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    Insofern ist das Gruppen-Ding vielleicht nicht so ihre Sache, denn sie sieht die Gruppe (zumindest im Fall) ja nicht als Schutz, sondern eher als naja, Bedrohung, das dann dieser "Gesichtsverlust" nicht nur vor einer Person stattfindet, sondern vor der ganzen Gruppe. Ihr Mut zur Ablehnung könnte also in einer Gruppe geringer sein als in einer Zweier-Situation.

    Jein. Die meisten Menschen neigen ja doch dazu, nicht so offensiv zu flirten, wenn man nicht zu zweit ist. Und wenn ich dafür sorge, dass wir nicht alleine sind, ist das ja auch ein Hinweis. Trotzdem denke ich, wie gesagt, dass das in vielen Fällen nicht vor dem "Vier-Augen-Gespräch" und konkret sagen, was Sache ist, schützt.

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    Die Sache mit dem "Partner durchscheinen lassen", naja die klingt recht unselbständig finde ich. Als wäre der Partner der Grund oder die behindernde Instanz, kann also gewertet werden als "Ich möchte ja, aber der Freund behindert mich." Dann lieber soll sie selbst Verantwortung übernehmen. Ein "Ich möchte das nicht." ist da ziemlich viel klarer und dann ergänzen um ihren Wunsch. Am besten aktiv in eine Richtung lenken, die ihr passt, wie du es schon sagtest.

    Sehe ich auch so. Ich habe in der Vergangenheit schon mal die Begründung "Da hätte mein Freund was gegen" benutzt, als ich um ein Treffen gebeten wurde. Es hat aber wirklich etwas von "ich würde gerne... wenn mein Freund nicht wäre..."


    Generell finde ich aber, es spricht nichts dagegen, einfließen zu lassen, dass es da jemanden gibt,

    Zwergelf2

    Liebe Zwergelf, ich habe deinen Thread bzgl. deines Freundes auch gesehen. Tatsächlich war ich auch schon mal in einer ähnlichen Situation, in der mit jemand zu nahe gekommen ist und ich es nicht geschafft habe, stop zu sagen. Das Problem war für mich vor allem, dass es ein sehr, sehr lieber Mensch war, den ich auch wirklich gern hatte und der einfach furchtbar doll in mich verliebt war. Dass ich keine Beziehung o.ä. mit ihm haben würde, wusste er. Das ist schon ein paar Jahre her und ich

    Zitat

    glaube

    dass ich es heute schaffen würde, ihm zu sagen, dass ich das nicht will und mir das zu nah ist. Das hast du ja, wenn ich mich richtig erinnere, auch getan, wenn auch etwas verspätet und wahrscheinlich wird es dir beim nächsten Mal (wenn es ein nächstes Mal gibt) schon leichter fallen.


    Ich kann dir auch raten, mit Selbstverteidigung/Kampfsport zu lernen. Da lernt man nämlich auch nein sagen und Grenzen wahren.


    Ob ich mich fürchte? Ich glaube, vieles liegt bei mir in der Erziehung, bzw. der Kindheit. Ich hatte eine ziemlich cholerische und ungerechte Mutter und für mich war Angepasstheit, Gefälligkeit, Einfühlsamkeit und immer das tun und sagen, was der andere hören will, unter Missachtung der eigenen Wünsche, die Strategie, um Liebesentzug und Wutanfälle zu umgehen. Ich denke, dass ich deswegen immer noch eine tief verwurzelte Angst vor Ablehnung und Missfallen habe.


    Dass das für einen erwachsenen Menschen völlig unnötig ist und ich nicht auf das Wohlwollen anderer Menschen angewiesen bin, ist etwas, was ich mir wohl immer wieder bewusst klar machen muss.


    Am schwierigsten finde ich das eben bei Menschen, die mir am Herz liegen - aber auch diese haben kein Recht meine Grenzen zu überschreiten.

    _vast_

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    Meiner Erfahrung nach, wird es immer "hässlich", wenn es nötig wird direkt zu sagen, dass ich kein weitergehendes Interesse habe. Ich könnte mich an keine Situation erinnern, in der der andere da nicht wahlweise rumgejammert hätte oder mich hätte umstimmen wollen (und da das nicht ging, ich meinte mein Nein ja so, wie ich es gesagt hatte, am Ende beleidigt war oder mich emotional zu erpressen oder zu beschimpfen versucht hat). Kam zwar nicht häufig vor, aber in mich verliebte Menschen sind mir seitdem verhasst; ich weiß nicht, warum da in deren Gehirn irgendwas auszusetzen scheint. Die haben ein großes Problem, die Realität anzuerkennen. ... Alle anderen haben das dagegen wortlos verstanden, dass mehr bei mir nicht drin ist.

    Naja, davor habe ich auch irgendwo Angst. Aber das ist wohl etwas, was man riskieren muss.

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    Warum ist es dir so wichtig zu "übersehen"/nicht wahrhaben zu wollen, dass diese Männer den Kontakt eben nicht freundschaftlich meinten? ... Und warum ziehst du nicht deine Konsequenzen daraus, wenn du - wie du sagst - das nicht mehr verleugnen kannst? Du willst ja gerade nicht das, was die wollen.

    Inwiefern ist es mir wichtig?


    Ich denke, ich drücke mich oft zu lange davor, Klartext zu reden, indem ich mir einrede, dass ich mich geirrt habe. Oder es sich von alleine regelt. Und je länger es geht, desto schwieriger wird es. Es war bei mir oft so, dass ich aus einer Art Freundschaft (d.h., ich habe es als Freundschaft gedeutet) heraus beim anderen mehr entwickelt hat. Dabei wurden die Grenzen schrittweise immer mehr geweitet und aufgeweicht. Und da ich finde ich es schwierig, zu sagen das ist jetzt aber nicht mehr freundschaftlich. Bis hierher und nicht weiter. Im Prinzip müsste ich das wohl spätestens dann tun, wenn ich mich damit nicht mehr wohl fühle.

    Zitat

    Wenn du an und für sich bereit wärest auf freundschaftlicher Basis mit denen z.b. Essen zu gehen, aber schon ein ungutes Gefühl hast, dann würde ich auf dein Gefühl/deine Intuition hören und die Essenseinladung ablehnen. Das kannst du ja auch vor der Gruppe ruhig und höflich tun. Du bist nicht verpflichtet, dich so zu verhalten, dass es dem anderen gut geht und dessen Bedürfnisse erfüllt werden. Dabei bleibst du nämlich auf der Strecke. Und dass es dir evtl. unangenehm sein könnte, vor der ganzen Gruppe gefragt zu werden, ob du mal mit ihm Essen gehen möchtest, hat den Jungen z.B. auch nicht davon abgehalten, dich zu fragen. Weil er seinen Interessen folgt anstatt deine vermuteten Interessen höher zu gewichten. Das ist an sich auch völlig ok. Nicht ok wäre es, wenn er mit einem Nein deinerseits dazu nicht umgehen kann und das dann an dir auslässt.

    Ja, da hast du recht. Wie oben geschrieben, das "eigene Bedürfnisse in den Vordergrund stellen" ist wohl ein generelles Problem bei mir und ich muss daran arbeiten.

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    Du kannst natürlich - aber nur wenn du dabei wirklich ein gutes Gefühl hast - so eine Essenseinladung etc. annehmen und vorsorglich klarstellen - mehr oder weniger direkt - dass das für dich kein Date ist und deinerseits nur freundschaftliches/bekanntschaftliches Interesse besteht und zukünftig bestehen wird. Ob der andere das insgeheim respektieren will, ist eine Frage, die du nicht in der Hand hast. Manche wollen das nicht respektieren, sagen aber ggf. dir gegenüber erstmal was anderes, um einen Fuß in der Tür zu behalten. Das ist aber nicht dein Problem, wenn du bei dir bleibst und weißt und vertrittst, was du möchtest.

    Ja - wie du schon schreibst, das hängt wohl vom Gefühl ab und meinem Eindruck, inwieweit der andere das tatsächlich akzeptiert.

    Inday

    Zitat

    Liebe Zwergelf, ich habe deinen Thread bzgl. deines Freundes auch gesehen. Tatsächlich war ich auch schon mal in einer ähnlichen Situation, in der mit jemand zu nahe gekommen ist und ich es nicht geschafft habe, stop zu sagen. Das Problem war für mich vor allem, dass es ein sehr, sehr lieber Mensch war, den ich auch wirklich gern hatte und der einfach furchtbar doll in mich verliebt war. Dass ich keine Beziehung o.ä. mit ihm haben würde, wusste er. Das ist schon ein paar Jahre her und ich

    Zitat

    glaube

    dass ich es heute schaffen würde, ihm zu sagen, dass ich das nicht will und mir das zu nah ist. Das hast du ja, wenn ich mich richtig erinnere, auch getan, wenn auch etwas verspätet und wahrscheinlich wird es dir beim nächsten Mal (wenn es ein nächstes Mal gibt) schon leichter fallen.

    Es ist so ein unangenehmes Gefühl, dass ich auch nur den Versuch einer Wiederholung seinerseits sofort im Keim ersticken würde. Andernfalls würde ich mich ja total unglaubwürdig verhalten und er denken, ich hätte nichts dagegen oder es gefiele mir sogar. Daher beim kleinsten Versuch seinerseits sofort NEIN von meiner Seite.

    Zitat

    Das Problem war für mich vor allem, dass es ein sehr, sehr lieber Mensch war, den ich auch wirklich gern hatte

    Genau da sitzt unser Problem unter anderem. Einem Fremden meine Grenzen zu setzen fällt mir leichter, als jemanden, den ich mag, bzw. in irgendeiner Beziehung zu ihm stehe. :-/


    Wie du das mit der Erziehung erwähnst, könnte auch mein Problem in meiner Kindheit/Jugendzeit zu finden sein. Ich habe da nicht wenige, eher unerfreuliche Erlebnisse gehabt, die mich wohl doch mehr geprägt haben, als ich dachte.


    Fakt ist aber, dass man manchmal ungern einen Korb gibt, weil man sich vor der Reaktion fürchtet oder dem, was diese Entscheidung mit dem Gegenüber macht. Dabei laden wir uns das dann auch noch auf, statt es dort zu lassen, wo es hingehört. Beim anderen. Denn nur diese Person kann und muss damit umgehen.

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    Finde ich in dieser konkreten Situation schwer umzusetzen, da sich unser "gemeinsamer Bekanntenkreis" auf Dozenten und Studenten beschränkt. Da ich zu den Dozenten keinen persönlichen Kontakt habe, kann ich sie schlecht "einladen", ob er es tun würde, weiß ich nicht und meine Kommilitonnen haben alle keine Erfahrungen in dieser Richtung.

    Und auch kein Interesse in der Richtung? Ungewöhnliche Erfahrungen finden eigentlich immer Interessierte, oder nicht? Wenn ich während des Studium aufgeschnappt habe, dass jemand spezielle Erfahrungen z.B. im Ausland gemacht hat war ich immer sehr interessiert da mehr darüber zu erfahren. Manchmal ist das Interesse dann nach einer halben Stunde plaudern wieder verflogen ;-) - aber Interessierte Leute fanden sich bei "Exoten" eigentlich immer. Schon bei der eher schon wenig exotischen Erfahrung Erasmus, die ich gemacht habe fanden sich viele die Interesse an meinen Erfahrungen hatten.


    Und natürlich bist Du nicht dafür zuständig andere Dozenten einzuladen. Wenn es ihm um die Sache geht kann er das ja tun.

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    Allerdings könnte ich natürlich zu einem Mensa Mittagessen auch einfach so eine Freundin mitbringen, mit der ich gerade Vorlesung hatte. Ist ja schließlich kein Date ;-D

    Das geht in so einer Situation immer.

    Zwergelf

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    Es ist so ein unangenehmes Gefühl, dass ich auch nur den Versuch einer Wiederholung seinerseits sofort im Keim ersticken würde. Andernfalls würde ich mich ja total unglaubwürdig verhalten und er denken, ich hätte nichts dagegen oder es gefiele mir sogar. Daher beim kleinsten Versuch seinerseits sofort NEIN von meiner Seite.

    Damit meinte ich eher, wenn du nochmal in so eine Situation kommen solltest, nicht mit der gleichen Person. Aber auch so wird dir der nächste Schritt sicher leichter fallen, wenn er nötig wird, da du ihn ja schon vorgewarnt hast.

    Zitat

    Genau da sitzt unser Problem unter anderem. Einem Fremden meine Grenzen zu setzen fällt mir leichter, als jemanden, den ich mag, bzw. in irgendeiner Beziehung zu ihm stehe. :-/

    Ja - ich denke mal, in einem gewissen Rahmen ist das auch normal.

    Zitat

    Wie du das mit der Erziehung erwähnst, könnte auch mein Problem in meiner Kindheit/Jugendzeit zu finden sein. Ich habe da nicht wenige, eher unerfreuliche Erlebnisse gehabt, die mich wohl doch mehr geprägt haben, als ich dachte.


    Fakt ist aber, dass man manchmal ungern einen Korb gibt, weil man sich vor der Reaktion fürchtet oder dem, was diese Entscheidung mit dem Gegenüber macht. Dabei laden wir uns das dann auch noch auf, statt es dort zu lassen, wo es hingehört. Beim anderen. Denn nur diese Person kann und muss damit umgehen.

    Ja, richtig :)z Und letztendlich nimmt man ja mit der Entscheidung, jemandem Avancen zu machen auch dieses Risiko, mehr oder weniger bewusst, auf sich.

    NotMichaelCaine

    Zitat

    Und auch kein Interesse in der Richtung? Ungewöhnliche Erfahrungen finden eigentlich immer Interessierte, oder nicht? Wenn ich während des Studium aufgeschnappt habe, dass jemand spezielle Erfahrungen z.B. im Ausland gemacht hat war ich immer sehr interessiert da mehr darüber zu erfahren. Manchmal ist das Interesse dann nach einer halben Stunde plaudern wieder verflogen ;-) - aber Interessierte Leute fanden sich bei "Exoten" eigentlich immer. Schon bei der eher schon wenig exotischen Erfahrung Erasmus, die ich gemacht habe fanden sich viele die Interesse an meinen Erfahrungen hatten.

    Naja, ich studiere jetzt seit drei Semestern mit so ziemlich den gleichen Leuten. Diejenigen, die das interessiert, haben mich dazu schon gefragt, was sie wissen wollen.


    Und ehrlich gesagt stelle ich mir das auch etwas merkwürdig und gekünstelt vor: mein Dozent und meine (von mir eingeladenen) Kommilitonen sitzen im Halbkreis um mich herum und lauschen meinen Berichten. Im Anschluss dürfen Fragen gestellt werden.


    Ich nehme mal an, so hast du es nicht gemeint ;-D Aber in dieser speziellen Situtation kann ich mir einfach nicht vorstellen, wie das gehen soll, ohne dass es entweder nach Selbstdarstellung (ich schaffe mir ein größeres Publikum) oder Ängstlichkeit (ich will mit ihm nicht alleine sein) aussieht.


    Ansonsten, wie gesagt, generell eine gute Idee.

    Inday

    Zitat

    Damit meinte ich eher, wenn du nochmal in so eine Situation kommen solltest, nicht mit der gleichen Person.

    Das habe ich auch so aufgefasst.

    Zitat

    Ja - ich denke mal, in einem gewissen Rahmen ist das auch normal.

    Das steht außer Frage. Dennoch darf und sollte man bei Menschen, die man mag, da keine Ausnahme machen. Die Wahrheit und sei es ein Korb, muss trotzdem raus.

    Zitat

    Ich sehe da nichts Verfängliches dabei.

    Ist es eigentlich auch nicht, aber es wird vom verliebten Part bzw. dem, der mehr will, gerne nachträglich als Versprechen und Zusage zu mehr gedreht. Das man aber nicht mehr möchte, wird dann als bösartiger, illegitimer Akt gewertet. Ich kann gut verstehen, dass man sich sowas nicht umbedingt antun möchte und lieber auf Nummer sicher geht und so eine vermeintlich harmlos daherkommende Anfrage lieber gleich abwürgt.

    Zitat

    Ist es eigentlich auch nicht, aber es wird vom verliebten Part bzw. dem, der mehr will, gerne nachträglich als Versprechen und Zusage zu mehr gedreht. Das man aber nicht mehr möchte, wird dann als bösartiger, illegitimer Akt gewertet. Ich kann gut verstehen, dass man sich sowas nicht umbedingt antun möchte und lieber auf Nummer sicher geht und so eine vermeintlich harmlos daherkommende Anfrage lieber gleich abwürgt.

    :)^ Das hast du sehr gut beschrieben.


    Wie gesagt, ich kann nicht ausschließen, dass das alles ganz unverfänglich ist. Ich will eben nur auf die Möglichkeit vorbereitet sein, dass es anders ist, weil ich da generell ein bisschen Probleme habe.


    Mein Dozent war nun auch mehr der Auslöser meines Threads und nicht das beste Beispiel.