und noch zu einer Passage

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    Die Frage die ich mir Stelle: bin ich ein Einzelfall? Stell nur ich die Beziehung über Job und Freizeit? Ist es einfach heutzutage so üblich, das jeder in einer Beziehung das macht was er will, ohne Rücksicht wie es dem Partner damit geht? Das ist in meinem uAgen Anarchie und nicht Liebe, denn Liebe bedeutet Altroismus, und das ist zumindest in meinem Umfeld nicht zu entdecken.

    merkt man nicht wie verdreht das ist? Lieber TE, dann sei doch so altruistisch und gönn ihr ihren Spaß!


    Es klingt nach "bitte Gerechtigkeit für alle, aber was gerecht ist, wird nach meinen Maßstäben festgelegt".


    Ich schreib hier auch durchaus aus eigener Erfahrung, ich hatte mal so ähnliche Situationen. Letztlich muss ich sagen, dass das, was man selber ist, nichts anderes als einengend und klammernd, basierend auf eigener Schwäche und Verletzlichkeit. Man selber hat Ängste Probleme, aber der Partner muss sie ausbaden. Ist zwar kein so tolles Gefühl sich das einzugestehen, aber letztlich isses halt so.


    Du drehst die Schraube sogar noch weiter - Du machst nicht sie, sondern "das System" bzw "die Gesellschaft" verantwortlich. Aber Du hast natürlich keine Schuld.. das liegt immer an den anderen.


    Wobei es natürlich sein kann, dass Du an zwei sehr egoistische Damen nacheinander geraten bist. Aber dann sollte man ebenfalls nicht Opfer sein und jammern, sondern sich trennen.

    Ich finde den Faden hier höchst spannend. Ich hoffe er gleitet nicht zu sehr in Nebengespräche ab. ;-)


    Bislang kennen wir alles nur aus der Perspektive/Wahrnehmung des TE. In seinen Beschreibungen bzw. zwischen den Zeilen, lese ich eine Grundhaltung, die ich zwar nachvollziehen kann, persönlich aber so nicht vertrete, weil ich sie schlicht für ungut befinde. Es hat mit den Bildern zu tun, die der TE bzgl. Beziehung und Partnerschaft im Kopf hat.


    So, wie sie in den Kopf gekommen sind, sind sie theoretisch auch veränderbar. Lieber TE, wo ist deine "Anpassungsleistung"?


    Welche Kompromisse gehst DU bei der ganzen Sache ein? Wie und wo verständigt ihr euch auf Augenhöhe über Veränderungen?


    Kann es sein, dass du hier deine Felle davonschwimmen siehst? Wenn sie so wenig emotional auf deine Bedürfnisse eingeht, wie nahe seid ihr euch noch wirklich? Mir drängt sich da ein Verdacht auf, den du selbst längst spürst. Allerdings bringt die Art und Weise, wie du damit umgehst, umgehen kannst, denn dabei geht es um "Fähigkeiten", (noch) keine Lösung herbei.


    Wenn das Kind nicht schon längst in den Brunnen gefallen ist, würde ich dir folgendes, was ich mal bewusst "flapsig" formulieren will, raten:


    Mach dich locker! Lass deine Freundin mal gedanklich komplett von der Leine. Wenn du sie behalten willst, dann musst du ihr Freiheit geben. Freiheit, die ihr die Möglichkeit gibt, auch Erfahrungen zu machen, die du dir nicht vorstellen willst. Die ihr aber die Möglichkeit gibt, zu sehen, was sie an dir hat, was andere nicht haben.


    Und wenn die böse Welt dafür sorgt, dass sie mit einem anderen im Bett landet - so what? Sex macht Spaß. Sex immer nur mit dem gleichen Menschen ist ein konstruierter Besitzanspruch, mit der sexuellen Natur des Menschen hat das nichts zu tun!


    Monogamie ist eine Erfindung der Neuzeit. Dass sie für viele Menschen keine befriedigende Beziehungsform bietet, steht auch hier als Aspekt im Raum.


    Wenn deine Vorstellungen von Beziehung und Partnerschaft nicht mehr genügend Schnittmenge mit den Vorstellungen deiner Partnerin haben und sich mittel- bis langfristig nicht wieder herstellen lässt, dann stehe dazu und ziehe für dich die Konsequenzen - ohne daraus eine moralische Mördergrube zu machen.

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    Wenn mir als Mann bewusst ist, was der Körper, die Umarmung einer Frau bewirken kann, wenn man in einer der Salsabars zu Bachata mit engem Körperschluss tanzt, dann habe ich die Wahl. Entweder ich lasse mich darauf ein und gehe das Risiko ein, einen Fehler zu begehen, oder ich erzeuge erst gar nicht so eine Situation.

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    Und jetzt plötzlich möchte sie eine wie sie es nennt "repräsentative Wohnung" und ein BMW wär halt schon nett. Emanzipiert war sie schon zuvor, aber des Arbeitsumfeld treibt es in eine Richtung die ich nicht nachvollziehen kann und mit der ich auch nie gerechnet hätte.

    Da kommen ja immer mehr Dinge hinzu. Ich zähle mal auf:


    - sie verbringt zu viel Zeit im Job (was ich im Berufseinstieg und zu Prüfungszeiten normal finde)


    - sie verbringt zu viel Zeit mit Kollegen (jede Woche mit denen noch ausgehen fände ich auch bisschen hart, da es Paarzeit raubt)


    - sie geht freiwillig tanzen und setzt sich damit sexuellen Verlockungen aus (also meine Frau schicke ich immer allein zum Salsa-Abend, weil ich tanzen nicht abkann - sie ist ein erwachsener Mensch und kann Grenzen setzen)


    - sie hat Lust auf einen gewissen gesellschaftlichen und beruflichen Status (Antrieb finde ich nicht zwingend verkehrt, solange auch genug Antrieb für die wirklich wichtigen Dinge im Leben besteht)


    - sie ist eigentlich eine ganz liebe, aber durch die schlimme Umgebung wird sie verdorben (hmmmm).


    Was stört dich eigentlich am meisten an diesen Dingen? Ich sehe so extrem viel Misstrauen in dir, aber gewinne auch langsam so den Eindruck, dass dich vor allem ihre Selbständigkeit stört. Hattest du in ihrer Studienzeit mehr Kontrolle, die du jetzt zusehends (genauso wie Einfluss) verlierst? Glaubst du, dass nur du ihr den richtigen Weg aufzeigen kannst und dass sie jemanden wie dich braucht? Oder glaubst du, dass sie ihren Weg auch schon selbst findet? So richtig vertrauen tust du ihr offensichtlich nicht. Und so Bemerkungen wie das "Ich hoffe, dass es dein Ego aushält...", denen scheinen ja schon einige Auseinandersetzungen vorausgegangen zu sein.


    Du erinnerst mich an einen anderen User hier. Der hatte hier in einem ähnlichen Stimmungsbild immer mit einer unterdrückten Wut davon berichtet, dass sich seine Freundin für das Büro doch tatsächlich schick anzieht. Und dabei auch immer so die Meinung vermittelt, als wiche seine Freundin von dem "richtigen Pfad" ab (nämlich seinem).


    Kleiner Tipp "von Nerd zu Nerd": du kannst das alles als Krise deuten. Du kannst aber auch offen werden und dich mit den Impulsen deiner Freundin neutral auseinandersetzen und vielleicht auch die eine oder andere Anregung annehmen, die für euren gemeinsamen Weg wertvoll ist. Vielleicht findest du ja auch mal Gefallen an einer schicken Wohnung oder hast Lust, dich beruflich weiterzuentwickeln. Lebensmuster verändern sich, und das ist auch gut so.

    Je länger ich über Deinen Beitrag nachdenke, desto heftiger kommen in mir eigene längst vergessene Emotionen und Gedanken zurück. Es gab eine ähnliche Situation in meinem Leben wie sie bei euch gerade entstanden ist.


    Gleicher Altersabstand, ich (22)ein Studium beendet. Er seit Jahren in einem gestandenen Beruf tätig. Ich 18, noch Studentin als wir uns trafen, Wochenendbeziehung, sehr romantische und glückliche Zeiten bis ....


    Nach ein paar Jahren gab es drei Kinder, ein Haus und ein jugendlicher Teenager der zur reifen Frau heran gewachsen war.Während die Ansprüche meines damaligen Partners irgendwie dieselben geblieben sind, während meine sich verändert haben. Im Temperament waren wir immer sehr unterschiedlich. In den ersten Jahren der starken Verliebtheit war das kein Problem, sondern eher ein Impuls der ihn angetrieben hat, lebendiger zu werden als er vorher war.


    Nur haben gewisse charakterliche Eigenheiten die Angewohnheit sich nicht mehr sehr stark zu verändern, es sei denn man möchte dies aktiv selbst neu umprogrammieren. Mit dem Schulteralter der Kinder, wollte ich auch wieder gesellschaftlich aktiv am Leben teilnehmen, womti mein Partner starke Anpassungsschwierigenkeiten hatte. Es gab darum wiederholt heftige Diskussionen und dabei stirbt die Liebe langsam oder sie verändert sich so, dass die gemeinsamen Bindungen/Ziele nicht mehr gegeben sind.


    Deswegen mein Rat, findet jetzt raus wieviel ihr noch gemeinsam leben könnt. Ich kann gut nachvollziehen, wenn man ein Studium über lange lange Jahre ernsthaft verfolgt hat, dass man irgendwann das Gefühl hat sich im Leben noch nicht genug erprobt zu haben. Sie holt nun einen Teil ihrer Jugend nach, bevor der Berufsalltag beginnt und sich neue Prioritäten heraus bilden.


    Bei euch beiden stellt sich die Frage wer sich am meisten anpassen oder vielleicht sogar ein Stück weit verbiegen müsste damit es als Paar passt. Mir scheint, Du bist jemand der viel Sicherheit und Berechenbarkeit in der Beziehung braucht. Vielleicht auch eher der Nähetyp ist, während Deine Freundin gern mal mit anderen Menschen neue Erfahrungen teilt an denen Du nicht in ihren Augen nicht zwingend ständig teilhaben musst.


    Wenn Du beschreibst, dass ihr zurückliegend viele Dinge im Doppelpack gemacht habt, in der wenigen Paarzeit neben dem Studium und Deinem Job, vermittelt den Eindruck das Du diese Paardynamik gern erhalten würdest. Dem scheint sich Deine Freundin jedoch zunehmend entziehen zu wollen. Hier stellt sich die Frage, wie groß ist die Kompromissfähigkeit Deinerseits, der bereits vieles von dem gelebt hat, was sie noch nicht so umsetzen konnte.


    Unterschiedlichkeit der Charaktere kann durchaus gegenseitig befruchtend sein, so lange es als eigene Bereichrung empfunden wird. Bei uns war das über längere Phasen so, aber irgendwann ist das komplett divergiert und dann gab es kein Zurück mehr. Eifersucht und Misstrauen wird irgendwann zum Indikator der nicht mehr gemeinsamen Gefühlslage, und dann setzen die gegenseitigen Verletzungen ein, die alles was man sich zusammen aufgebaut hat zunehmend ins Wanken bringt.


    Redet Klartext miteinander und schaut an welcher Stelle sinnvolle paarfestigende Kompromisse möglich sind und an welche Grenze individuelle Ansprüche eurer Beziehung und das Leben selbst bestehen. Manchmal muss man auch schmerzlich erkennen, dass Liebe allein nicht ausreicht den Weg gemeinsam weiter zu gehen. :)_

    Hab im Moment nicht viel Zeit, aber auf einen Kommentar möchte ich gleich eingehen:


    (Der Rest kommt später :-) )


    rr2017

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    Du gibst reichliche reale Daten von ihr Preis. Alter, Name, was sie beruflich macht, und auch eine relativ genaue Beschreibung ihrer konkreten Firmensituation

    Ich dacht nicht, dass man es in einem öffentlichen Forum extra erwähnen muss aber glaubt hier wirklich jemand, dass Alter, Namen, Beruf, etc. der Protagonisten der Wahrheit entsprechen? Vielleicht ist sie 28 oder 34, hört auf Miriam und arbeitet als Ärztin oder ... überleg dir einfach was, es ist irrelevat solange die Prozesse dahinter die ähnlichen sind. Selbstverständlich gibt es einen gemeinsamen roten Faden, sonst wäre das hier nichts weiter als eine sinnlose Fingerübung für alle Beteiligten, aber halte mich bitte nicht für so unüberlegt.


    Mein Ziel ist es nicht über jemanden zu urteilen, in ein schlechtes Licht rücken, Mitleid zu bekommen oder etwas dergleichen. Das könnte ich in meinem Umfeld viel leichter haben. Mir geht es in erster Linie um Reflexion. Alles was mir hier an den Kopf geworfen wird hat irgendwo seine Berechtigung und ich versuche das Beste daraus zu machen.

    wobei - sogar das war wieder selbstgerecht. Dass diese Dinge nicht wahr sind, konnte man ja nicht wissen. Aus der Kritik drehst Du mir einen Vorwurf - "denkst Du etwa, ich wäre so unüberlegt"..


    Fehler haben immer nur die anderen (oder "das System/die Gesellschaft").


    Naja, ich wiederhole mich. Ist ja auch nur ein vager Eindruck. Genug davon.

    @ rr2017

    Punkt für dich. Ja du hast Recht, ich hätte es im Erstpost dazu schhreiben müssen, wäre intelligenter gewesen... sorry dafür.

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    ich akzeptiere dass Du Dein Leben lebst so wie Du es willst, ich will Dich da zu nix drängen, aber ich bin dann nicht mehr mit von der Partie, ich gehe.

    Hm. Eigentlich wollte ich genau das ausdrücken, aber da habe ich anscheinend über das Ziel hinausgeschossen. Es sollte keinesfalls wie ein "emotionalen Erpressungsversuch" rüberkommen. Hier fehlt mir anscheinend eine entsprechende Distanz um es entsprechend zu formulieren... wobei das leider nicht nur hier (anscheinend) ein Problem ist, sondern generell. In vielen Situationen (auch beruflich) bin ich in manchen Situationen so drinn, dass ich mir im Nachinein denke man hätte es besser lösen können, wenn man sich emotionaler ein bisschen herausgenommen hätte und klarer gesehen. Aber das ist ja wieder ein guter Punkt an dem man arbeiten kann.

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    Lieber TE, dann sei doch so altruistisch und gönn ihr ihren Spaß!

    Wo zieht man die Grenzen. Einfach alles zu lassen? Gut, sie geht und hat mit ihren Kollegen Spaß. Mach ich dann auch so, warum denn nicht. Dann hat jeder mit sich und anderen Spaß, nur inwiefern hilft das einer Beziehung? Dann kann ich gleich darauf verzichten und mein Ding machen, das wäre wenigstens ehrlich.

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    Es klingt nach "bitte Gerechtigkeit für alle, aber was gerecht ist, wird nach meinen Maßstäben festgelegt".

    Fast. Allerdings waren es die ersten Jahre unsere Maßstäbe, nicht meine. Und daher irritiert es eben, wenn sie einseitig anders gesetzt weren. Allerdings ... vielleicht bin ich da auch einem Trugschluss auferlegen.... das muss ich noch auf mich wirken lassen.

    @ Evoluzzer

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    Lieber TE, wo ist deine "Anpassungsleistung"?

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    In diesem Punkt? Da gehts um Prinzipien, dem entsprechend muss ich hier leider passen. generell unterstützt man sich allen Lebensbereichen aber es gibt leider auch Themen, da wirds keinen Kompomiss geben. Zum Beispiel Familienplanung: halbe Kinder gibts nicht, entweder ganz oder gar nicht. Und dann die Konsquenz draus ziehen.

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    wie nahe seid ihr euch noch wirklich?

    Da hast du glaube ich einen guten Punkt getroffen, es fühlt sich ziemlich wechselhaft an. Es gibt Zeiten da ist sie so in der Materie "gefangen", da komm ich mir wie eine Notiv am Rand vor, einfach unnötig wenn nicht sogar störend. Und dann gibt es Zeiten da besinnt sie sich auf uns und es ist alles viel intimer, wärmer ... nicht so kalt und berechenbar. SO wie ich es einschätze haben wir doch schon einiges an Distanz zu einander aufgebaut.

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    Und wenn die böse Welt dafür sorgt, dass sie mit einem anderen im Bett landet - so what? Sex macht Spaß. Sex immer nur mit dem gleichen Menschen ist ein konstruierter Besitzanspruch, mit der sexuellen Natur des Menschen hat das nichts zu tun!

    Wäre ich der Typ für offene Beziehungen (oder wie man das nennen möchte) hätte ich das Problem nicht. Und nein, ein solcher Lebenswandel ist für mich keine Option. Kann jeder halten wie er möchte, ich werte es nicht, aber für mich ist das nichts. Und wenn diese Werte jetzt in der Beziehung einer Wandlung unterliegen, kann es nur das Ende bedeuten. Ausserdem: ich finde meine Freundin auch nach dieser Zeit immer noch sehr anziehend und würde mir das andersherum auch wünschen. Wenn ihr nicht reicht was ich zu bieten habe, wird ja nicht besser wenn sie es sich woanders holt... also für sie vielleicht schon aber... du weisst was ich meine.

    @ Comran

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    Oder glaubst du, dass sie ihren Weg auch schon selbst findet?

    Sie geht ihren eigenen Weg seit wir uns kennen.. das war auch einer der Gründe warum sie überhaupt so interessant gewirkt hat. Aber da hat es auch noch so ausgehen, dass die Wege oder die Umstände die selben sind. Es war auch nie notwendig Kontrolle auszuüben - und es interssiert mich ehrlich gesagt auch nicht. Wenn man die selben Prinzipien vertritt ist es auch nicht notwendig, und das wäre doch das Optimum.

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    Vielleicht findest du ja auch mal Gefallen an einer schicken Wohnung oder hast Lust, dich beruflich weiterzuentwickeln.

    Natürlich ist ne schicke Wohnung auch was für mich, der Punkt der stört: man sucht sie für eine gemeinsame Zukunft, und nicht um andere Leute zu beeindrucken.

    @ DieDosismachtdasGift

    Ja da kommt einiges bekannt vor... danke für die Erfahrungen.

    Du solltest ihr überhaupt keine Regeln machen (und umgekehrt). Beziehunen basieren auf Vertrauen und nicht auf Kontrolle. Wenn sie die Beziehung innerlich bejaht (um mal nicht so kitschig "wenn sie Dich liebt" zu schreiben), wird sie von selber "das richtige tun". Wenn sie dann fremdgeht etc., dann ist das eben so, aber das lässt sich durch Regeln auch nicht verhindern - das würde nur Frust und Spannungen erzeugen. Wenn das, was sie tut, wenn sie frei tun darf, was sie will, überhaupt nicht zu dem passt, was Du gerne hättest. dann passt es eben nicht. Dazu gehört auch von ihrer Seite aus, ggf einzusehen dass es besser wäre, ein Verlangen zu unterdrücken, um Dich nicht zu verletzen (aber halt SELBER VON IHR AUS, nicht weil es eine entsprechende Regel gibt).


    Wobei man natürlich grundsätzlich Gespräche über Unzufriedenheiten führen kann. Aber man sollte sich dann nicht dran klammern sondern ggf Konsequenzen ziehen.

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    Wenn Du beschreibst, dass ihr zurückliegend viele Dinge im Doppelpack gemacht habt, in der wenigen Paarzeit neben dem Studium und Deinem Job, vermittelt den Eindruck das Du diese Paardynamik gern erhalten würdest. Dem scheint sich Deine Freundin jedoch zunehmend entziehen zu wollen.

    Naja, vielleicht ist die Paarzeit auch einfach oft zu langweilig. Man kann auch als Paar gemeinsam etwas unternehmen, wo man mit anderen Menschen in Kontakt kommt und dennoch sich immer mal wieder kurz "über den Weg" läuft. Schwierig wird es mit gemeinsamer Zeit, je weiter die Interessen auseinanderliegen.

    Als jemand der diesen Karriereweg auch gegangen ist, muss ich auch dazu schreiben:


    Ich vermute sie arbeitet in einer sogenannten Großkanzlei. Diese Kanzleien sind leider sehr vereinnahmend.


    Zu ihrer Rechtsanwaltsprüfung muss ich dich dringend bitten, lasse sie in Ruhe bis sie das geschafft hat. Das ist eine furchtbar intensive Zeit. Sex mit dem Kollegen wird das letzte sein, was sie interessieren wird. In der Vorbereitung tut einem jeden Minute leid, die man nicht mit produktivem lernen beschäftigt ist.


    Überlege bitte auch nicht, in dieser Phase eine Trennung aus gekränkter Eitelkeit durchzuziehen. Das würde ihr wahrscheinlich die Prüfung kosten und beim zweiten Mal ist das viel schwerer. Wenn sie es geschafft hat, könnt ihr immer noch an eurer Beziehung arbeiten. Jetzt braucht sie deine Unterstützung und dein Verständnis, sonst ist die Sache nicht zu schaffen.

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    Ist das üblich, dass man in Österreich mit über 30 erst mit der Anwaltsausbildung fertig ist? Oder hat sie ihr bisheriges Leben völlig anders verplant und ist jetzt eine Spätberufene, die es zudem (erst) jetzt so richtig krachen lassen will, weil sie das in ihrer "Jugend" versäumt hat?


    So wirkt das jedenfalls auf mich. Ich hätte keinen Bock auf einen Partner, der sich jeden Freitag erst mal besäuft, bevor er nach Hause kommt, und es wär mir piepegal ob er das mit Frauen oder Männern macht. Fürs Lernen sucht sie sich ausgerechnet einen männlichen Kollegen aus und drückt dir dazu einen Spruch rein - will sie dich vielleicht provozieren? Und dazu noch eine 60-Stunden-Woche, und Urlaube verbringt man ebenfalls mit der "Firma"? Nee danke, für mich wär das nichts - bei so einer Firma würde ich nicht arbeiten wollen, weil ich was von meiner Privatsphäre halte, und zu mir passt auch nur ein Partner, der das ebenso sieht.

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    Überlege bitte auch nicht, in dieser Phase eine Trennung aus gekränkter Eitelkeit durchzuziehen. Das würde ihr wahrscheinlich die Prüfung kosten und beim zweiten Mal ist das viel schwerer.

    Wieso soll er Rücksicht auf sie nehmen, sie nimmt doch auch keine auf ihn. Sie sagt ja nicht "Das ist scheiße, aber da muss ich jetzt durch, sonst schaff ich das alles nicht", sondern sie sagt dass sie das genauso will wie es ist und er sich gefälligst nicht so anstellen soll. Wenn es ihm reicht, kann er sich ruhig trennen, sie kommt ja scheints alleine ganz gut klar.

    30ig Jahre ist glaub ich ungefähr das Durchschnittsalter mit dem zu dieser Prüfung angetreten wird.


    So leicht ist die Suche nach einem Prüfungspartner nicht. Es muss jemand sein, der zum selben Termin antreten will und dann sollte man bei den organisatorischen Dingen auch auf einer Wellenlänge sein (wieviel Paukerstunden, getrennt oder gemeinsam lernen, wie teilt man sich auf).


    Ich habe die Prüfung auch mit einem Mann gemacht. Wir sind nicht im Bett gelandet, seine Freundin und mein Mann hatten kein Problem. Wenn mir da mein Mann Streß gemacht hätte, hätte ich mich im falschen Film gefühlt.