Kontaktabbruch – Abbrecher oder Verlassener

    Vor fast genau 7 Jahren verliebte ich (45) mich in eine ehemalige Kollegin (9 Jahre jünger), dich mich auf allen emotionalen und körperlichen Ebenen ansprach und die meine Sympathie teilte, obwohl wir beide jeweils schon in langjährigen festen Beziehungen (also vergeben) waren. Persönliches Vertrauen und emotionale Nähe wuchsen sehr schnell, doch schon bald traten immer wieder "Brüche" auf. Bald musste ich feststellen, dass sie zahlreiche typische Verhaltensweisen der Borderline Störung zeigte (über die ich mich intensiv informierte). Probleme mit Nähe und Distanz, Idealisierung und Abwertung, Interesse und Ablehnung, locken und wegstoßen, krasse Gefühlsschwankungen, Angst vor Verlassenwerden und Kontrollverlust, Bulimie (sagte sie mir), Scham und Derbheit etc.


    Erst nach extremen Monaten, nach vielen Manipulationen, Beleidigungen, Hofieren und Zurückweisen, ihren ständigen Gefühlsänderungen etc. ... wurde daraus eine intime Beziehung – die sie aber erst in dem Moment zuließ, als ich mich von ihr lösen wollte. Die Intensität, Nähe, Leidenschaft und Zärtlichkeit waren dann so enorm, dass ich glaubte, ihr zunehmend zu verfallen. Nicht Vorspiel und Annäherung, sondern absolute Nähe, Vertrauen und Leidenschaft verbanden uns – bis zum nächsten Absturz. Intensiven Momenten mit Zukunftsplänen folgte ihrerseits bald das "Aus". Immer wieder bis zum endgültigen Bruch 2006. Ich bewarb mich weg, verließ das gemeinsame Arbeitsumfeld und brach den Kontakt fast 3 Jahr ab.


    Als ich sie nicht vergessen konnte, meldete ich mich dann Anfang 2009 wieder bei ihr. Ihre Reaktion war unglaublich. Unzählige Telefonate, Hunderte Mails und SMS. Ich konnte nicht so schnell antworten, wie sie mir täglich schrieb. Innerhalb von zwei Wochen war alles wieder da, Vertrauen, Nähe, Pläne ... und bereits nach dem ersten intimen Kontakt war für SIE klar, sich von ihrem Partner trennen und mit MIR zusammen leben zu wollen und sogar eine Familie zu gründen. Es ging ihr nicht schnell genug.


    Ich war fassungslos, wie in Trance. Die Treffen und gemeinsamen Erlebnisse, intimen Momente usw. waren von solcher Intensität, dass wir zu zerspringen glaubten. Obwohl ich aus der Vergangenheit "gewarnt" war, ließ ich mich wiederum völlig in das Gefühl fallen, weil ich glaubte, SIE habe ich geändert. Jedes Treffen bestätigte unsere Zukunftspläne.


    Ich glaube sagen zu können, dass ich diese Frau liebte, von ganzem Herzen, mehr als das, mehr als alles und ich war bereit, mein bisheriges Leben für eine gemeinsame Zukunft mit ihr aufzugeben. Auch ihr Wunsch nach einer Familie wäre für mich richtig gewesen.


    Dennoch begann erneut ihr ambivalente Verhalten. Mal wollte sie mir mir zusammensein, mal wusste sie nicht, mal wollte sie ihren Partner nicht verlassen. Drei Wochen später erreichte mich ihr Anruf, sie sei "wunschgemäß" schwanger (von ihrem Partner), das wäre unser Ende, die Würfel seien gefallen, auf Wiedersehen, "man sieht sich". Es hatte den Anschein, als ob sie es darauf hätte ankommen lassen, von wem sie wohl zuerst schwanger würde ... und sich dann eben für den Kindesvater entschieden hätte. Und dies war eben der "andere", nicht ich.


    Ich fiel in den tiefsten emotionalen Abgrund meines Lebens, wollte nicht mehr leben und überlebte die erste Zeit nur mit schwersten Beruhigungsmitteln. Es war, als sei ich bei voller Fahrt aus dem fahrenden Zug geworfen worden; als habe sie mir in den Kopf geschossen. Ich fühlte mich wie weggeworfen, wie der letzte Dreck und empfand, als ob ich noch niemals von einem Menschen so schwer verletzt und gedemütigt worden wäre. Alles was bisher geschehen war, musste mir wie eine Lüge vorkommen, wie ein entsetzliches Schauspiel, auf das ich hereingefallen war. Es riss mir das Herz aus dem Leib.


    Von anderen Kollegen erfuhr ich (später), wie "gut" es ihr gehe, wie stolz sie auf ihre Schwangerschaft sei, sich auf das Baby freue und ihren Partner in den Himmel lobte etc. Fragen, ob es "etwas" zwischen uns gegeben hätte, wurden von ihr stets verleugnet.


    Ich versuchte ALLES, was bei Trennung und Trauer geraten wird – insbesondere den absoluten Kontaktabbruch. Von Büchern, Ratgebern über Homöopathie, Gesprächen mit einem "guten Freund", Aufschreiben, Weinen, Ablenkung, neuen Hobbies, "sich gut gehen lassen", bis zur therapeutischen Hilfe war alles dabei. Eine Psychotherapeutin bestätigte mir aufgrund meiner Schilderungen, dass auch sie deutliche Anzeichen von Borderline bei dieser Frau erkennen würde.


    Wie nicht anders zu erwarten, versuchte "sie" mich zu kontaktieren – und als ihr Kind geboren war, nach Monaten, auch mit belanglosen Mails Kontakt zu mir aufzunehmen. Auf dem Display des Telefons sah ich ja ihre Nummer. Ich hob nicht ab und blieb dem Kontaktabbruch treu. Wenn alle paar Monate eine Mail von ihr kam, wollte sie immer irgendwas von mir, etwas wissen, irgend ein "Aufhänger" etc. Ich reagierte nicht.


    Vor wenigen Tagen fiel mir das Buch "Funkstille" von Tina Soliman in die Hände. Es ist sehr gut, doch fehlt da etwas. Hier wird dargestellt, der Kontakt"Abbrecher" scheue den Kontakt, habe kommunikative Störungen, könne oftmals selbst die Gründe für einen Kontaktabbruch nicht benennen, habe nicht den Mut zu einer letzten klärenden Aussprache etc. – das kann ich für mich irgendwie nicht annehmen.


    Wer war ich denn nun? Der "Abbrecher" oder der "Verlassene", der nach dieser unfassbaren Demütigung zum "Abbrecher" wird.


    So versuchte ich also, die Frau zu vergessen, die ich aus ganzem Herzen liebte.


    Die Zeit verging – und es gelang mir, "ein wenig" Abstand zu gewinnen. Gennoch bilden bis heute (mal mehr und mal weniger) Wut, Trauer, Verletzung und Demütigung, Liebe, Hass und Verachtung ein derart starkes Gefühlswirrwarr, das man kaum bewältigt bekommt.


    Natürlich ist mir bewusst, dass der Kontaktabbruch, dieses Schweigen keinerlei Abbruch ist, sondern eine Form der Kommunikation – eben eine Ausdrucksform der Hilflosigkeit, der Verletzbarkeit und der Verwundung. Es ist auch der Versuch, Kontrolle und Selbstachtung wieder zu erlangen – verbunden mit der Angst, weitere Kontakte könnten die tiefen Wunden weiter aufreissen. Ich würde mich auch kaum trauen, Kontakt aufzunehmen, sie zu sehen, zu telefonieren oder ich gar einmal (zufällig) in der Stadt über den Weg zu laufen. So sehr ich in meinem Inneren noch mit ihr verbunden bin, es würde mir ein Schwert durch das Herz treiben, mich regelrecht vergiften.


    Wie nun nicht anders zu erwarten war, hat sie sich wieder gemeldet – vor wenigen Tagen. Wieder eine belanglose Mail, wonach sie mich aber "dringend" sprechen müsste ... Kosenamen, liebevolle Worte, sanfte Formulierungen usw.


    Doch mein Kontaktabbruch steht. Ich habe nicht reagiert darauf. Und dennoch wühlt es mich im Innersten wieder derart auf, ...


    Mein größter Wunsch wäre, nicht mehr lieben, nicht mehr hassen, sondern nur "gleichgültig" zu werden, damit die innere Wunde endlich heilen kann.


    Dafür aber scheint mir einzig der Kontaktabbruch der richtige Weg zu sein.


    Haltet Ihr diesen Weg für den richtigen ?

  • 64 Antworten
    Zitat

    Haltet Ihr diesen Weg für den richtigen ?

    ABSOLUT! Allein der Selbstschutz vor dem Umgang mit dieser Frau ist Grund genug sie komplett zu ignorieren. Das hat auch nichts mit Kommunikationsunfähigkeit oder Ähnlichem zu tun. Ich würde alle Anrufe, Emails und so weiter sperren/blocken lassen, so dass du gar nicht erst wieder in Versuchung gerätst oder alte Denkmuster zurück fällst.


    Ich bewundere deine Willensstärke und wünsche dir weiterhin viel Kraft! :)*


    *:)

    Vielen Dank für diesen Beistand, der mir sehr hilft.


    Es wäre schön, wenn auch andere mir etwas dazu schreiben könnten.


    Vielleicht sind es "Abbrecher" oder "Verlassene" oder eben Verlassene, die zum Abbrecher wurden.


    Gibt es jemand mit ähnlichen Erfahrungen ?

    Warum möchtest Du unbedingt so strikt "definieren", was für eine Sorte von Kontaktabbruch das war? Wie lange habt Ihr nun schon am Stück keinen Kontakt mehr?


    Wäre es Dir vom Gefühl her nicht lieber, innerlich nach und nach komplett abzuschließen und irgendwann eine erfüllende Beziehung mit einer psychisch gesunden Frau zu haben?


    Die manipulativen Nähe-Distanz-Spielchen Deiner Ex können nur so lange funktionieren, wie Du darauf anspringst. Möchtest Du das denn noch? Wie lange noch?


    Wenn Du hinter dem Kontaktabbruch definitiv stehst, gib Deiner Ex nicht immer noch mehr innerlichen Raum, indem Du Dir den Kopf über Dinge zermarterst, die überhaupt keine Rolle (mehr) spielen.

    ja, deine fragen sind absolut berechtigt.


    diesen kontaktabbruch halte ich bereits seit 2 1/2 jahren durch.


    doch sie meldet sich aber immer wieder und sucht den kontakt, wenn auch nur unter irgendwelchem vorwand.


    zwar reagiere ich nicht darauf, aber dennoch bin ich nicht immun dagegen. es wühlt mich trotzdem auf ...

    Zitat

    zwar reagiere ich nicht darauf, aber dennoch bin ich nicht immun dagegen. es wühlt mich trotzdem auf ...

    Deshalb schreibt youdontsay ja auch:

    Zitat

    ... alle Anrufe, Emails und so weiter sperren/blocken lassen, so dass du gar nicht erst wieder in Versuchung gerätst oder alte Denkmuster zurück fällst.

    ja, das ist alles richtig.


    da wir mal arbeitskollegen waren, hat sie meine dienstliche mail, die sich nicht ändern lässt.


    alle privaten mailaccounts hatte ich schon gelöscht.


    so sehr ich versuche, mit ihr abzuschließen (und den kontaktabbruch auch aufrecht erhalte), ist es schwer, wenn sie sich immer wieder meldet.

    Deine Geschichte klingt sehr vertraut. In meinem Fall war es nicht ganz so extrem, es gab nie gemeinsame Pläne und die ganze Sache dauerte auch nur ein paar Monate. Aber auch hier unzählige extrem positive Aussagen ihrerseits, verbunden mit der Feststellung, was für eine einzigartige Freundschaft und Verbindung wir hätten. Auch ich empfand das damals so (später habe ich erkannt, dass ich viele Alarmzeichen übersehen hatte bzw. nicht sehen wollte). Während ich aber noch dabei war, diese Freundschaft aufzubauen, löste sie sich wieder, verbunden mit heftigen Angriffen und Kritik an allem, was ich tat, meinen Meinungen, Einstellungen etc. Heftige Stimmungswechsel ihrerseits im Abstand von teilweise nur Minuten. Widersprüchliche Aussagen und Verhalten. Ich habe wohl noch nie so viele krasse Dinge erlebt wie in dieser Zeit. Aber immer zwischendurch noch diese sehr positiven Aussagen (nach denen ich so sehr gesucht hatte, und mit denen sie mich an sich gebunden hat). Irgendwann war ich so am Boden, dass ich mir therapeutische Hilfe suchte und schließlich den Kontakt von heute auf morgen abbrach.


    Was folgte: vorerst nichts. Kein Versuch ihrerseits, auch nur zu fragen, warum ich mich nicht melde. Wir sind allerdings Kollegen und arbeiteten auch weiterhin zusammen. Sie ließ sich nichts anmerken, während ich aus jeden Meeting nur heulend hätte rauslaufen können. Nach ein paar Monaten dann die ersten Versuche ihrerseits, in Projektmails Smalltalk zu starten. Dabei wieder sehr positive Formulierungen, sie lobte mich erneut über den grünen Klee. Bis dahin war ich aber vorsichtig genug geworden, um zwar aus Freundlichkeit zu antworten, aber nicht auf ihren Kontakt einzugehen. Vor etwa einem Monat (etwa ein halbes Jahr nach Kontaktabbruch) versuchte sie dann in einer recht offenen Mail, den Kontakt wiederherzustellen. Verstrickte sich dabei aber wiederum so in Widersprüche und offenbahrte ihre ganze verdrehte Weltsicht. Inzwischen habe ich genug gelernt über sie und ihre Krankheit, dass ich ihre Aussagen einschätzen kann. Was sie von sich gibt ist extrem verdreht und logisch nicht nachvollziehbar. Es dauerte damals sehr lange, das zu erkennen und mir einzugestehen, dass der gesamte Kontakt auf ihren manipulativen Taktiken basierte. Auch heute noch bin ich verunsichert, welche ihrer Aussagen damals ehrlich waren und ob es überhaupt ehrliche Aussagen gab. Wenn ich heute auf dem Flur an ihr vorbeilaufe und wir uns kurz grüßen, fange ich immer noch an zu zittern. Ich kann sie nicht um mich herum haben. Die ganze Geschichte hat mich mich so nachhaltig verletzt, dass mein Körper noch heute mit Panik reagiert, sobald sie in der Nähe ist. Das ist mir inzwischen eine Warnung.


    Okay, ich hab etwas weit ausgeholt, aber was ich sagen will ist, dass ich dir den Tipp geben möchte, den Kontakt auf keinen Fall wieder aufzunehmen. Sie wird sich nicht geändert haben, auch wenn sie dir jetzt die liebsten Worte schreibt. Wenn du dich nicht erneut auf diese emotionale Achterbahnfahrt einlassen möchtest, bist du gut beraten, den Kontakt zu unterbinden. Selbst wenn du ihr damit vor den Kopf stoßen musst. Auch wenn es dir jetzt weh tut, wenn sie schreibt, und du aus Reflex antworten willst, tu es nicht! Es ist Zeit, an dich selber zu denken. Auch ich bin durch diese Hölle gegangen, auch wenn sie anscheinend nicht so extrem war wie deine, da unsere Verbundenheit lange nicht so stark war. Aber auch ich musste mich zwingen, mich zu "entlieben", wenn ich das so sagen darf. Und das ist eine verdammt harte Sache. Du gelangst mit dieser Frau durch diese manipulativen (Macht-)Spielchen in eine emotionale Abhängigkeit. Ja, genau das ist es, eine Abhängigkeit, aus der du wieder herauskommen musst. Das ist in gewissen Sinne tatsächlich wie Entzug. Ich wünsche dir, dass du stark bleibst und dich lösen kannst, denn diese Verbindung tut dir nicht gut.


    Alles Gute dir! :)*

    Zitat

    da wir mal arbeitskollegen waren, hat sie meine dienstliche mail, die sich nicht ändern lässt.


    alle privaten mailaccounts hatte ich schon gelöscht.

    Das wäre gar nicht nötig gewesen. Bei allen Emailprovidern (z.B. GMX), sowie in Emailprogrammen (Outlook, Outlook Express) kann man Emails von bestimmten Adressen sofort löschen lassen. Schau' mal unter den Stichwort "Filter" oder "Filterregeln" nach. Im Internet gibt es Anleitungen dazu. Ansonsten mit'm Admin sprechen. Der kann die Adresse dann gleich am Mail-Server sperren bzw. die Zustellung der Email ablehnen lassen.


    _____________________________


    Übrigens: Ich finde es interessant wie wichtig dir die Frage "Abbrecher oder Verlassener?" zu sein scheint. Entweder du nimmst dir solche Ratgeber zu sehr zu Herzen oder deine Selbstreflektion ist schon "unnormal". Siehst du anhand dieses Sachverhalts was diese Frau mit der gemacht hat?


    Deshalb weiterhin die Finger von ihr lassen! Und darauf kannst du wirklich stolz sein:

    Zitat

    diesen kontaktabbruch halte ich bereits seit 2 1/2 jahren durch.

    :)=

    Sehe gerade, dass ich deine "Position" in meinem Beitrag oben etwas falsch eingeordnet hatte. Du bist dir ja bereits sicher, dass der Kontaktabbruch richtig ist. Auch wenn jeder Kontaktversuch ihrerseits wieder alles aufwühlt, hast du doch die Stärke, dich nicht verunsichern zu lassen. Zieh das weiter so durch. Ich glaube, der einzige Weg ist, ihr so gut es geht aus dem Weg zu gehen und auf die Kontaktversuche, die dich erreichen, nicht zu reagieren.


    Von dem Buch habe ich übrigens gehört, es aber nicht gelesen. Ich denke aber, dass dieser Fall aufgrund seiner Konstellation und dem Hintergrund einer psychischen Störung aus dem "Raster" fällt. Finde es auch nicht notwendig, sich diese Frage zu stellen. Die Ereignisse haben zu deiner (richtigen!) Entscheidung geführt und du kennst die Hintergründe. Und schließlich ist sie durch ihr Nähe-Distanz-Verhalten Abbrecher und Verlassener gleichzeitig, bzw. provoziert deine Entscheidung irgendwo. Du kannst aus dieser instabilen und ungesunden Situation nur die Konsequenzen ziehen, die für dich richtig sind.

    ich kann mich nur bedanken für die unterstützung, die ich hier erfahre.


    das mit der "Selbstreflektion" hatte wohl die ursache, dass ich eben das buch "funktstille" gerade gelesen hatte, welches sich mit dem thema befasst.


    sehr oft musste ich lesen, dass der "abbrecher" (aufgrund seines kontaktabbruches) die "beziehung" gar nicht abschließen kann usw.


    obwohl ich den kontaktabbruch schon 2 1/2 jahre durchhalte, bin ich immer noch sehr mit der geschichte verbunden, denke oft daran und auch der schmerz ist (noch) nicht vorbei. es ist zwar schon wesentlich besser geworden, aber es wäre gelogen zu behaupten, die sache wäre für mich durch oder ich hätte sie ganz überwunden.


    nein, leider ist es noch nicht soweit. daher zweifelte ich daran, ob ich eben so (d.h. null kontakt, alles abblocken) den richtigen weg für mich beschritten habe.


    doch ich glaube, es kann nur so gehen, auch wenn es eben lange dauert. die bisherigen antworten haben mich darin bestätigt und das gibt wieder ein stück kraft. danke :)=

    Mein Gefühl: Du bist innerlich immer noch nicht von ihr los und suchst Dir entgegen aller Vernunft irgendwelche Gründe (z.B. eben dieses Psychogeschreibsel aus dem Buch), um wieder mit ihr Kontakt aufzunehmen.


    Du brauchst Dich vor Dir selber aber so oder so nicht zu rechtfertigen.


    Wie läuft sonst Dein Leben, hast Du gute Sozialkontakte, Hobbys usw.? Bist Du innerlich wieder dafür offen, neue Frauen kennen zu lernen?

    @ makalu:

    ich habe vor einigen jahren mal sowas ähnliches erlebt, wenn auch schlussendlich nicht mit so einer eskalation wie in deinem fall. es ist auf jeden fall besser, wenn du den kontakt meidest. vielleicht hat sie ein schlechtes gewissen, oder was auch immer. der grund kann dir auch egal sein. wer SO mit einem umgeht, hat keinerlei aufmerksamkeit verdient. niemals.

    ja ja ja, nein, nein, nein


    sicher bin ich aufgrund der geschichte immer noch nicht ganz davon los – aber ich suche sicher keine gründe, mit ihr kontakt aufzunehmen. 2 1/2 jahre sprechen da schon eine deutliche sprache.


    was ich suche ist, wirklich abschließen zu können, die kränkungen und wunden zu überwinden – und mein post fragt halt, ob eben dieser absolute kontaktabbruch der richtige weg sei.


    hobbies, sozialkontakte, alles bestens, alles sehr vielseitig usw. aber vernarbt ist die wunde deshalb immer noch nicht.


    die große frage (an mich) ist ja, warum ich (obwohl sie so manipulierend war, so abgebrüht, "falsch" und letztlich gefühlskalt) nicht einfach sagen konnte: ende aus. sie hat mich wohl an einem punkt getroffen, der ganz tief in mir drinnen liegt.


    aber gründe für einen kontakt mit ihr: nein. dafür war die verletzung zu tief. das steht definitiv fest. warum die verletzung aber so tief war, steht definitiv noch nicht fest. ":/

    Zitat

    was ich suche ist, wirklich abschließen zu können, die kränkungen und wunden zu überwinden – und mein post fragt halt, ob eben dieser absolute kontaktabbruch der richtige weg sei.

    ich glaube schon. ihr verhalten zeigt doch, dass sie dich kaum einfach so abschliessen und ziehen lassen würde, wenn du ihr entgegenkommst. sie würde wahrscheinlich alles tun, um dich wieder in irgendeiner form an sich zu binden – und dich dann wieder von sich weisen.


    ich kann verstehen, dass du gekränkt bist und immer noch die wunden leckst. das braucht zeit und akzeptanz, dass die geschichte eben passiert ist und sich nicht ungeschehen machen lässt. ich hatte auch mal so eine "amour fou"-sache laufen und brauchte auch lange, bis ich drüber hinwegwar. die gefahr der verletzung ist gross, wenn man sich vollkommen unkontrolliert dem grossen, geheimnisvollen Feuer hingibt...