einleuchten ja, aber ich stimme deinem schluss vom kompliment "du bist hübsch" auf "im umgang mit frauen ungelenker und erfolgloser loser" nach wie vor nicht zu. es kann aber sein, dass in deine wahrnehmung da noch sehr stark die körpersprache eingeht und die art und weise, wie er dieses kompliment rüberbringt. aber ohne diese zusatzinformation einzig und alleine von den drei besagten worten so einen schluss zu ziehen kann ich nach wie vor nicht gutheißen. ;-)

    @ Black Gun

    Zitat

    auch wenn mir eine frau auf beiden ebenen, menschlich-charakterlich und optisch, gefällt, kann es leicht sein, dass ich ganz gezielt eher keine komplimente zu ihrem aussehen mache sondern eher welche über ihre sonstigen qualitäten. und bei einer frau, die für mich aufgrund nicht gefallendem äusseren nur als platonische freundin infrage kommt, würde ich natürlich sowieso – wenn überhaupt – komplimente über ihre sonstigen fähigkeiten machen und nicht über ihr aussehen.

    Klingt ja fast so als würdest du einer Frau aus Prinzip kein Kompliment für ihr Aussehen machen. ;-D ":/ Ist das so? Kannst du dich erinnern, wann und unter welchen Umständen du einer Frau zuletzt ein solches Kompliment gemacht hast (Fotobewertungsfaden bei med1 mal ausgenommen)?

    Zitat

    Wenn also jemand interessiert ist, aber keine Komplimente macht, dann liegt doch der Schluss nahe, dass man für ein Kompliment nicht gut genug gefällt, oder?

    Nein. ;-D


    D.h., der Schluss mag vielleicht nahe liegen, aber er muss nicht richtig sein. Das ist doch kein Automatismus, dass man jemandem, der/die einem gefällt, Komplimente macht. Mir fallen jedenfalls mehrere mögliche Gründe ein, das nicht zu tun.

    Z.B.:


    - er ist (zu) schüchtern


    - ihm fällt nichts Originelles ein und "du bist hübsch/schön" ist ihm zu platt


    - er macht grundsätzlich nicht gerne Komplimente


    - er findet Komplimente zu Äußerlichkeiten oberflächlich


    - er findet Komplimente zu Äußerlichkeiten nicht oberflächlich, aber befürchtet, dass du sie (und damit ihn) für oberflächlich halten könntest (Stichwort: "Ich hätte lieber ein Kompliment für meine Intelligenz bekommen.")


    - er findet Komplimente anbiedernd oder befürchtet, dass sie so aufgefasst werden könnten

    Zitat

    Aber würde man nicht automatisch irgendwas sagen wenn einem jemand sehr gefällt? ??? Also wenn man's mir nicht sagt, würde ich eigentlich immer davon ausgehen, dass es eher nicht so ist.

    Wenn man's dir sagt, kannst du davon ausgehen, dass es so ist. Aber der Umkehrschluss, den du hier ziehst, ist einfach nicht logisch.

    Zitat

    Mir fallen jedenfalls mehrere mögliche Gründe ein, das nicht zu tun.

    Mir auch. Dabei kann es auch einfach an den Umständen oder am Kontext liegen: Die Situation passt nicht, man spürt es wäre gerade unpassend, es wird höchstwahrscheinlich falsch aufgefasst, etc. Nicht immer ist ein Kompliment passend.


    Wenn man im Meeting sitzt und die attraktive Kollegin kommt herein, lässt man lieber das Kompliment oder wenn man merkt, dass der Freund/die Freundin vom Partner sehr anziehend ist, dann verkneift man sich das besser auch. Gerade wenn man vergeben ist, wird man etwas zurückhaltender mit Komplimenten sein.

    Danke für die Auflistung. Wobei es doch eigentlich schlimmer sein müsste, wenn ich glaube ihm nicht zu gefallen. ":/

    Zitat

    Wenn man's dir sagt, kannst du davon ausgehen, dass es so ist.

    Ja. (Wobei es da natürlich auch noch andere Möglichkeiten gibt und das Kompliment selbsverständlich auch gelogen sein könnte.)

    Zitat

    Aber der Umkehrschluss, den du hier ziehst, ist einfach nicht logisch.

    Ich finde ihn nicht sooo unlogisch. Wenn einem jemand wirklich gut gefällt UND die Situation danach ist, würde man das doch aussprechen? Zumindest geht es mir so, dass ich da zumindestansatzweise was in die Richtung sagen würde. Wenn ich das nicht tue, gibt's mindestens eine 50:50 Chance, dass es tatsächlich daran liegt, dass nur ein lauwarmes Kompliment rauskommen würde.

    Zitat

    Dabei kann es auch einfach an den Umständen oder am Kontext liegen: Die Situation passt nicht, man spürt es wäre gerade unpassend, es wird höchstwahrscheinlich falsch aufgefasst, etc. Nicht immer ist ein Kompliment passend.


    Wenn man im Meeting sitzt und die attraktive Kollegin kommt herein, lässt man lieber das Kompliment oder wenn man merkt, dass der Freund/die Freundin vom Partner sehr anziehend ist, dann verkneift man sich das besser auch. Gerade wenn man vergeben ist, wird man etwas zurückhaltender mit Komplimenten sein.

    Ja, das ist klar. Wenn der Kontext nicht passt, halte ich das auch für selbstverständlich, kein Kompliment zu machen. Aber wenn der Kontext schon passen würde, ist es ja was anderes.

    Zitat

    Wobei es doch eigentlich schlimmer sein müsste, wenn ich glaube ihm nicht zu gefallen.

    Klar. Nur weiß er ja nicht, dass du so denkst. Also kann er auch nicht darauf reagieren oder sich darauf einstellen.

    Zitat

    Wenn einem jemand wirklich gut gefällt UND die Situation danach ist, würde man das doch aussprechen?

    Ich hatte versucht, dir zu erklären, dass es Gründe geben kann, warum man das nicht tut.

    Zitat

    Zumindest geht es mir so, dass ich da zumindestansatzweise was in die Richtung sagen würde.

    Von sich auf andere schließen, funktioniert aber nicht immer.


    Geht es eigentlich wirklich nur ums äußerliche Gefallen?

    Zitat

    Von sich auf andere schließen, funktioniert aber nicht immer.

    Schon klar. Trotzdem finde ich vollkomene Kompliment-Abstinez seltsam. ":/ Zumindest, wenn es nicht daran liegt, dass man eben nichts kompliment-würdig findet. :=o

    Zitat

    Geht es eigentlich wirklich nur ums äußerliche Gefallen?

    In der Frage die ich hier gestellt habe? Ja.


    Selbst wenn wir mal den hypothetischen Fall nehmen, dass jemand für Intelligenz und Charakter massenweise Komplimente macht, wäre das ja nur umso auffälliger, dass da wohl um ein optisches Nicht-So-Sehr-Gefallen herumkomplimentiert wird. :-/ Und ich hätte keine Lust für jemanden optisch nur auf Trostpreis-Niveau zu rangieren und primär wegen der "inneren Werte" gewollt zu werden. :|N

    Zitat

    Und ich hätte keine Lust für jemanden optisch nur auf Trostpreis-Niveau zu rangieren und primär wegen der "inneren Werte" gewollt zu werden.

    Knutsch mit ihm rum, dann wirst du schon merken, ob er dich attraktiv findet oder nicht. ;-)

    Zitat

    Knutsch mit ihm rum, dann wirst du schon merken, ob er dich attraktiv findet oder nicht. ;-)

    ;-D Das sagt auch nichts. Gibt viele Männer, die sogar Sex haben mit Frauen, die sie nicht so wirklich attraktiv finden. ;-D

    Zitat

    Und ich hätte keine Lust für jemanden optisch nur auf Trostpreis-Niveau zu rangieren und primär wegen der "inneren Werte" gewollt zu werden.

    das klingt auf den ersten blick vernünftig, aber es gibt durchaus ein paar wenige pechvögel, die in der genetischen lotterie die arschkarte gezogen haben und nie für irgendjemanden auf optischer ebene mehr als trostpreisniveau erreichen werden, zumindest nicht, solange gefühle den blick noch nicht vernebelt haben.


    was ich damit sagen will: für die wahrscheinlichkeit, vom partner betrogen zu werden, ists imho weniger entscheidend, für wie attraktiv er einen findet sondern wie wahrscheinlich es ist, dass andere menschen an ihm interesse haben. oder anders ausgedrückt: das eigene aussehen beeinflusst nur die fremdgehneigung des partners, nicht aber die menge an gelegenheiten, die er hat. und das tatsächliche risiko, betrogen zu werden, ergibt sich nun mal aus der kombination des willens fremdzugehen und der gelegenheit dazu. stell dir zb einen attraktiven modelfotografen vor, der mit einer bildschönen frau verheiratet ist und eigentlich keinen sonderlich großen inneren antrieb zu affären verspürt. dadurch, dass dieser kerl tag ein tag aus von äusserst schönen frauen umgeben ist, von denen einige an ihm rumbaggern, könnte dieser kerl, trotz zufriedenheit mit dem aussehen seiner partnerin, einem größeren fremdgehrisiko unterliegen als ein unattraktiver kerl, der mit einer ebenso unattraktiven frau zusammen ist, sich eigentlich mal eine hübschere wünscht, aber keine chance dazu hat.

    Die Sache mit der Fremdgehwahrscheinlichkeit wäre gar nicht das, was mir primär Kopfzerbrechen bereiten würde. Es geht ja zuerst auch um die körperliche Anziehung und die Leidenschaft. Beides wird höher sein, wenn einem das Gegenüber auf der rein körperlichen Ebene (sehr) gefällt.


    Und das Wissen, dem anderen zu gefallen wirkt sich positiv auf die gefühlte Sicherheit und das Vertrauen aus. (Weil man dann weiß, dass ein genauerer Blick ein wohlwollender Blick ist und kein kritscher Blick, dem man lieber ausweichen sollte.)


    Insofern würde ich mich (ceteris paribus) bei jemandem, dem ich gefalle und der mir das eine oder andere Kompliment diesbezüglich gemacht hat, immer wohler fühlen als bei jemandem, dem ich gleich gut (oder noch besser) gefalle, der aber nichts davon jemals verbalisiert hat.