Ihr Kinderwunsch steht zwischen uns

    Meine Frau und ich sind seit etwas mehr als 2 Jahren verheiratet, haben uns ein Haus gekauft und leben grundsätzlich sehr harmonisch miteinander. Wir sind beide 33 Jahre alt und finanziell geht es uns nicht schlecht.


    Leider gibt es ein großes Problem: Meine Frau will unbedingt Kinder und ich nicht.


    Folgende 2 Sichtweisen prallen da aneinander:


    Sie: :)^


    Ihre biologische Uhr tickt, sie will unbedingt ein Kind, sieht darin den einzigen Sinn im Leben.


    Wir haben ein Haus mit Platz für Kinder, Kinder können eine absolute Bereicherung sein.


    Sie hängt sehr stark an mir und könnte sich nicht vorstellen mich zu verlassen, auch wenn ich keine Kinder möchte, was sie in eine unlösbare Situation bringt. "Wenn ich mich nur zwischen dir und einem Kind entscheiden kann, dann kann ich mich nur mehr umbringen"


    Ich: :(v


    Ich habe irgendwann einmal gesagt, ich könne mir irgendwann mal Kinder vorstellen, aber je mehr ich darüber nachdenke und je das Szenario rückt, desto weniger möchte ich es.


    1 Ich bin seit Jahren in Psychotherapie, leide an Sozialphobie und chronischer Depression.


    Auch mein Vater ist depressiv und war mit meiner Schwester und mir als Kind überfordert, war geistig meist nicht anwesend, immer schlecht gelaunt, aggressiv, hat auch schon mal zugegeben, es wäre ein Fehler gewesen in seiner psychischen Verfassung überhaupt Kinder zu bekommen. Ich gebe ihm auch die Schuld an vielen meiner eigenen mentalen Probleme. Wir wurden immer Abgeschottet, hatten kaum Freunde, ein sehr minimalistisches und Rückschrittliches Leben, kaum Kontakt zu anderen Menschen, wurden für kleinste Fehler bestraft usw…


    Auch wenn ich nicht so egozentrisch und konservativ bin, traue ich es mir nicht zu ein Kind großzuziehen. Ich sehe leider viele Parallelen zwischen mir und meinem Vater und will das einem Kind nicht zumuten.


    2 Aufgrund meiner sozialen Phobie war es für mich immer sehr schwer Bekanntschaften zu machen oder gar eine Beziehung zu einer Frau aufzubauen.


    Mit 26 habe ich das endlich doch geschafft. Ich hatte meine erste Beziehung aus der nach langen Unsicherheiten dann doch eine Ehe wurde, die bis heute anhält. Aber immer schwebt dieser Gedanke umher, ob sie denn wirklich die Richtige ist, ob nicht da draußen irgendwo jemand anderer ist, der besser passt… es ist so ein Drang danach mich endlich mal auszuleben, so wie viele das in ihrer Jugend machen, bis sie sich endlich niederlassen…


    Und ich neige generell dazu mich schnell von Dingen zu trennen, irgend etwas in meinem Leben zu ändern, in der Hoffnung, dass es mich glücklicher macht.


    Daher fürchte ich, eines Tages aufzuwachen und den klaren Wunsch zu haben, mich von Ihr zu trennen, und auch das würde ich einem Kind nicht antun wollen.


    3 meine pessimistische Sicht auf die Zukunft. All die negativen Schlagzeilen, die mich tagtäglich umgeben, machen die Vorstellung schwer für mich, in diese Welt ein Kind zu setzen.


    Wie kann diese Beziehung weitergehen ??? ? Was kann ich tun?


    Ich wäre sehr dankbar für eure Meinungen.

  • 61 Antworten
    Zitat

    ist es denn wirklich der kinderwunsch, der zwischen euch steht, oder die endgültige verbindlichkeit, die dir bauchschmerzen bereitet?

    das stimmt, die endgültige Verbindlichkeit ist sicherlich meine größte Angst. Ich könnte mir schon vorstellen, dass sich Dinge wie generelle Zukunftsängste oder der Vergleich zu meinem Vater, wenn dann ein Kind da wäre, abschwächen oder aufheben könnten,... aber die gemeinsame Verantwortung und dadurch ewige Anbindung, diese Endgültigkeit wäre dann unbestreitbar da.

    Zitat

    Aber immer schwebt dieser Gedanke umher, ob sie denn wirklich die Richtige ist, ob nicht da draußen irgendwo jemand anderer ist, der besser passt… es ist so ein Drang danach mich endlich mal auszuleben, so wie viele das in ihrer Jugend machen, bis sie sich endlich niederlassen…


    Und ich neige generell dazu mich schnell von Dingen zu trennen, irgend etwas in meinem Leben zu ändern, in der Hoffnung, dass es mich glücklicher macht.


    Daher fürchte ich, eines Tages aufzuwachen und den klaren Wunsch zu haben, mich von Ihr zu trennen, und auch das würde ich einem Kind nicht antun wollen.

    Wusste deine Frau von dieser deiner Einstellung vor eurer Hochzeit? Weiß sie es jetzt? Warum hast du sie geheiratet?

    Zitat

    Wusste deine Frau von dieser deiner Einstellung vor eurer Hochzeit? Weiß sie es jetzt? Warum hast du sie geheiratet?

    Die gleichen Fragen habe ich mir beim Lesen auch gestellt.


    Du solltest deine Gefühle offen ansprechen. Ich fände es sehr unfair sie hinzuhalten. So kann sie immer noch frei entscheiden, ob sie ihren Kinderwunsch mit jemand anderem verwirklicht (oder es zumindest versucht)

    Zitat

    Die gleichen Fragen habe ich mir beim Lesen auch gestellt.


    Du solltest deine Gefühle offen ansprechen. Ich fände es sehr unfair sie hinzuhalten. So kann sie immer noch frei entscheiden, ob sie ihren Kinderwunsch mit jemand anderem verwirklicht (oder es zumindest versucht)

    Dieser Gedanke ging mir auch durch den Kopf.

    Zitat

    Wusste deine Frau von dieser deiner Einstellung vor eurer Hochzeit? Weiß sie es jetzt? Warum hast du sie geheiratet?

    Sie wusste es, denn meine Unsicherheit war immer Teil unserer Auseinandersetzungen. Sie hatte immer die Hoffnung, dass ich mich eines Tages zu 100% auf sie einlassen kann.


    Ich selbst hatte phasenweise auch immer das Gefühl, dass sie doch "die Eine" ist und in solch einer "Phase" habe ich auch ihrem Wunsch nachgegeben zu heiraten.


    Prinzipiell läuft das ja auch sehr gut. Wir streiten kaum, alles ist harmonisch, wir kuscheln viel, wir haben uns beide sehr gern.


    Aber mein "Was wäre wenn" kann ich nicht abstellen.

    Ich kann nur meine Gefuehle wiedergeben, die ich hatte, bevor ich mein erstes Kind plante und bevor es dann tatsaechlich geboren wurde, wobei ich allerdings sagen muss, dass ich mir immer mind. 1 Kind gewuenscht hatte: Wie bei Dir waren es auch ein bisschen Angst und Spannung, ein etwas banges Schauen in die Zukunft, und sicherlich viele Gedanken, die Dich auch bewegen, allerdings ohne diese ganzen psychosozialen Aspekte, von denen Du schreibst.


    Als das Kind dann da war, gab es tatsaechlich viele Aenderungen, aber es war auch ploetzlich ein unmittelbar spannender Bogen in mein Leben eingetreten, der anfeuerte und allem eine neue Richtung gab. Einiges spielte ploetzlich keine so grosse Rolle mehr, dafuer gab es viele neue Bereicherungen. Das betraf und betrifft gerade auch die zwischenmenschlich-soziale Ebene. Da war jetzt ein kleiner Mensch da, der mich einfach akzeptierte und mit mir die Welt entdecken wollte. Ihm waren Details egal, Hauptsache es war der Papa!


    Schon mit den kleineren Kindern (beginnend mit dem Kinderwagenalter) kann man tolle Unternehmungen machen, wenn natuerlich auch etwas anders als zuvor. Man findet auch viele Kontakte zu anderen Eltern, so aehnlich, wie auch ein Hund Anlass zum Anknuepfen von Kontakten geben kann.


    Jetzt ist mein juengste Tochter (Kind Nr. 5 ;-) ) 4 Jahre alt geworden, und ich kann Dir versichern, dass wir immer viel Spass miteinander haben, es nie langweilig bei uns ist, wir tolle gemeinsame Ferien verbringen und ich fuer ganz viele Dinge immer grossartige, mir ganz nahestehende Mitmenschen habe, mit denen ich die Dinge gemeinsam machen kann, die ich frueher meistens alleine oder bestenfalls mit Fremden machen musste.


    Ich moechte jedenfalls keines meiner Kinder missen, und vor allem waren die anfaenglichen Zweifel ganz schnell verflogen, als das erste Kind da war - zurueckgeben war ja nicht moeglich, und so gab es sowieso nur den Weg nach vorne, und der war und ist der beste und einzig richtige!


    Was Deine sozialpsychischen Sorgen betrifft, weisst Du ja um sie und kannst sie daher im Gegensatz zu Deinem Vater bestimmt vermeiden. Vielleicht solltest Du einfach auf Deine Frau hoeren?


    Dass dir auch andere Frau gefallen koennten und Du mit einer anderen Frau auch gluecklich sein koenntest, ist doch ganz selbstverstaendlich! Wenn Du eine andere haettest, wuerde es Dir aber genauso gehen. Da Du schreibst, wie schwer es Dir gefallen ist, ueberhaupt eine Frau zu finden, waere ich an Deiner Stelle dankbar, dass es Dir geglueckt ist und wuerde sie daher umso mehr schaetzen.

    Zitat

    Ich selbst hatte phasenweise auch immer das Gefühl, dass sie doch "die Eine" ist und in solch einer "Phase" habe ich auch ihrem Wunsch nachgegeben zu heiraten.

    Puh. Eigentlich gibt man nicht nach und heiratet nur weil es der Wunsch des anderen ist aber nicht sein eigener.


    Ich würde nicht mit meinem Mann zusammen bleiben wollen wenn ich wüsste, dass er nur meinem Wunsch nachgegeben hat, aber nicht 100 % hinter dieser Ehe steht.

    Zitat

    Du solltest deine Gefühle offen ansprechen. Ich fände es sehr unfair sie hinzuhalten. So kann sie immer noch frei entscheiden, ob sie ihren Kinderwunsch mit jemand anderem verwirklicht (oder es zumindest versucht)

    Wir haben schon sehr viel über das Thema diskutiert. Sie kennt all meine Gefühle diesbezüglich.


    Sie ist aber der Meinung, ich würde eines Tages schon ihren Wunsch erfüllen... (immerhin habe ich vielen ihrer Wünsche, wie zusammenziehen, heiraten, Haus kaufen, nach anfänglichen Zweifeln doch nachgegeben, aber die waren nie so endgültig)


    Sie engt mich immer mehr ein und stellt auch schon mal Ultimaten bis wann Sie schwanger sein will.


    Und wenn ich dann sage, "das wird nichts werden, dann bleibt wohl nur eine Trennung, damit du dir jmd. anderen Suchen kannst mit dem du schwanger wirst", dann sagt sie "ich will nur von DIR ein Kind"...


    usw..


    es stresst mich momentan wirklich sehr...

    Sorry, aber du machst es dir da auch ziemlich bequem. Indem du alle Wünsche nur als die ihren bezeichnest, tust du so, als seist du da passiv "in was reingeschlittert".


    Jetzt hast du dir die Ehe mit ihr ausgesucht, dann übernimm auch Verantwortung. Damit mein ich nicht unbedingt den Kinderwunsch, aber ihre Wünsche, eine verbindliche und enge Beziehung betreffend.


    Ansonsten würde ich sagen: Wer kein Kind will, sollte keins bekommen. Tut einem selbst und dem Kind nicht gut.

    Deine Frau möchte eine perfekte, heile Welt haben, Haus und Kind und Blumen im Garten und sicher keine Trennung, denn das ist unangenehm und tut weh. Nichts desto trotz wird das in unmittelbarer Nähe bevor stehen, wenn ihr euch nicht einigt. Das heißt, einer von beiden wird nach geben müssen. Nur wer?


    Das sind aber Themen, die man vor dem Hauskauf und einer Hochzeit hätte klären müssen.

    Du hast keine dankbare Rolle, in der Du feststeckst. Es wäre auch noch ein Riesenunterschied, zu einem Mann, der nie irgendwelche Zweifel, Ängste oder Abwägungen geäußert hätte der Partnerin gegenüber. Der dann nach allen Schritten, Hochzeit, Hausbau, Job- und Karriereaufbau mit der Ansage, nein gemeinsame Kinder ist nicht - ums Eck käme.


    Deine Partnerin wusste von Beginn an, dass es Deine Lebensvita gibt und hat sich bewusst dennoch für eine Partnerschaft mit unsicheren Bedingungen entschieden.


    Ich würde es jetzt zu diesem Zeitpunkt zumindest für sehr fragwürdig halten, wenn sie Dich mit Ultimaten und Bedingungen zu einer Schwangerschaft überredet und Dir eine Entscheidung abringt, in dem sie Deine Liebe dafür in eine Waagschale bringt und das alles von einem gemeinsamen Kind abhängig macht.


    Ein Partner, der bekannte Handikaps wie Deine hat, die ihr vollends bewusst waren als ihr geheiratet habt, sollte nicht zu einer so wichtigen Lebensentscheidung gedrängt werden.


    Ein Kind sollte kein reines Sozialexperiment sein bzw. werden. Geht es gut mit der Mutter- oder Vater-Kindbindung oder nicht. Wer selbst psychisch zumindest phasenweise anfällig und instabil ist, sollte sehr gut abwägen, ob es für ihn oder sie (je nach Fall) eine kluge Entscheidung ist, auf Biegen und Brechen eine Schwangerschaft herbeizuführen.


    Ich finde es immer wieder tragisch, wenn junge Familien, die völlig andere Pläne hatten zerbrechen, weil einer von beiden sich der Verantwortung für ein Kind nicht stellen kann oder will. Große Probleme, die es vor der Schwangerschaft gibt, lassen sich auch danach nicht einfach überwinden.


    Du hast nicht zu Unrecht Bedenken, die nach dem was Du aus der eigenen Kindheit beschrieben hast, schlüssig und nachvollziehbar für mich sind. Wenn Du für Dich selbst große Zweifel hast, ob den Herausforderungen eines gemeinsamen Kindes gewachsen bist, sogar die ganze Ehe zum Teil infrage stellst, wäre es keine kluge Entscheidung es darauf ankommen zu lassen, ob die Ehe unter den Bedingungen einer Familiengründung Bestand behält oder nicht.


    Unter Druck ein Kind zeugen müssen, ohne selbst überzeugt hinter dieser Entscheidung zu stehen als Partner und künftiger Vater, finde ich schon aus Sicht der fairen Partnerschaftsgrundlage nicht besonders erstrebenswert.


    So sehr ich den Wunsch Deiner jungen Frau verstehe, ihre Traurigkeit nachvollziehe, aber Deine Zweifel haben genauso ihre Daseinsberechtigung wie ihre Zielwünsche nach einer Familie. Ich sehe, was diesen Wunsch betrifft keinen goldenen Mittelweg, auch nicht damit, dass rein Deiner Frau zuliebe ein Kind gezeugt wird, dass Dir weiterhin Angst und Zweifel macht in Deiner Gefühlswelt.


    Ein Kind spürt bei den Erwachsenen Zweifel, Unsicherheit und wo vorhanden auch innere Ablehnung und muss mit diesen Bedingungen vorher ungefragt bis zum Erwachsenenalter aushalten und umgehen lernen. Das ist manchmal ein sehr hartes Los, weil sich Gefühle auch aus moralischer Erwägung heraus nicht immer unterdrücken oder ausblenden lassen.

    Meine persönliche Geschichte ist ein völlig andere, dennoch möchte ich gerne antworten, weil sie doch ein gewisses Licht auf die Sache wirft. Ich bin ungewollt kinderlos, mein Mann und ich hatten mehrere Fehlgeburten. Wir waren uns aber von Anfang an klar, dass wir noch ein gemeinsames Kind haben wollen würden (obwohl mein Mann schon eines aus erster Ehe hat). Ich bin an dieser ungewollten Kinderlosigkeit komplett zerbrochen und obwohl mein Mann nichts dafür kann, belastet dies unsere Ehe sehr. Ich muss aber auch sagen, einen Mann, der mir von Anfang an gesagt hätte, er will kein Kind oder er wäre da zögerlich, hätte ich nie geheiratet.


    Ich denke - und das sage ich nicht leichtfertig - bei Euch wird es sicher auf die Trennung zulaufen, wenn Deine Frau einen echten Kinderwunsch hat und Du Dich nicht darauf einlassen kannst, was natürlich Dein gutes Recht ist, Du aber in meinen Auge vor einer Ehe hättest sagen sollen. Wenn Ihr zusammenbleibt und Du nimmst ihr die Möglichkeit, ein Kind zu bekommen, wird sie Dich ziemlich sicher irgendwann hassen, denn der Wunsch nach einem Kind lässt sich nicht einfach verdrängen oder verarbeiten bzw. dem Partner zuliebe in den Hintergrund rücken. Ich denke, der Kinderwunsch ist fast das einzige, wo es keinerlei Kompromiss gibt und wo man sich von Anfang an einig sein muss.

    Zitat

    Und ich neige generell dazu mich schnell von Dingen zu trennen, irgend etwas in meinem Leben zu ändern, in der Hoffnung, dass es mich glücklicher macht.

    Du willst kein Kind, weil du dich dann nicht mehr so leicht von ihr trennen kannst? :(v


    Ich finde, du machst es dir ganz schön leicht. Du führst sie immer weiter hinters Licht, weil du ihr erzählst du willst Kinder, sie heiratest, ein Haus kaufst, obwohl du das alles anscheinend nicht wirklich willst. Liebst du deine Frau eigentlich oder habt ihr euch beide nur

    Zitat

    sehr gern.

    ?


    Nimm Verantwortung und sei ehrlich zu ihr. Und wenn du meinst, woanders glücklicher zu sein, dann überlege dir das jetzt und trenn dich. So hat sie wenigstens die Chance auf einen Mann, der sie wirklich liebt und Kinder mit ihr will, anstatt mit 40 und ohne Kinder verlassen zu werden.

    Zitat

    Aber immer schwebt dieser Gedanke umher, ob sie denn wirklich die Richtige ist, ob nicht da draußen irgendwo jemand anderer ist, der besser passt… es ist so ein Drang danach mich endlich mal auszuleben, so wie viele das in ihrer Jugend machen, bis sie sich endlich niederlassen…

    DIES sehe ich eigentlich als das eigentliche Problem. So lange es diese Gedanken gibt, wirst du dich nicht endgültig bei ihr wohl fühlen, von Kindern ganz zu schweigen. Hier würde ich ansetzen zu arbeiten, denn dieses Gefühl muss weg, sonst wirst du mit ihr nicht glücklich. Finde heraus, was dir "fehlt" und schau wie erstrebenswert und realistisch bzw. realisierbar dies ist.


    Ich hoffe du stehst nicht irgend wann vor einem "Versehen" oder vollendeten Tatsachen, was die Verhütung betrifft.

    Nike Zoê


    Ich bedaure eure Situation. Es ist ganz gleich, wie eine unfreiwillige Kinderlosigkeit zustande kommt, ein hartes Los, dass Beziehung unbelastet lässt. Ich kenne es aus der eigenen Familie, aber auch von engen Freunden und Bekannten. Wie sehr so eine Situation die Liebe belasten kann, ist unbestritten.


    Hier in diesem speziellen Fall sehe ich allerdings einen gravierenden Unterschied. Der TE hat es seiner Freundin/Frau mehrfach freigestellt sich für einen anderen Weg zu entscheiden.

    Zitat

    Sie wusste es, denn meine Unsicherheit war immer Teil unserer Auseinandersetzungen. Sie hatte immer die Hoffnung, dass ich mich eines Tages zu 100% auf sie einlassen kann.

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    Und wenn ich dann sage, "das wird nichts werden, dann bleibt wohl nur eine Trennung, damit du dir jmd. anderen Suchen kannst mit dem du schwanger wirst", dann sagt sie "ich will nur von DIR ein Kind"...

    Diesen Worten entnehme ich, dass der TE die Risiken der Trennung kennt, und sich bewusst ist, dass es in diese Richtung hinaus laufen kann. Dennoch überwiegen der innere Stress und die Zweifel in Bezug auf den Kinderwunsch seiner Frau.


    Es ist auch in meinen Augen kein blinder Egoismus aus persönlicher Bequemlichkeit oder einem Ruhebedürfnis heraus.

    Zitat

    Ich habe irgendwann einmal gesagt, ich könne mir irgendwann mal Kinder vorstellen, aber je mehr ich darüber nachdenke und je das Szenario rückt, desto weniger möchte ich es.


    1 Ich bin seit Jahren in Psychotherapie, leide an Sozialphobie und chronischer Depression.

    Das sind für mich als Außenstehende handfeste Gründe und es ringt mir zumindest Respekt ab, wenn der TE sich über die Verantwortung für ein Kind vor dessen Zeugung und Geburt ernsthafte Gedanken macht. Er traut sich die verbindliche Verantwortung nicht zu und möchte nicht unter Druck gesetzt werden, überredet eine Entscheidung treffen, die er später sehr wahrscheinlich bereuen würde, wenn all das so beständig bleibt, was er über sich geschrieben hat.


    Die Belastbarkeit durch ein Kind ist nicht zu unterschätzen, eine gewisse genetische Disposition bei einem durch ihn gezeugtes Kind ist nicht gänzlich auszuschließen.


    Das was der TE über seine eigene Kindheit beschrieben hat, ist um es vorsichtig zu formulieren ein Martyrium, dass er sehenden Auges seinem Kind nicht zumuten will. Er kann sich schließlich auch nicht verbiegen, um ein Vater mit besseren Eigenschaften zu werden, als es ihm der eigene Vater ermöglichen konnte.


    Zudem wäre klar, dass seine junge Frau immer der deutlich mehr belastete Elternteil wäre, weil ihr Mann psychisch instabil nicht gleichberechtigt für das Kind sorgen kann. Akut in einem Depressionsschub gefangen, hätte seine Frau eine Doppelbelastung, die schwer auszuhalten ist.


    Ich habe solche Situationen mehrfach im Leben mitbekommen im sozialen Umfeld und das ist alles andere als eine leicht händelbare Problematik. Ein Kind kennt den Unterschied nicht und muss mit allen negativen Auswirkungen als emotional noch lernendes Wesen klar kommen, die sich aus so einer besonderen Situation ergeben und im Zweifel früher Verantwortung übernehmen als es seinem Alter entsprechend guttun würde. Unbelastet gelebt ist so eine Kindheit nicht. Der TE weiß es aus eigener Erfahrung und möchte es besser machen als sein Vater, in dem er Verzicht übt.

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    Prinzipiell läuft das ja auch sehr gut. Wir streiten kaum, alles ist harmonisch,

    Nö, das ist keine Harmonie, sondern ein Stillhalteabkommen, weil du es genaugenommen vermeidest, über dein Vorstellungen von eurer Zukunft und eurem Jetzt klar zu reden.


    Harmonisch wäre es, wenn bei einer offenen Aussprachen kein Streit mehr entstehen würde, weil ihr euch geeinigt habt.


    Ich halte dich und dein Verhalten ziemlich unfair deiner Frau gegenüber. Und ja, es hat auch mit deinem Egozentrismus zu tun. Du hast deine Frau im Unklaren gelassen

    Zitat

    denn meine Unsicherheit war immer Teil unserer Auseinandersetzungen

    So kann man sich auch rausreden, wenn man es sich verkneift, offen und ehrlich die Wahrheit zu sagen und damit die Frau im Ungewissen zu lassen.

    Zitat

    All die negativen Schlagzeilen, die mich tagtäglich umgeben, machen die Vorstellung schwer für mich, in diese Welt ein Kind zu setzen.

    Mache mal einen Realitätsagleich. Die Apokalypsenphrasen hat es schon 1000-de Jahre gegeben- meistens von Wichtigtuern.


    Die Realität und die "Realität der Medien" sind ziemlich unterschiedlich- da wird aufgebaucht, dramatisiert, entstellt, ...


    Und lasse deinen Vater hier raus- du bist nicht dein Vater, sondern dein eigener Mensch.