Ich möchte Dir empfehlen gelassener zu werden. Anders als bisher nicht sofort beginnen, mit Zweifeln und Verlustängsten zu kämpfen. Was Du bisher geschildert hast, klingt nach meiner Erfahrung als normale und regelmäßige Substanz vom Partnerkontakt her. Dass Du nun eher der Handytyp bist, die gern oft und regelmäßig eine Gefühlsbestätigung braucht, liegt nicht an ihm, sondern an Dir selbst.


    Eigene Zweifel erzeugen negative Gefühle, macht in so einer Situation unnötig empfindsam und Du ziehst deshalb falsche Schlussfolgerungen in Bezug auf euch. Ich hatte in Deiner Med1 Vita gelesen, dass Du dieses Problem auch in anderen Beziehungen hattest. Bist Du öfter verlassen worden oder woher kommt diese massive Angst, sobald Dein Kontaktbedürfnis nicht ausreichend befriedigt wird, dass so einem Fall die ganze Beziehungsbasis nicht stimmig ist?

    Zitat

    Keine Ahnung, das ist schwer. Ich schreibe ja deutlich, dass ich unsicher bin, das sage ich auch offen. Ich denke aber, dass es der Situation geschuldet ist. Ich bin nicht unsicher, dass ich ein toller, liebenswerter Mensch bin. Aber wenn wenig positives Feedback kommt vom geliebten Menschen, kann man sich dessen Gefühle ja unsicher werden?

    Natürlich weißt du nicht, wie seine Gefühle sind.


    Aber du kannst dich selbst weiterhin liebenswert finden.


    Wenn du dich selbst wertvoll und liebenswert findest, dann kann das niemand erschüttern.


    Wenn ich deine Aussagen zusammenfasse, dann kommt unter dem Strich heraus:


    Du brauchst sehr viel Bestätigung, wenn diese nicht ausreichend da ist, bekommst du sogar Angst und Panikzustände.


    Ich glaube sogar, wenn dein Partner sich mehrmals täglich melden würde, würde dir das nur ein, zwei Wochen reichen und dann würdest du trotzdem zweifeln, weil er sich nicht stündlich meldet oder......


    Du sagst es unbewusst selbst, du willst viel mehr, als er dir geben kann.


    "ich bin verliebt, aber fühle, dass ich ständig auf ihn warte und viel mehr will, als er mir geben kann/möchte?"


    Ich sehe bei dir ein großes Loch, wo eigentlich dein Selbstwertgefühl, deine Liebe für dich selbst sein sollte.


    Du suchst jemanden, der dieses Loch füllt. Aber das geht nicht, weil es um Selbstliebe geht.


    Die kann niemand anderes ersetzen.


    Damit bist du nicht allein.


    Mir fällt das in vielen Beziehungsthemen hier im Forum auf.


    Es wundert mich nicht, dass so viele Beziehungen scheitern.


    Die meisten Menschen bekommen als Kind nicht das Grundvertrauen in das Leben.


    Sie haben nicht das Gefühl, dass sie um ihrer Selbst willen geliebt werden. (Weil ihre Eltern die Selbstliebe auch nicht kennen.)


    Wenn dieses Grundbedürfnis nicht gestillt wurde, nimmt man den Hunger nach Anerkennung mit ins Leben.


    Statt die Liebe für sich selbst zu entwickeln, sucht man sie in einem Partner.


    Es entsteht der Anspruch, dass der Partner dieses Loch stopfen soll.


    Das führt zu der immensen Erwartungshaltung, die ich immer wieder sehe.


    Die Suche nach emotionaler Sicherheit, nach der Erlösung aus Einsamkeit und Alleinsein durch die Aufmerksamkeit und Anwesenheit eines anderen Menschen ist eine Illusion, die immer irgendwann auffliegt.


    Wenn auf einer Partnerschaft der Stempel "Liebe" aufgedrückt wird, ist oft gar keine Liebe drin.


    Es ist die Bedürftigkeit des früheren Kindes, die in einer Beziehung befriedigt werden soll.


    Darum ist die sogenannte Liebe auch mit so viel Angst verbunden. Es ist die Angst des Kindes, dass die Liebe der Eltern an Bedingungen gebunden ist. Es ist die Angst des Kindes, dass die Liebe verloren gehen kann und es selbst dann verloren ist.


    Ich bin mir sicher, dass eine echte Liebe nur möglich ist, wenn man sich selbst liebt.


    Dann kann der Mensch sich ohne Angst und Bedürftigkeit für einen anderen Menschen öffnen.


    Dann spielt es keine große Rolle, ob die Liebe erwidert wird oder nicht, weil man gelassen auf den passenden Partner warten kann.

    Zitat

    baDKitten


    Ich hab selbst auch schon oft drüber nachgedacht, wieso ich mich in einen verliebe, in den anderen nicht. Es gab einige tolle, liebe Kandidaten, die mich super behandelt haben, da hat es bei mir aber nie richtig gefunkt


    :-( Und so "bewusst" kann ich daran nichts ändern, ich habe es WIRKLICH mit denen versucht, bis hin zu Panikattacken, weil ich mich innerlich doch gesträubt habe, ich diesen "perfekten Partner" doch aber unbedingt hätte lieben sollen...auch aufgrund meiner Vergangenheit mit untreuen und instabilen Typen.

    Es ist das Gesetz der Resonanz.


    So lange du dich selbst nicht liebst, ziehst du Partner an, die dir diesen Spiegel vorhalten.


    Schau einfach in den Spiegel und erkenne, was dir fehlt.


    Dann kannst du irgendwann auch einen Mann lieben, der dir die volle Aufmerksamkeit schenkt.


    So gesehen ist dein jetziger Partner ein Geschenk an dich.


    Du hast die Chance, dich selbst zu erkennen.