Kontaktabruch zur Familie ohne wirklichen Grund?!

    Hallo!


    Vor fast 3 Monaten hatte ich (32) Geburtstag und war an diesem Nachmittag bei meinen Eltern zum Kaffee. Meine beiden älteren Brüder waren ebenfalls da und eigentlich war alles bestens – wir unterhielten uns alle und die Stimmung war normal. Da ich schwanger bin redeten wir natürlich auch mal über das Baby – es ist das erste Enkelkind für meine Eltern. Der Kindsvater ist leider "abwesend" wie man es so schön sagt, d.h. er will bis dato keinen Kontakt zu mir und dem Kind. Insbesondere mein Vater freute sich auf das Kind seit er von meiner (ungeplanten) Schwangerschaft erfahren hat, meine Mutter war da etwas verhaltener aber sie plante schon fleißig den Kauf von Kinderausstattung, strickte Babykleidung usw. (sie konnte Emotionen aber noch nie so intensiv zeigen – so gesehen hat mich ihr Verhalten nicht überrascht). Sie gab auch Ratschläge zur Ernährung, welche Kurse ich machen sollte usw. und ich war auch echt dankbar dafür und fragte sie auch oft um Rat, da sie mit 3 Kindern natürlich mehr Erfahrung hat als ich, die noch nie mit Babys in Berührung gekommen ist. Meine Brüder sagten gar nicht viel zur Schwangerschaft, weder positiv noch negativ – sie schwiegen das Thema fast schon tot wenn man es so sagen will. Nur wenn man sie direkt darauf angesprochen hat, äußersten sie sich und dann – wie gesagt –ganz normal aber etwas zurückhaltend.


    Da ich derzeit noch in einer 2-Zimmer-Wohnung wohne und die mit Kind auf Dauer dann etwas zu klein wird, habe ich mich – auch auf Vorschlag meiner Eltern - in der Schwangerschaft bereits nach einer neuen Wohnung mit 3 Zimmern in der Nähe umgeschaut. Ich hatte auch eine gefunden, die bezahlbar war und mir gefiel – ob ich sie auch bekomme, stand an meinem Geburtstag aber noch nicht fest, da der Vermieter sich noch nicht entschieden hatte. Jedenfalls erzählte ich an meinem Geburtstag, dass ich vielleicht eine tolle Wohnung gefunden habe und fragte meine beiden Brüder beiläufig, ob sie mir dann vielleicht ein bisschen beim Umzug helfen würden. Das sollte nicht lange sein (nur einen Nachmittag halt ein paar Kisten schleppen, da ich das selber lt. Arzt nicht mehr machen sollte) und als "Gegenleistung" wollte ich sie dann in das Steakhaus einladen in das sie so gerne gehen. Das Kisten packen und auspacken wollte ich selber machen und die großen Möbelstücke sollten die 2 km zur neuen Wohnung von einer Spedition transportiert werden (ohne Kisten wäre es halt etwas günstiger) – das wussten auch alle und ich sagte es da auch nochmal. Meine Brüder sind da gar nicht zum antworten gekommen, denn unsere Mutter griff mich sofort ohne Vorwarnung an und "verbot" meinen Brüdern mir zu helfen. Sie warf mir vor meine Brüder auszunutzen, meinte warum die mir denn helfen sollten – die haben doch gar nichts mit dem Umzug und dem Kind zu tun und sagte, dass ich das gefälligst selber machen soll und meine Brüder und sie (also unsere Eltern) nicht damit belästigen und belasten soll. Außerdem meinte sie, dass ich "rücksichtslos" und "egoistisch" wäre und man mir deshalb mal ordentlich eine ins Gesicht schlagen soll – warum genau, das führte sie aber nicht aus. Ich war total geschockt und nach den Gesichtern meiner Brüder und unseres Vaters zu urteilen waren die ebenso überrascht und sprachlos.


    Ich war so perplex weil es so komplett ohne Vorwarnung kam – keine 2 Minuten vorher plauderten wir noch nett und dann sowas. Ich war überrascht und konnte gar nicht richtig reagieren und meinte nur, dass ich sie doch nicht zwingen will mir zu helfen sondern nur gefragt habe – wenn sie keine Zeit haben, würde die Spedition halt auch die Kisten mitnehmen. Ihre patzige Reaktion: "Warum fragst du denn dann überhaupt so unverschämt?" Sie war richtig auf 180 und total auf Angriff!


    Mein Vater und meine Bruder sagten überhaupt nichts und als ich mich dann kurz darauf verabschiedete, taten sie so als ob nichts gewesen wäre. Meine Mutter war da immernoch auf Angriff gegen mich – allerdings wie gesagt nur gegen mich und nicht gegen die anderen. Ich kam mir vor, wie das totale Hassobjekt und weiß bis heute nicht was ich so schlimmes getan habe! Und das machte mich ehrlich gesagt schon etwas sauer, auch die Nicht-Reaktion meiner Brüder und des Vaters! Ich war beleidigt und habe daraufhin beschlossen mich erst einmal mit Kontakt zu ihnen zurückzuhalten.


    Wie gesagt ist das alles nun fast 3 Monate her. Die Wohnung hatte ich nicht bekommen und deshalb wohne ich wie bisher in der 2-Zimmer-Wohnung und werde das zumindest für 1 Jahr noch tun. Ich habe weder meine Eltern noch meine Brüder seit dem Geburtstag kontaktiert und irgendwie hatte ich schon gedacht, dass sie sich nach dem Geschrei und den Angriffen auf mich mal bei mir melden und fragen wie es mir geht o.ä. – also irgendwie Kontakt halten wollen. Aber null. Seit fast 3 Monaten herrscht absolute Funkstille und dabei könnten sie mich locker auf dem Handy erreichen oder auf dem Festnetz anrufen oder eine E-Mail schreiben oder Vorbeikommen! Diese Tatsache tut mehr weh, als die ganzen Angriffe und Vorwürfe an meinem Geburtstag. Vorallem weil der geplante Entbindungstermin in 2 Wochen ist und sie das ganz genau wissen und sich den Tag damals sogar extra im Kalender vermerkt haben und ihm "entgegengefiebert" haben. Ich kriege ein Baby und das ist ja schon eine "riesen Sache" im Leben eines Menschen. Von meiner Familie fühle ich mich nun total im Stich gelassen. Ich weiß wirklich nicht was ich ihnen getan habe! Ich habe nie viel von ihnen verlangt, ich habe wegen dem Baby keine besonderen Erwartungen an sie gehabt dass sie irgendwas für mich tun oder so, wenn sie mich um etwas gebeten haben habe ich immer versucht zu helfen (z.B. meinen Brüdern bei der Einkommensteuer, meinen Eltern wenn es um PC-Dinge ging oder sie irgendwohin gefahren werden mussten und – aus welchen Gründen auch immer – selber nicht fahren konnten). Und urplötzlich von einem Moment auf den anderen werde ich ausgestoßen und alleine gelassen. Das tut weh und macht mich gleichzeitig total wütend!


    Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Es "akzeptieren" und keinen Kontakt aufnehmen oder würdet ihr es einfach runterschlucken, so tun als ob nichts wäre und euch melden. Nochmal darüber reden wollen bringt bei meiner Familie nichts – da sind sie (meine Eltern und meine Brüder!) eher genervt und es heißt dann, dass man das Thema endlich abhaken und sich nicht so künstlich über alte Geschichten aufregen soll. Das weiß ich leider aus Erfahrung.


    Insbesondere dass sie mich jetzt so kurz vor der Geburt alleine im Regen stehen lassen enttäuscht mich. Es ist was anderes ob sie das Geschenk zum Geburtstag ablehnen, einen einfach kommentarlos versetzen (alles bereits passiert) oder ob sie einen kurz vor dem Entbindungstermin komplett alleine lassen und sich nicht melden.


    Sorry für den langen Text, aber ich musste mir das auch einfach mal alles von der Seele schreiben… 

  • 54 Antworten

    Ich würde an deiner Stelle versuchen, Kontakt zu deinem Vater aufzunehmen. Vielleicht könnt ihr euch auf einen Kaffee treffen....?


    Die Mama anzusprechen, das wäre mir auch noch irgendwie.... Keine Ahnung... ich würde hierbei glaub ich erst mit dem Papa reden wollen, ob er weiß, was das war und was da dahinter steckt. Du bist immer noch total geschockt und hast keine Ahnung, wie du dich hierzu verhalten sollst.


    Und ob du vielleicht etwas unbewusst getan hast, was deine Mutter so austicken lässt....


    War deine Mutter schon immer so? Bzw. hat sie hin und wieder solche Stimmungsschwankungen, oder kam das wirklich das erst mal so aus ihr rausgebrochen?

    Hallo *:) ,


    das ist eine bewegende Geschichte.


    Ich bin der Meinung du solltest dich jetzt in deiner Situation ganz auf dich und dein Baby konzentrieren, nichts was dich aufregt.


    Hast du in deiner näheren Umgebung gute Freunde, eine gute Freundin? Suche dort Schutz und Geborgenheit, dir steht ein Lebensereignis vor der Tür was mitreißend ist für dein weiteres Leben.


    Der Vorschlag von Purplelike ist gut, sich mal mit dem Vater zu treffen, aber ich würde das zur Zeit nicht machen. Es reibt dich auf und du machst dir Gedanken.


    Wie ist deine Mama erzogen worden? Evangelisch, Katholisch etc. vielleicht hat sie einen Knacks bekommen, weil der Kindsvater nicht mehr existenziell an deiner Seite ist?


    Allerdings finde ich es bemerkenswert, wie die Reaktion deines Vater und der Brüder sind. Man hätte der Mutter ruhig Einhalt gebieten können. Auch finde ich es unschön, dass keiner auf deinen Umzug reagiert hat, du hast lediglich eine Frage gestellt.


    Hast du Kontakt zu Freunden von deinen Eltern? Hat vielleicht deine Mutter eine beste Freundin, die du konsultieren kannst?

    Erstmal Glückwunsch zur Schangerschaft und alles Gute für die Geburt. :)* :)_


    Deine Mutter scheint in eurer Familie das Zepter in der Hand zu haben. Ich vermute sie war so sauer auf dich, weil du vorab nicht um ihre Erlaubnis gefragt hattest, das du deine Brüder wegen des Umzugs fragen möchtest.


    Ihr seit alles erwachsene Menschen, aber niemand ist in der Lage der Mutter die Stirn zu bieten. Ist schon immer so, oder?


    Was hat dich in der Situation davon abgehalten deiner Mutter zu sagen das du mit 32 selber in der Lage bist zu entscheiden ob du deine Brüder um Hilfe bittest. Auch sie sind selber in der Lage ja oder nein zu sagen. Du ihren Angriff total daneben findest und jetzt gehst.


    Dann wäre ich aufgestanden und gegangen.


    Deine Mutter lässt dich jetzt schmoren und wartet das du angekrochen kommst.


    Das du traurig bist kann ich verstehen, auch das du's Gefühl hast von allen im Stich gelassen zu werden.

    Ich habe 2 gute Freundinnen, aber die wohnen beide ca. 90 km weg in der Nähe von meinem Arbeitsplatz. Da ich jetzt ja bereits in Mutterschutz bin, sehe ich sie momentan nicht, sondern wir schreiben hin und wieder über whattsapp oder - seltener aber - telefonieren.


    Meine Eltern haben gar keine Freunde/Bekannte und hatten soweit ich weiß auch nie welche. Sie leben sehr zurückgezogen und halten zu anderen Menschen lieber Abstand. Selbst zu ihren eigenen Geschwistern, also meine Onkel und Tanten, haben sie gar keinen bzw. nur sehr oberflächlichen Kontakt und uns Kinder haben sie immer von ihnen ferngehalten. Dass unser Vater z.B. eine Schwester hat mit der alle paar Wochen mal kurz telefoniert, habe ich erst durch einen Zufall erfahren als ich ungefähr 14 war. Unsere Mutter hat soweit ich weiß gar keinen Kontakt zu weiteren Verwandten (weder von ihr noch von unserem Vater).


    Ob meine Eltern aus ihrer Kindheit irgendeinen "Knacks" haben weiß ich leider nicht, denn sie haben praktisch nie irgendwas erzählt und wenn mal irgendwas gefragt wurde hieß es nur "weiß ich nicht mehr" oder "das geht dich nichts an". Ich weiß ja noch nicht einmal welchen Schulabschluss meine Mutter hat oder wieviele Geschwister sie hat, wieviele Nichten und Neffen mein Vater hat, wie meine Eltern sich kennengelernt haben usw. Meine Brüder scheint das auch nie sonderlich interessiert zu haben - zumindest haben sie nur ganz selten mal Fragen gestellt bzw. wenn ich mit ihnen über das Thema gesprochen habe, waren sie eher desinteressiert und meinte nur "das ist halt jetzt so".


    Meine Mutter war bisher schon ab und an mal etwas auf Angriff mir gegenüber. Bei meinen Brüdern nie, da ist sie oft handzahm manchmal sogar etwas anhänglich (will z.B. dauernd dass sie im Elternhaus übernachten, obwohl sie nur max. 10 km weg wohnen). Mir gegenüber war sie aber nie so. Genau wissen tue ich es nicht, aber ich hatte manchmal den Eindruck, dass sie mich - die einzige Tochter - innerhalb der Familie ein bisschen als Konkurrenz sieht. Obwohl sie auch oft gesagt hat, dass sie immer eine Tochter haben wollte und froh war dass das letzte Kind dann ein Mädchen wurde.


    Aber das war nur mein Eindruck, ich kann es an nichts konkretem festmachen... Aber so eine Wut/so ein Hass wie an meinem letzten Geburtstag kam bisher in dieser Dimension noch nicht vor. Auch der Spruch mit dem "ins Gesicht schlagen" ist bisher noch nie so gefallen.

    Warum kann man nicht später normal darüber reden? Warum habe ich das Gefühl, so bald es einen Streit gibt muss man sich trennen bzw. den Kontakt abbrechen? Das zieht sich hier überall durch in diesem Forum. Warum kann man hinterher nicht einfach sagen "hey, Du hast Dich da ganz schön im Tonfall vergriffen, was war den los?" und demjenigen eine Chance zu Erklärung geben? Jeder hat mal einen schlechten Tag bzw. aufgestaute Emotionen kommen heraus....


    Man kann auch einfach sagen, Schwamm drüber....


    Oder wie bei der Jugendbuchserie Schreckenstein: "erledigt und vergessen" @:)

    Ich glaube nicht, dass sie erwartet hat dass ich sie um Erlaubnis frage mit meinen Brüdern über den Umzug sprechen zu dürfen. Bisher hat sie jedenfalls noch nie "verlangt", dass ich sie fragen soll bevor ich mit meinen Geschwistern rede und was ich mit ihnen berede. Ich bin auch mal mit einem Bruder in Urlaub geflogen und das hat sie erst nach der Buchung erfahren - da ist sie auch nicht ausgetickt oder sowas.

    Deine Mutter scheint in ihrer eigenen kleinen Welt zu leben, Vogel Strauß Technik "nichts hören und nichts sehen".


    Du musst für dich entscheiden was dir gut tut.


    Du hast bald deine eigene kleine Familie und du möchtest sicherlich, dass es deinem Kind anders geht als dir, oder?


    Deine Mutter scheint mir dir gegenüber sehr forsch zu sein, würde sich das legen, wenn das Baby da ist? Würde sie


    dich und das Baby anders behandeln? Mir fehlt in deiner Familie das liebevoll und das fürsorgliche Miteinander.


    Ich wüsste ehrlich gesagt nicht wie ich handeln oder reagieren würde.


    Aus dem Stehgreif heraus würde ich versuchen erst einmal "alleine" klar zu kommen ohne meine Familie, die sich ja offenbar nicht wirklich interessiert. Du bist schwanger und bald steht die Entbindung an, wie kann die eigene Mama sich 3 Monate nicht bei ihrer Tochter melden, das ist für mich unverständlich.


    Vielleicht kannst du Hilfe suchen bei jemanden, der dir dann nach der Geburt nahe steht, gibt ja in der heutigen Zeit gute Möglichkeiten. Ich möchte nicht den Teufel an die Wand malen, du musst dein Kind aber ganz alleine versorgen, was ist, wenn du Wochenbettdepressionen bekommst oder ähnliches. Du brauchst jemanden an deiner Seite und ganz ehrlich, deine Familie wird es nicht sein, so wie die sich benehmen.


    Dein Vater hat bisher auch kein Kontakt zu dir gesucht?

    Bisher ging es in meiner Familie auch immer nach dem Motto "Schwamm drüber". Ich kann mich nicht erinnern, dass mal ein Konflikt geklärt wurde, sondern irgendwann wurde halt immer so getan als ob nichts gewesen wäre und wenn ich dann doch mal das Thema klären wollte, wurde nur genervt reagiert und gesagt ich solle "mich nicht künstlich über so olle Geschichten aufregen". Aber diese Geschichte kann ich nicht einfach so schlucken, denn hier geht nicht einfach nur um eine Kleinigkeit oder dass meine Mutter mich mal verbal angegriffen hat. Hier geht es prinzipiell um meine Person und mein Baby. Sie wissen dass in 2 Wochen Entbindungstermin ist - theoretisch könnte ich ja jetzt schon in den Wehen liegen oder das Baby bereits geboren haben! Ich bin alleine und eigentlich war es so geplant, dass mein Vater mich ins Krankenhaus fährt wenn es soweit ist. Sie wissen nicht was mit mir und dem Baby ist und sie wissen nicht ob alles gut geht bzw. gut gegangen ist. Dass so gar nichts von ihnen gekommen ist oder kommt, verletzt mich schon sehr! Ich fühle mich komplett im Stich gelassen und einfach darüber hinwegzusehen fällt mir nun schwer. Ich weiß nicht wie ich es anders beschreiben soll. Versteht ihr denn was ich meine?

    Oh weh, das ist eine sehr schmerzliche Erfahrung, die ich keiner werdenden Mutter wünsche. In einem Moment, der sensiblen Schutz und Verständnis erfordert, Dir so vor den Kopf zu stoßen.


    Dennoch frage ich mich, wie eure Familiendynamik über die Jahre gewesen ist im Familienverbund. Du hast erwähnt, dass es zwischen euch üblich ist, dass man über "alte Kamellen" nicht mehr spricht und sie ungeklärt im Raum stehen lässt.

    Zitat

    Nochmal darüber reden wollen bringt bei meiner Familie nichts – da sind sie (meine Eltern und meine Brüder!) eher genervt und es heißt dann, dass man das Thema endlich abhaken und sich nicht so künstlich über alte Geschichten aufregen soll. Das weiß ich leider aus Erfahrung.

    Mir scheint, dass genau in dieser Problematik der "plötzliche" Ausbruch Deiner Mutter liegen könnte. Wenn eine Familie konfliktscheu über Jahre wichtige Themen unter den Teppich kehrt, sammelt sich einiges emotional an. Einige verdrängen es für einen bestimmten Zeitraum, wieder andere Persönlichkeitstypen horten es in sich an, bis es einen Anlass gibt, um "Groß reinezumachen".


    Wieder andere, belassen die Themen in der Vergangenheit und legen keinen gesteigerten Wert darauf, eine Klärung herbei zu führen.


    Dich nun völlig ohne familiären Schutz allein zurückzulassen, ist keine schöne Situation. Zumal Du für Dich immer noch keine Antwort auf das "besondere" Verhalten Deiner Mutter hast.


    Ich würde den Vorschlag, Deinen Vater zu kontaktieren, für Dich aufgreifen. Würde mich allerdings auch nicht zu sehr aufregen lassen, sondern sachlich nachfragen, worum es an diesem Tag genau ging. Ob Dein Vater den Grund kennt, warum es zum emotionalen Desaster Deiner Mutter kam.


    Wie ist Dein Erleben aus Kindheit und Jugend, gab es schon immer eine Barriere zwischen Dir und Deiner Mutter? Wurden Deine beiden Brüder anders behandelt als Du? War es schon immer im Streitfall so, dass sich alle anderen komplett raus gehalten haben, wenn es emotional eskaliert?


    Für die Geburt wünsche ich Dir alles Gute, damit ihr beide (Du und das Baby) gesund und wohlauf die Klinik verlassen könnt. Gibt es vertraute Freunde oder verlässliche Bekannte, die Dir zur Seite stehen könnten in den letzten Tagen/Wochen Deiner Schwangerschaft?


    Hast Du eine Hebamme, die Dir die erste Zeit nach der Geburt Hilfe und Tipps geben kann? Wenn nein, dann bitte umgehend mit der Krankenkasse in Verbindung setzen. Es ist wichtig, dass Du einen Ansprechpartner hast für alle Themen die neu auf Dich zu kommen werden. Ich drücke Dir die Daumen, dass sich das einrenken lässt, was zwischen euch steht.


    Wobei ich glaube, dass es in Dir längere Zeit einen Schmerz geben wird, der auch nach Deiner Entbindung anhält. So eine aufwühlende Situation vor der Geburt, steckt keine werdende Mutter und Tochter ohne emotionale Blessuren weg.


    Dir viel positive Kraft und Zuversicht für die nächste Zeit. :)*

    Ähmm ... dann hast du niemanden, der dich in Wochenbett unterstützt? Ggf. Einkäufe erledigt? Sprich mit deiner Hebamme, dir steht als alleinerziehende Haushalshilfe zu. Du bekommst ein Attest, was deine Krankenkasse übernimmt.


    Ansonsten habt ihr eine seltsam kühle Familienkostellation, auch vorher schon. Das jetzt irgendwie aufzuarbeiten, ist bisschen spät. Zunächst steht das Baby im Fokus. Kannst du dir vorstellen, deine Brüder um Hilfe zu bitten? Du musst ja nicht nur Einkaufen sondern stehen dir einigen Amtsgänge bevor. Baby anmelden, Geburtsurkunde etc. Wenn es am Anfang nicht so Rund läuft, zum Beispiel Stillprobleme oder Geburtsverletzungen, wird es recht schwirig allene mit dem Baby alles unter einen Hut zu bringen.

    Das ist ja auch so ein Ding: ich wollte ursprünglich eine Hebamme für das Wochenbett. Meine Mutter meinte "brauchst du nicht - wir sind ja auch noch da" (also sie und mein Vater). Deshalb habe ich auf eine Hebamme verzichtet und kriege jetzt auch keine mehr - da habe ich mich schon informiert. Die Nachsorge wg. Rückbildung der Gebärmutter usw. mache ich dann bei meinem Frauenarzt.

    Vielleicht sieht dich deine Mutter als Konkurrenz, wer weis das schon. Wenn du mehr erfahren möchtest musst du da hartnäckig dranbleiben.


    Dadurch erfährt man dann auch warum sie so ist wie sie ist. Gerade als Tochter kann das interessant sein. Dafür ist aber der Zeitpunkt momentan eher ungünstig so kurz vor der Geburt.


    Mir geht es nicht darum das du keinen Kontakt mehr zu deiner Mutter haben sollst.


    Warum hast du sie nicht danach nochmal angerufen? Was hat dich abgehalten?

    Zitat

    Meine Mutter meinte "brauchst du nicht - wir sind ja auch noch da" (also sie und mein Vater). Deshalb habe ich auf eine Hebamme verzichtet

    Da sieht man doch auch schon die Schwierigkeit. Deine Mutter sagt dir was sie für Richtig oder falsch hält. Du aber hast das auch so hingenommen. Das soll kein! Vorwurf sein. :)_


    Spreche da nochmal mit deinem FA wegen der Hebamme und wegen einer Hilfe mal bei der KK nachfragen.


    Und deine Brüder um Hilfe zu bitten finde ich wirklich auch eine gute Idee. :)z :)^

    Was mich abgehalten hat meine Mutter danach anzurufen? Der unerwartete Angriff auf mich und dass dieser "Ausbruch" eine ganz neue Ebene erreicht hatte - auch mit dem Punkt, dass man mir lt. ihr mal einen "Schlag ins Gesicht" verpassen sollte.


    Ich war verwirrt, verletzt, wütend und bin es auch noch. Ich weiß nicht was ich so schlimmes getan habe - wie gesagt haben wir keine 2 Minuten vorher noch alle nett geplaudert (sie auch!) und plötzlich haut sie mir verbal so eine runter.