Superhase

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    Ich bin nur für insgesamt 6 Monate mit kurzen Unterbrechungen in Deutschland. Ich arbeite leider in deiner Wohnstadt Wien, nunmehr 4 Jahre und zwar im 15. Bezirk. Und jetzt mal zu deiner Religions- und Meinungsfreiheit. Diese gibt es und ist auch wichtig, aber was hat das mit Integration zu tun? Was ist für dich Integration? Ist es für dich Intergration, wenn du türkisch lernen musst, um die "Zuwanderer" zu verstehen? Ist es erstrebenswert, nach 30 Jahren in Wien bzw. Österreich kein Wort Deutsch zu sprechen? Leider spricht man in Österreich nunmal Deutsch und wenn man hier sein ganzes Leben lebt, dann sollte man es auch lernen und respektieren.

    Ich finde nicht, dass mir ein paar türkische Sätze schaden, im Gegenteil es hat nur Vorteile für mich und ich habe einige Bekannte, die türkisch lernen, weil ihnen die Sprache gefällt, andere meiner Freunde lernen andere Sprachen. So wie Du die Fragen stellst, in diesem Sinne kann ich sie Dir nicht beantworten, aber ich schreibe Dir gerne, wie ich mit fremdsprachigen Menschen umgehe. Ich gehe auf sie zu, es interessiert mich, wie sie denken und selbstverständlich frage ich, wie Guten Tag, Wie geht es Dir, etc. in ihrer Sprache heißt. Allerdings habe ich auch beruflich mit Menschen aller möglichen Sprachen zu tun und hatte es auch von jeher. Du schreibst, dass man in Österreich Deutsch spricht – ja Deutsch ist Amtssprache, aber ich spreche z. B. tagsüber hauptsächlich Englisch, Deutsch weniger und hier und da eine andere Sprache. Gerade Emigranten sprechen natürlich kaum Deutsch, wenn sie in dieses Land kommen, aber es hat sich bisher noch immer eine Sprache gefunden, in der ich mich mit ihnen unterhalten konnte und die auch immer daran interessiert waren, von mir Deutsch zu lernen. Aber es stimmt, wenn ich mich nur für Menschen interessieren würde, die so denken und sprechen wie ich, dann wäre das keine Integration. Integration heißt für mich auf einander zugehen. Wie sollten Emigranten Deutsch lernen, wenn sich niemand mit ihnen unterhält und sie ausgegrenzt werden? Zuerst sorgt man dafür, dass sie ausgegrenzt werden und dann wirft man ihnen vor, dass sie nicht Deutsch sprechen. Das nenne ich sich selbsterfüllende Prophezeiung.

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    Man stelle sich nur vor Kleio, du ziehst mal nach Spanien, kannst nur Deutsch und das nach 30 Jahren. Nun frage ich mich ob du integriert sein wirst und welchen Job du haben wirst? Wahrscheinlich nichts von beiden. Dann meckerst du noch ein bißchen, weil Spanien unfähig ist, dich zu integrieren bzw. soooo ausländerfeindlich ist und du wirst dich dort wahnsinnig beliebt machen.

    Tja, wenn ich von den Spaniern 30 Jahre gemieden werde und ich z. B. mein Dasein als Putzfrau fristen muss, wird das tatsächlich der Fall sein, dass ich nach 30 Jahren kein Wort Spanisch spreche – na ja, nicht ganz, denn ein paar Wörter Spanisch kann ich auch jetzt.

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    Und weil Österreich so rassistisch, schlecht und bald in die Diktatur zurückfällt, kommen auf Europa aufgerechnet die meisten Asylanten und Zuwanderer zu uns. Deine Aussage widerspricht sich hier ein bißchen. Ich frage mich, was Österreich noch machen sollte. Nicht nur das unsere schelchten Asylgesetze von sogenannten Hilfsorganisationen ausgenutzt werden, werden die meisten Asylanten hier leider auch noch kriminell.

    http://www.med1.de/Forum/Cafe/118810/1/

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    In Wien gab es sogar mal einen Prozess, denn 2 Araber angefangen hatten, weil sie Strassenbahnfahrer werden wollten, aber nicht die Uniform anziehen wollten, bzw. ihren Turban tragen wollten, was ihnen aus gutem Grund verwehrt wurde. Ich nehme an, das ist für dich auch rechtens und gerecht. Wäre ja auch mal eine nette Vorstellung, die Polizei bekommt Jeeps und fährt im Taliban-Outfit durch die Gegend. Ja, das ist Integration in Wien!

    Deine Schlussfolgerungen sind sehr interessant, aber nicht die meinen.


    Ganz und gar nicht, genauso wenig was die Kopftücher in Schulen oder Arbeit betrifft. Ich finde nicht, dass das ein religiöses Problem ist, sondern ein gesellschaftliches. Solange es eine offizielle und inoffizielle Uniformierung gibt, haben sich alle daran zu halten, oder müssen sich daran halten, weil sie ihren Job verlieren (meiner Meinung nach überhaupt nicht gerecht). Wenn es keine Uniformen gibt, dann kann ja jeder anziehen, was er will – von mir aus, könnte das schon jetzt jeder, egal ob Strassenbahnfahrer oder Bankbeamter, aber das ist nun einmal nicht so. Weder ist es erlaubt Lederjacken und lange Haare an der Kassa einer Bank zu haben, noch einen Turban oder ein Kopftuch zu tragen. Das wäre dann eine Bevorzugung aufgrund der Religion und auch das spricht nicht für Gleichwertigkeit und Demokratie.

    Zitat

    Es wäre nett, wenn du mir mal mitteilen würdest, was für dich Integration bedeutet. Halte dich mal um 2 Uhr Früh um den Westbahnhof oder am Gürtel auf, da siehst du dann, was deine Wiener Integrationspolitik bewirkt hat.

    Ich hatte noch nie ein Problem um 2:00 Uhr am Westbahnhof und gerade der Gürtel spricht doch für Integration, allerdings gegen das Gesetz und das wird auch durch die Polizei bekämpft.


    http://www.med1.de/Forum/Cafe/119305/1/

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    Aber Wien ist anders, nicht nur darum, werden Wiener im Rest vom kleinen Österreich liebevoll veräppelt.

    Oh ja, Wien ist anders und ich möchte in keiner anderen Stadt leben. Nicht, dass Wien frei von Faschismus und Rassismus wäre, aber es gibt hier so viele verschiedene Völker, Kulturen und Sprachen, dass man als neugieriger und interessierter Mensch ständig seinen Horizont erweitern kann – vorausgesetzt, man ist offen und geht auf die Menschen zu.

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    Das sagt auch meine Logik. Frage mich nur, wieso die Fundamentalisten dann ins World Trade Center geflogen sind! Wahrscheinlich war es ja doch dann der Hass auf die Ungläubigen.


    Ich mache nicht ganze Völker dafür verantwortlich sondern jene, die diese Religion im Extremen ausüben. Ich denke dir sagt der Kalif von Köln was! Sollen sie tun und machen, was sie wollen, ist ihr gutes Recht, in ihrem Land. Aber zu uns kommen und ein Land ihrer Religion anpassen zu wollen, kann nicht in meinem Sinne sein. In einem Land hat man sich der Bevölkerung anzupassen und nicht zuerst in ein Land kommen, alle Vergünstigungen bzw. Lebensqualität erhalten und dann noch auf diese Land wettern. Dann dürfen sich diese Leutchen nicht wundern, wenn man etwas gegen sie sagt. Und die ganz tollen Spezialisten sind ja dann jene wie Kleio, die das auch nocht gutheissen.

    Ich heiße Rassismus nicht für gut und ich mache keinen Unterschied, ob es von einem Gleich- oder Fremdsprachigen, von jemanden gleicher oder anderer Nation kommt.

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    Ich finde nicht, dass mir ein paar türkische Sätze schaden, im Gegenteil es hat nur Vorteile für mich und ich habe einige Bekannte, die türkisch lernen, weil ihnen die Sprache gefällt, andere meiner Freunde lernen andere Sprachen.

    Hatte ich auch nicht verneint oder gesagt, dass das schlecht ist.

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    Ich gehe auf sie zu, es interessiert mich, wie sie denken und selbstverständlich frage ich, wie Guten Tag, Wie geht es Dir, etc. in ihrer Sprache heißt.

    Wie fragen, wenn sie kein Wort Deutsch sprechen, oder sprichst du Suaheli? Darin bin ich auch interessiert und habe ich auch schon gemacht. Ich habe auch gesagt, dass ich es NICHT in Ordnung finde, wenn man nach 30 Jahren als Zuwanderer noch immer kein Wort Deutsch kann.

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    Tja, wenn ich von den Spaniern 30 Jahre gemieden werde und ich z. B. mein Dasein als Putzfrau fristen muss, wird das tatsächlich der Fall sein, dass ich nach 30 Jahren kein Wort Spanisch spreche – na ja, nicht ganz, denn ein paar Wörter Spanisch kann ich auch jetzt.

    Du wirst nicht gemieden, sondern einfach nicht verstanden, wieso du unfähig bist, nach 30 Jahren dich mit den Spaniern wenigstens annähernd zu identifizieren und ihre Sprache zu lernen. Oder denkst du, du wirst auschließlich mit der deutschen Sprache in Spanien Arbeit finden oder mit Spaniern kommunizieren können?

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    Ich hatte noch nie ein Problem um 2:00 Uhr am Westbahnhof und gerade der Gürtel spricht doch für Integration, allerdings gegen das Gesetz und das wird auch durch die Polizei bekämpft.

    Schön, ich werde um diese Zeit immer von dunklen Einwanderen bzgl. Drogen angesprochen. Meinem Kollegen wurde das Handy von 5 Türken geraubt. Eigenartig!

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    Oh ja, Wien ist anders und ich möchte in keiner anderen Stadt leben. Nicht, dass Wien frei von Faschismus und Rassismus wäre, aber es gibt hier so viele verschiedene Völker, Kulturen und Sprachen, dass man als neugieriger und interessierter Mensch ständig seinen Horizont erweitern kann – vorausgesetzt, man ist offen und geht auf die Menschen zu.

    Ja gut, aber es gibt noch was anderes auf der Welt als Wien, auch wenn das für Wiener schwer verständlich ist, weil alles andre ja "Land" ist. Ich erweitere meinen Horizont, indem ich in andere Kulturen reise. Und stelle dir vor, als ich mich eine Besichtigungstour in der Türkei machte und dem türkischen Reiseleiter mitteilte, welche Probleme wir in Österreich mit Türken haben, lachte jener nur und war entsetzt. Weil in der Türkei läuft keine Frau mehr mit Kopftuch umher und die Modernität hat Einzug gehalten.


    Das ist für mich Horizont erweitern! Andere Kulturen dort kennenlernen, wo es sie wirklich gibt.


    Ein Kebapstand in Wien ist für mich keine Kultur und der Horizont der dort erweitert wird, wird nicht über "scharf" oder "mit Allem" rauskommen. Aber das ist halt die wienerische Art "Wir wissen alles und verstehen alles", schön und lieb, nur absoluter Blödsinn.


    Und bzgl. der ungerechten Uniformierung. Wie wärs mal, Polizei im Clownskostüm, Punks als Schalterbeamter bei der Nationalbank, oder Talibanoutfit bei Austrian Airlines, geil, gell?

    Superhase, ich stimme dir zu. Habe in einem anderen Thread meine Meinung zu dem Thema geäussert. Kopier das hier nochmal rein:


    Von allem theoretischen Koran- und Islamwissen mal abgesehen...


    ich erkenne keinen Integrationswillen bei einem Großteil der in Berlin lebenden Türken. Das Benehmen deutschen Frauen gegenüber ist einfach nur respektlos. Als ich noch U-Bahn fahren musste wurde ich so gut wie jedes Mal von türkischen Jugendlichen belästigt und dann als Schlampe beschimpft.


    Männer aus meinem Bekanntenkreis wurden von Türken mit Messern bedroht (mehrfach). An meiner Schule (ist schon 10 Jahre her) gab es ständig Gewalt ausgehend von türischen Jugendlichen. Wenn eine der Damen gerade ihr Kopftuch auf dem Schulklo entfernte und sich schminkte und stylte, wurde man gleich beschimpft und bedroht, wenn man ans Waschbecken wollte...


    Die negativen Erfahrungen habe ich ausschliesslich mit Türken und Arabern gemacht. Nicht mit Italienern, Jugoslawen, Polen usw.


    Ich bin übrigens keine Rassistin und selbst mit einem Ausländer zusammen.


    Mittlerweile habe ich tatsächlich Vorurteile jedem Türken gegenüber, aber die hatte ich vor meinen negativen Erfahrungen nicht.


    Da die Sprache ja ein notweniger Bestandteil der Integration ist: Als ich so um die 16 Jahre alt war, hatte ich auch direkten Kontakt zu türkischen Familien.


    Die Mütter der Mädels konnte durch die Reihe weg überhaupt kein Deutsch, was wohl daran lag, dass sie sich ausschliesslich in ihrem Kulturkreis bewegten. Die Männer konnten gebrochenes Deutsch, sprachen aber nur türkisch. Und die Jugendlich unterhielten sich auch in türkisch, selbst in meiner Gegenwart, was ich als sehr unhöflich empfinde. Es bestand keinerlei Interesse an der deutschen Kultur und Sprache.


    Als ich dieses Jahr für einen Kurztrip nach Paris flog, lernte ich vorher alle wichtigen Redewendungen und versuchte das auch so gut es ging anzuwenden. Wenn ich mit meinem Freund zu ihm "nachhause" fahre, spreche ich mit seinen Freunden und seiner Familie in ihrer Sprache, denn ich lerne sie.


    Ich versuche mich eben zu integrieren...

    Superhase

    Ich empfinde Deine Antworten nicht als ernsthaftes Interesse am Thema oder gar an meiner Meinung, da Du zwar meinen Namen schreibst, aber von Deinen Kriterien ausgehst und Deine subjektiven abstrakten Wertungen hineininterpretierst. Für mich erübrigt sich eine weitere Auseinandersetzung mit Deinen Interpretationen. Viel Spaß noch bei der Diskussion.

    Kleio

    Zitat

    ...aber von Deinen Kriterien ausgehst und Deine subjektiven abstrakten Wertungen hineininterpretierst.

    Das liest sich ziemlich merkwürdig, denn schließlich tut genau das jeder, der seine persönliche Meinung zu etwas sagt.


    Man könnte genausogut dir vorwerfen nur von deinen Kriterien auszugehen und deine subjektiven Wertungen abzugeben. So ist das nunmal mit der Subjektivität und der eigenen Meinung.


    Für mich klingt das nach einem Vorwand, um einer Diskussion mit jemandem zu entgehen, dessen Meinung dir nicht paßt.

    Tu ich nicht!

    Zitat

    Du darfst Reiche nicht mit dem Durchschnitt vergleichen. Ich spreche hier von der Normalbervölkerung.

    Die sind nämlich NICHT REICH! Höchstens dort, wo sie so gut verdienen, da man, wenn man als Westler in den Sudan geht, hohe Zulagen bekommt, da es ja ach so schwierig ist, in diesem armen Land zu leben! Einige von denen (NICHT ALLE!) gehören in Deutschland eher zur unteren Mittelschicht - auf jeden Fall könnte bis auf die Botschafter oder großen Wirtschaftsbosse wohl kaum jemand in Deutschland in einer Villa leben...

    Zitat

    Ausserdem sagt keiner etwas dagegen, wenn man Deutsch und Türkisch kann, ich habe in meinen Beiträgen auch angeführt, dass ich es arg finde, wenn man nach 30 Jahren in Österreich noch immer kein Deutsch spricht. Leider ist es auch so, dass ausländische Kinder ins Schulalter kommen, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen.


    Ich meine, ist es zuviel verlangt, Deutsch zu sprechen und die Kultur hier zu akzeptieren, wenn man Jahrzehntelang hier wohnt?

    Doch, da haben viele was gegen! Ich habe EInblick in den pädagogischen Bereich und weiß, dass viele Lehrer oder Kindererzieher es NICHT GERN sehen, dass Kinder miteinander Türkisch oder Arabisch sprechen, nicht einmal ein paar Sätze! Das hat etwas mit Macht zu tun, die sie dadurch zu verlieren glauben! Ich weiß auch durch mein Studium, dass die Erstsprachen der Migrantenkinder immer noch viel zu wenig gefördert werden, obwohl die meisten Wissenschaftler sagen, dass Kinder erst wirklich AUSGEWOGEN zweisprachig werden, wenn auch die Erstsprache angemessen gefördert wird! Und bestimmt, NICHT, wenn sie sich derer SCHÄMEN MÜSSEN!


    Glaub mir, ich weiß wovon ich rede! Oder kannst du mir das Gegenteil beweisen???


    Thema INtegration: Ich mag das gar NICHT! Ihr könnt jetzt ruhig mit Steinen werfen! ABer ich bin dagegen, Integration zu übertreiben. Das tun nämlich Leute, die alle Lebensweisen gleich machen wollen - und vor allem ihre EIGENE als gleichER ansehen!!! Schon mal was von Ethnozentrismus gehört???


    Das hier zum Beispiel zeigt es deutlich:

    Zitat

    Weil in der Türkei läuft keine Frau mehr mit Kopftuch umher und die Modernität hat Einzug gehalten.

    Herzlichen Glückwunsch!!! Wo hast du denn da, bitte schön, deinen Horizont erweitert??? In Antaliya? Na super!!! Ich kenne Gebiete in der Türkei, in denen die Frauen überwiegend verschleiert sind, na und?


    Du sprichst von Modernität! Das zeigt doch deinen Eurozentrismus, oder? Nur das Moderne, Europäische ist gut, nicht wahr? Tja, das wirst du wohl kaum noch durchsetzen können, oder willst du die Globalisierung stoppen??? ;-) Globalisierung heißt nun mal nicht nur, die westliche Lebensweise in den gesamten Rest der Welt zu importieren und letzteren damit zu dominieren, nein, ist schon schlimm genug, dass dies ökonomisch geschieht - aber kulturell heißt es AUSTAUSCH!!! Vielleicht kannst du den Rest deines Lebens in einem kleinen Kaff in Österreich verbringen, um davon nicht viel mitzubekommen, aber selbst dort bist du nicht sicher! ;-D Schließlich benutzt du das Internet, und auch in diesem Forum hier schreiben MUSLIME! ;-D


    Hey, das hier ist super, um meinen Lernstoff direkt umzusetzen, give me more! ;-)


    Andererseits driftet der Faden ziemlich ab. Wenn ich erinnern darf, geht es hier eigentlich doch um was anderes...


    Hi Family! *:)

    Bonny Swan

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    Das liest sich ziemlich merkwürdig, denn schließlich tut genau das jeder, der seine persönliche Meinung zu etwas sagt. Man könnte genausogut dir vorwerfen nur von deinen Kriterien auszugehen und deine subjektiven Wertungen abzugeben. So ist das nunmal mit der Subjektivität und der eigenen Meinung.

    Es ist kein Vorwurf, es ist eine Feststellung, dass ich keine Basis für eine Konversation sehe. Es mag sein, dass es Menschen gibt, die Provokationen für eine Diskussion oder einen Gedankenaustausch halten, aber das trifft auf mich nicht zu. Mich kann man nicht provozieren. ;-)


    Jeder hat seine eigenen Kriterien, keine Frage. Um aber die Meinung eines anderen zu verstehen, muss man diese kennen und um diese zu kennen, muss man sich mit ihnen auseinandersetzen. Wenn man sie noch unbedingt abstrakt bewerten will, auch das, aber das hat nichts mit dem Thema zu tun. Es ist ein Unterschied zwischen meiner Meinung zum Thema und meiner Meinung über die Meinung eines anderen. Meine Meinung kann man in unzähligen ähnlicher Threads nachlesen. Vorurteile und Interpretationen sind gar nicht notwendig. :-D

    Zitat

    Für mich klingt das nach einem Vorwand, um einer Diskussion mit jemandem zu entgehen, dessen Meinung dir nicht paßt.

    Ganz und gar nicht. Jeder hier weiß, dass für mich jede Meinung gleichwertig ist, aber wenn jemand nicht nachfragt sondern interpretiert, braucht er mich dazu nicht. "Wir" und "Ihr"-Aussagen sind nicht die eigene Meinung, es sei denn, jemand hat mehr als eine Persönlichkeit. Sie versuchen ein Pauschalbild zu implizieren, das nicht zutrifft. Ich habe aber absolut nichts dagegen, wenn jemand in Pauschalbildern denkt - jeder, wie er will - nur nicht mit mir, denn ich bin kein "ihr". ;-)

    Fabelwesen

    Zitat

    Doch, da haben viele was gegen! Ich habe EInblick in den pädagogischen Bereich und weiß, dass viele Lehrer oder Kindererzieher es NICHT GERN sehen, dass Kinder miteinander Türkisch oder Arabisch sprechen, nicht einmal ein paar Sätze! Das hat etwas mit Macht zu tun, die sie dadurch zu verlieren glauben! Ich weiß auch durch mein Studium, dass die Erstsprachen der Migrantenkinder immer noch viel zu wenig gefördert werden, obwohl die meisten Wissenschaftler sagen, dass Kinder erst wirklich AUSGEWOGEN zweisprachig werden, wenn auch die Erstsprache angemessen gefördert wird! Und bestimmt, NICHT, wenn sie sich derer SCHÄMEN MÜSSEN!


    Glaub mir, ich weiß wovon ich rede! Oder kannst du mir das Gegenteil beweisen

    Ja, das ist ein großes psychisches Problem für Einwandererkinder oder Kindern mit zwei Muttersprachen. Wenn familyportrait Kinder haben wird, dann ist das auch etwas, was sie betreffen wird, denn ich gehe davon aus, dass auch ihr Kind zweisprachig sein wird und wenn man nicht beide Sprachen fördert, dann haben die Kinder ein enormes Problem und das meistens in der Pubertät, wo sie so schon genug Probleme haben. Entweder endet es in Aggression oder in völliger Zurückgezogenheit, wenn die Eltern nicht richtig auf die Kinder eingehen und ihnen das geben, was sie brauchen und dazu gehört die Förderung beider Sprachen. Die meisten Eltern sind sich nicht bewusst, dass ihre Kinder andere Probleme haben, als sie selbst. Sie haben eine andere Identifikation, etc. etc. Irgendwie gehört das auch hierhin, wenn familyportraits Kinder sowohl Türkisch als auch Deutsch sprechen sollten.

    Zitat

    Thema INtegration: Ich mag das gar NICHT! Ihr könnt jetzt ruhig mit Steinen werfen! ABer ich bin dagegen, Integration zu übertreiben. Das tun nämlich Leute, die alle Lebensweisen gleich machen wollen - und vor allem ihre EIGENE als gleichER ansehen!!! Schon mal was von Ethnozentrismus gehört

    Du kannst ja diesen Faden auffrischen:


    http://www.med1.de/Forum/Cafe/119305/1/


    Oder einen neuen starten. Es gibt hier im Forum viele Einwandererkinder.

    Ich muss mich korrigieren...

    in Bezug auf Folgendes. Ich schrieb: (an Hase)

    Zitat

    Du sprichst von Modernität! Das zeigt doch deinen Eurozentrismus, oder? Nur das Moderne, Europäische ist gut, nicht wahr?

    Es ist sogar noch schlimmer! Für Hase ist "modern" offensichtlich = "europäisch"!!! DAS IST EUROZENTRISMUS! Und ich kann mich selbst nicht einmal völlig davon frei sprechen, denn sonst wäre mir das nicht erst beim zweiten Lesen aufgefallen. Euro- bzw. Ethnozentrismus steckt leider in JEDEM von uns, denn wir alle sind irgendwo nun mal auf unsere eigene kleine Welt (= unseren Körper und die unmittelbare Umgebung) beschränkt. Traditionell. Die Globalisierung bietet die Chance, da raus zu kommen! Wenn man will, natürlich - und ich hoffe zumindest, dass das viele wollen...


    Bin gespannt, was ihr dazu meint... :)D

    @ Kleio:

    *:) :-D

    Kleio

    Zitat

    Irgendwie gehört das auch hierhin, wenn familyportraits Kinder sowohl Türkisch als auch Deutsch sprechen sollten.

    Du hast recht. :-D Allerdings wären diese Kinder dann schon in der dritten Generation, zudem mit einer deutschen Mutter. Aber trotzdem kann es Family durchaus interessieren. Mich übrigens auch, denn ich werde wohl in der Zukunft in einer ähnlichen Situation sein, sofern ich von meinem Mann Kinder bekomme.


    Der Korrektheit halber sei noch hinzugefügt: Family's Kinder würden, wenn, dann Deutsch und Arabisch sprechen, da der Freund Araber ist... *:)

    Noch eine Korrektur...

    Kleio schrieb:

    Zitat

    Ja, das ist ein großes psychisches Problem für Einwandererkinder oder Kindern mit zwei Muttersprachen.

    Schon, klar! Ich finde auch, dass in diesem Bereich mehr getan werden muss - von LehrerInnen, Eltern, den Kiddies selbst und vor allem der Gesellschaft. Man sollte das "Problem" (Identitätskrisen etc.) jedoch auch nicht überbewerten und totreden, denn das wiederum kann schnell in eine "positive Diskriminierung" übergehen, nach dem Motto "die armen Kinder". Das wird dann schnell zu "die armen Ausländer(kinder)", wird zu "warum sind die denn hier hergekommen - wo es die Kinder so schwer haben?" Das heißt dann, die Deutschen bedauern sie, tun aber nichts, um ihnen zu "helfen", d.h. v.a. sie erst einmal zu akzeptieren! Sie sehen nicht, dass sie selbst es sind, die es "den armen Kindern" schwer machen.


    Schon Günther Wallraff hat mit seinem Buch/ Film "Ganz unten" die "Ausländer" positiv diskriminiert. Will heißen, er hat ihr elendiges Leben von außen dokumentiert, hat sie portraitiert, ohne sie selbst zu Wort kommen zu lassen. Damit wird "der Ausländer" zu einem armen Opfer, das aber sprachlos ist und damit auch keine Persönlichkeit hat...


    Verstehst du, was ich meine? Das ist umgekehrter Rassismus, den es häufig in Deutschland gibt. Z.B. man begegnet einem Schwarzen und bemüht sich zu ihm besonders freundlich zu sein, damit man nur nicht als ausländerfeindlich gilt. Die Folge: Er ist immer noch nicht als gleichwertig akzeptiert und wird es so auch nie werden...