Ich finde die Herangehensweise bzw. die Fragestellung falsch. Wie man schon an den Antworten hier sieht, hat jeder seine eigene Meinung dazu. Ich habe es in meinen Beziehungen immer so gehalten, dass man sich in einem frühen Stadium (also sagen wir mal nach zwei, drei Monaten) einigt, was läuft, ob Fremdgehen erlaubt ist oder nicht.


    Ich habe diese Frage immer aus Loyalität gestellt, denn in einer gut laufenden Beziehung brauche ICH das nicht. Aber es gibt Frauen, die das brauchen.


    In einer Beziehung sagte mir die Frau direkt: ich erwarte keine sexuelle Treue und garantiere sie dir auch nicht von meiner Seite. Klare Ansage. Im übrigen haben wir es beide nie genutzt, weil die Beziehung eben OK war und nichts gefehlt hat.


    Also ich bin der Ansicht, klare Regeln aufstellen, da muss man danach nicht groß streiten oder diskutieren.

    Zitat

    Ist Fremdgehen ein Trennungsgrund?

    Ganz bestimmt. Vor einer Trennung sammeln sich mehrere Gründe an und Fremdgehen ist einer. Bekanntgehen (Ausdruck nicht von mir) aber auch.

    Zitat

    ist Fremdgehen immer ein Trennungsgrund?

    Meinst du damit, ob das als einziger Grund ausreicht zur Trennung? Bei einer "offenen" Beziehung nicht.

    Was die Frage nach meiner Situation angeht: ich bin weder die Betrügerin noch die Betrogene. Mein Mann ist nicht fremd gegangen, er hatte aber Ambitionen diesbezüglich, aber ich bin sehr früh dahinter gekommen. Freunde rieten mir zur sofortigen Trennung, obwohl eigentlich nichts passiert ist. Wir haben darüber gesprochen und sind damit durch.


    Wir haben aber ansich auch eine ganz klare Regelung für außerehelichen Sex. Seine Bedingung ist, dass ich danach wiederkomme und ihn immer noch liebe. Meine Bedingungen sind "fremd" gehen darf er, aber die Frau muss wirklich fremd sein, ich will ihr nicht im Alltagsleben begegnen. Und nur Safer Sex UND ich will es nicht wissen und nicht heraus finden.


    Ich persönlich habe absolut keine Ambitionen, außereheliche Abenteuer zu erleben. Er schon, er hätte als Jugendlicher/ junger Erwachsener gerne Erfahrungen gesammelt, was ihm jedoch verwehrt blieb. Er denkt, er hat was verpasst. Allerdings hat er in 7 Jahren diese Regelung noch nie genutzt, weil er Angst hat, dass es für mich eben doch ein Trennungsgrund sei.


    Wir überlegen, gemeinsam unseren Erfahrungsschatz mit anderen zu erweitern. Mal sehen, was das Leben noch so bringt ;-)

    Nein, ist es definitiv nicht.


    Denn es ist nicht nur die hypothetische und stets nie ganz beweisbare Treue des Partners die einen in der Beziehung hält.


    Man müsste schon entweder krankhaft eifersüchtig sein oder sein Weltbild vornehmlich über die Treue des Partners definieren, damit "alles zusammenbricht".

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    ist Fremdgehen immer ein Trennungsgrund?

    Nicht immer, nein. Einen einmaligen, spontanen Seitensprung würde ich verzeihen, eine länger gehende Affäre nicht. Ich mag es nicht, für dumm verkauft zu werden und eine Affäre mit all' ihren Heimlichkeiten werte ich als Dreistigkeit mir gegenüber.

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    Wir haben aber ansich auch eine ganz klare Regelung für außerehelichen Sex. Seine Bedingung ist, dass ich danach wiederkomme und ihn immer noch liebe. Meine Bedingungen sind "fremd" gehen darf er, aber die Frau muss wirklich fremd sein, ich will ihr nicht im Alltagsleben begegnen. Und nur Safer Sex UND ich will es nicht wissen und nicht heraus finden.


    Ich persönlich habe absolut keine Ambitionen, außereheliche Abenteuer zu erleben. Er schon, er hätte als Jugendlicher/ junger Erwachsener gerne Erfahrungen gesammelt, was ihm jedoch verwehrt blieb. Er denkt, er hat was verpasst. Allerdings hat er in 7 Jahren diese Regelung noch nie genutzt, weil er Angst hat, dass es für mich eben doch ein Trennungsgrund sei.

    Ich will dir mit der Frage jetzt nicht eintrichtern, dass das nicht stimmen könnte, aber woher weißt du das? Wenn ihr abgemacht habt, dass er es so tun sollte, dass du davon nichts mitbekommst?




    Zur eigentlichen Frage: Es ist für mich Grund über Trennung nachzudenken, aber führt nicht automatisch zur Trennung. Entscheidend sind da die Details. Punkte, wo von meiner Seite aus sofort schluss wäre, wären z.B.:


    1. Ich bekomme davon Wind und er versucht sich rauszulügen. Geht nicht. Fremdvögeln, naja, aber dann noch für dumm verkaufen, das machen imho nur Arschlöcher. Gibts hier im Forum in gefühlt jedem zweiten Thread. Zu blöd unerkannt fremdzugehen und danach dem anderen versuchen vorzuwerfen, er sei zu eifersüchtig und paranoid, nur weil es aufgeflogen ist....


    2. Ohne Kondom fremdgehen und so die/den Partner/in einem Risiko aussetzen.

    Zitat

    Und nur Safer Sex UND ich will es nicht wissen und nicht heraus finden. [...]

    Zitat

    [...] Allerdings hat er in 7 Jahren diese Regelung noch nie genutzt, weil er Angst hat, dass es für mich eben doch ein Trennungsgrund sei.

    Das passt doch wunderbar zusammen. Und nur so passt es auch zusammen. ]:D


    Deine Verpflichung an ihn erzwingt in jedem Fall sein Schweigen oder Leugnen. Egal, ob er hat oder nicht.

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    Angeregt durch den anderen Fäden, würde mich interessieren: ist Fremdgehen immer ein Trennungsgrund?

    Immer? Das entscheiden doch die Beteiligten. Für mich wäre es keiner.

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    ist Fremdgehen immer ein Trennungsgrund?

    Wie man ja schon sieht, hat jede Beziehung ihre eigenen Regeln...


    Mein gewählter Beziehungsstil: Monogamie


    Somit wäre es für mich (aus Erfahrung) ein Grund zur Trennung. Ein Seitensprung passiert ja nicht einfach so, es gibt zig Möglichkeiten solche Situationen zu vermeiden wenn man sie auch erkennen will. Eine Partnerin die dazu nicht fähig / willens ist wäre für mich die Falsche.


    Aber jeder wie er möchte, solange es keine Verletzten gibt :)D

    Na das ist ja dann wirklich schon ein Profi gewesen. Den hätte ich auch über die Reling geworfen.

    Die Frage ob Fremdgehen generell ein Trennungsgrund ist, möchte ich so verneinen.


    Allerdings ist Betrug für mich ein Trennungsgrund. Ich spreche (und das tue ich tatsächlich) am Anfang einer Beziehung mit meinem Partner und wir machen bestimmte Regeln aus. Ich sage was mir wichtig ist, er was ihm wichtig ist und wir einigen uns auf eine Regelung die wir beide zu dem Moment gut finden.


    Ich habe mit meinem Partner Treue vereinbart, das war uns beiden wichtig. Würde mein Partner nun fremdgehen, ist es viel mehr als Sex mit einer anderen Frau. Es wäre ein Bruch unserer Vereinbarung und ein Hintergehen meinerseits. Das Fremdgehen wäre dann allerdings nur ein Symptom eines Problems das wohl viel früher anfängt, quasi die Eskalation eines anderen Problems.


    Ich habe mit ihm vereinbart, dass wenn jemand mit unseren Regelungen nicht mehr zufrieden ist, wir miteinander darüber sprechen. Dann kann man gemeinsame eine Lösung erarbeiten, die geradeaus ist. Möglich, dass diese Lösung dann eine Trennung wäre, das kann ich jetzt so spontan nicht sagen. Aber es hat für mich etwas mit Wertschätzung dem Partner gegenüber zu tun.


    Ich weiß, dass sich das "dann mach ich Schluss" so viel einfacher sagt als dann wenn es soweit ist tatsächlich Schluss zu machen. Vor allem, wenn man schon lange zusammen ist, gemeinsame Verpflichtungen hat, etc. Aber will ich mit jemanden zusammen bleiben, der mich hintergeht?


    Ich hatte das vor gut einem Jahr, da war ich auch noch ein bisschen weniger in meiner Persönlichkeit gefestigt und schwächer und der Schritt der Trennung hat mich sehr verletzt, aber der Schritt zur endgültigen Trennung hat mich viel stärker gemacht. Ich weiß jetzt, dass ich ihm den Verrat nie komplett verzeihen hätte können. Wobei es auch nicht "nur" ein einmaliges Fremdgehen war, sondern systematischer Betrug.

    Zitat

    Aber will ich mit jemanden zusammen bleiben, der mich hintergeht?

    Finde ich eine interessante Frage. Es gibt so unendlich viele "Fehler" von Partnern, dass eine Partnerschaft fast schon ein Wunder ist. Gewisse "Fehler" müssen also toleriert werden.


    Was ist eigentlich "Ehe-" oder "Partnerbruch"? Der Verlust eines Exklusiv-Rechtes. Wenn jemand anders einmal mein Auto fährt, ist es ent-weiht und ich will dieses Auto nicht mehr. Auch wenn sonst fast alles stimmt.


    Polygame Gesellschaften oder polygame Partnerschaften haben mit dem "Hintergehen", also dem Verschweigen von Geschlechtsverkehr (ist das so richtig definiert?) wohl weniger Probleme als monogame. Ist es ein Vertrauensbruch, wenn der Partner eine eigene Intimsphäre hat?

    Hintergehen ist für mich wie gesagt nicht der Geschlechtsverkehr an sich. Mein Partner ist nicht entweiht oder sonstiges. Es ist einfach der Tabu-Bruch sich über eine klar Definierte Abmachung einfach hinwegzusetzen.


    Wenn ich mich einem fremden Mann hingeben würde, dann wäre mir (zumindest in meiner Vorstellung, ich habe das nie getan) mein Partner und unsere Abmachung in dem Moment total egal. Das ist einfach mega respektlos, so will ich in einer Gemeinschaft nicht miteinander umgehen.


    Ich will mit offenen Karten spielen, selbst entscheiden ob ich gewisse Eigenschaften meines Partners tollerieren kann oder auch nicht. Ich selbst spiele ja auch mit offenen Karten.

    Die meisten Menschen kommen damit klar, dass Kinder ihren eigenen Weg gehen und Mutter / Vater nicht alles wissen müssen, wobei die Verbindung intensiv bleiben kann.


    Warum ist es so schwer, zu akzeptieren, dass in ebensovielen Jahren sich auch erwachsene Menschen ändern und womöglich eine Freiheit in Anspruch nehmen möchten, auf die sie viele Jahre freiwillig verzichtet haben?


    Wenn Partner A 5 Sex-Einheiten pro Monat bekommt, aber gerne 10 hätte, was fehlt dem Partner B, wenn sich A anderweitig versorgt? Eigentlich nichts.


    Es ist eine Frage, die ich mir auch selbst stelle. Gefühl und Verstand kommen in dieser Frage irgendwie nicht zusammen.

    Zitat

    unsere Abmachung in dem Moment total egal. Das ist einfach mega respektlos, so will ich in einer Gemeinschaft nicht miteinander umgehen.

    Das ist nicht der Kern des Problems. Abmachungen könnte man anpassen. Aber wie würdest du reagieren, wenn dein Partner die "Treue" zur Diskussion stellt. Also das Okay für Geschlechtsverkehr ohne dich möchte. Dann wäre es ja nicht mehr heimlich und respektlos.


    Aber schon das An-Denken des Problems scheint die meisten Partnerschaften zu brechen. Also ist nicht das "Hintergehen" das Problem, sondern etwas ganz anderes. Ich tippe nochmal auf die Verletzung des Allein-Anspruchs, von der Kirche (?) in Jahrtausenden gepredigt. Nicht jeder will mit der Problemlösung warten, "bis der Tod euch scheidet".

    ja wenn mein Partner ansprechen würde, dass er gerne an der Abmachung etwas ändern will, dann müsste man da drüber diskutieren, warum dieser Wunsch besteht und ob man eine Regelung findet, mit der beide gut leben können.


    Dem Partner diese Entscheidungsmöglichkeit zu nehmen halte ich für übergriffig. Ich persönlich wäre durchaus bereit einige Kompromisse einzugehen (in meiner letzten Beziehung hab ich mich dieser Frage einmal gestellt) Wie genau soetwas aussieht hat dann natürlich mit der Beziehung selbst zu tun. und ich gehe natürlich keine Kompromisse ein, solange es keine Not gibt das zu tun und weder ich noch mein Partner einen Kompromiss brauchen ;-)