Bindungsprobleme in Partnerschaften


    http://www.familienhandbuch.de/familie-leben/partnerschaft/gelingend/bindunginpartnerschaften.php


    Da steht es so geschrieben:


    Eine positive Sichtweise des Selbst und des Partners zeichnet einen sicheren Bindungsstil aus. Die Person kann Nähe zulassen und empfindet die Partnerschaft als emotional unterstützend.


    Eine negative Sichtweise des Selbst und eine positive Sichtweise des Partners führt zu einem ängstlich-ambivalenten Bindungsstil. Die Person ist ängstlich, was sie im Hinblick auf die Beständigkeit der Beziehung verunsichert, und sie fühlt sich zum Partner emotional stark hingezogen.


    Eine negative Sichtweise des Selbst und des Partners ergibt einen ängstlich-vermeidenden Bindungsstil. Die Person hat Angst vor Intimität und vermeidet tiefergehende soziale Beziehungen.


    Eine positive Sichtweise des Selbst und eine negative Sichtweise des Partners charakterisiert einen gleichgültig-vermeidenden Bindungsstil. Die Person vermeidet Intimität in der Partnerschaft, betont ihre eigene Autonomie und empfindet keine starke emotionale Abhängigkeit von ihrem Partner.


    Diese vier Bindungsstile lassen sich auf zwei Bindungsdimensionen abbilden, die mit Angst und Vermeidung bezeichnet werden. Angst bezieht sich auf das Vorhandensein einer negativen Sichtweise des Selbst, während Vermeidung für eine negative Sichtweise des Partners steht. Dann bedeutet z.B. fehlende Angst und fehlende Vermeidung einen sicheren Bindungsstil, während hohe Angst und hohe Vermeidung einen ängstlich-vermeidenden Bindungsstil kennzeichnen.


    Eine hohe Ausprägung der Bindungsangst beinhaltet eine misstrauische und angespannte Haltung in Beziehungen. Hingegen bedeutet eine hohe Ausprägung der Bindungsvermeidung, dass eine geringe Bindungsbereitschaft vorliegt und wenig Motivation, sich für die Tragfähigkeit der Beziehung zu engagieren.


    Vermeidende Bindung heißt aber nicht unbedingt, dass man keinen Partner hat. Vielmehr kann ein vermeidender Bindungsstil des Mannes bei Frauen, die ängstlich-ambivalent eingestellt sind, einen lebenslangen Kampf um Zuneigung auslösen, der die Partner immer wieder beschäftigt. Ob es empfehlenswert ist, eine solche Partnerschaft einzugehen, kann bezweifelt werden. Nutzen und Lasten sind zu einseitig verteilt: Der vermeidende Mann bekommt, ohne dass er sich emotional einbringt, ein "warmes Nest” geboten, während die ängstlich-ambivalente Frau sich für die Beziehung stark engagiert und gleichzeitig darunter leidet, dass sie von Befürchtungen getrieben wird, die Beziehung könnte abbrechen. Durch die vermeidenden Tendenzen des Mannes werden solche Ängste genährt.


    Die Annahme liegt nahe, dass ein sicherer Bindungsstil mit längerer Beziehungsdauer einhergeht. Diese Annahme wurde empirisch bestätigt: Personen, die sicher gebunden waren, blieben länger zusammen und waren seltener geschieden als Personen, die unsicher gebunden waren.

    @ WalkingGhost

    ja da hast du Recht, es brauch keine Absicht. Es wäre aber wirklich albern zu sagen es sei nur eine innige Freundschaft gewesen, das ist es eindeutig nicht, auch eindeutig für ihn. Es ist offiziell, jeder weiß davon, wir sind ständig zusammen, haben täglich Kontakt, wir sind exklusiv. Er oder ich müssten schon richtig "Schluss machen" wie bei einer Beziehung, falls es schief geht. Das Einzige ist eben die unbestimmte Zukunft wegen meiner Jobaussichten. Und ich weiß nicht, ob man das erwarten kann, aber wenn ich einen Freund hätte in Deutschland, der eventuell nach einem Jahr fertig ist und dann einen Job braucht, statt ihm immer wieder mal mitzuteilen, dass das ja nicht sicher ist, ob er was kriegt, würde ich mir solche negativen Kommentare verkneifen und sagen, du findest was, wenn du es wirklich willst, selbst wenn es etwas dauert.


    Dazu gesagt, er macht diese Kommentare auch, weil er denkt ich würde sonst nicht die Karriere kriegen, die ich woanders haben könnte (was vielleicht der Fall ist, das weiß ich ja jetzt nicht) und es ist ja sozusagen selbstlos ist, seine eigenen Emotionen drunterzustellen, also dass er es gerne sehen würde, wenn ich bleibe, und stattdessen sagt, ich solle mir eine Zukunft bauen und mein Studium nicht wegwerfen sozusagen.


    Das kann man alles positiv/selbstlos/vernünftig sehen, aber gleichzeitig eben auch als negativ, so als könnte man nicht was aus sich machen in anderen Umständen, also dass ich eben etwas finde, was mir hier in Wales ebenfalls gefällt. Und ganz ehrlich, ich glaube schon, dass ich was finden kann, erst recht, wenn ich es geschafft habe, zweimal was hier zu bekommen, wenn auch nur Praktika, was mit meinem Studium zu tun hat, nebenher noch Kontakte knüpfe durch Freiwilligenarbeit usw.

    @ ABC01

    danke, das war hilfreich. Ich finde es selbst nervig, solche "Ängste" überhaupt haben zu müssen, weil sie mir so dermaßen unnötig und konstruiert vorkommen. Kann nicht verstehen, wie man sich in Nähe "uncomfortable" und "ängstlich" fühlen kann (das hat er mal gesagt), weil ich mich gerade bei distanziertem Status unsicher fühle.

    Was mir auch noch einfällt: Ich kann ihn zb fragen (aus reiner Neugierde), oh wo warst du denn in irgendeinem Kontext, zb wenn man sich trifft in der Stadt und er kommt aus einer anderen Richtung, und er sagt dann zurück, als ob ich misstrauisch wäre, wobei das rein gar nicht meiner Absicht war. Das passiert ziemlich oft. Ich habe lediglich Interesse, was er so macht, weil ich ihm eben auch sowas erzähle. Es wirkt fast so, als ob er das wegen vergangener Beziehungen fast schon erwartet, dass die Frau misstrauisch ist und ihm was unterstellt. Dabei hab ich das, ganz ehrlich nicht nötig, allein schon deswegen, weil mein eigener Ex Freund der absolute eifersüchtigste Kontroll Freak war und mich total eingeengt hat. Sowas mach ich doch nicht im Ernst dann selbst bei meinem nächsten Freund.

    Im Übrigen hat er aber sogar nach 6 Monaten vorgeschlagen, dass ich zu ihm ziehe, als ich nicht sofort ein neues WG-Zimmer gefunden habe (habe aber doch eins gefunden). Wie soll man sowas verstehen...

    Hallo CaAug2016


    @"uncomfortable" und "ängstlich" fühlen kann (das hat er mal gesagt), Ja, eindeutig Bindungsprobleme. Hack die Beziehung ab. Die Beziehung wird Dich auf Dauer nicht glücklich machen, selbst wenn Ihr es schafft irgendwie zusammenzukommen. Auf Dauer Stress und Schmerzen. Kurz mal wegschieben kann man die Bindungsprobleme nicht. Da hängt eine ganze Menge dran die den Alltag massiv beinflusst und erschwert, bei ihm auch außerhalb der Beziehung.

    @ Kann nicht verstehen:

    Nehmen wir mal an jemand stinkt und weiss das. Wenn er jemand anderem näher kommen soll fühlt er sich nicht mehr wohl dabei, obwohl der andere nicht unbedingt was sagt. Das kann jeder noch vestehen. Nun könnte jemand von sich überzeugt sein dass er stinkt obwohl er das nicht tut... Quizfrage, Was kommt raus dabei?


    Nun nehmen wir mal an Deinem Inder haben seine Eltern beigebracht das er nicht ok ist. Er hat das verinnerlicht und glaubt das unterbewußt. In der Nähe anderer hat er nun ein ungutes Gefühl (Selbstwert, Unterlegenheit usw.könnte sich das äußern)


    Wie geht das, dass Eltern sowas tun? Sie wollen doch nur das Beste für das Kind, oder? Hier kann man etwas nachlesen:


    http://www.transaktionsanalyse-online.de/wp-content/uploads/2016/02/04-Zusammenfassung-Einsch%C3%A4rfungen.pdf


    Ein Problem vieler Personen und wahrscheinlich sehr oft der wirkliche Hintergrund für Stress in Beziehungen. Man kann auch beigebracht bekommen, dass andere nicht ok sind. Dann hat man unterbewußt ein ungutes Gefühl in der Nähe (Beziehung) von anderen. Noch schlimmer : selber und andere nicht ok sind. (Grundvertrauen in die Welt).


    Falls Du solche Beziehungsprobleme mit einem geeigenten Partner nicht hast kannst Du Dich glücklich schätzen. Dann haben Deine Eltern alles richtig gemacht.

    .. mein eigener Ex Freund der absolute eifersüchtigste Kontroll Freak war und mich total eingeengt hat. Sowas mach ich doch nicht im Ernst dann selbst bei meinem nächsten Freund. Doch. Eigentlich ist es meist exakt das, was man dann macht. Ich denke, und das ist meine Meinung, dass du zu viel bei deinem Partner 'herumdoktorst' und 'den Balken in deinem Auge' siehst du nicht. Die Dinge sind oft einfacher zu lösen, als man denkt. Wenn du eine Beziehung willst, die deinen Vorgaben in etwa entspricht, dann musst du dafür sorgen, dass dem so ist. Das ist eigentlich alles was du tun musst.

    @ Kontroll Freak

    Genauso Bindungsprobleme.


    = paranoide Persönlichkeit. Denkt von sich: Ich bin ok. Die anderen sind nicht ok. (Sich selbst nahe, anderen distanziert) Eifersucht, Neid, Misstrauen, rechtschaffene Engtrüstung, Typische Einschärfungen: Sei kein Kind, vertraue nicht, fühle nicht, Geniese nicht, gehör nicht dazu.


    Antreiber: Sei perfekt, sei stark.


    Hängt davon ab, ob das jemandem sein Hauptstil ist. Normalerweise haben Personen zwei Stile, die sich gegenseitig entschärfen können. Dann kommen die Eigenschaften wesentlich entspannter rüber. Eine Person befindet sich auch nicht ständig in einem bestimmten Stil. Wenn er aber ausgelöst wird kommt so eine extreme Reaktion.

    @ CaAug2016

    Zitat

    Dazu gesagt, er macht diese Kommentare auch, weil er denkt ich würde sonst nicht die Karriere kriegen, die ich woanders haben könnte (was vielleicht der Fall ist, das weiß ich ja jetzt nicht) und es ist ja sozusagen selbstlos ist, seine eigenen Emotionen drunterzustellen, also dass er es gerne sehen würde, wenn ich bleibe, und stattdessen sagt, ich solle mir eine Zukunft bauen und mein Studium nicht wegwerfen sozusagen.

    Gut, das sind jetzt noch paar zusätzliche Informationen, die das Ganze differenzierter darstellen.


    Aber hältst du diese Bedenken ernsthaft für begründet bzw. kann man mit deinem zukünftigen Master Großbritannien keine Karriere machen?