• Keine Lust in der Ehe

    Ich hoffe es wird kein allzu langer Beitrag. Doch möchte ich meine Situation umfassend beschreiben, um differenzierte Meinungen zu bekommen. Ich bin 56, fit, schlank, mit guter beruflicher Stellung, seit 27 Jahren verheiratet, unsere 3 Kinder sind gross und studieren oder arbeiten. Mit meiner Frau verstehe ich mich so weit gut, aber ich spüre weder…
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    Meistens ist eine Frau nach Konfrontation des Fremdgehens verletzt, verweigert sich und kriegt dadurch nicht einen Hormonschub und ist eine Sexbombe. Plötzlich heiß drauf, den Ehemann liebevollst zu verwöhnen. Das macht mich äußerst stutzig.

    Es geht doch überhaupt nicht um Sex. Sondern er geht um den Erhalt einer Lebenssituation, die in 27 Jahren aufgebaut wurde. Sex, sexuelle Lust, sexuelle Freuden sind in so einer Situation Lichtjahre entfernt.


    Vielleicht versteh ich dann den ganzen Thread nicht, der sich meines Verstehens nach total um den erst nicht erhaltenen Sex dreht, dann um Fremdgehen mit tollem Sex, dann mit angebotenem Sex, der widerum verweigert wird. Und das, wie Du dann richtig siehst, aus Existenzgründen. Ich sagte Angst dazu.....


    Und das ganze ist und bleibt eine verlogene Sache, wo ich empfehle, ehrlich zu werden und mal zu überdenken, ob die Trennung nicht doch das bessere Übel wäre.

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    Es geht doch überhaupt nicht um Sex. Sondern er geht um den Erhalt einer Lebenssituation, die in 27 Jahren aufgebaut wurde. Sex, sexuelle Lust, sexuelle Freuden sind in so einer Situation Lichtjahre entfernt.

    Mal unabhängig vom Sex:


    Wie sieht denn diese Lebenssituation im Detail aus?


    Gibt oder gab es überhaupt jemals so etwas wie (seelische!) Nähe und Geborgenheit?


    Schlafen oder schliefen der TE und seine Frau jemals engumschlungen ein?


    Leider ungeklärte Fragen.... ":/

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    Die einzige Erklärung auf so ein Gedöns ist: sie hat Schiß, dass ER zu der jungen Dame abhaut

    oder sie sieht ihren mann mal wieder mit anderen augen... ein mann der für andere frauen begehrenswert ist, wird dann plötzlich wieder spannend?

    Na ja, zu 100% würde ich das nicht unterschreiben. Habe das auch erlebt.Ich hatte eher den Eindruck das sie durch Sex das Ruder rum reißen wollte. War ihr ja als einer der Hauptgründe bekannt. Mag aber auch so sein wie ihr glaubt.


    War aber der Grund es unwiderruflich zu beenden. Ein paar Monate vorher kam noch der Spruch, "wenn Du damit ein Problem hast, dann ist das Dein Problem, nicht meins. Dann taucht eine andere auf und plötzlich soll alles wieder gehen??? Für mich eine extrem fiese Tour.

    Nach den Einlassungen des TE in seinem Eingangsthread klang für mich die Ehe nicht dermaßen stark zerrrüttet im zwischenmenschlichen Bereich. Da war von "eigentlich" gutem Verstehen die Rede, einem Kumpelverhältnis und auch im Nachgang der leider spärlichen Themenergänzung, ging es vordergründig eher um die ihm fehlende Leidenschaft, die äußerliche Attraktivität der Ehefrau, ihre so klang es durch fehlende Spontanität und Fitness (Bemerkung in jungen Jahren fuhren wir per Rad quer durch Frankreich). Zwischenmenschlich so hatte ich es verstanden wäre dem TE eine offene Beziehung eine Option innerhalb der Ehe gewesen, um eine Scheidung hinaus zögern oder vermeiden zu können.


    Nur, weil seine Ehefrau diesen Weg für sich völlig ausschließt, wurde das Thema Trennung für den TE wahrscheinlicher oder näher in seine Entscheidung einbezogen.


    Aus diesem Grunde glaube ich eben nicht, dass die Ehe durchgängig aus Sexverweigerung, Machtspiele und Unverständnis bestanden hat. Auf so eine Art kommen weder 3 Kinder noch 27 Jahre Ehe am Ende raus.


    Zudem trägt für eine Ehe jeder 50 % Eigenverantwortung, weder Frau noch Mann ist dazu verdonnert, Miss-Stimmungen, Probleme, Verständigungsschwierigkeiten stillschweigend, verdrängend, Achsel zuckend oder wie auch immer hinnehmen. Der TE hätte bereits in den Anfängen als er bemerkte, sein Sexleben driftet aus den Fugen, Kommunikation oder Hilfsangebote in Anspruch nehmen können, wie umgekehrt die Ehefrau auch.


    Wer Dinge nicht rechtzeitig thematisiert, riskiert die Dauerschleife und schleichende Entfremdung innerhalb der Beziehung oder nimmt sie stillschweigend in Kauf. Für mich tragen dafür beide eine Verantwortung, wenn das Ergebnis nach 27 Jahren Beziehung so ausschaut, wie vom TE beschrieben.


    Auch deshalb verstehe ich zum Teil die einseitige Schuldzuweisung "frigide" machtpokernde Ehefrau nicht. Gesetzt der Fall DAS war alles so (was ich nicht glaube), dann gab es einen Ehemann, der dies knapp 3 Jahrzehnte so mit sich machen ließ. Für mich ist das nicht schlüssig, wäre die Ehe so dermaßen mies gewesen, wie es hier einige geschrieben/vermutet haben, wäre der Mann weit vorher ausgebrochen und nicht erst vor wenigen Jahren in einer Affäre. Den Trott sind dann beide so gegangen über Jahre mit dem Ergebnis von heute.

    Wieso nicht? Der Wunsch nach Nähe, Geborgenheit und Vertrautheit kann doch auch dann noch vorhanden sein, wenn der Wunsch nach Sex längst verloren gegangen ist.


    Liebe und das Zusammengehörengefühl sind doch viel dauerhafter als sexuelles Begehren. Es ist das, was am Ende eine gemeinsamen Lebens übrig bleibt. Ich glaube nicht, dass man im hohen Alter seinem Partner für den vielen und geilen Sex, den man erhalten hat, dankbar ist, sondern für die Loyalität, Treue und den Beistand in guten wie in schlechten Zeiten.

    Das eine schließt das andere ja nicht aus, oder?


    Sex und Geborgenheit und Loyalität sind ja nicht Gegensätze. Ganz im Gegenteil.


    Ich finde es aber problematisch, wenn sich die ganze Loyaliät und Geborgenheit auf den gut funktionierenden Haushalt und/oder die finanzielle Sicherheit reduziert. Und darüber Zärtlichkeiten, Streicheln, Kuscheln, usw. vergessen wird. Für mich persönlich gehört das auch dazu.


    Wird man bei Zärtlichkeiten immer abgewiesen, oder sie werden nur widerwillig geduldet oder gegeben, so ist wohl der Wurm in der Beziehung drin.


    *:)

    @ MayFlower

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    Es ist das, was am Ende eine gemeinsamen Lebens übrig bleibt. Ich glaube nicht, dass man im hohen Alter seinem Partner für den vielen und geilen Sex, den man erhalten hat, dankbar ist, sondern für die Loyalität, Treue und den Beistand in guten wie in schlechten Zeiten.

    Aber für den Spruch ist der Ersteller dieses Fadens deutlich zu jung mit seinen 56 Lenzen, auch wenn er sich "alterEhemann" genannt hat.


    Und sonst: Loyalität, Treue und den Beistand in guten wie in schlechten Zeiten kann man als Erwachsener doch von vielen Seiten bekommen: Verwandten, Bekannten, Freunden, Mitarbeitern, Kollegen. Aber für den Sex gibt's "nur" den/die BeziehungspartnerIn, sobald (wie üblich) mindestens einer von beiden auf dem gängigen monogamen Modell besteht. Daher kommt dem Sex in einer Paarbeziehung aus meiner Sicht schon noch eine besondere Rolle zu.

    Natürlich kann er auch dann noch vorhanden sein. Ich frage mich allerdings, ob er jemals vorhanden war. Es ist doch gut möglich, dass zwischen zwei (auch lange verheirateten) Menschen der Sex zwar "irgendwie" dazugehörte, aber nie oder selten aus tief empfundener Nähe heraus entstanden ist. Das "funktioniert" dann eine Zeit lang, wird aber mehr und mehr zur Pflichtübung und am Ende vielleicht einfach nur noch lästig. In einem solchen Fall fehlt nach meiner Einschätzung das Fundament für eine lust- und liebevoll empfundene, Geborgenheit vermittelnde Sexualität.

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    Liebe und das Zusammengehörengefühl sind doch viel dauerhafter als sexuelles Begehren.

    Wenn die Basis dafür gegeben ist, ja. Wenn nicht, wird es schwierig.

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    Liebe und das Zusammengehörengefühl sind doch viel dauerhafter als sexuelles Begehren.

    nun ja... mir sind alle komponenten unverzichtbare pfeiler meiner beziehung! und genau so, wie man die liebe pflegen sollte und das zusammengehörigkeitsgefühl wachsen kann, so ist das sexuelle begehren auch kein davon losgelöster selbstgänger.

    Sehe ich sehr ähnlich wie @ Die Seherin. Sobald Bereiche einer Beziehung als zu selbstverständlich gesehen werden, man sich dem Trott des Alltags und beim Sex "bringen wir es doch schnell hinter uns", ausliefert – stirbt eine Beziehung an ihrer Anspruchslosigkeit. Sicher passiert das in den Anfängen nicht unbedingt absichtlich, aber es wird, wenn es denn auffällt meist unkreativ mit Nörgelei aneinander, auseinanderdriften von Interessen und dem Scheinbemühen friedliche Koexistenz aufrecht zu erhalten mit anwachsender inneren Unzufriedenheit. Irgendwann erfolgt die Bankrott-Erklärung, weil man sich als Partner nicht mehr wahrnehmen will, es dieses Band nach verlieren einer gewissen Grundbasic nicht mehr gibt.

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    Ihr (gespieltes) sexuelles Interesse an Dir ist das kleine Entgegenkommen an Dich. Inwieweit du dieses Verhalten als authentisch anssiehst, bleibt dir überlassen. Eine Frau die 27 Jahre lang kein echtes Interesse an mir gezeigt hat und dann nach einer Affäre die Fälle davon schwimmen sieht und deshalb zum Sex-Vamp wird würde ich nicht glauben.

    Das sehe ich auch so. Für mich ist ihr Verhalten fadenscheinig und nicht authentisch. Oder kann ich mir bei ihr einfach nichts anderes mehr vorstellen? Es soll ja auch Frauen geben, die mit der hormonellen Umstellung sexuell erwachen.