Was heißt denn in dem Zusammenhang auf SB "verzichten"? Mal angenommen ich werde so mit Sex "zugedeckt", dass ich ich gar nicht dazu komme mich selber zu befriedigen. Das ist doch dann gar kein Verzicht. Folglich müßte die Frage besser lauter: "Wer verzichtet trotz sexueller Unterversorgung auf SB in der Partnerschaft." Und dann fängt die Frage an: Was ist sexuelle Unterversorgung? Auch das wird wieder von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich wahrgenommen.

    @ Evropanka,

    mich würde schon mal deine Motivation diese Frage hier zu stellen interessieren.

    Zitat

    Wie hältst Du es denn selbst?

    Ich verzichte nicht.

    Zitat

    Ja, gibt es. Ich verzichte weitestgehend auf SB. ;-)

    Weitestgehend heißt aber, du tust es (hin und wieder) doch - oder?

    Zitat

    Was heißt denn in dem Zusammenhang auf SB "verzichten"?

    Ich habe mich gefragt, wie lange es wohl dauert, bis jemand diesen Aspekt anspricht. Ja, das ist eine gute Frage. Was bedeutet Verzicht eigentlich. Wenn jemand gar nicht das Bedürfnis verspürt, aus welchen Gründen auch immer, verzichtet er dann überhaupt? Oder kann man erst von Verzicht sprechen, wenn bewusste Entsagung/Askese (also willentlicher bewusster Verzicht trotz Verlangen, aus bestimmten Gründen) dahinter steckt? Ich hoffe, ich habe die richtigen Worte gefunden, da Deutsch nicht meine Muttersprache ist. Das ist jedenfalls ein interessanter Aspekt, wobei ich dann wohl gefragt hätte, wer innerhalb der Beziehung kein Verlangen nach Selbstbefriedigung verspürt.


    Hintergrund meiner Frage war eine Unterhaltung mit jemandem, der laut eigenen Angaben seit Jahren auf Selbstbefriedigung verzichtet hat. Leider ist der Kontakt abgerissen, bevor wir das Thema vertiefen konnten. Ich fand die Sache aber so interessant (weil ich mir das einfach so gar nicht vorstellen kann, auf diesen Teil der Sexualität zu verzichten, ganz unabhängig von der Qualität der partnerschaftlichen Sexualität), dass ich mich gerne mit anderen darüber unterhalten würde.

    Könnte ich nicht. Dann würde ich früher oder später durchdrehen :-D


    Da mein Partner eher weniger Sex braucht, muss ich selber Abhilfe schaffen. Außerdem kann er mich nicht immer zum Orgasmus bringen, dann mache ich das halt selber. Er weiß aber davon und ihn stört es nicht. Für mich dient dies auch zum Abbau von Stress.

    Zitat
    Zitat

    Ja, gibt es. Ich verzichte weitestgehend auf SB. ;-)

    Weitestgehend heißt aber, du tust es (hin und wieder) doch - oder?

    Das letzte mal dürfte schon etliche Monate zurückliegen. Ich kann mich jedenfalls nicht mehr daran erinnern.


    Verzicht ist wirklich das falsche Wort, ich verzichte ja auf nichts. ;-)

    Zitat

    Was bedeutet Verzicht eigentlich. Wenn jemand gar nicht das Bedürfnis verspürt, aus welchen Gründen auch immer, verzichtet er dann überhaupt?

    Nein. Verzicht ist Ausdruck von Disziplin oder Askese.


    "Darauf kann ich verzichten", kann man zwar sagen, wenn man nicht wirklich das Bedürfnis hat. Ich höre da allerdings einen ironischen Unterton raus, weil es kein wirklicher Verzicht ist.




    Ich vermute, es ist kein Zufall, dass der Kontakt abgerissen ist, bevor ihr das Thema vertiefen konntet, weil es um etwas geht, wofür in Deinem Weltbild kein Platz ist.


    Aber da könnte ich mich natürlich auch irren. ;-)


    :)D

    @ Evropanka,

    danke für deine Antwort. (Dass Deutsch nicht deine Muttersprache ist, habe ich nicht bemerkt. Meiner Meinung nach ist dein Deutsch super.)

    Zitat

    Ich fand die Sache aber so interessant (weil ich mir das einfach so gar nicht vorstellen kann, auf diesen Teil der Sexualität zu verzichten, ganz unabhängig von der Qualität der partnerschaftlichen Sexualität), dass ich mich gerne mit anderen darüber unterhalten würde.

    Unter diesem Aspekt kann ich nur dazu beitragen, dass die SB und der Sex eben einen ganz unterschiedlichen Stellenwert haben können. Wenn ich dich richtig verstehe, dann würdest in einer Partnerschaft auch dann SB machen, wenn du mit deinem Partner genügend Sex hättest. Weil SB etwas ist, auf das du nicht verzichten willst.


    Bei mir ist's eher so. SB ist super in partnerlosen Zeiten oder eben dann, wenn's von der Beziehung her eben Flaute ist, und Flaute kann ja auch sein wg. Fernbeziehung oder eben, weil die Partnerin einfach weniger Lust hat. Dann mache ich auch SB in der Partnerschaft. Aber am liebsten ist mir der Zustand, dass dich ich mein sex. Bedürfnis über partnerschaftlichen Sex befriedigen kann. Dann brauche ich keine SB.


    Jener Gesprächspartner von dir, scheint halt wieder anders gestrickt zu sein und meint sich diese Sache verbieten zu müssen, also echt verzichten zu müssen. Aus was für Gründen auch immer.

    Das mit dem Verzicht ist echt so ne Sache, ja - also die Bewertung des Ganzen. Für mich sind Sex mit Partner oder Selbstbefriedigung nicht nur unterschiedliche Dinge, sondern ich habe manchmal Lust, wenn er gerade nicht da ist. Entsprechend wäre es für mich wirklich ein Verzicht, ohne dass damit irgendwas gewonnen wäre.


    Wäre es meinem Partner wichtig, dass ich das bleiben lasse, wäre ich schwer irritiert. Als sexuelle Spielart könnte ich mir das phasenweise durchaus vorstellen, aber nicht langfristig. Aus irgendwelchen Egogründen (das berühmte "genüge ich dir etwa nicht?") aber auf keinen Fall, denn da steckt in meinen Augen so viel Krampf und Komplexquatsch dahinter, dass ich die Flucht ergreifen würde, wir hätten dann offenbar einen ganz unterschiedlichen Blick auf Sexualität an sich, und mit Eifersucht kann ich auch nix anfangen.


    Wenn jemandem Selbstbefriedigung nicht viel gibt oder er aus irgendwelchen Gründen in einer Partnerschaft darauf verzichten möchte - geht nur die direkt Beteiligten was an, müssen die miteinander sortieren. Für mich wäre das nicht praktizierbar.