Krankheitsängste - mangelnde Unterstützung meines Partners

    Hallo,


    Wie manche bereits mitbekommen habe, leide ich an ziemlich starken KH-Ängsten (abwechselnd HIV und Tollwut). Bisher habe ich meinen Freund raus gehalten, seit ein paar Wochen erzähle ich ihm aber meist von meinen Sorgen. Gestern meinte er dann, wenn das so weiter ginge dann müsse er die Beziehung beenden, weil das so kein Weg sei, für uns beide zu leben.


    Ist mir auch bewusst, ich habe bereits vor einer Woche einen Termin und Psychiater vereinbart, gestern Nacht ging dann doch kurz die Angst mit mir durch und ich hätte mir Unterstützung von ihm gewünscht.


    Seine Antworten u.a.: " Ich habe genug eigene Probleme, hol dir Hilfe bei anderen" etc.


    Ich bin ziemlich enttäuscht, ich bin immer für ihn da. Er hatte sehr viele Probleme/Stress in der Arbeit und ich habe ihn immer unterstützt so gut es geht.


    Ach ja. Wir führen eine Fernbeziehung.


    Soll ich ihn noch einmal auf das ansprechen? Warten, bis er sich meldet?

  • 9 Antworten

    Jeder Mensch hat begrenzte geistige/körperliche Ressourcen und einen Großteil davon braucht man tatsächlich für das eigene Leben.


    Unterstützung kann man geben, aber wenn man selbst keine Lösung für das Problem hat, dann fühlt man sich überfordert und das hat dein Freund dir gesagt.


    Wenn du Ängste vor HIV und Tollwut hast, dann ist es hilfreich sich damit auseinanderzusetzen, nicht um sich weiter dort hineinzusteigern, sondern um zu sehen, was man persönlich braucht, um sie auflösen zu können.


    Gegen Tollwut gibt es eine wirksame Impfung.


    Gegen HIV kann man sich schützen. Bei den vielen Menschen bleibt meist eine Restangst erhalten, die wohl erst verschwinden wird, wenn es ein wirksames Mittel gegen die Krankheit gibt. Damit kann man leben lernen und sie möglichst gering halten, so dass der Alltag davon nicht beeinträchtigt wird oder aber man findet einen anderen Gedankenansatz, der die Ängste komplett ausschalten kann.


    Letztendlich bist du diejenige, die deine Gefühle und Gedanken hervorbringt und hier kannst auch nur du ansetzen. Auch ein Psychologe kann dir hier nur neue Umgangsweisen beibringen, die du dann selbst ausprobieren und anwenden lernen kannst. Ernst nehmen solltest du in jedem Fall deine Ängste, denn sie haben ja auch eine Ursache. Die Angst vor dem Sterben oder frühzeitigen Sterben durch Krankheiten ist ja nicht so selten. :-)

    Ja ihr solltet das nochmal besprechen, in einer ruhigen Minute, wenn die Angst nicht akut ist. Vielleicht möchte er dich schon unterstützen, aber wenn es zu schwierig wird, ist er überfordert. Daher solltet ihr darüber reden, was er dir geben kann bzw. was du einfordern darfst. Das könnte z.B. sein "ich möchte wortlos in den Arm genommen werden", aber eher nicht "ich möchte von meinen irrationalen Krankheitssorgen erzählen und du kannst mich beruhigen, dass ich gesund bin". Schwierig natürlich in einer Fernbeziehung, weil da wahrscheinlich viel über Reden läuft?


    Dass du ihm bei Problemen bei seiner Arbeit mittels Reden geholfen hast, ist nicht vergleichbar, weil das ein viel einfacheres Thema ist als Hypochondrie

    'Angst essen Seele auf'. Wenn dann die Angst vor der Angst hinzu kommt, dann wird es schwieriger. Ich hatte auch schwere Angststörungen und hab das alles in den Griff bekommen. Geholfen hat mir immer die Offenheit und die Bereitschaft darüber zu reden. Und ich hab mich stets gefagt, was denn bis dato nun eigentlich passiert ist: Nämlich nix. Nix schlimmes ist passiert. Also nix schlimmeres als sonst auch rein statistisch so passiert.


    Wenn dein Freund dir in solch einer prikären Situation nicht helfen kann und will, dann ist das halt so. Dann solltest du dir einen neuen Partner suchen. Man braucht schon Unterstützung, wenn es einem so schlecht geht. Und da ist dir dein Freund keine Hilfe.

    Lk2017

    Zitat

    Wie manche bereits mitbekommen habe, leide ich an ziemlich starken KH-Ängsten (abwechselnd HIV und Tollwut). Bisher habe ich meinen Freund raus gehalten, seit ein paar Wochen erzähle ich ihm aber meist von meinen Sorgen. Gestern meinte er dann, wenn das so weiter ginge dann müsse er die Beziehung beenden, weil das so kein Weg sei, für uns beide zu leben.

    Seit wann führt ihr die Fernbeziehung? Wie kann ich mir diese Fernbeziehung vorstellen? Wie oft sehr ihr euch? Was unternimmt ihr? Worüber redet ihr? Wie oft telefoniert ihr? Etc. etc.

    Zitat

    Ist mir auch bewusst, ich habe bereits vor einer Woche einen Termin und Psychiater vereinbart, gestern Nacht ging dann doch kurz die Angst mit mir durch und ich hätte mir Unterstützung von ihm gewünscht.

    Wann fängt die Therapie an?


    Seit wann leidest Du unter dieser Angst?

    Zitat

    Seine Antworten u.a.: " Ich habe genug eigene Probleme, hol dir Hilfe bei anderen" etc.

    Hättest Du ein anderes Verhalten von ihm erwartet und wenn ja, was in seinem bisherigen Verhalten oder Gesagten hätte dafür gesprochen, dass er sich anders verhält?

    Zitat

    Ich bin ziemlich enttäuscht, ich bin immer für ihn da. Er hatte sehr viele Probleme/Stress in der Arbeit und ich habe ihn immer unterstützt so gut es geht.

    Wie sah das aus bzw. wie sieht das aus, dass Du ihn bei seinen Problemen unterstützt?

    Zitat

    Soll ich ihn noch einmal auf das ansprechen? Warten, bis er sich meldet?

    Was würdest Du ihm denn sagen wollen?

    Es ist zum einen nicht schön, dass Du unter diesen akuten Ängsten leidest, und sicher auch nicht, dass Du Dich dabei allein gelassen fühlst.


    Allerdings hilft es Dir auch nicht einzig mit dem Freund darüber aus der Ferne zu reden, weil es die Ursachen nicht beseitigt, die zu Deinen Ängsten geführt haben. Das gehört in professionelle Hände, wenn diese Ängste schon länger bestehen.


    Hast Du für Dich selbst schon einmal ergründet, wann diese Ängste in Deinen Leben entstanden sind. Gerade das Thema Tollwut ist recht ungewöhnlich, weil diese Krankheit in Deutschland nicht weit verbreitet ist, und gut unter Kontrolle gehalten ist über regelmäßige Impfköder und gutes Waidwerk/Waldpacht usw.


    In Haustierbetänden würde die Symptome sofort auffallen, und durch Tierärzte und entsprechende Untersuchungen abgeklärt werden.


    Mir stellt sich die Frage, woher Du beide Krankheiten bzw. ansteckungsgefahren siehst? Arbeitest Du in einem Labor, hast beruflich mit solchen Gefahren zu tun? Ansonsten sehe ich diese Ängste eher für Stellvertreter-Symptome für andere unbeewältigte Probleme in Deinem Leben. Da gilt es anzusetzen, und an die Ursachenforschung zu gehen.


    Das kann allerdings nicht im Bereich der Beziehung passieren, sondern durch erfahrene Psychologen und entsprechende Gespräche, die Deine Vita näher beleuchten. Das kann Dein Freund nicht leisten, und insofern ist seine Abgrenzung Dir gegenüber auch nicht böse gemeint.


    Es ist auch nicht gut, innerhalb einer Beziehung Hilfe gegeneinander aufzurechnen. Deine Ängste sind eine ganze andere Problematik als gelegentliche Probleme im Job oder im Alltag. Solche Phasen sind in vielen Beziehungen möglich.


    Es tut nicht gut, sich gegensieitg vorzuhalten, wann wer von euch beiden mal etwas für den anderen getan hat. Wenn man es nicht aus Liebe und Verständnis tut, sondern eine Gegenleistung vom Partner daran festmacht, wird leicfhter enttäuscht. Liebe ist keine Geschäftsbeziehung, in der man eine Zug um Zug Erfüllung von Leistungen einfordern kann.


    Nochmal eine Frage zu besseren Verständnis, wie lange seid ihr ein Paar? Wie oft könnt ihr euch sehen? Wie alt seid ihr zwei und wie sieht die Alltagssituation aus? (Studium, Schule oder bereits im Job stehend?)


    Wie groß ist die Entfernung zwischen euch? Welche Kommunikationsfrequenz habt ihr? Schreibt ihr eher virtuelle Nachrichten oder gibt es regelmäßige Telefonate in denen ihr persönlichen Kontakt habt oder genugzte Web-Messenger per Cam z.B. ?


    Diese Informationen sind wichtig, um zu schauen, ob hinter Deinen Änsten vor Krankheiten, nicht andere Probleme stehen, die in anderen Bereichen liegen könnten. Nähere Infos machen einen Rat für Dich hilfreicher. Dir alles Gute von mir für die Lösungsansätze die Du Dir gerade selbst gesucht hast. :)* @:)

    Ich habe gerade in Deinen älteren hier eröffneten Threads rein geschaut, und festgestellt, dass Du sehr leicht in Panik verfällst, sobald Altagsgefahren in Deinem Leben auftreten.


    Studierst Du in Deutschland oder in Litauen, wo offenbar Dein Freund lebt?


    Du hast hoffenbar schon seit längerem tiefer sitzende Ängste und Du erwähnst sogar selbst den Ausdruck HIV-Phobie. Wieso ergreifst Du dann ein Studium in diesem Bereich, in dem sich Deine Ängste in noch stärkerem Maße vertiefen?


    War es Dein persönlicher Entschluss ein Studium im medizinischen Bereich aufzunehmen oder kam der Wunsch eher von außen? (vielleicht eine Erwartungshaltung auf dem Elternhaus)


    Mir scheint Du hast tieferliegende Probleme, die Dich schon seit längerer Zeit plagen und durch das Leben begleiten. Wie lange gibt es diese Problematik in Deinem Leben? Wurde Dir schon mal aktive Hilfestellung angeboten oder hast Du diese bisher stets ausgeschlagen?


    Wie ist das Verhältnis zu Deinem Elternhaus ?

    Zitat

    Soll ich ihn noch einmal auf das ansprechen? Warten, bis er sich meldet?

    Ich erlaube mir etwas Hellseherei: Wir können hier schreiben, was wir wollen, Du wirst ihn so oder so noch einmal darauf ansprechen.

    Danke für eure Antworten.


    Wir sind seit 2 Jahren in einer Beziehung, sehen uns ca. 1 Mal im Monat und ich hab ihn eigentlich bis jetzt aus all meinen persönlichen Problemen rausgehalten. Ich kläre solche Dinge eher mit mir selber, Freundinnen oder Familie. Aber in letzter Zeit hat sich das mit der Angst so verstärkt, dass ich ihm öfter davon erzählt habe.


    Meine Therapie fängt hoffentlich nächste Woche an. Diese Ängste habe ich seit ca. 5 Jahren, immer wieder mal. Dann gehts wieder eine Zeit lang gut, dann kommen die Ängste wieder..


    So akut und durchgehend hab ich das jetzt ca. seit 5 Monaten. Jetzt kann ich nicht mehr.


    Warum ich Angst vor Tollwut habe, kann ich mir auch nicht erklären. Wahrscheinlich, weil es so eine aussichtslose, unheimliche Krankheir ist. :-( In D gibt es zwar keine, aber in den Oststaaten sind sie noch weit davon entfernt, dann hatte mich dort mal ein Hund abgeleckt und ich hatte 5 Tage fast nichts geschlafen vor Sorge, bis ich dann beim RKI angerufen habe und die konnten mich beruhigen. Anstrengend, ich weiß. Mein Freund fühlte sich ziemlich hilflos, alles was er sagte, bewirkte nichts. Ich habe manchmal in banalen Alltagssituationen Angst vor Tollwut. Oder letztens, als mein Freund seine Hände nach dem Ausgehen nicht wusch und mich dann fingerte. Danach lag ich 2 Nächte wach vor lauter Sorge. Letztendlich habe ich dann eine stärkere BeruhigungsTablette genommen, ist aber leider auch keine Dauerlösung


    Wir sind 23 & 25


    Ich studiere tatsächlich Medizin.. ganz ohne Druck von außen, o.ä.. es ist auch wirklich mein Traumberuf. Ja leider habe ich auch eine HIV-Phobie aber ich lasse mich davon nicht abhalten. Ich hoffte immer, dass sich diese Angst mit der Praxis und Routine lege. ":/


    Kontakt haben wir hauptsächlich über WhatsApp. In letzter Zeit aber weniger Kontakt, da ich "beschäftigt" war im Internet Antworten auf meine Fragen zu finden.