Ich würde den Kontakt einschlafen lassen. Ich sehe da gar keine Basis für eine Freundschaft, du musst ja immer aufpassen, ihn durch dein Verhalten nicht noch Hoffnung zu machen, musst dich im Grunde kontrollieren und letzten Endes läuft es dann womöglich auch wieder darauf hinaus, dass es Probleme und Kontaktabbrüche gibt. Ich persönlich würde ihm schreiben, dass ich der Meinung bin, dass bei so unterschiedlicher Grundlage eine Freundschaft momentan nicht möglich ist. Vielleicht später mal, wenn er selbst vielleicht eine Freundin hat, also darüber hinweg ist (wobei ich neugierig wäre, ob er sich dann überhaupt noch melden würde).


    Ich habe ähnliche Erfahrungen mit Männerfreundschaften, ging eigentlich nie länger gut, hat auch sogar dann mal in eine überflüssige Beziehung gemündet, nur weil ich ihn nicht aufgeben wollte. Und das war dann gar nicht gut...

    zumal Männer oft dazu neigen, bei einer Nur-Freundschaft mit einer Frau auch das Objekt der Begierde zu sehen. Frauen gehen damit anders um.


    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass eine Freundschaft mit einer Frau, die einem auch noch ganz gut gefällt, kaum machbar ist. Ich hatte damals den Kontakt von mir aus abgebrochen.

    Ich sehe das genau so wie Monika.


    Den ersten Fehler hast du hier schon wieder gemacht:

    Zitat

    dass ich meine Beziehung momentan nicht aufgeben werde, da ich mit meinem Freund sehr glücklich bin.

    "Momentan"? Was soll das? Das ist ein Einfallstor für Hoffnung seinerseits. (Und wenn ich tatsächlich mit meinem Freund glücklich bin, schreib ich da übrigens kein "momentan" dazu, auch wenn natürlich jeder weiß, dass eine Beziehung mal ein Ende haben kann.)

    Zitat

    Er weiss von ihm, aber ihm machen "Männerfreundschaften" nichts aus. Er hat schliesslich auch seine "beste Freundin".


    Er findet es sogar gut, dass ich mich auch mit Männern austausche und ist selber froh, dass er auch eine andere Frau zum reden hat.


    Es läuft ja nichts und lief auch niemals etwas. Von daher vertraut er mir und hat nichts dagegen.

    Und Dein Freund – weiß er auch, dass der andere Kerl was von Dir will? und dass Du sagtest, dass Du "momentan" Dich nicht von deinem Freund trennen willst?


    Das klingt nach "Hey, Kumpel-Freund, frag nochmal nach wenn ich 3 Monate am Stück alleine war und mich mit Schatz gestritten habe"

    Ich würde es meinem Freund übel nehmen, wenn er einer an ihm interessierten Frau sagt, er wolle sich "momentan" nicht trennen. Das klingt so, als würde er mich nur behalten, solange alles nach seiner Nase läuft, und wenn ich mal zu sehr meinen eigenen Kopf habe, hat er als Option die andere Frau, die er mit solchen nicht-eindeutigen Absagen warm gehalten hat.

    Ich fühle mich total unverstanden :°(


    Das Wort "momentan" wird hier völlig falsch interpretiert. Es geht doch nicht darum, dass ich den Kollegen "warm halten" kann oder ihm dadurch weitere Hoffnungen mache. Aber ich bin nicht der Typ, der hinsteht und auf Teufel komm raus der ganzen Welt erzählt, dass ich bis an mein Lebensende meinen Freund behalten werde. Wir haben bald unser 3-jähriges, führen eine sehr harmonische, glückliche Beziehung und kann sagen, dass er genau der Richtige für mich ist. Ich kann mit ihm über alles reden - auch über die Situation mit meinem Kollegen, dass es zur Zeit schwierig ist wegen möglichen Gefühlen etc. Aber ich spreche von "momentan" (vielleicht ist es einfach ein unpassendes Wort ":/ ) Aber solange ich so glücklich bin, werden wir an der Beziehung nichts ändern und sollte irgendwann mal etwas nicht mehr in Ordnung sein, schauen wir weiter. Aber das ist doch normal?? Deshalb mache ich doch ihm noch keine Hoffnungen. Da bin ich also absolut davon überzeugt, dass mein Kollege mich da richtig verstanden hat.


    Ich weiss, dass garantiert nicht alles richtig gelaufen ist. Auch von meiner Seite aus und ich möchte nun keinen Schuldigen finden oder mich überall rausreden. Aber ich habe das Gefühl, dass ich hier oft als Schuldige dargestellt werde, dass ich an allem Schuld bin etc. Aber es ist doch auch von Beginn an klar, dass ich eben diese glückliche Beziehung führe. Er wollte ja dennoch mich kennenlernen, eine Freundschaft aufbauen etc. Ich für mich hatte da einfach nicht das Gefühl, dass für ihn das mal nicht mehr stimmen könnte, ich dachte wirklich, dass es einfach eine rein freundschaftliche "Beziehung" ist.


    Nach all den Beiträgen habe ich mich jetzt ganz zurück gezogen. Gestern rief er mich dann aber wieder an und wollte wissen was nun ist, ob wir Kontakt haben können oder nicht. Ich sagte ihm, dass ich es grundsätzlich ihm überlasse, dass er es mit seinen Gefühlen vereinbaren können muss aber dass ich denke, dass ein Abstand wohl am Besten für ihn wäre. Er sagt zwar, dass dies vermutlich am Besten wäre, er aber dass nicht könne. Er möchte wissen wie es mir geht, was ich so tue etc. Wir haben dann auch nochmals über meine Beziehung gesprochen und ich habe wieder gesagt, dass ich ihn als Mensch sehr gerne habe, dass für mich mehr als Freundschaft aber nicht drinnen liege. Ich überlasse es nun einfach ihm, ob er Kontakt möchte, obwohl ich meinen Freund habe oder ob er lieber keinen Kontakt möchte, da sich an dieser Situation wohl kaum etwas ändern wird.

    Es kommt ja auch immer darauf an, was man unter Freundschaft versteht. Ich könnte den Begriff auf so eine Beziehung gar nicht anwenden. Mit Freunden möchte ich über vieles reden können und nicht ständig aufpassen müssen, ihre Gefühle nicht zu verletzen, weil sie verliebt sind. Ich möchte locker sein können und nicht kontrollieren müssen, ob das, was ich jetzt sage (wie dieses Wörtchen "momentan") irgendwie in eine bestimmte Weise interpretiert werden könnte. Du siehst ja schon hier in diesem Faden, was es für verbale Fallen gibt. Nein, das ist keine richtige Freundschaft, von seiner Seite aus sowieso nicht, weil er lieber die Brotkrumen vom Tisch zusammenklaubt, als gar nichts zu bekommen. Wenn er schon selber sagt, dass Abstand besser wäre, er es aber nicht schafft, dann wäre für mich völlig klar, dass ich den Abstand herstelle.

    Zitat

    Das Wort "momentan" wird hier völlig falsch interpretiert.

    Ja – und von dem Mann vielleicht auch?


    Natürlich sagt er, er will ja "nur" befreundet sein :=o lauert aber die ganze Zeit, ob die Beziehung nun von "momentan gerne zusammen, da glücklich" zu "momentan unglücklich" umschlägt, und er eine Chance kriegt. Auch wenn er das gar nicht bewusst will – solange er Gefühle für Dich hat, wird jede Beziehungskrise von ihm als Chance gesehen, dass er nicht nur präsenter sondern auch der bessere Mann ist.


    Und solange er Gefühle für Dich hat, wird er in alles mehr rein interpretieren, z.B. in dieses "momentan", das ist geradezu eine Einladung zum Weiter hoffen.


    Auch wenn Du ihn nicht locken und er nicht unglücklich verliebt sein will, durch diese Formulierungen ist die Situation für mich schon so, aus meinen Erfahrungswerten und aus den Erfahrungen anderer.


    _


    Hast Du in dem letzten Gespräch denn ohne Einschränkungen oder Abschwächungen (bzw. ohne Formulierungen, die so verstanden werden könnten) klar gestellt, dass Deine Beziehung erst mal als sehr stabil und dauerhaft anzusehen ist?

    Zitat

    Ich fühle mich total unverstanden :°(


    Das Wort "momentan" wird hier völlig falsch interpretiert. Es geht doch nicht darum, dass ich den Kollegen "warm halten" kann oder ihm dadurch weitere Hoffnungen mache. Aber ich bin nicht der Typ, der hinsteht und auf Teufel komm raus der ganzen Welt erzählt, dass ich bis an mein Lebensende meinen Freund behalten werde.

    Es kommt überhaupt nicht drauf an, wie wir hier irgendwas interpretieren, sondern wie er solche Wörter wie "momentan" usw interpretiert. Und da garantiere ich dir, dass es so ist wie Kadhidya schreibt, solche Wörter sind wie Strohhalme für verliebte Menschen. Und mE solltest du nicht aus Rücksichtnahme auf ihn irgendwas tun oder nicht tun (jeder ist für sich selbst verantwortlich), sondern aus Rücksichtnahme auf Dich. Und eine Freundschaft mit einem Mann, der in dich verliebt ist, GEHT EINFACH NICHT. Das nervt nur, und irgendwann nimmt dein Freund das auch nicht mehr lammfromm hin, sondern fragt sich, ob da nicht vielleicht doch mehr dahintersteckt.

    Zitat

    Hast Du in dem letzten Gespräch denn ohne Einschränkungen oder Abschwächungen (bzw. ohne Formulierungen, die so verstanden werden könnten) klar gestellt, dass Deine Beziehung erst mal als sehr stabil und dauerhaft anzusehen ist?

    ;-)

    Liebe CoteSauvage – da keinerlei verliebte Männer zuhören, habe ich mich hier an die Sicht der TE angepasst beim Schreiben – aber bei genauem Lesen, ich gebe es zu, wirkt es kontraproduktiv und missverständlich ;-D Mit "erstmal" meinte ich die nächsten 10 Jahre, da die TE ja meinte: "Man weiß nie wie lange es hält" – das kann in zweierlei Richtungen gehen, 'Man weiß nie wie lange es hält (wir tasten uns mit realistischen kleinen Schritten zur Ewigkeit vor)' oder 'Man weiß nie wie lange es hält (mal sehen, was sich die nächsten Jahre so ergibt und was Besseres kommt)' – tja – ich wollte der TE versichern, dass ich durchaus ihre Sicht verstehe, aber ich hätte klar machen müssen, dass ich die erste Version von "Man weiß nie..." meinte mit der Formulierung "erstmal"

    Ich hatte sowas Ähnliches übrigens auch mal, und habe den Kontakt schließlich fast abgebrochen, als mein Freund zu eifersüchtig wurde. Allerdings gestaltete sich das mit dem Verliebheits-Freund als sehr schwierig, er hat überhaupt nicht verstanden, dass ich trotz Beziehungsunwillen nach 5 Monaten einen neuen Freund hatte (der hat mich einfach ganz ausdauernd und unauffällig bezaubert) oder dass ich nach dem zerbrechen dieser Beziehung das mit der "erstmal keine Beziehung" richtig lange durchgezogen habe.


    Er hat einfach nicht verstanden, warum ich nur mit ihm befreundet sein will, obwohl ich ja "frei" bin und er so nett ist. Schließlich musste ich den Kontakt radikal abbrechen wegen einiger Vorfälle.


    Bei einer Konstellation wie Deiner besteht zwar ein gewisser Schutz durch Deinen Beziehungsstatus, es ergeben sich aber einige Probeme:


    ~ der verliebte Part der Freundschaft will eigentlich nur befreundet sein, schafft es aber nicht sich von seinen Gefühlen zu lösen, und ist furchtbar unglücklich – > dürfte schon zutreffen


    ~ die Frau hat in Beziehungskrisen nicht nur einen verständnisvollen Gesprächspartner, sondern eine sehr reale und selbst aktionswillige/die Initiative ergreifende Versuchung zum Fremdgehen / manchmal slippt man direkt in eine neue Beziehung – > es ist nur unnötiger emotionaler Stress für Dich, evt sogar eine Gefahr, die man nicht reizen sollte (es gibt viele Leute, die in entsprechenden Situationen mit entsprechendem verfügbaren Part fremd gingen, obwohl ihnen das eigentlich vollkommen fern liegt)


    ~ der Beziehungs-Mann hat entweder eine sehr fatalistische Einstellung, oder aber er hat das Ausmass der Situation mit der Verliebtheit und dem Einsatzwillen des Freunde-Mannes nicht realisiert. Es könnten sich gerade durch die Entfernung Eifersuchtsprobleme ergeben, sofern der Beziehungs-Mann absolute-Treue-Ansprüche hat. Beziehungsprobleme mit Fernbeziehung sind nichts, was man provozieren will, denke ich mal.


    Hinzu kommt, selbst wenn Du für immer treu bist und Deinem Freund das vollkommen schnuppe ist (seltsame und seltene Kombi, wenn das unter allen Umständen hält, aber sowas gibts durchaus, ich zähle mich ja auch zu Part 1 dieser Aufzählung): der ganze Einsatzwillen zu endlosen Gesprächen [? Bitte hier passende Attribute für Deinen Kumpel-Freund einfügen], seine große Liebenswürdigkeit etc. sind nicht echt, sie entspringen der Hoffnung auf ein anderes Ziel.


    Ich würde eine solche "Freundschaft" nicht als erstrebenswert empfinden, da der wunderbare Freund nicht aus freiem Willen, sondern aus dem Wunsch nach etwas anderem so einen enormen Einsatzwillen zeigt. Und aus dem Forum kenne ich vom Schreiben auch die andere Seite, viele Männer sind überaus verbittert oder für mehrere Jahre beziehungsunfähig, nachdem sie sich mit allem in eine aussichtslose Sache gehängt haben.


    Natürlich könnte man sagen: tja, his problem, not mine.


    Allerdings denke ich (wie vorher schonmal geäußert), dass man in Freundschaften insbesondere darauf sehen sollte, dass es dem anderen gut geht, also eine ungleichgewichtige Situation nicht befürworten sollte.


    Im übrigen, zu dem Satz "Er ist ja für sich selbst verantwortlich" – Hormone wirken so krass im Körper (Verliebte haben keinen Hunger etc) – bei Drogen oder Alkohol ist es für die meisten Menschen selbstverständlich, anderen zu helfen und auf sie acht zu geben, aber Verliebte sind ja selbst schuld? Na herzlichen Dank, Drogen pfeifen sich die meisten Menschen freiwillig rein, unglücklich verlieben – das passiert eigentlich nicht aus freiem Willen.

    Zitat

    Liebe CoteSauvage – da keinerlei verliebte Männer zuhören, habe ich mich hier an die Sicht der TE angepasst beim Schreiben – aber bei genauem Lesen, ich gebe es zu, wirkt es kontraproduktiv und missverständlich ;-D (...)

    Ich hatte ja oben schon schon geschrieben, dass natürlich auch ich davon ausgehe, dass es wahrscheinlich ist, dass eine Beziehung grds. nicht ewig hält, aber für die Äußerung solcher philosophischer Gedanken sehe ich hier keinen Raum. Einem Mann, der in einen verliebt ist, muss man, wenn man es selber nicht ist, knallhart, deutlich und ohne jede Einschränkung klarmachen, dass da nichts geht, und zwar gar nichts und nie. (Ich spreche da auch aus Erfahrung.)


    Ansonsten stimme ich dir komplett zu (wie gesagt, aus mehrfacher eigener Erfahrung).