• Kontaktabbruch – Abbrecher oder Verlassener

    Vor fast genau 7 Jahren verliebte ich (45) mich in eine ehemalige Kollegin (9 Jahre jünger), dich mich auf allen emotionalen und körperlichen Ebenen ansprach und die meine Sympathie teilte, obwohl wir beide jeweils schon in langjährigen festen Beziehungen (also vergeben) waren. Persönliches Vertrauen und emotionale Nähe wuchsen sehr schnell, doch…
  • 64 Antworten

    @ takkor,

    ich bin sehr beeindruckt von deinem letzten beitrag.


    ja, so wie du es formuliert hast, ist alles richtig.


    es ist für mich sehr wichtig, dass jemand das (unverstehliche), was ich erlebt habe, versteht – gerade auch, wenn es um die borderline störung geht. alles, was du geschrieben (und erkannt) hast, habe ich aus der sache auch verstanden.


    vielen dank für diese worte !

    @ makalu

    Du hast geschrieben, dass ihr Euch kennengelernt habt als ihr beide in festen Beziehungen wart.


    Hast Du Dich von Deiner damaligen Partnerin für diese Liebe getrennt?


    Du hast geschrieben, dass Du Dich nicht hast hängenlassen nach der sehr schmerzhaften Trennung und Du Dich in Arbeit, Hobby und viele Aktivitäten gestürzt hast.


    Kann es sein, dass Du auch ein bischen verdrängt hast und daher noch nicht komplett abschließen kannst, bis zum heutigen Tage?

    ich habe alles versucht, um sowohl "aufzuarbeiten", als auch "loszulassen" und "verdrängen". das lässt sich nicht bis ins detail sezieren. ich glaube, dass ich seit mitte 2009 alles unternommen habe, um zu "überleben" und eben ein leben danach leben zu können. es ist mir in teilen auch gelungen, aber eben noch nicht vollständig. und solche ereignisse wie das heutige, dass ich sie auch noch gesehen habe, machen es nicht leichter.


    ich war damals in einer beziehung – und hätte meine entscheidung für "sie" getroffen. es kam nicht dazu.


    diese beziehung ist nicht das thema meines postings. es wäre auch unerheblich, mit wem ich auch immer jetzt zusammen wäre, wichtig ist für mich, dass ich die damalige geschichte abschließen kann – damit sie nicht auf mein weiteres leben ausstrahlen kann. Zu "meinem" kontaktabbruch kommt erschwerend eben hinzu, dass "sie" ja auch regelmäßig den kontakt mit mir sucht. und es ist so, wie hier schon geschrieben worden ist: wenn ich jetzt den kontakt aufnähme, wäre nicht ausgeschlossen, dass es noch einmal, ein drittes mal, zu einer solchen zerstörereischen affaire käme, mit allem auf-und-ab – aber auch dann würde es wieder so enden, sie würde mich wieder zerstören wollen, wenn das "hoch" vorbei – und ich wieder abgeschossen würde ..... dies darf ich auf keinen fall zulassen, weil ich dann noch größeren schaden nehmen würde. sie ist eine sirene, die mit ihrem süßen gesang ... lockt und verführt, .... und wer ihr verfällt, den zerstört sie.


    dies werde ich nicht noch einmal zulassen.

    Zitat

    sie ist eine sirene, die mit ihrem süßen gesang ... lockt und verführt, .... und wer ihr verfällt, den zerstört sie.

    :|N Jetzt bist du wieder das Opfer. Ich weiß nicht, ob du das nicht merkst, weil du leicht in diese Rolle fällst, oder ob es dir sogar als angenehm erscheint.


    Tatsache ist, dass es mit Sicherheit eine ganze Reihe Männer gibt, die ihr nicht verfallen, die ihren "Gesang" nicht mal wahrnehmen. Der Nährboden für ihre Fallstricke ist allein dir, es ist noch nicht mal gesagt, dass sie selbst sich als jemand empfindet, den sie "einfangen" will. Sie hat jetzt ihre Familie und Anderes um die Ohren, aber du siehst sie und empfindest so. Das ist ganz allein in DIR.

    ja, das mag sein.


    gerade deshalb ist der kontaktabbruch mehr als ein selbst-schutz, den ich fortsetzen werden – weil es nur noch um MICH geht.

    makalu

    Vielen Dank, es freut mich sehr, wenn ich dir mit meinen Gedanken etwas beistehen und helfen kann!

    Zitat

    sie ist eine sirene, die mit ihrem süßen gesang ... lockt und verführt, .... und wer ihr verfällt, den zerstört sie.

    Makalus Beschreibung finde ich nicht so abwegig. Ich habe schon öfter gelesen, dass man Borderliner so beschreiben kann – als sehr interessante Menschen, die auf andere sehr anziehend wirken (kenne übrigens auch Berichte von Frauen, die männliche Borderliner so sehen, es gilt also für beide Geschlechter). Der Grund liegt vielleicht darin, dass Borderliner ganz stark gefühlsbetonte Menschen sind. Schließlich sind ihre Empfindungen und Gefühle durch die Krankheit stark übersteigert. Und wenn sie jemanden interessant finden, dann schütten sie all ihre positiven Gefühle über der Person aus. Es ist schwer, sich dann nicht geschmeichelt zu fühlen, und wer würde schon jemanden abweisen, der so positiv auf einen zugeht? Was man zu Anfang als echtes Interesse deutet, entpuppt sich dann aber irgendwann (nach viel seelischem Schmerz durch die angerichteten Schäden) als manipulatives Verhalten, und ihre anfängliche positive Überschwänglichkeit kippt um in eine krasse Ablehnung. Wahrscheinlich kann man dem Borderliner dabei aber keine Böswilligkeit unterstellen, denn es sind einfach seine Gefühle, die sich so extrem ausdrücken. Und dieses Pendeln zwischen den Extremen ist ja ebenfalls ein Zeichen der Krankheit.

    Zitat

    Jetzt bist du wieder das Opfer. Ich weiß nicht, ob du das nicht merkst, weil du leicht in diese Rolle fällst, oder ob es dir sogar als angenehm erscheint.

    Ich glaube, das muss man differenziert sehen. Ich bin sicher, Makalu ist sich bewusst, dass er sich aus freiem Willen auf diese Frau eingelassen hat. Und ihr eine zweite Chance zu geben war genauso seine bewusste Entscheidung wie der spätere Kontaktabbruch. Die "Opfermentalität" rührt aber daher, dass man auf eine üble Art hintergangen wurde, die weitab von "normalem" Beziehungskrach liegt und sich mit gesundem Verstand auch nicht richtig erklären lässt.

    Makalu

    Zitat

    weil es nur noch um MICH geht.

    Und das ist genau richtig so. Du darfst ihr keinen Raum mehr in deinem Leben geben. Wenn sie dich kontaktiert, nimm es zur Kenntnis, aber denk nicht weiter drüber nach und lass dich nicht wieder in den Gedankenstrudel ziehen. Ja, das ist sehr schwierig, aber es ist der Weg, über den du langsam weiter Abstand gewinnst.

    Zitat

    Schließlich sind ihre Empfindungen und Gefühle durch die Krankheit stark übersteigert. Und wenn sie jemanden interessant finden, dann schütten sie all ihre positiven Gefühle über der Person aus.

    Genau das ist der Grund, warum mich das nicht anziehen würde.


    Wir haben eine Borderlinerin in der Familie und keiner kann so richtig gut mit ihr, ich könnte nicht sagen, dass wir fasziniert wäre, im Gegenteil, sie strapaziert eher unsere Geduld und Nachsicht.

    Zitat

    Ich glaube, das muss man differenziert sehen.

    Absolut. Ich wollte nur den Anstoß geben, sich aus diesem Machtdunstkreis zu entfernen, je mehr man sich selbst als Opfer sieht, umso mehr gibt man seine eigene Macht über sich ab. Genau dieses "es geht nur noch um mich" wird davon unnötigerweise erschwert.

    @ takkor

    erneut muss ich feststellen, dass du offenbar nicht nur "mal was" über borderline gelesen hast, sondern offenbar über wirklich tiefere kenntnisse über diese störung und ihre auswirkungen in beziehungen verfügst. denn das, was du schreibst, beschreibt die zusammenhänge in einer art, die vollkommen zutreffend ist.

    @ monika65

    was du schreibst widerspricht nicht dem, was ich erleben musste und was takkor so zutreffend beschrieben hat.


    dass mit der "borderlinerin in der familie" keiner gut kann, keiner fasziniert ist, sie strapaziert .... ist vollkommen typisch. es geht vielen so – und es ist nachvollziehbar. weil "sie" damals meine arbeitskollegin war, weiß ich, dass viele andere kollegen das ebenso sahen/sehen.


    das ist kein widerspruch ... denn ein wichtiges kriterium fehlt:


    wenn du nicht in emotional engen (liebes/intimen) beziehung zu dem borderliner stehst, haben seine interaktionen auch nicht eine derartige tiefe. es ist genau so wie takkor beschrieben hat. wenn eine solche ganz nahe beziehung besteht, begegnen dir liebenswürdigkeit, aufmerksamkeit, nähe, zärtlichkeit, sex, und zwar in einer suchtgefährdeten dosis – diesem sog (wie ich es beschrieb) kann man sich, wenn man diesen menschen liebt/begehrt etc. nicht entziehen. der (auf jeden fall folgende) absturz aber, die entwertung, demütigung, kalte distanz und der emotionale abbruch, der dann folgt, ist umso entsetzlicher und schrecklicher – und das hat nichts damit zutun, dass man gerne opfer wäre oder dies gar (wie du schriebst) als angenehm empfinden würde.


    mittlerweile haben sich im web zahllose foren gebildet – eben gerade von "angehörigen" (vor allem ex liebespartner, aber auch eltern und kindern) von BL-Persönlichkeiten. Es ist immer wieder "faszinierend", wie sich die dort beschriebenen Liebesgeschichten ähneln, auch mit der meinen.


    Abgrenzung, Distanz und die Abwehr des manipulativen Verhaltens sind daher lebensnotwendig, damit man selbst nicht zum "co-abhängigen" (im übertragenen sinne) wird und seine seele nicht zum abschuss freigibt. und da bleibt in den meisten fällen nur noch der absolute kontaktabbruch.

    @ makalu

    Lies Dir diesen Deinen letzten Beitrag am besten selber gaaaaaanz oft durch – und dann siehst Du, dass Du Dir die perfekten Antworten selber gibst, warum ein Kontaktabbruch das allerbeste ist.


    Eine Borderliner-Persönlichkeit kann Dich nämlich ggf. auch dann noch perfekt manipulieren, wenn Du um die ganzen Zusammenhänge/Mechanismen so gut Bescheid weißt, dass Du Dich beim Ablauf regelrecht selber beobachten kannst.

    @ makalu

    Hast du ihr denn einmal unmißverständlich mitgeteilt, dass du weder per email oder sms noch sonstwie von ihr kontaktiert werden möchtest.


    Bei mir funktioniert so eine klare Ansage sehr gut. Diese Ansage sollte auch sachlich und kalt rüber kommen, dann hat sie ihre stärkste Wirkungskraft.

    PS: Ergänzend möchte ich noch eine andere Formulierung für den Effekt hinzufügen, dass man/frau immer wieder auf die Manipulationen einer Borderliner-Persönlichkeit "hereinfällt": das hat meiner Meinung nach mit einer Art Spaltung zu tun. Diese Menschen switchen zwischen zwei völlig entgegengesetzten Persönlichkeiten hin und her, eben einer "weißen" und einer "schwarzen". Das wirkt sich neben der Verhaltensänderung ggf. sehr stark auch auf wesentliche äußerlich sichtbare Teile der Person aus, die ihre Charakteristik/Ausstrahlung ausmachen: Haltung, Gestik, Mimik, und sogar die Stimme (die völlig umschlagen kann). Die Blicke.... Kann das der gleiche Mensch sein, der Dich mit liebenden Blicken völlig einnimmt, und dessen Blicke Dich ein anderes Mal töten könnten?


    Dementsprechend nimmt man als Partner tief in sich drinnen diesen Menschen wie 2 verschiedene Personen wahr, die nicht miteinander vereinbar sind.


    Hat man die "liebe" Person vor sich, ist es absolut unvorstellbar, dass sich hinter diesem zarten, sensiblen, fürsorglichen usw. Wesen auch das krasse Gegenteil voller Hass, Zerstörungswut usw. verbirgt. Die eigene Psyche wird durch diesen Effekt regelrecht ausgetrickst!


    Hat man die "böse" Person vor sich, ist man jedes Mal aufs Neue geschockt und verängstigt – und einfach nur unendlich erleichtert, wenn der Spuk wieder vorbei ist.


    Und das Spiel beginnt von Vorne....


    Mag jetzt manchem etwas überzogen erscheinen, und es sind ja nicht alle Borderliner exakt gleich. Aber ich denke, es ist klar, was die Grundbotschaft meines Beitrages ist.

    @ Sanuk

    Zitat

    Hast du ihr denn einmal unmißverständlich mitgeteilt, dass du weder per email oder sms noch sonstwie von ihr kontaktiert werden möchtest.


    Bei mir funktioniert so eine klare Ansage sehr gut. Diese Ansage sollte auch sachlich und kalt rüber kommen, dann hat sie ihre stärkste Wirkungskraft.

    Sowas "funktioniert" bei einem Borderliner nicht. Denn allein so eine Ansage IST bereits eine Kontaktaufnahme. Der Inhalt ist dann sekundär.


    Innerlich immun gegen die Kontaktversuche der Frau zu sein, bedeutet auch, dahin zu kommen, dass einen irgendwelche SMS etc. gar nicht mehr berühren.


    Dies zu unterbinden wäre somit nur eine Symptombekämpfung – die emotionale Anfälligkeit für diese Frau würde latent weiter bestehen und dann eben umso mehr hochkochen, wenn es dann doch wieder zu irgendeiner Konfrontation kommt (wie eben dieser Zufall auf der Straße).

    ich kann immer wieder feststellen, dass es hier leute gibt, die offensichtlich wirklich etwas von der BL-störung verstehen. dazu gehört takkor ebenso wie fiamma.


    fiamma hat die dinge ebenso zutreffend beschrieben, wie ich es nicht besser hätte tun können. ja, genau so ist es.


    daher, fiamma, ist dein beitrag keineswegs "überzogen". weiß und schwarz sind eben die grundhaltungen des BL. ich könnte jetzt deinen beitrag von oben hier komplett zitieren.


    und doch, selbst wenn man (als "normal-fühlender") die dinge um diese störung genau erkannt hat, wenn sich brav schlau gemacht und die mechanismen durchschaut hat, ist man als partner/liebender in keinster weise davor gefeiht – oder könnte sich neben sich stellen und sagen: brech ab, lass es nicht an dich heran usw.


    und: fiamma hat noch weiter recht. eine kontaktaufnahme, die mitteilte, dass es keine kontaktaufnahme mehr gäbe, wäre bereits eine solche. und genau das will ich unbedingt vermeiden.

    @ makalu

    Gut, wir sind uns also über die Mechanismen, die da ablaufen, relativ einig.


    Nun aber kommst Du ins Spiel, als Ex-Partner einer Frau mit Borderline-Persönlichkeit, der viele Jahre diesen Mechanismen verfallen war und bis heute nicht ganz davon los ist.


    Da geht es wiederum um Deine Persönlichkeitsstruktur, die es zu erkennen gilt, bei der das eine oder andere Dir schadende Muster aufgelöst werden sollte, damit Du in Zukunft nicht wieder in eine ähnliche Beziehungsstruktur gerätst.


    Ein Borderliner und der mit diesem "in Resonanz gehenden" Partner funktionieren gemeinsam nach einer Art Schlüssel-Schloss-Prinzip.


    Es gibt Gründe dafür, warum Du auf diese Persönlichkeitsstruktur "anspringst". Jemand anders hat bereits geschrieben, dass genug andere Männer, die da draußen rumlaufen, wohl nicht das geringste Interesse an Deiner Ex hätten, eben weil diese in ihnen nicht das wachruft was sie hingegen in Dir wachruft.


    Ich werfe jetzt einfach mal ein paar Stichworte in den Raum, die eine Rolle spielen könnten (aber nicht müssen): Helfersyndrom, Neigung zu Angst und Mitleid, co-abhängige Persönlichkeitsstruktur, große Empathie, geringes Selbstwertgefühl/Selbstbewusstsein....


    Das sind aber alles Punkte, an denen man durchaus konstruktiv und effektiv arbeiten kann (im Gegensatz zum Borderliner, der in der Regel selbst unter therapeutischer Unterstützung in seinen destruktiven Mustern gefangen bleibt).