Keine Kinder, keine Hochzeit - ist das mein Leben?

    Liebe Community! *:)


    Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht, ob ich zu diesem (1000-fach ausgelutschtem) Thema überhaupt einen Thread aufmachen soll, aber dann hab ich mir gedacht, dass mir der Austausch mit „Leidensgenossinnen“ vielleicht guttun würde.

    Also: Ich frage hier nicht, WAS ich in meiner Situation tun soll und kann (denn das weiß ich eigentlich), sondern nur, ob es hier Frauen (oder natürlich auch gerne Männer) gibt, die in einer ähnlichen Lage waren bzw. sind und wie sie mit ihren Gefühlen umgehen.


    Im Prinzip ist die Geschichte banal:

    Ich, 35, habe vor 2 Jahren jemanden kennengelernt, den ich so aufrichtig und innig als Partner liebe, wie ich noch nie jemanden zuvor geliebt habe. Das ist sehr schön, zumal ich wirklich behaupten kann, dass ich zurückgeliebt werde. x:)

    Die Krux an der ganzen Sache ist – wie könnte es auch anders sein: Er war vor mir schon verheiratet und hat bereits eine Tochter mit 15 Jahren. Er braucht das alles also nicht mehr.

    Ich schon.


    Nein, eigentlich stimmt das so nicht ganz. Ich war mir nie sicher, ob ich mal Kinder haben möchte, wusste aber nie, ob das den „falschen“ Beziehungen geschuldet war oder ob ich wirklich kein Bedürfnis nach einer Familie spüre. Das weiß ich eigentlich immer noch nicht. Mein Kopf sagt: Um Himmels Willen, bloß kein Kind, dafür bist du nicht gemacht, du wärst überfordert, es belastet dich und deine Beziehung und müsstest so viel von deinem aktuellen Leben aufgeben, ein Leben, das ich mir so lang herbeigewünscht habe. Lass es, du hast es doch so schön!

    Mein Herz sagt: Verdammt noch mal, ich will mit diesem Mann eine Verbindlichkeit haben, ich will, dass ein Teil von uns weiterlebt, wenn es uns nicht mehr gibt.

    Und Kopf und Herz sagen: Wer ist für mich da, wenn ich mal alt bin oder mein Partner mich verlässt? Meine eigenen Eltern werden es irgendwann nicht mehr sein können und Freunde sind schön, aber ersetzen (meiner Meinung nach) eben keine Familie. Das macht mich traurig. Manchmal.


    Nun gut, wie ihr seht, das Kinderthema ist ein zweischneidiges Schwert und da mein Partner bereits unterbunden ist, fällt es mir irgendwie leichter, den Kinderwunsch (der ja so eigentlich gar keiner ist) aufzugeben.


    Aber: ich möchte heiraten. Wollt ich immer schon und will ich auch jetzt. Und ich will IHN heiraten.

    Ich will keine Hochzeit mit 100.000 Leuten, ich brauch keine Kirche und kein Riesentamtam.

    Es würde mir reichen, er und ich, irgendwo, wo es uns gefällt.

    Ich möchte eben einfach diese Verbindlichkeit. Ich möchte nicht nur seine Freundin sein, das klingt so austauschbar. Ich will die Frau an seiner Seite sein. Ich möchte seinen Namen tragen, ich möchte das einfach offiziell haben.

    Ja, ich weiß, es sind viele: „ich will, ich will, ich will, … Aber hier kann ich ja ehrlich sein und brauch nicht um den heißen Brei herumreden. Ich will heiraten, ja!


    Er nicht. Und damit bin ich nun beim Punkt. Er braucht das alles nicht, er behauptet, das ist alles sowieso nur Schein, er hat damals nicht aus Liebe geheiratet, sondern wegen des Kindes und der finanziellen Absicherung für seine Exfrau, dies ist ihm nun auf den Kopf gefallen (Scheidung, Streit ums Geld, …) und deshalb ist für ihn eine Ehe nur mit negativen Aspekten verbunden.

    Ich finde das so schade, so traurig und gleichzeitig krieg ich einen unglaublichen Hass auf seine Exfrau, weil die ihm das quasi „vermiest“ hat (ihr wisst hoffentlich, wie ichs meine, ich weiß, dass sie nicht die Böse ist, aber durch diese gescheiterte Ehe mit ihr hat er eben diese vernichtende Meinung), ich habe einen Hass, weil SIE mit ihm ein Kind hat und mit ihm verheiratet war und ich diese Chance nicht mehr haben kann, weil er damit durch ist.


    Und ich habe einen Hass auf ihn, weil ER ja alles hat bzw. zumindest eine Ehe „probieren“ konnte, auch wenn sie nicht gehalten hat. Ich habe einen Hass, weil ich das Gefühl habe, dass meine Bedürfnisse somit weniger wert sind als seine.


    Ich weiß, dass sie das nicht sind. Ich weiß, mein Freund liebt mich wirklich sehr, aber das Kinderthema ist für ihn abgeschlossen, nicht zuletzt auch deshalb, weil ich mich auch gleich zu Beginn unserer Beziehung positioniert habe und gemeint habe, dass ich keine Kinder möchte. Und heiraten tun für ihn ohnehin nur diejenigen, die der Außenwelt irgendetwas beweisen möchte.

    Er kann auch so mit mir glücklich sein. Unsere Beziehung ist für ihn verbindlich, er möchte mit mir durchs Leben gehen. Er sagt auch, dass seine Tochter immer für mich da sein wird, auch wenn er vor mir das Zeitliche segnen sollte. Ich weiß, das ist nett gemeint, aber sagen kann man viel. Mir ist das eben einfach zu wenig und ich merke, wie ich immer öfter deswegen traurig bin.


    Wie seht ihr das? Verkopf ich mich da mit dieser Heiraterei wirklich? Im Prinzip ists ja wirklich nur ein Stück Papier und wie oft Ehen geschieden werden, weiß ich ja auch.

    Ach keine Ahnung, ich wünschte, es gäbe hier Leute, denen es ähnlich geht und mit denen ich mich austauschen kann.


    Liebe Grüße, eure losgetreten. @:)

  • 69 Antworten

    Unabhängig von Heiraten und Kind ist das ja wieder ein typisches Beispiel für die häufig im Leben auftretende Situation, dass die Realität nicht den Wünschen entspricht, und es auch nichts gibt, was man dran drehen könnte, damit sie dies tut.


    Aus Zen-Sicht klammerst Du stark an Deinen Bedürfnissen, Deinen "ich will"s, die alle vermeintlich erfüllt werden müssen, damit Du glücklich wirst.


    Akzeptanz der Realität, wie sie nunmal ist, ist im Allgemeinen der erste Schritt auf dem Weg zu mehr Wohlbefinden. Du wirst mit diesem Mann kein Kind kriegen (zumindest nicht, wenn Du nicht mogelst beim Verhüten) und ihn auch nicht heiraten. Das beste wärs, sich damit abzufinden und aufzuhören, mit dem Kopf gege Wände zu rennen.

    hallo, sich in seinem eigenen leid zu suhlen, ist keine besondere gute idee. du brauchst keine „leidensgenossen“, sondern leute die dir neue denkanstöße geben und neue verhaltensweisen aufzeigen.


    du sprichst hier von hass und scheinst ziemlich verbittert, aus der mühle musst du raus.


    wenn er dich wirklich liebt, dann wird er auch eine zweite ehe eingehen. ich würde mal zur paarberatung, damit sich seine „denkblockaden“ auflösen und er auf deine bedürfnisse eingeht.


    alles gute für euch beiden @:)

    Also ich persönlich lese da etwas ganz anderes raus. Wenn du ernsthaft ein Kind in Erwägung ziehst um mit diesem Mann eine VERBINDLICHKEIT zu haben, dann zu das einem kleinen und wehrlosen Lebewesen bloß nicht an. Dann willst du keine Familie, sondern deinen Stand bei ihm "festigen".

    Liebe Losgetreten, also so eine Meinung zum Kinderwunsch kann sich auch ändern. Das ist völlig normal. Menschen die nie Kinder wollten möchten auf einmal doch und andere entscheiden sich dann doch dagegen. Habt Ihr über das Kinderthema denn nochmal gesprochen?

    zum Thema Heirat.. also eine Ehe ist kein Garant dafür, dass der Partner bei einem bleibt. Und hat auch nicht nur schöne Seiten. Gerade diejenigen, die geschieden sind und bei denen das kein Scheidungsdurchmarsch war und evtl noch Kinder mit da drin hängen und die durchaus auch mal vorhandenen schönen Zeiten einer Ehe am Ende nur noch von Ärger und Theater und Geldproblemen überschattet worden sind, die werden Dir von einer Ehe abraten.

    Ich bin auch so jemand die aus Liebe und Romantik seinerzeit geheiratet hat und dann ist mir der Mann nach einigen Jahren dennoch von der Fahne gegangen und ich hatte den Stress und finanzielle Probleme durch neue Wohnungseinrichtung etc.

    Und heute sage ich mir, wenn keine Kinder geplant sind, Wozu soll ich dann heiraten? Ich geh Vollzeit arbeiten und das würde sich auch nach eine Heirat nicht ändern, denn Kinder will und kann ich nicht bekommen, ich brauche also keinen Versorger.

    und zueinander stehen kann man auch als Paar ohne Trauschein.

    Wir sind auch nicht verheiratet und wollen auch nicht (er hat auch schlechte Erfahrungen bzl Scheidung) aber wir sprechen dennoch von "mein Mann" oder "meine Frau"

    Meiner Meinung nach gibt's eigentlich gar keine Pro's für eine Ehe.

    Gut manches ist direkt mit der Ehe verbunden, zb dass der Ehepartner immer mit den Ärzten sprechen darf wenn mal was ist, aber das sind alles auch Dinge die man irgendwie anders regeln kann.

    meiner Meinung nach muss man heute nicht mehr heiraten. Kann man natürlich machen, aber ich sehe da wenig bis keine Vorteile drin.

    Liebe losgetreten, du weißt, ich verfolge eure Liebesgeschichte schon länger, in deinem Alias-Faden hier und auch in dem anderen Forum das ich dir damals empfohlen habe. Weil sie mich so sehr an mein Leben erinnert.


    Und bitte hau mich nicht, wenn ich jetzt einmal ganz unempathisch sagen muss: Habe ich es dir nicht gesagt, vor eineinhalb Jahren? Das es genau so kommen würde?


    All die Probleme, die du hier nennst, in den anderen Fäden genannt hast, sind genau so eingetroffen wie ich es dir damals prognostiziert hatte, die Kämpfe mit der Ex, das Gefühl, ihn nicht ganz für dich zu haben, die Belastungen durch die Tochter. Du wolltest das alles nicht hören damals und ich kann es verstehen, weil du verliebt warst und man da denkt, man könnte mit Liebe alles erreichen.


    Und jetzt, 2 Jahre später, ist die rosarote Brille runter und du siehst, was Sache ist:

    Du bist eine junge Frau mit dem Wunsch nach klassischer Familie (Hochzeit, eigene Kinder), das spricht aus jeder deiner Zeilen auch wenn du versuchst, es dir selbst auszureden (braucht man doch alles nicht, macht keinen Unterschied, usw...).


    Und er ist ein gebrauchter Mann, traumatisiert aus der ersten Ehe, mit Angst vor der völligen Bindung und bereits einem Kind und entsprechenden Verpflichtungen.


    Du entwickelst bereits Hass auf die Ex dadurch, dass sie all das mit deinem Freund hatte, was dir verwehrt bleiben soll, und jetzt auch Hass auf ihn, weil er das einfach nicht mehr will. Das war zu erwarten, weil du deine eigenen Bedürfnisse nicht ewig unterdrücken kannst. Und jetzt fliegen sie dir um die Ohren.


    Zitat

    Wie seht ihr das? Verkopf ich mich da mit dieser Heiraterei wirklich? Im Prinzip ists ja wirklich nur ein Stück Papier und wie oft Ehen geschieden werden, weiß ich ja auch.

    Ach keine Ahnung, ich wünschte, es gäbe hier Leute, denen es ähnlich geht und mit denen ich mich austauschen kann.

    Du weißt wie ich hierzu denke, dass ich selbst mehrfache Erfahrung mit Männern gemacht habe die sich nicht mehr fest binden wollten oder konnten weil sie bereits all das erlebt hatten, was ich noch erleben wollte.

    Ich finde deine Bedürfnisse für eine junge Frau absolut normal und erlebe dich nicht als verkopft in Sachen Heiraten und Kinderwunsch.

    Du wachst gerade auf aus deinem Verliebtheitswahn, und fragst dich, berechtigterweise:

    Zitat

    Keine Kinder, keine Hochzeit - ist das mein Leben?

    Ja, das ist dein Leben. Aber anscheinend nicht das, was du wolltest. Dazu solltest du stehen und mit ihm reden. In der ersten Verliebtheit denkt man, man könnte dem angebeteten Wesen zuliebe auf alles verzichten- dann irgendwann spürt man seine wahren Bedürfnisse wieder.

    Entweder er kann sein Trauma der ersten Ehe überwinden, und fängt mit dir nochmal von vorne an, ohne Verbitterung, oder ich prognostiziere, dass du immer frustrierter und hasserfüllter werden wirst, weil dir zwei wichtige Dinge im Leben verwehrt bleiben.


    Ob man heiraten möchte und Kinder hat sind so existenzielle Lebensentscheidung, da geht's nicht darum, wo man nächstes Jahr im Urlaub hinfährt, das sind ganze Lebensentwürfe. Wenn man sich da auch durch ernste Gespräche nicht einigen kann, sehe ich keine Lösung, bei der alle Beteiligten glücklich werden können.

    Sprich mit ihm, sag ihm, wie du leidest. Warte nicht ab bis dein Hass und deine Unzufriedeinheit so groß werden das ihr euch wegen jeder Kleinigkeit zofft.


    Wie du weißt, habe ich mehrfach die Erfahrung machen müssen die du jetzt machst, und wie du auch weißt, bin ich immer noch unverheiratet und kinderlos. Und nicht wirklich glücklich mit diesem Zustand.

    sehe ich nicht so, ist aber wie immer ansichtssache.


    man knebelt sich durch eine ehe nicht bis an das lebensende, sondern zeigt wie wichtig einem der partner, die zuneigung usw. sind.


    im bekanntenkreis ist ein freund viel zu früh gegangen, seine „lebensgefährtin“ hat 0 cent gesehen.


    die ehe gibt auch eine gewisse „sicherheit“ und ich halte sie nicht für ein auslaufmodell

    Hey - vielen Dank für eure jetzt schon so zahlreich eintrudelnden Meinungen und Denkanstöße, zu denen ich gerne was sagen möchte.

    Zitat

    Aus Zen-Sicht klammerst Du stark an Deinen Bedürfnissen, Deinen "ich will"s, die alle vermeintlich erfüllt werden müssen, damit Du glücklich wirst.


    Das stimmt. Das war schon immer ich und ich werds vermutlich auch bleiben. ;-) Nur wird man eben mit den Jahren ein wenig reflektierter (oh mein Gott, wie altklug das klingt %-|, aber hey, ist doch so!) und beginnt, zu überlegen, welche der zahlreichen "Ich will´s" man wirklich braucht, um mit sich selbst im Reinen zu sein welche man einfach glaubt, haben zu müssen, weils a) andere auch haben oder b) man es einfach so macht oder c) weil man anderen etwas beweisen will.

    Zitat

    Akzeptanz der Realität, wie sie nunmal ist, ist im Allgemeinen der erste Schritt auf dem Weg zu mehr Wohlbefinden. Du wirst mit diesem Mann kein Kind kriegen (zumindest nicht, wenn Du nicht mogelst beim Verhüten) und ihn auch nicht heiraten. Das beste wärs, sich damit abzufinden und aufzuhören, mit dem Kopf gege Wände zu rennen.

    Das klingt ganz gut. Aber diese Scheiß-Gefühle und machen einem halt oft einen Strich durch die Rechnung...

    Zitat


    hallo, sich in seinem eigenen leid zu suhlen, ist keine besondere gute idee.

    Nein, ist es nie. Aber das ist natürlich genau das, was ich tu, das weiß ich ja selbst. %-| Ich tu mir selbst leid, weil ich mich um so - vermeintlich? - tolle Dinge wie eine Ehe betrogen fühle. Ich fühle mich, als wär ich kein "vollwertiger" Mensch, wenn ich nicht heirate und keine Kinder kriege. Ich mache mir Gedanken, ob die anderen eventuell deshalb glauben könnten, unsere Beziehung wäre nur so larifari oder es wäre nicht genug Liebe da, weil wir nicht heiraten und Kinder kriegen. Ich weiß, wiiiiieeee dumm das von mir ist, weils nur darum geht, was wohl die anderen denken könnten, aber es beschäftigt mich eben!

    Zitat


    du sprichst hier von hass und scheinst ziemlich verbittert, aus der mühle musst du raus.

    Ja, ich merke selber, wie verbittert sich das anhört und ja, ich gebe zu, es verbittert mich manchmal wirklich! Aber eben genau wieder dann, wenn DIE ANDEREN ins Spiel kommen. Wenn meine Freundin mir freudestrahlend erzählt, dass sie gerade einen Antrag bekommen hat. Wenn ich beim Kinderfest in unserem Tennisverein die ganzen Familie sehe, wo Mütter/Väter und Kinder miteinander Tennis spielen und Spaß haben. Versteht mich nicht falsch, es ist kein Neid in dem Sinne, dass ich es den anderen nicht gönne, denn das tue ich und ich freu mich auch aufrichtig über den Antrag, den meine Freundin bekommen hat. x:)

    Aber der nächste Gedanke ist dann eben sofort: "Tja, ich werd das nie haben" %-|

    Zitat

    Wenn du ernsthaft ein Kind in Erwägung ziehst um mit diesem Mann eine VERBINDLICHKEIT zu haben, dann zu das einem kleinen und wehrlosen Lebewesen bloß nicht an. Dann willst du keine Familie, sondern deinen Stand bei ihm "festigen".

    Natürlich will ich meinen "Stand" festigen, das gebe ich - hier - undumwunden zu.

    Ich würde und werde auch nie ein Kind in die Welt setzen, nur damit ich meinen Freund an mich binde und wie gesagt, das Kinderthema sehe ich sowieso nicht so problematisch.

    Ich bin mir ja selbst nicht wirklich sicher, ob mich ein Kind glücklich machen würde. Klar, wenn mein Freund unbedingt noch eines haben wollen würde, würde ich sicher seinem Wunsch nachgeben. Aber da er keines mehr will und zudem unterbunden ist und ich mir nicht sicher bin, ob ich wirklich Kinder will, ist das für mich eigentlich abgeschlossen.

    pfefferminzbonbon und sommerkind

    - ich antworte euch separat, sonst verlier ich in diesem Beitrag den Überblick. ;-)

    Zwei Jahre sind keine lange Zeit, da kann noch so viel passieren. Ihr könnt euch auseinander leben und trennen und dann seid ihr beide froh, dass euch nicht mehr aneinander bindet. Ihr könnt aber auch genau so gut beide feststellen, dass ihr doch mehr wollt, Kinder, Hochzeit... Wer weiß. Nur eins ist sicher: Solche Entscheidungen sind eine Herzenssache, die fällt man nicht unter Zeitdruck. In Deinem Alter ist das allerdings verständlich, Kinder kriegt man besser früher als später. Aber da kann ja nun eure junge Beziehung nichts für...


    Ein Kind ist etwas wunderschönes, mich irritiert aber sehr, was Du über die Gründe schreibst, Kinder kriegen zu wollen. Sicher ist es schön, im Alter nicht allein zu sein, aber dies Thema, dass Du glaubst, dass das eurer Beziehung eine Verbindlichkeit bringt... Kling ein bisschen so, als wäre das Kind nur Mittel zum Zweck.


    Ich würde abwarten und mit Deinem Freund mal vorsichtig abklopfen, ob da hinsichtlich Kind doch noch was geht. "Braucht er nicht" muss ja nicht bedeuten "will er auf keinen Fall".


    Zur Ehe muss ich sagen, da treffen regelmäßig hoffnungslos romantische Vorstellungen auf eine vernunftorientierte Sicht der Dinge. Die Ehe ist keine Garantie auf ein langfristiges Gelingen einer Beziehung. Sie ist weder hilfreich noch hinderlich. Realistisch betrachtet ist eine Ehe ein Vertrag auf Lebenszeit, der in Teilen nicht kündbar ist. Die finanziellen Verpflichtungen, die einem da im Falle einer Scheidung erwachsen, können dramatisch sein. Es muss erlaubt sein, dass man da nein sagt. Die Scheidungsraten sprechen für sich. Ich würde jederzeit wieder heiraten, wenn es um das Thema Kinder geht. Die nicht arbeitende Mutter der Kinder finanziell abzusichern, ist sinnvoll. Aber Rente und Vermögen in großen Teilen jemandem zu überschreiben, der 10..20 Jahre an seiner Seite gelebt hat ohne z.B. wegen Kindererziehung wirklich unterhaltsbedürftig gewesen zu sein... So was kann man nicht mit einem romantischen "ich will aber" kontern.

    Ralph_HH schrieb:

    Ich würde abwarten und mit Deinem Freund mal vorsichtig abklopfen, ob da hinsichtlich Kind doch noch was geht. "Braucht er nicht" muss ja nicht bedeuten "will er auf keinen Fall".

    Ich glaube mich aus den anderen Threads zu erinnern, dass der Partner vasektomiert ist.

    pfefferminzbonbon und sommerkind

    seht ihr, und genau hier treffen zwei total konträre haltungen aufeinander und ich kann beide verstehen und nachvollziehen.

    Zitat

    Menschen die nie Kinder wollten möchten auf einmal doch und andere entscheiden sich dann doch dagegen. Habt Ihr über das Kinderthema denn nochmal gesprochen?

    Ja, haben wir. Ich habe ihm gesagt, dass zwar ich nach wie vor nicht davon überzeugt bin, dass ein Kind in meinem Lebensentwurf vorgesehen ist, dass ich manchmal aber eben auch traurig bin und manchmal zweifle, ob ich diese Entscheidung, keine Kinder zu haben, nicht irgendwann bereuen werde. Und eben genau dann, wann ich vielleicht irgendwann mal alleine bin. (Dass das kein Grund ist, nur deshalb ein Kind zu kriegen, weiß ich auch.) Und mein Freund hat darauf eben entgegnet, dass er und seine Tochter meine Familie sind, was ich wie gesagt sehr lieb und nett finde aber ja....

    Zitat

    also eine Ehe ist kein Garant dafür, dass der Partner bei einem bleibt. Und hat auch nicht nur schöne Seiten. Gerade diejenigen, die geschieden sind und bei denen das kein Scheidungsdurchmarsch war und evtl noch Kinder mit da drin hängen und die durchaus auch mal vorhandenen schönen Zeiten einer Ehe am Ende nur noch von Ärger und Theater und Geldproblemen überschattet worden sind, die werden Dir von einer Ehe abraten.

    Eben. Und mein Freund ist eben einer derjenigen, die abraten. Nicht nur jedem anderen, sondern auch uns.

    Er sagt zwar auch, dass er JETZT nicht ausschließen möchte, dass er nie wieder heiratet, aber dass er eigentlich keinen Sinn darin sieht und er sich das eben in den nächsten Jahren nicht vorstellen kann.

    Ich weiß aber, was das bedeutet. Er sagt, nein, jetzt nicht und wenn wir in 10 Jahren noch zusammen sein sollten, dann sagt er eben auch noch, nein, jetzt noch nicht.

    Ich wollte von ihm eine klare Entscheidung, ob irgendwann Heirat oder nicht, das konnte er mir eben nicht sagen. Und damit hab ichs auch gut sein lassen. Ich will nicht, dass er ein weiteres Mal heiratet, sich dann scheiden lässt und hinterher sagt, ich hätte ihn dazu gedrängt. Ich will nicht das Gefühl haben, dass er es nur mir zuliebe täte und damit hat sich dann das ganze Thema auch schon erledigt. Er ist kein Freund von der Ehe und er wird es nie sein. Also Ende der Geschichte. Und ich muss eben damit klarkommen. Oder auch nicht.

    Zitat

    meiner Meinung nach muss man heute nicht mehr heiraten. Kann man natürlich machen, aber ich sehe da wenig bis keine Vorteile drin.

    Ich fänds schön, wenn sich diese Haltung irgendwann mal in mir manifestieren würde. Aber ich bin eben keine Pragmatikerin, mein Freund jedoch schon. ;-)

    Zitat

    Und bitte hau mich nicht, wenn ich jetzt einmal ganz unempathisch sagen muss: Habe ich es dir nicht gesagt, vor eineinhalb Jahren? Das es genau so kommen würde?

    Ich hau dich nicht. ;-D Und ja, du hast es mir vorausgesagt und es ist so gekommen. ;-) Ich hab aber auch nie behauptet, dass das nicht passieren würde. Und das (vielleicht auch einzig) Gute an der Sache ist: ich würds wiedertun. Jederzeit. Immer und immer wieder. Weil diese "Einbußen", die ich eben hinnehmen muss oder mit denen ich klarkommen muss, nicht das überschatten, was wir beide miteinander haben. Es gibt nicht das perfekte Leben (ok, vielleicht für einige, aber dann sei es ihnen gegönnt), es gibt immer irgendwas, was vielleicht nicht so rund läuft. Hätte ich einen Mann mit Kinderwunsch, wäre ich dem vielleicht nachgekommen und kreuzunglücklich danach, weil ichs eigentlich gar nie gewollt hätte. OK, ich weiß es nicht, aber ich sehs schon realistisch. Ich bin 35, nicht verheiratet und keine Kinder, das gibt es in unserem Alter eben nicht mehr allzu oft. ;-) Wieso soll ich mich trennen und einen Mann suchen, der heiraten und Kinder will und dann passts vielleicht nicht? Bei uns passt das Zwischenmenschliche, hat er eben eine andere Vorgeschichte als ich.

    Zitat

    Entweder er kann sein Trauma der ersten Ehe überwinden, und fängt mit dir nochmal von vorne an, ohne Verbitterung, oder ich prognostiziere, dass du immer frustrierter und hasserfüllter werden wirst, weil dir zwei wichtige Dinge im Leben verwehrt bleiben.

    Klar, auch das kann passieren. Aber ich sehs schon auch so, dass es eben auch FÜR MICH bedeutet, daran zu arbeiten, dass Hass und Frust nicht meine ständigen Lebensbegleiter werden. Dass ich immer wieder Einbrüche haben werde, ist klar. Und dazu steh ich auch und das weiß mein Freund auch. Aber es soll nicht wichtiger werden als unsere Beziehung. Ich hoffe, ich krieg das hin. Wenn nicht, werd ich sicherlich an dich denken, sommerkind. ;-)

    losgetreten schrieb:

    Mein Herz sagt: Verdammt noch mal, ich will mit diesem Mann eine Verbindlichkeit haben, ich will, dass ein Teil von uns weiterlebt, wenn es uns nicht mehr gibt.

    Dann such Dir doch etwas, was diese Verbindlichkeit und dieses Weiterleben bringt - aber keine Hochzeit und kein Kind ist. Ein gemeinsames Projekt? Etwas bauen, etwas erfinden, eine neue Meerschweinchen-Varietät züchten? Eine Hilfsorganisation für Maulwürfe in Litauen aufbauen? Etwas, was euch beiden am Herz liegt, was die Welt ein winziges kleines bisschen verändert - und euer gemeinsames "Kind" wird.

    Zitat

    Dann such Dir doch etwas, was diese Verbindlichkeit und dieses Weiterleben bringt - aber keine Hochzeit und kein Kind ist. Ein gemeinsames Projekt? Etwas bauen, etwas erfinden, eine neue Meerschweinchen-Varietät züchten? Eine Hilfsorganisation für Maulwürfe in Litauen aufbauen? Etwas, was euch beiden am Herz liegt, was die Welt ein winziges kleines bisschen verändert - und euer gemeinsames "Kind" wird.

    Danke, ja nei, du hast mich jetzt wirklich zum Lachen gebracht. :-D

    Es gibt schon so Pläne, die wir haben. Träumereien, die nur uns beiden gehören. Aber die sind von der Verwirklichung weit entfernt, vor allem deswegen, weil wir beide gute und sichere Jobs haben, die uns unseren Lebensstandard überhaupt ermöglichen.

    Aber wer weiß, vielleicht findet sich wirklich mal was, was wir beide gemeinsam verwirklichen....

    Und wisst ihr, was noch so in meiner verschwurbelten Gedankenwelt herumgeistert?


    Ich hab Momente, da denk ich mir: "So lieben kann er dich ja gar nicht, sonst würde er dich ja heiraten wollen."

    Weils eben bei mir so ist. Er ist der erste Mann, den ich heiraten würde. WEIL ich ihn liebe. Und dann geh ich davon aus, dass das bei anderen auch so ist.

    Wer ist hier und kann behaupten, seinen Partner zu lieben, ohne ihn heiraten zu wollen? Gibt es das wirklich??