Schreiben scheint ja zu helfen, was das Klar Werden über die eigenen Gefühle betrifft: Ich bin durch dieses Gespräch verunsichert. Einerseits würde ich ihn gerne mal wiedersehen, andererseits habe ich Angst, dass er das nur so daher gesagt hat und dass dieses Gespräch nur dazu diente, mich zu manipulieren bzw. mich klein zu drücken. Er hatte ja das Angebot, sich mal zu melden, gemacht, nachdem er erfahren hatte, dass ich erst einmal in der Stadt bleibe - wobei ich es auch komisch finde, so etwas wohl daran fest zu machen.


    Ich fühle mich ganz komisch... ich freu mich über sein lockeres Angebot, finde gut, dass er es so locker gehalten hat, finde es aber auch komisch, dass er es ausgerechnet mir angeboten hat und habe Angst, dass er nur nett sein wollte...


    Im Übrigen finde ich es interessant, dass er mir sagt, ich habe noch Luft nach oben, was so Umgang mit menschlichen Schicksalen und so angeht, aber das erst, was er mir erzählte, waren Ereignisse aus seiner Familie... sollte man da nicht auch auf Abstand gehen, als Dozent, wenn man den Studenten eigentlich nicht so gerne wiedersehen möchte...?

    Zitat

    Wie liest sich meine Beschreibung des Ablaufes vom Gespräch aus meiner Sicht für euch hier?

    Dass er seine up Position für Dich aufweichen wollte, indem er Dir was Persönliches erzählt hat. Auf dass Du seinen Rat beherzigst als Freund (equal) und nicht als Dozent (up).


    Und dass Du verknallt in ihn bist und traurig, dass Du ihn nicht mehr wieder sehen wirst.


    Was okay ist.


    Du kannst das Verliebtsein nähren, indem Du den Kontakt hätlst.


    Oder es beenden, indem Du auf Abstand gehst und Dir ein Ziel in der Zukunft setzt,


    ab wann Du ihn wieder siehst,


    z.B.:


    nach dem ersten Arbeitsvertrag oder nach dem ersten Therapieabschnitt. Er dann "darfst" Du ihn wieder sehen. Und dann hoffen, dass Dir die Zeit hilft.

    ... danke.


    Ich kann jetzt beschreiben, was mich verletzt bzw. verletzt hat: Es war ja viel los bei meiner einen Hiwistelle und es war wirklich unter aller Sau, wie man sich mir gegenüber verhalten hat. Im Gespräch war er so fokussiert auf mich, die Kernaussage war ja "es wäre gut, wenn sie über vergangene negative Ereignisse nochmal sprechen, um sie zu verarbeiten" - also damit habe ich schon angefangen... das dauert halt nur seine Zeit. Jedenfalls fühle ich mich seither so unter Druck, dass ich für alles, was passiert ist, verantwortlich bin, dass ich ehrlich sagen muss, dass dies so auch nicht stimmt. Vlt hilft folgendes Bild, um mich zu verstehen: Ich habe ihn so verstanden, dass es völlig egal ist, dass Menschen auf mich zugekommen sind und mir eine rein gehauen haben immer und immer wieder, es ist meine Sache, damit umzugehen und diese nicht in die Verantwortung dafür zu nehmen. Das ist doch so nicht richtig. So funktioniert das doch nicht. Also ja, schon, aber ich kann doch nicht einfach tun und lassen, was ich will, den anderen verletzen und dafür keine Verantwortung übernehmen bzw. kann ich doch nicht noch Verantwortung für den übernehmen, der mich geschlagen hat. - Vlt verschwimmt hier auch gerade etwas, aber genau das durfte ich mir von Profs ja anhören: Ich hätte Verantwortung für die Fehler meiner Chefs übernehmen müssen und dafür gerade stehen, obgleich ich diese nicht begangen habe und zudem im Vorfeld alles getan habe, dass er sie nicht macht - es hätte im Hinblick auf meinen Beruf weitreichende Konsequenzen nach sich gezogen, wenn ich die Verantwortung dafür übernommen hätte...! Vielleicht liegt der Fehler ja auch bei mir, aber ich stecke immer noch darin, dass ich der Meinung bin, man müsste ja nun einmal aufhören mit den gegenseitigen Angriffen und dergleichen, weil ich sowieso bald weg bin, also die vermeintlich Schuldige ja gegangen ist und dann endlich jemand dort arbeiten wird, der Kompetent ist, nach Sicht der Profs. Ich merke gerade, dass mir meine ehemalige Chefin B und der Dozent ähnliches gesagt haben... Sie meinte, ich sei verantwortungslos, weil ich nicht die Verantwortung für die Fehler von meinem Chef übernommen habe und mich zudem nicht habe verprügeln lassen (im übertragenen Sinn), sondern mich gewehrt habe; der Dozent sagte mir, ich soll über meine negativen Erfahrungen reden, also Verantwortung dafür übernehmen, damit ich später besser durch den Beruf komme - mit der Begründung, dass ich halt nicht so eine "dicke Haut" habe. Sorry, kann mir vielleicht jemand beim Sortieren helfen?


    Sicherlich bin ich für mich verantwortlich und wenn es mir nicht gut geht, sollte ich schauen, dass ich einen Weg finde das zu ändern. Aber ich kann doch nicht die Fehler der anderen einfach abtun und so leben, als sei das in Ordnung? Wie soll denn Gemeinschaft da funktionieren? Es kann doch nicht sein, dass einer wiederholt geprügelt wird und dann alleine zusehen muss, wie er damit klar kommt? Es gibt doch auch Grenzen.


    Ich bin nach wie vor der Meinung, dass der Dozent es wirklich gut gemeint hat. Er wollte mir helfen, dass ich einen Weg finde, mich zu schützen und ein gutes Leben zu führen. Darum geht es nicht. Seine Motivation steht hier nicht zur Debatte.


    Das Vertrauen zu meiner ehemaligen Chefin B habe ich verloren, zumal sie ja auch die Fakten verdreht bzw geleugnet hat - und das finde ich gefährlich. Außerdem hat sie mir gesagt, was ich alles nicht schaffe - ich bin maßlos enttäuscht. Immerhin hatte sie das Gespräch angekündigt als nettes Wiedersehen - das ist wirklich perfide. Sie war auch nicht so positiv zum Schluss wie der Dozent - er sagte ja, ich solle mich mal melden. Sie unterstellte mir, ich solle mir das mit der Arbeit in Zukunft nochmal überlegen... also sie hat mir im Prinzip alle Kompetenzen abgesprochen und mich gefühlt zerstört zurückgelassen. Ausgenutzt und wertlos - so fühle ich mich, wenn ich an das Gespräch zurückdenke. Der Dozent war da viel positiver und ich finde, wenn man jemandem einen Rat gibt, macht man das ja auch, weil einem der andere wichtig ist und das meine ich jetzt auf Dozenten - Studenten - Ebene.


    Eigentlich bin ich sauer auf mich selbst, dass ich meiner ehemaligen Chefin B vertraut habe... ich hatte mal so einen Freund, der hat unsere Beziehung ähnlich ruiniert. Ich hatte mir damals geschworen, mich nicht nochmal so behandeln zu lassen - und nun ist es doch wieder passiert. Ok, ich brauche Hilfe. Alles klar.


    Hat evtl trotzdem jemand eine Erklärung dafür, wie man der Meinung sein kann, andere Menschen nicht für ihre Fehler in die Verantwortung nehmen zu müssen, sondern im vermeintlichen Idealfall diese für die zu übernehmen hat? Das geht doch nur bei Kindern, oder? Wie kann man denn von mir erwarten, dass ich die Verantwortung für die Fehler von meinem Chef übernehme, mit der Konsequenz, dass mir gekündigt wird und dass ich danach auch keinen Job mehr finde, weil ich dann nicht mehr prüfungsberechtigt bin?


    In jedem Fall hoffe ich, dass ich jetzt noch meinen Abschluss schaffe und dann bin ich da weg. Vorher fange ich mit einer Therapie an und vlt melde ich mich eines Tages mal bei dem Dozenten... vlt.

    Zitat

    Im Gespräch war er so fokussiert auf mich, die Kernaussage war ja "es wäre gut, wenn sie über vergangene negative Ereignisse nochmal sprechen, um sie zu verarbeiten"

    Daraus lese ich nicht die Aussage, dass du für alles die Verantwortung zu übernehmen hättest und schuld wärest an dem, was gelaufen ist (mies gelaufen ist).


    Ich hätte das als fürsorglichen Tipp verstanden, damit es dir besser geht und du für die Zukunft besser für sowas vorbereitet bist in dem Sinne, dass du damit anders umgehen kannst/mehr inneren Abstand dazu hast. Damit dich das Berufsleben nicht irgendwann auffrisst, salopp gesagt.


    Wenn er selbst gute Erfahrungen mit einer Therapie gemacht hat, ist es auch naheliegend, dass er Therapien weiterempfiehlt als Möglichkeit für dich. Evtl. sieht er bei dir auch ähnliche Muster wie er sie vorher gehabt hat und gab dir daher den Tipp mit der Therapie. Aus Sympathie und einer gewissen Fürsorge heraus vielleicht. (Sympathie meine ich neutral und nicht in dem Sinne, dass es sexuelles oder romantisches Interesse wäre).

    Danke... das hilft und beruhigt ein wenig @:)


    Ich bin nur ein wenig noch am Grübeln, warum er abschließend, als ich ihn fragte, weswegen ich mich nochmal melden solle, da wir ja alles geklärt hätten, beim Antworten - man sei ja interessiert zu erfahren, was aus den Studis so werde - nach unten schaut und mit dem Boden sprach... und sogar noch nachlegte, ich könne auch mal vorbei kommen... Das Angebot kam ja auch erst, nachdem ich sagte, dass ich das noch nicht so genau wisse... Wenn ihn das alles so belastet, dann muss er sich mit mir ja nicht weiter auseinander setzen. Wisst ihr, und vermutlich sind er und ich uns darin absolut identisch, ich habe halt den Eindruck, dass er einerseits ein riesen großes Problem mit mir hat und dann tue ich ihm aber so unendlich leid und er fühlt sich verantwortlich, weil er mein Dozent ist... aber ich bin mittlerweile so, dass ich dann den Kontakt wirklich beende, um Klarheit zu haben. Für beide Seiten. Das ist ja manches Mal besser. Und ich finde "kommen Sie mal vorbei" schon sehr locker einladend offen und er hat mir ja somit die Erlaubnis gegeben, jederzeit bei ihm ins Büro zukommen. Ohne Voranmeldung... das ist komisch, wo er ja schon irgendwie ein Problem mit mir hat - und davon abgesehen sicherlich auch Arbeit... Unangemeldet klopfen war ja sonst nicht so drin bei ihm.


    Ehrlich gesagt fühle ich mich jetzt auch verpflichtet, ihm wenigstens mal ne Mail zu schreiben, irgendwann. Das finde ich schwer, weil ich mir manches Mal schon so geschubst vorkam. Vielleicht ist er da einfach so emotional schwankend... kann ja sein... Ich habe mich auch schon gefragt, ob ich darauf hätte erwidern sollen, dass ich das gerne tue und er sich ja auch melden könne. Das erschien mir aber sehr unpassend, deswegen ließ ich es bleiben. Nicht dass er jetzt denkt, ich lehne ihn ab. Zumal ich danach ja auch weiter musste zum nächsten Dozenten... Hatte ich ihm zwar nicht gesagt, aber ich dachte mir schon, dass das passt. Ich konnte an diesem Tag aber nicht so unbefangen mit ihm sprechen. Das ging nicht. Und mich hat es auch irritiert, dass er mir die Hand gegeben hat. Das war so komisch. Sonst war er ja immer auf Abstand bedacht. Immer. Wirklich immer. Das war schon auffällig, wie professionell er sich zu verhalten schien. Und dann auf einmal so locker... Ich brauche echt Hilfe...


    Vielen Dank jedenfalls allen für die Hilfe - ich kann ja leider nicht einfach so nicht lesen also vor mir selber weglaufen... Naja.


    Thank you @:)

    Du siehst den Wald vor lauter Bäumen nicht und wenn man Dich hier im Fred gegen einen Baum schubst fällt es Dir auch nicht auf. Es ist, als hättest Du Watte in den Ohren und eine Mullbinde um die Augen, hinter der Dein Kopfkino abläuft. Ab und zu linst Du mal drüber Richtung Forum, aber gehst dann sofort wieder in Deckung. Du brauchst echt Hilfe. Du wirkst traumatisiert (und verliebt. )

    Falls es noch Interessierte gibt: Habe ihm mal unverbindlich gemailt - keine Antwort...


    Naja, so ist das halt.


    Mit der Geschichte mit meinem Exchef bin ich zum Glück insofern heil herausgekommen, als dass man mir formal absolut nichts konnte!!!! :)


    Dass das Ganze ausgemachte Sache zwischen meinem Exchef und ehemaligen TutantdInnen war, habe ich mittlerweile auch schriftlich von einer Studentin!


    Allerdings wurde ordentlich getratscht über die Unigrenzen hinaus und mittlerweile versucht man sogar durch die Behauptung, ich hätte eine Beziehung mit meinem Exchef gehabt, mir auf diesem Weg zu schaden - fachlich geht es bei einem Einser-Schnitt nicht und formal auch nicht, weil die Fehler mein Chef nachweislich gemacht hat. Leider hatte sich der Tratsch auch an die Firma, wo ich Praktikum gemacht hatte, herumgetratscht - habe ich mitterlweile schriftlich von einer Lehrperson! - , da bin ich dann am ersten Arbeitstag ordentlich in der Sitzung drauf angesprochen bzw. gemobbt worden - jetzt haben sich meine Pläne insofern geändert, als dass ich einen gewissen Arbeitgeber meide! Ist alles ziemlich Sch* gelaufen, bin dadurch auch längere Zeit krank gewesen und immer noch mit der Genesung beschäftigt. Aber es wird :)


    Nach den Erfahrungen in diesem Jahr verstehe ich auch die Hilfestellungen zT besser - damals wollte ich es ehrlich gesagt nicht glauben, dass Menschen, die sich Nächstenliebe usw auf die Fahne schreiben, so fies und hinterhältig und niederträchtig sein können. Letztlich fällt es auf sie selbst zurück.


    In diesem Jahr habe ich beruflich wirklich eine Menge sehr wichtiger und entscheidender Erfahrungen gesammelt... schön war es keineswegs. Absolut nicht!


    Jetzt blicke ich nach vorne, kümmere mich um meine Gesundheit und dann wird sich alles finden.


    Vielen Dank liebe Alle für die Hilfe @:) @:) @:) @:)