Zitat

    Das habe ich euch gesagt. Nicht ihm.

    Ja und?


    Auf

    Zitat

    Ihm gegenüber fände ich das erniedrigend

    kommt es doch an. Wenn du dich ihm und seinen Entscheidungen faktisch unterwirfst, brauchst du ja auch gar nichts zu sagen. Er schnallt dann schon dass er das Sagen hat.

    Zitat

    Ihm gegenüber vermittle ich meine Zweifel und gebe ihm keine Versprechen, weswegen er ja dann auch ständig zurück rudert.

    Ich finde das echt schräg: Du willst dich ihm unterwerfen, weil du es gut findest, wenn ER die Entscheidungen trifft. Du willst ihm das aber nicht sagen, weil du das erniedrigend findest (ist es ja auch). Stattdessen verhältst du dich ihm gegenüber so, dass er, der dich offenbar dominierend in eine bestimmte Richtung zwingen will, unsicher wird und zurückrudert %:| Bin ja gespannt wie lange das gutgeht.

    Der Partner hat eben auch ein Bild von einem (Traum-)Partner im Kopf. Der TE ist für ihn keine weniger risikoreiche Wahl wie er für den TE. Nachvollziehbar ist für mich, dass er sich da in gewisser Art und Weise absichern will. Die meisten Vorstellungen und Ansichten des Partner in spe verorte ich in einem Bedürfnis nach Sicherheit und nicht zwingend in einer beabsichtigten Bevormundung. Man versetze sich doch einmal in seine Lage. Selbst wenn er in Deutschland aufgewachsen ist, hat er scheinbar eine starke Prägung durch sein Elternhaus. Ob er zuhaus geoutet ist, steht dahin, ich vermute, eher mal nicht. Was dem TE die starke Schulter, sind seinem Partner seine verinnerlichten Wertevorstellungen. Von denen kann er frühestens dann abrücken, wenn er Sicherheit und Vertrauen in der Beziehung verspürt. Der TE scheint sich da sehr viel leichter auf etwas einlassen zu können, da gut sozialisiert, stabiler Freundeskreis, Akzeptanz usw. usw.


    Beobachte ich bei jemanden ein bestimmtes Verhalten und will dieses verstehen, stelle ich mir immer die Frage: Welche Funktion und oder Zweck hat es?


    Wenn jemand mit sehr rigiden Vorstellungen lebt, dann trägt er für mich sehr viel Unsicherheit in sich, die er mit dieser strikten Linie in den Griff bekommen will. Lockerer kann man erst werden, wenn man merkt, dass nicht alles gleich aus den Fugen gerät, wenn man von der strikten Linie abweicht.


    Eine Partnerschaft ist eine Verabredung zwischen zwei Menschen, ihr gemeinsames Leben so zu gestalten, wie es für beide passt, völlig unabhängig was andere davon halten. Was zwei Menschen verbindet, muss ein Dritter nicht verstehen.

    Zitat

    Der TE ist für ihn keine weniger risikoreiche Wahl wie er für den TE.

    Das denke ich auch, aber das macht es nicht besser.

    Zitat

    Die meisten Vorstellungen und Ansichten des Partner in spe verorte ich in einem Bedürfnis nach Sicherheit und nicht zwingend in einer beabsichtigten Bevormundung.

    Wenn ich ein von einem (potenziellen) Partner verinnerlichtes Verhalten/ eine Grundeinstellung usw nicht vertrage bzw ablehne, ist es mir ehrlich gesagt egal, wie es/sie entstanden ist. Wenn mich jemand kontrolliert, weil er extrem eifersüchtig ist, und dies wiederum (nachvollziehbar), weil er im Leben schon mehrmals betrogen wurde, weil er so erzogen wurde, etc., dann werde ich trotzdem nicht mit ihm als Partner zusammen sein.

    Zitat

    Lockerer kann man erst werden, wenn man merkt, dass nicht alles gleich aus den Fugen gerät, wenn man von der strikten Linie abweicht.

    Es ist halt immer die Frage, was für einen Einzelnen die Grenze zum NoGo überschreitet. Wenn so eine GRenze überschritten wird, wartet man nicht in Ruhe ab, ob sich der andere vielleicht ändert. Ich gehe immer davon aus, dass ein anderer Mensch im Zweifel so bleibt wie er ist. Allerdings hat der TE dieses Problem ja nicht so, da er Vieles von dem was sein Freund "ist", ganz gut findet.

    Zitat

    Was zwei Menschen verbindet, muss ein Dritter nicht verstehen.

    Sehe ich auch so. Hier ist halt die Frage, ob die beiden genug verbindet. Aber sie werden es herausfinden.

    CoteSauvage

    Zitat

    Wenn du dich ihm und seinen Entscheidungen faktisch unterwirfst, brauchst du ja auch gar nichts zu sagen. Er schnallt dann schon dass er das Sagen hat.

    Genau das tue ich doch aber nicht. Ich habe weder in Erwägung gezogen meine Ohrringe zu entfernen noch mich anders zu kleiden und meinen Job gebe ich auch nicht auf. Also woran machst du jetzt fest, dass ich mich ihm und seinen Entscheidungen unterwerfe? ":/ (Davon ausgegangen, ich merke es echt nicht. X- ) Was den Job angeht: Ich bin eigentlich gelernter Physiotherapeut, habe nur in meinem Ausbildungsberuf seit einer Weile keine Arbeit mehr gefunden. Mein Freund weiß das und findet den Beruf super, freut sich darüber, dass ich ihn massieren kann. Ich glaube, er hat den Gedanken noch nicht weiter verfolgt, dass ich dann auch sehr viel Körperkontakt mit anderen Menschen haben werde. ]:D :-D Bei diesem Beruf ziehe ich es allerdings nicht ansatzweise in Betracht ihm nur einen einzigen Millimeter entgegen zu kommen, sollte ihm die Ausübung nicht gefallen.

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    Ich finde das echt schräg: Du willst dich ihm unterwerfen, weil du es gut findest, wenn ER die Entscheidungen trifft. Du willst ihm das aber nicht sagen, weil du das erniedrigend findest (ist es ja auch). Stattdessen verhältst du dich ihm gegenüber so, dass er, der dich offenbar dominierend in eine bestimmte Richtung zwingen will, unsicher wird und zurückrudert %:| Bin ja gespannt wie lange das gutgeht.

    Erstaunlich, was man in meine Beiträge alles hinein interpretieren kann. %:| So klingt das wirklich übel. Aber ich habe das teilweise so nicht gesagt und teilweise so nicht gemeint. Das beginnt schon beim ersten Satz. Nein, ich will mich ihm NICHT unterwerfen. Dass (ausschließlich) er die Entscheidungen trifft, will ich auch nicht. Und deswegen sage ich es ihm so auch nicht, weil es nicht den Tatsachen entspricht. Das sind temporäre Empfindungen und Gefühle, über die ich mir momentan klar werde und die ich mit euch geteilt habe. Ihm erzählen werde ich dann zu gegebener Zeit nur das, was tatsächlich zutrifft und meinen Bedürfnissen in einer Beziehung entspricht.


    Evoluzzer


    Sehr schön auf den Punkt gebracht. So empfinde ich das auch. :-)


    Ich denke, um Vertrauen geht es in einer Beziehung bzw. zwischenmenschlich immer hauptsächlich. Und für mich selbst ist das mein ganzes Leben über auch eine sehr große Baustelle gewesen, was meinen Wunsch nach einer festen Beziehung völlig vernichtet hat. Und jetzt schätze ich die Lage so ein, dass er auf seine und andere Weise genauso viel Angst hat, wie ich. Er weckt in mir nicht nur die Sehnsucht nach einer starken Schulter, sondern irgendwie auch meinen Beschützerinstinkt, weil ich in so vielen Dingen den Eindruck habe, dass wir die gleichen Ziele haben und gar nicht so verschiedene Ängste.


    Wird sich diese Sicherheit für ihn nach einer gewissen Zeit (die ich noch nicht festgelegt habe) nicht einstellen, dann hat diese Beziehung natürlich keinen Bestand, weil ich dann sehe, dass ich nicht dagegen ankomme und auch nicht dagegen ankommen möchte. Kämpfen ist mir zu anstrengend.


    Die Art und Weise, wie er sich jetzt nach meinem Geständnis um mich bemüht und dass er von seinen Prinzipien abrücken möchte, weil ich ihm wichtiger bin als seine Moralvorstellungen, bestätigen mir, dass dieser Mann es wert ist, ihm eine Chance zu geben.


    CoteSauvage

    Zitat

    Es ist halt immer die Frage, was für einen Einzelnen die Grenze zum NoGo überschreitet. Wenn so eine GRenze überschritten wird, wartet man nicht in Ruhe ab, ob sich der andere vielleicht ändert. Ich gehe immer davon aus, dass ein anderer Mensch im Zweifel so bleibt wie er ist. Allerdings hat der TE dieses Problem ja nicht so, da er Vieles von dem was sein Freund "ist", ganz gut findet.

    Ja, natürlich. Das sehe ich auch so. Mangels Beziehungserfahrung, weiß ich nicht wo meine Grenzen liegen und wie lange ich bereit bin, geduldig zu sein und Verständnis zu haben. Ich sehe nur, dass er bisher meine Grenzen nicht überschritten hat und dass er die Fähigkeit hat, meine Bedürfnisse ernst zu nehmen und sogar wichtiger als seine Moralvorstellungen. Als ich ihn kennen gelernt habe und von seinem Reden her wirkt er viel radikaler, als er sich dann unterm Strich verhält, sobald eine entsprechende Situation auftaucht.


    Ach ja...

    Zitat

    Es ist allerdings nicht vorauszusehen, wie dein Freund reagiert, wenn du ihn jetzt einlullst und ihn dann unsanft auf den Boden aufknallen lässt, wenn du merkst, dass das doch kein passendes Beziehungs-/ Rollenmodell für dich ist.

    Ich muss zugeben, dieser Gedanke beschäftigt mich ebenfalls und macht mir etwas Bauchweh. Mit sowas habe ich auch schon negative Erfahrungen gemacht, wenn ich in Leuten Hoffnungen geweckt habe (ohne Absicht!) die ich auch niemals geplant hatte zu erfüllen, weil mir nicht bewusst war, was ich im Gegenüber für Erwartungen geweckt habe. (Konkret Beziehungswunsch. %:| ) Allerdings habe ich nicht das Gefühl, dass ich ihn einlulle, weil ich wirklich sehr zurückhaltend bin mit Zustimmung. Deswegen halte ich auch noch so sehr meine Gefühle zurück. Also die, die ich euch hier erzählt habe. Ich möchte ihm auch noch nicht diese gewisse Verletzlichkeit zeigen in Bezug auf meine Suche nach Schutz und einer starken Schulter, weil ich sowieso Angst habe, dass das ausgenutzt werden kann. Ich habe das Gefühl, dass das in Ordnung ist, fürchte mich aber trotzdem davor, etwas falsch zu machen.

    Zitat

    Oder noch wichtiger: Ist es eurer Erfahrung nach so aussichtslos wie ich befürchte, dass er seine Prinzipien für mich ändert?

    Ich habe mir deinen Eingangspost noch mal durchgelesen. Ich finde die Chancen stehen nach Stand der Dinge recht gut. ;-)


    Die Grundsubstanz einer Beziehung ist Vertrauen. Sobald er dir vertraut, ist vieles möglich.

    Lol, ja, die ursprüngliche Frage wäre somit beantwortet. ;-D


    Am Vertrauen arbeite ich. Man merkt, er kämpft mit sich und hat es nicht leicht, sich mit meiner Vergangenheit abzufinden, die Entfernung erschwert das auch, weil ich nicht so für ihn da sein kann, wie ich das jetzt gerne sein würde. :-(


    Er versucht am Wochenende frei zu bekommen, damit er mich besuchen kann, obwohl ich arbeiten muss, aber das macht ja nichts. Hauptsache wir haben ein paar Stunden miteinander.

    @ Theniyn

    Deine Antwort auf meinen letzten Beitrag zeigt mir, dass ich mit meinem Eindruck ziemlich richtig liege. Ich erspare uns jetzt ellenlanges Zitieren und eingehen auf einzelne Punkte.


    Ich picke mal ein Beispiel heraus:

    Zitat

    Als ich den V-Ausschnitt getragen habe. Der wird ja (für mich völlig unverständlich ;-D ) von vielen als massiv schwul empfunden. Er hat sich defintiv nicht meinetwegen geschämt, das hätte er gesagt. Er war aber sichtlich nervös und achtet dann zwanghaft auf Blicke von anderen Männern. Ist mir schon oft aufgefallen. Ich fand das sehr schmeichelhaft und irgendwie niedlich. ;-D Er versucht sich dann auch immer so hinzusetzen oder hinzustellen, dass ich vor Blicken geschützt bin.

    Du findest es jetzt gut weil du nach deinem promiskuitiven Lebenswandel und der darin enthaltenen Lieblosigkeit große Sehnsucht danach hast geliebt zu werden. Völlig verständlich.


    Aber du verbindest sein Verhalten damit, dass er dich liebt (bitte keine Diskussionen ob es jetzt schon Liebe sei, du fühlst dich dadurch geliebt und darum geht es). Du verschließt deine Augen aber davor, dass ein solches Verhalten selten etwas mit Liebe zu tun hat.


    Doch Evoluzzer hat nicht Unrecht. Letztlich geht es euch Beiden um eine bestimmte Art von Sicherheit oder Geborgenheit oder Liebe, die ihr euch von dem jeweils anderen holen wollt. Jeder auf seine Art. Somit tut keiner dem anderen mehr Unrecht als der andere. Doch das ist keine Basis.


    Die Krux ist der Lauf der Zeit. Beziehungen entwickeln sich, genauso wie Bedürfnisse sich relativieren oder verändern. Wenn man sich näher kennenlernt. Wenn man beginnt festzustellen, dass der andere nicht dazu in der Lage ist oder jemals sein wird diese Bedürfnisse zu erfüllen.

    Zitat

    Ihm gegenüber vermittle ich meine Zweifel und gebe ihm keine Versprechen, weswegen er ja dann auch ständig zurück rudert.

    Er rudert zurück weil er dich ebenfalls nicht verlieren will. Genau wie du seine Bevormundungen nicht nur hinnimmst, sondern sogar noch "entzückend", liebenswert findest.

    @ CoteSauvage

    Zitat

    Wenn ich ein von einem (potenziellen) Partner verinnerlichtes Verhalten/ eine Grundeinstellung usw nicht vertrage bzw ablehne, ist es mir ehrlich gesagt egal, wie es/sie entstanden ist. Wenn mich jemand kontrolliert, weil er extrem eifersüchtig ist, und dies wiederum (nachvollziehbar), weil er im Leben schon mehrmals betrogen wurde, weil er so erzogen wurde, etc., dann werde ich trotzdem nicht mit ihm als Partner zusammen sein.

    :)^. Das ist eine große Falle in die einige Menschen tappen. Dass sie meinen wenn sie die Gründe für das Verhalten eines Partners kennen würde es das leichter machen.


    Es gibt natürlich Umstände da ist es auch so - aber nicht in Fällen wie diesem.

    ElGusto, danke für deinen Beitrag. Ich würde schon behaupten, dass es stimmt was du schreibst.


    Ich werde mich bald nochmal dazu äußern und die ganze Situation reflektieren, aber im Moment bin ich einfach zu verunsichert und überfordert mit meinen eigenen Baustellen und meinen Gefühlen, so dass ich mich nicht in der Lage sehe etwas zu schreiben, das auch wirklich zutrifft und das wieder gibt, was wirklich in mir vorgeht. %:| Wenn ich euch jetzt unreflektiert an meinen wirren Gefühlen teilhaben lasse, würden mich die daraus resultierenden Psychoanalysen wohl ziemlich an die Wand drängen und ich wüsste dann gar nicht mehr, was ich tun soll. %:|

    Zitat

    Letztlich geht es euch Beiden um eine bestimmte Art von Sicherheit oder Geborgenheit oder Liebe, die ihr euch von dem jeweils anderen holen wollt. Jeder auf seine Art. Somit tut keiner dem anderen mehr Unrecht als der andere. Doch das ist keine Basis.

    Ich finde, es gibt keine bessere Basis für eine Beziehung, als sich gegenseitig genau das geben zu können, was man gerade sucht.

    Zitat

    Die Krux ist der Lauf der Zeit

    Die Krux ist immer der Lauf der Zeit.


    Theniyn, ich bekenne hiermit, ein Fan von eurer Beziehung zu sein. Weil es nichts zur Sache tut, ob ich persönlich mit dem Verhalten deines Freundes einverstanden bin oder nicht.

    @ Theniyn

    Zitat

    Ich werde mich bald nochmal dazu äußern und die ganze Situation reflektieren, aber im Moment bin ich einfach zu verunsichert und überfordert mit meinen eigenen Baustellen und meinen Gefühlen, so dass ich mich nicht in der Lage sehe etwas zu schreiben, das auch wirklich zutrifft und das wieder gibt, was wirklich in mir vorgeht. %:| Wenn ich euch jetzt unreflektiert an meinen wirren Gefühlen teilhaben lasse, würden mich die daraus resultierenden Psychoanalysen wohl ziemlich an die Wand drängen und ich wüsste dann gar nicht mehr, was ich tun soll. %:|

    Da hast du recht. Manchmal kann man auch Probleme eher zerreden als dass es hilft.


    Ich habe auch festgestellt, dass ich ziemlich weit gegangen bin in meinem "Analysieren". Ich stehe zwar noch immer dazu, doch es war vielleicht wirklich zu viel.


    Bleibe in der Beziehung, lasse es auf dich wirken. Aber folge deinem Bauch wenn er stop ruft ;-).

    @ Dorfnixe

    Zitat

    Ich finde, es gibt keine bessere Basis für eine Beziehung, als sich gegenseitig genau das geben zu können, was man gerade sucht.

    Ich glaube wir meinen da was Verschiedenes.

    Zitat

    Weil es nichts zur Sache tut, ob ich persönlich mit dem Verhalten deines Freundes einverstanden bin oder nicht.

    Gut gebrüllt Löwe. Doch wir sind hier in einem Forum in dem Jemand doch wissen will was Andere davon halten, oder nicht?

    ElGusto,

    Zitat

    Da hast du recht. Manchmal kann man auch Probleme eher zerreden als dass es hilft.


    Ich habe auch festgestellt, dass ich ziemlich weit gegangen bin in meinem "Analysieren". Ich stehe zwar noch immer dazu, doch es war vielleicht wirklich zu viel.


    Bleibe in der Beziehung, lasse es auf dich wirken. Aber folge deinem Bauch wenn er stop ruft ;-).

    Nein, das ist schon in Ordnung so. :-D Hatte nicht das Gefühl, du bist zu weit gegangen. Ich finde es sehr angenehm, wie zurückhaltend du vorgehst.


    Ich stelle fest, ich brauche Denkanstöße, aber mit zuviel Input komme ich nicht klar, weil ich dann den Bauch eben nicht mehr hören kann, wenn er sich vorsichtig bemerkbar macht. ;-) Mit Denken komme ich im Augenblick überhaupt nicht weiter. Macht nur Kopfschmerzen und Schlafstörungen.


    Merke ich auch sehr bei meinen Freunden im Augenblick, mit denen ich darüber überhaupt nicht sprechen kann, weil nur blöde Penis-Witzchen kommen, aber sie meinen Konflikt gar nicht ernst nehmen und der Meinung sind, ich soll mir einen "normalen" Kerl suchen ohne den ganzen Stress. :-( %-| "Ohne den ganzen Stress" geht es aber nunmal nicht, wenn man sich innerlich verändert hat. Ich glaube, kein Kerl wäre jetzt "normal" genug, um dass es für mich einfach wird. Jeder hat ja irgendwo seine Baustellen und Komplikationen - egal ob es jetzt wie in meinem Fall so auf dem Tisch liegt oder sich andere Abgründe auftun. Ich würde mal glatt behaupten, dass niemand unbelastet in eine Beziehung geht und dem/der Partner/Partnerin keinerlei Schwierigkeiten macht. ;-D Dem "normalen" Kerl würden dessen Freunde vielleicht sogar von mir abraten, weil ich auch nicht "normal" bin. Und ihn betrügen würde, mit HIV infizieren etc. pp. ]:D X-

    Erkenntnis der Woche: Es ist anstrengend, verliebt zu sein. %:| :[]


    Ich hatte mir ja letzte Woche über echt viele Sorgen gemacht wegen seines Besuchs am Wochenende, habe befürchtet, es könnte krampfig und schwierig sein, weil es das beim Telefonieren und Skypen ja auch irgendwie war. So viel Scheu und Zurückhaltung, als würden wir uns erst kennen lernen. (Was ja unter den Umständen auch nicht weiter verwunderlich ist.)


    Entgegen seines Vorhabens Sonntag Abend wieder nach Hause zu fahren, blieb er bis heute früh und hat sich dann fünf Uhr ins Auto gesetzt, weil er unbedingt die Nacht noch bei mir bleiben wollte. x:)


    Es wird immer ernster mit uns. Schwer zu beschreiben. Es fühlt sich zwischen uns jetzt anders an als vor meinem Geständnis. Aber auch inniger. Vielleicht weil die ganze Sache auch zeigt, dass wir uns füreinander entschieden haben und das beweist uns jetzt, es IST ernst.


    Es ist anstrengend und beängstigend, was das mit mir macht. Ich bin glücklich, ich fühle mich authentisch und nach mir selbst, wenn ich mit ihm zusammen bin und gleichzeitig löst alles, was gefühlsmäßig in mir passiert eine Panik aus, die ich so nicht kenne.


    Vielleicht mach ich später mal einen extra Faden dazu, vielleicht behalte ich diesen auch, ich weiß auch noch gar nicht, ob ich mich überhaupt öffnen kann und möchte. Ich fühle mich so labil, wie ich mich nicht fühlen möchte, deswegen ist es so schwer das zu kommunizieren. Ich kann sowas auch nicht. Gefühle zeigen ist für mich schon fast unmöglich, weil es so gut wie nie vorkommt. Nicht, dass ich kalt bin, aber ich habe nie genug vertrauen jemandem wirklich erzählen zu können, was in mir vorgeht. Ich kann nichtmal richtig einschätzen, ob diese Dinge nicht vielleicht Dinge sind, die man überhaupt niemandem erzählen sollte, egal ob zu albern, zu peinlich oder weil sie einen angreifbar machen.


    Er bedeutet mir viel. Ich bin verliebt. Ich habe irgendwie entschieden, dass ich ihn liebe, auch wenn ich es nicht aussprechen kann. Jetzt wo er weg ist, vermisse ich ihn und das macht mir Angst. Ich meine die Bedürftigkeit dahinter. Es ist mir zutiefst unangenehm, einen Menschen so zu brauchen, dass ich an ihn denken muss und mir wünsche, er wäre bei mir. Das macht mich verletzlich. (Damit meine ich nicht, dass ich es alleine nicht aushalte, im Gegenteil, ich brauche schon unbedingt genug Zeit für mich, es ist okay ihn erst in 2,3 Wochen wieder zu sehen. Ich meine das gefühlsmäßig. Dass es da einen Menschen gibt, der einen jederzeit verletzen kann, weil er einem wichtiger ist, als jeder sonst, weil er einen ständig irgendwie beeinflusst, auch wenn er nicht physisch anwesend ist.) Genauso wie ich mich jedes Mal ganz wahnsinnig verletzlich fühle, wenn ich wieder einmal Angst davor habe, etwas falsch zu machen oder ihn mit irgendwas dazu zu bringen, zu der Ansicht zu kommen, ich wäre der Falsche für ihn.


    Ich habe am Wochenende festgestellt, ich bin sogar damit überfordert, Sex zu initiieren in Sachen Kommunikation. Wie subtil darf ich sein? Bringe ich ihn auf komische Gedanken, wenn ich zu "versaut" bin? Solche Fragen stelle ich mir und das stresst mich. Ich bin was Sex betrifft plötzlich total verunsichert und fühle mich eingeschüchtert von meinen Bedenken, weil ich nie weiß, ob irgendwas das ich tue ihn an das erinnern könnte, was ich ihm erzählt habe. (Und er dann nochmal genau darüber nachdenkt, ob er mit mir zusammen sein will oder nicht. Ich erschaffe mir in meinem Kopf ein Minenfeld.) Ich hab nicht die Gelegenheit gefunden, das nochmal derart explizit anzusprechen, weil ich denke, dass es nicht gepasst hätte und der Moment auch nicht da war.


    Lustigerweise, naja lustig war das nicht, fragte er dann auch wegen Kondome weg lassen. ;-D Wo das Thema ja die Tage auch in einem anderen Faden aufkam. X- In solchen Momenten bekomme ich Panik, weil ich vielleicht nicht die Antwort habe, die er gerne hören würde. Wir sind gesund, es spräche nichts gegen weglassen, aber ich bin noch nicht bereit dazu. Das wäre mir im Moment zu viel. Er hat keine Rechfertigung verlangt, konnte es aber nicht verstehen, war enttäuscht und ich merke, dass ich schwer damit klar komme, einen Menschen zu enttäuschen, der mir so wichtig ist. Ich frage mich, wie man sich freiwillig auf Beziehungen einlassen kann, wenn solche Gefühle dabei zur Normalität werden. %:| Selbst beim Sex habe ich Stress wie nie zuvor, weil ich mir furchtbar viele Gedanken darüber mache, wie ich auf ihn wirken könnte, ob es ihm gefällt, wie ich bin, was ich mache, whatever. X-
    Ich hoffe, ich habe alles so ausgedrückt, wie es ich es auch gemeint habe. X-
    Also, nicht ER stresst mich so. Es stresst mich, dass ich plötzlich ständig so viel Wert auf Dinge lege, die mir vorher völlig egal gewesen sind. %:|