So mal aus Dozenten-Sicht (Uni, seit 2007)). Mich irritiert diese dargestellte Absolutheit der Ingroup-Differenzierung Studenten/Dozenten gerade wirklich.


    Schade. Dozent = Mensch = Arbeitspartner = potentieller Smalltalk-Partner? Diese Möglichkeit scheint nicht zu existieren und wird von Stigmatisierung und Angst (so sehe ich das wirklich) übertüncht. Noch mal: Schade.

    Zitat

    Es war sehr anstrengend, mit dem gekränkten Dozenten umzugehen und die Gerüchte, die er über mich an der Uni verbreitet hat, wie auch seine Kommentare auf seiner Seite in einem sozialen Netzwerk im Internet, die zwar als Ich-Botschaft formuliert gewesen sind, jedoch für alle, die um seine Gefühle wussten, mehr als verständlich waren, haben mich verletzt. Und das Ganze fing damals mit ähnlichen netten Mails und Engagement an. Wobei ich mir auch nichts gedacht habe bzw den Austausch auf fachlicher Ebene sozusagen erwidert habe,

    Kannst Du das mal genauer erklären? ":/


    Ich kann mir das echt nicht vorstellen, dass er mit anderen Studenten über Dich spricht oder mit seinen Kollegen (Du das dann auch erfährst) oder dass jemand um "seine Gefühle" weiß. ???


    Und fachlich bringst Du ihm als Student nichts, mal auf den Punkt gebracht. Das ist alles unter sozialer Interaktion abzurechnen (deren Motivation natürlich hier nicht geklärt ist).


    Warst du so etwas wie studentische Hilfskraft?

    Ich lese das hier nicht so, als ob sunflower4 selbst dabei wäre sich in den Dozenten zu verknallen. Sie hat ja erklärt, was hinter ihrer Sorge steckt.


    sunflower4, ich würde mich gleichwohl an deiner Stelle nicht weiter auf den Dozenten konzentrieren. Behandel ihn doch wirklich wie einen von vielen "Lehrrobotern". Deine Befürchtungen verunsichern dich nur unnötig. Wenn er sich wirklich trotz eines distanzierten Verhaltens deinerseits in dich vergucken sollte, kannst du dir darüber immer noch Gedanken machen. Den Anfängen kannst du auf deiner Seite nur begrenzt wehren, eben durch sehr sachlich-höflich gehaltene Emails und dich einzig auf den Stoff und ggf. deine Mitstudenten konzentrieren; eben normal mit ihm umgehen und Scherze, small talk etc. möglichst vermeiden. Auch wenn das in eurer kleinen Gruppe evtl. nicht komplett zu vermeiden ist, aber auch da macht es einen Unterschied wie man das nonverbal und inhaltlich macht. Das finde ich aber bei dir hier nicht einschätzbar und auf der anderen Seite gibt es Menschen, die in normales Verhalten Interesse reininterpretieren, wenn sie sich selbst in jemanden verguckt haben.


    Wegen der Prüfung musst du ja nicht mehr extra mit ihm in Kontakt treten (z.B. wg. Tipps) oder?Und eigentlich hätten deine Kommunilitonen doch ihrerseits ab sofort pi mal Daumen gleichviel Kontakt mit ihm, weil deine "Zusatzposten" z.B. wegen dem Bescheidsagen, dass man später zum Unterricht kommt, ja jetzt abgehakt sind.

    @ criecharlie

    Zitat

    Schade. Dozent = Mensch = Arbeitspartner = potentieller Smalltalk-Partner? Diese Möglichkeit scheint nicht zu existieren und wird von Stigmatisierung und Angst (so sehe ich das wirklich) übertüncht. Noch mal: Schade.

    Für die meisten wird sowas auch kein Problem sein. Aber hätte ich so eine Vorerfahrung wie sunflower4, wäre ich da sicher auch distanzierter und würde schneller Flöhe husten hören. Gerade weil es bei ihr dabei ja auch mit diesen harmlosen, nicht eindeutigen Übergängen angefangen hat - so wie sie das schildert.

    Zitat

    Ich lese das hier nicht so, als ob sunflower4 selbst dabei wäre sich in den Dozenten zu verknallen. Sie hat ja erklärt, was hinter ihrer Sorge steckt.

    Erklären kann man viel ;-)


    Wenn ich "Schiss" hätte dass sich jemand in mich verknallt (hat) und ich nichts von ihm will, geh ich auf Abstand. Und wenn das jemand ist, von dem ich in gewisser Weise abhängig bin (Dozent - der ist eben nicht nur "Mensch" für eine Studentin), geh ich professionell und überlegt auf Abstand. Zu analysieren gibt es da für mich nichts.

    @ criecharlie:

    Zuerst war der Dozent damals nur einer, bei dem ich einen Kurs belegt habe. Danach hat er mich einige Wochen später angeschrieben, ob ich Hilfskraft bei ihm werden möchte, weil er sich mir in der Stelle gut vorstellen könnte (obgleich ich eher zu denjenigen gehört habe, die im Kurs kaum etwas gesagt haben, bis auf spezielle Fragen gestellt). Die Stelle habe ich damals, am Ende meines ersten Semesters natürlich gerne angenommen - hatte ich mir ja nicht träumen lassen, so schnell und überhaupt und dann auch noch auf Nachfrage hin Hilfskraft zu werden. Jedenfalls haben wir dann unsere Besprechungen teilweise auch in einem Café abgehalten und nicht mehr in seinem Büro. Da haben wir uns dann schon über Privates ausgetauscht. Naja, und dann habe ich ihn halt nett zurückgewiesen...


    Deine Sichtweise als Dozent finde ich hilfreich. Vielleicht sieht er es ja wirklich nur locker... wie der Dozent damals ;-)

    @ CoteSauvage

    Für mich ist es eben nicht so klar herauslesbar, ob sie selbst professionell auf Abstand gegangen ist oder dafür kein Gespür hat und eher noch aufgrund der eigenen Befürchtungen so verunsichert ist, dass das im Verhalten dann wirklich fehlinterpretiert werden könnte von anderen. Es entscheidet nicht nur, was man selbst aussendet, sondern auch, was der andere daraus macht. Am besten begegnet man diesem Risiko, indem man in seiner inneren Mitte bleibt und lernt sich selbst ausreichend zu vertrauen schlechtestenfalls mit der befürchteten Situation Z umgehen zu können. Nur auf Situation Z zu starren und darüber im Kontakt mit jenen Dozenten so verunsichert zu sein, hilft einem nicht.

    Zitat

    Für mich ist es eben nicht so klar herauslesbar, ob sie selbst professionell auf Abstand gegangen ist oder dafür kein Gespür hat und eher noch aufgrund der eigenen Befürchtungen so verunsichert ist, dass das im Verhalten dann wirklich fehlinterpretiert werden könnte von anderen. Es entscheidet nicht nur, was man selbst aussendet, sondern auch, was der andere daraus macht. Am besten begegnet man diesem Risiko, indem man in seiner inneren Mitte bleibt und lernt sich selbst ausreichend zu vertrauen schlechtestenfalls mit der befürchteten Situation Z umgehen zu können. Nur auf Situation Z zu starren und darüber im Kontakt mit jenen Dozenten so verunsichert zu sein, hilft einem nicht.

    Ja genauso sehe ich das auch.

    da hier ja einige erfahrene Experten im Chat unterwegs zu sein schein, interessiert es mich zu erfahren, wie ihr euch verhalten würdet bzw. was ihr an meiner Stelle in solch einer Situation tun würdet?


    Zumal ich einen Kurs definitiv noch bei dem Dozenten belegen werden muss, um mein Studium abschließen zu können.

    Wie behandeln deine Kommunilitonen den Dozenten denn? Davon könntest du dir z.B. etwas abschauen. Z.B. am Ende des Kurses mit den anderen rausgehen und nicht als Letzte und so Kleinigkeiten. Und etwaige Emails durchweg sachlich-unpersönlich halten ("Beamtendeutsch" quasi) und maximal am Ende sowas wie "Vielen Dank für Ihre Mühe ----> Freundliche Grüße" o.ä. schreiben. Auf Wünsche wie die einer schönen Woche würde ich möglichst verzichten.

    @ sunflower

    Bist du immer noch Hilfskraft bei ihm?

    Zitat

    Wie behandeln deine Kommunilitonen den Dozenten denn? Davon könntest du dir z.B. etwas abschauen. Z.B. am Ende des Kurses mit den anderen rausgehen und nicht als Letzte und so Kleinigkeiten. Und etwaige Emails durchweg sachlich-unpersönlich halten ("Beamtendeutsch" quasi) und maximal am Ende sowas wie "Vielen Dank für Ihre Mühe ----> Freundliche Grüße" o.ä. schreiben. Auf Wünsche wie die einer schönen Woche würde ich möglichst verzichten.

    Das sind schon mal sehr gute Vorschläge.


    ??? ;-)

    Danke _Harlekin_!


    Nicht als Letzte den Raum zu verlassen, darauf habe ich zum Ende des Kurses schon geachtet. Und meine Mails waren immer sachlich gehalten, d.h. wie geschrieben die spezielle fachliche Frage (die ich übrigens nur per Mail geschickt habe, weil ich nicht den Eindruck erwecken wollte, dass ich absichtlich so speziell im Kurs nachfrage, um den Dozenten als inkompetent da stehen zu lassen), vielen Dank für Ihre Mühe u.a. Und als ich um Tipps für die Vorbereitung auf die Klausur via Mail gebeten habe, habe ich geschrieben, dass ich keine Zeit während seiner Sprechstunde habe, wohl aber kurz nach der letzten Sitzung, wobei ich für eine Rückmeldung per Mail auch einfach dankbar wäre. (Ich hatte in dem Semester wirklich so viel zu tun, dass Mailkontakt mit Dozierenden einfacher war. Und viele derjenigen, bei denen ich Kurse belege, wünschen auch lieber Mails anstatt wegen einer Frage extra in ihre Sprechstunde zu kommen.) Daraufhin mailte er mir dann Tipps - also beantwortete meine Frage - und fügte hinzu, dass ich gerne (!) nach der letzten Sitzung kommen könne und er mich zudem vorziehen würde, da er eigentlich schon einen Termin zur Beratung habe. Das fand ich halt komisch und klang für mich auch eher so, dass er mir noch etwas persönlich sagen sollte, weswegen ich den Termin dann angenommen habe. Ich war dann die letzte im Raum und er hat sich bei mir, wie geschrieben, als ich im Begriff war zu gehen, nochmal für meine Frage bedankt und die Hoffnung geäußert, dass ich weniger arbeiten müsse.

    Aus meiner Sichtweise ist es schon so, dass er etwas mehr "Zuneigung" zu mir empfindet. Wie geschrieben dieses "sie können gerne kommen... sie sind auch vor demjenigen, dem ich bereits diesen Termin gegeben habe, an der Reihe" und dann hatte er mir ja auf meine Probeklausur-Mail geantwortet - was mich überrascht hat, weil ich darauf nun wirklich gar keine Reaktion erwartet hatte - und geschrieben, dass er hofft, dass "wir" das noch gut hinbekommen im Hinblick auf die Abschlussklausur. Und das kenne ich gar nicht von Dozierenden. Ich habe auch noch nie jemanden gehabt, der in diesem "wir" gedacht, geschrieben und durchaus gehandelt hat. Zumal es ja zu dem Zeitpunkt noch nicht feststand, dass er den Kurs weiterhin regelmäßig geben wird. Also bei mir kam da ein zuversichtlicher, wohlwollender Blick in die Zukunft an, obgleich gar nicht gesagt war, dass wir noch einmal in einem Kurs zusammen arbeiten werden...

    Zitat

    Und meine Mails waren immer sachlich gehalten, d.h. wie geschrieben die spezielle fachliche Frage (die ich übrigens nur per Mail geschickt habe, weil ich nicht den Eindruck erwecken wollte, dass ich absichtlich so speziell im Kurs nachfrage, um den Dozenten als inkompetent da stehen zu lassen)

    Ehrlich gesagt würde ich solche Fragen zukünftig lieber im Kurs an geeigneter Stelle fragen. Zum einen könnte die Antwort auch für deine Mitstudenten interessant sein und zum anderen ist es völlig normal, dass ein Dozent im Zweifel nicht direkt darauf antworten kann und sich dann eben erst selbst informiert und die Antwort später im Kurs gibt. Das blamiert ihn nicht und es ist normal, dass ein Dozent nicht alles ad hoc weiß. Außerdem ist so ein Vorgehen über jeden Verdacht erhaben, dass die Frage als Vorwand dient, um "privater" ins Gespräch zu kommen über den so hergestellten Emailkontakt.


    Und in seinem Fall würde ich auch abwägen, ob die Frage für dich wirklich so wichtig ist und ob du sie nicht jemand anderem stellen kannst. ... Soll keine Kritik an deinem Vorgehen sein, du hattest ja zu dem Zeitpunkt eher die Möglichkeit per Email mit ihm Kontakt aufzunehmen als vor Ort im Kurs aufgrund deiner Situation; ist also nur als Tipp für die Zukunft gemeint.


    Bei der Sache mit der Probeklausur finde ich, dass das alles und nichts bedeuten kann. Hängt von seinem persönlichen Stil ab. Vielleicht hat er einfach großes Verständnis für Prüfungsängste etc. bei Studenten und wollte dich wohlwollend ermuntern. Evtl. mit dem Wir auch durchklingen lassen, dass du dir von seiner Seite aus keinen Kopf wegen der Prüfung machen brauchst und er dich nicht frisst. ... In einem Kurs hat bei mir der Dozent auch in einem "wir" gesprochen, wenn Prüfungen anlagen. => "Am .... haben wir Klausur.", waren da auch so typische Sätze von dem. :-D

    Zitat

    Daraufhin mailte er mir dann Tipps - also beantwortete meine Frage - und fügte hinzu, dass ich gerne (!) nach der letzten Sitzung kommen könne und er mich zudem vorziehen würde, da er eigentlich schon einen Termin zur Beratung habe. Das fand ich halt komisch und klang für mich auch eher so, dass er mir noch etwas persönlich sagen sollte, weswegen ich den Termin dann angenommen habe. Ich war dann die letzte im Raum und er hat sich bei mir, wie geschrieben, als ich im Begriff war zu gehen, nochmal für meine Frage bedankt und die Hoffnung geäußert, dass ich weniger arbeiten müsse.

    Mich würde persönlich stören, dass ich vorgezogen werde mit meinem Beratungstermin vor einen anderen, der den Termin offensichtlich bereits vor mir bekommen hat. Andererseits kann sowas auch rein organisatorische Hintergründe haben und ist Sache des Dozenten wie er seine Termine da händelt und ggf. umorganisiert. Vielleicht hat sich der andere Termin leichter umlegen lassen oder war eh keine große Sache zeitlich. Weiß man alles nicht und hat nicht deine Sorge zu sein.


    Ansonsten sehe ich da aber auch nichts "Verdächtiges" in seinem Verhalten. Nur weil er freundlich zu dir ist und small-talk pflegt bzw. diesen Satz mit dem weniger arbeiten sagt, würde ich da noch nichts unterstellen. Du deutest mir da insgesamt ein bisschen sehr viel rein. Menschen, gerade "Vorgesetzte" wie Dozenten, Lehrer etc. sind ja auch teils einfach ohne Hintergedanken am Wohlergehen ihrer Schützlinge interessiert bzw. geht denen das nicht völlig am Arsch vorbei. Solange er nicht anfängt dich gegenüber den anderen zu bevorzugen, würde ich mir da keinen Kopf drum machen und auf solche Fragen wie die mit der Arbeit einfach locker-small-talkmäßig knapp etwas erwiedern. Bspw. "Nee das mit der Arbeit ist nur im Moment so." -> Tschüss sagen und gehen.

    Dann war meine Reaktion ja doch ganz clever ("Ja, das wird schon wieder mit der Arbeit, tschüss"). Allerdings finde ich es trotzdem komisch, dass er jedenfalls meines Wissens und meiner Erfahrung nach sonst nicht so small talk mit anderen Studierenden hält und sich nach deren Arbeit erkundigt. Er hat eher den Ruf am Institut, zwar engagiert und wohlwollend zu seinen Studierenden zu sein, jedoch distanziert und kühl sowie u.U. etwas vor den Kopf stoßend, da sehr direkt. Ich sehe ihn eher so, dass er vom Typ "harte Schale, weicher Kern" ist (aufgrund seines Verhaltens mir gegenüber). Er bemüht sich immer, seinen Studierenden Sicherheit zu geben, v.a. denjenigen, die bei ihm durchgefallen sind. Bei mir hat er das aber nun schon vor der Klausur getan und soweit ich weiß bei keinem anderen sonst. Er ist eher der Typ, der Studierenden versucht Sicherheit zu geben, wenn sie durchgefallen sind (und zugleich in Mails an diese schreibt, dass er sie für etwas dumm halte - solche Mails habe ich gelesen). Diese Form der Unterstützung finde ich ausgesprochen nett und habe ich so noch nicht erlebt. Obgleich ich manches Mal auch eher den Eindruck hatte, dass er das macht, um sich selbst Sicherheit zu geben. Ich selbst blicke derzeit recht zuversichtlich auf die Prüfung, weil ich ja wie geschrieben noch einen Kurs und zudem noch Zeit zum Üben habe.


    Wenn er, wie hier im Chat durchaus wiederholt angeklungen, Sorge haben sollte, dass ich mich in ihn verguckt habe, wäre es dann nicht nahe liegend, dass er möglichst auf Abstand zu mir geht? Und eben keinen Smalltalk mehr führt?