mich bedrängt. Ich will dass er aufhört.

    Er sagt, er weiß gar nicht mehr was er tun soll und ich verstehe das aber ich weiß es auch nicht.


    Ich habe das Gefühl ich laufe rückwärts und er kommt immer auf mich zu. Mal verzweifelt, mal freundlich, mal wütend, mal angreifend. Ich bin kaputt vom rückwärts rennen und er kaputt vom auf mich zu rennen.


    Er meint ich schulde ihm nach der Zeit eine Aussprache. Ich will aber nicht. Wir haben mehrfach alles gesagt.


    Tatsächlich hat er recht, dass ich nicht leicht bin. Ein kühler Einzelgänger. Sehr emotional wenn man an den weichen Kern kommt aber mit dicker Schutzschale. Ich bin nicht bereit die Schutzschale für ihn aufzubrechen, schließlich führen wir keine Beziehung.


    Nun müssen wir hier aber noch ein paar Wochen zusammen wohnen.


    Hat jemand einen Rat?


    Gruß

    Schlumpf

  • 107 Antworten
    klein_schlumpfine schrieb:

    Wir hatten viel Spaß

    In welche Richtung ging der mitten im Lockdown?


    Also von deiner Erzählung hast du dich klar positioniert. Ich kenne eure Wohnverhältnisse natürlich nicht. Erstes Gebot wäre, dass er dein Zimmer/deine Zimmer nicht zu betreten hat. Niemals.


    Welche Schnittpunkte gibt es denn sonst in der Wohnung? Teilt ihr nur Küche und Bad?


    Er soll halt nicht mit dir reden. Außer, du gehst auf ihn zu. Sollte er eigentlich verstehen können.

    Verhüter kein körperlicher Spaß, falls du das meinst. Also da lief nix.


    Wir haben jeweils ein sehr kleines Zimmer für uns und einen großen Wohnbereich mit Wohnzimmer, Esszimmer und Küche.


    In mein Zimmer kommt er nicht mehr ungefragt rein. Das ist geklärt. Aber in dem Zimmer steht nur mein Bett und ich will da nicht ständig drin sitzen.


    Zitat

    Er soll halt nicht mit dir reden.


    Er redet aber mit mir. Ich sage am laufenden Band "Bitte hör auf, ich will nicht mit dir reden". Aber er sagt man müsste Dinge durch vernünftige Kommunikation lösen. Aber wir kommen da ja nicht weiter. Ich will auch nicht.

    klein_schlumpfine schrieb:

    Aber er sagt man müsste Dinge durch vernünftige Kommunikation lösen. Aber wir kommen da ja nicht weiter. Ich will auch nicht.

    ja, da hat er Recht. Aber betreibt Ihr beide vernünftige Kommunikation?

    Meine Meinung: aus Deinen Schilderungen entnehme ich, dass Du Dir das WG-Leben etwas anders vorgestellt hast . Am Anfang fandest Du es toll. Dann hat sich herausgestellt, dass Du es nicht mehr toll findest und ablehnst. Dein Wunsch ist es, wieder alleine zu wohnen.

    Daran kann er nichts ändern.


    Wichtig ist bei der Kommunikation, dass Du viele Ich-Botschaften verwendest und ihm klar machst, dass es nicht seine Schuld ist. Und weiterhin solltest Du ihm klar machen, dass egal was er versucht - Deine Meinung steht und wird sich nicht ändern.


    "Ich will nicht" - ist die falsche Einstellung. Bring es sauber über die Bühne - das bist Du Dir schuldig.@:)

    es ist dein gutes Recht keinen Kontakt mehr zu wollen. Allerdings hat er Genau so Anrecht auf die gemeinschaftsräumlichkeiten und wenn ein zweiter Mensch in der Wohnung lebt hört man den auch.


    Du scheinst nicht zum Zusammenleben tauglich zu sein und ich Frage mich warum du ihn einziehen hast lassen. Fair ist es nicht, einen Mitbewohner zu suchen der dann nicht anwesend sein darf. Ich verstehe, dass er sauer ist.

    Verhueter schrieb:

    Das ist ein Problem. Zur Not musst du ihn rausschmeißen, wenn er es nicht kapieren will.

    Das habe ich schon. Aber gerade jetzt ist es kaum möglich einfach zu verschwinden. Wo soll er hin. Das ist zwar nicht mein Problem aber so unmenschlich bin ich dann doch nicht. Er hat ja nichts verbrochen. Er ist mir nur zu viel.


    Zitat

    ja, da hat er Recht. Aber betreibt Ihr beide vernünftige Kommunikation?

    Oft tatsächlich ja. Nur irgendwie will er, dass alles wieder gut wird. Ich fühle mich durch seine Beleidigungen aber so verletzt, dass ich kein Interesse daran habe. Wenn er mich egoistisch, unsozial und unemphatisch sowie nicht kritikfähig findet - und das sagte er mehrfach - dann möchte ich keine Freundschaft.


    Zitat

    Meine Meinung: aus Deinen Schilderungen entnehme ich, dass Du Dir das WG-Leben etwas anders vorgestellt hast . Am Anfang fandest Du es toll. Dann hat sich herausgestellt, dass Du es nicht mehr toll findest und ablehnst. Dein Wunsch ist es, wieder alleine zu wohnen.

    Daran kann er nichts ändern.

    Ich habe am Anfang gesagt, dass ich Zweifel habe ob ich mit dem WG-Leben zurecht komme weil ich viel Freiraum und sehr viel Zeit für mich brauche und mich ständige Anwesenheit einer anderen Person stresst.


    Anfangs bin ich für mich selbst erstaunlich gut damit zurecht gekommen, da es mir gut ging. Die Arbeit war positiv und ich war im Sommer viel draußen.

    Durch Corona und den Lockdown hatte ich auch wenig andere Kontakte und es war schön, dass jemand zum Reden da war.


    Nun hat sich das etwas geändert. Mein Job ist gerade sehr stressig. Täglich habe ich oft stundenlange Konferenzen und Abstimmungen. Ich komme oft völlig gerädert nach hause und draußen ist es auch schon dunkel. Ich bin dann nicht gut drauf und möchte gerne ein ordentliches, sauberes und ruhiges Zuhause zum entspannen und nicht noch mehr Diskussionen und Gespräche. Wir machen auch beide den gleichen Job und da mich meiner so anstrengt, habe ich wenig Kapazitäten mir seine Probleme auch anzuhören. Ich komme dann gar nicht mehr runter.


    Zitat

    Wichtig ist bei der Kommunikation, dass Du viele Ich-Botschaften verwendest und ihm klar machst, dass es nicht seine Schuld ist. Und weiterhin solltest Du ihm klar machen, dass egal was er versucht - Deine Meinung steht und wird sich nicht ändern.

    Das ist alles angekommen.

    Aber er möchte ein gutes freundschaftliches Verhältnis und dazu möchte er mit mir reden und Dinge aufarbeiten. Aber das kriegen wir nicht hin, da wir immer in der gleichen Schleife hängen. Deswegen möchte ich das nicht.

    Zitat

    Habt ihr einen Vetrag gemacht? Hast Du das Zimmer untervermietet, oder ihn nur so aufgenommen?

    Nein, einen Vertrag haben wir nicht.


    Zitat

    Allerdings hat er Genau so Anrecht auf die gemeinschaftsräumlichkeiten und wenn ein zweiter Mensch in der Wohnung lebt hört man den auch.

    Ja, das stimmt schon. Ich hätte jedoch gerne, dass er sich ab jetzt wenigstens grob an- / abmeldet. Er war irgendwie 4 Tage nicht da und kam dann nachts um 2 durch den Keller gepoltert weil er den Haustürschlüssel vergessen hat und es für den Keller einen Schlüssel im Schuppen gibt. Ich habe mich einfach wahnsinnig erschrocken als ich mitten in der Nacht nach Tagen der Abwesenheit plötzlich Krach im Keller hatte.


    Zitat

    Du scheinst nicht zum Zusammenleben tauglich zu sein und ich Frage mich warum du ihn einziehen hast lassen. Fair ist es nicht, einen Mitbewohner zu suchen der dann nicht anwesend sein darf. Ich verstehe, dass er sauer ist.


    Naja, er war mitten in Corona wohnungslos und brauche dringend eine Bleibe. Ich habe gesagt, dass ich nicht sicher bin, ob ich damit umgehen kann. Er sagte wir probieren es und ich soll offen kommunizieren wenn es mir zu viel ist.


    Ich finde es gibt durchaus einen Unterschied zwischen "anwesend" sein und Diskussionen führen.

    Es ist doch ein Unterschied ob jemand nach hause kommt und anwesend ist und kurz Smalltalk macht und dann vll aufs Sofa geht oder an PC oder sowas oder ob der Kommunikation will.

    Wenn ich im Wohnzimmer sitze und im Internet surfe, kann er sich ja auf den Sessel setzen oder an den Esstisch. Wir haben echt viel Platz. Aber wenn er sich neben mich setzt, wissen will was ich gucke, worum es geht, ob wir ne Doku gucken wollen, ob wir Karten spielen wollen und dass er übrigens nen krassen Tag hatte und dies und das und jedes passiert ist und dass wir ja jetzt noch zum Sport könnten und ob ich nen Wein auf mache und ob wir noch zu Freunden wollen und wer kocht heute eigentlich... Ich ertrag das nicht.

    Ich verstehe hier auch beide Seiten.


    Ich kann mit meinem Partner auf dem Sofa sitzen und jeder macht das, was er will und braucht: Buch lesen, im Internet recherchieren, lernen, Schreiben ect. Wir wechseln dann nur wenige Sätze miteinander. Einmal am Tag besprechen wir die Lebensumstände und die gemeinsamen Lösungsansätze, ansonsten lebt jeder für sich, aber doch zusammen. Ist etwas sehr wichtig, dann reden wir natürlich auch. Und Gemeinsame Aktivitäten haben wir natürlich auch. Aber wir fordern nichts ein. Dafür ist jeder von uns zu eigenständig.


    Ihr seid in dem Punkt zu unterschiedlich, wie mir scheint. Du gehst immer weiter zurück und er kommt immer weiter auf dich zu. Also ist die Grenze nicht klar erkannt worden. Ich weiß inzwischen, dass die meisten Menschen leider oftmals nicht nachvollziehen können, wie es dem anderen geht, wenn sie gewisse Lebensumstände nicht selbst erlebt haben und sie deshalb wissen, warum derjenige so ist wie er ist. Oder aber man kann sich psychologisch und durch Lebensbeobachtung in den anderen gut hineindenken. Das Hineindenken funktioniert bei euch beiden anscheinend nicht und deshalb kommt es automatisch zu Grenzüberschreitungen. Ich kenne solche Personen, die so sind wie dein Freund. Sie müssen sich ständig austauschen, mit im Geschehen sein, weil sie über die Gefühle und das Leben von anderen mit leben. Und das nicht nur um sich normal auszutauschen, sondern um sich selbst zu bestätigen. Das ist nicht böse gemeint und das macht jeder eine Zeitlang im Leben so, vor allem in der Jugend. Ich selbst gehe inzwischen schon lange einen Mittelweg und ich brauche viel Zeit für mich selbst. Würde ich das aber einer bestimmten Person in meinem Bekanntenkreis näherbringen wollen, dann wäre da bei ihr ein großes schwarzes Loch von Unverständnis. Sie fordert mein Leben ohne Punkt und Koma ein und meint, mir müsse es damit auch noch gut gehen. Tut es nicht. Und ich könnte niemals mit der Person zusammen wohnen, weil sie immer grenzüberschreitend sein wird. Sie ist deshalb grenzüberschreitend, weil einfach ihre Bedürfnisse in eine andere Richtung gehen. Das Bedürfnis sich selbst mit dem Leben zu befassen, hier zu beobachten, zu lernen, alleine Neues zu entdecken usw. fehlt dieser Person gänzlich. Sie meint durch viel Reden würden ihre Probleme besser werden. Das mag für den Moment auch so sein und ich höre auch gerne zu, aber es sind immer die gleichen Probleme und noch nie hat sie irgend eine Lösung hier anstreben wollen. Diese Person schwärmt auch ständig von ihrer Jugend und der Gesellschaft, die sie da immer gehabt hat. Das sich Gesellschaften auch verändern können, Rollenbilder ohnehin nicht das hergeben, was sie oberflächlich zu sein scheinen, das ist ihr alles egal.

    All ihre unbefriedigten Bedürfnisse, müsste sie im Grunde selbst lösen. Aber inzwischen hat sie ein Alter erreicht, wo man das Leben einfach laufen lässt und wo man anderen die Schuld am eigenen Befinden geben kann.


    Vielleicht ist das bei Euch ähnlich, vielleicht liege ich aber auch daneben.


    Ich hoffe, dass ihr doch noch eine Lösung finden könnt, ansonsten würde ich im Wohnzimmer mit Raumteilern arbeiten und auch Zeiten definieren, wo man mal spricht und Zeiten, in denen keiner den anderen kontaktieren sollte. Absolute Notfälle müsste man auch klar definieren.

    Zitat

    Das habe ich schon. Aber gerade jetzt ist es kaum möglich einfach zu verschwinden. Wo soll er hin.


    Das ist die falsche Frage: Die richtige wäre: Wo kann ich (Schlumpfine) hin? Alles, was schnell und selbstbestimmt gehen soll, kann nur von dir ausgehen und dein Verhalten betreffen. Also: wohnst du halt erstmal woanders, wenn dir der Kontakt zuviel ist. Dafür musst du keinen fragen, dafür brauchst du kein Bitten oder Betteln und nur ein Mindestmaß an Kommunikation: "Holger/Karl/Uwe, ich wohne in nächster Zeit erstmal woanders. Ich brauche diese Ruhe für mich. Ich möchte, dass du in den nächsten 8 Wochen bis 31.12.2020 wieder ausziehst. Bitte kläre alles organisatorische mit Person x, das ist meine Vertrauensperson. Für unsere direkten Gespräche (z.B. telefonisch) habe ich mir einen Stufenplan überlegt, wie das schrittweise wieder zu mehr Distanz führt."


    Momentan ist ab 2.11. zwar Beherbungsverbot, aber nur für touristische Zwecke. Wenn du, Schlumpfine, aber in der gleichen Stadt ein Zimmer z.B. in einer Pension mietest, dann ist das nicht touristisch, sondern z.B. beruflich veranlasst (z.B. Begründung: Home Office weil das zuhause nicht möglich ist) und hast erstmal deine Ruhe und kannst dich drauf konzentrieren.


    Sonst: der Rest geht über die Vertragsschiene: euer Untermietvertrag (hoffentlich habt ihr den schriftlich, sonst halt mündlich) und dessen Befristung oder Beendigung. Das macht die vertragliche Seite klar, z.B. mit 8 Wochen Vorlauf.


    "Ich will nichts mehr klären" - auch das geht: dann setze eine Drittperson ein, die es für dich klärt (Schwester, Bruder, Mutter, Vater, Freund, Freundin, Mediatorin, irgendwen, halt nicht gleich einen Anwalt). Aber er braucht natürlich einen Ansprechpartner für den Verwaltungskram. Dieser deiner Vertrauensperson sagst du einmal deine Ziele, und lässt dieser Person dann freie Hand in der Ausführung.


    Ich finde es gut, dass du auch Verantwortung übernimmst für dein Handeln. Die berufliche Belastung,


    Zitat

    Aber er möchte ein gutes freundschaftliches Verhältnis und dazu möchte er mit mir reden und Dinge aufarbeiten. Aber das kriegen wir nicht hin, da wir immer in der gleichen Schleife hängen. Deswegen möchte ich das nicht.

    Ich finde, da ließe sich leicht ein Kompromiss finden: einfach Termine mit abnehmender Frequenz zum Auseinanderleben:

    in 1 Woche, dann nach weiteren 2 Wochen, dann nach weiteren 4 Wochen (also dann 1 Woche vor Auszugstermin), dann nach weiteren 8 Wochen, dann nach weiteren 16 Wochen, dann nach weiteren 32, dann nach weiteren 64 Wochen.


    Das sind "nur noch" 7 Gesprächstermine für dich und das in den nächsten knapp 2 Jahren. So wenig solltest du immer noch übrig haben (schon der Anstand gebietet es) und dir auch nehmen können.


    "Ich will nichts mehr klären" - das ist nicht realistisch. "Ich will nur noch so wenig wie möglich selbst klären, manche Klärungen delegieren, und ich möchte das so planbar wie möglich haben" - so wird es realistischer. Man darf nicht einfach komplett zumachen und den Kontakt abbrechen - das ist auch unsozial und unmenschlich.

    Ich kann dich sehr gut verstehen. Ich brauche auch viel Zeit für mich und fände es schlimm, wenn ich ständig mit jemandem reden müsste.

    Da er nochmal eine Aussprache möchte,und ihr, wie du sagst, noch ein paar Wochen zusammen auskommen müsst, wie wäre es, wenn ihr dafür einen Termin vereinbart? z.B. am Sonntag um 16 Uhr, oder so. Dann kannst du dich drauf einstellen, zudem ist es am Wochenende und da hast frei und bist nicht so gestresst von der Arbeit.

    Den Vorschlag, dass sie selbst ausziehen soll, finde ich absurd! Es ist doch ihre Wohnung. Außerdem kann sie sich dann genauso gut in ihr Zimmer setzen, da kommt er ja nicht rein, das wär dann so wie in einem kleinen Pensionszimmer.

    Liebe Te, wäre ich in deiner Lage, müsste er ausziehen. Es klappt mit euch einfach nicht, es gibt keinen Vertrag, Ende. Diese ständigen Diskussionen würden mich irre machen. Mein Zuhause ist mein Allerheiligstes, da engt mich keiner ein. Ich finde den Typen übrigens ziemlich luft-abschnürend, auch ein wenig übergriffig. Setz ihm eine Frist bis Ende November, danach muss er gehen, notfalls durch Polizei.

    klein_schlumpfine ,

    mir wird ja schon beim Lesen Deines Beitrags ganz anders %:|.

    Ich würde Deinem Mitbewohner eine Frist setzen, innerhalb derer er sich sich eine neue Bleibe suchen soll. Es ist auch in Zeiten von Corona möglich, eine Wohnung zu finden. Das musst Du ganz klar rüberbringen und auch androhen, dass Du sonst das Schloss auswechseln wirst, wenn er nicht bereit ist, auszuziehen. Wäre meine Strategie, aber ob sie für Dich taugt, weiß ich natürlich nicht. Ich finde es schlimm, wenn einem irgendwelche Leute distanzlos auf die Pelle rücken und man keine Möglichkeit hat, diesem Verhalten zu entgehen.

    Und den Rat, dass Du die Wohnung verlässt, würde ich mal ganz schnell ignorieren. Was ist denn das überhaupt für ein Vorschlag?

    Viel Glück für Dich, dass Du gut aus dieser Sache rauskommst. Eigentlich liegt es ja an dem Mitbewohner; er hat durch sein Verhalten die Sache "verkackt" und merkt es nicht.