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    wenn ein mann, der dir noch dazu körperlich meilenweit überlegen ist, soviel gewalt anwendet, wäre es erstens hoffnungslos und zweitens gefährlich gewesen, sich körperlich noch mehr zu wehren. wie burgmann zu behaupten, du hättest dich nicht stark genug gewehrt, ist hier völlig absurd und unangemessen.

    In so einer Situation (Konfrontation mit Gewalt/Ausspielen starker körperlicher Überlegenheit) springen sehr machtvolle instinktive Reaktionen an, die man nicht bewusst steuert und die in erster Linie aufs Überleben ausgerichtet sind und auf das Vermeiden von Eskalation. Bei Dir hat sich ein sehr urtümlicher Teil des Hirns für Kooperation und "Totstellen" entschieden, und es kann zwar gut sein, dass er aufgehört hätte, wenn Du um Dich schlagend "NEIN!" und "HILFE!" gebrüllt hättest, aber vielleicht hätte er Dir auch den Mund zugehalten oder was auch immer und wäre noch viel grober geworden. Das sind Überlegungen, für die man in einer solchen Situation jedoch keine Zeit hat, und sie nehmen auch kaum oder gar keinen Einfluss auf die instinktive Reaktion. Neurochemisch ist es meines Wissens so, dass die Entscheidung für Angriff oder Flucht (und "Totstellen" fällt unter Flucht, nämlich "Flucht, wenn man ohne massive Gegenwehr nicht wegkommen kann") in einem sehr viel primitiveren Teil des Hirns getroffen werden als in der Großhirnrinde, und in Notsituationen hat dieser primitivere Teil nun mal das Sagen. Deine Reaktionen werden am Großhirn vorbei gesteuert, es wird überhaupt nicht in die Entscheidung einbezogen, weil es schlicht zu langsam ist.


    Es ist eine sehr seltsame Erfahrung für uns scheinbar so verstandesgesteuerte Menschen, wenn ein primitiver Hirnteil unser bewusstes Ich einfach ignoriert und das Steuer übernimmt. Auch das kann sich durchaus wie eine Vergewaltigung anfühlen - eine Vergewaltigung des Verstandes durch machtvolle Reflexe, die wir bewusst nicht verstehen können. Es ist aber wirklich ganz, ganz normal, unser Gehirn funktioniert nun einmal so. Du hast Dir nichts vorzuwerfen. Es ist ganz beschissen gelaufen, und Du musst jetzt erst mal durchatmen und wieder zu Dir kommen, um entscheidungsfähig zu werden und Dich der Frage zu stellen, wie Du damit jetzt umgehst.


    Du hast jedes Recht dazu, die Beziehung zu beenden, ganz egal, wie Dein Freund oder Exfreund es gemeint und empfunden haben mag. Du hast auch jedes Recht dazu, ihn Dir erst mal anzuhören und dann zu entscheiden, für oder gegen noch einen Versuch, ganz gleich, was hier irgendwer dazu sagt. Die Extremsituation ist erst mal vorbei, Dein Verstand berappelt sich wieder, und Du kannst ihn in Ruhe wieder benutzen. Er hat Dich nicht im Stich gelassen in dieser Situation, er wurde nur ganz schlicht gar nicht erst mit einbezogen, weil Dein Körper die Situation als so bedrohlich empfunden hat, dass er die "Sekundenpolizei" eingeschaltet hat (Ausdruck stammt nicht von mir, so hat es mal eine Dozentin genannt, die viel mit Traumaopfern gearbeitet hat).
    So schlimm es war und so schlimm Du Dich gerade fühlst: Die Chancen stehen ziemlich gut, dass Du Dich in den nächsten Tagen und Wochen wieder gut sortierst und das Ruder wieder ganz in die Hand nehmen kannst. Es wird eine sehr unangenehme Erinnerung bleiben, das wirst Du akzeptieren müssen, aber es muss keinesfalls ein ernsthaftes Trauma-Syndrom daraus entstehen. Sortier Dich in Ruhe, überleg, was Du machen willst, zwing Dich zu nichts (zum Beispiel würde ich durchaus erwägen, ein eventuelles Gespräch mit ihm eher in der Öffentlichkeit zu führen als allein irgendwo, wenn es Dir damit besser geht), lass Deine aufgewühlten Gefühle ein bisschen zur Ruhe kommen. Es ist völlig normal, wenn Du flashbackartige Erinnerungen hast, wenn Du manchmal unvermittelt traurig oder wütend wirst, seltsam oder auch schlimm träumst und ziemlich heftige gefühlsschwankungen hast, das alles gehört zum normalen Verarbeitungsprozess, ebenso wie das starke Gefühl von Unwirklichkeit, das Du gerade hast. Es kann Wochen oder Monate dauern oder ganz schnell besser werden, das ist beides normal, und das wird nur die Zeit zeigen. Falls es Dir in einem Jahr oder so nicht wieder gut gehen sollte, dann kannst Du über professionelle Hilfe nachdenken, aber ich halte es für wahrscheinlicher, dass das nicht nötig sein wird. Ein bisschen Zeit musst Du Dir aber schon geben. Und Dir selbst auch verzeihen, dass Du ein ganz normales menschliches Hirn hast, das in diesem Moment ganz normal menschlich reagiert hat, denn das hat es. So bizarr es Dir auch vorkommen mag, aber Deine Reaktion war wirklich fast lehrbuchmäßig für eine Schocksituation wie diese mit einem vertrauten Menschen, der auf einmal zum Angreifer wird. Du hast nichts falsch gemacht. Sei erst mal lieb zu Dir, nimm Dich ein bisschen in den Arm, erhol Dich, und dann werde aktiv und triff ein paar anstehende Entscheidungen.

    Liebe TE,


    deine neuen Schilderungen zeigen mir ganz deutlich, dass er - mindestens - fahrlässig grob und gewaltsam vorgegangen ist.


    Dass du heute Blutungen und Schmerzen hast und blaue Flecken in Gesicht und Schultern bedeutet eindeutig, dass das, was er gegen deinen Willen mit dir gemacht hat, strafrechtlich relevant ist.


    Das heißt nicht, dass du ihn anzeigen musst!


    Aber da du gerade selbst noch total durcheinander bist und nicht weißt, was du für die Zukunft willst, würde ich dir dringend raten:


    Geh jetzt am Wochenende noch zu einem Arzt und lass deine Verletzungen dokumentieren!


    Wie gesagt, ist das kein Muss, dass du deinen Freund dann anzeigst, aber je nachdem wie sich deine Gefühlswelt in den nächsten Wochen und Monaten, vielleicht Jahren, noch bewegt, kann es sein, dass du ihn irgendwann anzeigen willst.


    Und es ist gut, wenn du dann klare Beweise hast, die ein Arzt dokumentiert hat.


    Und es ist absolut keine Schande zu diesem Zweck heute noch einen Bereitschaftsarzt oder das Krankenhaus aufzusuchen - ganz im Gegenteil! Umso eher, umso besser, weil dann das ganze Ausmaß noch zu sehen ist und noch nicht verheilt ist.


    Nimm am Besten deine beste Freundin mit!


    Es ist gut, dass du jetzt Beistand hast.


    Wenn du dir irgendetwas von der Seele reden willst oder Ratschläge brauchst oder einfach nur eine tröstendes Wort, sind hier viele Menschen für dich da.


    Ganz viel Kraft wünsche ich dir :)* :)* :)* !

    Mehrere unpassende, verharmlosend und spekulative Beiträge (und deren Bezugsbeiträge) gelöscht.


    Ein Beitrag wurde nur vorrübergehend gelöscht und nach Entfernen der Bezugnahme wieder eingestellt.


    Zudem habe ich einen Moderatorenbeitrag von mir aus letzter Nacht gelöscht, weil er auch bezugnehmen war und nun ebenfalls nicht mehr passen würde.

    Ach ja, was ich auch noch schreiben wollte:


    Du bist nicht Schuld!


    Und du darfst deinem Körper weiterhin vertrauen!


    Ein Orgasmus kann wirklich durch die reine, mechanische Reizung entstehen. Egal, wie wenig du ihn willst! Dann sin weder du, noch dein Körper dran Schuld. Dass es dich verunsichert, kann ich aber trotzdem sehr gut verstehen.


    Und auch wenn es hier viele schon geschrieben haben, man kann es einfach nicht oft genug sagen: Dein Freund hat scheiße gebaut! Du hast Alles getan, was du tun konntest, um dich zu wehren. Und selbst wenn nicht, ist es immernoch allein seine Schuld! Er hat dein "Nein." übergangen.

    Liebe TE,


    ich würde dir auch raten heute noch einen Arzt aufzusuchen und deine Wunden dokumentieren zu lassen. Wer weiß, später ärgerst du dich gar noch darüber, dass du es nicht getan hast. Besser du hast etwas in der Hand, worüber du dann noch entscheiden kannst, ob du es mal zur Anzeige bringst oder nicht.


    Alles Gute :)*

    Geh auf jeden Fall zum Arzt und lass die Verletzungen dokumentieren. Dann hast du das alles zumindest schriftlich, du musst ja nicht sofort zur Polizei damit wenn du das nicht willst. Aber wie Parvati schon gesagt hat, bevor du dich am Ende (z.B. weil er seinen Fehler nicht einsieht und wiederholt) darüber ärgerst es nicht getan zu haben.

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    Ich weiß nicht, ob das so richtig ist ihm gegenüber oder vielleicht unfair, weil ich ihm erstmal nicht die Chance gebe, sich zu erklären.

    Ehrlich: Wer so etwas tut hat jede Chance auf faire Behandlung und das "Recht" auf Erklärung verspielt. Du hast jedes Recht der Welt die Beziehung zu diesem Arschloch sofort zu beenden und ihn aus deinem Leben zu werfen.


    Was ich mich Frage: Glaubst du es würde ab jetzt besser werden wenn ihr die Beziehung fortsetzt ? Immerhin lernt er dann ganz direkt das er mit dir machen und von dir nehmen kann was er will und das es für ihn keinerlei Konsequenzen hat. Wer sagt dir das sich die Situation dann nicht öfter mal wiederholt ? Die Gefahr sehe ich persönlich hier ganz deutlich gegeben, wer einmal so ne Grenze in vollem Bewusstsein überschreitet (und sich nicht im Anschluss tausend mal entschuldigt) tut es wieder.

    Zitat

    Das schlimmste an der Sache ist aber sicher, dass das alles mein Freund getan hat.

    Verstehe ich. Ich würde auch nicht davon ausgehen das der Fremde auf der Staße schlimmer wäre oder besser. Es wäre sicher einfach nur anders schlimm. Anders weil man den Fremden als Arschloch verurteilen kann ohne da ambivalent zu sein, man dafür aber Probleme mit dem öffentlichen Raum als Raum in dem man sich bewegen kann bekommen kann.


    Du schreibst du fühlst dich von dem Oragsmus verraten. Erhlich, das ist gar nicht so selten nur sprechen die Frauen darüber nicht, weil es nicht zu dem passt was Gesellschaft von ihnen erwartet. Dein Körper ist ein Körper, er reagiert auf Reize reflexhaft, das hat nichts mit dem zu tun was man will oder gut findet oder abstoßend. Ein Mensch mir der passenden Anzahl von Nervenenden reagiert bei entsprechender Stimmulation unwillkürlich, egal ob sie Sex mit ihrem Partner haben, in LIebe oder vom Fremden auf der Straße überfallen werden oder alles dazwischen.


    Ein Problem bei Gewalterlebnissen von so nahestehenden Personen ist, dass man sich selber ein misstrauens-Votum ausstellt wenn man sich das passiere komplett vor Augen zieht. Denn man stellt das eigene Urteil über einen Menschen ja komplett in Frage, in extremen Fällen ist das Vertrauen in die eigene Menschenkentniss komplett dahin und dann kommt die ätzende Shculd um die Ecke und meint man hätte es eben wissen müssen oder man verdrängt weil nicht ist was nicht sein darf und läuft damit Gefahr wieder auf die Nase zu kriegen.


    Mach langsam, mach was dir gut tut und lass dich nicht in eine Richtung drängen, aber versuche im eigenen Interesse eine so ehrliche Haltung wie möglich zu dem Geschehenen zu entwickeln, damit du aus der Position Entscheidungen treffen kannst zu denen du stehen kannst, auch wenn sie vielleicht nicht dem entsprechen was das gro der Leute erwartet.

    Hallo Alias,


    es sind bisher viele gute Beiträge an dich gerichtet worden, daher wollte ich nur noch eine Sache ergänzen.


    Ein Orgasmus und feucht werden während einer Vergewaltigung ist nicht selten und ist nicht nur durch die körperlichen Reize zu erklären, sondern er dient ebenso wie das "Totstellen" als Schutzfunktion deines Körpers, um dich vor schlimmeren Verletzungen zu bewahren. Das hat rein gar nichts damit zu tun, dass du das Geschehene gut fandest, nicht ein winziger Teil von dir fand das gut!


    Alles Gute!

    Liebe Alias,


    sehr gut, dass Du zu Deiner Freundin gefahren bist!! Und auch, dass Du Dir klar bist, dass Du erstmal nicht mit ihm reden willst.


    Es tut mir wirklich so leid, dass Du das erleben musstest :°_


    Hast Du mal überlegt, zu einer Frauenberatungsstelle zu gehen? Die könnten auch die Verletzungen dokumentieren.


    Und auch wenn es schon ganz oft gesagt wurde: Du hast nichts falsch gemacht! Dich trifft keine Schuld! Du bist das Opfer. Er hat falsch gehandelt und Dich in diesen Zustand versetzt, in dem Du Dich jetzt befindest

    Und was ich auch noch kurz ergänzen wollte, da schon das Thema "Psychologische Unterstützung" angeschnitten wurde:


    Wenn du das Gefühl hast, dass du nicht bei einem Therapeuten oder einer Beratungsstelle darüber sprechen möchtest, was passiert oder wie es jetzt weiter gehen kann, ist das genau richtig so. Wenn du das Gefühl hast, du möchtest das alleine, oder mit dem Forum oder einem engen Vertrauten - sofern der das leisten kann - sortieren und verarbeiten, ist das in Ordnung.


    Es ist aber genauso zu jeder Zeit in Ordnung - egal ob das heute, nächste Woche, in einem Jahr oder in 30 Jahren ist - dir psychologische Unterstützung zu holen. Wenn du irgendwie merkst, dass du jemanden brauchst, der dich bei der Verarbeitung und Sortierung unterstützt, an welchem Punkt auch immer, ist es sehr sinnvoll, sich unterstützen zu lassen. Ich würde das in diesem Fall dann auch viel eher als Prävention für ein Trauma sehen und als Sorge und Vorsorge für dich selbst, damit da nix zurückbleibt.


    Natürlich kannst du da auch schauen, ob du das ohne diese Unterstützung bewältigt kriegst, wenn du das möchtest - solltest du da aber Zweifel haben bzw. die Hilfe wünschen, was völlig legitim wäre, würde ich mit psychologischer Hilfe nicht warten.


    Ein Psychologe kann zwar auch keine Wunder bewirken oder Dinge ungeschehen machen, er kann aber dabei helfen, das Leid so gut es geht zu begrenzen.

    Auch wenn es schon geschrieben wurde, ich möchte dir auch dringend dazu raten heute noch zu einem Arzt zu gehen und die körperlichen Folgen der Vergewaltigung dokumentieren zu lassen.


    In ein paar Tagen ist wahrscheinlich alles wieder verheilt.


    Hoffentlich zeigst du ihn an.

    Mein Freund war vorhin da.


    Ich hatte ihm doch geschrieben, dass ich ein paar Tage brauche, um das zu verarbeiten. Daraufhin rief er mich gleich an, drei oder viermal, aber ich ging nicht ran und machte mein Handy dann auch aus. Wollte einfach meine Ruhe haben und mich im Bett verkriechen.


    Ca. 30 Minuten später klingelte es und ich machte auf, weil meine Freundin mittags vorbeikommen und Essen mitbringen wollte. Ich dachte zwar, okay, sie ist ein bisschen früh dran, aber gut und machte auf. Da stand dann aber mein Freund vor der Tür und meinte "Können wir reden? Bitte!!!"


    Ich will wirklich nicht sagen, dass ich Angst hatte, eigentlich ist er noch immer der gleiche Mensch, aber ich hatte gleich ein ganz komisches Gefühl, ich fühlte mich einfach unwohl und sagte auch, dass es mir nicht gut geht und ich nicht möchte. Aber er sagte wieder "Bitte. Wir müssen das klären. Bitte, nur ganz kurz. Bitte!!", also ließ ich ihn rein.


    Das Gespräch verlief ungefähr so, dass er erstmal wissen wollte, was eigentlich los ist und was meine Sms zu bedeuten hat. Ich sagte, dass es genau das bedeutet, was ich geschrieben habe und ich mich gestern von ihm übergangen und sehr grob behandelt gefühlt habe. Er war irgendwie total gereizt und fragte mich, ob ich das ernst meine und dass ich mich nicht lächerlich machen soll, denn das war doch nicht unser erster Spontan-Quickie.


    Naja, ich hatte dann auf einmal einen richtigen Kloß im Hals und wusste auch gar nicht, was ich dazu sagen soll, weil mich das so gekränkt hat. Er wusste genau, dass es nicht nur ein Quickie war, das habe ich ganz genau gemerkt und dass er das so abtat war wahnsinnig verletzend. Ich habe dann nur rausgebracht: "Aber ich wollte nicht." Dann haben wir uns eine Weile angeschwiegen und als es wieder ging mit dem Kloß im Hals sagte ich, dass ich will, dass er jetzt geht. Er meinte, dass er so nicht gehen will, wenn wir das noch überhaupt nicht geklärt haben und es so komisch zwischen uns ist. Das ging dann ein paar Mal hin und her, ich sagte ein paar Mal "Bitte geh jetzt." aber er ging nicht und sagte, er will das besprechen. Ich fing dann zu weinen an und sagte, er soll einfach gehen. Dann kam er zu mir (er stand die ganze Zeit auf der einen Seite des Wohnzimmers, ich an der anderen am Fenster) und wollte mich, glaube ich, trösten und in den Arm nehmen. Da habe ich ihn angebrüllt (sehr laut): "Geh jetzt!" und mich weggedreht. Daraufhin fing er an zu weinen, dass es ihm leid tut und ich soll ihm einfach zuhören. Er hatte gestern gedacht, dass ich nur gekommen war um endgültig Schluss zu machen und irgendwie hatte er das während unseres Streits ständig im Kopf, dass ich bestimmt Schluss machen werde und da hatte er ein Blackout, er weiß selbst nicht, was in ihn gefahren ist. Er sagte, ich kenne ihn doch, er ist gar nicht so, er würde so etwas nie tun und mir nie weh tun wollen, es tut ihm unendlich leid und er macht alles, damit wir das einfach vergessen, ich muss ihm nur sagen was. Mir war das ganze zu viel, es war ganz, ganz schlimm für mich. Ich kann gar nicht sagen, wieso. Es war einfach schlimm. Ich bin aus dem Wohnzimmer in den Flur gegangen, habe die Wohnungstüre aufgemacht und nur gesagt: "D., geh jetzt!" Er ist dann aber richtig durchgedreht und hat geweint und geschrien, ich soll ihm einfach sagen, was er tun soll, er macht alles und wollte die Wohnungstür zumachen, die ich aber festhielt. Es war schlimm, weil er sich wieder mit seinem Gewicht gegen die Tür und mich gestemmt hat und ich dann einfach losgelassen habe. Ich wusste nicht, was ich machen soll und habe dann meine Jacke und Schuhe angezogen und meine Autoschlüssel genommen und gesagt, wenn er nicht geht, gehe ich. Er sagte dabei wieder und wieder, dass er alles macht, was ich will und ich ihm nur sagen soll, was er tun soll. Als ich gehen wollte, wollte er mich an der Jacke festhalten und erwischte mich unabsichtlich so blöd, dass er an meinen Haaren zog. Vor Schreck ließ ich einen Schrei los und das rüttelte ihn wohl irgendwie wach. Er sagte dann nur noch "okay, okay, ich gehe schon." und ging dann auch wirklich von sich aus. Ich war total fertig und bin es immer noch. Er hat die ganze Zeit auf mich eingeredet "Sag mir, was ich tun soll, sag mir was ich tun soll..." Es war schlimm.


    Ich verstehe nicht was in ihn gefahren ist. Ich schwöre, ich kenne ihn so nicht. Ich glaube er hat extreme Angst, mich zu verlieren aber durch sein Verhalten erreicht er doch genau das. Das hat alles nur schlimmer gemacht. Am liebsten will ich überhaupt nicht mehr mit ihm reden.