Inzestwahrscheinlichkeit bzw. Westermarck Effekt

    Ich weiß nicht, ob das Thema zu den Beziehungen oder in die Psychologie gehört, ggfs. bitte verschieben.


    Ich recherchiere gerade etwas für ein literarisches Projekt bzgl. Inzest bzw. Geschwisterliebe. Dabei habe ich vom Westermarck Effekt gelesen, der besagt, dass, wenn Geschwister/Kinder in den ersten 48 Monaten nach der Geburt NICHT zusammen aufwuchsen, es möglich ist, dass sie sich später sexuell anziehend finden und verlieben können. Da Geschwister idR gemeinsam aufwachsen, ist eine solche Anziehung zwischen ihnen unwahrscheinlich bis unmöglich, das ist selbst bei Kindern so, die nicht verwandt sind, aber zusammen groß werden.


    Nun würde mich aber interessieren, was noch als "gemeinsam aufwachsen" gilt. Tut man das auch, wenn bspw. Bruder und Schwester (sie jünger) zwölf Jahre auseinander liegen? Irgendwo anders hab ich gelesen, wenn man zwischen 0 und 6 gemeinsam aufwächst, tritt dieser Effekt ein. Würde das heißen, die Jüngere wäre gegenüber dem Älteren "immun", der Ältere hätte aber die Gefahr oder ganz neutral gemeint die "Möglichkeit" solche Anziehung zu entwickeln, einfach weil er nicht mehr vor dem Alter von 6 Jahren darauf geprägt worden ist, ein Geschwisterkind zu haben?


    Hat da jemand vielleicht genauere Ahnung von? Erfahrungsberichte bzw. Meinungen von Geschwistern mit so großem Altersabstand würden mich auch interessieren. Mutmaßungen, die ich selbst mangels soziologischer/psychologischer/evolutionsbiologischer Ausbildung sowie mangels Geschwister anstellen muss, helfen mir nicht weiter.


    Danke schon mal!

  • 15 Antworten

    Da ich in letzter Zeit ein paar wenige interessante PNs mit Erfahrungen zu diesem Thema bekommen habe, möchte ich diesen Thread mal wieder offiziell hervorholen und damit in die Aufmerksamkeit aller rücken. Wäre schön, wenn ich (öffentlich oder per Mail) weitere "Experten"-Meinungen/Erfahrungen dazu bekommen könnte, weil ich das Thema sehr interessant finde.


    Schöne Rest-Ostertage! *:)

    Du interpretierst hier Westmarck um. Er trifft über das was Du schreibst keinerlei Aussage.


    Seine Aussage bezieht sich rein darauf was passiert wenn Menschen miteinander aufwachsen unabhängig vom Verwandschaftsgrad und sagt aus, dass dann keine sexuelle Anziehung entsteht.


    Du versuchst hier etwas umzudeuten was wissenschaftlich ohne genauere Untersuchung nicht umdeutbar ist. Klassisches unscientific behaviour.

    Zitat

    Seine Aussage bezieht sich rein darauf was passiert wenn Menschen miteinander aufwachsen unabhängig vom Verwandschaftsgrad und sagt aus, dass dann keine sexuelle Anziehung entsteht.

    Wobei es auch dafür Gegenbeispiele gibt - entgegen aller wissenschaftlicher Theorie.

    Danke, Akasha!


    Liebe8, ja, ich weiß. Finde ich sehr interessant, solche Fälle, und versuche ich zu ergründen ??Psychologie ist so scheiße interessant, und ich hab kein Zeit für ein Studium, grr??

    Ich kenne keine wissenschaftliche Studie, die etwas was Du nachfragst beantwortet. Wie sollte die auch aussehen?


    Ich finde Deine Aussagen hier problematisch und versucht manipulativ (verwissenschaftlichung eines persönlichen Themas). Entweder Du verstehst wirklich nicht was Du hier machst, dann würde ich Dir sehr davon abraten darüber zu schreiben, selbst fiktiv, weil trotz deines Schreibstils offensichtlich das Textverständnis fehlt, oder Du verfolgst eigentlich andere Ziele, als die von Dir genannten. Naheliegend wäre Du versuchst indirekt über andere zu rechtfertigen - egal ob Du in der Opfer oder der Täterposition bist. Für eine Frau (roter Nick), die literarisch tätig sein will, ist Dein Textverständis darüber hinaus ungewöhnlich schlecht, wenn Du nichteinmal die unlogik Deiner Thesenumkehrung siehst bevor Dich jemand mit der Nase drauf stösst. Die "Art" der Argumentation, die Du hier an den Tag legst, kommt im Durschnitt bei Männern deutlich häufiger vor und versucht einer vereinfachten Sachlogik zu folgen. Da fehlts deutlich im Bereich von kognitiver Empathie.


    Problematisch finde ich das hier:

    Zitat

    Nun würde mich aber interessieren, was noch als "gemeinsam aufwachsen" gilt. Tut man das auch, wenn bspw. Bruder und Schwester (sie jünger) zwölf Jahre auseinander liegen? Irgendwo anders hab ich gelesen, wenn man zwischen 0 und 6 gemeinsam aufwächst, tritt dieser Effekt ein. Würde das heißen, die Jüngere wäre gegenüber dem Älteren "immun", der Ältere hätte aber die Gefahr oder ganz neutral gemeint die "Möglichkeit" solche Anziehung zu entwickeln, einfach weil er nicht mehr vor dem Alter von 6 Jahren darauf geprägt worden ist, ein Geschwisterkind zu haben?

    Das klingt als wärst Du entweder Täter oder Opferbetroffen und brauchst Hilfe, die Du Dir zusammenzukonstruieren versuchst. Helfen kann Dir in dem Fall nur nur wenn Du Dich einem Profi (Therapeuten) öffnest. In einem Forum können wir da nicht viel tun.


    Gerade wenn ein großer Altersunterschied betont wird gibt es eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sich entweder :


    1. Der/ die jüngere (Opfer) zu Wort meldet, weil er/sie spürt dass etwas falsch ist, die Situation aber schon lange anhält und der ältere (Täter) die psychologische Deutungshoheit der Situation früh verquer aufgebaut hat ( Artikel hierzu )


    2. der Täter, weil das Opfer sich wehrt und der Täter versucht "wissenschaftliche Beweise" für die Richtigkeit seines Verhaltens anzubringen um das Opfer, das geistig wächst klein zu halten.


    Beides ist ungesund - für beide Beteilligten. Wenn Du Opfer bist, auf jeden Fall so schnell wie möglich Hilfe suchen. Solltest Du noch in der Schule sein und Angst haben zu Hause wird das problematisch - wende Dich an einen Lehrer Deines Vertrauens. Der prinzipiell Schreibstil ist eher Erwachsen - dann wende Dich so schnell wie möglich an eine psychosoziale Beratungsstelle in Deiner Nähe.


    Sorry, aber so wie Du schreibst ist Deine Motivation (literarisch) einfach zu dürftig. Ein tatsächlich literarisch interessierter Mensch, hätte wenigstens Wikipedia in Grundzügen bemüht und mal den Artikel über Inzest nachgelesen. Da sind auch Verweise auf Studien drin, die in jüngerer Zeit zu Westmarck gemacht wurden.


    Außerdem wäre jemand der literarische Ambitionen hat darin bewanderter sich Dinge selbst anzulesen und hätte ein klareres Text Verständis. Hier stimmt aus meiner Sicht was nicht: Deine angegebene Intention ist für mich auf alle Fälle völlig unglaubwürdig.

    Huch, wow, ich bin hier ja noch nie derart missverstanden worden. Also danke dir für deine Mühe (und den Artikel), NMC, aber nichts von deinem Geargwöhnten trifft zu. ??Wenn ich ebenso wild solche Schlüsse ziehen wollte, würde ich denken, du wurdest durch meinen Text selbst irgendwie getriggert. Aber da halte ich mich lieber zurück, das ernsthaft zu behaupten, das steht mir gar nicht zu.?? (Dass ich tatsächlich ne Frau bin immerhin (wenn auch in der Tat mit eher männlich-logischem Denken als typisch weiblichem), hättest du aus meinen anderen Beiträgen erlesen können ??So viel zum Thema Textverständnis?? )


    Tatsächlich habe ich mich mit der wissenschaftlichen Seite seit der Threaderstellung vor zwei Jahren nicht mehr eingehender beschäftigt und hatte beim Wiki-Artikel damals nicht nach Studien geguckt (zumindest war da nichts hängen geblieben). Aktuell hatte ich, wohl etwas gedankenlos, bloß gedacht, dass ich den Thread mal reaktiviere, weil ich per PN mich darüber mit jemandem unterhielt. Wie gesagt, das Ganze war wohl zu gedankenlos und gehört dann wohl nicht öffentlich hier her. Meine Gedanken bzw. Schlüsse gingen wohl zu verquer/falsch herum, aber manchmal ist es eben einfacher, direkt zu fragen, als sich zig Dinge anzulesen und doch keine Antwort auf die eigenen Gedankengänge zu bekommen. Da ich aber keinen Psychologen mit Schwerpunkt zu diesem Thema kenne, hatte ich hier auf Hilfe gehofft. Na, war ein Versuch. Danke jedenfalls! *:)

    Ich denke kaum, dass du hier jemanden mit dem entsprechenden Fachwissen findest. Deshalb auch mein Rat mit der Literaturrecherche. Eine eindeutige Antwort auf deine Frage wirst du aber wahrscheinlich auch so nicht bekommen. Der Westermarck Effekt soll eine theoretische Erklärung für die Beobachtung sein, dass es kaum Liebesbeziehungen zwischen Geschwistern gibt. Diese Theorie wird jedoch immer wieder diskutiert und in Zweifel gezogen - vorallem, weil es für diese Beobachtung auch andere Erklärung, wie z.B. soziale Normen, gibt. Auch Geschlechtereffekte werden diskutiert - bei Frauen soll dieser Effekt eher auftreten als bei Männern. Das Thema ist also sehr komplex. Eine einfach Antwort auf diese Frage wirst du in diesem Forum also mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht bekommen.

    Muss auch mal etwas schimpfen mit dir :|N :-)


    Wieso willst du dich als Laie mit Wissenschaft befassen?


    Dann studiere oder lass es sein. Es bringt nichts ausser Blödsinn hervor, wenn ein Laie versucht irgendwelche wissenschaftlichen Thesen zu interprätieren und analysieren.


    Das sind nur Theorien und Modelle. Was eine These und ein Model ist und was sie mit der Realität zu tun haben oder nicht, lernt man in einem Studium z.b. und dann postet man nicht in so einem Forum hier.


    Meinst du wirklich, man kann die Realität in ein paar Sätzen zusammen fassen?


    Die These ist eine Beschreibung einer Beobachtung, aber der Mensch ist kein allsehender Gott und damit immer beschränkt in einem Rahmen um seine Beobachtungen zu machen.


    Zudem spielen die Erwartung des Forschenden auch eine Rolle beim Aufbau und damit Ausgang der Studie und man sollte keiner Statistik glauben, die man nicht selber gefälscht hat.


    Es ist mir ein Rätsel warum man auch mit so einem Anliegen auf die Idee kommt bei med1 nach zufragen und der Meinung man würde damit Information bekommen, die ansatzweise mit irgendeiner Art Wissenschaft konform geht qualitativ... %:|


    Glaube auch, du willst was anderes. Vielleicht hoffst du einfach irgendwelcge krassen Geschichten lesen aus irgendwelcgen komischen Gründen...

    Puh krass, wie sehr das Schriftliche doch die Wirklichkeit verzerren kann, wenn's auf die Vielfalt der Persönlichkeiten der unterschiedlichen Empfänger in einem öffentlichen Forum trifft. Ich hab nun keine Lust, meine Redlichkeit immer weiter verteidigen zu müssen, um am Ende doch immer wieder erkennen zu müssen, was Akasha auch schrieb: War hier einfach der falsche Ort für die Frage und den Anspruch an eine Antwort.


    Aber eines find ich schon echt schräg: Als Laie darf man sich nicht für Wissenschaft interessieren?!? Muss man alles gleich studieren, um sich damit beschäftigen zu dürfen? Ist Neugier auf wissenschaftliche Themen nur dann legitim?! ":/ Also bitte ...! Wie mag bloß die populärwissenschaftliche Vermittlung entstanden sein, wenn Interesse nur mit tatsächlichem Studium befriedigt werden darf?? War wohl ein Unfall... %-|


    Natürlich lässt sich die Wirklichkeit nicht in ein paar Sätzen und Modellen vereinfacht darstellen. Dafür hätte ja der Austausch da sein können, um der Komplexität des Ganzen gerecht werden zu können. Naja, sei's drum. Wenn hier nun nichts anderes mehr als "Passt hier nicht her"-Bashing betrieben wird (hab's doch kapiert!), kann der Thread ja auch geschlossen werden :-X