• kein Heiratsantrag - traurig.

    Hallo, ich befinde mich in einer eigentlich sehr glücklichen Beziehung. Wir sind schon fast 10 Jahre zusammen, wohnen zusammen, haben ein gemeinsames Haus. Wie wohl alle haben wir unsere Höhen und Tiefen, aber grundsätzlich sind wir sehr zufrieden und haben eine harmonische Beziehung x:) Ich denke im Grunde zweifelt auch niemand von uns daran, dass das so…
  • 312 Antworten

    @ katharina-die-große

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    Oder ist einfach weniger frustriert und verbittert als du :=o

    Wieso? Er hat doch recht. Die Statistik spricht für sich.


    Natürlich gehen nicht alle Ehen zu Bruch, aber selbst wenn es nur jede Fünfte wäre: Wenn ich eine Wette eingehen müsste, bei der die Gewinnchance darin besteht, dass ich das, was ich habe, behalten darf (80%) und die Verlustchance darin besteht, dass meine Existenz bedroht ist (20%), wäre diese Wette schon scheiße. Weiterhin gebe ich die eigene Handlungs- und Entschlussfreiheit aus der Hand und liefere mich dem Wohlwollen und der Willkür eines anderen aus. Ich werde erpressbar, bin davon abhängig, ob das mit der ewigen Liebe bei der Frau funktioniert und wenn es nicht funktioniert (was ich selbst nicht in der Hand habe, das ist Schicksal) bin ich ihrem Wohlwollen ausgeliefert, was ich dann auch nicht mehr in der Hand habe. Der andere Fall ist, dass das mit der ewigen Liebe bei mir nicht funktioniert (was ich ebenfalls nicht selbst in der Hand habe) und ich dann nicht einfach so weg kann. Diese genannten Konstellationen decken eine Mehrzahl von Fällen ab, in denen ich der Dumme wäre und in vielen dieser Fälle müsste die Frau nichtmal ein ekelhafter Blutsauger sein. Was bleibt unterm Strich stehen? Für einen kultischen Akt (Ehezeremonie) und einen Steuervorteil setze ich meine Existenz, meine Unabhängigkeit und meine Handlungsfreiheit aufs Spiel. Ich habe eine geringe Chance, eine geringe Verbesserung, eher eine Stagnation zu bekommen und in der deutlichen Mehrheit der Fälle stehe ich nach der Ehe schlechter da als vorher und zwar bis an den Bereich der Existenzbedrohung. Man, bin ich ein Glückspilz, so eine Chance bekommt man nur einmal im Leben. Big Deal.


    Für viele Frauen ist die Ehe das Geschäft ihres Lebens.

    @ criecharlie

    Zitat

    Dieser Fall wird immer unwahrscheinlicher, da man mittlerweile seit Jahren nachweist, dass Frauen im Vergleich zu Männern formal gebildeter sind, damit steígt auch die Chance auf besser bezahlte Jobs für sie. Wieso sind dann Männer "immer" Zahlesel? :-/

    Weil Frauen für gewöhnlich nicht nach unten heiraten, sondern nach oben. Das biologische Beuteschema einer Akademikerin ist unverändert, es passt aber nicht mehr zu ihrem gesellschaftlichen Anspruch. Das ist der Knackpunkt. [...]

    @ criecharlie

    Zitat

    Mann wird nur dann zum Zahlesel, wenn er seiner gleich oder tendenziell höher qualifizierten Ehefrau automatisch durchwachte Nächte, Kindergruppen und Kinder-sociallife aufdrückt und dafür lieber von 8 - 17 oder noch länger in die Firma rennt.

    Zitat

    Wenn man die Kinderzeit gleich auf Mann und Frau verteilt, gibt es später keine Zahlesel, weder weibliche noch männliche noch duramantische.

    Jo, weil das ja so gut funktioniert ;-D


    http://www.dailymail.co.uk/femail/article-467390/Househusband-backlash-high-flying-wives-ditch-men-em-em-wanted-stay-home.html

    @ Dyne

    Zitat

    Hm. Schwierig. Männer sind da einfach anders als Frauen glaub ich :)

    Nein. Das letzte mal, als ich nachgeschaut habe, waren Mann und Frau unten identisch.

    @ criecharlie

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    und heutzutage muss auch wie ausgeführt keiner mehr den Zahlmann spielen

    Klar muss man(n) den Zahlmann spielen.


    Ich kenne mich im Deutschen Rechtssystem zu gut aus, um einen derartigen Fehler zu machen. Als Frau hätte ich aber wahrscheinlich bereits vor 10 Jahren geheiratet...also zum ersten Mal.


    Die richtige Frage ist: was ist mit den Kohlen, wenn es schief geht? Es mag ja das ein oder andere stimmen - aber was hat "sich einlassen" mit Ehe zu tun? Jeder hier redet von "Liebe" und weiß Gott wovon - nur - was hat das alles mit Ehe zu tun? Kernfrage: "Wieso soll ich meine Existenz ruinieren, nur um mir Liebe notariell bestätigen zu lassen?" - wenn man den ganzen Speck um die Liebe- und Heiratsgeschichte wegschneidet bleibt nämlich genau diese Frage übrig.

    Zitat

    Ja, das stimmt schon. In dem Kontext ist das sicher anders zu bewerten - er hat aber ja allerdings auch in anderen Situationen gesagt, dass ich "die Frau bin die er heiraten möchte".


    Oder sagen Männer das so leichtfertig, ohne es richtig zu meinen?

    Genau das frage ich mich bei meinem Freund ja nun auch seit längerem ":/

    Zitat

    Ich könnte mir vorstellen, dass es hilft, sich den großen Zeitbogen vorzustellen: Wenn ihr so 80-90 Jahre alt werdet: Wieviele gemeinsame Jahrzehnte wären das? 5 bis 7 Jahrzehnte! Ihr habt also - wenn ihr denn so lange zusammen sein wollt (und keine vorzeitigen Unglücke dazwischen kommen), noch mindestens 50 Jahre zusammen. Warum sollte man es da mit irgendwas eilig haben?!


    Was wirklich zählt, ist doch, ob man den "test of time" übersteht. Wenn ja, kann man wie gesagt auch noch nach 20 oder 30 gemeinsamen Jahren heiraten und muss es nicht eilig damit haben.

    Ich finde, das ist ein sehr schöner gedanklicher Ansatz. Gar nicht in dem Sinne, dass man vielleicht in 50 Jahren noch nicht verheiratet ist, sondern dass man vielleicht auch nochmal 5 Jahre warten kann. Um den Druck rauszunehmen. Für mich zumindest. Ich kann mir schon vorstellen, dass das nach 10 Jahren Beziehung auch irgendwie schwierig wird.

    Zitat

    Auch die Kinderfrage kann entscheidend sein: Dadurch bindet man sich ja viel mehr als durch eine Ehe, die (bürokratisch aber doch) auflösbar ist. Eltern bleibt man immer. Wenn ihr also Kinder wollt, ist doch eigentlich DAS die Lebensentscheidung, nicht die Ehe. Und Kinder bekommt man bekanntlich nicht vom Heiraten. ;-)

    Trotzdem habe ich den Eindruck, dass das vielen Männern leichter fällt, weil es nicht so eine aktive Entscheidung beinhaltet, sondern oftmals mehr ein "machen lassen". Mein Freund hat z.B. schon zwei Kinder, wollte die Dame aber nie heiraten. Ich kenne auch sonst einige Paare, die erst Kinder bekommen haben und später irgendwann geheiratet haben.


    Ich weiß nicht, ob das für dich, Granatapfelkern, auch gilt - für mich war eigentlich immer klar, dass ich irgendwann heiraten werde. Früher habe ich mir auch noch so eine Traumhochzeit mit weißem Kleid und Pferdekutsche vorgestellt, heute (mit 29) ist mir das drumherum nicht mehr so wichtig, ich möchte nur verheiratet sein, meinen Freund meinen Mann nennen können, nach außen hin zeigen können, dass wir zusammen gehören. Ich glaube, als Mädchen wird einem das sehr früh eingeprägt, dass das zum Frau sein dazu gehört. Und (jedenfalls in meiner Kindheit), zumindest indirekt irgendwo, dass mit alten unverheirateten Frauen irgendwas nicht in Ordnung ist. Vielleicht ist das auch ein Ansatz - sich zu fragen, welche Stereotype man mit Heirat und Nicht-Heirat verbindet und sich diese selbst zu wiederlegen.


    Tlomka - interessante Sichtweise, aber trifft nicht so ganz das Thema des Fadens. Soweit ich weiß hat der Freund der TE nie Bedenken geäußert, dass seine Existenz durch eine Hochzeit bedroht wäre. Ich glaube, du bist in diesem Faden besser aufgehoben.

    @ Inday

    Zitat

    Tlomka - interessante Sichtweise, aber trifft nicht so ganz das Thema des Fadens. Soweit ich weiß hat der Freund der TE nie Bedenken geäußert, dass seine Existenz durch eine Hochzeit bedroht wäre. Ich glaube, du bist in diesem Faden besser aufgehoben.

    Nur weil es ein Mann nicht äußert, heißt es nicht, dass er diese Bedenken nicht auch hat. Wobei im Fall der Threadstarterin ja der Mann ihr statusmäßig unterlegen ist, insofern sind die Bedenken aus der Welt geschafft. Sie hat bei einer Scheidung mehr zu verlieren als er.


    Wichtig finde ich es, dass man bei einer Heirat/Ehe keine Kompromisse eingeht. Es sollte auf jeden Fall DER Wunsch- und Traumpartner sein, keine halben Sachen. Ich muss immer den Kopf schütteln, wenn Leute heiraten, wenn sie sich erst in ein paar Monate kennen und an das ganze mit einer "wird schon gut gehen" Einstellung herangehen.

    Zitat

    Wobei im Fall der Threadstarterin ja der Mann ihr statusmäßig unterlegen ist, insofern sind die Bedenken aus der Welt geschafft. Sie hat bei einer Scheidung mehr zu verlieren als er.

    Rein theoretisch könnte das auch eine Ursache sein, nicht heiraten zu wollen: Weil man dadurch lt. Gesetz Ansprüche erwirbt, von denen man möglicherweise selbst findet, dass man sie gar nicht bekommen sollte.

    Noch ein Nachtrag hierzu:

    Zitat
    Zitat

    Eile mit dem Heiraten ergibt doch eigentlich nur dann Sinn, wenn man damit rechnet, nicht allzulange zusammen zu bleiben, und somit noch schnell Heiraten will, bevor es zu spät ist, weil man sich trennt.

    Meinst du, das ist so? In der Position zu heiraten würde ich ja total widersinnig finden - weil dass eine Heirat keine Beziehung rettet, ist mir total klar.


    Und sich einen Heiratsantrag zu wünschen weil alles katastrophal schlecht läuft und man das noch schnell erledigen will, weil man sich bestimmt trennt - ne.

    Das von mir Geschriebene war natürlich ein analytischer Blick von außen auf die Eile mit dem Heiraten. Subjektiv werden die Personen ihre Beziehung natürlich nicht als schlecht empfinden. Aber irgend ein Damoklesschwert müssen sie m.E. über sich spüren, sonst kann ich mir die Eile nicht so wirklich erklären. Zu spät für eine Hochzeit kann es ja nur durch eine Trennung sein (Unglücke mal ausgeklammert).


    Davon abgesehen gibt es durchaus Leute, denen die Ehe wichtiger ist als die Beziehung mit dem Partner. Die trennen sich dann lieber als unverheiratet mit ihrem Partner zusammen zu bleiben. So nach dem Motto "Wenn du mich nicht heiraten willst, kannst du mich ja nicht wirklich lieben." Wobei das natürlich daurchaus auch zutreffen kann. Gibt es ja immer wieder dass Menschen den einen Partner nicht heiraten wollen, den nächsten dann aber schon. (Wobei man da wieder die Fälle abziehen muss, wo der zweite Partner bzw. die zweite Partnerin im Gegensatz zum/zur ersten auch schon mit einer erbettelten Hochzeit zufrieden ist. Dann war der Heiratswunsch womöglich gar nicht ausgeprägter als in der vorherigen Beziehung, nur die Ansprüche auf der Seite mit dem Heiratswunsch niedriger. :=o )

    Wenn man sich die Beiträge hier durchliest, kann man die super in zwei Guppen packen, fein säuberlich nach Geschlechtern getrennt.


    Die Beiträge der Männer: Sorge vor Unterhaltsverpflichtungen im Falle einer Trennung. Berufstätiger Mann heiratet jüngere Frau - Studentin z.B. und zahlt nach der Scheidung? Nein danke. Und warum sollte man eigentlich heiraten? Gründe, die zwingend dafür sprechen? Gibt's heutzutage immer weniger.


    Die Beiträge der Frauen: Traumprinz, er liebt mich doch, ich will so gern, es ist so romantisch...


    Das geht nicht zusammen. Keine Frau wird mit romantischen Verklärungen einen heiratsunwilligen Mann umstimmen. Dem fehlen Argumente, die ihm die Angst nehmen, nicht Gefühle.


    Dass das bei vielen Frauen viel zu sehr auf der romantischen Schiene läuft, zeigt schon die Tatsache, dass auf einen Antrag gewartet wird. Eigentlich müsste man ja annehmen, dass eine Entscheidung von solcher Tragweite nach langen Gesprächen gemeinsam getroffen wird.


    Wenn finanzielle Sorgen im Falle einer Scheidung ein Grund sind: Vielleicht hilft es, sich mal vorzustellen, da wäre ein Mann mit x00.000€ Schulden und die Frau müsste von Heirat ab jeden Monat 1000€ mit abbezahlen. Oh ja, kein Problem, Hauptsache die Romantik stimmt??

    Zitat

    Wenn man sich die Beiträge hier durchliest, kann man die super in zwei Guppen packen, fein säuberlich nach Geschlechtern getrennt.

    Stimmt doch gar nicht. Ich bin jedenfalls eine Frau und so gar nicht Pro-Ehe und meine Beiträge hier waren es auch nicht.

    @ TE

    Dir ist das Thema Heiraten total wichtig, aber selbst hier im Thread wird nur nach vielen Nachfragen der User teilweise nachvollziehbar, warum und was daran dir so wichtig ist. Da du mit deinem Mann noch weniger über das Thema gesprochen zu haben scheinst, ist der sich vielleicht auch unsicher. Und eventuell kann er sich mit manchen deiner Fantasien gar nicht so anfreunden. Ja, ihr habt als Hochzeitsgäste schonmal darüber gesprochen, wie ihr euer Fest ausrichten würdet, aber vielleicht möchte er gar keine klobige Feier? Findet weiße Brautkleider lächerlich? Was würdest du sagen, wenn er dagegen ist, Ringe auszutauschen? Oder vielleicht liegt ihm ja auch der Antrag an sich schwer im Magen? (Je länger die Wartezeit, desto anspruchsvoller werden die Damen ja; wenn früher die Liebe in Karat des Verlobungsringes gewogen wurde, sind die heutigen Maßeinheiten Kreativität und Zeitaufwand des Antragsstellers, oder gar Anzahl der Zuschauer, die Zeuge sind. Youtube ist voll von solchen Filmchen.)


    Leider ist der Zeitpunkt, ungezwungen über das Thema zu sprechen, nach den vielen Andeutungen deiner Bedürftigkeit vorbei; allerdings wird es immer gezwungener, je länger du wartest. Ich würde dir also auch raten, dir klar zu werden, um was es geht und dann: kommunizieren!

    Zitat

    Ich kenne mich im Deutschen Rechtssystem zu gut aus, um einen derartigen Fehler zu machen.

    Zitat

    Kernfrage: "Wieso soll ich meine Existenz ruinieren, nur um mir Liebe notariell bestätigen zu lassen?"

    Der ist irgendwie ziemlich lustig :=o

    na ja, finanzielle Bedenken lassen sich ja durchaus mit einem Ehevertrag aus der Welt schaffen, wenn sie einem denn so schwer im Magen liegen. Ich hatte ganz andere Bedenken, als ich meinen Mann geheiratet habe, die lagen mehr im Bereich der Kindersorge weil ich ja mein alleiniges Sorgerecht aufgegeben habe. Das ist auch vertraglich geregelt und gut.