Dorian Grrrl

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    Danke für den langen Beitrag :)_

    @ :)

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    Darf ich fragen, wie lange ihr zusammenwart?

    Insgesamt 5,5 Jahre (das letzte halbe Jahr haben wir nur noch zusammengewohnt).

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    War dir länger bewusst, ws da passiert?

    Ja und Nein. Mir war schon bewußt, dass da gewaltig was schieflief, ich wollte es aber nicht wahrhaben.


    Ich bin für ihn 500km von meiner Heimat weggezogen, mit zwei Kindern. Ich wollte es endlich "richtig" machen. Ich konnte vor allem deshalb so lange die Trennung nicht für mich annehmen, weil ich das Gefühl hatte, "wieder" versagt zu haben was Beziehungen angeht. Nicht mal in dem Sinne, dass ich selbst was "falsch" machen würde, sondern, dass ich mal wieder so in die "Schei..." gegriffen hatte.


    Bevor ich zu ihm zog, kamen schon "Warnzeichen" in seinem Verhalten, die ich übersah – so richtig ging es dann auch wirklich nach und nach los als ich bei ihm wohnte, er mich vermeindlich "sicher" hatte.

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    Habt ihr geredet, hat er das selbst anerkannt, wollte er sich ändern?

    Nein. Eigentlich niemals. Die Aussage bezüglich seines Vaters war das einzige Mal, dass er wirklich zugab, das sein Verhalten unmöglich war. Stritten wir uns, redete er tagelang nicht mehr mit mir, bis ich weichgeklopft war und wieder ankam – dann redeten wir nicht mehr großartig. Genau das war sehr wohl beabsichtigt. Er wußte von mir aus Erzählungen, dass ein Anschweigen für mich mit das Schlimmste ist was es gibt. Das nutze er voll aus.

    Zitat

    Ein paar Dinge erkenne ich wiederum wieder...@isabell, will da eine Menge zu schreiben, aber erst denken.

    Klar ;-).


    Und fühle Dich nicht verpflichtet überhaupt zu antworten wenn Dir nicht danach ist @:).


    Eins noch:


    Natürlich gleichen sich unsere Geschichten nicht wirklich 1:1. Mache aber nicht den Fehler wie ich es damals tat bei solchen Gesprächen (die ich auch durchaus hatte, auch hier sogar ;-)), den Kernpunkt zu verlassen. Die Gedanken: "Ach nee, so ist "meiner" ja nicht.....".....im Kern geht es um sein Verhalten DIR gegenüber. Nicht um die Lippenbekenntnisse die er wohlüberlegt dann von sich gibt, wenn er merkt, dass er die Grenze bedrohlich überschritten hat.

    @ DorianGrrrl

    Ich glaube, Ihr habt beide ein Problem – jeder seines.


    Was Du lernen musst: Wissen, was Du willst und ggf. seine (abweichende) Meinung dazu aushalten.


    Was er lernen muss: Dass nicht jede Aktivität von Dir, die nichts mit ihm zu tun hat, Ablehnung bedeutet. Und dass eine Gedankenlosigkeit nichts mit böser Absicht zu tun hat.


    Ihr wollt beide unbedingt die Aufmerksamkeit des anderen haben. Er, indem er erwartet, dass Du seine Gedanken und Gefühle liest und Dich zu 100 % danach richtest, egal wie widersprüchlich seine Vorstellung manchmal ist. Er erwartet auch, dass Du – wenn er X sagt, aber Y meint – dies erkennst und danach handelst.


    Du wiederum möchtest seine Anerkennung, sein Lob, sein Nettsein, und versuchst, dies zu erlangen, indem Du "alles richtig" machst. Da er aber ist, wie er ist und Du eben nicht Gedanken lesen kannst, funktioniert das nicht.


    Außerdem fasst Du, denke ich, bestimmte Bemerkungen zu sehr als Kritik auf. Das mit dem Essen zum Beispiel, 3 Stunden in der Küche und dann ist es so wenig geworden. Ist bei uns auch schon passiert. Früher bin ich dann auch schon mal ausgeflippt und kam mit Sprüchen wie "Mach doch selbst, den Scheiß", woraufhin er dann sauer wurde, weil er mir gar nicht sagen wollte "Du Versagerin", sondern eben wirklich einfach nur erstaunt war, weil er nach 3 Stunden Arbeit halt irgendwie eine größere Menge, etwas auffälligeres oder was auch immer erwartet hat.


    Heutzutage stelle ich in so einem Fall die Teller hin, sage "Ist doch weniger geworden, als ich dachte", dann überlegen wir uns, wie wir das verbleibende Loch im Magen füllen (Banane hinterher essen oder so) und gut ist's.


    Ich will nicht sagen, dass Dein Freund super-feinfühlig ist und immer richtig reagiert, aber wenn das eigene Selbstbewusstsein ohnehin nicht so ausgeprägt ist, gibt's da schon auch den negativen Lupen-Effekt und das Reininterpretieren negativer Aussagen. Das jedenfalls ist meine persönliche Erfahrung.


    Versuch, Dir mehr Selbstbewusstsein anzueignen. Versuch, die Dinge so zu machen, dass es Dir dabei gut geht, und hör auf, Dein Leben danach auszurichten, dass es nur anderen (u.a. ihm) gut geht.


    Und an seinem Problem muss er selbst arbeiten. Das kannst nicht Du reparieren. Oft ist es aber so: Einer muss anfangen. Dann zieht der andere oftmals mit. Also, fang an. :)*