Die SMS, die Du nach den Schokonüssen geschrieben hast, finde ich ganz o.k.


    Lasse das Ganze jetzt aber auch echt mal so stehen.

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    Und damals gabs natürlich dann immer einen Haufen Aufmerksamkeit und Mitleid und Betüttelt wurde ich auch.

    Das bedeutet aber doch, dass es damals Bezugspersonen gab, die sich sehr um Dich gekümmert haben (muss ja nicht zwingend der Vater gewesen sein... zudem wachsen viele Kinder bei alleinerziehenden Müttern auf und haben kaum Kontakt zum Vater).


    Warum dann dieser starke Drang, jetzt im Erwachsenenalter noch eine Elternfigur zu haben? Finde es raus.... Du machst Dir da ohnehin bereits viele gute Gedanken, finde ich. @:)

    @ Ichbrauchehilfe

    Zitat

    Das ist die Hauptproblematik dieser Störung, dass man nicht immer man selbst ist und aber auch erst zu spät merkt, dass die Störung wieder voll am Greifen war.

    Du solltest dich nicht selbst diskriminieren, indem du die Menschen in "gestörte" und "nicht gestörte" einteilst. Die Grenzen sind äußerst fließend, und das Verbindende ist viel größer als das Trennende! Alles, was du schreibst, ist menschlich, und in Variationen dürfte das jeder kennen: gerade bei Dingen, die einem emotional wichtig sind, zögert man, dann "wagt" man mal was, und umgehend verfällt man in tiefe Zweifel, ob es richtig war, usw. Wer kennt das nicht?

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    "Das war auch nicht für den Chip. Auch nicht für Tee und Erdbeerschnitte. Sondern einfach ein Ausdruck dass ich mich wahnsinnig über die beiden Treffen gefreut habe und die Zeit mir einfach gut getan hat. Für mich ist das heute einfach viel Wert, da es in diesem Lebensabschnitt damals nicht viel Schönes für mich gab, jetzt aber die Erinnerung an das wenige, was gut war, auch mal aufgefrischt wurde – das ist einfach toll für mich. Sorry falls ich das zu überschwänglich zum Ausdruck gebracht habe und es somit "zuviel" war, ich hab da leider kein Händchen dafür. Es kann einfach so stehen bleiben."

    Und das kann es wirklich. Ich finde, das hat durchaus Augenmaß. Ich finde das sehr gelungen, sehr offen, persönlich, herzlich, nicht zu viel und nicht zu wenig, und vor allem nicht sonderlich bedrängend. Du hast dich ein Stück geöffnet und ihm die Möglichkeit gegeben, dein Verhalten besser zu verstehen. Was soll daran schlecht sein? Ich denke, selbst wenn er es nicht mit gleicher Intensität erwidern kann, wovon wohl auszugehen ist, selbst dann dürfte er sich darüber gefreut haben. Ich jedenfalls hätte es an seiner Stelle.

    @ fiamma

    meine Mutter hat sich, als ich so lebensbedrohlich krank war, schon gesorgt. Und es gab damals auch noch die Familie väterlicherseits in meinem Leben, wo ich oft im Mittelpunkt stand, weil ich die Jüngste war und sehr lebensfroh war. Aber es brach alles ab nach der Scheidung, meine Mutter hat alle, die sich noch interessiert haben, weggebissen und ist selbst ja total verbittert, wenns mir da mal schlecht ging blieb da keine Liebe übrig. Ich hab mich so oft nach dieser Familie gesehnt, aber immer wenn wir davon gesprochen haben ist meine Mutter ausgerastet und es gab wieder Schläge. Sogar als ich mal ein selbstgebasteltes Autokennzeichen der Stadt, wo die alle wohnen, an mein Fahrrad gemacht habe, hat sie mich zusammengeschlagen und stundenlang angeschrien. Damit hab ich mir diese Sehnsucht verboten. Zwischen 0 und 8 Jahren 200 % positive Aufmerksamkeit, ab 8 Jahren vielleicht 10 % positive Aufmerksamkeit und die auch nur, wenn ich gute Noten heimgebracht habe. Sonst hab ich ja immer alles falsch gemacht, auch wenn ich was im Haushalt gemacht hab.


    Daher kommt denke ich dieser starke Drang, jetzt im Erwachsenenalter noch eine Elternfigur zu haben... weil da eben so eine große Lücke entstanden ist und das innere Kind immernoch hungert. Daher auch immer diese Harmoniebedürftigkeit und dieses Lobhungern im Job. Alles, was jetzt gefühlsmäßig im Argen liegt, hängt an dieser Zeit. Und ich kann da einfach nicht raus... so sehr ich auch will.

    @ Individualist

    Ich habe nunmal diese Diagnose bekommen und es heißt nunmal anankastische oder zwanghafte Persönlichkeitsstörung. Und ich merke das ja auch und leide darunter. Da funktioniert einfach was nicht richtig im Kopf. Ich werde das auch nie mehr los... daher muss ich mich ja damit auseinandersetzen und damit leben. Ich hab immer gedacht ich wäre feinfühlig und emotional einfühlsam, aber das bin ich scheinbar garnicht, weil ich meine Gefühle immer auf andere projeziere und dann denke, es ist ok so wie ich handle...


    Diese meine Unsicherheit ist gerade mein größtes Kapital, hat mir mein Therapeut gesagt. Weil ich so alles hinterfrage und – im besten Fall – anders reagiere als bisher in meinem persönlichkeitsgestörten Verhalten...

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    Und das kann es wirklich. Ich finde, das hat durchaus Augenmaß. Ich finde das sehr gelungen, sehr offen, persönlich, herzlich, nicht zu viel und nicht zu wenig, und vor allem nicht sonderlich bedrängend. Du hast dich ein Stück geöffnet und ihm die Möglichkeit gegeben, dein Verhalten besser zu verstehen. Was soll daran schlecht sein? Ich denke, selbst wenn er es nicht mit gleicher Intensität erwidern kann, wovon wohl auszugehen ist, selbst dann dürfte er sich darüber gefreut haben. Ich jedenfalls hätte es an seiner Stelle.

    Danke... ich weiß nicht ob er sich darüber gefreut hat.... ich habe auch für mich geschrieben, dass es so stehenbleiben kann. Ich schreib da jetzt nichts mehr. Es war alles schon zu viel. Ich habs die letzten Tage über in ne falsche Richtung gelenkt und fühl mich, als wär ich vor ne Wand gefahren. Davon muss ich mich jetzt erstmal erholen. Ich bin auch in diesem Ort, wo er wohnt, erstmal nicht mehr. In 3 Wochen wahrscheinlich nochmal, aber ich glaub das ist eh zu früh um mich zu melden wegen einem Treffen. Das zweite Treffen war glaub ich schon zu früh... ach, keine Ahnung. Ich fühle mich als hätte ich keine Ahnung von zwischenmenschlichem Umgang. Ich will mich grad in mein Schneckenhaus verkriechen. Therapie hab ich erst in einer Woche. Das wird ne lange Woche...


    Die Gefühle für den "Ersatzvater", die aufgeflackert sind, waren schön. Aber so einseitig. Wie so vieles in meinem Leben.


    Danke Euch für Euren Halt. @:)

    Die Zeit verrinnt und mir ist innerlich so kalt... In mir ist Winter, ich bin auf dem langen Schulweg... und ich setze mich in den Schnee, weil ich keine Kraft mehr habe, weiterzugehen. Mir rinnen kalte Tränen über die eisigen Wangen. Und an dem Ort, den andere Zuhause nennen, wartet eine wütende Furie, die mich schlägt weil ich zu spät kommen werde, mich tritt weil meine Sachen nass sind, die meine Seele zerkratzt weil ich geweint habe... Aus meiner Not erfinde ich, dass mir Mitschüler aufgelauert und mich geschubst haben. Dumme Idee. Unter Folter ein Name eines Mitschülers, die Furie explodiert. In der Schule die Rache für die Lüge. Verständlich. Ein Teil von mir sitzt da immernoch. In der Kälte. Angst. Einsamkeit.

    Ich hab heut Nacht von ihm geträumt. Ich war in der Küche bei meiner Mutter und habe mir ein Brot gemacht. Ich hab dabei aus dem Fenster gesehen. Dabei hab ich ihn gesehen, wie er in seinem alten Auto vorbeifährt. Kurz nachdem ich ihn gesehen hab, hat er mich angerufen und meinte, ob ich ihm ein Brot kaufen und vorbeibringen kann. Ich fühlte mich ausgenutzt... denn weshalb holte er sich sein Brot nicht selbst? Ich musste mich die letzten Wochen viel um meine Mutter kümmern, da sie krank ist. Vielleicht liegt es daran...


    Mir ist von damals noch etwas eingefallen, was mit Andreas zu tun hat. Er hatte ja ein Haus im Dorf mit seiner Frau. Und ich hab mich in diesem Haus ja damals um seinen Hund gekümmert. Er ist dann aber wohl für eine gewisste Zeit da ausgezogen... zumindest Nachts, und hat sich ein Fremdenzimmer genommen, das von meinem "Zuhause" in Sichtweite lag, vielleicht 150 Meter weiter. Ich weiß noch, dass ich damals – es war spät Abends – am Fenster meines Zimmers stand und verträumt in die Nacht geschaut habe. Es lief Musik... Und plötzlich fuhr er vorbei. Und ich sah, dass er da parkte. Und am Morgen war das Auto auch noch da. Er wohnte damals eben eine Zeit lang da... ich hab aber nie gefragt, warum. Oder... hab ich ihn doch gefragt und keine Antwort bekommen? Ich weiß es nicht mehr. Es hat sich damals schön angefühlt, dass er nicht weit weg war. Es war ein bisschen Sicherheit in der Nacht. Wobei es meine Mutter natürlich nicht abgehalten hat, auszurasten.


    Kommendes Wochenende besuche ich mit meinem Schatz meine Mutter, schauen, wie es ihr geht und ob was zu helfen ist. Andreas meinte, ich soll meinen Schatz doch mal "mitbringen". Jetzt ist natürlich der Gedanke da, dass ich mich bei ihm melde um Bescheid zu geben, dass wir am Wochenende da sind.... aber ich denke das wäre zuviel, oder? Bzw. zu früh...?

    Ich vermute halt, dass diese ganzen bedeutungsschweren Hintergründe zwangsläufig Deine Ausstrahlung gegenüber Andreas beeinflussen, wenn Du nicht gerade bewusst schauspielerst (was ja auch wieder irgendwie doof wäre). Dadurch wird das Ganze schnell überfrachtet.


    Sag' bloß, Du hattest damals seinen Wohnungsumzug auf Dich bezogen?


    Jedenfalls hast Du offenbar von jeher sehr viel auf ihn projiziert und ihn damit ziemlich überhöht/idealisiert. Wenn ein Mensch sowas merkt, ist die Gefahr groß, dass er sich dabei unbehaglich fühlt. Mir jedenfalls würde es so gehen – und hätte dabei dann noch den innerlichen Konflikt, eine Person nicht verletzen zu wollen, die sich emotional so sehr an mich gehängt hat...


    Wegen dem Wochenende kann Dir die Entscheidung keiner abnehmen, folge einfach Deiner inneren Stimme. Lebe aber ggf. damit, wenn es trotzdem zu keinem Treffen kommt (weil es dem Lehrer too much ist oder er aber schlicht und einfach was anderes vorhat).


    Was sagt eigentlich Dein Freund zu Deiner Haltung? Und würde er sich gerne oder nur "notgedrungen" mit zu dem ehemaligen Lehrer schleppen lassen?

    Das kann leider sein dass es meine Ausstrahlung beeinträchtigt...


    Ich hab seinen Wohnungsumzug damals natürlich nicht auf mich bezogen. Ich dachte mir, dass er evtl. Ruhe zum Arbeiten Korrigieren braucht oder er und seine Frau eine Auszeit brauchten. Wobei er in dieser Zeit ja auch viel im Garten gemacht hat... es steht mir nicht zu da irgendwelche Vermutungen anzustellen. Und es geht mich auch nichts an. Diese Haltung hatte ich auch damals.


    Dass ich ihn idealisiere stimmt, das hat mir mein Therapeut auch schon gesagt. Wobei dieses "Hochgefühl" ja nun schon nachgelassen hat. Nach dem Traum heute war dieses "ausgenutzt sein"-Gefühl sehr präsent, welches ich damals nach dem gefundenen Zettel auch hatte...


    Ich wünsche mir – realistisch gesehen – eigentlich eine Art Freundschaft, wobei ich nicht weiß, ob diese von ihm auch gewünscht ist. Aber ich denke das wäre das, was möglich wäre... Ich tue mir eben nun hart, dies anzugehen, ohne zu zwanghaft zu agieren und ohne mich selber wieder in eine verletzbare Situation zu bringen. Ich bin unfähig zu bestimmen, welcher Zeitabstand angemessen wäre, mich zu melden.


    Dass ich wieder ein Treffen am Wochenende will, hat nur teilweise "zwanghafte" Züge, es ist einfach so dass es der realistischste Termin in naher Zukunft ist... Wir sind zwar an Ostern wahrscheinlich auch da, aber da wird Andreas keine Zeit haben, denk ich mir. Und dann wars das erstmal wieder.


    Ich will keine "Chance" verpassen, aber auch nichts kaputt machen. Ich will nicht dass Andreas denkt, dass ich mich nun garnicht mehr melde... wobei ich mit meiner letzten "Aktion" eigentlich ne klare Aussage getroffen habe...


    Ich denke ich werde kein Treffen "planen" bzw. Andreas eben nicht fragen.


    Mein Schatz sieht das alles locker. Er kennt alle Details. Er kennt auch meinen leiblichen Vater gut und weiß, wieso und weshalb ich Probleme habe... Er ist auf jeden Fall interessiert an einem Treffen, wobei er ihn ja noch nicht kennt. Probleme wie Eifersucht oder sowas gibt es jedenfalls nicht.


    Grüße

    Eine Freundschaft halte ich momentan nicht für realistisch, weil dazu zuviel Ungleichgewicht da ist. Man kann Freundschaft auch nicht einfach auf Knopfdruck "definieren" und schon gar nicht erzwingen. Ich rate da also zu einer gewissen Besonnenheit (ggf. wird sich mit der Zeit was entwickeln – und wenn nicht, darf die Welt auch nicht untergehen) – ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn ein Freundschaftsanliegen an einen herangetragen wird, das man nicht erfüllen kann oder will. Riskiere diese Situation also gar nicht erst. Wie gesagt, es muss kein "Status" definiert werden.


    Von einer "Freundschaft", der der andere Part aus Zwang, Mitleid oder ähnlichem heraus zustimmt, hat sowieso niemand was. (Was nicht heißt, dass ich Andreas das unterstelle).


    Was verstehst Du denn unter "Chance"? Das klingt irgendwie wieder etwas übersteigert..... Wie ein Fan, der einem Treffen mit seinem vergötterten Idol entgegenfiebert.... überspitzt formuliert!!


    Nochmal: unabhängig von Deiner Vergangenheit bist Du heute eine erwachsene Frau – und es ist eher unwahrscheinlich, dass Dein Ex-Lehrer auf die Idee kommt, eine nachträgliche Vaterfigur abgeben zu wollen.


    Nein, Eifersucht bei Deinem Freund hatte ich nicht vermutet. Eher, dass er ebenfalls die starke emotionale Bindung an den Ex-Lehrer bedenklich bzw. Deinem emotionalen Wohl nicht zuträglich finden könnte.

    Mir ist schon klar dass man eine Freundschaft nicht einfach auf Knopfdruck "definieren" oder erzwingen kann. Aber es wäre das, was am meisten realistisch wäre. Entweder Freundschaft oder eben nur "ach, nett, nach langer Zeit mal wieder getroffen, das wars wieder". Was ist falsch daran eine Freundschaft anzustreben? Und wenn es nur als psychologisches Übungsfeld dient? Besonnen bin ich, das kannst Du mir glauben. Sonst würde ich hier nicht schreiben und mein Tun und Denken nicht ständig hinterfragen.


    Und ich werde sicher nicht ein Freundschaftsanliegen an ihn herantragen. Wie denn auch? Sicher muss sich das ergeben. Aber wenn ich es nicht anstrebe, indem ich mich z.B. regelmäßig melde, dann kann auch so nichts darauf werden...

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    Was verstehst Du denn unter "Chance"? Das klingt irgendwie wieder etwas übersteigert..... Wie ein Fan, der einem Treffen mit seinem vergötterten Idol entgegenfiebert.... überspitzt formuliert!!

    Wenn Du Dich mit Freunden verabredest, freust Du Dich dann nicht drauf? Oder hast Du nicht ein schlechtes Gewissen, wenn Du Dich bei einer Freundin ein paar Wochen nicht mehr gemeldet hast und entwickelt sich bei Dir dann nicht der Drang, mal wieder ein Treffen auf die Beine zu stellen?


    Er ist sicher nicht mein vergöttertes Idol, um Himmels Willen... Was verstehe ich unter Chance... naja, unter normalen Umständen bin ich vielleicht 2 mal im Jahr, vielleicht 3 mal im Jahr in diesem Dorf. Naja, wenn ich nicht nur schlechte Erinnerungen daran hätte sondern auch mal wieder ein paar gute dazukommen, vielleicht wieder öfter. Und mein Schatz kommt auch nicht so wahnsinnig gerne mit zu meiner Mutter, er kennt auch sie und kennt sie, wie ekelhaft sie sein kann. Jetzt am Wochenende kommt er halt mit... dann an Ostern nochmal und dann erst wieder im September, weil sie da Geburtstag hat. Ich hab halt Angst dass alles bis dahin wieder eingeschlafen ist.

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    Nochmal: unabhängig von Deiner Vergangenheit bist Du heute eine erwachsene Frau – und es ist eher unwahrscheinlich, dass Dein Ex-Lehrer auf die Idee kommt, eine nachträgliche Vaterfigur abgeben zu wollen.

    Das hab ich mittlerweile begriffen.

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    Nein, Eifersucht bei Deinem Freund hatte ich nicht vermutet. Eher, dass er ebenfalls die starke emotionale Bindung an den Ex-Lehrer bedenklich bzw. Deinem emotionalen Wohl nicht zuträglich finden könnte.

    Er findet das eher verständlich. Als es ganz schlimm war nach dem ersten Treffen wars natürlich ein Ausnahmezustand. Als dieser Höhenflug vorbei war, meinte er natürlich schon, dass es so besser ist, aber das meine ich selbst ja auch. Wegen Treffen oder nicht treffen bzw. wann weiß er aber auch keinen Rat.


    Mein Schatz ist übrigens in manchen Momenten mein "vergöttertes Idol". Und in diesen Momenten kann ich mein Glück kaum fassen, mit so einem tollen Mann zusammen zu sein. Aber das ist was anderes. Denn ich liebe meinen Schatz, jeder Teil in mir tut das. Und auf Andreas springt nur das kleine einsame Mädchen an.

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    Was ist falsch daran eine Freundschaft anzustreben?

    Wenn ich mir so meine besten Freundschaften betrachte, habe ich keine einzige davon "angestrebt". Alles hat sich über längeren Zeitraum, ungeplant, auf natürliche Weise und jeweils von beiden Seiten her so entwickelt.


    Wenn man etwas "anstrebt", bedeutet dies, dass man nicht zufrieden ist mit dem Status Quo, dass man ihn in eine bestimmte vorgegebene Richtung hin verändern möchte. Für mich persönlich fühlt sich diese Haltung in punkto "Entwicklung/Entstehung einer Freundschaft" falsch an, das impliziert viel zu viel Druck. Noch dazu: wenn ich einen Menschen mag, akzeptiere und respektiere ich ihn so, wie er ist und überfrachte ihn innerlich nicht mit Erwartungen.

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    Und wenn es nur als psychologisches Übungsfeld dient?

    Dann lieber entsprechende Rollenspiele mit dem Therapeuten....

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    Aber wenn ich es nicht anstrebe, indem ich mich z.B. regelmäßig melde, dann kann auch so nichts darauf werden...

    Doch, nämlich dann, wenn auch er sich hin und wieder meldet. Wenn das auf Dauer nur einseitig ist, bedeutet das eben eine Schieflage. Du kannst sein Interesse nicht erzwingen. Aber gib' ihm auch die Chance, sich von sich aus zu melden – das kann er nur, wenn Du ihm nicht permanent zuvorkommst.

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    Wenn Du Dich mit Freunden verabredest, freust Du Dich dann nicht drauf?

    Klar freue ich mich drauf. Aber es hängt nicht mein "Lebensglück" davon ab. Jeder hat z.B. mal fiese Phasen, dann hört man u.U. länger nix voneinander. Es gehört zur Freundschaft dazu, sowas zu respektieren.

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    Oder hast Du nicht ein schlechtes Gewissen, wenn Du Dich bei einer Freundin ein paar Wochen nicht mehr gemeldet hast und entwickelt sich bei Dir dann nicht der Drang, mal wieder ein Treffen auf die Beine zu stellen?

    Schlechtes Gewissen ist in echten Freundschaften nicht nötig. Da reicht ggf. auch mal eine kleine Mail, in der man erklärt, dass und warum gerade ein Rückzug stattfindet. Bzw. bei den allerbesten Freunden weiß einfach jeder, dass die Verbindung so oder so da bleibt, das machen wir nicht an fest definierten Intervallen für Treffen fest.


    Wie läuft das bei Dir? Gibt es überhaupt sehr gute Freundschaften? Wenn nein, wäre Andreas ja noch mehr Projektionen ausgesetzt: Vater und guter Freund....

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    Naja, wenn ich nicht nur schlechte Erinnerungen daran hätte sondern auch mal wieder ein paar gute dazukommen, vielleicht wieder öfter.

    Für Deinen Erinnerungsschatz ist Andreas aber nicht verantwortlich.

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    Ich hab halt Angst dass alles bis dahin wieder eingeschlafen ist.

    Was bringt es Dir, wenn es ggf. "nur" deswegen nicht einschläft, weil Du Dich ständig verzweifelt meldest?

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    Mein Schatz ist übrigens in manchen Momenten mein "vergöttertes Idol". Und in diesen Momenten kann ich mein Glück kaum fassen, mit so einem tollen Mann zusammen zu sein.

    Freue Dich darüber! Und pass' gut auf, auch ihn nicht zu sehr mit emotionaler Abhängigkeit zu überfrachten. Ersticke Eure Liebe nicht.

    Zitat

    Und auf Andreas springt nur das kleine einsame Mädchen an.

    Das ist keinerlei Basis für eine Freundschaft.

    Irgendwie hab ich nicht das Gefühl dass Du mich verstehst. Bzw. wahrscheinlich liegt es an mir, dass ich mich nicht klar ausdrücken kann. Ich bin kein klammerndes Etwas, und wenn, dann nur phasenweise und innerlich. In der Beziehung zwischen mir und meinem Schatz ist er es, der 3 mal am Tag anruft, obwohl wir uns morgens und abends sehen, und wenn ich mal länger weg bin ist er es, der oft schreibt und anruft, selten ich.


    Ich habe das Gefühl Du drängst mich in eine Schublade aus Deiner Erfahrung heraus, in die ich aber nicht passe. Denn Deine letzten Ratschläge passen irgendwie auch nicht wirklich zu mir, da Du etwas annimmst, was aber nicht ist.


    Und dass auf Andreas nur das kleine Mädchen anspringt, damit meinte ich das Enthusiastische, das Idealisieren. Sonst wären keine normalen Gespräche möglich gewesen.


    Und es gibt nunmal auch Freundschaften, die funktionieren nur, wenn die Organisation der Treffen eben von einer Seite angetrieben werden. Ich habe z.B. gute Freunde die wohnen 300 km weit weg, haben ein kleines Kind und sind deshalb stark gebunden. Da finden Besuche nur von unserer Seite aus statt, die können da nicht mal eben 300 km mit kleinem Kind fahren. Wenn man dann zusammen ist, ist alles super. Meine beste Freundin wohnt 700 km weit weg, die Freundschaft besteht seit 12 Jahren und es gab zwischendrin eine Zeit, wo man sich eben nicht gesehen oder gehört hat. Aber wenn man sich trifft ist alles wie früher.


    Ich projeziere keineswegs alles auf Andreas, dafür bin ich viel zusehr in meinen Alltag involviert und in mein soziales Umfeld in der Stadt, in der ich jetzt lebe.


    Wenn man eine traumatische Zeit durchlebt hat, ist es dann nicht normal dass man, wenn man das noch nicht verarbeitet hat, ein Stück weit in diese Zeit zurückkatapultiert wird, wenn einen etwas triggert? Und dieses Etwas war Andreas. Es war für ein paar Tage die starke Hoffnung und das Verlangen da, dass er alles wieder heile macht, was damals kaputt gegangen ist. Dass er oder sowieso nichts das vermag, ist mir jetzt auch klar. Trotzdem ist der Kontakt zu ihm für mich etwas Wertvolles. Er ist ein interessanter Mensch. Er kann mir Mut machen. Das schaffen nur sehr wenige Menschen in meinem Leben. Ich weiß ich weiß, da kann er nichts dafür der arme Mensch. Aber weshalb nicht den Kontakt suchen, wenn er einem gut tut. Du machst gerade vieles schlecht, fiamma und verunsicherst mich noch mehr, als ich eh schon bin.

    Kein Problem... ich bin ja froh dass hier wenigstens eine schreibt @:) Nur Dein letzter Beitrag war eben ein bisschen viel...


    Es ist auch schwer, wenn man so viele verschiedenen Phasen hat... in dem einen Moment fühlt man sich wie ein kleines Kind und kommuniziert auch so, im nächsten Moment fühlt man sich gleich wieder als dumm abgestempelt, wenn jemand einem was erklärt... dabei weiß man so selber eh allles besser :|N %-| Es sind ganz unausstehliche Persönlichkeiten :-(


    Zu Andreas... ich hab ihm gestern geschrieben, dass wir am Sonntag in der Gegend sind und er ja Bescheid geben kann, falls wir vorbeikommen sollen. Und er und seine Frau haben Zeit und wollen, dass wir vorbei kommen. Bin jetzt einfach nur gespannt wie mein Schatz und er sich verstehen. Und seine Frau hab ich auch seit Ewigkeiten nicht gesehen, da bin ich auch gespannt. Ich würde lügen wenn ich behaupten würde, dass ich mich nicht darauf freue und gespannt wäre. Ich weiß auch, dass ich mich nicht verkrampfen darf. Ich lass das einfach auf mich zukommen. Ich weiß auch, dass ich es größer mache, als es ist. Ich versuch einfach mal den Ball flach zu halten... und ganz natürlich zu sein...

    Ich bin so verwirrt. Ich habe viel getrunken... und das Thema beschäftigt mich immernoch.


    Viele Treffen gab es seither, das letzte war sehr freundschaftlich, Abendessen bei einem schönen Italiener und danach ein paar Bier in einem Irish Pub.


    Freundschaft ist ok... aber mehr wäre schöner. Scheiß Gefühle und scheiß Hoffnungen.