Komme mit Trennung nicht klar

    Vor 5 Wochen, nach einem gemeinsamen Urlaub, trennte sich mein Partner von mir. Seine Begründung ist, er wäre nicht glücklich in der Beziehung, ihm fehle der Freiraum, er möchte seine Wochenenden nicht mit mir verplanen, sondern frei entscheiden was er macht. Sein Leben vorher war schöner. Mir tat das sehr sehr weh, denn er war von Anfang an sehr verliebt, war sehr aufmerksam, erzählte mir immer beim Sex wie sehr er mich liebt und wie einmalig schön das mit uns sei. Das er so eine Frau noch nie hatte, er überwältigt sei. Er habe sich genau so eine Beziehung gewünscht, da er vorher immer Distanz Beziehungen hatte, Fernbeziehungen, oder Frauen die kaum Zeit hatten. Doch nun nach 1 Jahr mit mir, merkt er, es ist nichts für ihn. Er will sein altes Leben zurück. Mir geht es einfach nur schlecht, da ich ihn für meinen Traummann halte, er ist genau das was ich mir immer gewünscht habe als Mann. Nun ist er weg, eben noch im Urlaub voller Liebe.. Keine Anzeichen für irgendwas! Ich weiß nicht wie ich das hinbekomme. Ich weine täglich, esse wenig, bin voller Sehnsucht. Mein Herz brennt. Ich werde so einen Menschen nicht wieder finden :(. Kennt das jemand von euch? Und wieso ist die Liebe auf einmal weg bei ihm? Er will mich nie wieder sehen.. Hat per Telefon Schluß gemacht.

  • 151 Antworten

    Hört sich nach einem Muster aus Bindungsangst an. Er hatte ja auch zuvor sehr distanzierte Beziehungen (Fernbeziehung oder Frau die kaum Zeit hatte), am Anfang ist es normal, dass man total verknallt und überschwänglich ist... Irgendwann kriegen Bindungsängstler dann Angst ("Jetzt isses fix!!" "Ich komm da nicht mehr raus!!" "Ich brauch Freiraum!!" usw.) und ziehen sich zurück. Gerade Urlaub ist eine eng verbundene Zeit und man hockt meist 24h aufeinander.. Scheinbar hat er Panik bekommen und ist abgehauen.


    Das kannst du nicht ändern :-( ABER


    Es gibt zwei Formen der Bindungsangst - aktive und passive. Die Aktiven laufen weg, die Passiven Bindungsängstler laufen den aktiven hinterher... Und jeder Topf braucht seinen Deckel!


    Frage dich selbst, wo hat er dir schon zuvor Distanz aufgezeigt? Wo hättest du es sehen können - und warum sprichst du auf dieses Muster an? Es gibt zwei sehr gute Bücher dazu - v.a. "nah und doch so fern" von Steven carter und Julia Sokol, oder auch "Ich lieb dich nicht, wenn du mich liebst". Reinlesen lohnt auf jeden Fall.


    Ich wünsche dir alles Liebe und dass es dir bald besser geht!

    Ich tippe auch auf Bindungsangst, wir haben ganz am Anfang schon mal 1 Woche Urlaub zusammen gemacht, danach machte er Schluss. Dann kam er wieder, dann machte er wieder Schluß. Er hat jetzt insgesamt 3 mal Schluß gemacht. Immer wenn man viel Zeit zusammen verbringt. Seine Lieblingsworte sind Freiraum, Luft brauchen, Zeit für sich. Das ganze Jahr über schon. Einmal hatten wir Urlaub und er hat sich bewusst die Tage was vorgenommen, damit er von 7 Tagen Urlaub, nur 3 mit mir verbringen muss. Wochenende, Freitags, musste ich ständig ihm hinterher, ob wir uns sehen, taten wir auch aber er eher widerwillig. Ich war öfter enttäuscht, denn für mich ist es normal sich am Wochenende auf seinen Partner zu freuen. Wir wohnen 30 Minuten entfernt und haben uns meist Wochenende gesehen. Er sagte immer er müsse sich dran gewöhnen, weil er weiss das ist so normal, aber letztendlich kommt er nicht damit klar. Er ist Ende 40, hat nie mit einer Frau zusammen gelebt und keine Beziehung hielt länger als 3 Jahre. Die Frauen in seiner Vergangenheit haben ihn verlassen, weil sie Familie etc wollten, oder er hat sie aufgrund dessen verlassen, weil er es ihnen nicht geben konnte.

    Alias 943807 schrieb:

    Seine Lieblingsworte sind Freiraum, Luft brauchen, Zeit für sich.

    hast du ihm dies denn auch mal gegeben, wenn er es nötig hatte?

    Alias 943807 schrieb:

    Wochenende, Freitags, musste ich ständig ihm hinterher, ob wir uns sehen, taten wir auch aber er eher widerwillig. Ich war öfter enttäuscht, denn für mich ist es normal sich am Wochenende auf seinen Partner zu freuen. Wir wohnen 30 Minuten entfernt und haben uns meist Wochenende gesehen. Er sagte immer er müsse sich dran gewöhnen, weil er weiss das ist so normal, aber letztendlich kommt er nicht damit klar.

    ganz ehrlich - ich kann deinen ex da ein winziges bisschen auch verstehen.

    nähebedürfnisse sind doch sehr individuell. natürlich will ich meine partnerin sehr oft sehen. aber nach einer anstrengenden woche brauche ich auch einfach meine ruhe. mit menschen zu interagieren fällt mir dann eher schwer, auch mit meiner freundin.

    wenn ich ihr dann einfach meine bedürfnisse offen mitteile und sage, dass ich zeit für mich und freiraum brauche und sie mit einer kuschelattacke und näheoffensive kontert, fühle ich mich eben schnell missverstanden und gestresst.

    wenn ich dann auch noch vermittelt bekomme, dass ich nicht normal bin, nur weil ich am WE auch mal meinen hobbies nachgehen möchte oder einfach mal ein bisschen zeit mit mir alleine haben möchte - dann würde mich das verletzen und mir das gefühl geben, nicht geliebt zu werden.


    ich würde die sache auch nicht auf beziehungsangst schieben. für mich klingt das eher nach asperger-autismus oder sowas in der art.

    Alias 943807 schrieb:

    Seine Lieblingsworte sind Freiraum, Luft brauchen, Zeit für sich

    Das sind seine Bedürfnisse.

    Alias 943807 schrieb:

    Er sagte immer er müsse sich dran gewöhnen, weil er weiss das ist so normal, aber letztendlich kommt er nicht damit klar.

    Das halte ich für falsch. Er sollte sich inzwischen besser kennen, da hilft es nichts, die Brechstange anzusetzen, um "normal" zu sein.


    Letztendlich hilft dir das auch nicht weiter, es ist SEIN Problem. Er sollte sich eine Partnerin suchen, die ähnlich tickt, dann kann es funktionieren. Ich würde es auch nicht als Bindungsangst bezeichnen, Menschen sind nunmal unterschiedlich. Kann sein, dass er wieder angekrochen kommt, du solltest dir gut überlegen, ob du dich nochmal darauf einlässt.

    Zitat

    Er ist Ende 40, hat nie mit einer Frau zusammen gelebt und keine Beziehung hielt länger als 3 Jahre. Die Frauen in seiner Vergangenheit haben ihn verlassen, weil sie Familie etc wollten, oder er hat sie aufgrund dessen verlassen, weil er es ihnen nicht geben konnte.

    Ich komme selbst gerade aus einer ähnlichen Beziehung und kann dir sagen - solche Männer werden sich nie ändern. Er hat wohl nicht das Verlangen - oder die Fähigkeit - zu einer Beziehung mit Nähe. Das ist auch in Ordnung so für ihn - die Frage ist, ob du damit glücklich wärst/warst oder nicht.


    Ich habe mich schlussendlich getrennt - für ihn war alles okay so, mir war es zu wenig. Mir war zusammen wohnen (irgendwann) wichtig, und eine engere Beziehung - er wollte Freiraum, Parties, Rückzug.


    Man muss sich nicht nur gerne haben, sondern auch zu einander passen. Kompromisse sind möglich, aber nicht immer (berühmtes Beispiel - er will Kinder, sie nicht - oder umgekehrt). Und wenn man immer wieder zurückkehr bzw ihn 3x zurückkehren lässt ist es naheliegend, dass du auch evtl ein Problem mit Nähe hast. Eine Frau auf der Suche nach Verbindlichkeit hätte ihm nach dem ersten Mal schon gesagt nein danke, ciao.

    Egal wieso ER meint jetzt wieder Schluss machen zu müssen. Dir geht's jetzt nicht gut, ok. Aber ging's dir denn gut, als du versuchst hast dich in einer Beziehung wohlzufühlen an die du andere Maßstäbe setzt als er? Das waage ich zu bezweifeln und bei weiß Gott wie vielen Menschen auf der Erde ist die Aussage "so einen finde ich nie wieder" auch falsch. Vllt findest du einen viel besseren der passt?


    Nimm dir deine Zeit aber kapp diese on/Off Geschichte

    Das Problem liegt darin, er hat nie wirklich gesagt das er genau jetzt mal allein sein möchte. Wir haben Termine bzw. treffen geplant, abgemacht und dann hat er wenn es soweit war entweder einen Rückzieher gemacht, oder aber er war etwas widerwillig dabei. Ich hätte mir gewünscht er sagt: Schatz, hat nichts mit dir zu tun, ich Liebe dich, aber ich möchte gerade etwas für mich sein. Und bei ihm sah das ganze so aus: Abgemachte Sache z.B Samstag, wir sehen uns, dann ja ich melde mich vorher von ihm, dann meldet er sich nicht, ich frage nach: Er geht NICHT ans Telefon, er schreibt, ich möchte heute allein sein. Dann geht er nicht mehr ans Telefon, er schaltet es aus und ist quasi für die nächsten 24 Stunden unerreichbar. Er ließ also geplantes öfter platzen und ging dann nicht mal mehr ans Telefon. anfangmitfreude es ist daher ein Unterschied, ob man offen mitteilt, du jetzt nicht, oder einfach seine gemeinsame Zeit plant und dann einen Rückzieher macht, Enttäuschung vorprogrammiert.


    Freiraum hätte er haben können, ich habe ihn immer ermutigt, triff deine Freunde, gehe zum Sport, mache was dir gut tut. Hat er nie gemacht. Ausser wenn ich ausdrücklich sagte, nächstes Wochenende sehen wir uns nicht. Dann ist er seinen Aktivitäten nachgegangen. Habe ihm also schon freiwillig Zeit eingeräumt, weil ich weiss, er haut sonst wieder ab.


    places

    interessant, ja solche Männer werden sich nicht ändern, wenn sie eine Frau treffen wo das Distanzverhältnis ähnlich ist, dann dauert die Beziehung wie beschrieben etwas länger..2-3 Jahre..weil man sich weniger sieht, die Phase des Verliebtseins wird verlängert, bei uns wurde sie durch das häufige sehen abgekürzt. Nur dann kommen solche Männer immer wieder an den Punkt, denn die meisten Frauen wünschen sich dann irgendwann mehr Verbindlichkeit, die leben anfangs vielleicht auf Distanz, aber arbeiten daran sich näher zu kommen, irgendwann wollen die meisten zusammen ziehen etc. und dann bricht so ein Mann ab. Ergo, er nimmt immer nur die Phase der Verliebtheit mit, wenn es ernster wird, beendet er. Phase der schönsten Zeit ist ja nun mal die ersten 1-2 Jahre.


    Ja natürlich kann man sich fragen warum ich das mitmache, bei mir ist die Ursache woanders, bewusst Männer aussuchen, die nicht erreichbar sind, die ich immer wieder einfangen muss. Ich hätte längst gehen müssen, damals schon nach 2 Monaten, wo er mich nach dem Urlaub verlassen hat.


    Er möchte mich nicht sehen, weil er sagt dann geht es wieder los mit uns, es wäre ein ewiger Kreislauf. Das ganze ginge wieder 3 Monate gut, dann stehen wir wieder an dem gleichen Punkt.

    @johncroissant

    In der Beziehung ging es mir genau dann gut, wenn er bei mir war. Das zusammen sein war wunderschön, wir haben nie gestritten, Harmonie, Leidenschaft, so wie ich es mir gewünscht habe. War er dann wieder weg, musste ich immer mit der Unsicherheit leben, ob wir uns das nächste Wochenende wohl sehen. DAS hat mich massiv gestört, ich möchte nicht ständig daran denken müssen, ob meine Partnerschaft nächstes Wochenende noch existiert. Ich will Beständigkeit, konstantes, stetiges. Mich wohlfühlem und keine permanente Unsicherheit. Hier ging es ja dauernd darum, wann sehen wir uns, wir hatten nie Pläne, wie man es ja so macht, Ausflüge, Termine setzen etc.

    genau deswegen warst du in dieser Beziehung NICHT glücklich. Es war NICHT wunderschön, sondern für dich nervenaufreibend. Stell ihn auf kein Podest. Du brauchst jmd mit ähnlichem Nähebedürfnis

    Zitat

    Das zusammen sein war wunderschön, wir haben nie gestritten, Harmonie, Leidenschaft, so wie ich es mir gewünscht habe.

    Du schreibst aber auch, er sei manchmal nur widerwillig zu Verabredungen erschienen. Dann kann die gemeinsam verbrachte Zeit doch nicht immer schön gewesen sein.

    Komischerweise war die verbrachte Zeit trotz das er hin und wieder widerwillig hergekommen ist trotzdem schön. Er war da immer konstant mit seinem Aufmerksamkeitslevel mir gegenüber. Das machte es ja so schwer zu sehen wann es letztendlich total gekippt ist. Er ist so, wenn ich bei ihm war, dann behandelt er einen sehr gut, aufmerksam, liebevoll, du kriegst dein Frühstück und Kaffee ans Bett usw usw. Er war da immer verwöhnend.. Dachte aber eventuell ganz anders.

    Zitat

    Er ist so, wenn ich bei ihm war, dann behandelt er einen sehr gut, aufmerksam, liebevoll, du kriegst dein Frühstück und Kaffee ans Bett usw usw. Er war da immer verwöhnend.. Dachte aber eventuell ganz anders.

    Immer Verwöhnprogramm offerieren zu müssen, klingt anstrengend. Vielleicht ist er an seinem eigenen Anspruch gescheitert? Wie auch immer: wirklich glücklich warst du unterm Strich ja nicht mit ihm. Dass die Trennung noch schmerzt, verstehe ich gut, ich würde aber sagen, du kannst froh sein, dass das nun die letzte Trennung war. Drei Trennungen in so kurzer Zeit? Himmel hilf!

    Ich offeriere es so, weil ich das so noch nicht erlebt habe! Für andere ist das eventuell Standart, für mich war es das erste Mal so schön. Jeder macht andere Erfahrungen in seinen Beziehungen.

    Du glorifizierst total. Letztendlich aber auch normal. Für Dich war die Zeit evt sehr schön, wenngleich ich ehrlich sagen möchte, dass irgendetwas bei dir nicht ganz stimmen kann, wenn man darauf eingeht, auf ein Treffen pocht, obwohl der Partner da nur widerwillig zustimmt. Sorry, aber die normale Reaktion wäre dann eben auch was anderes zu machen.