Zitat

    Ich find das klingt eher nach ner hinterherkonstruierten Wertung um sich mit der Vermeidung besser zu fühlen, nicht?


    Aber so oder so ein schönes Beispiel dafür wieviel die eigenen Intensionen ausmachen. (für mich ist das zwar alles nur Psychologie, aber von irgendwelchen magischen Ausgleichen abgesehn ist mir Karma zumindest eine sympathische Denkart)

    Klar Du kannst es auch mit psychologischen "Mitteln" betrachten - dann ist es die Erklärung die Rationalisierung der Vermeidung ja. In jedem Fall ist es illusionär und deshalb kommt so eine Lektion aus buddhistisch Karmischer Sicht wieder. Das sind einfach nur verschiedene Beschreibungen derselben Sache.


    Aus psychologischer Sicht könntest Du jetzt sagen dass ich durch meine Vermeidung damals emotionale Bedürnfisse verdrängt habe ( nämlich dem typ ordentlich eins auf die Mütze zu geben - verbal ;-) ) was sich z.B. in Körpersprache oder auch in der Intonierung durch die Stimme äußern könnte was wiederum beim Gegenüber auslösen könnte sich irritiert zu fühlen und das vorhandene Verhalten spiegeln - möglicherweise sogar bei der nächste Begegnung wieder, wenn es entsprechend offensichtlich war.


    Im Grunde genommen gibt es einige Parallelen zwischen buddhistischen Konzepten und therapeutischen der westlichen Psychologie. Aber das ist ja bekannt - siehe C.G. Jung.

    @ NotMichaelCaine,

    danke für deine lange Ausführung vom 30.07.16 23:39. Ich bezeichne mich auch als einen spirituellen Menschen. Ich komme aber weniger aus der Richtung des Buddhismus, sondern bin ein Anhänger von "Gespräche mit Gott". Ich würde das mal ganz grob als eine Mischung von neuem Testament und Buddhismus bezeichnen.


    Ich habe eben versucht die Stelle in dem Buch zu finden, an der Gott etwas über's Karma sagt. Leider finde ich sie im Moment nicht.


    Für mich gibt es diesen direkten Zusammenhang zwischen der Tat A (als schlecht bewertet), die ich begehe und einer Tat B (ebenfalls als schelcht bewertet) als folge von Tat A und zwar solange bis ich versteh', dass ich Tat A nicht mehr begehen soll.


    Sondern das "Konzept" von GmG sieht so aus. Jede Seele will einfach alle Erfahrungen machen. Sowohl die schlechten, bzw. die die wir Menschen als schlechte Erfahrungen bezeichnen, als auch die guten. D.h. jede Seele erfährt auf diese Weise auch beide Seiten der Medaille. Aber eben nicht in der Weise, dass jeweils ein direkter Zusammenhang zwischen den Taten besteht. Oder, dass meine Seele schlechtes Karma ansammelt und ich deshalb in einem Leben z.B. behindert bin.


    Gemeinsam ist jedoch beiden Konzepten, dass die Seele immer reifer wird und letzten Endes erkennt, dass sie Teil Gottes, Teil des Ganzen ist. Ob das nun nach der buddhisdischen Vorstellung geschieht oder nach der GmG-Vorstellung?


    Vielleicht ist beides richtig. In dem Buch kommt es häufig vor, dass Neal Donald Walsch Gott nach etwas fragt, bei dem es zwei Möglichkeiten gibt. Oft bekommt er dann die Antwort, dass beides richtig ist. Gott sagt ihm, dass er das oder durch ein und ersetzen soll. Im Prinzip leben wir ja in einem Universum der unbegrenzten Möglichkeiten. Folglich gibt es das "entweder oder" nicht.


    Dann noch zu:

    Zitat

    Die Angst erfunden hat die Religion allerdings nicht - sie ist Teil unseres Systems.

    Ganz sicher haben die Religionen die Angst nicht erfunden. Aber sie spielen ganz gut auf der Klaviatur der Angst.

    Zitat

    Ich bezeichne mich auch als einen spirituellen Menschen. Ich komme aber weniger aus der Richtung des Buddhismus, sondern bin ein Anhänger von "Gespräche mit Gott". Ich würde das mal ganz grob als eine Mischung von neuem Testament und Buddhismus bezeichnen.


    Ich habe eben versucht die Stelle in dem Buch zu finden, an der Gott etwas über's Karma sagt. Leider finde ich sie im Moment nicht.

    Ich kenn den Titel- aber nicht den Hintergrund und hab kurz gegoogelt - meinst Du den Abschnitt:

    Zitat

    Gemeinsam ist jedoch beiden Konzepten, dass die Seele immer reifer wird und letzten Endes erkennt, dass sie Teil Gottes, Teil des Ganzen ist. Ob das nun nach der buddhisdischen Vorstellung geschieht oder nach der GmG-Vorstellung?

    Ja. Wie gesagt - ich sehe das einfach nur als verschiedene Arten dasselbe grundlegende Phänomen zu beschreiben. Die Psychologie versucht das auf ihre Art ja auch - eben mit anderen Mitteln. Ich würde wetten, dass auch der Islam etwas ähnliches kennt. Der Fokus scheint geringfügig anders und die "Geschichten" darum unterscheidet sich natürlich. Religionen werden in Form von "Erzählungen" durch die Generationen gereicht. Dabei geht es darum Erfahrungen zu beschreiben, weil wir Erfahrungen nicht anders weiter geben können als in Beschreibungen. Du kannst sie nicht rechnerisch nachweisen. Und ihre Essenz ist auch schwer verbal zu erfassen. Sie müssen erfahren werden ;-). Darauf beruht ja auch oft ein Streit zwischen religösen /spirituellen Menschen und Atheisten.

    Zitat

    Ganz sicher haben die Religionen die Angst nicht erfunden. Aber sie spielen ganz gut auf der Klaviatur der Angst.

    Mh. Menschen tun das ,). Eine Religion an sich kann das nicht. Sie ist im weitesten Sinn ja auch ein Konzept was in westlichen Staaten meist wie eine juristische Person organisiert ist. Eine der Standartillusionen der wir heute aufsitzen scheint zu sein, dass Menschen unbewusst davon ausgehen, das juristische Personen denken können ;-). Das passiert nicht. Es sind immer Menschen die denken und Entscheidungen treffen. Menschen haben ein Interesse daran, das alle glauben es wären die juristischen Personen, weil sie so Verantwortung outsourcen können.


    Für mich ist ein wesentlicher Unterschied zwischen Religion und Spiritualität das erstere eine organisationslastige Interpretation von zweiterer ist, die häufig das Ziel hat eine große Menge von Menschen zu organisieren. In der Religion geht es häufig gar nicht mehr in erster Linie darum, Menschen die Inhalte so zu vermitteln, dass sie für sie erlebbar werden ( Erfahrungslernen) sondern darum Menschen nach dem "Friss oder Stirb" Motto Regeln zu verpassen, die ein Zusammenleben im Sinne der Religion für größere Organisationseinheiten möglich macht. Auch das ist per se erst mal weder gut noch schlecht. Es kippt in die eine oder andere Richtung durch die Menschen die in der Hierachie weitreichende Entscheidungen treffen. Was wir momentan auf vielen Ebenen zu erleben scheinen ist eine Krise der Hierarichie als Organisationsmodel - egal ob das religiöse, staatliche oder wirtschaftliche Hierachien sind. Wir sehen, dass die hierarchische Ordnung eben nicht zwangsläufig zu stabilen und guten Lösungen für Probleme führt, die der Planet hat, sondern zu merkwürdigen Machtdynamiken, die nur einem sehr kleinen Teil der Weltbevölkerung zu nutzen scheinen ohne das die eigentlichen Probleme, die auch diesen kleinen Teil der Weltbevölkerung bedrohen (!) wirklich gelöst werden.


    Was Du andeutest ist ja das die Weltreligionen (eigentlich ausnahmslos?) Ängste dazu verwenden um eine bestimmte Berechenbarkeit ihrer Anhänger zu erreichen. Das macht die Anhänger planbarer und besser für Ziele einsetzbar, die mit der Religion verfolgt werden. Das tun aber nicht nur die Weltreligionen, sondern genauso Staaten, die Weltkonzerne und so weiter. Jeder Organisationsform die viele Menschen organisiert um gesteckt Ziele zu erreichen kann eine Angstkultur aufbauen und sehr viele tun das auch. Auch in kleineren Einheiten wird das ja versucht, da funktioniert es nur immer weniger, vor allem wenn die Menschen Alternativen haben.


    Weils insgesamt passt:


    https://www.youtube.com/watch?v=Sj00vO48MTk

    Zitat

    Springchild:


    Aus buddhistischer Sicht führen positive Taten/Entscheidungen/Ansichten zu positiven Konsequenzen, negative Taten/Entscheidungen/Ansichten zu negativen. Das ist kein Angstkonzept, sondern logisch.

    Da fängt es doch an: was ist positiv - was ist negativ? Dies sind doch Wertungen; dessen sollte man sich bewusst sein und dann entsprechend dazu stehen, dass es die eigenen Wertungen sind und vielleicht einräumen, dass es möglicher Weise andere Wertungen aus einer anderen Sichtweise heraus geben kann. Und sich auch einzugestehen oder sich zu fragen: bin ich als einzelner Mensch, als einzelnes Wesen überhaupt fähig, einzuschätzen, was gut (positiv), was schlecht (negativ) ist.


    Mein Handeln nur mit der Absicht auszurichten, kein negatives Karma für mich zu verursachen, stellt für mich keine Freiheit im Handeln und auch eine


    enge Sichtweise dar. ;-)

    Hallo sophica,


    das Ziel im Buddhismus ist es nicht, kein negatives Karma anzuhäufen. Positiv und Negativ sind natürlich nur (subjektive) Konzepte, und der konzeptuelle Geist ist das, was überwunden werden soll/darf. Es gibt keine relative Wirklichkeit - und das deckt sich mit dem, was Du geschrieben hast.