@ Alias

    Wenn dein Vater die Wohnung aus Haftungsgründen vor der Selbständigkeit "sichern" will, ist das schon verständlich. Er kann sie ja deiner Mutter überschreiben. Abwe dass er mit euch Kindern NICHT offen spricht, sondern die Erbschaftssteuer als Grund vorschiebt, finde ich nicht korrekt.


    Außerdem scheint die geplante Selbständigkeit nicht risikolos zu sein, wenn obiger Verdacht zutrifft. ":/


    Kannst du dich mit logischen Argumenten und ganz ruhig noch einmal mit deinen Eltern auseinandersetzen? Ihnen Erklären, WARUM du die Annahme dieser Schenkung für dich als problematisch siehst?


    Wie alt bist du? ...und deine Eltern?

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    Das ist eine der Gründe, das hat er auch offen zugegeben. Aber meine Eltern sagen, sie wollen für uns eine Altersvorsorge.

    OK. Das hatte ich noch nicht gelesen, als ich meinen Post schrieb. Somit fällt mein Verdacht auf Täuschung weg. Sehr gut.

    Das würde ich nicht machen, außer ich will fortan die Wohnung selber bezahlen. Weil wenn du das unterschreibst, ist es deine Wohnung, mit allen Rechten und Pflichten.


    Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, dass man wasserdicht regelt, wer für die Wohnung weiterhin zahlt, auch wenn sie dir "gehört". Da könntest du dich mal beraten lassen aber normal ist es so, dass du ja dann zahlen darfst und das solltest du nur machen, wenn du eine Wohnung haben willst und selbst dafür zahlen willst (egal ob das bisher so geplant ist oder nicht, aber es wird vielleicht so kommen...).

    Zitat

    Abgesehen davon finde ich es immer etwas schwierig, wenn ein Objekt mehreren Personen vermacht wird. Im Endeffekt kommt es dann doch unter den Hammer, weil keiner in der Lage ist, den anderen auszuzahlen.

    Ganz genau. :)z


    Ich finde auch, du solltest auf dein Bauchgefühl hören. Dieses vehemente Darauf-Drängen ist schon nicht koscher.

    Wenn zu Lebzeiten "vererbt" wird fällt zwar keine Erbschaftssteuer an, dafür aber Schenkungssteuer. Die Freibeträge sind gleich. Nicht zu vergessen Notarkosten, Kosten für die Umschreibung, Grundsteuer. Das zahlen alles die Beschenkten. Wir haben das gerade hinter uns. (Allerdings mit abgezahltem Grundstück.)

    Wenn es darum geht, euch eine Altersvorsorge zu verschaffen, dann würde auch vererben reichen, Steuer hin oder her. Aber so, wie es sich darstellt, drängt sich mir der Verdacht auf, dass Deine Eltern doch mehr an ihr Wohl denken als an eures. Vielleicht wollen sie die Wohnung, in der SIE wohnen, sichern, falls was bei der Selbständigkeit schiefgeht, ist zwar die Wohnung sicher (denke ich mal), aber bezahlen können sie sie dann nicht mehr, dann seid ihr dran, und sie wohnen mietfrei, weil sie keine Verpflichtungen dafür haben. Euch als Kinder haben sie anscheinend ganz schön an der Kandare, denn wenn ein Ablehnen eurerseits für das "Geschenk" zu einem Riesenkrach führen würde, dann stimmt da was nicht.


    Hör auf Dein Bauchgefühl und lass Dich nicht zu etwas drängen, was Du nicht willst.

    Dein Vater will euch Kindern die Wohnung überschreiben, damit diese im Falle einer Firmenpleite erhalten bleibt.


    Wenn du unterschreibst und mal angenommen weder deine Eltern zahlen und deine Schwester zahlt vielleicht ihren Anteil auch nicht, kann die Wohnung dann überhaupt verkauft werden, fall deine Eltern ein Nutz- und Nießbrauchsrecht (oder wie das heißt) haben ?


    Im schlimmsten Falle bleibst du auf allen Kosten sitzen. Also bitte auf jeden Fall Anwalt !


    (und Achtung: eine Wohnung ist immer soviel Wert wie jemand anderes bereit ist, dafür zu bezahlen. ich kenne eine "tolle Wohngegend" (an einem Berg), wo früher viele Leute tolle Häuser gebaut haben. Jetzt sind diese Leute alt, teilweise ohne Kinder, können nicht mehr den Berg hoch, wollen verkaufen - werden die Häuser aber nicht los weil "Hanglage" nicht mehr so attraktiv ist)

    Höre auf dein Bauchgefühl. Wenn deine Eltern mit Geld nicht umgehen können, dann ist das ihr eigenes Problem und sollte nicht zu eurem Problem werden. Sie müssen deine Entscheidung akzeptieren, auch wenn sie enttäuscht sind.

    Such dir einen guten Anwalt und lass dich beraten!


    In den ersten 3 Jahren einer Insolvenz fließt alles in die Insolvenzmasse.


    In den letzten 3 Jahren (sogenannte Wohlverhaltenszeit)


    darfst du die Hälfte einer Schenkung behalten.

    Ich sehe echt kein Problem im Erwerb des Eigentumsrechts an dem Haus. Das Haus mag zwar belastet sein, das verpflichtet einen aber nicht, die Schulden, die die Eltern aufgenommen haben, zu bezahlen. Man kann sich auch entscheiden, das nicht zu bezahlen. Wenn dann keiner zahlt, wird die Bank das Haus zwangsversteigern lassen und dann ist das Haus eben weg - ist aber auch nicht schlimmer, als wenn man das Haus gar nicht erst angenommen hätte.


    Vorsicht ist nur angeraten, wenn man nicht nur das Eigentumsrecht erwerben soll, sondern sich auch persönlich zur Begleichung der Schulden verpflichten soll.




    Das Haus zu rechtzeitig vor der Selbständigkeit zu übertragen, ehe die Selbstständigkeit durch Pech das Vermögen vernichtet, ist auch sinnvoll.




    Erbschaftssteuer kann man mit der Schenkung auch sparen. Das gilt zwar nicht, wenn die Eltern binnen 10 Jahren versterben, da dann Erbe und Schenkung zusammengerechnet werden und wie ein einziger Erbfall betrachtet werden. Halten die Eltern aber 10 Jahre durch, dann wird da nichts mehr zusammengerechnet und für den Erbfall gibt es die Freibeträge erneut. Und das spart eben Erbschaftssteuer.




    Wie gesagt, die reine Annahme des Eigentumsrechts ohne sich zur persönlichen Schuldentragung zu verpflichten, ist eigentlich risikolos. Wenn jemand sein Vermögen an seine Kinder verschenken will und ein Kind sagt vollig grundlos "will ich nicht", dann könnten die Elten auf die Idee kommen "Naja, wer nicht will, der hat wohl schon...". Fände ich doof.

    Zitat

    Ich würde nur unterschreiben, um ihnen einen Gefallen zu tun - mein Gefühl sagt, tue es nicht.

    Ein solches Rechtsgeschäft um jemandem einen Gefallen zu tun? Würde ich niemals machen.

    Zitat

    Nun würde es zu riesen Streitereien führen und meine Eltern würden sich sehr enttäuscht fühlen, wenn ich nicht unterschreiben würde

    Das wär mir egal, ich tue nichts was ich nicht tun will und lasse mich dazu auch nicht unter Druck setzen.


    Und einen Anwalt sollen die Eltern nehmen, wenn sie ihre Altersvorsorge regeln wollen, nicht du.


    Ich kenne etliche Fälle, in denen das Verhältnis nach solchen Deals absolut zerrüttet wurde, weil dann natürlich immer irgendwas eintritt, womit keiner gerechnet hat.