Alias

    Diese Unfriedenheit und diesen Zwiespalt konnte ich schon bei etlichen meiner Freunde, innerhalb der Familie und bei mir selbst erleben. In keinem einzigen Fall endeten die Affären glücklich.


    Auch eine meiner jüngeren Schwestern verliebte sich einst in einen anderen Mann und ging eine monatelange Affäre mit ihm ein, die in einer doppelten Familientragödie endete und fast allen Beteiligten die Notwendigkeit einer Psychotherapie einbrachte. Mein Schwager trennte sich schließlich von meiner Schwester und den vier Kindern. Der Nebenbuhler, ebenfalls verheiratet mit zwei kleinen Kindern, wollte plötzlich nichts mehr von meiner Schwester wissen, nachdem seine Frau hinter die Geschichte gekommen war und vollkommen den Boden verlor. Im Ergebnis ist meine heute fast 56 Jahre alte Schwester eine einsame, neidische und sehr verbitterte Frau, der längst auch ihre erwachsenen Kinder aus dem Weg gehen.


    In meinem Fall war es mein Mann, der sich anno 1996 eine Freundin zugelegt hatte. Bei allen Lügen, tagtäglichen Gemeinheiten und auch Gewalt robbte ich auf dem Zahnfleisch. Ich war damals so fertig wie noch nie in meinem Leben. Die Krise dauerte über drei Jahre. Wir begaben uns in eine Paartherapie, und wir beide gingen getrennt in eine Psychotherapie. Wir haben es dank harter Arbeit an unser Partnerschaft und an jeweils an uns selber geschafft - obwohl wir kinderlos waren. Demnächst feiern wir unseren 30. Hochzeitstag. Damit will ich sagen, dass auch eine Neuordnung der Partnerschaft funktionieren kann. Es liegt nämlich immer an beiden, wenn's nicht rund läuft.


    Denk' bitte darüber nach!

    @ kleio

    Huhu...


    Ich glaube nicht, dass es der Fragerin um "Statussymbole" geht...es geht um das gewohnte Umfeld der Kinder. Dass die Normalität mit beiden Elternteilen erhalten bleibt, die Kinder nicht herausgerissen werden. Und auch wenn der Mann vielleicht kein perfekter Partner ist, vielleicht ist er aber für die Kinder der Fadenstellerin ein guter Vater, der im Falle einer Trennung zeitweilig wegfallen würde?


    LG

    @ Fara

    Zitat

    Wenn man Kinder hat, muss man abwägen, ist der mütterliche Leidensdruck so groß, um das in Kauf zu nehmen?

    Das ist genau der Punkt. (U.A. deswegen wollte ich nie Kinder und bin auch vollkommen zufrieden mit dem Leben das ich so führe.) Es kann natürlich schwierig sein, da den richtigen Punkt zu erwischen. Eine Freundin von mir zB hat mE zu lange gewartet, aber das war auch so ein "mittelschwerer" Fall: Der Mann hat sie nicht geschlagen oder rumgebrüllt, er war einfach ein komplett liebloser Mensch. Meinungsverschiedenheiten gabs auch, es waren aber keine fetzigen Streitereien. Wenn es sozusagen keine plakativen Vorfälle gibt, scheint man den Punkt des Absprungs irgendwie nicht zu sehen.

    Zitat

    mir ist es wichtig, dass ich andere Wege gefunden habe und WENN irgendwann die Luft völlig raus ist, zu wissen ich kann es als Frau auch alleine packen und bin weder finanziell abhängig, noch überfordert in einem Alltag ohne Partner.

    Das fände ich sehr beruhigend und stärkend.

    @ cote

    Genau so ist es. Es ist ein beruhigender und stärkender Gedanke.


    Schlimm / schwierig finde ich wenn es nicht so ist.. .


    Es ist ja leider(!) nicht selten, dass die Frauen nach einer Trennung zum Sozialfall werden und die Kinder zwangsläufig auch...oder Frauen die alleine mit den Kindern/ Haushalt/ Job total überfordert sind...


    Dann ist der Trennungsgedanke noch abwegiger.


    Allerdings geht es um Gewalt oder Psychoterror, dann lieber Sozialfall als das andere.


    LG

    ich finde sex mit meinem mann sehr langweilig und habe meistens keine lust dazu. es erregt mich nicht mehr, ich kenne ihn auswendig. trotzdem habe ich gemerkt, dass es mir mehr darum geht, von jemandem aufmerksamkeit und zuwendung zu bekommen.

    @ alias

    Hm, also fehlende Aufmerksamkeit kann man ja auch durch flirten bekommen...Bestätigung auch. Da braucht es ja noch keine Affäre. ;-)


    Was ist dein Mann für ein Typ in Schlafzimmerdingen? Wie wäre es, wenn du vielleicht in ein wenig anstupst? Vielleicht mal Sex in aufregenden Sachen/Dessous? Toys?


    Dirty Talking?


    Die meisten Männern freuen sich, wenn Frau mehr/ neuen Sex möchte...


    Und nur am Rande: Irgendwann kennt man jeden "Kerl" in und auswendig...


    Das kann aber auch Vertautheit und Sicherheit geben...nicht den Bauch einziehen müssen, überlegen ob der Neue die Cellulitis bemerkt usw... ;-D


    LG

    Zitat

    Wenn man genau hinschaut, sind es meist die Frauen die mit den Kids ausziehen. Warum? Meist ist der Mann Hauptverdiener und kann sich nach der Trennung das Familuendomizil noch leisten.

    Warum? Weil viele Frauen zu unterwürfig sind?

    Zitat

    Ich meine, es kann ja nicht sein, dass es nur die flirtenden Blicke eines Mannes sind, oder doch?

    Das sollte ja auch nicht unbedingt ein Problem sein- ich flirte heute nach über 30 jahren immer noch- aber mit meiner Frau... ;-)

    Zitat

    Was hat denn die Tatsache des Verdienstes mit Unterwürfigkeit zu tun

    Zum Teil mangelndes Bemühen um bessere Bezahlung, es wird abgewartet, dass mal mehr bezahlt wird, anstatt sich aktiv darum zu bemühen, weil man "Angst" vorm Chef hat.

    @ sensibelman

    Manchmal glaube ich, du bist nicht von dieser Welt... ;-D Nix für ungut.


    Also, mein Kommentar zur geringeren Bezahlung von berufstätigen Frauen mit Kindern bezieht sich primär darauf, dass Mütter meist- wegen der Kinderbetreuung- nicht Vollzeit arbeiten ( können).

    Zitat

    Zum Teil mangelndes Bemühen um bessere Bezahlung, es wird abgewartet, dass mal mehr bezahlt wird, anstatt sich aktiv darum zu bemühen, weil man "Angst" vorm Chef hat

    Das ist doch wohl ein Scherz, oder?

    Alias

    Zitat

    es erregt mich nicht mehr, ich kenne ihn auswendig.

    Nun, dass man den Partner irgendwann "auswendig" kennt, ist in langjährigen Beziehungen vollkommen normal. Das hat aber mit Liebe und Zusammengehörigkeitsgefühl nichts zu tun.

    @ Monsti

    Da hast du recht.


    Aber vielleicht meint sie es so: Der Sex läuft immer gleich ab, sie weiß was er dabei tut/wie er es tut...vielleicht tut er es lustlos ? Vielleicht empfindet er ähnlich? Das wissen wir ja nicht.


    Aber wenn beide es zzz finden, dann ist klar dass keine Lust da ist...

    Zitat

    Also, mein Kommentar zur geringeren Bezahlung von berufstätigen Frauen mit Kindern bezieht sich primär darauf, dass Mütter meist- wegen der Kinderbetreuung- nicht Vollzeit arbeiten ( können).

    Wenn sie das mit ihren Männern so ausmachen (in Unterwürfigkeit?) dann ist das deren Sache- da kann Frau doch nicht jedesmal externe Gründe für verantwortlich machen. Und wenn sie sich einen Beruf wählt, der schlecht bezahlt ist, dann liegt das auch zu erheblichen Anteilen an der Entscheidung der Frau. Männer können auch Kinder betreuen und Frauen müssen keine geringere Bezahlung bekommen. Wenn eine Frau sich darum bemüht, bekommt sie in der Regel dasselbe bezahlt, in vielen Berufsgruppen ist das so, dass Mann und Frau für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn erhalten. Frau muss auch nicht die Wäsche waschen, Windeln wechseln, Essenkochen und den Haushalt schmeißen. Das kann alles auch ein Mann bei Bedarf.

    Zitat

    Manchmal glaube ich, du bist nicht von dieser Welt..

    Ich mache nur sehr vieles anders als viele andere Menschen. Auf Traditionen oder wie andere Menschen Dinge tun, ist mir pupsegal, ich tue Dinge, die ich für sinnvoll und richtig erachte und nicht wie oder weil sie andere Menschen auch so tun.


    Meine Frau arbeitet genauso wie ich in Vollzeit, als unsere Kinder noch im Kindergarten waren, hatten wir uns abgewechselt.


    Als ich Kind war, musste meine Mutter auch Vollzeit arbeiten- ich war im Hort. Mit Beginn der 5. Klasse war ich bis zum späten


    Nachmittag alleine zu Hause (meistens mit Freunden oder Geschwistern gespielt). Einfaches warmes Essen machte ich mir schon als Grundschüler zurecht (wenn das Schulessen mir nicht schmeckte). Und nein, ich war nicht vollkommen verwahrlost- vielmehr sehr selbstständig. Viele meiner Mitschüler und meinen Geschwistern ging es genauso. Und nein, ich wurde nicht dauernd von Mama zur Schule gebracht- da fand ich ganz alleine hin- auch in der ersten Klasse. Und nein, meine Mutter musste mich nicht wecken und versorgen- meine Mutter brachte mir vielmehr sehr früh bei, wie ich das alleine hinbekomme. Wenn mein Wecker morgens klingelte, war meine Mutter längst zur Arbeit unterwegs. Wenn meine Geschwister und ich Hunger hatten, dann machten wir uns selbst Frühstück.


    Ich halte es oft für eine Ausrede (oft von Hubschraubermüttern), dass sie wegen Kinderbetreuung Halbzeit arbeiten müssen. Richtig ist vielmehr, dass die Frau das meistens so will. Für die Männerwahl ist Frau heute auch höchstselbst verantwortlich.


    Wie Kinder heute gepäppelt und verwöhnt werden, halte ich es nicht für besonders verwunderlich, dass sie im späteren Leben schon bei kleinen Problemen die große Krise bekommen- sie lernen oft weder Selbstständigkeit (oder zu wenig) noch Verantwortung für sich und andere zu tragen: Verantwortlich ist fast immer Mama ... dafür wird ihnen nahezu jeder materielle Wunsch erfüllt- Erziehung zu Konsumsklaven ... (ein Drama, wenn es nicht die neuesten Klamotten, das neueste technische Gerät oder das neueste Fahrrad ist- obwohl, Fahrrad ist ja überflüssig- Mama fährt ja ...).

    @ sensibelman

    Also, ich finde es wenn du nicht alles machst wie andere.


    Allerdings finde ich manche Ansätze etwas fragwürdig... ":/


    Die eigene Sozialisation beeinflusst das natürlich stark. Wenn du ein "Schlüsselkind" ( feststellend, nicht abwertend!) warst, dann ist die Wahrscheinlichkeit grösser, dass du es bei den eigenen Kindern ok findest bzw eine andere Einstellung hast.


    Allerdings kann man sich als Frau ( und auch als Mann) nicht alles schnitzen...


    Selbst wenn ich gewollt hätte, hier auf dem Land gab es keine Betreuung für ganz kleine Kinder, keine Kita...


    Und abgesehen davon hast du ein Stück weit recht...vielleicht möchte man in den ersten Jahren das Kind gerne begleiten und aufwachsen sehen ...und dann ist man entweder beruflich ganz raus oder eben "nur" noch Teilzeit unterwegs.


    Deine Kindheit erinnert mich an die einer guten Freundin aus dem ehemaligen Osten...dort war es normal, dass die Babies mit wenigen Minaten in die Krippe gingen und die Mütter gingen arbeiten.


    Ich würde mir nimmer anmaßen, das zu verurteilen.


    Aber für mich sieht Familie so nicht aus.


    Ach ja und bei der Wahl des Mannes ist nicht unbedingt ersichtlich, wie er sich Jahre später in der Vaterrolle macht...das sieht man doch erst, wenn es soweit ist. Und dann ist es zu spät. ;-D


    LG