Immerhin ist er jetzt ersteinmal untergebracht. Die Drohung dir gegenüber ist aber wieder eine völlige Grenzüberschreitung. Speicher die Nachricht, du kannst sie vielleicht mal vor Gericht brauchen. Ich weiß, das ist natürlich nicht was du hören willst, aber ich sehe jetzt zwei Sachen: Er hat dir gedroht und du hast es auf Band, und er hat seinen Vater angegriffen und wurde eingewiesen. Da du ihn angezeigt hast, werden dir die beiden Tatsachen später helfen zu beweisen, dass du dir das nicht ausdenkst. Ich kenne eure positive Vergangenheit natürlich nicht, aber was ich hier im Thread gelesen habe zeigt mir sehr deutlich, dass er zumindest jetzt ein gefährlicher Mensch ist und dass es gerecht und richtig ist, wenn er in Gewahrsam ist und bleibt / wieder kommt. Ich wünsche dir viel Kraft, aber du wirst das durchstehen. Du hast sehr viel Durchhaltevermögen bewiesen - allein, dass du uns so auf dem Laufenden hältst, das muss viel Kraft erfordern. Gut, dass du nicht verdrängst sondern aufarbeitest. Kümmer dich jetzt weiter um dich selbst, such dir Unterstützung und lass dich auch bei dem Aufarbeiten unterstützen, es ist keine Schande und du hast es bisher so gut konfrontiert, du packst es da durch.

    Ach Alias... Das ist doch klar das es dir gerade beschißen geht, auf gut Deutsch gesagt und ich finde deine Überlegungen zur Entlassung sehr vernünftig. Vielleicht kannst du ja seinen Eltern einfach eine Nachricht auf die Boy sprechen das du ihrem Sohn nichts Böses wüsncht, aber derzeit einfach Angst hast und um Info bittest wenn er entlassen wird. Nicht mehr als das und das du hoffst das er sich schnell wieder fängt.


    Es ist für Eltern sicherlich auch super hart ihr Kind so zu sehen und zu verstehen was plötzlich mit ihm los ist dürfte ihnen nicht leichter fallen als dir.

    Ja, seine Eltern wissen ja auch, dass ich ihn angezeigt habe. Das spielt sicher auch mit, aber in erster Linie geht es ihnen selbst mit der Situation bestimmt sehr schlecht und da haben sie auch keine Nerven sich auch noch mit meinen Fragen und Ängsten auseinanderzusetzen.


    Es ist eine sehr schwierige Situation - für alle!

    Also davon würde ich abraten. Lasst doch seine Eltern aus dem Spiel, die haben gerade selber genug Sorgen. Und von ihren Ängsten wollen sie sicher nichts wissen und ich beweifle sehr, dass sie die gewünschte Auskunft geben würden. Wenn ich das richtig verstanden haben, sind sie momentan sowieso eher gegen die TE eingestellt, was ich sogar nachvollziehen kann. Ich würde jetzt erst mal davon ausgehen, dass er die Klinik erst wieder verlässt, wenn es besser geht und er eben keine akute Gefahr mehr darstellt.

    Monika65, ehrlich gesagt ist aber genau das mein Horror. Ich kann nicht einfach davon ausgehen, dass er erst dann entlassen wird, wenn er wieder "normal" ist.


    In den letzten Wochen hat ihn nichts abgehalten und ich habe Angst vor ihm!!!!! :°(

    Schön, dass Du Dich wieder hier gemeldet hast, liebe Alias! Natürlich geht es Dir derzeit beschissen. Nach allem, was Dir passiert ist, kann es ja gar nicht anders sein. Immerhin ist es schonmal gut, dass Du Deinem Ex nicht mehr begegnet bist und er momentan in der Geschlossenen untergebracht ist.


    Bleib nichtsdestotrotz vorsichtig, denn zum einen weißt Du nicht, wann er dort wieder raus kommt, und zum anderen kommt es leider hin und wieder auch vor, das Leute aus der Geschlossenen abhauen. Und die Drohung auf Deiner Mailbox zeigt, dass Du nach wie vor in akuter Gefahr bist, sobald er in Deine Nähe kommt :°_


    Kein Wunder auch, dass Du nicht in Deine Wohnung zurück kannst. Ausgerechnet an diesem Ort, der eigentlich Deine sichere Höhle sein sollte, hat er Dir so gemein aufgelauert und Dir psychisch und physisch so wehgetan. Ich könnte da auch nicht mehr hin.


    Dass seine Eltern ihn in Schutz nehmen und Dich als die Schuldige sehen, ist glaube ich ein typischer Eltern-Reflex, der verdammt tief in uns allen sitzt. Das eigene Kind geht halt über alles. Was seine Eltern über Dich denken, ist aber jetzt nicht Dein Problem.

    Als bisher stille Mitleserin melde ich mich jetzt mal aktiv zu Wort: Alias, du hast mein volles Mitgefühl. Für alles, von deiner (anfänglichen) Verunsicherung bis zu der Angst, die du heute spürst. Ich finde ebenfalls, dass du wirklich gut mit dir und der Situation umgehst. Ich wünsche dir das allerbeste für alles, was noch auf dich zukommt.


    Zu dem Klinik aufenthalt: gut, dass dein Exfreund jetzt erstmal untergebracht ist. Jedoch kann so eine Unterbringung, insbesondere gegen den Willen des Patienten, immer nur von begrenzter Dauer sein. Gegen den Willen behandelt werden (z.B. durch intravenöse Medikation unter Fixierung) geht in aller Regel ueberhaupt nicht, es sei denn, jemand versucht auf Station, sich oder jemand anderen umzubringen. In der Regel versuchen die Kliniken, die Patienten zu über zeugen, freiwillig dort zu bleiben. Wenn die dann plötzlich auf die Idee kommen, entlassen werden zu wollen, kann natürlich nochmals überprüft werden, ob weiterhin oder wieder Gefahr von demjenigen ausgeht, aber auch die besten und einfuehlsamsten Psychiater und Psychologen können immer nur vor den Kopf der Patienten gucken, niemals hinein. Das heißt, wenn ein Patient irgendwann herausgefunden hat, wie er sich verhalten muss, was er sagen und was er lieber für sich behalten sollte, wird irgendwann der Zeitpunkt kommen, an dem es keine andere Möglichkeit mehr gibt außer ihn zu entlassen. So, wie du ihn hier beschrieben hast bzw. wie er sich in letzter Zeit verhalten hat, sehe ich ein gewisses Risiko, dass er dann noch wütender ist als jetzt. Natürlich hoffe ich auf das Gegenteil, aber möglich ist eben (leider!) alles.


    Eine Möglichkeit fiele mir noch ein, was du tun könntest, und die stelle ich hier in den Raum, weil ich dich bisher als wirklich außergewöhnlich reflektiert, gewissenhaft und vorausschauend erlebt habe: du könntest versuchen, in der Klinik seine Station zu erreichen und dem dortigen Behandlerteam die Ereignisse schildern. Die haben zwar Schweigepflicht (und werden dir also ohne sein Einverständnis keinen Entlasstermin nennen), aber kein Hörverbot. Evtl. könnte das dazu beitragen, dass er von den Behandlern besonders gründlich beobachtet wird und die ihm nicht einfach glauben, wenn er sich irgendwann reumütig zeigt und sagt, er habe jetzt kapiert, was schief gelaufen ist. Ich würde, falls du diesen Kontakt aufnehmen möchtest, dazu raten, um Diskretion zu bitten, also dass sie deinem Exfreund nichts von dem Gespräch erzählen. Ob sowas dann gemacht wird bzw. ob das bindend ist, weiß ich aber leider nicht. Ich habe aber schon von Fällen gehört, in denen dieser Wunsch respektiert wurde. Vielleicht hängt das mit dem persönlichen Empfinden des Oberarztes zusammen oder damit, wie zuverlässig und absprachefähig sich der Patient bis dahin gezeigt hat, oder oder oder. Wie gesagt, ist es erstmal eine Idee ins Blaue von mir, und ich bin mir sehr sicher, dass du damit gut umgehen wirst und keine leichtfertigen Schnellschuesse abfeuerst.


    Was auch immer du tust, ich denke an dich und wünsche dir ganz viel Kraft, Durchhaltevermögen und beizeiten auch wieder Zuversicht. :)*

    Zitat

    "Wenn ich dich nicht haben kann, wird dich keiner haben"

    Heilige Scheiße. :-o Ja, solche Ansagen unbedingt aufheben!!


    Wurde früher schon angeraten... Schreib hier nicht wo Du unterkommst, Du weißt nie ob er diesen Faden nicht irgendwann findet. Stalker sind sehr einfallsreich, was Spurensuche betrifft.

    Ich würde die Bandaufnahmen auch mal der Polizei geben und die fragen, was man da machen kann! Vielleicht sehen die ja dann weitere Maßnahmen gerechtfertigt... Oder jemand von der Polizei kann man mal mit den Zuständigen in der Psychiatrie sprechen. Ich kenne mich da leider auch nicht so gut aus, aber ich würde echt mal Alles abklopfen, was dich schützen könnte! Und wenn dich da niemand unterstützen kann, solltest du wirklich darüber nachdenken, in ein Frauenhaus zu gehen. Das ist ja quasi Personenschutz, da kann dir dann nichts passieren. Weißt du, wie es mit der Anzeige jetzt weitergeht?

    @ Alias

    Gut, dass du dich wieder gemeldet hast. Ich war nicht der einzige, der sich Sorgen gemacht hat.


    Thema: Psychiatrie


    Ich hatte gehofft, dass er auf irgendeinem Weg dorthin kommen würde. Ich weiß aus persönlicher Erfahrung, dass es beim Aufenthalt in der geschlossenen Abteilung eine wesentliche Rolle spielt, ob der Betroffene lebensbedrohende Äußerungen (gegen sich oder andere) getan hat. Darum sollten die auch unbedingt dokumentiert werden. Da ich so etwas mal selber erlebt und dokumentiert habe, weiß ich, dass das dann auch ernst genommen wird und der Patient auch gegen seinen Willen festgehalten wird. Ich würde an deiner Stelle die Drohungen auf dem AB als Tondokument festhalten und ggf. der Polizeidienststelle übergeben.


    Ich habe auch gute Erfahrung damit gemacht, selber Kontakt zur Psychiatrie aufzunehmen. Ich habe in dem genannten Fall eine Mail an den behandelnden Professor geschickt, denn ich bekam noch aus der Psychiatrie Anrufe mit bedrohlichem Inhalt. Meine Mail wurde sehr ernst genommen. Ich bekam informative Antworten, obwohl ich in keinem Verwandtschaftsverhältnis stand. Natürlich wurde dabei die Schweigepflicht eingehalten. Nach erfolgreicher Behandlung hat sich der Betreffende persönlich bei mir entschuldigt.


    Thema Eltern:


    Die sind in einem gewaltigen Loyalitätskonflikt. Und sie haben natürlich auch Aussagen ihres Sohnes bekommen, die sich sicher nicht mit deiner Sicht decken. Als Eltern glauben sie ihrem Sohn. Das dürfen sie auch und es ist nicht sinnvoll, sie einzubinden.


    Thema Sicherheit:


    Solange der Mann geschlossen behandelt wird, könntest du dich sicher fühlen. Aber deine Ängste sind stärker als die scheinbaren Fakten. Und ein Krankenhaus ist kein Gefängnis, obwohl geschlossene Abteilungen weitgehend sicher sind. Darum rate ich wieder einmal zu den besten Verbündeten, die du bekommen kannst. Das ist in meinem Augen vor allem die Polizei, die ja vermutlich auch Auskunft über Unterbringung und Aufenthalt des Mannes bekommen kann. Die braucht aber von dir so viele Fakten wie möglich. Ist denn mittlerweile das Gericht tätig geworden? Eventuell kann dir auch ein Jurist einiges weiter helfen und dich üerb deine Möglichkeiten informieren


    Thema psychische Verarbeitung:


    Die ist natürlich zur Zeit wegen der immensen Ängste noch nicht möglich. Aber es gibt auch da sicher Helfer, die du über die Ansprechpartner rund ums Frauenhaus kontaktieren kannst. Suche vor allem die Hilfe von kompetenten Fachleuten, die Erfahrung mit vergleichbaren Fällen haben. Parallel dazu ist es sinnvoll, dich an Orten aufzuhalten, die er nicht herausfinden kann. Und darüber würde ich auch hier im Forum nichts schreiben.


    Abschließend wiederhole ich gern, dass du in meinen Augen sehr gut mit all dem umgehst. Wir Mitschreiber denken sicher viel an dich – wenngleich ich da natürlich nur für mich sprechen kann. Und es wäre gut, wenn du uns von Zeit zu Zeit mit wenigen Worten auf dem Laufenden halten könntest.

    Zitat

    Thema Sicherheit:


    Solange der Mann geschlossen behandelt wird, könntest du dich sicher fühlen. Aber deine Ängste sind stärker als die scheinbaren Fakten. Und ein Krankenhaus ist kein Gefängnis, obwohl geschlossene Abteilungen weitgehend sicher sind. Darum rate ich wieder einmal zu den besten Verbündeten, die du bekommen kannst. Das ist in meinem Augen vor allem die Polizei, die ja vermutlich auch Auskunft über Unterbringung und Aufenthalt des Mannes bekommen kann. Die braucht aber von dir so viele Fakten wie möglich. Ist denn mittlerweile das Gericht tätig geworden? Eventuell kann dir auch ein Jurist einiges weiter helfen und dich üerb deine Möglichkeiten informieren

    Das Thema Sicherheit ist hier sehr relevant, aber es wird voraussichtlich keinesfalls zu einem Personenschutz im klassischen Sinne kommen, weil die Gefährdungslage dazu einfach nicht ausreichend ist. Personenschutz kommt überwiegend Kronzeugen gegen die organisierte Kriminalität zugute, aber leider keinen Vergewaltigungsopfern. Die Messlatte liegt hier einfach unglaublich hoch.


    Ein Anwalt kann hier m.E. am Besten helfen, zum Beispiel eine einstweilige Verfügung beantragen, dass sich der Ex-Freund der TE ihr nicht nähern darf. Die Polizei selbst wird wahrscheinlich eher beratend tätig werden, z.B. mit Hinweisen, wie sich die TE am Besten selbst schützen kann.