Du solltest ihm deutlich und unmissverständlich mitteilen, dass Dir sein Verhalten Angst macht und Du darum bittest, dass er Deinen Wunsch nach Abstand so lange respektiert, wie Du eben Zeit benötigst. Er soll nicht von sich aus auf Dich zukommen und auch nicht Deine Arbeitsstelle oder das Wohnumfeld belagern.


    Am besten schriftlich festhalten, so dass Du einen Nachweis darüber hast, falls es mal nötig wird.


    Auch die anderen Begebenheiten würde ich schriftlich in einem Notizbuch festhalten mit Datum, Uhrzeit, Vorkommnis.


    Er scheint extrem in Panik zu sein und hat seine Verlustangst nicht unter Kontrolle. Das macht ihn so unberechenbar. Trotzdem sind diese Ansagen an ihn wichtig. Einmalig und sehr deutlich.

    Zitat

    Du solltest ihm deutlich und unmissverständlich mitteilen, dass Dir sein Verhalten Angst macht

    Das mit der Angst würde ich auf keinen Fall erwähnen, sonst gewinnt er dadurch (gefühlt) noch mehr Macht.

    Zitat

    Das mit der Angst würde ich auf keinen Fall erwähnen, sonst gewinnt er dadurch (gefühlt) noch mehr Macht.

    Ich habe ehrlich gesagt nicht den Eindruck, dass es hier um Machtausübung geht. Kann natürlich nur das Geschriebene zur Hilfe nehmen für diese Einschätzung.


    Sehe seinerseits eher diese unkontrollierbare Panik und Verlustängste. Das macht sein Verhalten sicher nicht besser. Aber bezüglich der Aussage mit der Angst macht es einen Unterschied. Wenn da noch ein wenig gesunder Menschenverstand übrig ist, könnte ihn diese Aussage davon abhalten, sich ihr noch mal in der Form zu nähern.


    Aber das soll die TE letztlich nach ihrem eigenen Bauchgefühl entscheiden, was sie ihm wie mitteilt. War nur als Vorschlag zu betrachten, nicht als Handlungsanweisung.

    Oje, du Arme. Der Typ ist völlig irre.


    Jetzt fängt er an dich zu stalken, nachdem er dich vergewaltigt hat.


    An deiner Stelle würde ich mir wirklich noch mal überlegen, ob du die Vergewaltigung nicht doch anzeigen möchtest. Ich würde seine übergriffigen Kontaktversuche genau mit Datum und Uhrzeit dokumentieren und mich an eine Beratungsstelle für Opfer von Vergewaltigung und Stalking wenden.


    Nach dem was du schreibst, befürchte ich, dass er dich definitiv nicht in Ruhe lasen wird, sondern sich immer mehr über deine Grenzen hinwegsetzen wird. Er hat ja schon die Erfahrung gemacht, dass er ohne Konsequenzen mit dir machen kann, was er möchte. Er hat dir auch gezeigt, dass ihn deine Gefühle einen Dreck interessieren.


    Ich will dir keine Angst machen, aber ich denke du kannst mit dem schlimmsten rechnen und solltest Maßnahmen ergreifen um dich zu schützen.

    Panik seinerseits führt meinem Eindruck nach sehr wohl zu Machtausübung, natürlich nicht im Sinne von kalkulierter Dominanz. Leute, die solche Geschütze auffahren, haben oft ein gutes Gespür für die Angst des anderen und drücken dann die dazu passenden Knöpfe.

    ich würde an dem montag mit begleitung zu dem versprochenen treffen hingehen (in der öffentlichkeit) und ihm eine glasklare ansage machen:


    "dein verhalten ist übergriffig und völlig inakzeptabel. selbst wenn ich nach so einer langen beziehung noch positive gefühle, ein stück restliebe, für dich empfinde, hast du durch deine taten in der letzten woche alles unwiderbringlich kaputt gemacht. was du getan hast, ist unverzeihlich und es gibt nichts, wodurch du das wieder gut machen könntest. es ist auch bezeichnend, dass du mich am samstag in meiner wohnung solange beackert hast, bis ich in dieses treffen hier eingewillig habe, obwohl ich das eigentlich gar nicht wollte. auch dein auftritt vor meinen freunden am freitag hat sie schockiert und sprachlos gemacht. du hast in letzter zeit eine seite an dir offenbart, mit der ich nicht leben kann. du willst jetzt sicher sagen 'das war ein ausrutscher, es kommt nie wieder vor, ich kann mich bessern', aber das kann ich dir nicht mehr glauben, selbst wenn ich es gerne glauben würde. und selbst wenn du dich ändern könntest - was ich nicht glaube - kann dadurch unmöglich ungeschehen gemacht werden, was du mir angetan hast. die grundlage für unsere beziehung ist unreparierbar zerstört.


    daher ist es endgültig aus mit uns. ich will von dir keine erklärungen, ich will von dir keine entschuldigungen, was du zu sagen hast interessiert mich nicht mehr. ich will, dass du nie wieder kontakt mit mir oder meinem umfeld aufnimmst. davon abgesehen habe ich die verletzungen, die du mir letztes wochenende zugefügt hast, dokumentiert. wenn du mir gegenüber weiterhin übergriffig wirst, wenn du weiterhin versuchst, mich oder meine freunde zu bedrängen oder zu kontakt zu zwingen, werde ich zur polizei gehen."


    [und abgang]


    (dass die verletzungen nicht ärztlich dokumentiert sind, muss er ja nicht wissen. :=o )


    aber ich kann verstehen, falls du für so eine harte ansage noch nicht bereit bist.

    Scheiße, ich habe schon am Anfang des Fadens befürchtet, dass so etwas kommen könnte. Mochte es nur nicht sagen, denn es wäre vielleicht als Überreaktion angekommen, wenn ich geschrieben hätte, die TE sollte am besten vollständig und konsequent ab sofort jeden Kontakt abblocken.


    Ich würde mich Black Gun anschließen. Und nach dieser harten (und meiner Meinung nach dringend notwendigen) Ansage konsequent blocken.


    Was ich ihm in jedem Fall sagen würde: "Wenn du mir beweisen willst, dass du mich liebst, dann indem du mich und meine Freunde und Kollegen ab heute in Ruhe lässt. Tust du das nicht, bist du in meinem Ansehen für immer unten durch."

    Zitat

    Tust du das nicht, bist du in meinem Ansehen für immer unten durch."

    das würde ich so nicht formulieren. ich finde er sollte wissen, dass er in ihrem ansehen bereits jetzt unten durch ist und das auch durch "wohlverhalten" nicht mehr ausbügeln kann. ich würde an dieser stelle eher an seine gefühle appellieren, zb:


    "wenn du mich je geliebt hast oder noch immer lieben solltest, kannst du das zeigen, in dem du mich ab jetzt in ruhe lässt."


    dann ist nämlich klar, dass jeder weitere versuch, kontakt zu erzwingen, ihn als stalker outen würde und er sich nicht mehr mit der nummer vom 'bestürzten, besorgten freund, der doch nur sprechen will' rausreden kann.

    Liebe Alias,


    ich sehe deinen "Exfreund A" immer noch nicht als gefährliches Monster. Aber es ist nicht zu übersehen, dass er "außer sich" ist. Und weil er das nicht will, weil er sich so nicht mag, will er irgendwie erreichen, dass "alles wieder gut ist".


    Du hast mit deinen Worten in ihm diese Illusion aufrecht erhalten. Das war eine Panikreaktion, aber das weiß er nicht. Er geht also nach wie vor davon aus, dass du ihn liebst und das Geschehene aus der Welt schaffen willst. Das darf so nicht stehen bleiben.


    Ein Mensch, der "außer sich" ist, nutzt jeden Strohhalm, um diese Situation zu ändern. Dazu gehört, dass A alle Mittel einsetzt um dich zu finden. Er weiß nicht, dass er damit alles schlimmer macht, darum musst du ihm das sagen. Es kann ihm auch jemand anderer sagen, aber da besteht die Gefahr, dass er das nicht glauben will.


    Es geht also im Moment vor allem darum, dass du ihm die wichtigsten Botschaften zukommen lässt, die er unbedingt haben sollte. Und dazu gehört wohl als erstes, dass du KEIN Gespräch mit ihm möchtest, wenn ich dich richtig verstanden habe. Dazu gehört als Zweites, dass du ANGST vor ihm hast und dass diese Angst echt ist, dich in Panik versetzt und bewirkt, dass du dich auf keinen Fall noch einmal mit ihm alleine in einem Raum befinden möchtest.


    Was sonst noch wichtig ist, solltest du für dich herausfinden und unbedingt schriftlich festhalten. Zuerst nur für dich, dann aber auch, um es A mitzuteilen


    Anders als andere hier sehe ich keine Gefahr darin, ihn über deine Angst zu informieren. Denn er ist ja nicht das Monster, dass dann nur Macht über dich ausüben will. Er ist ein Mensch, der mit dem, was er da in Bewegung gesetzt hat, völlig überfordert ist. Das kann dann in Grenzsituationen auch dazu führen, dass er unkontrolliert handelt. Und darum ist es gut und wichtig, dich mit ihm nicht mehr alleine – und schon gar nicht in deiner Wohnung – zu treffen. Aber dazu gehört eben auch, dass er weiß, dass du Angst vor ihm hast. Das wird ihn erschüttern, aber es ist wichtig. Angst und Liebe passen nicht zueinander, also ist deine Liebe verloren gegangen, denn deine Angst ist echt. Diese Angst geht auch nicht, wenn er sagt "Aber du brauchst doch keine Angst vor mir zu haben". Und auch das sollte er wissen. ER kann im Moment NICHTS tun, damit diese Angst geht.


    A hat also zur Zeit nur eine wichtige Aufgabe dir gegenüber: Dir zu versichern, dich in Ruhe zu lassen, dich nicht mehr zu bedrängen, nicht mehr aufzusuchen, kein Gespräch mehr zu fordern. Es gibt nur EINE Möglichkeit, zwischen euch Klarheit zu schaffen, und die ist schriftlich. Wenn er das schriftlich nicht will, gibt es diese Klarheit nicht. Und auch das muss er wissen.


    Was mich wirklich wundert, ist, dass keiner von euch beiden diesen schriftlichen Weg bisher wählt. Auch du nicht. Denn das ist nun mal das einzige Ventil, das gefahrlos genutzt werden kann. Darum nutze es doch bitte und mach ihm klar, dass auch er nur diesen Weg zu dir hat und keinen anderen. warte damit nicht und sei dabei völlig offen und ehrlich.


    Solltest du wirklich noch mal zu einem Treffen wollen, dann sicher nicht alleine. Allerdings wird er ein Treffen mit Begleitung kaum akzeptieren. Also gibt es kein Treffen.


    Nochmal zusammen gefasst. A kann zur Zeit nichts tun, um dir deine Angst zu nehmen. Denn das ist DEINE Angst. Die kannst du dir nur selber wieder nehmen, aber das nimmt Zeit in Anspruch. Und dazu braucht es Klarheit.

    Zitat

    Anders als andere hier sehe ich keine Gefahr darin, ihn über deine Angst zu informieren. Denn er ist ja nicht das Monster, dass dann nur Macht über dich ausüben will. Er ist ein Mensch, der mit dem, was er da in Bewegung gesetzt hat, völlig überfordert ist. Das kann dann in Grenzsituationen auch dazu führen, dass er unkontrolliert handelt.

    mit verlaub, oldie, das wissen wir nicht. er könnte ein gefährlicher soziopath sein oder ein überforderter kerl, der einen für ihn selbst unerklärlichen fehler gemacht hat. beides ist im bereich des möglichen. falls ersteres zutrifft, wäre es aber fatal, ihm die eigene angst zu zeigen.


    ich halte nichts davon, in der hoffnung auf das eintreten des "best case" szenarios etwas zu tun, das im "worst case" katastrophale folgen haben könnte.

    Ihn Treffen und ihm all das persönlich sagen, will ich auf keinen Fall und würde ich, denke ich auch nicht schaffen. Er konnte sich schon vor meiner Freundin und meinen beiden Kollegen kaum zusammenreißen und wird es sicher auch nicht können, wenn ich in Begleitung zu dem Treffen komme. Er kann sich selbst kaum bremsen und ich fürchte ehrlich gesagt, wenn ich vor ihm stehe und ihm sage, dass es endgültig aus ist und es keinen Weg zurück gibt, er erst recht versuchen wird, mich umzustimmen. Vielleicht fasst er es auch gut auf, ich kann es gerade nicht einschätzen, aber im Moment glaube ich eher, er würde wieder durchdrehen. Er ist so verzweifelt und solche Angst vor einer Trennung, dass er sich selbst überhaupt nicht mehr kontrollieren kann.


    Ich werde ihm auf jeden Fall deutlich schreiben, was Sache ist, aber weiß noch nicht genau, wie und was. Ich muss noch ein bisschen überlegen. Ich kann ihn überhaupt nicht mehr richtig einschätzen und habe Angst, dass er irgendetwas richtig Dummes tut. Das Ganze ist einfach nur ein wahrgewordener Alptraum. :°( :°(

    Das kann nur unterschreiben (und auch die Beiträge anderer User, die in die ähnliche Richtung gingen).


    Und ich würde nochmal gut überlegen, ob du die (noch übrigen) Verletzungen nicht doch ärztlich dokumentieren lässt und dir zusätzlich ein Gedächtnisprotokoll anfertigst über alles, indebesondere über seine jetzt schon mehrfachen Grenzüberschritte.


    Und was seine vermuteten Beweggründe angeht: Du bist nun wirklich der letzte Mensch, der für ihn Verständnis aufbringen "müsste", könnte, sollte. ... Zumal er massiv in deine Sphäre(n) eingreift und insofern ein Sicherheitsrisiko für dich darstellt in mehrfacher Hinsicht. Warum er das tut ist völlig nachrangig hinter dem Fakt, dass er das tut. Mehrfach!


    Er hat arge Probleme dich "gehenzulassen" aus eurer Beziehung (würde ihn ja auch auf sich selbst und dem Anlass der Trennung zurückwerfen) und greift zu Grenzüberschreitungen dir gegenüber, um das zu verhindern, und das finde ich sehr bedenklich.

    Zitat

    ich sehe deinen "Exfreund A" immer noch nicht als gefährliches Monster.


    (Oldie49)

    Ich schon.

    Zitat

    ich halte nichts davon, in der hoffnung auf das eintreten des "best case" szenarios etwas zu tun, das im "worst case" katastrophale folgen haben könnte.


    (Black Gun)

    Das sehe ich ebenso.