Kein Kinderwunsch: Reden ist Silber...?

    Hey Leute *:)


    immer wieder habe ich schon die Weisheit gehört, dass das Leben niemals so abläuft, wie man es sich gerne vorplant und dass man niemals "nie" sagen soll. Zu einem gewissen Grad ist da sicherlich was dran, da das Leben immer viele Wendungen bietet - das weiß ich schon in meinem jungen Alter.


    Dennoch habe ich beispielsweise einige Ansichten, die für mich schon wie in Stein gemeißelt sind und von denen ich mir sicher bin, dass sie sich nicht mehr ändern werden. Oder anders gesagt: Es muss schon ein gewaltiger Einschnitt passieren, damit ich umgepolt werde. ":/


    Ein solcher Punkt bei mir ist das Kinderkriegen, das ist einfach so unvorstellbar für mich. Hatte da vor kurzem eine hitzige Diskussion. Es gibt einfach tonnenweise Gründe, die dagegen sprechen, und zu wenige, die dafür sprechen. Es passt nicht zu mir, es passt nicht zu meiner ganzen persönlichen Entwicklung, ich kann mich überhaupt nicht selbst in einer Vaterrolle vorstellen bzw. mich damit identifizieren, dazu kann ich mit Kindern generell nichts anfangen. Ich selbst bin ein Unfallkind gewesen, meine Eltern haben mich bereits bekommen, als sie in meinem jetzigen Alter waren. Nach und nach habe ich erfahren, wie nachhaltig meine Geburt ihre Lebensplanung aus der Bahn geworfen hat. Erste Probleme habe ich da schon im Kindesalter mitgekriegt. Wenn ich hinsichtlich ihrer "Glückseligkeit" (insbesondere eines Elternteils) Bilanz ziehe, dann komme ich zu dem Ergebnis, dass ich den selben Fehler nicht machen will.


    Meinen Pflichten gehe ich verantwortungsbewusst nach, aber noch mehr Verantwortung freiwillig auf mich zu nehmen, als nötig? Nö, danke! Vielleicht ist es ja Unreife, vielleicht ein Stück Egoismus, vielleicht beides, oder vielleicht Angst vor Verantwortung. Vielleicht ist es auch die Sehnsucht nach einem unbeschwerten Leben, weil mir die Unbeschwertheit in der Jugend gefehlt hat. Erst jetzt komme ich nach und nach von den Fesseln los, die mich in meiner Jugend gehalten haben und möchte diese Entwicklung beibehalten und an Freiheit hinzugewinnen. Obendrein habe ich das Problem, dass ich etwas phobisch hinsichtlich Krankheiten bin, insbesondere hinsichtlich Magen/Darm. Jedes Mal in Panik auszubrechen, wenn der/die Kleine wiedermal einen saftigen Virus aus dem Kindergarten mitbringt - das ist doch wirklich kein Leben. Da könnte man jetzt sicherlich (berechtigterweise!) mit einer Therapie argumentieren, aber dann wäre halt ein Gegengrund aus der Welt geschaffen und es gäbe "nur" noch die anderen 99.


    Von älteren Bekannten habe ich schon oft gehört, dass sich die Familienplanung schlagartig ändern kann, wenn man die "große Liebe" trifft. Aber ich glaube nicht wirklich an die "große Liebe", denn perfekt gibt es nicht, egal wie toll die Welt einem durch die rosarote Brille in der Verliebtheitsphase vorkommt. Oder ist dieser Mythos doch kein Mythos und ich habe bisher schlicht nicht die große Liebe getroffen? Hmm.


    Das Problem ist jedenfalls, dass ich nicht weiß, wie ich nach außen hin damit umgehen soll, weil so eine drastische Einstellung erfahrungsgemäß bei einigen Menschen komisch ankommen und u.U. interessante Frauen vergraulen kann. Das ist in meinem Alter vielleicht noch nicht ganz so kritisch, aber es wird sicherlich nicht besser werden, denn ich kenne bereits einige Gleichaltrige, die Kinder planen. Ist eine Vasektomie vielleicht die richtige Lösung? Dann könnte ich ja einfach zu dem Thema schweigen. :-X


    Jetzt werden sicherlich einige sagen, dass sich das ändert in 10-20 Jahren, aber mal ehrlich: Ich halte es für unwahrscheinlich. ":/ Oder kennt ihr Fälle, bei denen die Einstellung auch so extrem anti war, wie bei mir, und sich das ganze dann doch um 180° gewendet hat? Lasst es mich wissen. ;-) :)D

  • 16 Antworten

    Ich bin über 30 und habe nie einen Kinderwunsch gehabt. Sowohl mit 18 als auch jetzt möchte ich Kinder von mir am liebsten so weit weghalten wie möglich, da ich mit Lärm und Chaos schlecht umgehen kann und mir auch jeglicher Zugang zu Kindern fehlt. In all den Jahren hat sich daran nichts geändert, so dass zumindest ich deine Einstellung sehr gut verstehen kann.


    Eine Vasektomie könnte für dich ein guter Ansatzpunkt sein, wenn das für dich eine vorstellbare OP ist, da du dann wirklich keine Sorgen haben musst, dass man dir mal ein Kind unterschiebt. Ich würde die OP aber nicht machen, weil du dann zu dem Thema "Kinder" schweigen kannst, sondern nur dann, wenn es für dich das Thema Verhütung klärt.


    Ich habe übrigens meine große Liebe vor ein paar Jahren gefunden und an meinem Wunsch, eben keine Kinder zu haben, hat sich absolut gar nichts geändert.


    Und hier ein Tipp: Wenn die "große Liebe" in diesem Punkt so anders tickt als man selbst, dann ist es nicht die große Liebe, denn Menschen mit so unterschiedlichen Ansichten in einem Punkt, bei dem es keine Kompromisse gibt, werden wohl eher auf Dauer eh nicht glücklich werden. Also wäre ich persönlich für offene Kommunukation. Wobei ich durchaus einsehe, dass man als Frau ohne Kinderwunsch wahrscheinlich schneller einen Partner findet als ein Mann ohne Kinderwunsch eine Partnerin. Ich denke, die Vasektomie würde dir in dem Punkt Diskussionen ersparen, aber deine Chancen nicht erhöhen oder verschlechtern.

    Ich bin Mitte 30, wusste schon mit 15/16 das ich nie Kinder haben möchte. Daran hat sich bis heute nichts geändert, bei mir tickt auch keine biologische Uhr...Da hat nie was getickt. Die große Liebe fehlt mir zwar, aber auch die würde nichts daran ändern. Und wer das nicht verstehen kann oder will mit dem möchte ich nichts zu tun haben.

    Sowas kann sich durchaus ändern, aber es muss nicht. Ich will auch keine Kinder und das hat sich in den letzen 15 Jahren auch nicht geändert, wobei ich aber zugeben muss mir in der letzten Zeit zumindest intensiver Gedanken gemacht zu haben, da bei mir als Frau auch bald der Zug abgefahren ist und ich mir sicher sein muss. Aber dennoch sage ich immer noch, dass ich keine Kinder will. Ich mochte Kinder noch nie und kann mich auch gar nicht mit der Mutterrolle identifizieren. ":/ Ich habe von Anfang an da kein Geheimnis draus gemacht, weder bei Freunden noch bei potenziellen Partnern. Klar kamen da viele doofe Kommentare, aber was solls. Ist nicht jedermanns Sache. Ich würde dazu stehen. Du willst nicht, andere wollen. Das sollte akzeptiert werden.

    Zitat

    Ist eine Vasektomie vielleicht die richtige Lösung? Dann könnte ich ja einfach zu dem Thema schweigen. :-X

    Wie meinst du das? ":/ Mit irgendwelchen Bekannten oder lockeren Affären musst das das Thema Kinderwunsch eh nicht diskutieren und die Verhütung wäre zwar gesichert, Kondome aber weiterhin nötig.


    Aber in einer festen Beziehung wäre es ein ziemlicher Hammer, wenn du deine Einstellung zu Kinderwunsch und eine erfolgte Vasektomie verschweigst. Das ist einfach ein Thema, bei dem man ehrlich sein muss und wenn es nicht passt, dann wird halt nichts draus.


    Irgendwie verstehe ich dein Problem aber nicht ganz. Lass es doch einfach auf dich zukommen, du bist ja nicht gezwungen jetzt eine Entscheidung zu treffen. Vielleicht ändert sich deine Einstellung noch, vielleicht auch nicht. Gegenüber potentiellen Partnerinnen kannst du das offen kommunizieren. Manche sind dann wohl weg, aber es gibt genug Frauen, die ebenfalls keine Kinder wollen. Ansonsten muss du deine Einstellung nach außen ja nicht so drastisch darstellen, dass es auf andere seltsam wirkt. Du willst halt keine Kinder und fertig, so ungewöhnlich ist das ja nicht.

    Zitat

    Das Problem ist jedenfalls, dass ich nicht weiß, wie ich nach außen hin damit umgehen soll, weil so eine drastische Einstellung erfahrungsgemäß bei einigen Menschen komisch ankommen und u.U. interessante Frauen vergraulen kann.

    Das Problem kannst du doch aber ganz einfach lösen, indem du ehrlich bist: für die "große Liebe" oder was Längerfristiges kommen eben nur Frauen ohne Kinderwunsch infrage (gibt es, bin selbst so eine... ich mag Kinder, arbeite mit Kindern aber ich brauche auch Zeit ohne Kinder, da ich sonst am Rad drehe. Also will ich auf keinen Fall eigene...). Und wenn du eh nicht an die große Liebe glaubst, wofür brauchst du dann interessante Frauen? Ich kanns mir denken: dann kommuniziers aber auch so, sonst behandelst du einfach Menschen wie Dreck, ist so. Frauen anlügen ist bestimmt nicht das, was ich jetzt guten Gewissens empfehlen kann. ;-)


    Vergrault ne Frau mit Kinderwunsch nicht eher dich als umgekehrt?

    Zitat

    Ist eine Vasektomie vielleicht die richtige Lösung?

    Damit kannst du auf jeden Fall deine Ansicht in Stein meißeln und für dich eine abschließende Entscheidung fällen. Mit dem Bonus, dass man dir auch keine Kinder mehr "unterschieben" kann usw. Und wenn du eh keine Kinder willst, hast du auch nachhaltig für eine sichere Verhütung gesorgt. Also wenn du wirklich keinen Kinderwunsch hast, gibts nix, was dagegen spricht. Ein großer Eingriff ist es beim Mann ja auch nicht.


    Und zur Reife: es gab mal so eine Theorie, dass Fortpflanzung = Reife ist, aber die ist schon etwas älter. Mittlerweile würd ich sagen, dass Reifungsprozesse sowieso später stattfinden als noch vor 30 Jahren. Man kann auch einfach Zeiten wie die 50er-Jahre, wo Frauen sowieso keinerlei Chance hatten, Vollzeit berufstätig zu sein (bzw. nicht ohne Zustimmung des Mannes) und daher ohne Kinder quasi "nutzlos" waren und wo es gesellschaftlich notwendig war, die Kriegsverluste personell zu ersetzen, nicht mit heute vergleichen. Und man kann auch die DDR-Zeiten, wo jeder mit 18 Kinder bekam, weil er sonst dazu verdammt war, im Elternhaus zu versauern, nicht mit heute vergleichen, wo es völlig normal ist, im Singlehaushalt zu leben oder bis zum Alter von ca. 25 Jahren in der Ausbildung zu stecken.


    Außerdem (vielleicht auch aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte) gibts inzwischen auch eine Menge Theorien, die besagen, dass man Fortpflanzung ganz gut durch eine berufliche Karriere o.ä. ersetzen kann und dabei trotzdem "reif genug" wird. Mal konkret betrachtet: ich erziehe derzeit den ganzen Vormittag lang Grundschulkinder. Wieso ist das was anderes/weniger reif machendes, als wenn ich eigene Kinder erziehe? Im Gegenteil, manche Eltern der Kinder machen rein gar nix, was irgendwie in Richtung Erziehung geht. Die haben vielleicht 5 Kinder und sind dennoch "unreif" und genauso drauf, als hätten sie keine Kinder.

    @ Melpomene:

    So ähnlich geht mir das auch. Ich selbst war als Kind verhältnismäßig ruhig und mochte schon damals dieses Dauergeplärre um mich herum nicht.


    Ein Kind untergeschoben zu bekommen wäre natürlich das pure Horrorszenario. Ich will nicht hoffen, dass das oft vorkommt, aber die Tatsache, dass es theoretisch vorkommen kann, macht mir natürlich auch irgendwo Angst und regt meine Überlegungen zum Thema Vasektomie natürlich noch weiter an.


    Zum Thema große Liebe hast du natürlich auch Recht. Das stimmt schon, sobald es kompromisslose Punkte gibt, wird es verdammt schwer und da ist eine Trennung wohl sinnvoller, als alles andere.

    @ GoldenOldie:

    Zitat

    Und wer das nicht verstehen kann oder will mit dem möchte ich nichts zu tun haben.

    Starke Einstellung! :)^

    @ Planetenwind & @clairet:

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    Ich habe von Anfang an da kein Geheimnis draus gemacht, weder bei Freunden noch bei potenziellen Partnern. Klar kamen da viele doofe Kommentare, aber was solls. Ist nicht jedermanns Sache. Ich würde dazu stehen. Du willst nicht, andere wollen. Das sollte akzeptiert werden.

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    Aber in einer festen Beziehung wäre es ein ziemlicher Hammer, wenn du deine Einstellung zu Kinderwunsch und eine erfolgte Vasektomie verschweigst. Das ist einfach ein Thema, bei dem man ehrlich sein muss und wenn es nicht passt, dann wird halt nichts draus.

    Moralisch gesehen bin ich da voll und ganz einverstanden, und dass man da nicht um ein Gespräch drumrumkommt, ist mir auch klar. Die Frage ist halt für mich, wann und in welcher Situation. Wenn ich sofort merke, dass die Frau an Kindern total interessiert ist, dann würde ich auch sofort reinen Tisch machen. Moralisch gesehen finde ich alles andere auch bedenklich in so einem Fall. Aber es gibt ja nicht nur schwarz oder weiß, sprich, "ich möchte sofort Kinder" und "ich möchte nie Kinder". Was ist, wenn es heißt "ich weiß es noch nicht"? Außerdem wird nicht alles wird in der Kennenlernphase sofort diskutiert. Genau da wird es nämlich dann ggf. schwieriger, die Initiative zu ergreifen.

    Zitat

    Ansonsten muss du deine Einstellung nach außen ja nicht so drastisch darstellen, dass es auf andere seltsam wirkt. Du willst halt keine Kinder und fertig, so ungewöhnlich ist das ja nicht.

    Ja, klar, ich binde das auch keinem direkt auf die Nase, aber wenn das Thema mal aufkommt Fragen gestellt werden, dann muss ich das ja zumindest irgendwie begründen.

    @ Waterli2:

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    Und wenn du eh nicht an die große Liebe glaubst, wofür brauchst du dann interessante Frauen? Ich kanns mir denken: dann kommuniziers aber auch so, sonst behandelst du einfach Menschen wie Dreck, ist so. Frauen anlügen ist bestimmt nicht das, was ich jetzt guten Gewissens empfehlen kann. ;-)

    Lügen will ich auch wirklich nicht. Ich glaube, du verstehst mich in diesem Punkt ein bisschen falsch.


    Mit "großer Liebe" meine ich diese utopische Vorstellung von einer Beziehung, die einfach so reibungslos funktioniert, dass es (fast) nie Probleme gibt und man wirklich bis ans Ende der Tage genauso glücklich ist, wie vom ersten Moment an und dass man ein "ganz anderer Mensch" wird. Ich sage damit ja nicht, dass ich keine feste Beziehung will, oder dass ich selbst keine tieferen Gefühle empfinden kann, im Gegenteil, ich suche keine kurzlebigen Affären oder sonstiges. Sonst wäre das Thema ja wirklich kein Problem. ;-)

    Zitat

    Vergrault ne Frau mit Kinderwunsch nicht eher dich als umgekehrt?

    Wenn besagte Frau am liebsten sofort Kinder will, dann definitiv ja, und dann würde ich sofort sagen, was Sache ist, ohne wenn und aber. Doch wenn sie nicht von sich auf das Thema zu sprechen kommt, oder sagt "ich weiß noch nicht, ob ich Kinder will", dann weiß ich auch erstmal nicht, wie ich reagieren soll.




    Jedenfalls steht fest: Einer Frau dreist ins Gesicht lügen will ich natürlich nicht und ich würde mir niemals eine Frau suchen, die zu 100% Kinder will und auf Basis einer Lüge eine Beziehung mit ihr anfangen. Die Frage ist, wie und wann man die Initiative ergreift und das bezieht sich auf die Kennenlernphase.

    Sowohl mein Mann als auch ich wollten nie Kinder. Gar nicht. Auf keinen Fall.


    Seit 2 Monaten verhüten wir nicht mehr ;-)


    Mit Ende 20 bzw Mitte 30 haben wir uns beide unabhängig voneinander verändert und einen Kinderwunsch entwickelt. Zum Glück haben wir uns in die gleiche Richtung entwickelt. Eine Beziehung KANN NIEMALS gut gehen, wenn die Partner unterschiedlich unterschiedlicher Meinung sind bei dem Thema, denn da gibt es einfach keine Kompromisse.

    Zitat

    Doch wenn sie nicht von sich auf das Thema zu sprechen kommt, oder sagt "ich weiß noch nicht, ob ich Kinder will", dann weiß ich auch erstmal nicht, wie ich reagieren soll.

    Ich denke, dass auch hier vieles dafür spricht, deine Einstellung zumindest anzudeuten. Wenn du sagst, wie du das Thema siehst, stehen die Chancen gut, dass du aus ihrer Reaktion ablesen kannst, in welche Richtung sie tendiert. :)z Reagiert sie leicht enttäuscht (spricht dafür, dass sie zumindest die Option gerne offen hätte)? Oder eher positiv? (Weil sie z.B. selbst auch eher keinen Kinderwunsch hat.)

    Zitat

    Aber es gibt ja nicht nur schwarz oder weiß, sprich, "ich möchte sofort Kinder" und "ich möchte nie Kinder". Was ist, wenn es heißt "ich weiß es noch nicht"? Außerdem wird nicht alles wird in der Kennenlernphase sofort diskutiert. Genau da wird es nämlich dann ggf. schwieriger, die Initiative zu ergreifen.

    Ich bin da vielleicht etwas extrem, aber ich habe in der Kennenlernphase alles wichtige echt besprochen, dass keine Missverständnisse entstehen. Ja ok wenn sich jemand noch nicht sicher ist, ist das natürlich schwierig. Da muss man dann selbst abwägen, ob man das "Risiko" eingehen will eine Partnerschaft einzugehen. Aber selbst dann würde ich dem Partner sagen, dass ich definitiv nicht will. Dass er also auch weiss woran er ist, sollte er sich mal doch für Kinder entscheiden.

    Zitat

    Das Problem ist jedenfalls, dass ich nicht weiß, wie ich nach außen hin damit umgehen soll, weil so eine drastische Einstellung erfahrungsgemäß bei einigen Menschen komisch ankommen und u.U. interessante Frauen vergraulen kann. Das ist in meinem Alter vielleicht noch nicht ganz so kritisch, aber es wird sicherlich nicht besser werden, denn ich kenne bereits einige Gleichaltrige, die Kinder planen. Ist eine Vasektomie vielleicht die richtige Lösung? Dann könnte ich ja einfach zu dem Thema schweigen. :-X

    Dein Problem kann ich nachvollziehen aber die Lösung die du dir da ausgedacht hast bringt es nicht.


    Ich wollte auch nie Kinder. Ich hatte dann mal einen Partner, der Kinder wollte, und da hab ich rumgeeiert von wegen "ich bin ja noch (relativ) jung/ wer weiß wie ich das später mal sehe" usw. Ich wollte mir die Beziehung schönreden, aber das war einfach nur desaströs, sowas hab ich seither nie wieder gemacht. Damit belügt man sich selber und einen anderen. Und der andere redet dauernd an einen hin um endlich doch noch den Kinderwunsch rauszukitzeln. Ich hab mich dann auch getrennt, das passte (aus weiteren, damit indirekt zusammenhängenden Gründen) nicht. Aus heutiger Sicht würde ich da also eher sagen "Ich will (jetzt) keine Kinder und wir müssen davon ausgehen dass das so bleibt". Und auf einen Mann der zu einem Kinderwunsch tendiert habe ich seither auch nicht mehr eingelassen.


    Ich hab allerdings auch eine Freundin, deren damals Freund und späterer Mann hat immer total abfällig über Kinder geredet - Geplärre, "Dinger", unter seinem Niveau, usw. Sie wollte eigentlich schon Kinder, so wie halt die meisten Menschen/ Frauen das wollen. Aber es war ihr klar, dass es unwahrscheinlich ist dass sie mit diesem Mann welche haben wird. Sie war - wie du - aber auch noch nicht in einem Alter wo man schon alle Lebensweichen gestellt hat. Über die Jahre haben sie die eine oder andere Krise gehabt, beide haben sich natürlich verändert, entwickelt, und dann haben sie geheiratet und Kinder und sind nach wie vor zusammen. Das Kinderthema hatte sie von sich aus nie angesprochen, es war er, der plötzlich Bücher kaufte - "das wär toll für Kinder, findest du nicht?" - usw.


    Wenn ich gar keine Kinder kriegen KÖNNTE, dann würde ich das sehr bald sagen. Die meisten Frauen wollen wie gesagt irgendwann Kinder, und ich würde mich anstelle so einer Frau ausgenutzt und hintergangen fühlen, wenn du mir nach einer Zeit, wenn ich längst total verliebt bin in dich, sagen würdest dass du keine Kinder kriegen kannst weil du Kinder so sehr hasst dass du eine ultimative Verhütungsmethode gewählt hast. Abgesehen davon denke ich aber nicht dass irgendein Arzt in deinem Alter eine Vasektomie durchführen würde.

    Zitat

    Das Problem ist jedenfalls, dass ich nicht weiß, wie ich nach außen hin damit umgehen soll, weil so eine drastische Einstellung erfahrungsgemäß bei einigen Menschen komisch ankommen und u.U. interessante Frauen vergraulen kann.

    Ja, das kann passieren. Wenn man zu sich und seinen Entscheidungen steht, kommt man u.U. nicht bei jedem Menschen an oder passt partnerschaftlich nicht mit jedem zusammen.

    Zitat

    Doch wenn sie nicht von sich auf das Thema zu sprechen kommt, oder sagt "ich weiß noch nicht, ob ich Kinder will", dann weiß ich auch erstmal nicht, wie ich reagieren soll.

    "Ich bin mir sicher, dass ich keine haben möchte." Mögliche Konsequenz: siehe oben. Wann man das thematisiert, keine Ahnung, ich hab nie eine Beziehungsanbahnung über Dates o.ä. gehabt, ich habe meinen Partner als Freund kennengelernt und da kam das Thema beim ganz normalen Kennenlernen einfach auch mal auf.

    Zitat

    aber wenn das Thema mal aufkommt Fragen gestellt werden, dann muss ich das ja zumindest irgendwie begründen.

    "Weil ich keine will." Oder gegenfragen, warum die- oder derjenige Kinder möchte, sich das alles anhören, nicken, und sagen: "Gute Punkte, ich will trotzdem keine. ;-D " - falls da überhaupt etwas kommt, die meisten Menschen können aus dem Stegreif gar nicht wirklich begründen, warum sie Kinder wollen. ;-) Das wird halt weniger hinterfragt und ist für die meisten halt so ein Gefühl von macht-man-so, will-ich-so. Und bei Dir ist es halt ein anderes. Du musst das weder begründen noch rechtfertigen.


    Mein Partner und ich sind lange zusammen und verheiratet, Kinder waren nie ein Thema und es zeichnet sich in keiner Weise ab, dass sie es nochmal werden könnten. Alles ganz undramatisch. Je älter ich werde, desto gelassener reagiert auch mein Umfeld, wenn das Thema mal aufkommt. Da arbeitet die Zeit einfach für Dich. Wenn man noch jünger ist, wollen einem alle möglichen Leute da reinquatschen, aber das kann man einfach aussitzen. :-)

    Zitat

    Das Problem ist jedenfalls, dass ich nicht weiß, wie ich nach außen hin damit umgehen soll, weil so eine drastische Einstellung erfahrungsgemäß bei einigen Menschen komisch ankommen und u.U. interessante Frauen vergraulen kann.

    Natürlich besteht die Gefahr, dass - wenn du deine Meinung vertrittst - interessante Frauen dadurch vergrault werden. Aber das ist doch irgendwie auch Sinn der Sache. Man will ja jemand finden, bei dem alles passt und dem man nichts vorenthalten oder vorspielen muss. So zumindest sehe ich das.


    Und was soll mit einer Frau entstehen, die einen völlig anderen Lebensplan (Kinder) hat als du?

    @ Carolinja-87:

    Da habt ihr beide Glück gehabt, dass diese 180°-Wende bei euch beiden stattgefunden hat und nicht nur bei einem. Mir wird gesagt, dass sich das auch bei mir irgendwann ändern wird. Ich weiß nicht, wie das bei euch passiert ist, aber ich habe gewisse Grundprinzipien, die sehr schwer verrückbar sind und da gehört dieses Thema dazu.

    @ LolaX5:

    Ja, ich denke, ein subtiles Andeuten in der Kennenlernphase ist wohl die beste Lösung in der Situation. Dann schauen, inwieweit der Wunsch ausgeprägt ist und bei negativer Reaktion sofort reinen Tisch machen.

    @ CoteSauvage

    Du bringst das Problem ziemlich auf den Punkt.

    Zitat

    Ich wollte auch nie Kinder. Ich hatte dann mal einen Partner, der Kinder wollte, und da hab ich rumgeeiert von wegen "ich bin ja noch (relativ) jung/ wer weiß wie ich das später mal sehe" usw. Ich wollte mir die Beziehung schönreden, aber das war einfach nur desaströs, sowas hab ich seither nie wieder gemacht. Damit belügt man sich selber und einen anderen. Und der andere redet dauernd an einen hin um endlich doch noch den Kinderwunsch rauszukitzeln.

    Ich habe auch keinen Bock auf dieses "Rumgeeiere". So eine Beziehung zwanghaft aufrechtzuerhalten bringt es sicherlich nicht.

    Zitat

    Ich hab allerdings auch eine Freundin, deren damals Freund und späterer Mann hat immer total abfällig über Kinder geredet - Geplärre, "Dinger", unter seinem Niveau, usw. [...] und dann haben sie geheiratet und Kinder und sind nach wie vor zusammen.

    Schon erstaunlich, wie man von so einer Einstellung einfach so wegkommen kann. Ist ähnlich, wie bei mir. Ich vergleiche mich zwar nicht auf geistiger Ebene mit Kindern, das ist Blödsinn, aber trotzdem nerven sie mich und ich halte mich möglichst fern von ihnen.

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    ich würde mich anstelle so einer Frau ausgenutzt und hintergangen fühlen, wenn du mir nach einer Zeit, wenn ich längst total verliebt bin in dich, sagen würdest dass du keine Kinder kriegen kannst

    Ja, das ist klar. Auf Basis einer Lüge eine Beziehung aufbauen will ich natürlich auch nicht.

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    weil du Kinder so sehr hasst dass du eine ultimative Verhütungsmethode gewählt hast.

    "Hassen" ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Kinder können extrem nerven, aber "hassen" ist glaube ich nochmal ne andere Nummer. ;-)

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    Abgesehen davon denke ich aber nicht dass irgendein Arzt in deinem Alter eine Vasektomie durchführen würde.

    Habe ich auch schon gehört. Und ich verstehe es einfach nicht, jetzt vielleicht abgesehen von rein moralischen Bedenken seitens der Ärzte. Aber ansonsten bin ich a) schon recht bald Mitte 20, b) muss ich doch vor der OP schriftlich einwilligen. Das heißt, der Arzt ist juristisch abgesichert. Wenn ich bewusst meine Hand auf eine heiße Herdplatte lege, kann ich doch auch nicht dem Hersteller Körperverletzung vorwerfen. Aber naja, so viel zur Selbstbestimmung. ;-D

    @ a.fish:

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    die meisten Menschen können aus dem Stegreif gar nicht wirklich begründen, warum sie Kinder wollen. ;-) Das wird halt weniger hinterfragt und ist für die meisten halt so ein Gefühl von macht-man-so, will-ich-so.

    Da wird gar nichts hinterfragt, weil da der Kopf weniger dran beteiligt ist. ;-D Der Instinkt ist immer am werkeln, bei manchen mehr, bei manchen halt weniger (und letzteres ist gut so, für das Jahr 2100 wird sowieso schon ein Anstieg der Weltbevölkerung auf 12 Mrd vorausgesagt).

    Zitat

    Wenn man noch jünger ist, wollen einem alle möglichen Leute da reinquatschen, aber das kann man einfach aussitzen. :-)

    Ja, kenne ich. Es ist zwar nicht so, dass ich mir da jeden Tag was anhören muss, aber wenn, dann geht mir das tierisch auf den Keks.

    Zitat

    @Sozey: Und was soll mit einer Frau entstehen, die einen völlig anderen Lebensplan (Kinder) hat als du?

    Dass eine Beziehung mit völlig unterschiedlichen Ansichten absolut keinen Sinn hat und zum Scheitern verurteilt ist, weiß ich natürlich.

    Definitiv ist hier Reden Gold. Wenn man jemanden trifft, mit dem sich was entwickelt, wird es irgendwann Gelegenheit geben, über das Thema zu sprechen. Und wenn du dann offen sagst, was Sache ist, kann sich auch eine Frau, die sich in der Frage noch nicht sicher ist, entscheiden, wie sie damit umgeht.


    Mein Mann hatte übrigens auch deine Einstellung, als wir uns vor 13 Jahren kennen lernten. Ich habe ihn trotzdem geheiratet, obwohl ich immer Kinder wollte. Ich wollte aber eben auch wenn Kinder, nur mit ihm und nur, wenn er voll dahinter steht. Ich könnte aber durch seine Offenheit bewusst entscheiden, ihn trotzdem zu heiraten und habe damit gerechnet, kinderlos zu bleiben. Über die Jahre haben viele Freunde Kinder bekommen und er hat gerade bei engen Freunden viel vom Leben mit Kindern mitbekommen. Langsam änderte sich seine Einstellung und vor etwa 3 Jahren sagte er mir, dass er doch ein Kind wolle. Die Maus liegt jetzt oben und pennt selig ;-D Für ihn ist aber auch klar, dass es bei dem einen bleiben wird.


    Insofern ist Vasektomie natürlich eine sichere Variante, aber dann eben doch nicht mehr abänderbar. Und es gibt auch Männer/Frauen mit deiner Einstellung, die dann später doch noch Kinder wollen.