Entschuldige, aber:

    Zitat

    A) Ich möchte nicht Essen angeboten bekommen

    Und dann ist es wirklich so ein Drama, wenn sie Dir doch zwei Mal was anbietet?


    Zwei Mal innerhalb eines Tages? So wie ich das verstehe im Sinne von "Und Du willst wirklich nicht?". "Nö, ich ziehe das echt durch" und gut ist.

    Zitat

    B) Ich möchte das "große Abendessen" um 9 essen.


    Was ja irgendwie nicht sein kann dass sie das nicht verbal nicht verstehen kann....

    Das hat sie doch verstanden!? Sie hatte doch vielmehr eher Probleme damit, dass es ihr so schwerfiel sich darauf einzustellen?


    Sie wollte mit Dir zusammen essen, hat sogar Dir zuliebe gesagt, ok, dann versuche ich es solange auszuhalten. Das klappte (verständlicherweise) nicht wirklich und Du kommst dann damit an, sie könne keine Vereinbarungen einhalten?


    Bist Du eigentlich in anderen Bereichen auch so unlocker/unflexibel, ich möchte fast sagen "verbissen"? Und schaust ständig darauf, dass auch andere Menschen sich ja Deinem Verhalten mit ihrem Verhalten und Deinen Bitten (?) anpassen?

    Was mich an der Stelle noch interessieren würde: wie ausgewogen/gleichberechtigt sind denn grundsätzlich so die Rahmenbedingungen der gemeinsamen Urlaube gestaltet, was z.B. die Wahl des Urlaubsziels, die Organisation, die Bezahlung usw. betrifft?


    Und eben: "Warum" kommt es zu diesen Urlauben, wenn sie doch wegen Kleinigkeiten eskalieren und von beiden Seiten nicht genossen werden können?


    Dieser hier lang und breit geschilderte Essens-Mumpitz ist doch allenfalls irgendein Symptom für ganz was anderes, scheint es mir.

    Ich gebe Elaf vollumfänglich recht, was mir viel schreiben erspart. ;-D


    Ansonsten kann ich nur beisteuern, dass das hier doch die klassische selbsterfüllende Prophezeiung ist. Mit der Einstellung "Gleicht nervt sie wieder" an den Urlaub heranzugehen heißt doch automatisch, dass man beim kleinsten Mucks direkt das Haar in der Suppe sieht und austickt - und somit "Recht behält".


    Mal als Gegenbeispiel: Meine Mutter hat eine schwere Essstörung. Sie hat noch nie mit uns gegessen, aber sich immer mit uns an den Tisch gesetzt. Das ist bis heute so, wenn wir uns als Familie mal an den Feiertagen treffen oder ins Restaurant gehen. Ich kenne es nicht anders. Warum also klappt so etwas simples bei euch nicht? Warum setzt du dich nicht zu deiner Mutter, wenn sie um 18 Uhr essen will und leistest ihr einfach Gesellschaft und isst dann später für dich? Oder jeder isst für sich, wo ihr doch ganz offenbar separate Ferienwohnungen habt.


    Und das Eltern immer ihre Kinder betüddeln - gerade wenn sie etwas sehen, was sie für nicht gut befinden - ist doch klar. Ich selbst esse sehr ungesund (koche nie, mache mir nur Fertiggerichte) und höre von meinem Vater regelmäßig Predigten darüber, wenn wir telefonieren. Das kann durchaus bis zu zweimal die Woche sein und mein Vater ist sehr gut im Monolog-halten. Aber ich bin jetzt ja schon seit 31 Jahren Kind meiner Eltern und weiß genau, was ich dann zu tun habe: Ab und zu "Mhm" oder "Jaja" sagen, Ohren für zehn Minuten auf Durchzug schalten und wenn er fertig ist einfach das Thema wechseln. Ist es nervig? Ja. Fahre ich trotzdem mit meinen Eltern noch in Urlaub? Klar. Aber ich lasse mich auch dann nicht stressen. Wieso auch? Es ist ihr Recht, anderer Meinung zu sein - und rein vom Gesundheitsaspekt wohl auch richtig zu liegen - und diese Meinung zu äußern.


    Und wenn es mich so stressen würde wie es dich stresst, dann würde ich schlichtweg nicht mehr mit in Urlaub fahren. :-/


    Das ist doch hausgemachter Stress, der echt nicht sein muss...

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    Und eventuell darum, dass du sie ebenso wenig loslassen kannst.


    Ihr dreht euch in dem Beispiel ums Essen, aber ich lese da vor allem riesige Kommunikationsprobleme. Und die betreffen euch beide, nicht nur sie. Du gehst ja fast davon aus, sie WILL nerven. Das denke ich aber nicht. Sie wirkt sehr unsicher auf mich. Ich glaube, ihr beide sprecht "eine unterschiedliche Sprache der Liebe": Sie bietet dir z. B. Essen an und drückt damit ihre Art der Fürsorge und Liebe aus. Für dich würde aber reine Liebe darin bestehen, dir völlige Freiheit zu lassen.

    Wow Sviva was für ein interessanter Beitrag! Danke dafür. :)=


    Ich habe dazu noch ein paar Rückfragen, wenn Du noch Zeit hast spart das die Stunden beim Therapeuten ;-D

    Zitat

    Und eventuell darum, dass du sie ebenso wenig loslassen kannst

    Was meinst Du damit dass ich sie nicht loslassen kann. Inwiefern. Weil ich mit Ihr in Urlaub gefahren bin (das war dazu gedacht die Beziehung aufzumöbeln)

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    Sie wirkt sehr unsicher auf mich.

    Das ist sie manchmal glaube ich auch. Kannst Du mir erklären worüber? ich würde sie so gerne besser verstehen... Sie wirkt so hart und insistierend auf mich.


    Grüße!

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    Mal als Gegenbeispiel: Meine Mutter hat eine schwere Essstörung. Sie hat noch nie mit uns gegessen, aber sich immer mit uns an den Tisch gesetzt. Das ist bis heute so, wenn wir uns als Familie mal an den Feiertagen treffen oder ins Restaurant gehen. Ich kenne es nicht anders. Warum also klappt so etwas simples bei euch nicht? Warum setzt du dich nicht zu deiner Mutter, wenn sie um 18 Uhr essen will und leistest ihr einfach Gesellschaft und isst dann später für dich? Oder jeder isst für sich, wo ihr doch ganz offenbar separate Ferienwohnungen habt.

    Also irgendwie ist der Beitrag nicht richtig verstanden worden - ich habe fortwährend Kompromisse gemacht nur meine Mutter nicht.


    1. Ich wollte eiiigentlich um 10 essen (das steht aber nicht im Beitrag) 20:30 war schon der Komromiss


    2. Damit wir zusammen essen können, also genau das was du schreibst, habe ich mich um18-19 zu ihr hingesetzt und ein Fischbrötchen gegessen. Zu der Uhrzeit Zu der SIE wollte. Ist doch top


    3. Da meine Mutter Abnds gerne mal einen Trinken geht habe ich gesagt: Gut OK auch hier mache ich eine Ausnahme und trike 1-2 Bier mit.


    Mehr geht nicht mehr sonst ist die Diät dahinne. Für meine Mutter ist es aber nie gut genug. Jeder Mensch muss sich 100%ig ihr beugen, sie macht keine Kompromisse. Um in Deinem Beispiel zu bleiben wenn meine Mutter da dabei wäre Müsste Deine Mutter nicht nur was essen, sondern sie würde darauf bestehen, dass es die große Portion ist. Und mittags muss sie kaffee trinken und Kuchen essen.


    Alleine abends essen haha davon war ja schon gar nicht die Rede, das würde sie nicht akzeptieren.

    Ich finde zwar auch, dass diese "Vorfälle" im Urlaub von Deiner Seite zu ernst genommen wurden. Aber ich versuche mal dieses hier von einer anderen Seite zu betrachten:

    Zitat

    Dann plötzlich so gegen 17h als wir zurück auf dem Weg zum Haus sind, kommen wir aufs Thema essen, meine Mutter will essen. Ich sage "OK alles klar, dann radele ich kurz zum Fischladen hole mir ein Fischbrötchen und wir essen zusammen."


    Meine Mutter bricht daraufhin in Tränen aus und sagt: "Ich kann das nicht so spät zu essen ich kann nicht bis um 20:30h warten das ist zu spät. Ich bin irgendwie total geschockt und weiß nicht wie ich mit der Situation umgehen soll. Ist meine Mutter geistig umnachtet? Will sie mich vor Martin blamieren? Versteht sie nicht mehr wenn ich ihr was erkläre?


    Später sind wir für kurze Zeit alleine in ihrem Appartment ich frage sie was der Sch….. sollte. Sie gibt mir ihre Standardausrede wenn sie sich nicht an eine Vereinbarung gehalten hat: "Die Situation war neu, das hatten wir noch nicht jetzt ist ja Martin da, da dachte ich Du isst jetzt auch mit."

    In meiner Familie ist es so, dass wir uns nicht viel sehen oder aufeinander glucken, aber die gemeinsamen Essen haben einen recht hohen Stellenwert. Nicht am Essen teilzunehmen (fernbleiben - nicht i.S.v. nichts/nicht viel essen) oder was anderes zu essen wird als wenig wertschätzend gesehen. Ist das vielleicht auch bei Deiner Mutter so?


    - Du schreibst was davon, dass Du ein Fischbrötchen für Dich (nicht für alle) holen wolltest. Also wolltest Du was anderes essen? In meiner Familie würde das nicht besonders gut kommen. Die (gemeinschaftlich) zubereitete Speise (etwas das allen passt oder einer bekommt eine für sie/ihn passende Variation) hat einen gewissen Stellenwert. Wenn es z.B. Lasagne gäbe und einer würde sagen, ich esse das nicht, sondern hol mir ein Fischbrötchen und ess die Reste der Lasagne später alleine ohne Euch, käme das recht seltsam.


    - Vielleicht hat Deine Mutter tatsächlich angenommen, dass Du Dein in Ihren Augen ungewöhnliches Verhalten ablegen würdest, wenn erst mal eine dritte Person anwesend wäre. So im Sinne von "Schein wahren". Ich entnehme aus der Äusserung Deiner Mutter, dass es ihr wichtig ist mit Dir gemeinsam (etwas gemeinsames?) zu essen, Dein Verhalten (inkompatible Zeiten, sich ausgrenzen durch andere Speisen) ihr den Kompromiss aber verunmöglicht.


    Verstehe auch grundsätzlich nicht ganz. War es wirklich nötig, im gemeinsamen Urlaub eine Diät zu machen, die mit besonderen, für Deine Mutter inkompatiblen Zeiten einhergeht? Wäre da nicht auch FdH oder sowas gegangen?


    Auch das Erklären auf der Hinfahrt, setzt ja schon eine gewisse Erwartungshaltung auf schwierige Zeiten. Wenn mir jemand völlig unerwartet auf der Hinfahrt seine (neuen, unerwarteten) Bedingungen für Harmonie diktieren würde, würde das meine Stimmung zumindest etwas dämpfen. Vielleicht hätte es eine kleine Bemerkung beim ersten Frühstück getan. Oder einfach auch gar nichts sagen und einfach weniger essen?

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    Mehr geht nicht mehr sonst ist die Diät dahinne. Für meine Mutter ist es aber nie gut genug. Jeder Mensch muss sich 100%ig ihr beugen, sie macht keine Kompromisse. Um in Deinem Beispiel zu bleiben wenn meine Mutter da dabei wäre Müsste Deine Mutter nicht nur was essen, sondern sie würde darauf bestehen, dass es die große Portion ist. Und mittags muss sie kaffee trinken und Kuchen essen.

    Da würde meine Mutter eine klare Ansage machen und zwar genau einmal: Entweder, ihre nicht-essende Gesellschaft wird gewünscht und geschätzt oder sie geht in ihre eigene Wohnung und deine Mutter kann alleine ihren Affentanz aufführen.


    Es gibt überhaupt keinen Grund, sich zu stressen. Denn was passiert, wenn deine Mutter nicht akzeptiert, dass du abends alleine bzw. zu einer anderen Zeit essen willst? Fällt der Himmel herunter? Wirst du erschossen? Bekommt deine Mutter einen Herzinfarkt? Nichts von alledem wird passieren. Du bist kein kleines Kind mehr, über das sie solche Entscheidungsgewalt hat - und ich glaube, das hast du noch nicht realisiert. Denn dein Stresszustand zeigt doch, dass du deiner Mutter totale Macht über dich gibst, dich mit ihren Wünschen und Anforderungen zu überhäufen. Ein Mensch, der seiner Mutter auf Augenhöhe begegenen würde und nicht in der Rolle des kleinen Kindes würde sich entweder ihren Affentanz ansehen oder sich schlichtweg aus der Situation entfernen und ihr mitteilen, dass sie sich wieder melden soll, wenn sie sich beruhigt hat.


    Und ganz ehrlich, wenn der Stresspegel bei dir von Anfang an so hoch war, weil du wusstest, dass deine Mutter und du so aneinandergeraten würden (denn wenn du wirklich auch nur ansatzweise gedacht hättest, dass das mit euch funktioniert, dann hätte das erste Gespräch über deine Diät ja nicht schon solche Problemausmaße und Sorgen für dich gebracht), dann frage ich mich, wie du der Meinung sein konntest, dass der Urlaub euer Verhältnis verbessern würde. :-/ Für mich klingt es eher danach, dass sich euer Verhältnis verbessert, wenn ihr nicht zusammen in Urlaub fahrt - was übrigens auch nicht unnormal ist; ich komme mit meiner Schwester viel besser aus, seitdem wir nicht mehr aufeinanderhocken sondern uns nur noch zu Feiertagen sehen und ab und zu mal telefonieren.

    Also nur mal so, so unter uns, so ohne Mutti. Wenn ich eine Diät machen will, dann mach ich das halt.


    Ich denke hier geht es um Sprache. Hier geht es um 'Sender' und 'Empfänger' und nicht ums Essen. Hier geht es um Relation.


    Da passt nix zusammen. Und ich glaub auch, dass die Muddi nicht viel falsch macht. Sie ist halt Mutter und wird es bleiben. Wenn der TE nix essen will, oder einfach mal ein Hähnchenbein aus Tofu, dann sollte er das machen. Und gut isses...

    Mal ganz davon ab, dass es mich nerven würde in meinem Urlaub eine Diät mit solchen regeln zu machen, klingt es für mich nicht arg so als hätte der Hunger dir die Laune mit verdorben.


    Ein Urlaub ohne gemeinsame Mahlzeiten... denn 22.00 ist doch echt spät wenn man dann direkt schlafen geht(?) Wäre für mich auch kein schöner Urlaub


    Und direkt 1 Woche Mutter wenn man sonst nur 1 mal die Woche telefoniert, das birgt Potenzial zum streiten.

    Hallo MDD999,


    ich habe in meiner "Abnabelungsphase" Mitte 20 z.T. ähnliche Probleme gehabt (wenn auch nicht ganz so heftig), die meine Mutter & ich aber im Lauf von ein paar Jahren weitgehend gelöst haben. Insofern hoffe ich, dass ich ein bisschen helfen kann. Ich möchte vor allem an das anknüpfen, was Sviva geschrieben hat:

    Zitat

    ...riesige Kommunikationsprobleme. Und die betreffen euch beide, nicht nur sie. Du gehst ja fast davon aus, sie WILL nerven. Das denke ich aber nicht. Sie wirkt sehr unsicher auf mich. Ich glaube, ihr beide sprecht "eine unterschiedliche Sprache der Liebe": Sie bietet dir z. B. Essen an und drückt damit ihre Art der Fürsorge und Liebe aus.

    Dem stimme ich zu 100% zu. Ich habe in einem Buch über Kommunikation mal eine Abbildung gesehen, die bei mir ein riesiges Aha-Erlebnis ausgelöst hat. Man sieht dort 2 Menschen, die in einer Beziehung zueinander stehen. Jeder hat 2 Attribute: einen "Abstandshalter", der ausdrückt, wie viel Distanz er sich wünscht, und mit dem er den anderen von sich entfernt hält, & ein Seil, an dem er den anderen zu sich heranzieht, & das die Nähe ausdrückt, die er sich wünscht. Person A hat einen minimal kürzeren Abstandshalter und ein minimal kürzeres Seil als Person B, wünscht sich also nur ein ganz kleines bisschen mehr Nähe & weniger Abstand als der andere. Dann passiert folgendes: Person A zieht am Seil, bis sie auf den Abstandshalter von Person B trifft. In diesem Abstand zueinander bleiben die beiden stehen. Psychologisch passiert jetzt folgendes: Person A wird permanent auf für sie unangenehm großem Abstand gehalten & empfindet Person B als distanziert; Person B hat dagegen permanent das Gefühl, dass Person A versucht, ihre Grenzen zu verletzen & sie näher heranzuziehen, als sie es will. Beide können also ihre Bedürfnisse nicht erfüllen und haben außerdem das Gefühl, dass der andere permanent seine Position durchzusetzen versucht, während sie selber durchaus versuchen, Zugeständnisse zu machen. In Wirklichkeit wären sie aber gar nicht so weit voneinander entfernt in ihren Bedürfnissen. Aber Person B weiß gar nicht, dass Person A überhaupt einen Abstandshalter hat, auf den trifft sie ja nie. & Person A weiß nicht, dass Person B auch ein Seil hat, das hängt ja immer locker.


    Mein Punkt ist, dass sich dieselbe Situation aus 2 verschiedenen Blickwinkeln völlig unterschiedlich darstellen kann, & beide haben recht (sehen aber nicht das ganze Bild). Was könnte es also sein, das Du bei Deiner Mutter nicht siehst? z.B., wie oft sie sich Mühe gibt, es Dir recht zu machen, & es schafft. Dass sie sich diese Mühe gibt, ist für Außenstehende wie mich relativ klar zu sehen: sie versucht, auf Deine Essenszeit umzusteigen, sie erwähnt ein für sie sehr normales Thema nur 2x an einem Tag (den Rest der Zeit hat sie vielleicht aufgepasst wie ein Schießhund, um bloß nichts Falsches zu sagen) etc. Was siehst Du noch nicht? Vielleicht, was der emotionale Grund dafür ist, dass sie über Essen redet, obwohl sie weiß, dass es Dich stört. Dass es darum gehen soll, Dich zu beeinflussen, kann ich mir schwer vorstellen - der Effekt, den es hat, ist ja der gegenteilige. Da schein es mir naheliegender, dass "Essen anbieten" wie bei vielen anderen Leuten auch bei ihr ein Code ist für "Liebe geben, umsorgen, Dir etwas Gutes tun". Intellektuell kann sie noch so sehr wissen, dass Du das nicht so empfindest, emotional bedeutet es das aber eben nun mal für sie (stelle ich mir vor). D.h., jedes Mal, wenn Du "nein" zum Essen sagst, hört sie schlimmstenfalls "ich will Deine Liebe nicht".


    Wie viele andere schon bemerkt haben, gehst Du schon äußerst angespannt in die ganze Situation hinein. Das kommt aus der Vorgeschichte: Wenn Dir permanent jemand gegen Deinen Abstandshalter drückt, fühlst Du Dich bedrängt & hast das Bedürfnis, Ihn wegzuschubsen. Du bist in Verteidigungshaltung & entsprechend empfindlich gegenüber allem, was Du als übergriffig wertest. Ich habe das auch erlebt, und glaube, dass das bei mir durch schlechtes Gewissen befeuert wurde: Weil meine Eltern immer mehr Nähe wollten als ich & ich die ihnen aber nicht in dem Maß geben konnte, haben sie sich schlecht gefühlt. Ich hätte mir einerseits gewünscht, dass es ihnen besser geht, war aber andererseits nicht bereit, mehr Nähe zuzulassen, als ich es angenehm fand. Das verleitet aber sehr leicht dazu, den Wunsch der anderen nach Nähe als aggressiv zu werten - und dann selbst aggressiv abzuwehren, wodurch die anderen noch mehr verletzt sind, & immer so weiter im Teufelskreis. Es klingt für mich, als könnte dieser Mechanismus auch bei Euch gut passen.


    Ich hätte 3 Vorschläge, die Dir vielleicht helfen können:


    1. Akzeptiere, dass Deine Mutter immer mehr Nähe wollen wird als Du. Das ist normal, und es ist legitim - sowohl ihr Bedürfnis nach Nähe als auch Deines nach Distanz. Sie kann nicht von Dir fordern, dass Du dasselbe Bedürfnis nach Nähe hast wie sie. Aber Du kannst auch nicht von ihr fordern, dass sie sich mit derselben Distanz wohlfühlt wie Du.


    Das klingt ziemlich platt, kann Dir aber helfen, die Spannung auszuhalten, die dadurch entsteht. Es kann verhindern, dass Du ihre Bedürfnisse an sich schon als übergriffig empfindest & übermäßig aggressiv darauf reagierst.


    2. Versuche, nachzuvollziehen, wie sie die Situation empfinden könnte. Ich nehme Dich in diesem Faden als sehr offen & interessiert wahr & denke, dass Du da eine ziemlich gute Chance hast. Wenn möglich, unterhalte Dich mit jemandem, der Deine Mutter kennt & Dir ihre Sicht erklären kann. Wenn Du ein Gefühl dafür bekommst, wo sie sich zurückhält, empfindest Du sie wahrscheinlich als weniger übergriffig. Versuch, nachzuvollziehen, wie sie Dich (& sich) wahrnimmt, & such danach, wo sie aus ihrer Sicht recht haben könnte (ohne dass Du deshalb unrecht haben musst). Ihr Ziel ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht, Dich zu dominieren, sondern einfach, eine liebevolle Beziehung zu Dir zu haben.


    Eine Literaturempfehlung dazu ist Schulz von Thuns "Miteinander reden" - der absolute Klassiker der Kommunikationspsychologie, so erklärt, dass jeder normal gebildete Mensch folgen kann (ich bin auch nicht vom Fach & hatte überhaupt kein Verständnisproblem). Das oben beschriebene Bild stammt z.B. daraus.


    3. Was mir ansonsten am meisten geholfen hat, war (Vorsicht, Paradox) mehr Nähe. & zwar Nähe, die ich bestimmt hatte, die ich kontrollieren konnte, & die ich nicht als übergriffig empfunden habe, weil ich mich selber dafür entschieden hatte. Fang klein an - ein gemeinsamer Urlaub ist offensichtlich noch zu viel ;-).


    Z.B. telefoniere ich auch 1x pro Woche mit meinen Eltern, aber meist rufe ich an - zu einem Zeitpunkt, der mir gut passt. & meine Eltern haben nicht das Gefühl, dass sie mir immer hinterherlaufen müssen, sondern dass ich mich auch von mir aus melde.


    Such nach Möglichkeiten, Deiner Mutter zu ermöglichen, Dir ihre Liebe zu zeigen, so dass Du sie annehmen kannst. Könntest Du sie zum Abendessen besuchen, Dich so richtig verwöhnen lassen & Ihr sagen, wie toll Du das findest? Sie würde sich mit Sicherheit endlich mal gewertschätzt & glücklich fühlen. (& hinterher bestimmt sagen: Das war so toll, das machen wir ab jetzt ganz oft! ;-) Dann tief durchatmen, an Punkt 1 denken & sagen "Das kann ich Dir leider nicht versprechen, wann es das nächste Mal klappt - aber ich fand es auch ganz toll, und wir wiederholen es auf jeden Fall mal.")


    Wenn sich die Lage nach & nach entspannt, wird das auch immer leichter - weil D/meine Mutter sich nicht mehr dauernd zurückgestoßen fühlt, & weil das "Kind" nicht mehr durch ihre Verletztheit ein schlechtes Gewissen haben muss. Ich habe mittlerweile regelrecht Spaß daran, kleine "Nähe-Geschenke" zu machen - seit ein paar Jahren z.B. als Weihnachtsgeschenk 2 Monats-Postkartenkalender - jede von uns kriegt einen, & die Postkarten schicken wir uns dann. Aber so was ging bei mir auch erst, nachdem die schlimme Phase ca. 5 Jahre zurücklag... Es geht darum, nicht jedes bisschen Nähe als Verlust in einem permanenten Stellungskrieg zu werten - um dahin zu kommen, muss man (wenn die Situation einmal so verfahren ist) ziemlich lange an der eigenen Wahrnehmung arbeiten. Aber es kann klappen. :)^ & es lohnt sich sehr.


    Alles Gute!

    Sorry, aber für mich klingt das alles nicht nach erwachsenen Menschen sondern nach Kindergarten.


    Wobei ich auch ab dem 17. Lebensjahr nicht mehr mit Elternteilen in Urlaub gefahren bin, weil man eben andere Interessen pflegt...


    Warum muß man in dem Alter also mit der Mutter, zumal man schon Stress vermutet, überhaupt wegfahren?


    Und warum muß man seine Diätansprüche anderen überstülpen? Im Urlaub?


    Für mich klingt das schon fast bösartig wie: na, der werde ich es aber zeigen, die soll mir bloß nicht komisch kommen. Ganz klar sich selbst erfüllende Prophezeiung, auch noch gepaart mit Fußaufstampf.


    Reinste Machtkämpfe. Ich denke, der wunde Punkt liegt noch auf einer ganz anderen Schiene. Und das mit dem Essen ist nur ein Nebenkriegsschauplatz, aber gerne in Anspruch genommen, um mal wieder mit der Keule die Magengrube zu treffen.....

    Also ich sehe das irgendwie anders als viele hier....


    vielleicht weil ich das Ganze grad hinter mir hab oder zum Teil noch mitten drin bin.


    Für meine Mutter (67) ist das Essen der Lebensmittelpunkt.


    Ich hab echt Jahre gebraucht ihr zu erklären, dass ich das was sie macht einfach nicht essen kann und darf


    (wegen Allergien).


    Ab und an hab ich dann trotzdem mit meinen Eltern gegessen, einfach der Harmonie halber.


    Ich denke das wird bei dir ähnlich sein.


    Du liebst deine Mutter ja auch, willst sie nicht immer vor den Kopf stoßen usw...


    Sie hat dann allerdings immer heimlich Zutaten untergemischt, die ich nicht essen soll.


    NAchdem ich dann so ab und an meine zwei Stunden Spass im Bad hatte meinte sie immer...


    "Keiner kann so viele Allergien haben, das ist psychisch... du musst einfach wieder "normal" essen dann vergeht das auch wieder..."


    Ich hätte mich Stundenlang streiten können... bis ich dann gesagt hab "so Mama, ich habs versucht, ich mag nicht mehr.... dann lassen wir das gemeinsame essen halt sein".


    Nach 3 Ansagen hat sie sich doch dran gewöhnt aber für sie was das ein Zusammenbruch ihrer Welt.


    Sie will halt die Zeit zurück holen, wo ich sie gebraucht hab... und genau das ist der springende Punkt.


    Sie wollen auch, vor allem vor anderen, beweisen... guck her mein Kind braucht mich noch.


    Und das gibt ihnen die Befriedigung und ein gewisses Machtgefühl.


    Was ich dann jedenfalls gemacht hab..


    Ich hab öfter mal zwischendurch vorbeigeschaut. nur ne halbe Stunde...


    wenns mir zuviel wurde bin ich gegangen.


    Zum einen kommst du ihr entgegen, weil sie dich öfter sieht, in der kurzen Zeit passiert aber meist nicht so viel Schmarrn, sodass es wieder entspannter geworden ist.

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    Es geht hier nicht um Essenszeiten. Es geht darum dass meine Mutter mich nicht loslassen kann.

    Und warum fährst du dann mit ihr in den Urlaub?

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    Dann nervt es meine Mutter irgendwie wenn ich was vom Internet erzähle. Dann fängt sie an wie Internetsüchtig alle sind und ich solle weniger Zeit im Internet verbringen.

    Habt ihr eigentlich in diesem Urlaub sonst noch etwas getan als voneinander genervt zu sein? Und vor allem - warum tust du dir das freiwillig an?