Das mit dem "Respekt vor älteren, Eltern und Gästen" hat mit Sicherheit was mit der Kultur und der Erziehung zu tun, aus meiner Sicht ist sowas nämlich auch nichts was es automatisch gibt und selbstverständlich ist. Deswegen, wie ja auch schon gesagt wurde, Respekt vor der Kultur ist keine Einbahnstraße, die TE und ihre Mutter müssen da auch die Eigenarten des Mannes akzeptieren.


    Ansonsten unterschreibe ich das hier voll und ganz:

    Zitat

    Da ist 2 Wochen jemand den er nicht mag in seinem Haus, überschreitet freudig alle seine Grenzen, und die eigene Frau fällt ihm dann auch noch in den Rücken. Dass er explodiert oder ins Hotel flüchten will kann ich wirklich nachvollziehen. :)z

    Sicher etwas überspitzt ausgedrückt aber am Ende ist es nunmal wirklich so.

    Ich kann das Problem deines Mannes verstehen, nicht aber deine Mutter.


    Es gibt eine vernünftige Lösung mit den Hotelübernachtungen, aber sie weigert sich das zu akzeptieren. Sie ist doch diejenige, die nicht kompromissfähig ist!


    Was verspricht sie sich davon? Die Manipulationsidee finde ich gar nicht so abwegig.

    Vielleicht nicht ganz so dramatisch, aber ähnlich gelagert verlief es mit meinem Partner und meiner Mutter. Meine Mutter, mal mit mal ohne meinem Vater kam des Öfteren, um zu helfen. Im Haus, im Garten, denn wir waren anfangs mit dem großen Grundstück echt überfordert. Nun waren wir einerseits dankbar, dass sie zum Helfen kamen, andererseits mussten wir natürlich vollumfänglich auf die Lebensgewohnheiten speziell von meiner Mutter Rücksicht nehmen. Und unser sehr naturnah angelegter Garten entsprach immer mehr den Vorstellungen meiner Mutter. Sie räumte mir im Haushalt die Sachen um. Ich hätte damit leben können, ich hab es halt nach ihrer Abreise wieder in "meinen" Zustand gebracht. Meinen Partner machte es wahnsinnig. So war er im Stress, weil nicht mehr Herr im eigenen Haus, ich war im Stress vor lauter Vermitteln zwischen den Fronten. Das Ende vom Lied war, dass sich die beiden nicht mehr mochten. Das ist bis zu einem gewissen Grad irreparabel, leider. Mittlerweile ist es so, dass ich nicht mehr möchte, dass meine Eltern, meine Mutter zum Helfen kommen/kommt. Gerne zu Besuch, vorzugsweise wenn mein Partner nicht da ist, aber Helfen ist tabu. Bei uns ist der Garten eben wild, der Haushalt anders, damit muss meine Mutter jetzt halt klarkommen. Ich habe mich voll hinter meinen Partner gestellt und seitdem geht's zwischen den beiden auch wieder besser. Mein Fehler war, dass ich das zu spät erkannt habe.


    Ich rate Dir, Fialle deshalb dringend, Dich hinter Deinen Mann zu stellen. Es ist EUER Haus, IHR bestimmt die Regeln. Und wenn Dein Mann sogar ins Hotel geht, damit Deine Mutter diese Regeln nicht einhalten muss dann finde ich das großartig! Und ich kann - unterschiedliche Kulturen hin oder her - keinerlei Verständnis für Deine Mutter aufbringen, die diesen Kompromiss nicht annehmen kann.

    Also ich finde es absurd, dass die Mutter nicht ins Kinderzimmer darf.


    Wenn sie bei euch im Schlafzimmer auftauchen würde, fände ich das schon unverschämt aber das Kinderzimmer * Kopf schüttel*


    Und wenn es deinen Mann wirklich so stört, hätte er es ihr auch ruhig erklären können aber deshalb gleich laut zu werden, ich denke, ich würde mich furchtbar schämen für meinen Partner.


    Würde künftig einfach die Kleine einpacken und ein paar Tage zur Mutter fahren.


    PS. Wie ist denn seine Mutter so? Darf sie ins Kinderzimmer?

    Ich kann deinen Mann zum größten Teil gut verstehen. Ich mag zwar gerne (Tages-)Besuch, aber keinen Übernachtungsbesuch. Nicht von meiner Familie, unseren Freunden und schon gar nicht von den Schwiegereltern. Ich finde so einen Besuch an sich schon als Eingriff in meine Privatsphäre (und muss mich zurücknehmen). Wenn dann noch jemand 10 Tage oder länger bleibt, würde ich irgendwann auch explodieren.


    Die erste von dir genannte Situation (halten des Babys während des Essens) kann ich zwar nicht nachvollziehen. Aber das ungefragte Hochkommen zum Schlafritual schon. Da soll ein Kind zur Ruhe kommen und dann kommt noch die Oma dazu (und schwupp wird das Kind wieder wacher). Wenn oben "euer" Bereich ist, würde ich da auch jedes andere Hochkommen zu Morgen- oder Abendzeiten als störend empfinden.


    Ich sehe es auch nicht ein meiner Schwiegermutter alles durchgehen zu lassen, nur weil sie älter ist. Letztens wollte sie mit ekelhaft öligen Fingern meine Kinder anfassen. Ich habe es zuerst mehrfach höflich versucht. Aber sie hat es nicht verstanden. Letztendlich hat nur ein "Du fasst meine Kinder nicht an, bevor du deine öligen Finger nicht gewaschen hast" gefruchtet. Und mein Ton war auch nicht mehr nett, weil sie es vorher einfach nicht kapiert hat.


    Meines Erachtens kannst du dich einfach nicht in deinen Mann hinversetzen. Aber es ist auch sein Haus. Nur weil deine Mutter deine Privatspäre nicht stört, heißt das nicht, dass dein Mann sich nicht gestört fühlen darf. Das mit dem Anschreien ist natürlich nicht gut, aber vermutlich hat er vorher schon sehr viel in sich hineingefressen, dass er irgendwann geplatzt ist.

    Zitat

    Er macht ja keine Regeln. Er hat sie nie darauf hingewiesen, dass ihn das stört sondern schreit gleich rum. Das ist mehr als daneben.

    Doch, hat er ja:

    Zitat

    Er hat immer nur mir mitgeteilt, was er am Verhalten meiner Mutter alles falsch findet

    Und beide ignorieren es, bzw die Mutter weiß vermutlich garnicht, dass sie seine Grenzen überschreitet. Weil die FE es ihr garnicht erst erklärt.

    Zitat

    Klar. Ich bin total happy darüber, dass meine Mutter Tausende von Kilometern weit weg lebt und mich nicht mal besuchen kommen kann.

    Schuld an dieser Situation hat allein deine Mutter und nicht dein Mann! Niemand hat ihr verboten dich zu besuchen! Sie KANN dich sehr wohl besuchen kommen.

    Zitat

    Das mit dem Anschreien ist natürlich nicht gut, aber vermutlich hat er vorher schon sehr viel in sich hineingefressen, dass er irgendwann geplatzt ist.

    Woran er ja nu selbst schuld wäre. Also ehrlich: Wer nie sagt, was ihn stört, kann echt nicht erwarten, dass man Gedanken liest. Wenn er es vorher schon drei mal nett versucht hätte, dann wäre das was anderes...

    Vielen Dank an alle, die konstruktive Beiträge schreiben und versuchen, mir Auswege aus dieser Situation aufzuzeigen. Ich bin überrascht, wie einige Nutzer hier, die uns gar nicht persönlich kennen, aus der geschilderten Situation so treffende Rückschlüsse auf unsere Charakter ziehen (z.B. das mit dem introvertierten Mann und der extrovertiert-vereinnahmenden Mutter - das ist so wahr!). @:)


    Mit anderen Nutzern möchte ich gar nicht erst diskutieren, weil wir sehr unterschiedliche Wertvorstellungen haben und ergo auf keinen gemeinsamen Nenner kommen werden. Für mich ist Respekt vor Älteren, Eltern und Gästen selbstverständlich. Andere Sichtweisen mögen ihre Berechtigung haben, aber ich teile sie nicht.

    Zitat

    Andere Sichtweisen mögen ihre Berechtigung haben, aber ich teile sie nicht.

    Wichtig ist an der Stelle aber das dein Mann diese Sichtweise auch nicht zwangsläufig mit dir teilt also musst du dich damit auseinander setzen. Übergehst du diese andere Sichtweise dann wird das früher oder später zu weiteren Problemen in eurer Beziehung führen, einfach "ausblenden" funktioniert nicht.

    @ Fialle

    Zitat

    Für mich ist Respekt vor Älteren, Eltern und Gästen selbstverständlich.

    Dies hat für Dich bzgl. Deiner Mutter nochmals eine besonders herausragende Gültigkeit, weil Du sie sehr liebst und Dir ihre Mentalität sehr vertraut (u.U. auch "näher" als die Deines Mannes) ist; schließlich hat sie Dich ja erzogen und geprägt.


    Man kann aber auch umgekehrt als Gast auch Respekt gegenüber Gastgebern zeigen und dortige Gepflogenheiten berücksichtigen.


    Und: wäre der 10-14-tägige Gast nicht Deine Mutter, sondern Deine Schwiegermutter - oder noch anders: eine Person, zu der Du ähnlich wenig Draht hast wie Dein Mann zu Deiner Mutter: was dann?


    Ich würde Euch als Paar sehr wünschen, dass gegenseitig mehr Verständnis und Entgegenkommen gepflegt wird (die Idee mit dem Hotel ist ja bereits ein sehr großzügiger Schritt auf Dich zu); denn immer wieder neue Verletzungen bzgl. des ständig gleichen Themas können irgendwann auch in andere Bereiche hineinreichen und die Innigkeit der Paarbindung beeinträchtigen. Wäre doch sehr schade, oder?

    body84


    Ich kenne mich mit Psychologie nicht aus und weiß nicht, was Anzeichen für eine soziale Phobie wären... Er ist sicherlich sehr introvertiert und hat fast keine Freunde. Andererseits ist er Lehrer und hat jeden Tag Hunderte von Menschen um sich.


    Der Besuch meiner Mutter ist für ihn sicherlich stressig. Aber ich versuche, es abzufedern, so gut ich kann, indem ich mit ihr Ausflüge unternehme. Bei ihrem letzten Besuch bin ich mit ihr und mit meiner Tochter sogar eine Woche weggefahren, um möglichst wenig Reibungsfläche zwischen den beiden zu lassen.


    Kleio

    Zitat

    Mir ist nicht klar, wie es zu dieser Schreierei kommt. Was spricht dagegen, dass er ihr sagt, dass sie doch bitte zu bestimmten Zeiten da und dort nicht hingehen soll?

    Das weiß ich leider auch nicht. Er sagt es immer nur mir. Ich habe ihm mehrmals gesagt, er solle es ihr doch bitte in angemessener Form selbst mitteilen. Für mich ist es extrem schwierig, so etwas zu übermitteln, weil ich damit in die Vermittlerrolle gerate und meine Mutter schnell das Gefühl hat, dass die ‚Befehle‘ von mir ausgehen und nicht von ihm. Ich versuche es ihr aber natürlich, möglichst schonend beizubringen - genauso wie ich meinem Mann möglichst schonend beizubringen versuche, dass sie eben so ist, wie sie ist, und sich kaum ändern kann/wird.

    Zitat

    Ist er generell so oder nur Deiner Mutter gegenüber?


    Ist das Verhalten Deines Mannes Dir gegenüber auch so respektlos? Fängt er jedesmal an zu schreien, wenn es nicht nach seinem Kopf geht? Dir oder anderen gegenüber (ich meine jetzt nicht Deine Mutter)?

    Ich könnte leider einige Situationen aufzählen, in den ich mich von meinem Mann respektlos behandelt fühlte. Aber er hat mich dabei so gut wie nie angeschrien. Habe ihn vielleicht in all den Jahren 6x schreien gehört, und 2x davon war wegen meiner Mutter, 1x hat er seinen eigenen Vater angeschrien... Gegenüber Außenstehenden wirkt er meistens sanft und nett.

    Zitat

    Dein Mann erwartet ein Verhalten eines Gastes, Deine Mutter verhält sich wie ein Familienmitglied.

    Damit hast Du die komplette Situation erfasst... :)z

    Zitat

    Wie alt ist denn Deine Mutter?

    Nicht so alt. Wird demnächst 59.

    Das hört sich aber sehr hart an.


    Es kann durchaus sein, dass zwei Meinungen nicht immer kompatibel sind.


    Aber vor allem in Ausnahesituationen sollte man doch auf einen gemeinsamen Nenner kommen.


    Beschreib doch mal wie der Urlaub abläuft und wo es immer Reibungspunkte gibt...

    Was mir noch eingefallen ist:


    Wird da bei Deinem Mann evtl. etwas angetriggert? Hat er (unterschwellig) das Gefühl, Du liebst Deine Mutter mehr als ihn? Könnte es also so eine Art emotionale Eifersucht sein?


    Wie nahe steht Ihr Euch als Paar zu Zeiten, in denen Deine Mutter nicht dabei ist?


    Nachdem Deine Mutter sehr weit entfernt wohnt, ist ja davon auszugehen, dass Du einst der Liebe wegen einen Umzug in die Ferne in Kauf genommen hast.


    Nimmst Du ihm das (unbewusst) vielleicht noch übel, weil Du ja deswegen die Mutter weniger siehst; im Gegenzug "soll" er bei Besuchen die Füße stillhalten?


    Vielleicht trägt jeder von Euch beiden noch Verletzungen mit sich herum, die an und für sich gar nicht so wild wären, würde man sich ihnen stellen(?). @:)