Kontaktabbruch innerhalb der Familie

    Ich überlege seit einiger Zeit ernsthaft, ob ich mich von vereinzelten Familienmitgliedern dauerhaft trenne.


    Der Sache vorausgegangen ist, dass ich im Prinzip von klein auf bezüglich meines Selbstbewusstseins extrem von ihnen geschädigt wurde.


    Mir wurde eingeredet ich könnte nichts, sei nichts wert, wäre dumm, zu nichts in der Lage, minderbemittelt.


    Ich erinnere mich, dass es soweit reichte, dass ich schon als 5 Jährige gespürt habe, dass die es nicht gut mit mir meinten und ich mich immer übergeben musste, wenn ich dort war. Sobald ich zu Hause war, ging es mir sofort besser.


    Dann gibt es Szenen, da saß ich für Stunden in meinem Zimmer, weil mir eingeredet wurde, dass ich Schuld an sämtlichen Auseinandersetzungen sei. Von klein auf, bis zu meiner Pubertät fielen ironische und beleidigende Kommentare, die mich und meine Person anprangerten.


    Meine Mutter hat das immer irgendwie durchgehen lassen bei den Verwandten und damit argumentiert dass wir "ja sonst niemanden haben" und die ja unsere einzigen Verwandten wären.


    Im nachhinein frage ich mich, ob wir nicht damit besser gefahren wären, wenn es keinen Kontakt gegeben hätte.


    Bis heute freuen sich besagte Personen eigentlich nur, dass es uns schlechter geht als ihnen oder ihren Kindern. Dass ich weniger Geld kriegen werde usw.


    Kurz um: Es wird nur in Schwachstellen rein gebohrt. Unter netter und ehrlicher Verwandtschaft verstehe ich anderes.


    Nun sind wir vor 3 Monaten zum ersten Mal in richtige Nöte gekommen, weil die Oma krank wurde. Es ging uns auch psychisch nicht gut und wir wurden fallen gelassen wie heiße Kartoffeln.


    Irgendwie denke ich mir jetzt, wenn die tolle Verwandtschaft nicht da ist, wenn es einem richtig dreckig geht, braucht man sie ja eigentlich auch gar nicht.


    Deshalb überlege ich komplett den Kontakt abzubrechen.


    Ich habe die Nerven nicht mehr für das kindische Verhalten und jemanden, der nur in meine Schwachstellen bohrt brauche ich auch nicht.


    Nun ist die Frage: Hält man einen Kontaktabbruch zur Verwandtschaft durch und wie baut man sowas auf? Sollte man das ankündigen oder einfach durchziehen und im Idealfall merken sie es selbst?

  • 11 Antworten

    Hm, ich würde sagen, einfach durchziehen.


    Denn wenn diese Verwandten für Dich wirklich nur schädliche Nervensägen/Energievampire/Proleten sind, dann hat es nach meinem Verständnis überhaupt keinen Zweck anzukündigen oder mit Denen noch zu diskutieren.


    Wenn die eigene seelische Gesundheit gefährdet ist, dann wäre für mich die Toleranzgrenze erreicht.

    Ich habe vor knapp 20 Jahren mit 21 den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen und seitdem geht es mir deutlich besser. Es hat mich auch Überwindungszeit gekostet, aber das war und ist es allemal wert, sich von Menschen zu trennen, die einem nicht gut tun.


    Ich habe mich mit mir selbst angefreundet und ich weiß, dass ich mich auf mich immer verlassen kann - ich weiß, was ich kann und was mir gut tut - und dafür brauche ich keine "Eltern".

    Zitat

    aber das war und ist es allemal wert, sich von Menschen zu trennen, die einem nicht gut tun.

    Das sehe ich ebenfalls so und bei dem, was du schreibst, coralin, gibt es keinen Grund, den Kontakt aufrechtzuerhalten.


    Persönlich würde ich das nicht ankündigen oder denen zu erklären zu versuchen, sondern einfach nicht mehr auftauchen und Kontakt herstellen oder auf Kontaktangebote eingehen, zB etwaige Einladungen mit "Nein, Danke." ablehnen. Im Zweifel reicht es auch, solange ein "kein Zeit und keine Lust" zu signalisieren, bis es keine weiteren Kontaktversuche gibt von deren Seite.


    Ich weiß aber auch nicht, wohin dein Interesse geht. Manchen ist es wiederum ein Bedürfnis, wenigstens einmal zu erklären, warum sie den Kontakt abbrechen. Persönlich denke ich, dass da bei solchen Menschen wie von dir beschrieben nicht bei rumkommt, also keine Einsicht entsteht, und das nur in einem offenen Krieg endet. Mein Bedürfnis wäre, mit den Leuten einfach nichts mehr zu tun haben zu müssen; deshalb würde eine Feindschaft dem zuwider laufen.


    Es scheint um Verwandtschaft zu gehen, die du eh nicht regelmäßig siehst oder bei der du eng eingebunden bist oder?

    Na, ja wir haben und schon als ich klein war und Teenager recht oft gesehen, aber es hat meinen Selbstwert eher kaputt gemacht.


    Bis heute merke ich negative Energien wenn die um mich sind. Ich kann es schlecht beschreiben. Ich hoffe, ihr wisst was ich meine. Man fühlt sich einfach schlecht und möchte nur heulen, weil man nach dem Besuch das Gefühl hat, man hat im Leben nichts auf die Reihe bekommen.


    Sie intrigieren, diffarmieren, sticheln und beleidigen.


    Und es läuft auf eins hinaus: Sie freuen sich über die Schwächen und Missgeschicke der Anderen.


    Das ist für mich keine Familie.


    Familie ist für mich, wenn man sich auffängt und sich gegenseitig stützt.

    Das sind halt Energievampire (Histrioniker). Die können eben die ganze Zeit nur provozieren, damit das Gegenüber sich "auflädt" und sie Energie saugen können. Ganz einfaches Prinzip.


    Ich kenne selbst Extrembeispiele in der eigenen Verwandschaft, glaub mir. Ich weiß genau, wie Die agieren. Und seitdem gehe ich solchen Paradebeispielen aus dem Weg. Die können garnicht normal mit Anderen kommunizieren. Die sind komplett egozentrisch und irgendwo auch zerstörerisch.

    Einfach durchziehen. Falls Sie sich melden sollten, dann einfach irgendwelche Treffen absagen.


    Die Familie eine meine Tante ist auch so.


    Minderwertigkeitskomplex. Wer es nötig hat zu sticheln, ist meistens eifersüchtig und unglücklich.

    Zitat

    Die sind komplett egozentrisch und irgendwo auch zerstörerisch.

    Das ist bei uns auch so. Die Frau ist sehr auf ihren Mann bezogen und versucht Keile rein zu treiben wo es nur geht.


    Nun sind die Kinder von ihnen auch dementsprechend "verseucht."


    Wir sind im Haus meiner Oma wohnen geblieben und daher denken die, wir haben irgendwelche Vorteile genossen, die ihnen verloren gegangen sind.


    Danke für das Wort und die Aufklärung. Ich wusste nicht, dass das Historiniker heißt.


    Ich hab die Kraft und die Lust nicht mehr, mir von Leuten, die ich einmal im Jahr oder weniger sehe das Leben versauen zu lassen. Da bleib ich lieber alleine. Ab jetzt ist Funkstille.