Komische Beziehung – phantasielos und eintönig, aber viel Sex

    Seit 9 Jahren bin ich mit meiner derzeitigen Partnerin in einer Beziehung. Wir sind uns auf der Arbeit näher gekommen. Ich habe zwischenzeitlich gut geerbt und arbeite nur noch sporadisch als Selbständiger (hin und wieder ein Auftrag/Projekt). Meine Partnerin ist hingegen als leitende Angestellte fast nur am Arbeiten und nimmt sich kaum Zeit für uns. Sie liebt ihren Beruf, mag es unabhängig zu sein, ihr eigenes Geld zu verdienen und Karriere zu machen. Wir unternehmen nichts miteinander. Abends ist sie kaputt und müde. Am Wochenende macht sie häufig Überstunden, oft von zu Hause aus. Sie will auch nie Urlaub machen, ich fahre notgedrungen und mit ihrer Zustimmung regelmäßig allein weg, was mich sehr frustriert. Damit nicht genug, muß ich sagen daß sie sich in verschiedenen Punkten ganz anders entwickelt hat, als sie mir dies am Anfang unserer Beziehung in Aussicht gestellt hatte.


    Damals wollte sie mit mir "in ein paar Jahren" eine Familie gründen, heute will sie noch nicht mal heiraten. Frühere Wünsche und Lebensentwürfe waren bei ihr wohl aus ihrem Umfeld (u.a. von ihrer älteren Schwester) übernommen bzw. hatte sie sich aufgrund gesellschaftlicher Normen eben "so gedacht". Bis heute wohnt sie auch nicht richtig mit mir zusammen, kommt immer nur für ein paar Stunden zu Besuch. Es fühlt sich mehr wie eine Affäre oder "Freundschaft mit Vorzügen" an, sie besteht aber darauf, daß es das eben nicht sei, sondern eine feste Beziehung. Für eine Sexbeziehung sei sie sich zu schade und wolle nur etwas festes.


    Sexuell läuft es sehr... effektiv. Sie will täglich kräftig "bumm bumm" und hat alles auf beidseitigen schnellstmöglichen Orgasmus optimiert, was i.d.R. auch innerhalb kurzer Zeit (auch bei ihr) funktioniert. Leider alles recht "mechanisch". Zärtlichkeit, inniges Küssen, Phantasie, Anschmiegsamkeit, Kuscheln etc. vermisse ich sehr, sind ihr aber total unwichtig. Vorstöße von mir in diese Richtung blockt sie meist ab: macht ihr keinen Spaß, braucht sie nicht.


    Sie beteuert, daß sie mich liebt. Sie hatte vor mir noch nie eine Beziehung. Hatte immer noch die Hoffnung, daß es an der Unerfahrenheit meiner jetzigen Partnerin lag. Daß sie Zeit braucht, um Beziehungs- und Sexualkompetenz zu entwickeln. Daß sie erst lernen muß, sich auf einen Mann einzulassen. Ich merke aber leider immer mehr, daß wir uns zwar menschlich durchaus verstehen, aber von einer Beziehung in vielen Punkten total unterschiedliche Vorstellungen haben. Finde den vielen, i.d.R. täglichen Sex zwar angenehm und reizvoll, die Art und Weise, wie dieser stattfindet aber genau so wenig wie die gesamte Entwicklung unserer Beziehung.


    Sie ist zwar ruhig und reagiert nicht über, sodass Gespräche durchaus möglich sind, sie sagt aber immer nur, sie wäre halt so. Ich liebe sie ja, aber so geht das nicht mehr ewig weiter. Ist leider alles sehr verworren.


    Was kann ich tun?


    Wie kann man das retten bzw. aufpeppen?

  • 64 Antworten

    Ich frag mich bei solchen Leuten, WOFÜR bzw WARUM die das tun. das ganze Leben pragmatisch auf Leistung optimiert. Aber wozu? Es gibt kein großes, kosmisch vorgegebenes Ziel, was zu erreichen wäre. Bestenfalls machts einfach Spaß, manchmal ist es aber auch Flucht vor sich selber.


    Also, warum macht sie all das? Wonach strebt sie denn bloß so verbissen? Welches Ziel will sie erreichen?


    Das würde ich sie mal fragen.


    Mir würde es vermutlich auch so gehen wie Dir - dass man sich fühlt, als würde die gegenwärtige Lebenszeit sinnlos vergeudet werden beim Streben nach irgendwas zukünftigen, was aber diffus ist und letztlich nie eintreffen wird.


    Tja, offen reden, würde ich sagen.

    Ich habe erstmal alles gelöscht, was sie betrifft und nur deine Seite übrig gelassen. Das schafft einen klaren Blick.


    Und dann ist auch nicht mehr "alles sehr verworren", sondern plötzlich sehr klar.


    Wer bist du? Wofür stehst du?

    Was willst du?

    Das gleiche kann man nun für die Partnerin machen, aber hier geht es ja um dich. Nicht um sie.

    Zitat

    Was kann ich tun?

    Beziehung führen heißt Kompromisse machen. Aber Kompromisse gern machen. Also mehr auf deine Bedürfnisse achten, diese deine Bedürfnisse aber als Angebote und "mit Charme"/"mit Verführung" bei ihr anbringen. Und für eigene Hoffnungen auch eine Grenze setzen, wann Hoffnung ein Ende hat. Sonst ist das doch für beide Seiten belastend.

    Zitat

    Wie kann man das retten bzw. aufpeppen?

    Du kannst z.B. deine Versuche intensivieren.


    - deine emotionale Seite mitteilen, aber auch deine Veränderungswünsche an sie, ihr mitteilen worin deine Liebe für sie besteht, und ihr sagen, was dir fehlt, damit sich diese Liebe auch wirklich gelebt und symmetrisch anfühlt


    - mit ihr reden und "verhandeln" - z.B. Urlaube rausverhandeln, weniger Arbeit von ihr an den Wochenenden, mehr Zeit zusammen, mehr Kuschelstunden, gemeinsame Übernachtungen, ihre Bedingungen für ein Zusammenwohnen prüfen, für manche dieser Sachen vielleicht auch Termine aushandeln, Verbindlichkeit einfordern


    - sie überraschen mit kreativen Sachen: für euch zusammen am Wochenende einen Kurzurlaub buchen, sie an ihrem Arbeitsplatz besuchen und dort zu Feierabend abholen für eine gebuchte Veranstaltung, die sie gern mag, sie auf Reisen einladen an eure gemeinsamen Traumziele, ihr einen Heiratsantrag machen


    - ihr Bücher über Work-Life-Balance schenken


    - klassische Konditionierung: jede Annäherung von ihr an deine Wünsche "belohnen" und damit positiv verstärken. Heute hat sie ja dich konditioniert. Mit Sex. :-) Unser täglich Brot gib uns heute. ;-)


    - dich beim Sex enthaltsamer zeigen und dir eben mehr Zeit nehmen, deinerseits Zärtlichkeit, inniges Küssen, Phantasie, Anschmiegsamkeit, Kuscheln in den Sex einbringen, und schauen wie sie reagiert - ihr schnelles Bumm bumm also einfach mal abbremsen und mehr durch deine Wunsch-Version ersetzen - mit Massagen vorher, mit Kerzen, mit Musik, mit tantrischen Elementen. Oder wieder nen Kompromiss: dann gibt's ab und an Bumm-bumm (ihr Wunsch), und ab und zu eben deine Kuschelvariante. Oder bei jedem Sex beide Anteile. Du kannst da viel machen: den Raum gestalten, mit Licht oder Düften arbeiten, mit Musik und Massageöl, Tüchern, Federn. Ihr einen Paar-Tantra-Kurs vorschlagen.


    - mehr Körperlichkeit in den Alltag einbauen: längere Umarmungen, Kuscheln auf der Couch


    - mit ihr über die Vorstellung einer gemeinsamen Wohnung reden und zusammen die Immobilien-Portale/Wohnungsmarkt am PC oder in echt abklappern, etwas für eure Wünsche suchen


    - Sie nach ihren Gründen fragen, warum sie nicht bei dir über Nacht bleibt: liegt's an der Wohnung, liegt's an dir, liegt's an ihr?


    - Sie stärker zu Übernachtungen bei dir motivieren (neues Bett?). Und dich zu Übernachtungen in ihrer Wohnung "einladen".


    - sie mit kreativen tollen Freizeitsachen effektiv von der Arbeit wegverführen: gemeinsam kochen, gemeinsam duschen/baden, gemeinsam Kino/Picknick/Ausflüge - und diese jeweils so ausgewählt, dass sie doch eine starke Motivation hat, mitzumachen, also z.B. nicht gerade in Phasen, wo Projekte besonders eng drücken, sondern abseits dessen, dann hat sie z.B. 5 Arbeitstage, aber 2 Beziehungstage, die sie sich frei halten soll


    - "Abends ist sie kaputt und müde." -> na dann biete ihr doch mal ne entspannende Massage an: Füße, Beine, Kopf. Kein Sex. Oder ein gemeinsames Einschlafritual.


    - und du kannst bei ihren Gründen nachhaken. Ein "ich bin halt so" von ihr einfach nicht mehr als Antwort akzeptieren. Sondern ihre wirklichen Gründe hinterfragen. Nach ihren Emotionen fragen, wenn sie nicht erkennbar sind.


    - ihr deine Unterstützung in ihren Arbeitsthemen anbieten (du hast ja Zeit) und ihr arbeitet ja in der selben Branche, aber dafür als Ausgleich mehr Freizeit/Beziehungszeit einfordern


    Und du kannst auch Druck rausnehmen, indem du einen Teil deiner Bedürfnisse nach Nähe, Kommunikation, Körperkontakt extern befriedigst oder Ablenkung schaffst:


    - Massagen bei einer Masseurin, evt. auch erotischer Natur


    - Reisen mit Reisefreunden/Reisefreundinnen


    - Freizeitgestaltung mit Freunden/Freundinnen


    - sie generell weniger um "Erlaubnis" fragen


    - einen Hund bei dir aufnehmen, der ist zumindest immer da und muss nie arbeiten, und kuschelig ist so ein Hund auch. Der Hund kommuniziert auch mit deiner Partnerin, wenn sie da ist, will raus, will Gemeinsamkeit, zeigt seine Emotionen. Und er redet nicht, sondern ist sehr körpersprachlich unterwegs. Für dich kann er ein Begleiter sein.


    - dich selbst wieder mehr in die Arbeit vertiefen, dann werdet ihr euch auch ähnlicher


    Naja, und die einzige Frau der Welt ist sie auch nicht.


    - ihr bewusst machen, dass du in dieser Beziehung in der jetzigen Variante emotional vertrocknest, prüfen ob sich eure Beziehungsvorstellungen doch noch besser passend machen lassen und wenn nicht nach einer Frau suchen, die mehr Beziehungsvorstellungen mit dir teilt. Entweder neben der Beziehung mit ihr, oder nach Auslaufen dieser.


    - dir Kennenlerngelegenheiten mit anderen Frauen schaffen - in Parks, Cafes, Bars, Clubs, Sportvereinen, Museen, Partnerbörsen, deine Kreativität und Interessen setzen die Grenze

    Zitat

    Sie liebt ihren Beruf, mag es unabhängig zu sein, ihr eigenes Geld zu verdienen und Karriere zu machen.

    Will sie vielleicht unabhängig von dir und deinem Erbe sein und ist deswegen so ehrgeizig? Weil sie nicht den Eindruck erwecken will, sich auf deinem Geld auszuruhen? Oder war sie auch schon früher so, als ihr euch kennengelernt habt?


    Wenn sie schon immer so war, dann solltest du Klagen darüber zurückhalten, denn du hast sie schließlich so zur Partnerin gewählt. Wenn sie sich erst so entwickelt hat, dann könnte es daran liegen, dass ihr in völlig unterschiedlichen Welten lebt, was eben die Lebenskosten und die Gegenleistung dafür betrifft. Ich weiß ja nicht, wie groß dein Erbe ist - manche sind zufrieden, wenn sie leicht und bescheiden durch's Leben kommen, manche schwelgen im Überfluss. Hat sich dein finanzieller Lebensstandard durch das Erbe erhöht? Oder eher nur die Lebensqualität durch mehr Freizeit? In beiden Fällen wird es schwer fallen, sich auf eine Balance einzurichten, wenn der andere Partner unabhängig sein Geld verdienen möchte. Man könnte den Blick für die jeweilige Situation des anderen verlieren.

    Ich hatte selber jahrzehntelang ein Arbeitstier als Partner. Andere Dinge wurden immer kurz besprochen, für die Kinder keine Zeit genommen, der mechanische Sex schlief irgendwann ein.


    Ich wollte so nicht leben und bin emotional wirklich in vielen Bereichen zu kurz gekommen. Trotz Gesprächen wurde es schlimmer, die Arbeit aufs Wochenende ausgeweitet. Freunde kamen nicht mehr, ich war allein mit den Kindern. Mir wurde ein Hund und später ein Pferd gekauft. Klar, man kümmert sich und hat Ablenkung und freut sich. Aber in Wirklichkeit bedeutete es: jetzt ist sie beschäftigt und nervt nicht.


    Ich kann dir nur ganz, ganz dringend raten: horch in dich rein, frage dich wirklich, ob du dieses Leben so wünscht und ob es dich glücklich macht. Denn Arbeitstiere können selten die Notbremse ziehen. Denn mit dem Erfolg werden sie oft süchtig nach Anerkennung.


    Aber ich denke, glücklich macht dich diese Frau nicht wirklich. Pläne von Hochzeit und Kindern oder gar ein gemeinsames Haus geht sie nicht nach. Und dein Sexleben ist ja echt nicht beneidenswert.

    Wenn Du eine Partnerin suchst, die zärtlich und verschmust ist und sich Zeit nimmt für die Beziehung, gemeinsame Urlaube, Hobbies, gemeinsame Aktivitäten (was durchaus auf mit einem Berufsleben vereinbar ist), dann ist diese Frau ganz offensichtlich nicht die geeignete Partnerin für Dich.

    Ehrlich gesagt bin ich etwas skeptisch, wenn ich Deine Zeilen lese, ob sich Deine Freundin nach 9 Jahren noch grundlegend "umkrempeln" lässt. Sie signalisiert an vielen Stellen Dir gegenüber, dass von ihrer Seite wenig eigenes Interesse besteht, eure Beziehung auf intensivere Paarzeit und interessenbezogene Gemeinsamkeiten umzustellen.


    Es mag ein Stück weit so sein, wie es der User Comran beschrieben hat, dass Deine Freundin nicht als Frau die sich einen vermögenden Mann an Land gezogen hat, rüber kommen will.


    Aber ich sehe darüber hinaus ein wenig zugewandtes Partnerverhalten Dir gegenüber. Sie hört sich zwar geduldlig Deine Worte, Wünsche und Vorstellungen an, aber sagt dann klar

    Zitat

    sie sagt aber immer nur, sie wäre halt so.

    Das klingt nicht danach, als ob sie es als wichtig erachtet über ihre Einstellung zu Dir mit neuem Elan oder anderen Blickwinkel nachzudenken.


    Sie hat Dich komplett auf ihre Bedürfnisse konditioniert, die Du wie es scheint 9 Jahre so mit gelebt und ertragen hast, ohne das von ihrer Seite ein Einlenken oder gar neue Angebote unterbreitet worden sind. Du harrst aus in der Hoffnung, dass der große Wumm-Effekt in ihrem Kopf noch einsetzen wird.


    Das sehe ich erst dann als für sie als notwendig an, wenn Du klar Grenzen setzt und ihr zeigst, dass ihre bisherige Lebensart für Dich keine Option mehr ist und Dein Zukunftsmodell andere Prioritäten hat. Du hast zu eurem Alter nichts geschrieben, dass macht es schwerer einzuschätzen an welchen Punkten ihr beide im Leben steht.


    Ich finde die Vorschläge des Users Pythonist zum Teil sehr gut in ihren Ansätzen. Dennoch liest es sich in dieser Form als eher einseitiges Investment. Mir fehlt der ausgewogene Anteil einer Partnerin auf partnerschaftlicher Augenhöhe, die mit den unterbreiteten Vorschlägen selbst etwas anfangen kann, und eigene Bedürfnisse in dieser Richtung hat. Nach Deiner Beschreibung liest es sich nicht so, als ob Deine Freundin mit Deinen Bedürfnissen viel anfangen kann. Neun Jahre sind eine lange Zeit, und ich gehe davon aus, dass Du schon seit Längerem Deine Sichtweisen und Vorstellungen ihr gegenüber offenbart hast.


    Du selbst beschreibst eure Beziehung eher als Affäre oder Freundschaft Plus, weil die emontionale Komponente für Dich schmerzlich ausgeblieben ist. So ein Gefühl entsteht nicht einfach aus einer Laune heraus, sondern offenbart große Defizite die Du in Bezug auf euch empfindest.


    Was Du in Deinem Eingangspost beschrieben hast, liest sich nach sehr unterschiedlichen Lebensentwürfen und ich würde den Ursachen aktiver auf den Grund gehen, warum eine junge Frau sich anfänglich alles mit Dir vorstellen konnte, und jetzt nach fast einem Jahrzehnt nichts davon mit Dir in ihre Lebensplanung einbeziehen möchte.

    Zitat

    Du harrst aus in der Hoffnung, dass der große Wumm-Effekt in ihrem Kopf noch einsetzen wird.


    Das sehe ich erst dann als für sie als notwendig an, wenn Du klar Grenzen setzt und ihr zeigst, dass ihre bisherige Lebensart für Dich keine Option mehr ist und Dein Zukunftsmodell andere Prioritäten hat.

    Was immer das Grenzen setzen bewirkt, was immer der große "Wumm Effekt" da anstellt, bei ihr werden nicht unter Druck auf einmal die großen Gefühle entstehen, das Bedürfnis nach Nähe und Zärtlichkeiten.

    Ralph_HH

    Zitat

    Was immer das Grenzen setzen bewirkt, was immer der große "Wumm Effekt" da anstellt, bei ihr werden nicht unter Druck auf einmal die großen Gefühle entstehen, das Bedürfnis nach Nähe und Zärtlichkeiten.

    Ich gehe auch nicht davon aus, dass es den großen "Wumm-Effekt" geben wird. Eine Frau, die in ihrer Wesens-Mentalität weniger romantisch und emotional veranlagt ist, wenig mit zwischenmenschlicher Nähe und häufiger partnerschaftlichen Gemeinsamkeit anfangen kann, wird trotz des höheren aktiven emotionalen Investments des Partnern nicht zur anhänglichen Schmusekatze par exellence werden.


    Bisher hat der TE jedoch entgegen seiner eigenen Bedürfnisse und Wünsche in dieser speziellen 'Beziehung' gelebt und die Vorstellungen seiner Partnerin mitgetragen. Deswegen sehe ich ohne Grenzsetzung (was der TE bisher aus Liebe vermieden hat) wenig Chancen, dass sich zwischen den beiden in der Beziehungssubstanz etwas wesentlich verändern wird.

    Man, man, man... Was Leute sich antun


    Sobald dir eine begnet, die besser zu deinem Lebensstil passt, wird sich das Problem eh in Luft auflösen.


    Du liebst deine Frau nicht wirklich. Man liebt nur Menschen, die einem das Geben, was man braucht.


    Mach das was die meissten machen. Asthangeln, um ja nicht alleine zu sein.


    Die Frau ist doch innerlich scheinbar eh tod. Da gibt es wahrscheinlich eh kein Herz zu brechen.


    Wenn du gehst, dann wird es ihr sicher auch egal sein. Vielleicht bist du einfach nur ein Statussymbol für sie für die Aussenwelt und darfst täglich mal eben ihren Druck abpumpen.


    Sie will ja anscheinend eh unabhängig sein. Dann braucht sie keinen Partner, sondern kann sich einen Callboy rufen jeden Tag.


    Ach nee. Ist ja teuer. Aber dann wäre sie wirklich unabhänig.


    Von Kindern rate ich dir mit so einer Frau eh ab. So ein Reibeisen als Mutter :|N

    Zitat

    Sie signalisiert an vielen Stellen Dir gegenüber, dass von ihrer Seite wenig eigenes Interesse besteht, eure Beziehung auf intensivere Paarzeit und interessenbezogene Gemeinsamkeiten umzustellen.

    Oder: er (Lebensform) hat die Informationen so zusammengestellt, dass er diese seine Sicht über sie so besonders betont. Weil er den Glauben daran innerlich schon aufgegeben hat. Was sie wirklich alles signalisiert, wissen wir hier doch gar nicht. Wir wissen nur, was hinter seinem Wahrnehmungsfilter ihrer Signale übrig bleibt. Auch deshalb habe ich den Ansatz verfolgt, alles zu löschen, was da über sie steht. Während er seinen Teil sehr treffend wiedergeben kann.

    Zitat

    Es mag ein Stück weit so sein, wie es der User Comran beschrieben hat, dass Deine Freundin nicht als Frau die sich einen vermögenden Mann an Land gezogen hat, rüber kommen will.

    Eine Spekulation. Aber spekulieren braucht er ja nicht, weil sie doch redebereit ist. Dann kann er sie doch offen fragen.


    Und Lösungen vorschlagen, denn das lässt sich leicht in der Gestaltung des Ehevertrags ausräumen: eine Ehe mit Gütertrennung (in DE in normalen Kreisen ungewöhnlich bei Vermögenden verbreiteter, in AT die Normalform einer Ehe), weiter getrennte Konten, alle Kosten (z.B. gemeinsame Wohnung) halbiert. So bleibt sie unabhängig von seinem Erbe, und kann sich gar nicht auf seinem Geld ausruhen, weil ihr nix davon gehört und eine Scheidung vereinfacht sich auch beträchtlich. Von Beziehung und Liebe lässt sich diese finanzielle Seite also gut abkoppeln.


    Ob das den großen emotionalen Unterschied (er arbeitet nur gelegentlich und wählt den Weg von viel Freizeit, sie wählt eine sehr zeitintensive Arbeitsvariante, das ist ja ein zentraler selbst gewählter Wert im Leben) dann aber auch erfasst, ist unsicher. Eines würde ich eher spekulieren: wenn sie ihre Arbeitsstundenzahl gegen das Arbeitszeitgesetz (einfach mal reinschauen) selbst so hoch wählt, wie er es beschreibt, dann ist das Risiko einer Überlastung und Stress sehr hoch. Und ganz gleich, was sie damit bezweckt, ihrer Karriere wird diese Überlastung langfristig nicht dienlich sein. Aber diese Erfahrung wird sie selbst machen müssen.


    Worin besteht also noch ein Weg: er macht einen Vorschlag, wie sie mehr Arbeitseffizienz erreicht (gleiches Ergebnis, weniger Stunden) oder bringt sie in Kontakt mit anderen Menschen/Dritten, z.B. einem Arbeitsmediziner, mit dem sie sich dazu austauschen kann und zu dem Ergebnis kommt, dass Karriere nicht an den Stunden hängt. Klar ist aber, dass sowas schnell bevormundend und überfürsorglich ankommen kann.


    Als entscheidende Frage sehe ich aber, ob sie auch deshalb so viel arbeiten *möchte*, um genau diese Distanz zu ihm einzuhalten. Über die wahre Motivation seiner Partnerin wissen wir also wenig. Nur den Ausschnitt, denn sie ihm offenbart. Und davon nur das, was "Lebensform" hier nennt.

    Zitat

    Was Du in Deinem Eingangspost beschrieben hast, liest sich nach sehr unterschiedlichen Lebensentwürfen und ich würde den Ursachen aktiver auf den Grund gehen, warum eine junge Frau sich anfänglich alles mit Dir vorstellen konnte, und jetzt nach fast einem Jahrzehnt nichts davon mit Dir in ihre Lebensplanung einbeziehen möchte.

    :)z


    Und es gibt ja ein weites Feld an Möglichkeiten, ganz neben den psychisch/emotionalen Sachen, z.B. unterschiedlicher Kinderwunsch, Unfruchtbarkeit auf einer Seite (die dem anderen nicht bekannt sein muss), körperlich/gesundheitliche Sachen (die auch dem anderen nicht bekannt sein muss), finanzielle Aspekte (oben schon angeklungen), sein/ihr soziales Umfeld, die auch Lebensplanungen verändern können.


    Wer da nach einem Vorschlag für ein Ordnungsschema sucht:


    Hier ist das mal so mit 5 Säulen dargestellt:


    http://www.meine-berufung-finden.de/die-5-saeulen-des-lebens-fuer-ein-erfuelltes-leben-teil-1/


    Erfüllende Tätigkeit (Berufung)


    Wohlstand (Finanzen, Karriere)


    Gesundheit (Körper und Geist)


    Beziehungen/Familie (Partner, Kinder, Freunde)


    Persönlichkeit (Werte, Lebenssinn, Spiritualität)


    Hier mit 5 Emotionen - aus eher jung-erwachsener Sicht


    http://www.neon.de/artikel/fuehlen/erwachsen-werden/die-fuenf-saeulen-des-lebens/670012


    Liebe


    Leid


    Glück


    Erfolg


    Spaß


    Hier mit 6 anderen Säulen:


    http://www.habitgym.de/die_6_saeulen_des_guten_lebens/


    Ernährung


    Körperliche Fitness


    Soziale Beziehungen


    Schlafqualität


    Bildung (praktisches Wissen)


    Finanzielle Unabhängigkeit (Abwesenheit von finanziellen Sorgen)

    Zitat

    Was kann ich tun?


    Wie kann man das retten bzw. aufpeppen?

    Und ich mag so das lösungsorientierte Denken nicht ganz verlassen.


    Humor - damit lassen sich sehr oft sehr leicht Brücken schlagen, aber natürlich auch Konflikte überdecken


    Unkonventionelle eigene Formen der Beziehungsgestaltung, die aus deinem Beziehunginteresse/Nähebedürfnis und ihrem Wunsch nach Unabhängigkeit/Distanzbedürfnis eben doch Kompromisse finden:


    * Vorschlag einer Verlobung (dein Wunsch, Symbolik des gefühlten Beziehungsfortschritts), auf die dann aber keine Hochzeit folgt (da hängt sonst das rechtliche dran) (ihr Wunsch)


    Auch Hochzeiten oder Beziehungen sind nicht mehr wie vor 100 Jahren, sondern z.B. jeder kann seinen Namen behalten und hat trotzdem gesellschaftliche Akzeptanz (z.B. Merkel/Sauer), sie Doktor, er Professor, sie im Rampenlicht, er im "Damenprogramm"


    * das Ehepaar Macron mit ihrem Altersunterschied


    * (Gauck - er noch verheiratet/Schadt - sie seine Lebensgefährtin)


    Selbst wer sich an hier politischen Eliten orientiert (Karrieredenken von ihr), findet dort nicht-klassische Beziehungsmodelle, und das selbst in einer konservativen Partei wie der CDU. Es mögen Ausnahmen sein, aber es gibt sie.


    * Vorschlag einer gemeinsamen Wohnung mit zwei unabhängigen Ein-/Ausgängen (für dich/für sie) und großen eigenen Rückzugsbereichen für jeden, großes, helles Arbeitszimmer für sie, flottes Internet für Home Office, getrennte Betten, aber Gelegenheiten sich für Nähe, Zärtlichkeit, Sex leichter zu besuchen, wichtige Gemeinschaftsräume nur da, wo ihr euch drauf einigen könnt (z.B. Küche), ggf. getrennte Briefkästen


    * Ideen des Erwartungsmanagements


    http://www.its-people.de/blog/details/erwartungsmanagement.html


    ein Business-Wort für eine an sich private Beziehungssache - könnte gut bei ihr ankommen, wenn sie so arbeitszentriert ist


    * Möglichkeit einer Paar-Therapie - immerhin begreift ihr euch beide lose als Paar. Wer sich diese externe Variante vorstellen kann, findet vielleicht neue Wege der Paarkommunikation.


    Manche Form mag dann nach außen erklärungsbedürftig wirken, aber können für euch Lösungsvarianten darstellen. Jeder muss sich selbst überlegen, wann ihn eigene "Zugeständnisse" überfordern.

    Vielen Dank für eure bisherigen Antworten! Ich versuche nachfolgend mal auf einige Rückfragen Bezug zu nehmen, um etwas Licht in noch unklare Dinge zu bringen:


    Ich bin 38 Jahre alt, meine Partnerin ist 41. Gerade dieses nicht mehr ganz so junge Lebensalter hat mich nachdenklicher werden und die bisherige Beziehung zu ihr auch in Frage stellen lassen. Seit über einem Jahr denke ich schon über das ganze immer wieder nach, mal schlägt das Pendel in die eine (Trennung, neue Frau suchen), mal in die andere Richtung (sie heiraten, glücklich sein über das, was man hat - vielen anderen Männern geht es ja scheinbar erheblich schlechter, sind jahrelang allein und finden keine Frau oder dürfen 1x im Monat "ran" etc.).


    Das Fenster für Kinder schließt sich bei ihr ja langsam. Bisher hat sie akribisch die Pille genommen, tut sie immer noch. Wegen einer damaligen akuten Hodenentzündung wurde bei mir vor ca. 5 Jahren mal die Fruchtbarkeit untersucht, der Arzt wollte bleibende Schäden ausschließen. Alles normal, könnte ganz normal Vater werden. Ist für mich kein "Muss", aber eben ein Faktor in einem Gesamtbild. Heiraten will sie GAR NICHT, Ehevertrag haben wir auch schon diskutiert. Sie will ihren Namen nicht aufgeben, kein weißes Kleid und keine Hochzeitsfeier, findet sie alles lächerlich und doof. Sie will sich nicht einsperren lassen und dann meine Unterhosen waschen müssen. Sie hat auch außer 2 Familienmitgliedern niemanden, den sie einladen könnte/würde. Ihre Bekannten hätten sie ja auch nicht eingeladen, die seien auch inzwischen fast alle wieder geschieden und erlebten ihre Kinder als Belastung.


    Sie kommt aus einfachen Verhältnissen, Arbeiterfamilie. Kennt aus ihrer Kindheit finanzielle Not und Sozialwohnungen. Jegliches auch nur entfernte Armutsrisiko will sie ausschließen, ebenso jegliche Abhängigkeit von anderen Menschen. Ich komme aus einer gutsituierten, aber nicht superreichen Familie. Geerbtes Vermögen im unteren siebenstelligen Bereich, regelmäßiges passives monatliches Einkommen mittlerer vierstelliger Bereich, dazu habe ich noch mal das gleiche im Durchschnitt aus gelegentlichen Arbeitsaufträgen. Letzteres aber eher schubweise, einen Monat gar nichts, mal 10.000 Euro am Stück.


    Ich tue mich zum einen aus Liebe mit einer Trennung schwer, zum anderen aber ehrlich gesagt AUCH aus folgenden Gründen:


    - Ich habe sonst niemanden mehr. Meine Stammfamilie ist leider komplett tot. Wegen vieler Umzüge in jüngeren Jahren auch keine engeren Freunde, nur einige Bekannte, die aber meist verheiratet sind und die Freizeit mit ihren Frauen und Kindern verbringen.


    - Ob und wann ich eine neue Frau finde, weiß ich ja nicht. Habe mich vor ihr, in jüngeren Jahren also, immer sehr, sehr schwer damit getan, Beziehungen anzubahnen. Habe als junger Kerl viele Körbe kassiert und weiß einfach nicht, wie man das macht, Frauen ansprechen. Bin auch nie so der Partylöwe gewesen, trinke nur selten Alkohol, bin eher steif und förmlich und es braucht lange, bis ich auftaue. Hatte vor ihr nur eine andere "richtige" Freundin. Ich brauche auch eher lange, stets mehrere Anläufe um Gefühle zu entwickeln, das machen die meisten Frauen nicht mit. Viele wollen ja "Liebe auf den ersten Blick" und sofort wissen, ob der Mann Interesse hat. Weiß ich selbst aber meist erst nach ner Zeit, ob mir eine Frau gefällt.


    - Ich kriege wenigstens täglich Sex. Ist erbärmlich, so zu denken, aber immerhin da habe ich einen Riesenvorteil gegenüber vielen Singlemännern.


    Habe mir selbst auch schon mal gesagt, ich bin offen, wenn ich mal zufällig eine anderen kennenlernen sollte, hat sich aber nie ergeben, da ich nicht so viele Frauen kennenlerne bzw. die eben fast alle verheiratet sind oder "wie Oma" aussehen und sich auch so geben.


    Die Beziehung zu meiner Partnerin durch Überraschungen, Geschenke, romantische Initiativen, Heiratsanträge etc. zu verbessern habe ich doch alles schon versucht... Leider mit sehr bescheidenem Erfolg. Immer dann, wenn ich mich zur Trennung entschließe, kommt sie gerade so viel auf mich zu, daß ich davon wieder Abstand nehme. Trennungsversuche meinerseits hat es schon gegeben, habe ich nie länger als ein paar Tage durchgehalten. Würde ich z.B. einen Wochenendtrip buchen und sie damit überraschen, würde sie mir den Koffer holen und mir ein paar schöne Tage wünschen, aber das selbst mitfahren ablehnen. Sie kann irgendwie nicht genießen und nicht richtig abschalten.


    Problem ist auch, daß sie eben selbst irgendwie gar kein Gespür dafür hat, was SIE machen könnte und sollte. Sie findet, daß so wie es ist, doch alles perfekt sei. Daß ich emotional vertrockne, ist auh mein eigener Eindruck, es fehlt gemeinsames Erleben schöner Dinge. Es fehlt Zärtlichkeit und Romantik. Aber immerhin ist sie sehr loyal, steht mir bei allem bei. Sie ist die einzige Bezugsperson, die ich habe. Der einzige Mensch, dem ich vertraue. Ich bin innerlich so zerrissen...