UNGLAUBLICH – was sich vor wenigen Minuten zugetragen hat.


    Leider bleibt mir nichts erspart.


    Seit 2 1/2 Jahren hatte ich "sie" nicht mehr gesehen, keinen Kontakt hergestellt – und eben, vor wenigen Minuten, stand ich mit dem Auto an einer Ampel – und läuft mir quasi vor das Auto: mit ihrer Mutter, die den Kinderwagen schob, wo irgendwas kleines in rosa drinsaß. Ich glaube "sie" hat mich wohl nicht gesehen – aber mir drehte sich trotzdem der Magen um. Ich bin fassungslos, was solche eine "Begegnung" immer noch in mir auslöst. Da wurde mir ganz schlecht.


    Für mich ist das kein gutes Feedback – doch es zeigt mir nur zu deutlich das auf, wonach ich in meinem Posting fragte. Ja, nur der absolute Kontaktabbruch – ohne wenn und aber – ist in der Lage, mich von ihr wegzubringen, auch wenn es noch Jahre dauern mag.


    Schade, ich dachte, ich wäre gefasster gewesen (obwohl es ja noch nicht mal eine "direkte" Begegnung war) – aber nun ist mir auch wieder klar, was einzig für MICH richtig ist.

    Ich glaube das Problem ist vor allem, dass Du nicht nachvollziehen kannst, wie jemand, der Dich angeblich liebt, sich so verhalten kann. Für Dich ist es eine so tiefe Verletzung, ein Verrat von unerwarteter Seite, dass Du damit einfach nicht klar kommst und das Dich daran hindert, Dich mit der Sache auseinanderzusetzen/abszuschließen und eine neue Beziehung anzufanbgen (bzw. bereit dazu zu sein).... Kann das sein?


    Zu dem Buch, ich hab den Eindruck, es geht da um "normale" Kontaktabbrüche. Z.B.


    ~ ich leihe mir ein Buch von einer Freundin aus, verliere es, kann es ihr nicht sagen


    ~ meine Freundin erzählt mir ständig von ihrer Familie, ich bin en einsamer Single der gerne eine hätte, anstatt zu kommunizieren, dass es mich etwas verletzt und etwas zuviel ist, breche ich den Kontakt ab, ohne auch nur einmal ein Gespräch darüber zu suchen


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    Solche Sachen wie bei dir fallen für mich – wie schon von jemand anderem gesagt – ganz klar da raus.

    ich glaube, deine formulierungen fassen es gut in worte. ja, diese tiefe verletzung war/ist wie ein verrat....


    ich habe mich sicher ganz lange damit "auseinandergesetzt", versuchte zu verstehen, was eigentlich geschehen war (... aber ab einem gewissen punkt vermag ich bestimmte borderline-symptome einfach nicht mehr zu verstehen). aber richtig ist, dass das "abschließen" ein noch immer währender prozess ist.

    Du hast dich aber auch zu lange und intensiv auf diese Frau eingelassen, Borderline oder nicht, du bist da total mitgegangen. Vielleicht versuchst du mal herauszufinden, weshalb, damit dir das nicht wieder passiert.

    Ich hatte auchmal eine Freundin mit Borderline-Tendenzen, zumindest war das auch immer wie oben (nur bissi anders, ich bin in keiner Bezihung zu ihr gewesen ;-D ).


    Mir hat die Erkenntnis geholfe, dass viel Berechnung hinter iuhrem Verhalten steckte. Z.B hat sie Ausraster auf der Straße nur dann gehabt, wenn ich oder ihr Freund dabei waren – ich hab ihr gesagt, dass ich um die Ecke gehe und sie sich beruhigen soll. Zack!, als ich nach 2 Minuten mit schlechtem Gewissen und "Die ist eben krank, Kadi, Du bist so fies und es ist deine Freundin"-Manier zurückgeschlichen kam, war absolute Stille – das Publikum war ja weg.


    Zwar waren da noch viele andere Leute, aber die waren nicht so interessant.


    Nachdem ich diese Berechnungen in ihrem Verhalten durchschaut hatte, habe ich mich ganz von selbst dort distanzieren können. Ich finde ja (persönliche Meinung), wenn jemand psychisch krank ist und sagt, er müsse dann einfach seine Gefühle rauslassen und stehe diesem Ansturm machtlos gegenüber – na dann müsste er die doch genausgut rauslassen, wenn nur "neutrales" Publikum anwesend ist...


    Nachdem ich diese von ihr selbst getroffenen Aussagen über sich als unzutreffend und viel berechnendes Verhalten entlarvt hatte, habe ich mich gaz von selbst distanziert und wurde auch wütend über ihre Respektlosigkeiten. "Ich bin eben krank" ist keine Entschuldigung für alles.


    Mich wundert, dass diese Wut-Phase bei Dir noch nicht gekommen ist...

    Zitat

    Monika65: Du hast dich aber auch zu lange und intensiv auf diese Frau eingelassen, Borderline oder nicht, du bist da total mitgegangen.

    :)z


    Im Prinzip warst du damit das ideale "Opfer" für sie.


    Es würde mich übrigens gar nicht wundern, wenn sie bei ihrem Ehemann ganz anders ist. Ich kenne einige Borderliner, die diese kranke Art sehr selektiv an bestimmten Menschen auslassen – und da, wo sie es sich nicht erlauben dürfen, ist es komplett abgeschaltet.

    malaku,

    Um mal aus dem Nähkästchen meiner Erfahrungen zu plaudern (Vorsicht, Antwort ist insgesamt recht lang geworden),


    etwas Ähnliches trug sich bei mir vor einem Jahr zu. Ging darum, dass ich jmdn. kennen lernte, der mir früher oder später gestand, dass er tiefere Gefühle für mich empfand, als Freundschaft, womit ich jedoch gar nicht umgehen konnte und den Kontakt abbrach, um mir klar über die Situation zu werden.


    Nach wenigen Wochen schließlich meldete ich mich wieder, weil ich dachte, meine Reaktion wäre wohl deutlich genug gewesen, um eine Ablehnung seiner Avancen zu demonstrieren, was jedoch nur die intime Ebene betraf, nicht die freundschaftliche.


    Daraufhin haben wir intensive Momente verlebt, mit sehr interessanten, stundenlangen Gesprächen, bei denen ich teilweise Sachen erwähnte, die ich bis dato noch nicht einmal meinem Thera erzählte.


    Im Februar das gleiche Spiel, er gestand, dass er sich verliebt hatte, ich bracht den Kontakt ab, nahm ihn dann von mir aus wieder auf, weil ich die Ungewissheit nicht ertrug.


    Jedenfalls im Frühjahr der nächste Bruch, diesmal seinerseits, aus mir völlig unverständlichen Gründen, woraufhin ich um unsere Freundschaft kämpfte, weil ich diesen Kontakt nicht verlieren wollte, schon gar nicht wegen so einer Geschichte.


    Wir rauften uns also zusammen, sprachen uns aus, es ging wieder einigermaßen, aber noch nicht ideal. Im Sommer schließlich hatte ich die Nase voll; derjenige hatte einige Äußerungen getätigt, von denen ich nicht wusste, was ich davon halten sollte, sie ließen mich zutiefst irritiert zurück. Hinzu kamen Suiziderwähnungen seinerseits.


    Das brachte mich dazu endgültig den Schlussstrich zu ziehen, ich unterband jede Kontaktmöglichkeit. Es dauerte noch einige Monate, bis derjenige wohl den Schuss hörte, denn er versuchte mich durch dauernde SMS über eine Freundin zu erreichen und verbrachte wohl einige Nächte vor der Haustür, in der Chance mich zu sehen.


    Daher kann ich mir ansatzweise vorstellen, wie es dir wohl gehen mag, und dass dieses Gefühlschaos auch nach Beendigung nachbrennt.


    Einerseits ist da die unbewusste Gewissheit, dass es doch auch anders, gut, geht, und dann kriegt man wieder so einen Schlag vor den Bug und man wird von dem Warum? regelrecht verfolgt. Da ist es verständlich, dass man irgendwann keine Kraft mehr dafür hat.


    makalu,


    du schreibst hier über dein Problem, und hast vorher erwähnt, dass dein Alltag ansonsten gefestigt ist (Kontakte, Hobbies etc.)


    Tust du noch andere Sachen, um dies zu verabeiten, um deine Gefühle ausdrücken? Hast du den Eindruck, dass es nach 2 1/2 Jahren Funkstille langsam besser wird, oder unverändert, gar schlechter (z.B. durch die Ampelsituation)? Wirkt sich das in irgendeiner Weise auf deinen Alltag aus?


    Was genau geht in dir vor, wenn es dich (wieder) aufwühlt? Welche Gedanken/Emotionen hast du dabei? Vielleicht findest du hierüber noch einen hilfreichen Zugang?


    Wenn es mir selber sehr schlecht geht, klappt es immer ganz gut, wenn ich über solche Fragen eine Einschätzung vornehme und abwäge, welche Lösung dem angemessen ist.


    Eine große Hilfe wäre es wohl, wenn du für dich klären könntest, was genau deine noch vorhandene Verbundenheit mit ihr ausmacht, und an jenem Punkt ansetzt.


    Bei mir war wohl das Problem, dass ich mich emotional zu stark abhängig gemacht habe und erwartet habe, dass derjenige mir meine Probleme abnehmen kann, was natürlich nicht funktioniert hat.


    Tut mir leid, dass ich nicht mit praktischen Vorschlägen dienen kann, lediglich mit weiteren Fragen, aber vielleicht liegt auch darin ein bisschen Unterstützung.


    Ein Kraftststernchen :)*

    in der zeit nach dem abrupten "ende" war es zwar sehr schlimm, aber ich habe mich nicht hängen lassen. habe mich sehr in die arbeit gestürzt, viel gemacht, fachbeiträge und bücher veröffentlicht, habe sport und fitness betrieben, schach und hund und bergsteigen und viel musik, konzerte, reisen, wellness center und enorm viel anderes. habe versucht, oben auf zu bleiben, nicht unterzugehen.


    mein verstand sagte mir sehr klar, dass sie mich belogen, benutzt und getäuscht hatte, dass sie mich manipuliert hatte und auf zwei hochzeiten tanzte. sie machte ja zur gleichen zeit mit ihrem festen partner rum. es war wohl zufall, dass er sie zuerst schwängerte, sonst wäre ich der vater ihres kindes geworden, für den sie sich (deshalb) entschied. das alleine ist ja schon abartig.


    wenn es mich aufwühlte musste ich halt an die stunden denken, wo innigkeit, nähe, zärtlichkeit, vertrauen und absolute liebe waren – und hierbei eben auf eine entsetzliche täuschung hereingefallen zu sein, macht(e) es für mich eben schwer zu ertragen – bis heute.


    dass ich "sie" gerade auch heute noch zufällig an der ampel mit mutter und kinderwagen sehen musste, drehte mir den magen um.


    es bleibt aber dabei – nur der absolute kontaktabbruch erscheint mir das einzige mittel zu sein, mich innerlich weiter von ihr lösen zu können – narben aber werden bleiben ...

    War dir das nicht klar, dass sie mit dem festen Partner "rummacht"? Du hast geschrieben, ihr wart beide in festen langjährigen Beziehungen, das heißt, du hast dich ganz bewusst auf eine Affäre mit einer vergebenen Frau eingelassen. Hast du offen dazu gestanden?


    Du hast bald von der Borderline-Störung erfahren, dich sogar intensivst damit beschäftigt, aber trotzdem weiterhin an der Affäre festgehalten, d.h. du hättest wissen können, dass es sehr schwierig für dich werden würde.


    Dann war 3 Jahre Schluss und du hast dich dennoch wieder in die Beziehung mit ihr gestürzt.


    Ich lese bei dir eine extreme Opferhaltung heraus, so als ob du überhaupt nicht teilgenommen hättest an all dem und sondern achternbahnartig von ihr mitgerissen wurdest.


    Der Kontaktabbruch ist wichtig, aber genauso wichtig wäre, dass du erkennen könntest, wieviel Verantwortung du selbst trägst. Das könnte dir jederzeit wieder passieren, wenn du dich so "treiben" lässt und dich selbst so passiv verhälst.

    da hast du in fast allem recht.


    ja wir waren in anderen partnerschaften – doch ich wollte aufrichtig wissen, ob diese frau DIE ist, mit der ich mein leben teilen möchte.


    und wenn sie mir sagte, sie wolle mich, eine familie mit mir, sie wolle sich trennen – dann glaubte ich ihr.


    du hast noch mehr recht, wenn du feststellst, dass ich mich (nach 2006) nach drei jahren nochmals in eine beziehung mit ihr "stürzte". ich zog es einfach in betracht, dass ich mich vielleicht (hinsichtlich borderline) geirrt haben könnte – ich hatte mich nicht geirrt – doch ich war blind, war wie in einen sog gezogen. ich hatte mich ja (für sie) entschieden – und irgendwie bedingungslos vertraut. fehler ? naivität ? blindheit ? wahrscheinlich alles zusammen. ich habe einen enorm hohen preis zahlen müssen.


    und es ist auch richtig von meiner verantwortung zu sprechen. blind vor liebe ist zwar scheinbar ein kitschiges klischee, aber ich war diesem vollkommen verfallen (und das als 40er, der in seiner jugend nichts ausgelassen hatte etc.).


    es ist nicht wirklich zu begreifen, was damals geschehen war – und noch weniger, wie ich so etwas habe zulassen können. wenn es einem anderen passiert wäre, würde ich den kopf schütteln ... aber ich war es ja selbst.


    "der kontaktabbruch ist wichtig ..."


    ja, er ist für mich lebenswichtig.

    Ja, verstehe ich, ich bin auch der Typ, der Kontaktabbruch heilsam empfindet.

    Zitat

    und es ist auch richtig von meiner verantwortung zu sprechen.

    Ich würde dir raten, dich nicht mehr als Opfer zu sehen, dass du dich so fühlst steht auf einem anderen Blatt. Sieh es so, du hast dich in etwas gestürzt, was dich zutiefst erschüttert hat, du leckst jetzt deine Wunden und versuchst ansonsten davon zu profitieren. Alles ist letzten Endes Erfahrung und die kann dir keiner mehr nehmen. Nur, mach dich nicht zu einem armen Hanswurst, dem übel mitgespielt wurde, denn das macht es noch viel schwerer damit abzuschließen.

    Makalu

    Das ist wirklich eine krasse Situation, ich kann mir gut vorstellen, wie du dich fühlst!


    Ich glaube was es so schwer macht, abzuschließen ist dass es kaum eine Möglichkeit geben wird, alles mit ihr aufzuklären. Genau das will man ja, man will wissen, warum es so gelaufen ist und was der Andere darüber denkt. Ich las mal, dass Borderliner keine Verantwortung für ihr Verhalten übernehmen, und aus meiner Erfahrung kann ich das bestätigen. Meine Kollegin sah sich immer im Recht, sei es beruflich oder bei privaten Konflikten. Eine andere Meinung als ihre wurde gar nicht erst in Betracht gezogen. Wenn sie Streit mit jemandem hatte, sah sie sich immer in der Opferrolle. Da sie nichts an sich heranlässt, gibt es auch aber keine Möglichkeit, über das Geschehene zu sprechen, denn sie ist sich keiner Schuld bewusst.


    Und somit stehst du alleine da mit allen deinen Fragen, die du nicht mit ihr klären können wirst. Das macht es sehr schwer, damit abzuschließen. Zusätzlich dieses Gefühl der Enttäuschung und das Wissen, hintergangen worden zu sein von jemandem, den man liebte. Das alles widerspricht allem, was man über zwischenmenschliche Beziehungen gelernt hat. Innerlich sträubt sich alles, auch nach so langer Zeit noch. Das ist ohne Zweifel ein ganz harter Brocken. Aber es zeigt dir auch, dass deine Werte, was Zwischenmenschliches angeht, die richtigen sind und dass sie hier ganz übel mit Füßen getreten wurden. Das ist unter anderem das, was dich (und auch mich in meinem Fall) im Kern getroffen hat, denke ich.


    Aber führe dir auch mal folgende Sichtweise vor Augen: Em Ende hast du noch wirklich Glück gehabt, denn du bist ihr entkommen und weißt heute, was vorgefallen ist und hast genug Abstand, um zu sagen, dass du den richtigen Weg gegangen bist. Stell dir vor, du hättest dich auf eine Beziehung mit ihr eingelassen, womöglich noch mit gemeinsamem Kind. Das Leid in einer solchen Beziehung ist schwer vorstellbar. Und egal wie glücklich sie jetzt angeblich mit ihrem Partner und dem Kind ist – sie wird sich nicht geändert haben und trägt ihre Störung in die neue Beziehung. Das Kind kann man nur bemitleiden, es wird ein Scheißleben haben mit einer Borderlinerin als Mutter. :-(