Ich sehe hier drei Parteien. Die eine Partei meint, du musst alles klaglos hinnehmen, was Deiner Freundin macht - entweder weil es gerechtfertigt ist oder weil es sich nicht ändern lässt.


    Die andere Partei findet das Verhalten Deiner Freundin daneben, und es stellt sich deshalb die Frage, was Du machen kannst, um sie zur Räson zu bringen.


    Die dritte Partei, zu der ich mich zähle, sieht es differenziert. Einige Aspekte dazu :


    Zum einen die Altlast, die Du aus Deiner vorangehende Beziehung mit Dir herumschleppst. Daraus kannst Du Deiner Freundin natürlich keinen Vorwurf machen.


    Außerdem sehe ich die Frechheit und die Unverschämtheit, mit der Deine Freundin Dir auf der Nase herumtanzt. Nur weil es nicht einfach ist, sie davon abzuhalten, musst Du es nicht gut finden.


    Außerdem geht es in der Firma Deiner Freundin nicht besonders professionell zu. Angesichts Deiner eher persönlich motivierten Fragestellung wäre es sicherlich ein unangemessener Ansatz, sich durch gesellschaftspolitische Initiative für mehr Professionalität am Arbeitsplatz einzusetzen.


    Aber auch hier ändert die Tatsache, dass es sich nicht so leicht ändern lässt, nichts daran, dass ich es für legitim halten, den Mangel an Professionalität festzustellen.


    Im persönlichen Bereich könntest Du durchaus darüber nachdenken, ob Du "Markus" nicht eventuell persönlich auf Deine Vorstellungen von professioneller Prüfungsvorbereitung hinweist.


    Den aktuell wichtigen Aspekt sehe ich darin, dass es jetzt in der Phase der Prüfungsvorberreitung klug wäre, Deine Interessen hinten an zu stellen und sie zu unterstützen.


    Nur hintenanstellen heißt nicht vergessen. Also, vielleicht kannst Du ihr schon heute sagen, was auf sie zukommt, wenn es vorbei ist.

    Zitat

    fühle ich mich verarscht, wenn User aus Deinem Meinungsspektrum hier so tun, als kämen solche Gedanken ausschließlich aus der "ungesunden" oder gar kranken Fantasie des Mannes.

    Moment. Ich kann durchaus differenzieren zwischen dem, was sie tut, und was der TE verallgemeinert. Wenn jemand Tanzabende und Skiurlaube als Sündenpfuhl betrachtet und sie dort nicht sehen will, dann finde ich das schon ungesund ("krank" hast du gesagt, nicht ich). Ich habe es ja versucht, die Konsequenzen aus dieser Denkweise darzustellen. Nämlich dass der TE seiner Partnerin konsequenterweise alles verbieten müsste, was mit Ausgelassenheit und ohne ihn stattfinden würde. Und ich habe gerade in meinem letzten Beitrag nochmal deutlich gebeten, dies zu differenzieren, wenn er mit seiner Freundin darüber spricht: nämlich dass auf der einen Seite zu viel Energie in den Job gesteckt wird, auf der anderen Seite aber mal Tanzen gehen oder 3 Tage mit den Kollegen ein Aktivwochenende zu verbringen weder ein Beinbruch sind noch automatisch das Vorspiel für eine Trennung.


    Überhaupt scheint er vor einer Trennung nicht so viel Angst zu haben wie vor einem Skiurlaub, sonst hätte er die Trennung nicht ins Spiel gebracht.


    Findest du das in Ordnung? OK, dann haben wir tatsächlich ein anderes Meinungsspektrum. Aber ich werde meins weiter äußern. Und dazu gehört, dass ich Angst vor Tanzabenden und Skiurlauben als erotischen Appetizer tatsächlich für ziemlich weltfremd halte.

    Also allein schon wenn man als Fazit der Gedankenkette zu der Aussage kommt "was kann ich tun um sie zur Räson zu bringen" läuft m.M. nach was schief. Man kann Wünsche äussern und sich freuen wenn sie erfüllt werden und sich überlegen wie man damit umgeht wenn sie nicht erfüllt werden, aber man kann doch nicht jemanden dressieren und umerziehen? Komm mir grad vor wie im falschen Film wenn ich das lese.

    Zitat

    Im persönlichen Bereich könntest Du durchaus darüber nachdenken, ob Du "Markus" nicht eventuell persönlich auf Deine Vorstellungen von professioneller Prüfungsvorbereitung hinweist.

    Wenn er sich zum Affen machen will, dann ist das eine gute Idee. Der Helikopterpapa erklärt dem Schulfreund der Tochter, dass natürlich nur die Hausaufgaben gemacht werden, sonst nichts! Und die Zimmertür bleibt offen! ;-D

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    Also allein schon wenn man als Fazit der Gedankenkette zu der Aussage kommt "was kann ich tun um sie zur Räson zu bringen" läuft m.M. nach was schief. Man kann Wünsche äussern und sich freuen wenn sie erfüllt werden und sich überlegen wie man damit umgeht wenn sie nicht erfüllt werden, aber man kann doch nicht jemanden dressieren und umerziehen? Komm mir grad vor wie im falschen Film wenn ich das lese.

    GENAU so geht's mir auch... ":/


    Bin mehr als ungläubig befremdet, wenn ich lese dass es in den Augen mancher geradezu "einklagbare" Auflagen bzgl. bestimmten Verhaltens in einer Paarbeziehung gibt.


    Sollte man dagegen verstoßen wird man gemaßregelt wie ein Kind? :-X


    Eine Paarbeziehung begründet sich in meinen Augen allem auf Freiwilligkeit. Eine Beziehung in der bestimmte Verhalten verboten wird, ist für mich nicht auf Liebe und Vertrauen basiert und somit kaum ein tragfähiges Konzept für ein gemeinsames Leben.

    Zitat

    Eine Paarbeziehung begründet sich in meinen Augen allem auf Freiwilligkeit.

    Naja, in bestimmten Kulturkreisen ist das eben halt nicht so. Man bekommt hier auch einen klaren Einblick, woran das liegt, und der ist ziemlich abschreckend.


    Ich finds wirklich ekelhaft wenn Leute andere Leute derart manipulieren und damit letztlich emotional missbrauchen, nur weil sie selber so ängstlich sind. Angst dürfte die starke Macht hinter alledem sein.


    Und wer so tickt sollte sich ernsthaft fragen, ob er sich selber überhaupt einen Gefallen tut mit so einem Verhalten oder nicht doch eher selber dadurch klein und unsouverän wird/bleibt.

    @ Comran

    Nur mal vorweg zur Erklärung, wie ich das mit dem Meinungsspektrum meinte: Ich verorte rr2017 und Dich in demselben Meinungsspektum, weil Ihr ausschließlich den TE kritisiert und die Freundin rechtfertigt, bzw. alles andere für "weltfremd" o.ä. haltet.


    Dennoch sehe ich die Unterschiedlichkeit Eurer Meinungen.


    Du meintest, das Misstrauen gegenüber dem Skiurlaub sei ungesund gewesen. rr2017 hatte von krankhafter Eifersucht gesprochen.


    Das ist nur ein Beispiel dafür, dass Deine Meinung deutlich moderater ist als die von rr2017.


    Ich hoffe, damit ist klar geworden, wie ich zwischen einer Meinung und einem Meinungsspektrum unterscheide.