Kontaktsperre nicht durchsetzbar

    Hallo euch allen. Will euch garnicht nicht die ganze Tragödie näher bringen. Mir geht es wie vielen hier. Das Thema "Keine Gefühle mehr".


    Gut, Trennung erfolgte vor 4 Wochen mußten uns noch einige Male treffen wegen verschiedenen Sachen. Sie super drauf, ich habe ganz schön meine Probleme damit sie loszulassen.


    Es geht hier auch nicht darum sie wiederzubekommen, ich akzeptiere die Trennung.


    Mein Problem ist, meine Ex ist eine Kollegin von mir. Wir arbeiten nicht regelmäßig miteinander aber es wird immer wieder vorkommen, das wir eine Woche mal zusammen arbeiten müssen. Das kann auch keiner von uns beiden verhindern. Sie hat aber damit auch kein Problem, denn ich bin in ihren Augen ja wieder Kollege und Freund, wie vor der 4 jährigen Beziehung. Die nächste Woche bin ich wegen einer Op noch krankgeschrieben. aber dann könnte es schon zu einer Begegnung kommen.


    Und das macht mir zu schaffen. Ich kann die eigenlich wichtige Kontaktsperre nicht vollziehen. Hat jemand Ratschläge für mich, wie ich damit umgehen kann, denn ich will loslassen können.

  • 37 Antworten

    Hallo Mickflow, diese möchte ich für mich. Wenn ich meinen Gefühlen für sie nachgeben würde, die immer noch stark vorhanden sind, würde ich sie telefonisch kontakten. Das wäre sicherlich kontraproduktiv um loslassen zu können.


    Sie meldet sich ja auch nicht. Sie ist da logischerweise viel weiter als ich. Sie hatte schon in der Beziehung mit mir abgeschlossen.

    Schwierige Situation. Ich würde so wenig wie möglich "Freund" sein und auch das Kollegiale auf das Notwendigste beschränken. Und vor allem in dieser Zeit Gedanken von Bedauern oder Begehren so weit wie möglich von mir schieben. Auf das eher Negative konzentrieren, falls solche Gedanken aufkommen.

    Das ist ja mal schon ein Hinweis mit der Konzentration auf das Negative. Ich weiß nicht ob ich das hinbekomme bei ihrer offenen, fröhlichen Art, die auch bei den anderen Kollegen gut ankommt.


    Aber ich merke gerade wieder einmal, daß ich mich schon wieder mit der Zukunft beschäftige und nicht mit dem heute und jetzt. Das Kopfkino ist schon wieder stärker.

    Unter negativ braucht man ja nicht negative Charakterzüge verstehen (obwohl das sicher auch nach einer Trennung möglich ist), sondern auch einfach den Ablauf der Trennung an sich, dass sie zum Beispiel mit dir schon während der Beziehung abgeschlossen hatte. Also ihr "super" drauf sein, was ja zeigt, dass ihr die Trennung am Allerwerstesten vorbei geht und DAS finde ich sehr negativ.

    Hallo Monika65, du findest das als negativ. Für sie war aber die Trennung ja eine Art Erlösung. Jetzt merke ich erst im Rahmen der Selbstreflexion das ich die ganze Zeit von Oneitis besessen war, und somit ihre Reaktion nachvollziehen kann die zur Trennung führten.


    Eigentlich müßte ich ihr dankbar sein, aber soweit bin ich noch nicht.

    Dazu gibt es zwei Perspektiven, aus ihrer Sicht war es sicher nicht negativ. Aus der eigenen Sicht schon, im Trennungsfall muss man egoistisch denken, dankbar sein kann man später immer noch.


    Es hilft dir nicht weiter, wenn du ihre Perspektive annimmst. Zu einer Beziehung gehören immer zwei. Du hast geschrieben, dass du in ihren Augen wieder der Kollege und Freund bist, der du vorher warst. DAS ist nicht möglich, finde ich, man kann das Rad nicht zurückdrehen, wenns auch vielleicht für sie ganz nett wäre. Aus einem ordentlichen Abstand heraus geht das vielelicht auch für dich mal wieder, aber im Moment solltest du versuchen, für DICH zu denken. Wenn du zu Beziehungsabhängigkeit neigst wäre der erste Schritt aufzuhören den Partner oder Expartner zu idealisieren und seine Weltsicht zur eigenen zu machen.

    Ich kann dir die Geschichte eines Arbeitskollegen erzählen:


    er war lange Zeit mit seiner Jugendliebe zusammen und sie hat dann anscheinend "aus heiterem Himmel" Schluss gemacht. Ihn hat das super getroffen. Inzwischen ist er verheiratet und hat Kinder. Da sie beruflich alle paar Monate mal zu tun haben, sehen sie sich auf Vorträgen und Tagungen. Aber wenn er sie sieht, kommt das alles wieder hoch. Er meinte vor 2 Jahren: wenn sich die Gelegenheit ergibt, würde ich meine Frau für sie betrügen. Er sagt das, als ob es ein Naturgesetz sei (finde ich scheiße, aber ich will mal sachlich bleiben). Es kam wohl nie dazu, weil sie inzwischen auch verheiratet ist und es scheinbar genießt, ihn so hinzuhalten. Letztes Jahr dann die Situation vollkommen umgedreht. Sie trinkt ein Gläschen zu viel und schüttet ihm ihr Herz aus. Ihre Ehe ist scheiße und alles nervt sie. Er hätte sie auf dem Silbertablett bekommen können, aber dachte dann an Frau und Kind und ließ es.


    So wird das zwischen den beiden garantiert auf ewig hin und hergehen. Wir sagen immer, er soll sie nicht treffen...rein beruflich und professionell und dann am Abend getrennte Wege. Das geht. Aber sie können es beide nicht lassen.


    Ich sage nicht, dass du den Job wechseln musst. Aber ich muss den Miesepeter spielen und dir sagen: entweder du lernst vollständig loszulassen, oder du findest Wege, den ihren nicht zu kreuzen. Sonst wird es sehr anstrengend.

    Danke Monika, Du siehst die Sache wirklich richtig. Bei der Trennung sagte sie mir auch, es wäre schön wenn man alles wieder auf Null setzen könnte.


    Natürlich weiß ich auch das ich jetzt an mich denken muß, und daher komme ich mit der Kontaktsperre gut zurecht. Meine Ängste beziehen sich auf das nächste dienstliche Zusammentreffen.

    Martin_24, ich freue mich über deinen Beitrag. Natürlich muß ich versuchen ganz lozulassen. Ich hoffe aber auch das sie dabei bleibt und sich nicht auf dem Tablett präsentiert.


    Ich kann mir sehr wohl vorstellen das es sonst anstrengend wird.

    Zitat

    Natürlich weiß ich auch das ich jetzt an mich denken muß, und daher komme ich mit der Kontaktsperre gut zurecht.

    vielleicht hilft es dir innerlich ein wenig, wenn du dich von diesem wort löst und dir selber distanz vorgibst. es hilft ja nichts, wenn die berufliche konstellation nun mal so ist - dann aber bitte etwas erreichbares als ziel setzen!


    distanz heißt halt dann, dass du begegnungen vermeidest, bei denen du mit ihr allein bist, gespräche vermeidest, die über den beruflichen kontext hinausgehen und so... außerdem finde ich, dass du ihr das genau so auch kommunizieren solltest.


    dieses "lass uns freunde bleiben" funktioniert nämlich (fast immer) nur dann, wenn beide beteiligten einen zeitlichen, räumlichen und emotionalen abstand hatten, um die alte emotionale beziehung zu beenden - sonst kann man doch gar nicht zurücksetzen auf null :)_

    Danke an die Seherin. Du hast mir da eine echte Alternative aufgezeigt, mit dem Begriff "Distanz". Denn Sperre hört sich wirklich so konsequent und hartherzig an. Ich glaube, das mir das die Sache schon etwas leichter machen wird. Das merke ich jetzt schon.

    Nach 36 Jahren in der Firma, werde ich nicht wegen einer Exbeziehung den Job wechseln. Das geht einfach nicht. Das muß ich hinbekommen. Mit meiner Exehefrau hat das nach der Scheidung vor 5 Jahren auch funktioniert, obwohl da noch das jüngste Kind im Spiel war.

    Oh, klar...das ist natürlich etwas anderes. Dann wird die Wunde immer wieder aufgerissen, wenn Du Sie siehst. Du musst leider abwarten bis die Zeit drüber gewachsen ist:-/ Spätestens wenn Du eine neue Beziehung hast, wird es dann leichter...

    Hallo Eistropfen, ja das sehe auch so. Allerdings will ich mich nicht Hals über Kopf in eine neue Beziehung stürzen, habe die letzte noch nicht verarbeitet. Bin bloß gespannt, wie die nächste "distanzierte" Begegnung wird.

    Zitat

    Bin bloß gespannt, wie die nächste "distanzierte" Begegnung wird.

    geh da möglichst offen drauf zu und erwarte nicht zuviel von dir. diese begegnung kann ja durchaus dann auch geeignet sein, dass du (je nach ihrem verhalten) eine klare ansage machen kannst: ich finde es zwar verständlich, dass du am liebsten nett, freundlich und freundschaftlich mit mir umgehen möchtest - ich selber bitte aber um verständnis, dass ich von dir zunächst mal einen rein kollegialen umgang erwarte!

    @ die seherin

    Ich werde deine Vorschlag. mit dem rein kollegialen Umgang, versuchen umzusetzen. Deine Vorschläge treffen hier bei mir genau den Kern meiner Probleme. Am liebsten würde ich dich mitnehmen! ;-D

    Hallo Uhrmensch!


    Ich kann Dein Problem gut nachvollziehen. Aber Euer Trennungsgrund war "keine Gefühle mehr", wie Du oben schreibst. Verstehen ich richtig, dass Du doch noch Gefühle für sie hast und Dich vor allem bei Kontakt mit ihr damit konfrontiert fühlst?


    Dann vertraue auf die Zeit. Verhalte Dich ihr gegenüber so sachlich und neutral wie möglich, und ich rate auch dazu: Zeige ihr nicht, was in Dir vorgeht. Verhalte Dich "als ob" - als ob ihr Euch nur noch als Kollegen gegenübersteht, und es wird irgendwann so sein. Es braucht nur länger.